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	<title>Wutanfall &#8211; Milchtropfen</title>
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	<title>Wutanfall &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Melanie Wittwer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2020 09:31:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast alle Eltern von Kleinkindern kennen es. Das eigene Kind fängt irgendwann &#8222;aus dem nichts&#8220; an mit hauen, beißen, kratzen und treten. Manch eine Mama bekommt dann Schläge und Tritte ab oder ein anderes Kind auf dem Spielplatz wird in die Mangel genommen. In diesem Blogbeitrag möchte ich näher auf die möglichen Ursachen von Aggressionen ... <a title="Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/hauen-beissen-kratzen-10-gruende-fuer-aggressionen-bei-kindern/" aria-label="Mehr zu Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/hauen-beissen-kratzen-10-gruende-fuer-aggressionen-bei-kindern/">Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Fast alle Eltern von Kleinkindern kennen es. Das eigene Kind fängt irgendwann &#8222;aus dem nichts&#8220; an mit <strong>hauen</strong>, beißen, kratzen und treten. Manch eine Mama bekommt dann Schläge und <strong>Tritte</strong> ab oder ein anderes Kind auf dem Spielplatz wird in die Mangel genommen.</p>
<p>In diesem Blogbeitrag möchte ich näher auf die möglichen <strong>Ursachen</strong> von Aggressionen bei Kindern eingehen, denn es gibt immer Gründe dafür, die es nicht zu ignorieren gilt. Ich möchte dich dazu ermutigen, hinter das Verhalten deines Kindes zu schauen und nicht nur auf die <strong>Symptome</strong>. Es gilt nicht am Kind herumzudoktern, sondern die Ursachen ausfindig zu machen, das Verhalten zu verstehen, damit dem Kind geholfen werden kann.</p>
<p><span id="more-13281"></span></p>

<h2>10 Gründe für Aggressionen bei Kindern</h2>
<p>Aggressives Verhalten wird nicht gerne gesehen. Doch gibt es Aufschluss darüber, dass etwas in <strong>Schieflage</strong> geraten ist. Es ist ein Notsignal und Hilferuf an die Umwelt. Ein genauer Blick darauf lohnt, um herauszufinden, was genau dahintersteckt, welches <strong>Bedürfnis</strong> gerade nicht gesehen wird – im Mangel ist. Wir können es also als eine Chance sehen, etwas wieder ins Gleichgewicht zu bringen, um unserem Kind damit zu helfen!</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/08/10gruende-fuer-aggressionen.jpg" alt="10 Gründe für Aggressionen" width="381" height="801" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Was ist Aggression?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Ausgelöst wird eine aggressive Reaktion, wie <strong>Wut</strong> in unserem <strong>Gehirn</strong> und zwar als eine Antwort auf etwas, was in den Beziehungen um uns herum passiert oder auch nicht passiert. <strong>Auslöser</strong> kann etwas sein, was wir sehen oder hören, etwas physisches, etwas, was aus unserer Phantasie heraus entsteht oder auch von unseren eigen erlebten emotionalen Erfahrungen heraus bestimmt wird, wenn wir verletzt wurden, ob nun <strong>physisch</strong> oder psychisch.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-weight: 400;">“Wut ist das Resultat von Persönlichkeiten, Erfahrungen und Erwartungen, die sich kreuzen.” Jesper Juul</span></p></blockquote>
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<h3>Wie macht sich aggressives Verhalten bemerkbar?</h3>
<p>Aggressives Verhalten offenbart sich nicht ausschließlich in körperlichen Angriffen, sondern auch in verbaler Gewalt, wie <strong>Mobbing</strong> oder auch in Diebstählen. Aggressionen richten sich bei den Jungen eher nach Außen und in körperlicher Form. Bei Mädchen richten sich Aggressionen eher gegen sich selbst oder wenn nach Außen, dann eher in Form von Mobbing, also durch Ausgrenzen, <strong>Blamieren</strong>, Beleidigen und Schikanieren des Anderen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Was können Gründe für aggressives Verhalten sein?</h2>
<h3>1. Hauen als Kontaktaufnahme</h3>
<p>Weil Kinder sich einfach verbal noch nicht ausdrücken können und ihnen <strong>Mitteilungsstrategien</strong> fehlen. Was kannst du als Mama oder Papa tun, um deinem Kind zu helfen? Du kannst deinem Kind helfen, indem du versuchst sein Vorhaben in Worte zu fassen: &#8222;Du wolltest mit dem Kind spielen? Dann versuch es das nächste Mal so oder so…!&#8220;.</p>
<h3>2. Fehlende Impulskontrolle und Perspektivenübernahme</h3>
<p>Die Entwicklung der Impulskontrolle (<strong>Kontrolle</strong> von Emotionen und Affekten) beginnt im Alter von 3 Jahren und dauert einige Jahre an. <span style="font-weight: 400;">Erst im Alter zwischen 7 und 9 Jahren ist es für Kinder möglich, ihre Impulse zu kontrollieren, aber völlig ausgereift ist diese Kontrolle erst mit etwa 25 Jahren. &#8222;Das Erleben von intensivem Ärger und Wut und eine mangelnde Fähigkeit, diese zu regulieren, stellen bekannte <strong>Risikofaktoren</strong> für aggressive Handlungen dar.&#8220; (1). Wie du dein Kind gut durch seine Wutanfälle begleiten kannst, habe ich im Blogbeitrag <a href="https://www.milchtropfen.de/die-wutanfaelle-in-der-trotzphase-verstehen-und-begleiten/" rel="nofollow">&#8222;Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten&#8220;</a> beschrieben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Fähigkeit zur <strong>Perspektivenübernahme</strong> beginnt in einem Alter von ca. 3 Jahren und dauert viele Jahre an. Selbst Kinder im Alter von 12 Jahren sind noch dabei, ihre Fähigkeiten diesbezüglich auszureifen. Erst wenn wir zur Übernahme fremder Perspektiven fähig sind, beeinflusst dies unsere sozialen Interaktionen und Kommunikationen. Dann können wir <strong>empathisch</strong> mit anderen sein, und die Bedürfnisse und Wünsche von anderen wahrnehmen und auch erkennen.</span></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-13319 size-large" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen-680x430.jpg" alt="Gründe für Aggressionen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>3. Physische Gewalt und Psychische Gewalt (Mobbing)</h3>
<p>Durch selbst erfahrene oder gesehene Gewalt in der Familie oder im weiteren Umfeld, wie<strong> Schule</strong> oder Kita, kann es auch zu Aggression beim Kind kommen. “Wird ein Kind von einem älteren Kind attackiert, gegen das es sich nicht wehren kann, richtet sich seine Aggression nicht gegen den Aggressor, sondern eventuell gegen ein kleineres Kind – das kann an einem anderen Ort und zu einem anderen Zeitpunkt geschehen. So entsteht schnell der Eindruck, das schlagende Kind sei «aus dem Blauen heraus» aggressiv.” (2)</p>
<p>Der Familientherapeut Jesper Juul schreibt in seinem Buch <a href="https://www.amazon.de/Aggression-Warum-unsere-Kinder-notwendig/dp/3596197236/ref=as_li_ss_tl?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2LPUYXHMX6PT6&amp;dchild=1&amp;keywords=aggression+juul&amp;qid=1595840511&amp;sprefix=aggressionen+juu,aps,156&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=906b65bdeee72ad12972448e42b5a047&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">“Aggression: Warum sie für uns und unsere Kinder notwendig ist”*</a> folgendes: “In einer Familie, in der es öfter zu Wutausbrüchen und Gewalt kommt, wird ein Kind (meist sind es die Jungen) die einfache Kopie “Eins zu eins” repräsentieren und ein destruktives, aggressives Verhalten annehmen.”</p>
<p>Durch <strong>Zurückweisung</strong>, Ausgrenzung, Verachtung oder Ungerechtigkeit reagieren auch die <strong>Schmerzzentren</strong> des Gehirns, also nicht nur auf physische Gewalt, sondern auch auf psychische Gewalt können wir mit aggressiven Verhalten reagieren. (3)</p>

<h3>4. Konflikte in der Elternbeziehung</h3>
<p>Wenn Paare sich öfter streiten und Kinder das unmittelbar mitbekommen kann das auch zu aggressiven Verhalten führen. Grund dafür ist die angespannte Situation im Elternhaus und ein anderes <strong>Erziehungsverhalten</strong> der Eltern, durch den erlebten Stress während der Konflikte mit dem Partner. Nicht alle Beziehungskonflikte führen beim Kind zu aggressiven Verhalten, festgestellt wurde allerdings, dass Kinder in <strong>Familienkrisen</strong> öfter dazu neigen.(4)</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-13315 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen_gruende.jpg" alt="Aggressionen Gründe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen_gruende.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen_gruende-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen_gruende-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>5. Traumatische Erfahrungen</h3>
<p>Missbrauch, Unfälle, Naturkatastrophen und der Verlust oder auch die <strong>Trennung</strong> der Eltern können ebenfalls zu aggressiven Verhalten führen.</p>
<p>Das aggressive Verhalten bei Trennung der Eltern ist vor und während der Trennung am höchsten und flacht nach der Trennung wieder ab. Begründet wird dies mit einer erhöhten depressiven Stimmung der Mütter, unberechtigten <strong>Schuldgefühle</strong> an der Trennung und die weniger gute Beaufsichtigung, durch das Fehlen eines Elternteils. (5)</p>
<h3>6. Hilflosigkeit und Überforderung</h3>
<p>Beispielsweise durch die <strong>Entthronung</strong> eines Geschwisterchen. Dein Kind hat Angst, dass du es nicht mehr so liebst, wie vor der Geburt des Geschwisterchens. Aus dieser <strong>Unsicherheit</strong> heraus könnte sich ein &#8222;schwieriges&#8220; oder als schwierig empfundenes <strong>Temperament</strong> entwickeln, was zu impulsivem, hyperaktiven und trotzigem Verhalten führen kann. Wenn Eltern sich davon nun gestresst und überfordert fühlen, reagieren sie vielleicht mit harten <strong>Disziplinierungsmaßnahmen</strong>, die dann zu aggressiven Verhalten beim Kind führen können. (6)Was kannst du tun? Gib ihm, wenn möglich, viel positive Rückmeldung und Extra &#8211; Kuscheleinheiten. Mehr zur Thematik kannst du im Blogbeitrag <a href="https://www.milchtropfen.de/familienzuwachs-die-entthronung-des-erstgeborenen/)" rel="nofollow">&#8222;Familienzuwachs &#8211; die Entthronung des Erstgeborenen&#8220;</a> nachlesen.</p>
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<h3>7. Erniedrigendes Verhalten und Bestrafungen</h3>
<p>Kinder zeigen aggressives Verhalten, wenn sie <strong>unglücklich</strong> sind, sich nicht gesehen, angenommen und gewertschätzt fühlen, wenn wir z. B. oft mit ihnen <strong>schimpfen</strong> oder sie kränken. Und auch Erwachsene neigen zu aggressiven Verhalten, wenn sie nicht imstande sind, ihre (negativen) Gefühle in Worte zu fassen, weil sie es in ihrer eigenen Kindheit nicht durften. Durch Bestrafungen, Liebesentzug, <strong>Isolation</strong> (Stille Ecke oder Stiller Stuhl) oder emotionale Erpressung kann sich Wut im Körper anstauen, weil das Kind sich in diesen Momenten, als <strong>ohnmächtig</strong> und klein wahrnimmt. Diese angestaute Wut findet plötzlich ihren destruktiven Ausbruch. Versuche einen Weg ohne Strafen zu finden. Du kannst deine Gefühle deinem Kind stattdessen <strong>authentisch</strong> (ohne schreien) vermitteln, wenn dir etwas nicht gefällt &#8222;Ich finde es nicht toll, dass du das Glas Wasser ausgeschüttet hast. Komm lass uns einen Lappen holen!&#8220;.</p>
<h3>8. Abgrenzungsversuche</h3>
<p>Die körperliche <strong>Grenze</strong> wurde missachtet, jemand kommt ihm zu nahe, es möchte sich schützen und haut zu.<br />
Gib deinem Kind eine <strong>Handlungsalternative</strong> an die Hand &#8222;Das Kind kam dir gerade zu nah, oder? Sage beim nächsten Mal mit vorgestreckter Hand 🖐️&#8220; Stop&#8220;, ich unterstütze dich dabei auch gern! &#8222;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13317 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/Aggressionen 12-Gründe.jpg" alt="Aggressionen 12 Gründe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/Aggressionen%2012-Gründe.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/Aggressionen%2012-Gründe-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/Aggressionen%2012-Gründe-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>9. Vermindertes Selbstwertgefühl</h3>
<p>Dann kann aggressives Verhalten durch <strong>Angst</strong> und (soziale) Unsicherheit zum Ausdruck kommen. Dein Kind fühlt sich schneller bedroht und <strong>angegriffen</strong>, als andere Kinder und reagiert übersensibel auf vermeintliche Bedrohungen. Du kannst dein Kind und sein Selbstwertgefühl stärken, indem du ihm zeigst, dass es in Ordnung ist, wie es ist und ihm auf Augenhöhe begegnest. Es bestärkst in seinem Tun und Sein. Das ist Balsam für seine kleine Seele und sein Selbstwertgefühl. Es braucht dich als Halt und <strong>Orientierungshilfe</strong>.</p>

<h3>10. Trennungstrauma</h3>
<p>Bei Kindern mit Trennungstrauma können unter anderem problematische Verhaltensweisen, wie Aggressionen auftreten. Damit hat sich die <strong>Entwicklungspsychologin</strong> Aletha Solter befasst. Sie meint auch, dass es wichtig sei, bei solchen Fällen jegliche Strafen von räumlicher Trennung (Stille Ecke, Zimmerarrest) zu vermeiden. Denn davor fürchtet es sich am Meisten. (7)</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Risiko- und Schutzfaktoren bei aggressiven Verhalten (8)</h2>
<p>Aggressives Verhalten kann noch mehr Gründe haben. Hier siehst du eine Auflistung, unterteilt in Risiko- und Schutzfaktoren im Bereich Individuum, Familie, soziale Umwelt und Gesellschaft.</p>
<h3><strong>Individuum</strong></h3>
<ul>
<li>genetische und neurophysiologische Faktoren</li>
<li>prä- und perinatale Risikofaktoren</li>
<li>schwieriges Temperament</li>
<li>männliches Geschlecht</li>
<li>belastende Lebensereignisse</li>
<li>Zeuge von Gewalterfahrungen</li>
<li>Drogenmissbrauch</li>
</ul>
<p><strong>Dahingegen gelten als Schutzfaktoren beim Individuum</strong></p>
<ul>
<li>Autonomie</li>
<li>soziale Kompetenz</li>
<li>Problemlösungsfertigkeiten</li>
<li>Reflexivität/Impulskontrolle</li>
<li>Anpassungsfähigkeit</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Familiäre Risikofaktoren</strong></h3>
<ul>
<li>Disharmonie in der Partnerschaft/Trennung/Scheidung</li>
<li>Vernachlässigung/Misshandlung</li>
<li>dysfunktionale Erziehung</li>
<li>mangelnde Problemlösungsfertigkeiten</li>
<li>psychische Störungen, speziell Alkohol- und Drogenmissbrauch</li>
<li>Kriminalität einschließlich der Duldung von Delinquenz</li>
<li>ökonomische Belastungen</li>
</ul>
<p>Da familiäre Risikofaktoren miteinander im Zusammenhang stehen und sich <strong>wechselseitig</strong> beeinflussen, kann es passieren, dass Kinder in der Regel gleich mehreren Risikofaktoren ausgesetzt sind. Daher können einzelne Risikofaktoren weitere nach sich ziehen und sich so über den Entwicklungsverlauf verstärken. (9) Desweiteren kann sich das aggressive Verhalten des Kindes <strong>chronifizieren</strong>, wenn es oft nur Aufmerksamkeit erhält, sobald es auffällig wird und ihm sonst nur wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Ganz nach dem Motto &#8222;Lieber negative Aufmerksamkeit, als keine!&#8220;.</p>
<p><strong>Dahingegen gelten als familiäre Schutzfaktoren </strong></p>
<ul>
<li>Fürsorge und Unterstützung</li>
<li>stabile Partnerschaft</li>
<li>emotionale Zuwendung</li>
<li>Belastbarkeit und positive Kommunikation</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Risikofaktoren soziale Umwelt</strong></h3>
<ul>
<li>Wohndichte und Wohnqualität</li>
<li>Mangel an sozialen Diensten</li>
<li>soziale Desintegration</li>
<li>niedriges Bildungsangebot</li>
<li>dissoziale Freunde/Jugendbanden</li>
<li>hohe Kriminalitätsbelastung</li>
<li>Verfügbarkeit von Drogen</li>
</ul>
<p><strong>Als Schutzfaktoren soziale Umwelt gelten</strong></p>
<ul>
<li>Versorgung und Unterstützung</li>
<li>dichtes Netz sozialer Dienste und Angebote</li>
<li>soziale Integration/Bürgerbeteiligung</li>
<li>hohe Erwartungen</li>
<li>niedrige Kriminalitätsbelastung</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Risikofaktoren Gesellschaft</strong></h3>
<ul>
<li>ökonomische Strukturveränderungen</li>
<li>Arbeitslosigkeit</li>
<li>Armut</li>
<li>reduzierte Sozialhaushalte</li>
<li>Ghettoisierung</li>
<li>unkritische Gewaltdarstellung in den Medien</li>
<li>kulturelle Begünstigung von Gewalt</li>
</ul>
<p><strong>Schutzfaktoren der Gesellschaft sind</strong></p>
<ul>
<li>Versorgung und Unterstützung</li>
<li>ökonomische Sicherheit</li>
<li>soziale Integration/Bürgerbeteiligung</li>
<li>wirksame Sozialpolitik</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Was können Eltern tun, wenn sie selbst auch aggressiv werden?</h2>
<p>Die <strong>Wut</strong> und Aggression des Kindes ist für manche Eltern schwer auszuhalten, vor allem dann, wenn sie in der eigenen Kindheit eben nicht wütend sein durften und dieses Gefühl unterdrücken mussten, ignoriert oder dafür sogar bestraft wurden. Diese <strong>angestaute Wut</strong> überkommt dann den Einen oder Anderen in den Wutanfällen des eigenen Kindes oder die Blicke und Anmerkungen Dritter verunsichern noch zusätzlich. Kleine <strong>Achtsamkeitsübungen</strong> können dann helfen, nicht selber aggressiv zu werden.</p>
<p>Dir als Mama oder Papa hilft eventuell:</p>
<ul>
<li>das tiefe <strong>Atmen</strong>,</li>
<li>das langsame Rückwärtszählen von 10 &#8211; 0</li>
<li>ein Glas Wasser trinken</li>
<li>Arme und Beine ausschütteln</li>
<li>laut <strong>singen</strong> und tanzen oder</li>
<li>anfangen rumzualbern und die &#8222;negative&#8220; Situation ins Spaßige zu ziehen.</li>
</ul>
<p>Wir bleiben mit diesen Maßnahmen also am &#8222;Rand&#8220; unseres Gefühls stehen, tauchen aber nicht hinein, sondern lassen es <strong>weiterziehen</strong> oder abflachen. Was ich ganz wichtig finde ist, sich selber zu <strong>verzeihen</strong>, wenn man doch mal lauter geworden ist. Wir sind alle nur Menschen, sich dafür nun hart in die Mangel zu nehmen, wäre falsch und würde nur zu <strong>Schuldgefühlen</strong> und noch mehr Frustration führen, welche sich dann wiederum wieder auf unser Gemüt schlägt. Ich für meinen Teil entschuldige mich aufrichtig bei meinem Kind, wenn ich mich &#8222;neben der Spur&#8220; verhalten habe. Dann lernen unsere Kinder auch, dass Mama und Papa nicht perfekt sind und ihre <strong>Fehler</strong> eingestehen und sie spüren, dass nicht sie die Schuldigen sind. Denn sie sind nicht für unsere Gefühle zuständig oder verantwortlich.</p>
<h2><strong>Was aber wenn diese &#8222;seichten&#8220; Handlungsalternativen nichts bringen?</strong></h2>
<p>Dann dürfen wir versuchen unsere <strong>Reaktionsmuster</strong> zu verstehen. Wenn wir wissen, was genau in unserem Körper passiert, wenn wir verärgert und wütend sind, haben wir eine <strong>Chance</strong> etwas dagegen zu tun. Denn das aggressive Verhalten unseres Kindes löst in uns alte, selbst erfahrene Muster aus. Unser Kind brüllt und schlägt um sich: diese Situation können wir selbst als <strong>Gefahr</strong> einstufen (oder auch nicht), eben aus den eigenen Erfahrungen aus unserer Kindheit heraus.</p>
<p>Zur Thematik hat Nicola Schmidt ausführlich in ihrem Erziehungsratgeber <a href="https://www.amazon.de/Erziehen-ohne-Schimpfen-Alltagsstrategien-Partnerschaft/dp/3833868562/ref=as_li_ss_tl?_encoding=UTF8&amp;__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3FZ3A1SR8GJW&amp;dchild=1&amp;keywords=erziehen%20ohne%20schimpfen&amp;qid=1595947279&amp;s=books&amp;sprefix=erziehen%20ohne%20,aps,186&amp;sr=1-1&amp;ref_=nav_ya_signin&amp;&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=6880b212127d8ff39ff50307f9032fa2&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Erziehen ohne Schimpfen&#8220;</a>* berichtet. Sie schreibt, dass in Stresssituationen und als Gefahr wahrgenommenen Situationen unser <strong>Mandelkern</strong> im Gehirn, auch Amygdala genannt, innerhalb von Bruchteilen von Sekunden losfeuert. Dieser Mandelkern arbeitet dann nach und nach eine Folge von sinnvollen <strong>Aufgaben</strong> ab. Er aktiviert unser Stress- und Notfallsystem (sympathisches Nervensystem), er beschleunigt unseren Herzschlag, um genug Sauerstoff für die Muskeln zum Angriff oder zur Flucht freizuschaufeln. Weiterhin bewirkt der Mandelkern noch, dass unsere <strong>Atmung</strong> flacher wird, unsere Empathiefähigkeit reduziert wird und er ist auch für die Drosselung von Glückshormonen zuständig, denn wir sollen jetzt kampfbereit sein. Und so schnell, wie der Mandelkern losfeuert, so schnell hört er damit auch wieder auf. In ihrem Buch schreibt die Autorin von <strong>10 Sekunden</strong>, die wir somit überbrücken müssten, um nicht aus der Haut zu fahren. Nach ganzen 10 Minuten soll auch unser restlicher Körper wieder im Normalmodus sein. Die Funktionen des Stresssystems brauchten unsere Vorfahren damals zum Kämpfen, Fliehen oder auch Jagen. Sie sind also sinnvoll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Von 10 Sekunden zu 90 Sekunden</h2>
<p>Nicola Schmidt redet von 10 Sekunden, die wir überbrücken müssten. Die <strong>Neurowissenschaftlerin</strong> Dr. Jilll Bolte Taylor spricht von etwa <strong>90 Sekunden</strong>, die es auszuhalten gilt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Dabei brauchen Emotionen laut der Neurowissenschaftlerin Dr. Jill Bolte Taylor weniger als 90 Sekunden, um die inneren Bahnen zu durchlaufen, wie sie es in <a href="https://brainworldmagazine.com/stroke-of-genius-an-interview-with-dr-jill-bolte-taylor/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">diesem Interview</a> unter Anderem beschreibt. Dieses Wissen gibt mir die Wahlfreiheit: Möchte ich mit dem Gefühl in Interaktion treten, die Energie ausleben oder möchte ich es beobachten und wieder gehen lassen? Jedes Gefühl möchte gelebt und erfahren werden. Damit meine ich, dass es Raum bekommt. Das heißt nicht, dass es in jedem Fall ausgelebt werden muss. Wenn ich mit Wut durchströmt bin, muss ich dieses Gefühl nicht durch das Zerschlagen von Porzellan ausleben. Die Wahrnehmung, dass mich gerade Wut durchflutet, reicht als Ausleben aus.&#8220; (10)</p></blockquote>
<p>Ob nun 10 oder 90 Sekunden, die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen. Wir haben die Wahl und tragen die <strong>Verantwortung</strong> für die Qualität in der Beziehung mit unseren Kindern, wie Familientherapeut Jesper Juul es einst sagte.</p>
<p>Wenn all das nicht hilft und ein Elternteil immer wieder in Rage gerät, wäre es sicher von Vorteil, <strong>therapeutische Hilfe</strong> in Anspruch zu nehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Kindliche Aggressionen sind erst einmal als sinnvoll zu betrachten</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Aggressionen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Entwicklung. Das Problem ist, dass sie ein <strong>Tabuthema</strong> in unserer Gesellschaft sind. Sie sind nun aber da und haben ihren <strong>Sinn</strong>. Sie treiben uns voran und helfen uns, unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse durchzusetzen. Sie werden aus dem Lateinischen mit “</span><span style="font-weight: 400;">sich zubewegen auf etwas/jemanden, <strong>heranschreiten</strong>, sich nähern oder angreifen” übersetzt. Aggressionen sind wie ein Motor, sie helfen uns, etwas zu bewegen, <strong>voranzutreiben</strong> und sind manchmal auch <strong>überlebensnotwendig</strong>, sie dienen dem Selbstschutz.</span></p>
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<p><span style="font-weight: 400;">Daher sollten wir sie nicht von Grund auf <strong>verteufeln</strong>. Was auch immer aggressives Verhalten beim Kind auslöst, wir dürfen seine Gefühle spiegeln und ihm Alternativen aufzuzeigen. <strong>Alternativen</strong> könnten sein, dass du deinem Kind ein großes Kissen, das Sofa oder einen <strong>Boxsack</strong> zum Treten und Hauen anbietest, bevor du die Schläge und Tritte abbekommst. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Denn Eines ist ganz wichtig, wir sind für unsere Kinder in diesen gefühlsbetonten Momenten da, aber wir sind nicht ihr Boxsack. An dieser Stelle ist es wichtig, ganz <strong>authentisch</strong> zu vermitteln, dass wir das nicht möchten und wir im Notfall aus der Situation herausgehen und einen Schritt zurücktreten, bis unser Kind nicht mehr wild um sich schlägt. Wenn das Herausgehen aus der Situation nicht möglich ist, dann dürfen wir auch die Hände oder Beine des Kindes festhalten, damit wir nicht verletzt werden. Die <strong>Botschaft</strong> sollte immer sein &#8222;Ich verstehe, dass du sauer/wütend/enttäuscht bist und gleichzeitig möchte ich nicht, dass du mich schlägst, das tut mir weh!&#8220;.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aggressives Verhalten ist immer ein <strong>Hilferuf</strong> deines Kindes. Mit ihm oder seiner Umgebung oder seinem Umfeld stimmt etwas nicht. Es liegt an uns, wach- und <strong>achtsam</strong> zu sein. Unser Kind zu fragen, ob es irgendetwas erlebt hat, was ihm seelischen oder körperlichen Schmerz bereitet hat, sowie unser eigenes Handeln immer wieder einmal zu <strong>reflektieren</strong>, was wir eventuell im Umgang mit unserem Kind besser machen könnten, denn dies kann die Situation wieder verbessern.</span></p>
<p>Zu guter Letzt möchte ich euch noch ein <strong>Zitat</strong> des verstorbenen Familientherapeuten <strong>Jesper Juul</strong> dalassen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Aggressivität ist eine Möglichkeit der Umwelt zu sagen: Mir geht&#8217;s nicht gut!&#8220;</p></blockquote>
<p>Fallen euch noch mehr Gründe für aggressives Verhalten ein? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? In welchen Situationen hauen, treten und beißen eure Kinder und könnt ihr dabei selbst ruhig bleiben?</p>
<p>&nbsp;</p>

<p>&nbsp;</p>
<div id='c3547_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h3><span id="Quellennachweise">Quellennachweise:</span></h3>
<p>(1) + (5) + (6)+ (9) Buch <a href="https://www.amazon.de/Aggression-Gewalt-von-Kindern-Jugendlichen/dp/3642224652/ref=as_li_ss_tl?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=%22Aggression+und+Gewalt+von+Kindern+und+Jugendlichen%22+von+Petermann/Koglin&amp;qid=1596009531&amp;s=books&amp;sr=1-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=99f76445138a6dacd11480195b53d974&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen&#8220;*</a>von Petermann/Koglin</p>
<p>(2) + (3) <a href="https://www.fritzundfraenzi.ch/gesundheit/psychologie/mein-kind-ist-aggressiv-was-tun?page=all" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://www.fritzundfraenzi.ch/gesundheit/psychologie/mein-kind-ist-aggressiv-was-tun?page=all</a></p>
<p>(4) <a href="https://www.fritzundfraenzi.ch/erziehung/elternbildung/aggressive-kinder-grunde-und-tipps-fur-eltern?" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://www.fritzundfraenzi.ch/erziehung/elternbildung/aggressive-kinder-grunde-und-tipps-fur-eltern?</a></p>
<p>(7) Buch <a href="https://www.amazon.de/Schatz-ich-bin-Hause-Lebensjahre/dp/B087SHDJ8B/ref=as_li_ss_tl?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=%E2%80%9Cschatz+ich+bin+zu+hause%E2%80%9D+von+jennifer+ehry-gissel&amp;qid=1596009632&amp;s=books&amp;sr=1-1-fkmr0&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=6430ab89a6f56e60ce92284c5aeb3705&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">“Schatz ich bin zu Hause”</a> von Jenniffer Ehry-Gissel</p>
<p>(8) + (9) <a href="https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/1973/03_Kapitel3.pdf?sequence=4&amp;isAllowed=y" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/1973/03_Kapitel3.pdf?sequence=4&amp;isAllowed=y</a></p>
<p>(10) <a href="https://mut-zur-stille.de/90-sekunden-wut-vom-umgang-mit-emotionen/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://mut-zur-stille.de/90-sekunden-wut-vom-umgang-mit-emotionen/</a></p>

<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/hauen-beissen-kratzen-10-gruende-fuer-aggressionen-bei-kindern/">Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Melanie Wittwer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Dec 2019 15:16:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinkind]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomiephase]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dir ist der Begriff “Trotzphase” sicherlich auch ein Begriff. Oder Sätze wie “Jetzt bockt er wieder rum!” oder “Sie hat schon wieder ein Böckchen!”. Vielleicht hast du sie auch selbst einmal zu deinem Kind gesagt, wenn es seinen Willen geäußert hat.  Leider ist die sogenannte Trotzphase negativ mit einem Auf- oder Widerstand des Kindes behaftet. Wieso ... <a title="Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/die-wutanfaelle-in-der-trotzphase-verstehen-und-begleiten/" aria-label="Mehr zu Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400">Dir ist der Begriff “<strong>Trotzphase</strong>” sicherlich auch ein Begriff. Oder Sätze wie “Jetzt bockt er wieder rum!” oder “Sie hat schon wieder ein Böckchen!”. Vielleicht hast du sie auch selbst einmal zu deinem Kind gesagt, wenn es seinen <strong>Willen</strong> geäußert hat. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Leider ist die sogenannte Trotzphase negativ mit einem Auf- oder <strong>Widerstand</strong> des Kindes behaftet. </span><span style="font-weight: 400">Wieso sich dein Kind so verhält und wie auch du es schaffen kannst einen anderen Blick auf dein Kind zu bekommen, möchte ich dir gerne in diesem Beitrag verraten. Also sei gespannt und lies unbedingt weiter, denn das wird die <strong>Beziehung</strong> zu deinem Kind zum Positiven verändern.</span><span id="more-12618"></span><div id='c1271_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Gelassenheit in der Trotzphase &#8211; liebevolle Begleitung durch Wutanfälle</h2>
<p>Ich persönlich verwende lieber das Wort <strong>Autonomiephase</strong> anstelle von Trotzphase, weil beim Kind in erster Linie Ablösung und Selbstständigkeit im Vordergrund steht und nicht <strong>Widerstand</strong> und Trotz. <span style="font-weight: 400">Dein Kind macht erste “Ich”- Erfahrungen und verlässt langsam die Mutter-Kind-Symbiose. Es merkt, dass es ein <strong>eigenständiges</strong> Lebewesen ist und möchte Dinge selbst entscheiden und ausprobieren. </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/12/Liebevolle-Begleitung-in-Trotzphase-1.jpg" alt="Liebevolle Begleitung in Trotzphase" width="381" height="801" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese Phase kann sehr anstrengend sein, wie du im folgenden Beispiel sehen wirst.</p>
<h2>Neulich bei uns zuhause:</h2>
<p><span style="font-weight: 400">Mein Sohn spielt gerade ganz friedlich mit seiner Eisenbahn, fährt den Zug durch den Tunnel und über die Brücke. Da passiert es plötzlich: der Zug <strong>entgleist</strong> und fällt von der Brücke herunter. Jetzt denkst du vielleicht, ja ist ja kein Problem, dann wird der Zug einfach wieder auf die Schienen gestellt und weiter geht`s. Klingt auch ganz logisch. Aber das interessiert meinen Sohn in diesem Moment nicht.</span></p>
<p>Er wird <strong>wütend</strong>, fängt an den Zug mitsamt den Anhängern durch das Wohnzimmer zu werfen und <strong>schreit</strong> und weint. Als ich zu ihm gehe und ihn trösten möchte, wie ich das immer seit 20 Monaten mache, wird er noch wütender und gibt mir zu verstehen, dass er meinen <strong>Trost</strong> nicht möchte. Also halte ich Abstand, bin aber dennoch präsent, ganz in seiner Nähe, falls er es sich doch anders überlegt und meine Begleitung braucht. Es vergehen 5 Minuten. Ich versuche zwischendurch immer mal wieder Nähe herzustellen, indem ich ihm sanft über den Rücken streiche, das möchte er aber nicht. Es vergehen weitere 10 Minuten, dann <strong>beruhigt</strong> er sich und ist auch bereit auf meinen Schoß zu kommen und ich stille ihn erst einmal.</p>
<p><span style="font-weight: 400">Nachdem er sich komplett beruhigt hatte, konnten wir zusammen in Ruhe weiterspielen. Alles war wieder gut, als wäre nichts geschehen. </span><span style="font-weight: 400">Doch es ist etwas geschehen, was wir von außen nicht sehen können. Etwas, was sich im <strong>Gehirn</strong> der Kleinen abspielt. </span></p>

<h2><strong>Autonomiephase und emotionale Entwicklung</strong></h2>
<p><span style="font-weight: 400">Neugeborene sind noch sehr <strong>unselbstständig</strong>, lassen sich von A nach B tragen und sind auch sonst noch nicht mobil, um selbst an irgendwelche Dinge heranzukommen. Das ändert sich schlagartig sobald sie anfangen sich zu drehen, zu robben, zu krabbeln und dann später auch zu<strong> laufen</strong>. Diese Phase, die nebenbei erwähnt ein Leben lang anhält, heißt auch Autonomiephase und beginnt etwa um den ersten Geburtstag herum.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">In der <strong>Autonomiephase</strong> ist dein Kind in <strong>Entdeckerlaune</strong>, will sich die Welt erschließen, selbst ausprobieren und alles mögliche anfassen und erforschen. Zur Autonomiephase gesellt sich auch die emotionale Entwicklung deines Kindes. Es lernt nach und nach alle Gefühle kennen. Von Freude und Trauer über <strong>Wut</strong> und Angst durchläuft dein Kind die komplette <strong>Gefühlspalette</strong>. </span></p>
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<p><span style="font-weight: 400">Die emotionale Entwicklung findet im limbischen System im <strong>Gehirn</strong> statt und hat Vorrang (!) vor der Entwicklung des Verstandes oder der Vernunft im Neokortex. Das bedeutet, dass der Teil im Gehirn, der für die <strong>Emotionen</strong> zuständig ist, schon weiter entwickelt ist, als der kognitive Bereich, denn das war zu <strong>Urzeiten</strong> überlebensnotwendig. </span><span style="font-weight: 400">Wir haben nicht erst überlegt, ob wir jetzt vor dem Säbelzahntiger wegrennen, sondern haben aus einem emotionalen <strong>Impuls</strong> heraus reagiert und sind losgerannt, um nicht gefressen zu werden.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-10593 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/06/trauriges-kind-lehnt-an-einer-wand.jpg" alt="Gelassen durch die Trotzphase" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/06/trauriges-kind-lehnt-an-einer-wand.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/06/trauriges-kind-lehnt-an-einer-wand-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/06/trauriges-kind-lehnt-an-einer-wand-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400">Dein Kind reagiert also immer erst einmal <strong>emotional</strong> und kann rationale Sachen noch nicht mit einbeziehen oder verstehen. Jedes Gefühl von Wut, <strong>Traurigkeit</strong> oder auch Angst überrennt dein Kind und es kann nichts dagegen tun. Es kann sich verbal noch nicht gut genug ausdrücken und verfällt in einen “Notstand” oder auch <strong>“Systemzusammenbruch”</strong>. Alles was du jetzt verbal an dein Kind heran trägst, wird es weder hören, aufnehmen oder verstehen können. Es wird von seinem Gefühl überrannt und ist dem völlig ausgeliefert. Es weiß weder ein noch aus, ist wie <strong>abgeschirmt</strong> vom Rest der Welt, fühlt sich hilflos und überfordert. Und auch du fühlst dich wahrscheinlich <strong>hilflos</strong>, wenn du dein Kind so toben siehst! </span></p>

<h2><strong>Hilflosigkeit und Überforderung der Eltern</strong></h2>
<p><span style="font-weight: 400">All das kann für uns Eltern enorm anstrengend und <strong>nervenraubend</strong> sein, sollten mehrere Wutanfälle hintereinander kommen. Oder du fühlst dich persönlich von deinem Kind angegriffen! Es möchte dich aber nicht angreifen, es möchte sein Vorhaben in die Tat umsetzen und wird <strong>frustriert</strong>, wenn das nicht gelingen möchte oder es dabei unterbrochen wird. Es tut nichts gegen dich, sondern lediglich für sich! Wenn du dir das <strong>bewusst</strong> machst, kann eine gute Beziehung zum Kind gelingen.</span></p>
<h2><strong>5 Dinge, die du tun kannst, um in Beziehung mit deinem Kind zu sein und zu bleiben</strong></h2>
<h3><strong>1. Die Willensäußerungen und das dazugehörige Verhalten deines Kindes annehmen</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Auch wenn dir das schwer fallen mag. Sieh das Verhalten nicht als Widerstand gegen dich, sondern als die Entwicklung der <strong>Selbstständigkeit</strong> deines Kindes an.</span></p>
<h3><strong>2. Gefühle benennen und Verständnis zeigen</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Du kannst deinem Kind <strong>helfen</strong>, indem du Verständnis zeigst und seine Gefühle spiegelst und das geht so: “Ich sehe, dass du traurig/wütend/ängstlich bist…, das kann ich verstehen, das ist echt doof, &#8230;mir würde es nicht anders gehen” etc.</span></p>
<h3><strong>3. Körperkontakt und ein wohlwollender Blick</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Falls erwünscht, kannst du dein Kind auf den <strong>Arm</strong> nehmen und auch wohlwollende Blicke können ihm helfen, sich wieder zu beruhigen. Lass dein Kind bitte nicht <strong>alleine</strong> weinen, es braucht dich. Warum man Babys und auch Kinder nicht alleine weinen lassen sollte, habe ich bereits im Beitrag <a href="https://www.milchtropfen.de/was-schreien-lassen-mit-deinem-baby-macht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Was schreien lassen mit deinem Baby macht&#8220;</a> ausführlich beschrieben.</span></p>
<h3><strong>4. Eine “Ja”-Umgebung schaffen</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Alle gefährlichen Gegenstände (Putzmittel, Messer etc.) außer Reichweite des Kindes aufbewahren, sodass es <strong>gefahrenlos</strong> explorieren kann. So kannst du dich entspannt <strong>zurücklehnen</strong>,deinen Kaffee in Ruhe genießen und dein Kind beim Entdecken beobachten.</span></p>
<h3><strong>5. Alternativen anbieten und kreativ sein</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Wenn es Probleme mit der kindlichen <strong>Kooperation</strong> gibt, darfst du genau hinschauen, welches <strong>Bedürfnis</strong> dahinter stecken könnte. Du darfst bei der Lösungsfindung kreativ sein und Alternativen finden, die das Miteinander angenehmer gestalten. Kinder sind von Natur aus kooperativ, nur dann nicht mehr, wenn sie schon zu oft kooperiert haben oder sie zu oft <strong>gekränkt</strong> und verletzt wurden.</span></p>
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<p>Was mir persönlich hilft, ist tief durchzuatmen, bis 10 zu  zählen und mir zu sagen, dass mein Kind mich damit weder verärgern, provozieren oder tyrannisieren möchte. Es kann einfach nicht anders, weil es noch ein paar Jahre braucht, um seine Impulse zu kontrollieren und wir dürfen es darin begleiten.</p>
<p><span style="font-weight: 400">Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es nicht darum geht <strong>perfekt</strong> zu sein, das geht auch gar nicht. Es geht darum, Alternativen und <strong>Kompromisse</strong> zu finden, die für alle erträglich sind und die die kindliche Entwicklung im Auge behalten, damit Kinder psychisch und physisch <strong>gesund</strong> aufwachsen dürfen. Eine feinfühlige Begleitung ist wichtig für die Bindung zu deinem Kind. Eine gute Bindung ist das, was dein Kind stark macht für die Zukunft. Wenn es gesehen und in seinen Bedürfnissen ernst genommen wird. Kinder kommen gut zur Welt und tun täglich ihr Bestes im familiären Miteinander, wir müssen nur genau hinschauen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Fällt es dir leicht mit den Wutanfällen deines Kindes umzugehen? Gerätst du in Stress oder kannst du ganz ruhig bleiben? Was hilft dir in solchen Momenten? Hinterlass doch gerne deine Erfahrung im Kommentar.</span></p>
<p>Wenn du dich noch mehr in das Thema vertiefen möchtest, kann ich dir das Buch von Danielle Graf und Katja Seide <a href="https://amzn.to/2rqlmOJ" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen&#8220;</a>* ans Herz legen.</p>

<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/die-wutanfaelle-in-der-trotzphase-verstehen-und-begleiten/">Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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