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	<title>Wechselmodell &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>Das richtige Hobby für dein Kind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Feb 2025 19:55:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktivitäten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sobald das eigene Kind im Vorschul-/Grundschulalter ist, kommt in dem einen oder anderen die Frage auf: Welches Hobby ist das richtige für mein Kind? Wie finde ich das überhaupt heraus bei tausenden von Angeboten? Was, wenn sich mein Kind für NICHTS interessiert? Was, wenn mein Kind plötzlich kein Bock mehr hat &#8211; soll ich es ... <a title="Das richtige Hobby für dein Kind" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/das-richtige-hobby-fuer-dein-kind/" aria-label="Mehr zu Das richtige Hobby für dein Kind">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sobald das eigene Kind im Vorschul-/Grundschulalter ist, kommt in dem einen oder anderen die Frage auf: Welches Hobby ist das richtige für mein Kind? Wie finde ich das überhaupt heraus bei tausenden von Angeboten? Was, wenn sich mein Kind für NICHTS interessiert? Was, wenn mein Kind plötzlich kein Bock mehr hat &#8211; soll ich es sofort rausnehmen oder ihm doch lieber beibringen, durchzuhalten?</p>
<p>Fragen über Fragen, die mit dem heutigen Beitrag hoffentlich beantwortet werden, also lies unbedingt weiter.</p>
<p><span id="more-14242"></span></p>
<h2>Welches Hobby für mein Kind?</h2>

<p>Letztens saß ich im Warteraum des Vereins, in den Oliver schon seit einigen Jahren geht, und bekam zufällig die Unterhaltung zwischen seiner Trainerin und einer Mutter mit ihrem Kind mit, die gerade ein Probetraining hinter sich hatte, und sich nun zum persönlichen Gespräch trafen.</p>
<p>Dem <strong>Kind</strong> schien es gefallen zu haben, die Mama war auch ganz happy, und als es dann darum ging, dass das <strong>Training</strong> drei Mal die Woche stattfinden würde, gab es große Augen. &#8222;Öh, wie? 3 Mal pro Woche Training? Nee, Lina geht ja noch hier und da hin, das schaffen wir gar nicht.&#8220; &#8222;Na dann geht das leider nicht, das hier ist ein <strong>leistungsorientierter</strong> Verein, wir nehmen auch an Wettkämpfen teil, also wenn das nicht geht, dann nicht&#8230;&#8220;</p>
<p>Und so hatte sich das Ganze dann auch tatsächlich erledigt. Krass, fand ich&#8230; Ich meine, da hat man scheinbar was Geeignetes für sein Kind gefunden und dann das&#8230;</p>
<p>Mir hat das gezeigt, dass es echt <strong>schwierig</strong> sein kann, seinem Kind zu ermöglichen, seiner Passion nachzugehen. Aus diesem Grund dreht sich der heutige Beitrag um genau dieses Thema. Aber erstmal von vorne:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-14446 pintbild aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Das ideale Hobby für dein Kind.jpg" alt="" width="600" height="1260" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Das%20ideale%20Hobby%20für%20dein%20Kind.jpg 600w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Das%20ideale%20Hobby%20für%20dein%20Kind-190x400.jpg 190w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Das%20ideale%20Hobby%20für%20dein%20Kind-205x430.jpg 205w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Das%20ideale%20Hobby%20für%20dein%20Kind-324x680.jpg 324w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Das%20ideale%20Hobby%20für%20dein%20Kind-24x50.jpg 24w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<h2>1. Wie finde ich heraus, welches Hobby das richtige für mein Kind ist?</h2>
<p>Manche werden sich jetzt vielleicht wundern, was die Frage soll, schließlich kennt man sein Kind doch <strong>am Besten</strong> und weiß, wofür es sich interessiert&#8230;?</p>
<p>Ich habe schon Gespräche mit Eltern geführt, die händeringend nach einem geeigneten Hobby für ihr Kind suchten, weil ihm scheinbar nichts gefiel, und es dann in einen Fußballverein brachten, Hauptsache, es geht irgendeinem Hobby nach. Dass das Kind aber keinen Gefallen an dieser Art von Freizeitaktivität hatte, war dann auch nicht gerade hilfreich. Der Gedanke der Eltern war, dass das Kind Gelegenheit haben sollte, das Fußballspielen eine Weile auszuprobieren, um vielleicht doch irgendwann das Interesse daran zu gewinnen (Spoiler: Leider war Fußball nicht das Passende).</p>
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<p>Was ich damit sagen will: Manchen Kindern ist schwer zu entnehmen, ob und für was sie sich begeistern. Wir sind nunmal Menschen, individuelle Wesen, da kann das auch mal vorkommen, dass man einfach nichts Passendes findet. Wie also findet man heraus, wofür sich das Kind begeistert?</p>
<p>Klar schaut man sich sein Kind genauer an, fragt sich: Was macht es, wenn es sich langweilt? Womit <strong>beschäftigt</strong> es sich am Liebsten? Wenn ihr Ausflüge macht, wo geht ihr dann <strong>am Liebsten</strong> hin und warum? Hier kommt jetzt ein bisschen Brainstorming meinerseits, um dir ein paar <strong>Ideen</strong> zu geben:</p>
<h3>Ist dein Kind eine Leseratte?</h3>
<p>Wenn dein Kind gern liest, wäre es doch ideal, ihm einen <strong>Bibliotheksausweis</strong> zu besorgen.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14276" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/lesendes-Kind.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/lesendes-Kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/lesendes-Kind-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/lesendes-Kind-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Vielleicht interessiert es sich dafür, auch mal seine eigene Geschichte zu schreiben. Hierfür eignen sich z.B. <strong>Schreibwerkstätten</strong>, die Übungen zum kreativen Schreiben anbieten.</p>
<p>Eine andere Idee wäre, wenn dein Kind einem <strong>Buchclub</strong> beitritt oder einfach einen gründet. In diesem trifft sich dein Kind mit anderen Lesebegeisterten, um sich über das Gelesene auszutauschen, zu philosophieren, zu diskutieren, andere Perspektiven kennenzulernen uvm. <a href="https://www.jugendleiter-blog.de/2022/04/26/einen-buchclub-fuer-kinder-jugendliche-gruenden/" target="_blank" rel="noopener">Wie man einen Buchclub für Kinder und Jugendliche gründet</a>, erfährst du in dem Beitrag vom Jugendleiter Blog.</p>
<h3>Ist dein Kind der kreative Typ?</h3>
<p><strong>Kreativität</strong> kann man auf viele verschiedene Arten und Weisen ausleben. Wie wäre es mit einem Schauspiel-, Mal- oder Töpferkurs? Es gibt auch Bastelkurse, die verschiedene Techniken vorstellen, wie z.B. häkeln, nähen, kochen, Papier schöpfen, Kerzen ziehen uvm.</p>
<h3>Wie wäre es mit einem Instrument?</h3>
<p>Wo wir gerade von Musik reden, dürfen <strong>Instrumente</strong> natürlich nicht fehlen. Lass dein Kind doch mal zu einer Probestunde in die Musikschule gehen und <a href="https://amzn.to/4gVxEBt" target="_blank" rel="nofollow noopener">Instrumente</a>* ausprobieren, womöglich findet sich dort etwas Passendes.</p>
<h3>Bewegung, Bewegung, Bewegung!!!</h3>
<p>Ist dein Kind ein Energiebündel, das sich immerzu bewegen muss und <strong>Action</strong> haben will? Dann schau dich nach einem geeigneten Sportverein in deiner Nähe um. Hier gilt es einfach auszuprobieren, denn Sportangebote gibt es viiiiiele, z.B. <a href="https://amzn.to/41wyBvA" target="_blank" rel="nofollow noopener">Ballsport</a>*, Brettsport (also alles, was mit Brettern und Boards zu tun hat, wie z.B. Snowbard, Skateboard, aber auch auf dem Wasser, wie z.B. Surfen), Turnen, Leichtathletik, Schwimmen, Fechten, Kampfsport, Karate, Tanzen, Parcour- und Freerunning, Boxen, Bouldern, Bowlen, Dart, Eishockey, Eislaufen, Yoga und und und&#8230;</p>
<h3>Geht dein Kind eher in Richtung Denksport?</h3>
<p>Manche Kinder knobeln gern und lieben es, Rätsel zu lösen, hierfür muss dein Kind nicht zwangsläufig in einen <strong>Schachclub</strong> gehen, es gibt auch Treffen, wo man Dame, Mühle, Poker usw. spielen kann. Eine andere Option wären Rätselhefte, Knobelspiele, auf das jeweilige Alter des Kindes angepasste Escape Games, <a href="https://amzn.to/4kjxSW7" target="_blank" rel="nofollow noopener">Geduldsspiele</a>*, die dein Kind in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden herausfordern.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14275" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/Kind-mag-Denksport.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/Kind-mag-Denksport.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/Kind-mag-Denksport-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/Kind-mag-Denksport-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>Kinderfeuerwehr</h3>
<p>Wenn dein Kind total auf die Feuerwehr abfährt, wäre ein Reinschnuppern bei der Kinderfeuerwehr ratsam. Kinder zwischen 6 und 10 Jahren können in die <strong>Kinderfeuerwehr</strong> gehen, u.a. zur Förderung der Brandschutzerziehung. Die Kinder lernen hier altersgerecht und auf spielerischer Art und Weise Präventivarbeit, z.B. den Umgang mit offenem Feuer oder wie sie sich in einer Notfallsituation verhalten sollen. Es wird auch gemalt und gebastelt, zudem erfahren Kinder Kameradschaft, Freundschaft und <strong>Teamfähigkeit</strong>.</p>
<h3>Liebt dein Kind Tiere?</h3>
<p>Du möchtest kein Haustier, dein Kind ist aber total tiervernarrt und möchte gerne helfen oder sich um <strong>Tiere</strong> kümmern? Frag doch mal in einem Tierheim bei euch in der Nähe nach. Bei uns in Berlin kann man z.B. ab 10 Jahren Mitglied im Tierschutzverein Berlin werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14277" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/Kind-und-Katze-kuscheln.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/Kind-und-Katze-kuscheln.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/Kind-und-Katze-kuscheln-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2023/11/Kind-und-Katze-kuscheln-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>Technikbegeistert</h3>
<p>Spielt dein Kind gern Tablet oder sitzt am Pc? Vielleicht will es ja lernen, wie man sein eigenes Spiel <strong>programmiert</strong>. Es gibt spezielle Programmierkurse und <strong>Workshops</strong> für Kinder, in denen genau das angeboten wird.</p>
<p>Egal, wofür sich dein Kind begeistert &#8211; es gibt viele Möglichkeiten, deinem Kind zu ermöglichen, seiner <strong>Leidenschaft</strong> nachzugehen, und muss nicht zwangsläufig in einem Club oder Verein vonstatten gehen. Ein Beispiel: Ein Klassenkamerad von Oliver liebt z.B. Dinos ohne Ende. Hier haben sich die Eltern viele tolle Ideen einfallen lassen, damit ihr Kind sich weiter seinem Lieblingsthema Dinosaurier widmen kann. Es gibt z.B. großartige Dinobücher, Ausgrabungssets für Kinder, Besuche im Naturkundemuseum oder als Tagesauflug eine Fahrt zum Fossilien Ausbuddeln auf den Nettersheimer Fossilienacker.</p>
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<h3>Singt dein Kind gerne?</h3>
<p>Wenn dein Kind gern singt, wäre ein Chor eine tolle Idee. Ich war damals z.B. im Schulchor, wir haben an Chorwettbewerben teilgenommen, sind auf Chorfahrt gewesen, haben zu Weihnachten in der Kirche gesungen &#8211; das war eine wirklich tolle Zeit. Und auch heute <strong>singe</strong> ich für mein Leben gern, lerne schnell neue Lieder auswendig und kann dann direkt mitsingen. Gemeinsam mit meinem 2. Hobby, dem <strong>Tanzen</strong>, für das wir Choreographien einstudierten und Texte auswendig lernten, um letztlich auch aufzutreten, war das für mich z.B. mein <strong>perfektes Hobby</strong>, weil ich gleichzeitig auch meine Liebe für das <strong>Schauspielern</strong> ausleben konnte.</p>
<p>Wie du dir sicher schon gedacht hast: Man muss Dinge <strong>ausprobieren</strong>, um herauszufinden, worin man seine Stärken hat und was einem wirklich gefällt. Man kann das Ganze auch herunterbrechen: Wenn sich dein Kind einfach nur gerne bewegen möchte, aber irgendwie in keinen Verein passen will, dann könnte es vielleicht auch einfach passen, gemeinsam die Gegend zu erkunden, im Wald oder Park oder wo auch immer unterwegs zu sein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14440" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kinder-im Wald-auf-Erkundung.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kinder-im%20Wald-auf-Erkundung.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kinder-im%20Wald-auf-Erkundung-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kinder-im%20Wald-auf-Erkundung-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>Fragen kostet nichts &#8211; nur Mut</h3>
<p>Bei all den Ideen bin ich mir sicher, dass sich die eine oder andere Passion finden wird. Falls sich dein Kind für was ganz Spezielles oder Ungewöhnliches interessiert, dann nur Mut, denn fragen kostet nichts. Begleite dein Kind dorthin und fragt gemeinsam nach, ob es da eine Möglichkeit gibt. Vielleicht interessieren sich ja auch ein paar Freunde deines Kindes dafür, sodass sie gemeinsam dort helfen können.</p>
<h2>2. Was, wenn das Hobby zu teuer ist?</h2>
<p>Ja, das Liebe <strong>Geld</strong>&#8230; Da hat man endlich was Passendes gefunden und dann das: Das Hobby ist einfach zu teuer. Eine mir bekannte Familie hat ihren Sohn im Eishockey-Team angemeldet. Davon abgesehen, dass das ein echt rougher Sport ist und man da nicht &#8222;zimperlich&#8220; sein darf, geht dieses Hobby auch echt ins Geld &#8211; genauso sieht es beim Reitsport oder dem Erlernen eines Instruments aus.</p>
<p>Nicht jede Familie kann sich das finanziell leisten. Klar kann man seinem Kind erklären, warum das Hobby einfach <strong>zu teuer</strong> ist, und sich nach etwas anderem umschauen. Man muss aber auch nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn man merkt, dass das Kind wirklich mit Leidenschaft dabei ist. Hier ein paar Ideen:</p>
<h3>2.1 Finanzielle Unterstützung beantragen</h3>
<p>Vorweg: Praktische Erfahrung, ob es tatsächlich funktioniert, habe ich nicht, aber ich habe mir mal die gute KI zur Hilfe genommen, welche Möglichkeiten bestehen, sich staatlich finanziell unterstützen zu lassen:</p>
<ul>
<li>Leistungen für Bilde und Teilhabe (auch Bildungspaket genannt) kann man beantragen, wenn man bereits Sozialleistungen wie Kinderzuschlag, Bürgergeld, Sozialgeld, Sozialhilfe oder Wohngeld empfängt. Dadurch erhält man z.B. Vergünstigungen oder einen monatlichen Zuschuss von bis zu 15,00 €.</li>
<li>Der <strong><a href="https://www.dkhw.de/foerderung-und-hilfe/hilfe-fuer-kinder-und-familien/" target="_blank" rel="noopener">Kindernothilfefonds</a></strong> von Deutsches Kinderhilfswerk hilft in bestimmten Einzelfällen, wenn man sich z.B. das Trainingslager nicht leisten kann. Grundsätzlich kann jede Familie in einer Notsituation einen solchen Antrag stellen. Hauptaugenmerk gilt dabei eher Alleinerziehenden und Familien mit zwei und mehr Kindern.</li>
<li>Eine weitere Möglichkeit, zumindest ist das in Berlin so, besteht darin, <strong>Kinderzuschlag</strong> bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit zu beantragen. Die prüfen, ob man <strong>Anspruch</strong> darauf hat, und wenn ja, erhält man einen monatlichen <strong>Zuschuss</strong>.</li>
</ul>
<p>Falls du zufällig vom Amt bist oder selber praktische Erfahrungen mit diesem finanziellen Unterstützungen gemacht hast und mehr dazu sagen kannst, schreib gern unten in die Kommentare.</p>
<p>Solltest du kein Glück bei den Hilfsangeboten haben, gibt es noch die Möglichkeit, sich direkt an den Verein zu wenden und nach einer Ermäßigung zu fragen. Manche gehen darauf ein, andere wünschen sich im Gegenzug ehrenamtliche Mitarbeit im Verein.</p>
<h3>2.2 Sponsoren finden</h3>
<p>Klingt für den einen oder anderen vielleicht etwas übertrieben, aber warum nicht? Wenn dein Kind ein besonderes Talent hat und mit Herz und Seele dabei ist, und nur das blöde Geld fehlt, damit es seinem Traum nachgehen kann, dann kann man sich doch gemeinsam mit seinem Kind hinsetzen und sich auf die Suche nach einem <strong>Sponsor</strong> machen.</p>
<p>Gerade in Zeiten von <strong>Social Media</strong> ist es mMn sogar leichter, welche zu finden, weil man <strong>Fans</strong> und potentielle Sponsoren immer auf dem Laufenden halten kann.</p>
<p>Wichtig an dieser Stelle zu erwähnen: Respektiere die Privatsphäre deines Kindes, schütze seine Identität und Daten, zeige sein Gesicht nicht auf Fotos oder Videos.</p>
<h3>2.3 Freunde, Familie, Bekannte um Hilfe bitten</h3>
<p>Ich weiß, vielen von uns fällt es nicht leicht, um Hilfe zu bitten, gerade wenn es um Geld geht. Manche sehen sich als Bittsteller, empfinden es als erniedrigend, nach Geld zu fragen, aber &#8211; wie unter dem Punkt &#8222;Sponsoren finden&#8220; schon erwähnt, würde ich auch hier sagen: <strong>Fragen kostet nichts</strong>. Und wenn es hier wirklich darum geht, deinem Kind zu helfen, diesem Hobby nachzugehen, sollte man nichts unversucht lassen. Für manche Familien würde es vielleicht schon reichen, wenn sich jemand bereit erklärt, das Kind zum Verein zu fahren und wieder abzuholen &#8211; einfach, weil die Eltern keine Zeit haben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14436" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Arbeitsgruppe draußen in der Natur.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Arbeitsgruppe%20draußen%20in%20der%20Natur.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Arbeitsgruppe%20draußen%20in%20der%20Natur-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Arbeitsgruppe%20draußen%20in%20der%20Natur-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>2.4 Kostenlose Alternativen finden</h3>
<p>Als wahrscheinlich beste Option, finde ich, sind <strong>kostenlose</strong> Angebote, die dein Kind wahrnehmen kann. Die Aufzählung mag nicht vollständig sein, aber das ist mir bisher bekannt:</p>
<ul>
<li>Schulen bieten verschiedene <strong>Arbeitsgruppen</strong> an, wie z.B. Chor, Kochkurs, Sport, Schulband, Schulgarten uvm.</li>
<li>Eine Möglichkeit, sich kostenlos auszuprobieren, bieten sogenannte <strong>Schnupperkurse</strong> und <strong>Probestunden</strong>, die i.d.R. kostenlos oder gegen ein kleines Entgelt angeboten werden. So lässt sich bereits vor der Investition in ein teures Hobby feststellen, ob dein Kind mit überhaupt glücklich damit wäre oder nicht.</li>
<li>Ansonsten gibt es noch <strong>Jugendclubs</strong>, die unterschiedliche Freizeitangebote stellen.</li>
</ul>
<p>Solltest du hierzu noch mehr Einfälle haben, schreib gern unten einen Kommentar, damit hier Ideen gesammelt werden können.</p>
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<h2>3. Große Familie, viele Bedürfnisse</h2>
<p>Oliver fährt mittlerweile selbstständig zu seinem Verein. Für mich wäre es gar nicht möglich, ihn zum Training zu bringen, weil ich zu der Zeit noch arbeite und einen so langen Fahrtweg habe, dass ich es gerade mal schaffe, ihn abzuholen, und das auch nur in meiner Woche des Wechselmodells, denn in der anderen arbeite ich Vollzeit.</p>
<p>Von daher frage ich mich dann immer, wie das Familien mit mehreren Kindern machen. Da wird es doch noch schwerer, die unterschiedlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen, allein, um die <strong>Kinder</strong> zu ihren unterschiedlichen Vereinen zu fahren und sie wieder abzuholen.</p>
<p>Ich habe deshalb eine Freundin mit drei Kindern gefragt, wie sie das managen, und sie war ganz ehrlich: Es ist <strong>schwer</strong> bis nicht machbar. Auch wenn es vom Finanziellen her klappen sollte, dass jedes Kind seinem Hobby nachgehen kann, braucht die Familie entweder <strong>Unterstützung</strong>, wie ihre Kinder hin- und wieder zurück kommen, also z.B. in Form von <strong>Fahrgemeinschaften</strong> oder dass jemand sie aus dem Freundes- oder Familienkreis dort hinbringt, oder aber man übt mit ihnen, wie sie von allein dort hinkommen, indem sie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen oder, wenn das Ziel nicht zu weit weg ist, zu Fuß oder mit dem Rad erreichen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14437" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kinder-Fahrradgemeinschaft.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kinder-Fahrradgemeinschaft.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kinder-Fahrradgemeinschaft-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kinder-Fahrradgemeinschaft-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>4. Der Verein nimmt mein Kind nicht auf, was jetzt?</h2>
<p>Was wir auch schon erlebt haben: Uns wird gesagt, dass das eigene Kind mit 8 Jahren einfach schon <strong>zu alt</strong> ist. Das regt mich heute noch genau so auf wie an dem Tag, an dem wir die Rückmeldung bekamen. Ich meine, Turmspringen ist ja schon ein sehr nischiges Hobby &#8211; wie früh soll man denn bitteschön herausfinden, dass das Kind gern vom Turm coole Figuren drehend ins Wasser springen will?! Ganz einfach: Wenn man sich bereits in dieser <strong>Nische</strong> befindet, weil Mama, Papa, wer auch immer selber diesem Hobby nachgegangen ist. Schade, finde ich, denn so kann ein unentdecktes Talent nicht entdeckt werden.</p>
<p>Dann heißt es entweder weitersuchen oder schauen, wie du deinem Kind anders ermöglichen kannst, sich seinem Hobby zu widmen. Da muss man dann genauer schauen und fragen: Was ist es, was dich daran so reizt? Warum willst du gerade <span style="text-decoration: underline;">das</span> machen?</p>
<p>Wenn es deinem Kind gefällt, ins Wasser zu springen, kann es das ja auch ganz einfach im <strong>Schwimmbad</strong> machen, ohne dafür in einem Verein sein zu müssen. Geht es eher darum, etwas darzustellen, kann man ja auch in einer andere Richtung denken. Wie wäre es mit einem <strong>Akrobatikkurs</strong>? Es gibt Akrobatik Kurse, die schon für Kinder ab 7 Jahren angeboten werden, also einfach mal reinschnuppern.</p>
<p>Wenn es keine Angebote gibt, was spricht dagegen, wenn sich dein Kind einfach Gleichgesinnte sucht und seinen eigenen <strong>Club gründet</strong>? Oliver spielt z.B. seit Jahren immer noch sehr gerne Beyblade, dann lädt man sich einfach ein paar Beyblader ein und übt gemeinsam. Auch auf dem Spielplatz kann man sich mit seinen Freunden treffen, um gemeinsam Fußball, Basketball, Tischtennis zu spielen oder mit dem Roller bzw. Fahrrad die Gegend erkunden.</p>
<h2>5. Mein Kind interessiert sich für nichts &#8211; was tun?</h2>
<p>Es kann sein, dass du von der oberen Liste alles ausprobiert hast und dein Kind immer noch total <strong>uninteressiert</strong> an allem ist. Dann sag dir, dass du alles Mögliche ausprobiert hast und lass es gut sein. Nimm den <strong>Druck</strong> raus und lerne zu akzeptieren, dass dein Kind halt so ist, wie es ist. Bloß, weil es scheinbar keiner Leidenschaft nachgeht, muss das nicht heißen, dass mit deinem Kind was nicht stimmt.</p>
<p>Es kann durchaus sein, dass dein Kind gerade Stress hat oder Sorgen oder etwas Trauriges verarbeiten muss und professionelle Hilfe vonnöten ist.</p>
<p>Auf der anderen Seite solltest du auch in dich selber reinhorchen und <span style="text-decoration: underline;">dich fragen</span>: Warum will ich unbedingt, dass mein Kind einem Hobby nachgeht? Weil &#8222;man&#8220; das halt so macht? Ist das ein Glaubenssatz? Oder geht es dir darum, die Gesundheit deines Kindes zu fördern? Geht das nicht auch auf andere Weise, z.B. über das Essen zu Hause? Oder hast du Angst, dass dein Kind keine sozialen Kompetenzen entwickelt, wenn es so &#8222;eigenbrödlerisch&#8220; im Kinderzimmer hockt? Interessiert sich dein Kind wirklich für NICHTS? Schau genau hin und vermeide Verallgemeinerungen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14438" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/spielendes-Kind.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/spielendes-Kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/spielendes-Kind-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/spielendes-Kind-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Einmal war ein Kumpel von Oliver bei uns zu Besuch und ich hätte beinahe nicht mitbekommen, als er so ganz beiläufig in einem Nebensatz erwähnte, dass er gern Pilot werden will. Danach redete er nie wieder davon und gab auch sonst keine Anhaltspunkte, an denen man das hätte mitbekommen können, deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Kindern <strong>zuhören</strong>, und das nicht nur übers Ohr, sondern auch über kleine Signale, die sie geben, erkennen.</p>
<h2>6. Mein Kind will nicht mehr zum Verein gehen &#8211; was tun?</h2>
<p>Es gibt Tage, an denen Oliver kein Bock auf Training hat oder sagt, er will den Verein verlassen. Dann merke ich, dass ein <strong>Gespräch</strong> mit ihm nötig ist, denn wenn er so etwas äußert, hat das je nachdem unterschiedliche <strong>Gründe</strong>:</p>
<h3>1. Die Trainerin hat ihn angemeckert und er fühlt sich mies.</h3>
<p>Er empfindet, sie ist <strong>streng</strong>, harsch, laut (und das empfinde ich genau so wie manch andere Eltern, die ihr Kind in diesen Verein geben).</p>
<p>An dieser Stelle ist es schwer, denn mMn kann man erwachsenen Trainern zwar sagen, wie ihr Verhalten beim Kind ankommt, ich hab es aber noch nicht erlebt, dass Trainer daraufhin ihr Verhalten ändern, oftmals hilft es aber schon, dass Oliver darüber reden konnte und ich ihm zugehört habe.</p>
<p>Fazit: Entweder lernt man (in dem Fall das Kind), die Art und Weise, wie die Trainerin sich gegenüber den Kindern verhält und wie sie sie trainiert, zu <strong>akzeptieren</strong>. Wenn es das nicht kann, bleibt einem nur noch der <strong>Wechsel</strong> in eine andere Gruppe innerhalb des Vereins zu einem anderen Trainer oder der komplette Vereinswechsel.</p>

<h3>2. Er will Zeit mit seinen Freunden verbringen oder zu Hause bleiben und Tablet spielen.</h3>
<p>Hier kommt es drauf an, sag ich mal. Wenn du merkst, dass dein Kind grad einfach etwas mit dem inneren Schweinehund kämpft und lieber ein bisschen zu Hause rumgammeln will, dann sag ich auch mal: &#8222;OK dann bleib heute zu Hause.&#8220; Wer kennt das nicht? Man nimmt sich vor, abends nach der Arbeit noch Sport zu machen und sitzt dann doch vor dem Fernseher und mümmelt Erdnussflips.</p>
<p>Ich lasse es aber nicht zur Gewohnheit werden, und das aus mehreren Gründen:</p>
<ol>
<li>Der Verein <strong>kostet</strong> Geld. Wenn er nicht mehr hin will, dann nehm ich ihn raus und spar mir das Geld.</li>
<li>Der Verein hat nur begrenzt <strong>Platz</strong>, d.h. es ist in gewisser Weise ein Privileg, dort hingehen zu dürfen. Wenn er nicht mehr hin will, nehm ich ihn raus und gebe den Platz für ein Kind frei, das lieber in den Verein will.</li>
<li><strong>Disziplin</strong> und das Kämpfen gegen den inneren Schweinehund ist eine wichtige Charaktereigenschaft, finde ich. Sobald Oliver nämlich da war, obwohl er anfangs keine Lust hatte, stellt er fest, dass es cool war, weil er seine Freunde treffen konnte und die Übungen doch Spaß gemacht haben.</li>
</ol>
<p>Ich hoffe, ich konnte verständlich machen, dass es wichtig ist, <strong>flexibel</strong> und stets in Kontakt mit seinem Kind zu bleiben und sich <strong>auszutauschen</strong>, um einander zu verstehen.</p>
<h2>Ganz wichtig: Wenn dein Kind absolut nicht mehr zum Verein will!</h2>
<p>Man sollte <strong>aufmerksam</strong> werden, wenn das Kind nicht mehr zum Training gehen will, sich vehement weigert, nochmal dort hinzugehen oder sogar ganz den Verein verlassen will. Ich habe bis heute nicht herausgefunden, warum Oliver nicht mehr zum Tischtennis gehen wollte. Von einem Tag auf den anderen hieß es: &#8222;Nein, ich will nicht mehr dorthin.&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14433" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Mama-und-Kind-reden-miteinander.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Mama-und-Kind-reden-miteinander.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Mama-und-Kind-reden-miteinander-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Mama-und-Kind-reden-miteinander-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>In diesem Fall half alles Nachfragen nichts, ich habe allerdings nach einigen Gesprächen mit ihm und seinem Vater eine Vermutung: Es ging nämlich darum, dass an dem Tag sowohl Tischtennis als auch ein von der Schule organisierter Spieleabend stattfand. Dort treffen sich einmal im Jahr die Eltern mit ihren Kindern, um mit anderen Familien Gesellschaftsspiele zu spielen. Oliver wollte da unbedingt hin, sein Papa (wir leben im <a href="https://www.milchtropfen.de/wechselmodell-ein-erfahrungsbericht/" target="_blank" rel="noopener">Wechselmodell</a> und es war gerade Papa-Woche) hatte aber im Tischtennis-Verein angeboten auszuhelfen. Da es beim Spieleabend ein Muss war, dass ein Elternteil dabei ist, ich verreist war und auch sonst keiner aushelfen konnte, konnte Oliver auch nicht allein zum Spieleabend. Sein Vater wiederum wollte sein Versprechen, beim Tischtennis-Verein auszuhelfen, einhalten und entschied dann, dass sie zum Tischtennis gehen müssen. Nach diesem Abend verließ Oliver den Verein.</p>
<p>Das kann man jetzt so oder so sehen, ob es die richtige <strong>Entscheidung</strong> war oder nicht &#8211; für mich war sie es eindeutig. Ich habe sofort gemerkt, wie ernst es Oliver war, den Verein zu <strong>verlassen</strong>, und damit war die Entscheidung klar.</p>
<p>Was ich sagen will: In solchen Fällen solltest du den Wunsch deines Kindes respektieren und es aus dem Verein nehmen. Es weiterhin dort hinzubringen und zu <strong>zwingen</strong>, wäre mMn keine gute Idee.</p>
<p><strong>Ganz wichtig</strong> ist: Nicht böse reagieren oder gar sagen: &#8222;Dann lassen wir es komplett mit einem Verein! Entweder gehst du hierhin oder nirgendwo!&#8220; Glaub mir, solche Sprüche hab ich von Eltern schon sagen hören, und ich finde, es ist in absolut jeder Hinsicht <strong>kontraproduktiv</strong>. Dein Kind hat den Mut zusammengenommen und sich dir geöffnet, hat dir gesagt, dass es etwas nicht mehr möchte, das musst du akzeptieren und deinem Kind kein schlechtes Gewissen machen, weil es ehrlich zu dir war und dir seine Gefühle gestanden hat.</p>
<p>Und das sage ich, weil ich weiß, dass es Eltern da draußen gibt, die genau so reagieren würden, wovon ich gerade abgeraten habe. Das sind meiner Meinung nach Eltern, die die Leistung ihres Kindes auf sich selbst projizieren und sich besser fühlen, wenn das Kind <strong>erfolgreich</strong> ist, einen Pokal gewinnt oder sonstwie glänzt.</p>
<p>Dass sie ihrem Kind damit keinen Gefallen tun, es so unter <strong>Leistungsdruck</strong> zu setzen und emotional zu manipulieren, sehen sie nicht. Statt ihr Kind in ein Hobby zu zwingen, das ihm gar keinen <strong>Spaß</strong> bereitet und nur für die Eltern hingeht, um von ihnen Anerkennung und &#8222;Liebe&#8220; zu erfahren, sollten sie lieber lernen, an sich selbst zu arbeiten, damit sie auf ihre eigenen Leistungen und Erfolge <strong>stolz</strong> sein können. Sie sollten nicht ihr Ehrgefühl von der Leistung ihres Kindes abhängig machen.</p>
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<h2>7. Warum ein Verein auch die falsche Wahl sein kann</h2>
<p>Oliver ist, würde ich so einschätzen, total wissbegierig und neugierig. Er ist in meinen Augen ein sehr aktiver Mensch, macht super gerne Sport, braucht Bewegung und Action, gammelt aber auch super gerne stundenlang an seinem Tablet rum, um online mit anderen Kindern zu spielen oder seine Lieblingsserie zu suchten.</p>
<p>Was er überhaupt nicht mag, ist Basteln oder <strong>Malen</strong>. Meiner Meinung nach kommt das eher aufgrund von <strong>Vergleichen</strong>. Die Kinder in der Schule und auch im Verein lernen, sich miteinander zu vergleichen und wollen demnach immer der Beste sein. Wenn Oliver dann sieht, dass seine Klassenkameradin ein künstlerisches Talent besitzt und schon echt gut zeichnen kann, motiviert ihn das nicht, Motive für den anstehenden Malwettbewerb zu entwerfen, es zieht ihn nur runter. &#8222;Ich kann nicht malen!!&#8220;, sagt er mir dann mit Tränen in den Augen&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14434" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kind lehnt traurig an der Wand.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kind%20lehnt%20traurig%20an%20der%20Wand.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kind%20lehnt%20traurig%20an%20der%20Wand-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2024/03/Kind%20lehnt%20traurig%20an%20der%20Wand-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn ich aber einfach mit Oliver ein leeres Blatt heraus hole und drauf los zeichne, merke ich, wie es ihn <strong>befreit</strong> und wie viel <strong>Freude</strong> er daran haben kann.</p>
<p>Was ich damit sagen will: Ein Verein kann unter Umständen auch gerade das <strong>Falsche</strong> für dein Kind sein, gerade wenn es um einen <strong>Leistungssport</strong> geht, der darauf abzielt, dass man die Kinder gegeneinander in Wettkämpfen antreten lässt, und es am Ende immer einen Gewinner und einen Verlierer geben wird.</p>
<p>Mein <strong>Tipp</strong>: Erschaffe stattdessen einen Raum, in dem dein Kind frei von Urteilen und Bewertungen einfach sein darf, dann wirst du staunen, wie der Satz &#8222;Ich kann das nicht!!&#8220; sich einfach in Wohlgefallen auflösen wird.</p>
<h2>8. Wenn das Kind in drei Vereine pro Woche geht. Wann ist es zu viel?</h2>
<p>Wenn dein Kind <strong>viele Interessen</strong> hat, dann kann es &#8211; wie bei uns &#8211; vorkommen, dass es in der Woche mehreren Hobbys nachgeht. Ob das <strong>zu viel</strong> für dein Kind ist, entscheidet es selber, aber wir dürfen auch uns selber nicht vergessen, also frag dich &#8222;Was gebe ich gerne und wozu bin ich bereit?&#8220;.</p>
<p>Ein Beispiel: Oliver ging sonst immer dreimal pro Woche zum Schwimmen. Dann hat er sich für Karate interessiert, das ist einmal pro Woche, also kam das noch hinzu. Dann meinte er, er will jetzt auch noch tanzen. Ich persönlich habe dann entschieden, dass es <span style="text-decoration: underline;">für mich</span> zu viel ist, weil die Tanzschule zu weit von uns zu Hause entfernt und stattdessen in der Nähe ist, in der sein Vater wohnt, und das mit den Öffentlichen einfach zu <strong>stressig</strong> ist. Also habe ich gesagt, dass ich weder bereit bin, für ein drittes Hobby zu zahlen, noch dazu, ihn dort hinzubringen und abzuolen. Du merkst, ich sage hier ganz bewusst &#8222;für mich zu viel&#8220;, denn in Papas Woche geht Oliver tatsächlich auch noch einmal zum Tanzen und hat damit an jedem Tag unter der Woche zu tun &#8211; neben Schule, Freunde treffen und diesem ganzen Kram wohlgemerkt.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel, das zeigt, dass es auch für das Kind zu viel werden kann: Wie oben schon erwähnt, ging Oliver ja auch mal zum Tischtennis. An einem Tag in der Woche war erst Schwimmen und danach Tischtennis &#8211; zack auf gleich, also wir mussten echt hinne machen, dass wir das überhaupt zeitlich schaffen. Das wurde ihm dann auch zu viel. Es kommt halt auch drauf an, ob sich die Hobbys gegenseitig <strong>ausgleichen</strong>. Geht dein Kind einer Sportart nach, von der sich der Körper auch erholen muss, würde es sich anbieten, wenn dein Kind als Ergänzung einer leichten Tätigkeit nachgeht und z.B. im Chor singt oder malt oder Achtsamkeitsübungen macht oder weiß der Geier&#8230;</p>
<p>Und dann spielt wie kurz erwähnt auch die Schule noch mit rein: Als in Olivers Schule z.B. das <strong>Schulschwimmen</strong> anfing, fand das 1. am selben Tag wie im Schulverein statt, und dann auch noch direkt hintereinander, also völliger Blödsinn und damit auch vollkommen klar, dass das seinem Körper zu viel ist, also geht er an diesem Tag nur noch zum Schulschwimmen und damit ist der restliche Tag <strong>Freizeit</strong> für ihn.</p>
<p>Wie gesagt kommt es hier ganz auf dein Kind an, das kann ich hier nicht pauschal sagen, was zu viel ist und was nicht, zudem kann es sich mit der Zeit auch einfach wandeln, weil sich die <strong>Interessen</strong> deines Kindes verändern. Da muss man einfach flexibel sein und stets im Hinterkopf behalten, dass es deinem Kind in erster Linie Spaß machen soll.</p>
<p>So und damit sind wir am Ende angekommen! Der Beitrag hat mir UNGLAUBLICH viel Spaß gemacht, das merkt man bestimmt daran, dass ich so viel geschrieben habe. Ich hoffe, ich konnte hiermit die allermeisten Fragen zum Thema Kinderhobby beantworten und würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar unten hinterlässt und mir davon berichtest, welchem Hobby dein Kind nachgeht und wie ihr herausgefunden habt, wofür sich dein Kind interessiert. Was macht ihr, wenn eure Kinder mal bocklos sind?</p>
<div id='c9018_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h2>Quellen</h2>
<p>1. Aufgaben der Kinderfeuerwehr: <a href="https://www.feuerwehr-hoiersdorf.de/ueber-uns/kinderfeuerwehr/aufgaben-der-kinderfeuerwehr/">Aufgaben der Kinderfeuerwehr &#8211; Feuerwehr Hoiersdorf (feuerwehr-hoiersdorf.de)</a></p>
<p>2. Tierschutzverein Berlin: <a href="https://tierschutz-berlin.de/tierschutzverein/tierschutzjugend/">Tierschutzjugend – Tierheim Berlin (tierschutz-berlin.de)</a></p>
<p>3. Nettersheimer Fossilienacker: <a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/raus-in-den-westen/fossilienacker-nettersheim-100.html">Ausflugstipp: Fossilienacker Nettersheim: Goldgräberstimmung und Römergeschichte &#8211; Raus in den Westen &#8211; Radio &#8211; WDR</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/das-richtige-hobby-fuer-dein-kind/">Das richtige Hobby für dein Kind</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wechselmodell &#8211; Ein Erfahrungsbericht</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/wechselmodell-ein-erfahrungsbericht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Feb 2022 13:52:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Wechselmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Betreuungsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[gemeinsam]]></category>
		<category><![CDATA[geschieden]]></category>
		<category><![CDATA[geteilt]]></category>
		<category><![CDATA[getrennt]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Residenzmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Scheidung]]></category>
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		<category><![CDATA[Wochenmodell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Oktober 2021 führen mein Exmann, unser gemeinsames Kind und ich das Wechselmodell durch. Wie lief es anfangs? Wie ist es jetzt nach 4 Monaten? Welche Probleme bei uns auftauchten, ob das Wechselmodell gut für Kinder ist und ob ich es allen Familien empfehlen kann, die sich auch nach der Trennung die Sorge ums Kind ... <a title="Wechselmodell &#8211; Ein Erfahrungsbericht" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/wechselmodell-ein-erfahrungsbericht/" aria-label="Mehr zu Wechselmodell &#8211; Ein Erfahrungsbericht">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/wechselmodell-ein-erfahrungsbericht/">Wechselmodell &#8211; Ein Erfahrungsbericht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Oktober 2021 führen mein Exmann, unser gemeinsames Kind und ich das <strong>Wechselmodell</strong> durch. Wie lief es anfangs? Wie ist es jetzt nach 4 Monaten?</p>
<p>Welche <strong>Probleme</strong> bei uns auftauchten, ob das Wechselmodell gut für Kinder ist und ob ich es allen Familien empfehlen kann, die sich auch nach der <strong>Trennung</strong> die Sorge ums Kind teilen möchten, das erfährst du im heutigen Beitrag.</p>
<p><span id="more-13820"></span></p>
<div id='c8013_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h2>Wechselmodell &#8211; Ein Erfahrungsbericht</h2>
<p>Verliebt, verlobt, verheiratet, getrennt, geschieden, Wechselmodell&#8230; Traurig, aber wahr: Meine Ehe ist nun schon seit fast einem halben Jahr passé.</p>
<p>Aber wenn man sich als Paar eh nicht mehr versteht, beide unglücklich sind und völlig unterschiedliche Dinge wollen, dann ist es mMn das Beste, sich gegenseitig die Möglichkeit zu geben, nochmal woanders sein Glück zu suchen und Frieden zu finden.</p>
<p>Wenn jedoch ein gemeinsames Kind von der Trennung betroffen ist, muss man &#8211; finde ich &#8211; auch mal zurückstecken, sich dazu bereit erklären, Kompromisse einzugehen und sich hin und wieder auch eingestehen, dass man einen Fehler gemacht oder etwas getan hat, was nicht unbedingt zum Wohle des Kindes beitrug. Auch ich habe zum ersten Mal eine <strong>Scheidung</strong> hinter mir, ich schließe mich da nicht aus, <strong>Fehler</strong> gemacht zu haben.</p>
<p>Und es löst immer noch Trauer in mir aus, denke ich an die Zeit zurück, in der alles noch gut war. Ich denke zurück an die, wenn auch schmerzliche, <a href="https://www.milchtropfen.de/die-geburt-meines-sohnes/">Geburt</a>, aber doch vielmehr bleibt die Erinnerung an den Mann zurück, der stundenlang mit mir im Kreissaal gewartet und meinen Rücken gestreichelt hat, der im engen und unbequemen Besuchersessel döste, mit dem ich mir das enge Bett zu zweit teilte, während wir beide auf die Geburt unseres Babys warteten.</p>
<p>Und nein, es war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen in all den Jahren, sonst würde ich heute nicht hier sitzen und diesen Beitrag schreiben, aber mittlerweile bin ich von dem Groll weg, nur das Negative in meinem Ex sehen zu wollen. Klar, es macht das Ganze irgendwie erstmal leichter, verlieh mir auch ein gewisses Maß an Kraft, eine neue Wohnung zu suchen, all den Papierkram zu bewältigen, wieder auf eigenen Füßen zu stehen usw., denn irgendwann ist auch mal gut, dachte ich mir, es muss weitergehen. Ich WILL weitergehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild aligncenter size-full wp-image-13869" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Wochenmodell -Eine-Mama-berichtet-von-ihren-Erfahrungen.jpg" alt="Wechselmodell - Eine Mama berichtet von ihren Erfahrungen" width="735" height="1102" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Wochenmodell%20-Eine-Mama-berichtet-von-ihren-Erfahrungen.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Wochenmodell%20-Eine-Mama-berichtet-von-ihren-Erfahrungen-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Wochenmodell%20-Eine-Mama-berichtet-von-ihren-Erfahrungen-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Wochenmodell%20-Eine-Mama-berichtet-von-ihren-Erfahrungen-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Wochenmodell%20-Eine-Mama-berichtet-von-ihren-Erfahrungen-33x50.jpg 33w" sizes="auto, (max-width: 735px) 100vw, 735px" /></p>
<h2>Die Voraussetzungen für ein Wechselmodell</h2>
<p>Dass unser <strong>Kind</strong> uns beide braucht und auch haben soll, stand für mich immer fest. Die Erfahrungen, die ich als Angestellte u.a. für eine Anwältin im Familienrecht mitnahm, haben mir gezeigt, was ich unbedingt vermeiden will: Eine Schlammschlacht zwischen den Eltern, bei der das Wohl des Kindes völlig außer Acht gelassen wird, Hauptsache, man kann dem anderen Elternteil nur ordentlich schaden.</p>
<p>Diese Sichtweise hab ich zum Glück nie gehabt. Ich kenne zwar den Schmerz und die Wut, die immer wieder hochkommen, doch liegt es mir fern, meinem Ex deshalb sein Kind zu entziehen. Dass ich ein Problem mit dem Vater meines Kindes habe, muss doch nicht die Beziehung zwischen den beiden tangieren. Sollte es auch nicht.</p>
<p>Das Ziel war es also, dass Oliver seine Zeit zu gleichen Teilen bei seinem Vater als auch bei mir, seiner Mutter, verbringen konnte.</p>
<p>Und damit sind wir mMn schon bei einer der <strong>Voraussetzungen</strong> für ein Wechselmodell angekommen: Den eventuellen Streit, den die Eltern unter sich auszutragen haben, beiseite zu schieben, und stattdessen schauen, was gut fürs Kind wäre.</p>
<div id='c2966_177_2' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungausmobile"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside>
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<h2>Am Anfang war Chaos</h2>
<p>Das wöchentliche Wechselmodell lief aber nicht von Anfang an. Tatsächlich lief es eher ziemlich chaotisch ab. Wer so etwas zum ersten Mal durchmacht, wird sicher nachvollziehen können, dass man sich da auch erstmal reinfühlen und einen für alle Beteiligten passenden Weg finden muss.</p>
<p>Erstmal lief es aber wie gesagt chaotisch ab. Ich arbeitete montags, freitags und samstags, teilweise auch sonntags, im Verkauf, der Papa war selbstständig und konnte sich dementsprechend seine Zeiten besser einteilen.</p>
<p>Als dann aber der Lockdown kam und ich aufgrund der Kurzarbeit finanziell ziemlich dumm dastand, suchte ich mir als Sicherheit einen Zweitjob von dienstags bis donnerstags, ich arbeitete also 6, manchmal sogar 7 Tage die Woche. Finanziell sah es nun sehr entspannt für mich aus. Aber Freizeit? Zeit mit meinem Kind? Zeit für mich? Kaum. Und mein Exmann stellte relativ schnell fest:&#8220; Aber dann hast du ziemlich wenig Zeit mit Oliver&#8230;&#8220;</p>
<p>Und so dauerte es nicht lange, bis mein Ex vorschlug, dass wir das Wochenmodell einführten. Es gibt also kein Hin und Her mehr innerhalb der Woche, sondern eine konstante <strong>Woche</strong> für alle. Für den Papa, dass er auch mal am Wochenende Zeit für sich und seine neue Freundin hat. Für Oliver, weil es ihm Ordnung und Beständigkeit gibt. Und auch ich sah die <strong>Vorteile</strong> im Wechselmodell. 6 Tage die Woche zu arbeiten, das macht man vielleicht eine kurze Zeit, aber nicht auf Dauer mit.</p>
<p>Also reduzierte ich meine Einsatztage im Verkauf, um Oliver in &#8222;meiner&#8220; Woche innerhalb der Zeiten des Schulhorts abholen zu können. Der Zweitjob war eine Teilzeitstelle, ich hatte also auch an drei Tagen in der Woche früher Schluss, konnte Oliver zum Fußball und Schwimmen bringen oder wir hatten auch einfach einen Tag nur für uns zwei.</p>
<p>Wenn du dich auch gerade in dieser Findungsphase befindest, dann gib dem Ganzen <strong>Zeit</strong>, sich zu entwickeln. Es muss nicht von Anfang an alles passen und perfekt für alle laufen. Man muss schauen, wie es einem damit geht und bereit sein, etwas zu verändern, wenn es nicht gut funktioniert.</p>

<h2>Was könnte ein Wechselmodell gefährden?</h2>
<p>Damit bin ich auch gleich beim Thema: Was, wenn die/der Expartner*in nicht mit mir an einem Strang zieht?</p>
<p>Folgendes Beispiel: Oliver wurde von seinem Papa beim Fußball angemeldet. Er war dahinter, ihn anzumelden, zum Training zweimal die Woche zu bringen, weil es aufgrund meiner Angestelltenarbeit zeitlich immer sehr knapp und stressig geworden wäre, und hat Oliver auch später beim Schwimmen angemeldet.</p>
<p>Beim Schwimmen merke ich deutlich, wie viel Spaß es Oliver macht. Fußball ist zwar auch ganz nett, aber mit dem Herzen &#8211; so meine Einschätzung &#8211; ist er nicht 100%ig dabei. Wieso nicht einfach die Gelegenheit nutzen und was anderes ausprobieren? Oliver interessierte sich fürs Tanzen. Kurz angefragt beim Tanzstudio, ob ein Schnupperkurs drin wäre. Ja, kein Problem, findet montags statt. Naja, montags ist ja schon Fußball. Doof. Es wurde ein Tag vorgeschlagen, an dem ich bis 19 Uhr arbeiten musste, also fragte ich meinen Exmann, ob er Oliver dort das eine Mal zum Probetanzen hinbringen könnte.</p>
<p>Leider kam die Antwort nicht wie erhofft, denn er lehnte ab. Oliver schon zum Fußball und Schwimmen zu bringen, würde schon viel seiner Zeit in Anspruch nehmen. Wenn ich ihn zum Tanzen bringen wollen würde, müsse ich mich selber darum kümmern.</p>
<p>Da gab es noch andere Situationen, was Kleidung und Haarschnitt betraf. Leider haben beide Elternteile das gleiche <strong>Sorgerecht</strong>. Da kann also der Papa entscheiden, welche Kleidung und welchen Haarschnitt sein Kind bekommt bzw. nicht bekommt, wenn es die eine Woche bei ihm ist. Da sind mir als Mutter die Hände gebunden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13872" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Frau-guckt-irritiert-aufs-Handy.jpg" alt="Frau schaut irritiert aufs Handy" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Frau-guckt-irritiert-aufs-Handy.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Frau-guckt-irritiert-aufs-Handy-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Frau-guckt-irritiert-aufs-Handy-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Das ist bitter, auch weil ich darin zu sehen glaube, dass Oliver in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll (halt &#8222;typisch&#8220; Junge: kurze Haare, Fußball und Schwimmen, aber Ballett? Lange Haare? Mh, nee&#8230;).</p>
<p>In solchen Momenten fühle ich mich hilflos, weil ich keine Möglichkeit sehe, wie ich Oliver da stärken kann. Alles, was ich kann, ist ihm zuzuhören, ihn zu ermutigen, für das, was ihm wichtig ist, den Mund aufzumachen und standhaft zu bleiben. Ich kann mit meinem Ex reden, aber gebracht hat das bislang nichts. Ich kann, was Olivers Hobbys und Interessen betrifft, nach einer anderen Möglichkeit schauen, wie er diese wahrnehmen kann. Kann vielleicht jemand aus dem Freundes- oder Familienkreis Oliver zum Probetanzen bringen? Oder mal einen Tag Fußball ausfallen lassen? Oder selber mit ihm, wenn ich zu Hause bin, ein paar Tanzstunden einlegen?</p>
<p>Wenn der andere Elternteil nicht mitmacht, darf man nicht einfach aufgeben, sondern muss für sein Kind da sein und schauen, wie es vielleicht auf anderem Wege machbar wäre. Das macht das Wechselmodell in solchen Momenten <strong>schwierig</strong>. Es wäre schön, wenn beide Elternteile da an einem Strang ziehen, es ist mMn aber noch kein ausschlaggebender Grund, das Wechselmodell zu beenden, weil ich denke, dass es dennoch wichtig für Oliver ist, bei seinem Vater zu sein, auch wenn das bedeutet, dass es dort nicht immer abläuft, wie ich es gerne hätte.</p>
<h2>Bereitschaft zur Reflexion und Veränderung</h2>
<p>Es geht aber nicht immer um &#8222;Du! Du! Du!&#8220;. Man muss auch bereit sein, das eigene Verhalten zu <strong>reflektieren</strong> und sich Fehler einzugestehen. Auch ich habe Fehler gemacht.</p>
<p>Ich war teilweise noch so verletzt, dass ich nicht in der Lage war, vernünftig mit meinem Ex zu reden, wie man sich nun mal als erwachsener Mensch mit jemandem unterhalten sollte, auch wenn es schwer fällt. Doch gerade in Gegenwart seines Kindes bringt es nichts, sondern macht es nur noch schlimmer fürs Kind, wenn es sieht, wie sich die Eltern, die es ja beide trotzdem sehr liebt, fetzen und angiften.</p>
<p>In einer Situation war es mir aus einem mir noch heute nicht nachvollziehbaren Grund total wichtig, Nein zu meinem Ex zu sagen, dabei hatte er nur gefragt, ob er eine bestimmte Trinkflasche mitnehmen könnte. Nein, sagte ich, die nutze ich gerade selber, und gab ihm eine andere mit. Totaler Kindergarten, blicke ich heute auf diese Geschichte zurück, und ich denke mir, dass es Sachen nur unnötig verkompliziert und das eh schon angeschlagene Verhältnis belastet.</p>
<p>Ich hatte auch mal den Fehler begangen, die Zeit, in der Oliver von seinem Vater abgeholt werden sollte, bereits zu verplanen. Ich plante es zwar nicht fest ein und versprach auch nichts, stellte es aber in Aussicht. Aber es ist die Zeit von Oliver und seinem Vater &#8211; da hab ich mich nicht einzumischen.</p>
<p>Ich hatte auch den eigenen Anspruch an mich selbst, die Zeit, in der Oliver bei mir war, so schön wie nur möglich zu gestalten, geriet dadurch aber in Konflikt mit meinem Bedürfnis, für <strong>finanzielle Sicherheit</strong> zu sorgen. Ich setzte mich selbst so unter Druck, irgendwas ganz Besonderes und Ausgefallenes mit ihm unternehmen zu müssen, weil ich dem Irrglauben verfiel: Wenn ich nur möglichst tolle Sachen mit meinem Kind mache, wird es&#8230; ja&#8230; was eigentlich&#8230;? Mich mehr lieb haben? Dem Papa davon erzählen, dass es bei mir richtig toll war? Ihn neidisch machen? Beeindrucken?</p>
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<h3>Calm down, mommy!</h3>
<p>Ich hatte mir selbst etwas vorgenommen, ohne wirklich zu Ende zu denken. Warum mache ich das denn? Hier geht&#8217;s doch nicht darum, jemandem die lange Nase zu zeigen. Hier geht&#8217;s um mein Kind. Und mein Kind war meist schon völlig damit zufrieden, wenn wir gemeinsam <a href="https://amzn.to/33kRmqF" target="_blank" rel="nofollow noopener">UNO</a>* spielten&#8230;</p>
<p>Es gehört <strong>Mut</strong> dazu, sich Fehler einzugestehen. Es ist leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen, zu meckern und sich zu sagen, dass man das ja alles viel besser kann. Aber den Finger mal einzustecken und sein eigenes Verhalten zu betrachten, fällt schwer und ist unangenehm. Doch wenn man sich fragt: Für wen man ich das denn? Dann ist es plötzlich ganz einfach.</p>
<p>Für alle, die sich mal in die Lage ihres Kindes, das ebenfalls von der Scheidung und Trennung betroffen ist, versetzen möchten, empfehle ich mit ganzem Herzen den Brief &#8222;<a href="https://pb.ekma.de/uploads/pdf/2_3a-pdf_ZuElternkonsens.pdf">20 Bitten von Kindern an ihre geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern</a>&#8220; von Dr. Karin Jäckel. Ich hab ihn mir ausgedruckt und in die Wohnung gehangen, um mich immer wieder daran zu erinnern, ob das, was ich tue, wirklich zum <strong>Wohle</strong> meines Kindes beiträgt. Aufgrund dieses Briefs hab ich auch eingesehen, dass es nicht schön fürs Kind ist, wenn die Mama über Sachen, die der Papa &#8222;mal wieder&#8220; verbockt hat, meckert oder wenn man stattdessen vom Ex in Gegenwart seines Kindes über das, was man &#8222;mal wieder&#8220; vergessen hat, angeranzt wird.</p>
<p>Das Verhalten meines Ex&#8216; kann ich zwar nicht ändern, wohl aber mein eigenes. Ich habe mir also angewöhnt, mich bei Oliver nicht mehr über dessen Papa zu beschweren. <strong>Erwachsenenprobleme</strong> sind eh nicht die Aufgabe unserer Kinder. Wir Erwachsenen tragen dafür die <strong>Verantwortung</strong>, nicht sie.</p>
<h2>Mut haben, eigene Rechte wahrzunehmen</h2>
<p>Ich bin mir noch nicht sicher, ob meine letzte Entscheidung richtig oder falsch war, momentan bin ich aber zufrieden mit mir, weil ich wenigstens den Schritt getan habe, statt einfach nichts zu tun.</p>
<p>Und zwar geht es um das Thema Finanzen. Damals hatte ich mich nicht anwaltlich beraten lassen. Das war dem Umstand geschuldet, dass ich Schuldgefühle aufgrund der Scheidung hatte. Ich gab mir selbst die Schuld für das, was geschehen war, und gestand mir kein weiteres Recht zu, irgendwas zu verlangen. Ich wollte Konflikte vermeiden, ich hatte Angst, die gemeinsame Arbeit mit meinem Ex zu gefährden. Es gab damals viele Gründe für mich, nichts zu tun und alles einfach laufen zu lassen. So auch den Verzicht auf <strong>Versorgungsausgleich</strong>.</p>
<p>Nach einem für mich sehr aufwühlenden &#8222;Gespräch&#8220; mit meinem Ex sah ich mich dann aber derart ungerecht behandelt, dass ich all diese Ängste beiseite schob und mich anwaltlich beraten ließ.</p>
<p>Durch den Wechsel zum Wochenmodell verdiente ich nun deutlich weniger. Bei einem echten Wechselmodell, also wenn das Kind zu gleichen Teilen bei seinen jeweiligen Elternteilen wohnt, teilt man sich auch die gemeinsamen <strong>Kosten</strong> fürs Kind. Wenn aber ein Elternteil weniger verdient als der andere, wäre das ja unfair, also gibt es hierfür eine Berechnung, damit die Kosten <strong>fair</strong> aufgeteilt werden, d.h. je nach Einkommen des Elternteils, und auch ggf. Zahlungen auf Unterhalt fällig sind.</p>

<h3>Vor- und Nachteile abwägen</h3>
<p>Es ist mir immer noch wichtig, in Zukunft den <strong>Umgang</strong> mit meinem Ex auf friedlicher und sachlicher Ebene führen zu können, auch wenn sich immer mehr abzeichnet, dass das Thema Finanzen ziemlich schnell bei uns eskaliert. Mein Ex hat z.B. damals ein gemeinsames Kinderdepot für Oliver eingerichtet, damit er später finanziell besser da steht. Weil wir aber beide eh oft streiten, macht es aus Sicht meiner Anwältin wenig Sinn, gemeinsam darüber zu verfügen. Besser ist es, das Depot aufzuteilen, sodass jeder über die jeweilige Hälfte entscheidet, wie diese anzulegen ist. So eine Entscheidung kann aber auch ziemlich Zündstoff, wenn der Ex das z.B. persönlich nimmt &#8211; warum auch immer, denn das Geld soll ja weiterhin fürs Kind sein und nicht für einen selber, nur dass man eben jetzt selber darüber verfügt, ohne sich vom Ex reinreden lassen zu müssen &#8211; und einen nun dafür bestrafen möchte, indem er einem z.B. Hilfe in anderen Dingen untersagt.</p>
<p>Ja, so ist das, wenn ein getrenntes Paar sich weiterhin das Sorgerecht fürs gemeinsame Kind teilt&#8230; Auch wenn wir uns in einigen Dingen nicht einig sind, müssen wir uns zusammenreißen, miteinander reden und im Falle, dass man nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt, lernen, es zu akzeptieren oder sich für eine Veränderung entscheiden.</p>
<p>Wenn auch du in so einer ähnlichen Situation bist, kann ich dir nur raten: Lass mal eine/n Expert*in rüberschauen und dir eine entsprechende Einschätzung geben. Es heißt ja nicht, dass du sofort handeln musst, aber zumindest weißt du schonmal, woran du bist und was deine <strong>Rechte</strong> wären, wenn du sie denn wahrnehmen möchtest, und auch dein Gegenüber wird sich allein dadurch vielleicht schon anders verhalten, statt davon auszugehen, dass du schon Ja zu allem sagen und es abnicken wirst. Bei allem, was geschehen sein mag: Es ist dein gutes Recht. Wozu haben wir <strong>Gesetze</strong>, wenn man dann aus Angst vor Konflikten davor scheut, davon Gebrauch zu machen?</p>
<p>Dennoch sollte man, bevor man rechtliche Schritte einleitet, immer die Vor- und Nachteile abwägen. Wenn du dir unsicher bist: Mach eine Pro- und Contraliste. Was bringt es dir? Was gefährdest du? Ist es das wert?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13873" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Frau-schaut-nachdenklich-vor-Notebook.jpg" alt="Frau nachdenklich vor Notebook" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Frau-schaut-nachdenklich-vor-Notebook.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Frau-schaut-nachdenklich-vor-Notebook-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/02/Frau-schaut-nachdenklich-vor-Notebook-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Ist das Wechselmodell gut für Kinder?</h2>
<p>Ob das Wechselmodell gut fürs eigene Kind ist, muss immer individuell betrachtet werden &#8211; das hast du dir sicherlich auch schon gedacht. Denn nicht jedes Kind wurde z.B. vor der Trennung zu gleichen Teilen von seinen jeweiligen Elternteilen betreut.</p>
<p>Stell dir vor, die Mama hat ihren Job nach der Geburt aufgegeben, weil sie festgestellt haben, dass es ihrem Baby nicht gut tut, mit einem Jahr in die Kita zu kommen. Es ist noch so sehr an die Mama gebunden, stillt dazu auch sehr oft, also entscheidet sich die Familie gemeinsam, dass die Mama zu Hause bleibt und sich ums Kind kümmert.</p>
<p>Auf der anderen Seite geht der Papa arbeiten, weil es finanziell für die Familie möglich ist, dass nur er der Alleinverdiener ist.</p>
<p>Dadurch, dass Mama und Kind 24/7 miteinander zu tun haben, entsteht natürlich eine ganz andere, enge Bindung und ein Vertrauen, als zu dem Papa, der Vollzeit arbeitet und vielleicht erst abends, wenn das Kind schon schläft, nach Hause kommt.</p>
<p>Jetzt stell dir mal vor, das Paar trennt sich und das Kind soll plötzlich im Wochenmodell eine Woche bei Mama und eine Woche beim Papa verbringen, weil die Mama ja auch irgendwie arbeiten gehen und Geld verdienen muss. Wahrscheinlich wird das Kind die Mama stark vermissen, weil es zu ihr mehr <strong>Vertrauen</strong> hat, als zum Papa.</p>
<p>Wenn aber das Kind z.B. schon älter und es auch gewohnt ist, dass die Mama mal weg, arbeiten oder whatever, und der Papa sich in der Zeit gut um es gekümmert hat, ist das ja eine ganz andere Basis, das Wochenmodell durchzuführen, verstehst du?</p>
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<h2>Wie geht es meinem Kind mit dem Wechselmodell?</h2>
<p>Im Vordergrund sollte stets das Wohl des Kindes stehen, d.h. ich muss mich fragen: Welches Betreuungsmodell gibt meinem Kind die größtmögliche <strong>Sicherheit</strong>? Das kann man mMn erst herausfinden, indem man es eine Zeit lang ausprobiert und immer schaut, wie es dem Kind mit dieser Art von Betreuungsmodell geht. Wirkt es entspannt oder hab ich den Eindruck, dass es sich auffällig verhält?</p>
<p>Ich kenne mittlerweile auch Familien, die ebenfalls das Wechselmodell führen, bei dem aber <strong>keinerlei Kontakt und Austausch</strong> zwischen den getrennten Elternteilen besteht. Diesen Umstand finde ich sehr schade und auch schwierig für das Wechselmodell, denn ich als Mutter möchte schon wissen, wie es meinem Kind beim Papa mit der neuen Freundin ging, wie es in der Schule war, ob ich irgendwas wissen muss&#8230;</p>
<p>Man könnte annehmen: Ach, was, das klappt auch so. Ich sehe meinem Kind doch an, wenn irgendwas sein sollte. Als Elternteil kennt man sein Kind zwar gut, und ich behaupte auch von mir, dass ich meinem Kind anmerken würde, wenn es mir was verschweigt oder wenn es ihm nicht gut geht. Aber sich zu irren, ist menschlich, und manchmal hat man auch den Kopf voll mit anderen Dingen.</p>
<p>Gerade nach meiner Scheidung und der räumlichen Trennung, der Entfremdung zu meinem Ex, den ich seit mehr als 10 Jahren um mich hatte, hatte ich Momente, in denen ich einfach Zeit für mich brauchte. Zum Suhlen in Selbstmitleid, zum Weinen, zum Trauern und Bedauern, zum Fluchen und Wüten, Verzweifeln und, und und &#8211; das ganze <strong>Gefühlschaos</strong> einmal rauf und runter. Da hat man auch manchmal einfach nicht den Blick, zu erkennen, dass das Kind einem gerade (non-)verbal was mitteilt.</p>
<p>Und gerade, wenn der Kontakt zwischen den getrennten Eltern schwierig, unterkühlt und distanziert ist, und man es gerade mal schafft, sich fürs Kind zusammenzureißen, dann kann es passieren, dass man sein Kind völlig übersieht oder falsch einschätzt, wie es ihm gerade damit geht. Wie ist es für ein Kind, das 6 Jahre gewohnt war, Mama und Papa gleichzeitig um sich zu haben? Die lieb zueinander waren? Die sich zwar auch mal gestritten, aber auch wieder versöhnt haben? Mit denen immer gemeinsam gefeiert wurde, mit denen man gemeinsam auf der Couch gesessen, Dinge unternommen, Spiele gespielt, gegessen und im Bett gekuschelt hat? Wie ist es für ein Kind, wenn es das alles plötzlich nicht mehr hat und alles getrennt ist?</p>
<h2>Mut haben, sich Unterstützung zu holen</h2>
<p>Ich als Mutter habe den Eindruck, dass es meinem Kind gut mit dem Wechselmodell geht. Eine Woche bei Mama, eine Woche bei Papa. Ich höre zwar, dass der Papa nun einen <strong>strengeren</strong> Erziehungsstil pflegt, als wir es damals gemeinsam gemacht haben, da waren uns ein <strong>bedürfnisorientierter</strong> Umgang und eine Kommunikation auf Augenhöhe wichtig, aber vielleicht war das alles nur Maskerade, denke ich mir. Vielleicht entsprach dieser Weg nicht dem meines Exmanns und er hat es damals nur aus Anpassung getan. Ich weiß es nicht. Menschen ändern sich. Und dann verstehe ich, wenn mein Kind sagt, dass es lieber 7 Wochen bei mir und 3 Wochen beim Papa sein möchte. Ich bin zwar nicht die Mama, die alles durchgehen und sich gefallen lässt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es natürlich schöner bei dem Elternteil ist, der nicht so streng ist wie der andere. Ist das ein Grund, jetzt vom echten Wechselmodell zum <strong>Residenzmodell</strong> zu wechseln, bei dem das Kind einen festen Wohnsitz hat, statt zwei? Ich weiß es nicht.</p>
<p>Und wenn man was nicht weiß, dann muss man sich halt schlau machen. Sich mit anderen Familien unterhalten und sich austauschen. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Zu letzterer Idee riet mir übrigens meine Anwältin.</p>
<p>Und zwar fand ich es eine wirklich klasse Idee, Oliver Gesprächsstunden bei einem <strong>Psychiater</strong> zu ermöglichen. Es steht zwar noch kein fester Termin an, der Kontakt ist gerade einmal hergestellt, aber ich bin froh, mich auf diesen Weg begeben zu haben, denn ich hab keine Psychologie studiert. Ich bin auch, wenn man mal ehrlich ist, keine unbefangene Person, bei der sich mein Kind mit all seinem Kummer und all seinen Sorgen ausweinen kann. Natürlich bin ich immer für Oliver da, um ihm zuzuhören, wenn er das denn möchte, aber ich verstehe, dass er sich mit Geschichten über den Papa zurück hält, weil er dadurch in einen <strong>Gewissenskonflikt</strong> geraten könnte.</p>
<p>Deshalb finde ich es umso wichtiger, dass Oliver stattdessen eine Person hat, der er sich anvertrauen kann, die unvoreingenommen und neutral ist. Auf diesem Wege kann man dann feststellen, ob das gewählte Betreuungsmodell wirklich die <strong>richtige Wahl</strong> fürs eigene Kind war oder ob sich gerade der Wunsch des Kindes nach einem anderen Betreuungsmodell entwickelt.</p>
<p>Bei den aktuellen Wartezeiten, die nicht selten mehrere Monate dauern können, weil ein Großteil der Psychiater*innen nicht gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen können, wird man, wenn man nicht so lange warten möchte, wohl oder übel ins eigene Portemonnaie greifen müssen. Zur Problematik mit den Therapieplätzen schau dir gerne mal das YouTube Video von Jan Böhmermann bzw. dem ZDF Magazin Royale an.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="YouTube video player" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/mzMj-v1sMI4" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>

<h2>Fazit</h2>
<p>Es gibt sicherlich gute Gründe, warum ein echtes Wechselmodell für manche Familien nicht infrage kommt, aber wenn man dieses Betreuungsmodell wählt, braucht es meiner Erfahrung nach:</p>
<ul>
<li>zuallererst den Blick auf das Wohl des Kindes, unabhängig davon, was für einen Zwist die Eltern untereinander austragen</li>
<li>einen sachlichen Austausch zwischen den Eltern: Wie lief die Woche? Gibt es wichtige Neuigkeiten? Welche Sachen sollen beim Wechsel mitgenommen werden?</li>
<li>Kooperation! Bei uns findet z.B. Sonntag Abend der Wechsel statt. Da erwarten wir gegenseitig voneinander, dass gemeinsame Sachen eingepackt und die Hausaufgaben erledigt sind. Nehmt es nicht persönlich, wenn doch mal was fehlt oder vergessen wurde, Menschen machen Fehler, und gerade bei Veränderungen braucht es Zeit, sich daran zu gewöhnen. Aber wenn sowas häufiger vorkommt, muss das geklärt oder irgendeine Lösung her, damit das Problem nicht mehr vorkommt.</li>
<li>Wohlwollen, z.B. dass ich mich für mein Kind freuen kann, wenn es die Zeit bei seinem Papa genossen hat, statt neidisch oder traurig zu reagieren, aber auch Wohlwollen gegenüber der/m Expartner*in</li>
<li>Mut und Bereitschaft zur Selbstreflexion, sich Fehler einzugestehen und (sich) ggf. entwickeln zu wollen</li>
<li><strong>Vertrauen</strong>, auch wenn z.B. ein gemeinsames Kinderkonto für gemeinsame Kosten oder ein Depot für die spätere finanzielle Absicherung des Kindes eingeführt worden ist. Wenn es kein Vertrauen gibt, dann ist es mMn auch nicht verwerflich, Konten oder Depot zu trennen, damit sich jeder Elternteil selbst um die eine Hälfte bzw. den jeweiligen Anteil kümmert.</li>
<li>Finanzielles fair und sachlich klären, ohne daraus eine persönliche Kiste machen zu wollen</li>
<li>&#8222;See me beautiful&#8220; &#8211; im Sinne der GFK immer das Beste in einem Menschen sehen wollen, gerade, wenn es Konflikte gibt</li>
</ul>
<p>Und wenn die Eltern aufgrund der Trennung ihre Probleme damit haben, ist wohl doch noch eine Veränderung nötig &#8211; egal, wie die für einen persönlich auch aussehen mag.</p>
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<div id="tcpp-iframe-rs" style="width: 100%;">Streitigkeiten in Familiensachen können ganz schön ins Geld gehen, deshalb empfehle ich eine Rechtschutzversicherung, die in solch einem Fall die Anwaltskosten, z.B. für ein Beratungsgespräch oder für eine evtl. spätere Streitigkeit vor Gericht auch weitere Kosten, wie z.B. die anwaltliche Vertretung als auch die Gerichtskosten tragen würde.</div>
<div></div>
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<div>Wer sich keinen Rechtsbeistand leisten kann oder über keine Rechtschutzversicherung verfügt bzw. die jetzige Versicherung nicht greift, kann auch erstmal die kostenlosen <strong>Beratungsangebote</strong> z.B. beim Jugendamt in Anspruch nehmen. Ich kann es nur jeder/m ans Herz legen, sich dahingehend beraten zu lassen. Die Einschätzung einer Person zu hören, die sich mit dem Thema Scheidung, Trennung, Sorgerecht usw. auskennt, gibt einfach Sicherheit und Klarheit, finde ich. Und es tut gut, jemanden zu haben, der ein offenes Ohr für einen hat und Verständnis zeigt. Balsam für die Seele.</div>
<p>Am Ende, muss ich sagen, ist das Single Dasein zwar manchmal echt einsam, es ist aber auch eine für mich wichtige und auch notwendige Erfahrung. Ich war nie allein. Es war immer jemand für mich da. Und das, blicke ich auf meine Kindheit zurück, manchmal auch in Momenten, in denen es mir gut getan hätte, mal selbst nach einer Antwort oder Lösung suchen zu müssen, statt alles präsentiert zu bekommen.</p>
<p>Kam ich aus einer Beziehung raus, war die nächste schon am Start. Ich war auch beziehungsmäßig nie allein. Und doch finde ich diese Erfahrung, unabhängig und auf sich gestellt zu sein, total wichtig. Da ist niemand außer mir, der die Verträge im Blick hat, kündigt, nach besseren Angeboten sucht und neue abschließt. Keiner da, der sich um den Haushalt kümmert. Nur ich, die sich jetzt Gedanken ums finanzielle, seelische und körperliche Wohlergehen kümmern muss.</p>
<p>Es ist auf jeden Fall noch viel zu lernen und manchmal erschlägt mich der Berg an To Do&#8217;s, sodass ich erstmal runterkommen, atmen, mich sortieren und mich dann Step by Step ans Werk machen kann, aber ich bin &#8211; zumindest jetzt gerade in diesem Moment &#8211; zuversichtlich, dass es nur noch besser werden kann.</p>
<p>Wenn auch du mir von deinen <strong>Erfahrungen</strong> berichten oder den einen oder anderen <strong>Tipp</strong> für Menschen wie mich hast, die getrennt leben und sich das Sorgerecht teilen, dann freue ich mich, unten in den Kommentaren darüber zu lesen.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/wechselmodell-ein-erfahrungsbericht/">Wechselmodell &#8211; Ein Erfahrungsbericht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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