Kind will sich nicht anziehen lassen

Kind will sich nicht anziehen lassen - Kind im Schnee

Der erste Schnee ist da. Wir wollen raus. Ins Kalte. Frische Luft schnappen. Beine vertreten. Doch bevor es raus geht, ist da wieder das leidige Thema mit dem Anziehen.

Was uns den Stress genommen hat, berichte ich euch im folgenden Beitrag.


Kind will sich nicht anziehen lassen

Über Nacht war er plötzlich da: der weiße, kalte, glitzernde, wunderschöne Zauber. Am kommenden Tag konnte es der kleine Mann kaum abwarten, nach draußen zu kommen und den Schnee zu erkunden. Das große Aber: „Aber wir müssen uns noch anziehen. Draußen ist es ganz kalt. Es hat geschneit. Siehst du? Überall Schnee! Eis! Eisig kalt!“, erkläre ich dem kleinen Mann.

Ein bestimmter Platz zum Anziehen

Der kleine Mann hat vor einiger Zeit eine Sitzbank von uns bekommen. Da kann er sich hinsetzen, während wir ihn anziehen. Das macht er auch ganz gern. Ab und zu. Manchmal steht er aber auch lieber.

Kind will sich nicht anziehen lassen - Sitzbank.jpg

Mir persönlich ist es egal, WO er sich gern anziehen lässt. Problematisch wird es, wenn er zu seinen Klamotten „Nein!“ sagt.

Ich stöberte in meinem etwas älteren Artikel „Baby weint beim An- und Ausziehen„, aber das, was damals noch funktionierte, klappte nun leider nicht mehr. Also was tun?

Eigener Geschmack

Mein Sohn wird älter. Logisch. Sein Charakter entwickelt sich. Er entwickelt Vorlieben und Abneigungen. Letztens wollte er sein Schlafanzughemd anziehen, als wir Silvester mit seinen Cousins und seiner Tante feiern wollten. „Bitte sehr.“, denke ich mir da nur. Mir ist es nicht nur schnuppe, WO er sich gern anziehen lässt, sondern auch, WAS er gern trägt. Doof nur, wenn er sich solche leichten Kleidungsstücke auch für draußen aussucht.

Körpergefühl

In einem Beitrag einer Bloggerin (wenn ich ihn wiederfinde, werde ich ihn mal verlinken) las ich, dass ein Kind sehr wohl schon weiß, ob es ihm zu kalt oder zu warm ist. Und dass man das akzeptieren soll. Das mag sein. Allerdings geht es ja gleich raus. Mein Sohn weiß noch gar nicht, was für ein Temperaturunteschied ihn gleich erwartet.


Aber ich habe lange genug Kämpfe ausgetragen. Mal hab ich versucht, ihn in die Wintersachen zu stopfen und er hat mich angeschrien wie sonstwas. Dann hab ich es sein lassen. Soll er mal sehen. Doch es gibt einen tragenden Unterschied zu:

Ätschi Bätschi!

Kann sein, dass es Eltern gibt, die ihr Kind dann halb nackig ins Kalte gehen lassen. Und wenn das Kind dann doch friert, ihm jetzt einfach mal schön vor den Kopf knallen: „Tjaaaaa! HÄTTEST du mal auf mich gehört. Nu sieh zu!“

So etwas macht man nicht. Das hat in meinen Augen eher was von Kindesmisshandlung. „Konsequenzen spüren lassen“, sagen manche gern dazu. Ich persönlich denke, dass das Kind eher lernt, dass man ihm aus dieser Notsituation hätte heraus helfen können. Es aber nicht macht. Aus Bosheit. Oder sonst irgendeinem Grund. Unter dem Deckmantel des Wortes „Erziehung“.

Erklären

Ich erkläre ja immer gern. Nur bringt das nichts. Ich kann ihm lang und breit erklären, was ihn da draußen erwartet. Dass es kalt ist. Windig. Dass es geschneit hat und er frieren wird. Er muss sich wärmer anziehen, damit er es schön warm und gemütlich hat. Völlig egal. „Nein!“, heißt es nur.

Auch ich lasse meinen Sohn dann so rausgehen, wie er gerade angezogen werden wollte. Aber der Unterschied ist, ich nehme warme Wintersachen und Wechselklamotten mit. Denn wenn es dem kleinen Mann dann auch auffällt, dass ihm zu kalt ist, bin ich da. Und gebe ihm die fehlenden Kleidungsstücke. Damit er es dann warm hat.

Und ja, ich laufe manchmal auch mit einem vollgepackten Rucksack umher, ohne dass mein Sohn ein weiteres Kleidungsstück anziehen will. In regelmäßigen Abständen frage ich kurz nach, ob ihm kalt ist, ob er es warm hat, ob er noch etwas anziehen möchte. Wenn es nein heißt, respektiere ich das.

Aber zumindest stehe ich dann nicht ohne Sachen da und mein Kind muss frieren.

Kind will sich nicht anziehen lassen - Kind im Schnee.jpg

Die Anderen

Wenn ich dann mit dem kleinen Mann, in meinen Augen gänzlich ungeeignet für den Winter gekleidet – an den Menschen vorbeilaufe, habe ich Angst. Angst, dass ich angepöbelt werde. Dass ich mein Kind frieren lasse. Oder so etwas in der Art. Aber bisher blieb ich davon verschont. Man hat sich bisher mit mir nur über die Freude der Kinder über den kommenden Schnee unterhalten.

Und wenn ich dann doch darauf angesprochen werden würde, wäre ich gewappnet. Letztens schlief mein Sohn ziemlich knapp angezogen im Kinderwagen ein. Ein Kind, das friert, würde nicht so friedlich schlafen.

Und es wären auch entsprechende Merkmale am Körper zu sehen, wenn er frieren würde. Oder gar erfrieren würde. Blaue Lippen. Zittern. So etwas in der Art. Hat er nicht. Alles gut.

Tricks

Ein paar kleine Tricks habe ich aber dann doch. Einer hat aber nur ein Mal funktioniert: So tun, als würde man die Kindersachen selber anziehen wollen. Total begeistert natürlich. Dann will der kleine Mann auch. Später klappte das nur noch, als wir bereits alles angezogen hatten. Irgendwann gar nicht mehr. Der Trick wurde durchschaut.

Wenn der kleine Mann seine Schuhe nicht anziehen wollte, nahm ich sie wie gesagt trotzdem mit – im Rucksack. Und dann, als er im Kinderwagen saß, ließ er sie sich ohne Murren anziehen.

Probiert es einfach aus. Ich mache keinen Stress mehr. Mir nicht. Und dem kleinen Mann auch nicht. Ich will den Willen meines Kindes respektieren und ihn nicht überhören. Ich würde das ja auch keinem Erwachsenen antun. Ihn schreien, strampeln, um sich schlagend weinen lassen, während ich seinen Willen breche und ihn in Sachen zwänge, die er partout nicht anhaben will.

Klar gibt es Kommentare aus der Familie, wenn man zu Besuch war und es nun raus geht, nach Hause. Der kleine Mann will sich nicht anziehen lassen? Und man nimmt das einfach so hin? Ja. Er wird es schon merken. Und wie gesagt, für den Fall habe ich ja immer Sachen dabei.

Wie handhabt ihr das, wenn es Probleme beim Anziehen gibt?

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