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		<title>Verliere ich meine Freunde, weil ich Mutter/Vater bin?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2017 18:30:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es heißt, wenn man Kind(er) bekommt, würde man seine Freunde verlieren. Weil man merkt, dass man sich fremd geworden ist. Auf einmal völlig andere Interessen hat. Dass einem jetzt Dinge nicht mehr so wichtig sind wie früher. Aber ist das wirklich wahr? Ich verrate dir 7 Gründe, weshalb man seine Freunde wirklich verliert. Verliere ich ... <a title="Verliere ich meine Freunde, weil ich Mutter/Vater bin?" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/verliere-ich-meine-freunde-weil-ich-muttervater-bin/" aria-label="Mehr zu Verliere ich meine Freunde, weil ich Mutter/Vater bin?">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es heißt, wenn man Kind(er) bekommt, würde man seine <strong>Freunde</strong> verlieren. Weil man merkt, dass man sich fremd geworden ist. Auf einmal völlig andere Interessen hat. Dass einem jetzt Dinge nicht mehr so wichtig sind wie früher.</p>
<p>Aber ist das wirklich wahr? Ich verrate dir 7<strong> Gründe</strong>, weshalb man seine Freunde wirklich <strong>verliert</strong>.</p>
<p><span id="more-7453"></span></p>
<h2>Verliere ich meine Freunde, weil ich Mutter/Vater bin?</h2>
<p>Letztens bekam ich eine Nachricht von einem guten <strong>Freund</strong>, die sich gewaschen hatte. Als ich sie las, musste ich ganz schön schlucken. Er beschwerte sich, dass ich mich wochenlang nicht melde. Dass immer nur er es ist, der den <strong>Kontakt</strong> hält. Ich würde zwar zurückschreiben und Treffen vorschlagen und wir würden uns auch treffen, aber nur, damit ich mich dann wieder wochenlang nicht melden würde. Ich könne mich ja auch einfach mal nur so melden, ohne &#8211; oh Wunder &#8211; konkreten Anlass.</p>
<p>Immer und immer wieder las ich die Zeilen. Ich war erst verletzt. Dann wütend. Wollte ihm eine ordentlich gepfefferte Nachricht zurückschreiben. Wollte mich rechtfertigen und ihn auf den Mond schießen.</p>
<p>Doch dann war ich ruhig. Ich wusste, ich log mir gerade in die eigene Tasche. Ich wusste, er hatte Recht.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7463" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-schaut-uebers-meer-auf-landschaft.jpg" alt="Frau schaut übers Meer auf Landschaft" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-schaut-uebers-meer-auf-landschaft.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-schaut-uebers-meer-auf-landschaft-400x253.jpg 400w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich hielt unsere Freundschaft für <strong>selbstverständlich</strong>. Dass ich nicht viel dafür tun müsse. Dass sie von ganz allein laufen würde. Aber Freundschaft ist etwas Lebendiges. Und etwas, das lebendig ist, kann auch <strong>verkümmern</strong> und irgendwann absterben. Wie eine Pflanze, die man nicht umsorgt.</p>
<p>Von daher bin ich diesem guten Freund dankbar. Ich bin dankbar dafür, dass er einfach Tacheles mit mir geredet hat. Er hätte es auch wie andere einfach auslaufen lassen und sich nicht mehr melden können.</p>
<h2>Warum Freundschaften enden</h2>
<p>Viele meiner Freundschaften sind nach der <strong>Geburt</strong> meines Sohnes eingegangen. Erst dachte ich, es liegt daran, weil ich Mutter geworden war.</p>
<p>Heute denke ich anders darüber. Warum enden Freundschaften wirklich? Hierfür gibt es <strong>7 mögliche Gründe</strong>:</p>
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<h3>1. Verunsicherung</h3>
<p>Wenn ein <strong>neuer</strong> Mensch in ein Leben tritt, braucht es immer erst Zeit, damit sich alle aneinander gewöhnen können. Ist doch genau so wie wenn meine Freundin frisch verliebt ist und jetzt erst mal nur ihren neuen Freund treffen will. Ist doch total ok und sollte man ihr auch nicht übel nehmen.</p>
<p>Mit einem Kind ist das nochmal eine ganz andere Sache, finde ich. Für diesen kleinen Menschen ist man nämlich ein Leben lang verantwortlich. Es ist alles neu, man steht total am Anfang und ist voller Sorgen und Ängste. Es braucht einfach <strong>Zeit</strong>, dass man warm geworden ist, sich eingespielt hat, sich besser versteht.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7469" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mann-haelt-schlafendes-baby-im-arm-frau-freut-sich.jpg" alt="Mann hält schlafendes Baby im Arm, Frau freut sich" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mann-haelt-schlafendes-baby-im-arm-frau-freut-sich.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mann-haelt-schlafendes-baby-im-arm-frau-freut-sich-400x253.jpg 400w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Gerade die Anfangszeit, also die <strong>Wochenbettzeit</strong>, fand ich schön, als mich meine Freund*innen besuchen kamen. Die mir was zu Trinken gebracht haben. Mir angeboten haben, den Haushalt zu schmeißen. Die was zu Futtern vorbeigebracht haben (Kartoffelsalat! Köstlich!). Mir den kleinen Piepmatz für wenige Sekunden abnehmen konnten, damit meine Hebamme meinen Bauch abtasten und ihn einmassieren konnte.</p>
<p>Es heißt, <strong>Kinderlose</strong> denken anders. Und das kann durchaus stimmen. Sie können nicht in mich hineinsehen. In mich, die vor Kurzem ein Kind bekommen hat. Womöglich sind sie <strong>verunsichert</strong>, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen sollen und brauchen Klarheit, Orientierung.</p>
<p>Deshalb bin ICH an der Reihe. Was brauche ich? Können mir meine Freund*innen dabei helfen? Wie? Brauch ich Ruhe und Einsamkeit? Oder fühle ich mich überfordert, hilflos, und sehne mich nach jemandem zum Ausheulen, die/der mir wieder aufhilft?</p>
<h3>2. Überheblichkeit</h3>
<p>Viele Kinderlose berichten, dass sich ihre <strong>Freundin</strong> plötzlich in eine zweite Mutti verwandelt hat und sie wie ein <strong>Kind</strong> behandelt.</p>
<p>Dass ich ein Kind bekommen habe, bedeutet doch nicht, dass meine kinderlosen Freund*innen mit einem Mal <strong>inkompetente</strong> Vollidioten geworden sind.</p>
<p>Warum sollte ich meiner/m Freund/in auf einmal klar machen wollen, dass es draußen kalt ist und sie/er doch nicht allen Ernstes ohne Jacke rausgehen kann? Dass sie/er sich noch nicht die Hände gewaschen hat, seit wir heimgekommen sind. Und sowieso habe ich jetzt durch mein Mutterdasein ja von überhaupt allem mehr Ahnung und werfe ihr/ihm jetzt mein gesamtes Wissen mit all meinen <strong>Ratschlägen</strong> und <strong>Tipps</strong> und Lebensweisheiten um die Ohren&#8230; Ganz ehrlich: Muss das sein?</p>
<p>Würde mich jemand so behandeln, hätte ich auch schon das Weite gesucht.</p>

<h3>3. Intoleranz</h3>
<p>Freundschaft bedeutet für mich Akzeptanz. <strong>Toleranz</strong>. Meine/n Freund/in so nehmen, wie sie/er ist. Ich will sie/ihn nicht ändern und sie/er soll mich nicht ändern wollen.</p>
<p>Ich kann mir vorstellen, dass es aber welche gibt, die meinen, wenn sie ein Kind (oder mehrere Kinder) haben, dass sie alles besser wüssten und alle um sich herum <strong>ändern</strong> wollen &#8211; gerade die Kinderlosen. Oder dass die Kinderlosen nicht akzeptieren können, dass nicht auch mal der Papa das Kind ins Bett bringen kann, damit ich mal wieder zum Mädelsabend kommen kann.</p>
<p>Für eine Freundschaft ist Intoleranz Gift wie für jede andere <strong>Beziehung</strong> auch. Warum bin ich mit jemandem befreundet, die/den ich ändern will? Oder die/der mich ändern will?</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7464" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sind-in-eine-deckel-eingehuellt-und-laecheln.jpg" alt="Frauen sind in eine Deckel eingehüllt und lächeln" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sind-in-eine-deckel-eingehuellt-und-laecheln.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sind-in-eine-deckel-eingehuellt-und-laecheln-400x253.jpg 400w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>So endete beispielsweise eine Freundschaft abrupt, als ich ein Treffen absagte, weil die Nacht mit meinem Baby der blanke Horror gewesen und ich einfach totmüde war. Meine Freundin war die Tage aus Hamburg angereist &#8211; nicht nur wegen mir, sondern auch wegen anderer Freundschaften &#8211; und sie meldete sich nach meiner Absage einfach nicht mehr.</p>
<p>Genau so ist es, wenn mein/e Freund/in es unangenehm findet, wenn ich mein Kind stille. Weil sie/er das abstoßend findet oder sonstwie. Das kann durchaus das Ende einer Freundschaft bedeuten, wenn sie/er mich nicht so akzeptiert, wie ich bin, nämlich stillend. Sie/Er kann ihre/seine Meinung aber weiterhin haben und ich meine und wir können weiterhin befreundet sein.</p>
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<h3>4. Kompromisslosigkeit</h3>
<p>Für Kinderlose mag es auch schwer zu verstehen sein, dass sich mit Kind wirklich alles ändert. Der Rhythmus, die Prioritäten, Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen, Interessen, Gesprächsthemen usw. &#8211; alles <strong>verändert</strong> sich.</p>
<p>Wenn mir die Freundschaft zu jemandem wichtig ist, versuche ich, <strong>Kompromisse</strong> zu finden.</p>
<p>Nein, ich kann abends/nachts nicht auf die Party mitkommen oder ins Kino gehen oder mich betrinken oder beim Filmmarathon mitmachen. Aber ich kann Alternativen anbieten, um meine Freund*innen trotzdem zu sehen: Es gibt wunderbare (Kinder-)Cafés, (Indoor-)Spielplätze, Parks, Restaurants, das eigene Zuhause oder das Zuhause der anderen usw.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7465" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kinder-spielen-mit-riesenseifenblasen.jpg" alt="Kinder spielen mit Riesenseifenblasen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kinder-spielen-mit-riesenseifenblasen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kinder-spielen-mit-riesenseifenblasen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Außerdem: Was spricht dagegen, sich tagsüber zu treffen? Warum müssen Erwachsenentreffen zwangsläufig immer abends/nachts stattfinden?</p>
<p>Wenn mir eine Freundschaft zu jemanden etwas <strong>bedeutet</strong>, dann finde ich auch Wege, diese aufrecht zu erhalten.</p>
<h3>5. Egozentrik</h3>
<p>Wie gesagt, kann sich mit Kind wirklich viel in einem verändern. Wie man denkt, fühlt, was einem <strong>wichtig</strong>/unwichtig ist usw.</p>
<p>Auch für mich waren plötzlich ganz andere Themen hochinteressant. Am Liebsten hätte ich die ganze Zeit über Babys, Windeln, Schlafgewohnheiten, Ess- und Trinkverhalten, Spielzeug, Impfen, Gesundheit, Krankheit, Kita usw. geredet.</p>
<p>Doch ich erinnerte mich an die Zeit zurück, in der ich selber noch <strong>kinderlos</strong> war: Ich war Azubine in einer Rechtsanwaltskanzlei. Meine beiden Kolleginnen im Zimmer waren bzw. sind Mütter. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass sie den ganzen, verdammten Arbeitstag über nichts anderes als ihre Kinder reden konnten. Sophia kommt in die Schule und es tauchen die ersten Probleme auf, weil sie Mathe nicht mag, sondern lieber lesen will, aber sie muss doch auch Mathe üben. Oh Gott, sie hasst die Schule jetzt schon! Der kleine Winfried ist so ein Goldschatz, weil er so süße Geräusche macht!!</p>
<div id='c2147_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<p>Sie fanden es hochinteressant. Ich als Kinderlose hatte absolut null Verständnis für dieses Gelaber. Wirklich. So fies es klingen mag. Aber ich konnte damit nichts anfangen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Kind. Konnte es mir nicht ansatzweise vorstellen und konnte demnach auch absolut nicht kapieren, was es so Faszinierendes an Kindern geben mochte, dass man sich den ganzen Tag darüber unterhielt. Es machte mich aggressiv. Es <strong>nervte</strong> mich.</p>
<p>Und deshalb versuche ich jetzt, wo ich selber Mutter bin, ein <strong>Gleichgewicht</strong> zu halten. Natürlich will ich über meinen Sohn erzählen. Aber meine Freund*innen sind teilweise immer noch kinderlos und wollen sich nicht den ganzen Tag darüber unterhalten. Ihr Leben ging bisher auch weiter. Sie haben andere <strong>Interessen</strong> und wollen auch darüber erzählen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7466" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sitzen-auf-einer-bank-und-lachen.jpg" alt="Frauen sitzen auf einer Bank und lachen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sitzen-auf-einer-bank-und-lachen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sitzen-auf-einer-bank-und-lachen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Die Welt dreht sich nicht nur um mich. Das will ich damit sagen.</p>
<h3>5. Einseitigkeit</h3>
<p>Zu einer Freundschaft gehören immer zwei. Mindestens.</p>
<p>Es ist wie bei jenem guten Freund, den ich oben erwähnt hatte. Wo immer nur er es war, der sich meldete.</p>
<p>Aber Freundschaft ist beidseitig. Wenn eine/r immer nur gibt und macht und tut und die/der andere im <strong>Gegenzug</strong> immer nur nimmt und nie etwas macht und tut, dann ist es kein Wunder, wenn die Freundschaft im Sande verläuft. Dann wird aus jener Freundschaft nur noch ein Facebookprofil in einer langen Freundschaftsliste, das nur aus Höflichkeit nicht gelöscht wird.</p>
<h3>6. Rumgedruckse</h3>
<p>Ein tolles Wort: Rumdrucksen! Ich liebe es! Das trifft es nämlich haargenau. Wenn sich jemand nicht <strong>auszudrücken</strong> weiß und so vor sich hin stammelt. Um den heißen Brei redet. Nicht auf den Punkt kommt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7467" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-senkt-den-blick.jpg" alt="Frau senkt den Blick" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-senkt-den-blick.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-senkt-den-blick-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><strong>Ehrlichkeit</strong> ist das A und O in einer Freundschaft. Ohne sie geht gar nichts. Eine Freundschaft, die weder <strong>Kritik</strong> noch Meinungsverschiedenheiten aushält, ist keine Freundschaft.</p>
<p>Wenn mich stört, dass meine Freund*innen sich immer nur abends zum Saufgelage treffen wollen, dann muss ich das ansprechen. Alternativen anbieten. Über meine Sorgen und Wünsche reden. Und nicht einfach eingeschnappte Leberwurst spielen, nichts unternehmen, aber hoffen, dass sie was unternehmen, und sie dann ziehen lasse, wenn sie es nicht tun. Zumindest nicht, wenn mir die Freundschaft wichtig ist.</p>
<p>Wenn meine Freund*innen eher von der Sorte sind, die <strong>unterschwellig</strong> mitteilen, dass sie mit etwas nicht einverstanden sind, dann muss &#8211; zumindest sehe ich das so &#8211; Klartext geredet werden.</p>
<p>Ich kann mit diesem &#8222;Ich ignoriere dich jetzt, weil ich sauer auf dich bin&#8220;-Quatsch absolut nicht umgehen. Macht mich aggressiv, weil meine Mutter auch immer so drauf war und ist. Hat mich als Kind zutiefst verletzt, als Jugendliche tierisch abgenervt und als Erwachsene kann ich nur noch mit den Augen rollen und den Kopf schütteln, weil es mir mittlerweile zu blöd geworden ist. Das ist doch Kindergarten.</p>
<p>Das heißt: Wenn jemand ein Problem hat, soll sie/er das direkt ansprechen und nicht versuchen, es indirekt mitteilen zu wollen. Menschen können keine Gedanken lesen und wissen, was im Kopf der/des anderen vor sich geht. Was sie/ihn stört.</p>
<h3>7. Alte Zeiten betrauern</h3>
<p>&#8222;Ja, ich weiß, es war&#8217;ne geile Zeit&#8230;&#8220; singt Juli in ihrem Lied &#8222;<strong>Geile Zeit</strong>&#8220; und es ist wahr. Es war eine geile Zeit, nachts loszuziehen, tanzen zu gehen bis früh am Morgen. Alkohol trinken, geile Musik hören, die erste Liebe, Shishabar und und und&#8230; War wirklich eine tolle Zeit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7471" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/freundinnen-ziehen-durch-die-gegend.jpg" alt="Freundinnen ziehen durch die Gegend" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/freundinnen-ziehen-durch-die-gegend.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/freundinnen-ziehen-durch-die-gegend-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Aber für mich als Mutter ist diese Zeit vorbei.</p>
<p>Ich kann durchaus verstehen, dass einige Freunde diesen alten Zeiten nachtrauern. Dass es auch Freunde gibt, die diese alten Zeiten nicht gehen lassen wollen und können. Die weiterhin auf <strong>Party</strong> gehen und stundenlang Filme ansehen, sich dabei Chips und Alkopops reinziehen und nichts anders in ihr Leben lassen wollen. Das ist bedauerlich, weil es womöglich das Ende einer guten Freundschaft bedeutet, aber Reisende (oder Feiernde?) soll man nicht aufhalten.</p>
<p>Wenn jemandem unsere Freundschaft wichtig genug ist, wird sie/er es verkraften, mich eine Zeit lang nicht bzw. nie wieder unter einer Discokugel zu treffen.</p>

<h2>Fazit</h2>
<p>Freundschaften <strong>sterben</strong> nicht ab, weil man jetzt Mutter oder Vater geworden ist. Es sind die vielen, kleinen Dinge, die sich daraus entwickeln. Dass man andere ändern will und nicht so akzeptiert wie sie sind bzw. geworden sind. Dass einem die Freundschaft nicht wichtig genug ist, Kompromisse zu finden, überhaupt erst einmal Zeit füreinander zu finden. Auch über Dinge zu reden, die einen nicht interessieren, die/den Freund/in aber schon. Weil die Welt sich auch für andere weiterdreht und man nicht der Mittelpunkt des Universums ist.</p>
<p>Freundschaften gehen ein, weil man verunsichert ist und nicht weiß, was man tun oder sagen kann. Weil man den Mut verloren hat, zu sagen, was einem nicht gefällt oder dass man Hilfe braucht. Man will niemanden <strong>verletzen</strong>, aber eine Freundschaft sollte Ehrlichkeit und die Tatsache, dass nicht alle gleich sind, verkraften können.</p>
<p>Wir sollten miteinander <strong>reden</strong> und nicht unsere Freundschaften auf&#8217;s Spiel setzen, bloß, weil wir anderer Meinung geworden sind, andere Interessen haben, und meinen, wir würden uns voneinander entfernen. Freundschaften sind so wichtig. Wir müssen sie hegen und pflegen und dürfen sie nicht verkümmern lassen. Zumindest nicht, wenn sie uns wichtig sind.</p>
<p>Was würdest du deiner/m Freund/in jetzt gern sagen?<br />
</p>
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		<title>Kuscheltier verloren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2017 07:00:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Katastrophe! Du hast das sicher auch schon mal erlebt: Das liebste Kuscheltier geht verloren! Die Odyssee beginnt&#8230; Kuscheltier verloren Zu Weihnachten bekam ich von meiner Schwester eine selbst gehäkelte Nixe geschenkt. Und ich liebte sie über alles. Liebe sie noch heute über alles. Und auch der kleine Mann war hin und weg von ihr. Die ... <a title="Kuscheltier verloren" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/kuscheltier-verloren/" aria-label="Mehr zu Kuscheltier verloren">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Katastrophe! Du hast das sicher auch schon mal erlebt: Das liebste Kuscheltier geht verloren! Die Odyssee beginnt&#8230;</p>
<p><span id="more-3635"></span><div id='c4807_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Kuscheltier verloren</h2>
<p>Zu Weihnachten bekam ich von meiner Schwester eine selbst gehäkelte Nixe geschenkt. Und ich liebte sie über alles. Liebe sie noch heute über alles. Und auch der kleine Mann war hin und weg von ihr.</p>
<p>Die Nixe wurde ein neues Familienmitglied. Neben den anderen Kuscheltieren. Doch jetzt wurden nicht mehr die Glitzerschuhe oder das große Plastikauto ins Bett gebracht. Jetzt war es Nixe. Ab und zu auch ein paar andere Kuscheltiere. Aber die Nixe hatte es ihm wirklich angetan.</p>
<p>Und so war es natürlich auch völlig klar, dass sie bei den täglichen Ausflügen mitgenommen wurde. So auch eines schönen Tages, als wir beschlossen, in den Tierpark zu gehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3649" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-gibt-affe-futter.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Kind gibt Affe Futter" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-gibt-affe-futter.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-gibt-affe-futter-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Beinahe verloren</h2>
<p>Ich hatte den Kinderwagen mitgenommen (den der kleine Mann wie eh und je ignorierte; seither nutze ich ihn &#8211; also den Kinderwagen &#8211; als Gepäckträger). Die Nixe packte ich hinten in den Kopfteil des Kinderwagens. Und als wir so über eine Wiese stolperten, hüpfte sie schon raus! Und ich dachte mir noch so &#8222;Puh! Glück gehabt! Hast es noch gemerkt! Wenn die verloren gegangen wäre&#8230;&#8220;</p>
<p>Also verstaute ich Nixe etwas besser und als es dunkel wurde, traten wir den Heimweg an.</p>
<p>Ach ja! Noch schnell einkaufen gehen! Also mit dem Bus eine Station weiter fahren und schnell in den Supermarkt hüpfen. Erledigt.</p>
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<p>Als wir nach Hause wollten, fiel mir ein, dass der Kinderwagen ja noch untergebracht werden muss. Also ab über den Hinterhof. Es war inzwischen stockfinster. Ich zog es trotzdem vor, eine Abkürzung über die holprige Wiese zu nehmen. Ja, es sind nur ein paar Meter. Aber nach einem Besuch im Tierpark, wo man die ganze Zeit über läuft und läuft und läuft (und trägt und trägt und trägt), da war ich froh, ein paar Meter einzusparen.</p>
<p>Endlich zu Hause. Abendbroten. Baden. Zähne putzen. Hörbuch. Schlafen. Nixe? Och nee, nicht nochmal aufstehen. Nixe schläft heute woanders&#8230; Dass der kleine Mann das akzeptierte, lag wohl daran, dass auch er hundemüde war&#8230;</p>
<h2>Nur verlegt</h2>
<p>Als wir am nächsten Tag zu meinen Eltern in den Garten wollten, musste Nixe natürlich mit. Aber wo war sie? Ich suchte und suchte&#8230; Keine Ahnung. Die Zeit drängte. Der kleine Mann verlangte nach seiner Nixe. &#8222;Keine Ahnung, wo Nixe ist. Wir nehmen heute mal Puppi mit, ok?&#8220; Also kam Puppi mit. Nixe würde schon auftauchen&#8230;</p>
<p>Bei meinen Eltern angekommen, wurde natürlich gleich berichtet, dass Nixe weg ist. Alle so &#8222;Was, kleiner Mann? Die Nixe ist weg??&#8220; Und ich beschwichtigte sie schon und meinte &#8222;Nein, nein, nur verlegt. Die liegt irgendwo bei uns zu Hause rum. Wir haben sie nur nicht gefunden. Wird schon auftauchen.&#8220;</p>
<h2>Wenn es einem allmählich dämmert</h2>
<p>Wieder zu Hause angekommen, fing ich allmählich etwas beunruhigt an, nach der Nixe zu suchen. Wo war sie nur? Wohnzimmer? Nein. Flur? Nope. Küche? Fehlanzeige. Bad? Warum sollte sie im Bad sein? Egal. Bad? Nö. Kinderzimmer? Natürlich&#8230; nicht. Hm. Schlafzimmer? Eventuell? Verdammt, wo ist Nixe??</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3650" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kinder-suchen.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Kinder suchen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kinder-suchen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kinder-suchen-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich huschte schnell nach unten zum Kinderwagen. Bestimmt hatte ich einfach nur vergessen, sie mit nach oben zu nehmen. Aber auch da war sie nicht. Ich stellte den Kinderwagen auf den Kopf. Decke raus, Fußsack absuchen, Kopfteil durchstöbern. Nichts.</p>
<p>Ich rannte wieder nach oben. Kramte meinen Rucksack aus und suchte jeden Winkel ab. Das kann doch nicht sein! Ich bin mir 100 %ig sicher&#8230;!!! Ja&#8230; war ich das wirklich?</p>
<h2>Wenn es angekommen ist</h2>
<p>Und dann begriff ich: Wir hatten Nixe verloren. Und ich war so traurig! Hatte so ein dermaßen schlechtes Gewissen! Meine Schwester hatte sich so viel Mühe gegeben mit der Nixe. Hatte sie zwischenzeitlich sogar repariert, als sie ein Loch bekam. Und dann wurde sie noch umgehäkelt. Da steckte einfach so viel Liebe und Mühe und Arbeit und Herzblut drin. Ich durfte Nixe einfach nicht verloren haben! Aber so war es leider&#8230;</p>
<p>Also was tun? Der kleine Mann vermisste seine Nixe. Ich auch. Wie konnten wir sie wiederfinden?</p>

<h2>Soziale Medien</h2>
<p>Mein erster Versuch: Facebook! Einfach überall posten, dass wir sie suchen. Zum Glück hatte ich ein aktuelles Foto von der Nixe! Das wurde natürlich gleich genutzt. Nixe ist ein Unikat. Wer sie sieht, wird sich erinnern. Sie sticht einem ja förmlich ins Auge mit ihren Pausbäckchen und ihren schrillen Farben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3651" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-nixe.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Nixe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-nixe.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-nixe-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Es teilten auch viele Leute. Viele kommentierten, gaben einige Tipps, stellten Fragen. Ich war fleißig am Beantworten, Bedanken, Erläutern&#8230; Aber keine Spur von Nixe. Doch ich gab die Hoffnung nicht auf. Und teilte noch auf Twitter. Und Instagram. All diese sozialen Medien müssen doch zu irgendwas gut sein&#8230;</p>
<p>Aber so ganz zufrieden war ich noch nicht mit meiner Arbeit. Ich hatte noch nicht alles gegeben, hatte ich das Gefühl. Was kann ich noch unternehmen?</p>
<p>Ich ließ den Tag im Tierpark Revue passieren. Tierpark. Supermarkt. Hinterhof. Ich klapperte also den Tierpark, den Supermarkt und den Hinterhof ab und suchte nach Nixe. Fragte nach Nixe. Vielleicht hat sie ja jemand gefunden und inzwischen abgegeben&#8230; Nein? Die Suche geht weiter.</p>
<h2>Copyshop</h2>
<p>Zu Hause schrieb ich einen Suchbrief. Schön im A4-Format! Mit fettem, farbigen Bild von der Nixe. Ich schrieb sogar einen Finderlohn aus. Damit die Leute auch motiviert sind!</p>
<p>Da wir nur einen Schwarz-Weiß-Drucker haben, ging es also ab zum Copyshop (immer den kleinen Mann im Schlepptau). Zwischendurch von einem Blödmann angepöbelt werden, ob er sein Auto jetzt aus der Parknische raushieven solle. Er wollte mir wohl mit diesem Sarkasmus deutlich machen, dass ich zu nah an seiner Karre geparkt habe. Geht das nicht auch freundlicher? Offensichtlich nicht. Er ruft seine Frau zu sich ins Auto und schafft es doch tatsächlich auch ohne meine Hilfe raus. Muss dann natürlich noch so&#8217;ne Sprüche von wegen &#8222;Frau am Steuer&#8220; von sich geben. Und es war noch nicht mal Mittag&#8230;</p>
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<p>Dann war der Copyshop natürlich nicht mehr da. Mein Navi jedoch war absolut davon überzeugt, dass es diesen Copyshop doch gibt. Nur stand da inzwischen ein Friseur. Ob die auch mit Farbe drucken? Nee, nee, ich lass mich doch nicht verschaukeln! Wo ist der nächste Copyshop?</p>
<p>Und nachdem wir dann am zweiten Copyshop gefühlte 10 Mal vorbeigelaufen waren, hatten wir endlich unsere Suchblätter. Jetzt geht es ans&#8230;</p>
<h2>Verteilen</h2>
<p>Ich hatte einen Haufen Suchblätter drucken lassen. War hochmotiviert. Wollte sie gleich überall aufhängen. Mein Mann bremste meinen Übermut und sagte, ich solle es mal da probieren, wo viele Leute hingehen. Und wo gehen viele Leute hin? In den Supermarkt. Zum Bäcker. Zum Döner. Oder dergleichen.</p>
<p>Die Suchblätter darf man natürlich nicht einfach mal so da hinhängen. Da muss man lieb fragen, ob man das darf. Manchmal kriegt man ein &#8222;Nein. Das erlaubt unsere Chefin nicht&#8220; zu hören. Manchmal heißt es aber auch &#8222;Klar doch. Wir sind halt viel cooler als Supermarkt XYZ!&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3644" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-suchblatt.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Suchblatt" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-suchblatt.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-suchblatt-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und so lief ich dann bewaffnet mit Suchblättern, Klebeband und scharfen Zähnen von Geschäft zu Geschäft. Hier und da brachte ich ein Suchblatt auch mal an einer Haustür an. Keine Ahnung, ob ich das durfte. Bestimmt nicht. Aber wer das liebreizende Gesicht von Nixe sieht, dem wird bestimmt das Herz aufgehen und es hängen lassen.</p>
<h2>Ich bin stinksauer!</h2>
<p>Von wegen Herz aufgehen! Mein Mann kommt abends nach Hause und ich frage ihn erwartungsvoll &#8222;Und???? Was sagste?????&#8220; Er so &#8222;Ähm&#8230;???&#8220;</p>
<p>Zur Info: Ich hatte vorne an unserer Haustür und hinten an der Hoftür ein Suchblatt angebracht. Das verdatterte Gesicht meines Mannes zeigte mir also was? Es hat nicht mal einen verdammten Tag (ich wiederhole: nicht mal EINEN verdammten Tag!!!) gehalten. Da haben es die Leute schon abgerissen. Ich war stinksauer! Aber sowas von! Ich redete mich richtig in Rage! Wer kann es wagen, meine kostbaren Suchblätter abzurupfen?? Und das nach noch nicht mal einem verdammten Tag??</p>
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<h2>Scheideweg</h2>
<p>Dazu muss ich sagen: Bevor wir Nixe verloren, waren der kleine Mann und ich unterwegs im Regen. Und fanden mitten im matschigen Gebüsch einen kleinen, weißen Plüschteddy.</p>
<p>Erst dachte ich so: Oh, der arme Teddy. Ganz nass und dreckig. Den nehmen wir mit nach Hause. Da hat er es gut.</p>
<p>Aber dann dachte ich mir, wie wir uns fühlen würden, würden wir unser heiß geliebtes Kuscheltier verlieren. Wir würden inständig hoffen, dass wir ihn wiederfinden. Was machte ich also? Ich klopfte den Teddy etwas Dreck ab und hing ihn &#8211; gut sichtbar &#8211; in Augenhöhe ins Gebüsch. Auf dass er gefunden werden würde.</p>
<p>Das verstand der kleine Mann natürlich nicht. Er wollte den Teddy einfach mitnehmen. Doch ich erklärte ihm: Ein Kind wird ihn verloren haben. Und jetzt sehr vermissen. Sie werden auf die Suche nach dem Teddy gehen. Wenn wir ihn jetzt mitnehmen, finden sie ihn nicht mehr. Dann sind sie traurig. Wenn wir den Teddy hier lassen, wird er vielleicht von ihnen gefunden. Und dann ist das Kind, das den Teddy verloren hat, wieder glücklich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3646" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-kuschelt-mit-teddy.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Kind kuschelt mit Teddy" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-kuschelt-mit-teddy.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-kuschelt-mit-teddy-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Der kleine Mann wollte es noch immer nicht begreifen. Also schlug ich ihm etwas vor: Wenn der Teddy nach 1 Woche immer noch dort hängen würde, würden wir ihn mitnehmen.</p>
<p>Es dauerte übrigens nur wenige Stunden, da war der Teddy bereits verschwunden. Entweder wurde er tatsächlich vom Kind, das ihn verloren hatte, wiedergefunden. Oder jemand anderes hatte sich drüber gefreut und ihn einfach mitgenommen&#8230;</p>
<p>Und genau da scheiden sich wohl die Geister. Mitnehmen? Oder da lassen? Oder z.B. in den Supermarkt bringen?</p>
<h2>Passiert halt</h2>
<p>Was ich auch des Öfteren zu hören bekam: Ist doch halb so wild. Passiert halt. Ist doch nur ein Kuscheltier. Macht dir deine Schwester halt&#8217;ne neue.</p>
<p>Und genau da komme ich nicht mehr mit. Selbst, wenn es sich bei der Nixe nicht um ein Unikat, das rein aus dem Kopf entstanden ist, handeln würde. Selbst dann wären wir traurig gewesen. Keine Ahnung, ob ich noch mit unverarbeiteten Verlustängsten zu kämpfen habe, von denen ich nichts weiß, aber ich fand den Gedanken, Nixe verloren zu haben und einfach zu ersetzen, schrecklich.</p>
<p>Außerdem hat man ja zu diesem Kuscheltier bereits eine Verbindung aufgebaut. Ich erinnere mich gut an mein liebstes Kuscheltier zurück. Einen großen Teddy. Er war nicht zu klein und nicht zu groß. Er war perfekt. Meine Schwester bekam den gleichen. Aber ich, ich liebte diesen Teddy abgöttisch!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3652" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-ein-herz-und-eine-seele.jpg" alt="Kuscheltier verloren - ein Herz und eine Seele" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-ein-herz-und-eine-seele.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-ein-herz-und-eine-seele-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Er kam überall hin mit und hatte schon so manche Gebrauchsspuren davongetragen. Zum Beispiel von dem Tag, an dem ich auf die glorreiche Idee kam, meinem Teddy mal die Haare zu schneiden. Nur wuchsen die nach der Schnibbelei nicht mehr nach. Seitdem hatte mein Teddy eine kleine, kahle Stelle am Kopf.</p>
<p>Ich hätte ihn unter all den anderen Teddys erkannt. Ich schlief jeden Abend auf meinem Teddy ein, weshalb sein Bauch nicht mehr flauschig, dick und kuschlig war wie der Teddy meiner Schwester. Stattdessen war er ganz plattgedrückt und rau. Das machte meinen Teddy nicht weniger liebenswert. Im Gegenteil. Ich liebte ihn dafür umso mehr. Er wuchs mir so richtig ans Herz.</p>
<p>Vielleicht war es das Kind in mir, das wieder zum Vorschein kam, als wir Nixe verloren. Man erinnert sich an sein liebstes Kuscheltier und versetzt sich in die Lage seines Kindes hinein. Und dann weiß man, dass das nicht einfach zu ersetzen ist. Man muss diese Nixe finden. Nichts anderes. Und wenn man tatsächlich doch die gleiche Nixe nachhäkeln könnte, so wäre es doch nie dieselbe. Und das würde ich immer wissen. Da wäre immer so ein fader Beigeschmack dabei. Versteht ihr, was ich meine?</p>

<h2>Finstere Gedanken</h2>
<p>Und genau dieses Ereignis mit dem kleinen, weißen Teddy im Dreck ließ mich nachdenklich werden. Hatte jemand Nixe gefunden und einfach behalten? Wollte sie nicht hergeben? Und riss deshalb die Suchblätter ab? Ich wurde wirklich paranoid und unterstellte den Menschen Böses. Ich war richtig wütend. Immer, wenn eine Familie an uns vorbeikam, beäugte ich sie, um zu gucken, ob Nixe dort sei. Stellte mir vor, was ich tun würde, wenn ich sie wirklich finden würde.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3653" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-katze-auf-der-lauer.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Katze auf der Lauer" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-katze-auf-der-lauer.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-katze-auf-der-lauer-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Nein, das war keine schöne Zeit, sag ich euch.</p>
<p>Aber zum Glück wurden diese finsteren Gedanken mitten in der Nacht beseitigt. Mein Mann musste sehr früh aufstehen und fand sie dann plötzlich bei uns in der Wohnung auf den Decken. Er beschloss, mich deshalb zu wecken. Und ich war ihm so unendlich dankbar, dass er es getan hatte. Ich war so happy! Und schlief daraufhin sofort wieder ein. Und als der kleine Mann merkte, dass Nixe in seinen Armen lag, war er auch über alle Maßen glücklich.</p>
<h2>Aufräumen</h2>
<p>Jetzt ist Nixe da. Die Suchblätter wurden zu meiner Entlastung ja schon beinahe komplett abgehangen. Ist jetzt natürlich ein Vorteil für mich. Denn natürlich müssen jetzt all die Suchblätter wieder abgehangen werden. Das gehört sich einfach so. Bei den sozialen Medien gebe ich zu, bin ich etwas faul. Ich habe nämlich den Fehler gemacht, in jede Gruppe einen neuen Beitrag zu schreiben. Deshalb konnte von den Gruppen auch nicht geteilt werden, was auch nochmal ärgerlich war, als ich das herausfand. Hätte ich die einfach nur nacheinander geteilt, wäre die Arbeit jetzt einfacher. Aber man lernt ja nie aus&#8230;</p>
<p>Da ich meine Zeit nicht damit verplempern will, allen zu sagen, dass Nixe wiedergefunden wurde, habe ich es zumindest auf meiner Seite hingeschrieben. Und all jene, die fragen oder es teilen, schreibe ich dann, dass Nixe inzwischen gefunden wurde (bedanke mich noch brav). Und dann hoffe ich, dass sich das mit Nixe irgendwann von selbst löst.</p>
<h2>Vorsorgen</h2>
<p>Wir hatten Glück und unser Kuscheltier lediglich verlegt. Versteckt. Jetzt müssen wir überlegen, wie wir solche Rettungsaktionen für die Zukunft vereinfachen können. Und da dachte ich mir, lege ich Nixe einfach ein kleines, wasserfestes Schildchen in die Mütze. Einfach mit einer kurzen Bitte, unsere Nummer zu wählen, wenn Nixe gefunden wird. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p>Und so kann man es bei allen Kuscheltieren oder geliebten Sachen machen, die gern mitgenommen werden. Nummer, Adresse oder etwas ähnliches raufschreiben, ranschreiben, rankleben und gut ist.</p>
<p>Ich weiß jetzt, dass ich ein herrenloses Kuscheltier, Spielzeug, was auch immer, nur nach Hause mitnehmen werde, um es dort aufzubewahren. Ich würde eine Nachricht schreiben (soziale Medien &#8211; da gibt es ja haufenweise Gruppen, in denen Spielzeug gesucht und gefunden wird) und auf Meldung warten. Oder ich würde es wie damals schon sichtbar platzieren und eine Nachricht schreiben. Oder irgendwo hinbringen (irgendein Geschäft zum Beispiel) und eine Nachricht schreiben. Denn ich weiß jetzt, was das für eine Arbeit ist (und mit wie vielen Sorgen es verbunden ist), ein innig geliebtes Kuscheltier wiederzufinden.</p>
<p>Was habt ihr schonmal verloren?</p>
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