<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Autonomie &#8211; Milchtropfen</title>
	<atom:link href="https://www.milchtropfen.de/tag/autonomie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.milchtropfen.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 11 Oct 2018 23:07:39 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.7.2</generator>

<image>
	<url>https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/Milchtropfen-favi-45x45.png</url>
	<title>Autonomie &#8211; Milchtropfen</title>
	<link>https://www.milchtropfen.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/4-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren/</link>
					<comments>https://www.milchtropfen.de/4-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Oct 2018 12:36:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Adultismus]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Belohnung]]></category>
		<category><![CDATA[Bestrafung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Drohung]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[kommunizieren]]></category>
		<category><![CDATA[Konsequenz]]></category>
		<category><![CDATA[reden]]></category>
		<category><![CDATA[Respekt]]></category>
		<category><![CDATA[respektlos]]></category>
		<category><![CDATA[Satz]]></category>
		<category><![CDATA[Sätze]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[sprechen]]></category>
		<category><![CDATA[Spruch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprüche]]></category>
		<category><![CDATA[Strafe]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[trösten]]></category>
		<category><![CDATA[Verständnis]]></category>
		<category><![CDATA[Wertschätzung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.milchtropfen.de/?p=10747</guid>

					<description><![CDATA[<p>Schnappst du manchmal auch Sätze von den Menschen um dich herum auf und denkst dir nur &#8222;HÄ?! Das ist doch voll unlogisch.&#8220;? Heute stelle ich dir mal meine Top Vier der unlogischsten Sprüche vor, die ich von Eltern gehört habe. 4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören Als ich an diesem Beitrag gearbeitet habe, ... <a title="4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/4-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren/" aria-label="Mehr zu 4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/4-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren/">4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schnappst du manchmal auch Sätze von den Menschen um dich herum auf und denkst dir nur &#8222;HÄ?! Das ist doch voll <strong>unlogisch</strong>.&#8220;?</p>
<p>Heute stelle ich dir mal meine Top Vier der unlogischsten <strong>Sprüche</strong> vor, die ich von Eltern gehört habe.</p>
<p><span id="more-10747"></span></p>
<h2>4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören</h2>
<p>Als ich an diesem Beitrag gearbeitet habe, hab ich mich gefragt, was ich damit bezwecken will. Was will ich mit diesem Artikel ausdrücken, fragte ich mich.</p>
<p>Es geht mir nicht darum, mich über andere lustig zu machen oder mich als bessere Mutter zu profilieren, indem ich mit dem Zeigefinger auf andere zeige.</p>
<p>Mir geht es heute einzig und allein darum, aufzuzeigen, wie unlogisch manche Eltern mit ihren Kindern reden und dass sich jede/r einzelne die folgenden Situationen mal unter <strong>Erwachsenen</strong> vorstellen sollte.</p>
<p>Mit den folgenden Beispielen sind wir auch ganz schnell beim Thema <strong>Adultismus</strong>, der Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen, die auf einem bestehenden Ungleichgewicht zwischen Erwachsenen und Kindern bzw. Jugendlichen fußt.</p>
<p>Kinder werden heute immer noch <strong>respektlos</strong> behandelt und es scheint kaum jemanden ernsthaft zu schockieren, dass Eltern so mit ihren Kindern reden.</p>
<p>Ich möchte heute einfach <strong>aufmerksam</strong> darauf machen, in welchen Sätzen sich Adultismus versteckt und, um den Beitrag nicht ganz so düster enden zu lassen, auch aufzeigen, wie man stattdessen mit dem betroffenen Kind hätte reden können.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-10777" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren.jpg" alt="Vier unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren-33x50.jpg 33w" sizes="(max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>1. Umgang mit Schmerz</h2>
<p>Folgende Situation spielte sich auf dem Spielplatz ab: Eine Mutter kommt mit ihrem Kind und einem Baby im Kinderwagen zum Spielplatz. Das ältere <strong>Kind</strong> ist mit seinem Laufrad unterwegs und fällt hin. Es fängt an zu <strong>weinen</strong>. Die Mutter meint daraufhin zum Kind, das noch am Boden liegt: &#8222;Wenn du selber hinfallen kannst, dann kannst du auch selber aufstehen.&#8220;.</p>
<p>Der Satz ist an und für sich schon unlogisch. Wenn ich immer so argumentieren würde, dann könnte ich auch sagen:&#8220; Wenn du dir ein Bein brichst, dann kannst du es auch reparieren.&#8220;.</p>
<p>Das Kind ist ja nicht absichtlich gestürzt. Es ist mit seinem Laufrad ausgerutscht und hingefallen. Versetze ich mich in die Lage jenes Kindes, was würde ich dann gern hören? Was täte mir in diesem Moment gut?</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10761" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-klebt-pflaster-auf-knie-vom-kind-das-mit-dem-laufrad-hingefallen-ist.jpg" alt="Mutter klebt Pflaster auf Knie vom Kind, das mit dem Laufrad hingefallen ist" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-klebt-pflaster-auf-knie-vom-kind-das-mit-dem-laufrad-hingefallen-ist.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-klebt-pflaster-auf-knie-vom-kind-das-mit-dem-laufrad-hingefallen-ist-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-klebt-pflaster-auf-knie-vom-kind-das-mit-dem-laufrad-hingefallen-ist-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wahrscheinlich so etwas in der Art wie: &#8222;Oh je, hast du dir weh getan?&#8220;, &#8222;Bist du verletzt?&#8220;, &#8222;Ist alles in Ordnung bei dir?&#8220;, &#8222;Ups, da war der Boden echt rutschig. Warte, ich helf dir auf.&#8220;. Dazu vielleicht noch ein <strong>mitfühlender</strong> Blick, eine ausgestreckte Hand oder ein Streicheln und das Kind hätte etwas ganz anderes aus diesem Erlebnis gelernt.</p>
<p>Beispielsweise, dass Mama da ist, wenn es hingefallen ist und Schmerzen hat. Dass sie sich um es kümmert, sich um es sorgt, es liebt. Dass sie seinen <strong>Schmerz</strong> wahrnimmt und ernst nimmt.</p>
<p>Kein/e Erwachsene/r würde zu einem erwachsenen Menschen, der gerade vom Fahrrad gestürzt ist, sagen:&#8220;Wenn Sie selber hinfallen können, können Sie auch selber aufstehen.&#8220;. Das zeigt, wie <strong>unterschiedlich</strong> wir mit Kindern umgehen. Das zeigt Adultismus.</p>

<h2>2. Umgang mit Trauer</h2>
<p>Auf dem Spielplatz. Mir fällt ein Mädchen auf, das oft weint, scheinbar wegen jeder <strong>Kleinigkeit</strong>. Ihre Mama wirkt genervt. Das Mädchen entdeckt eine Blume, pflückt sie, lässt sie fallen, und will gerade wieder ansetzen zu weinen, als sie von ihrer Mutter unterbrochen wird mit folgenden Worten:&#8220;Elena (den Namen habe ich geändert), Elena, wir weinen nicht wegen einer Blume. Ok? Wir weinen nicht wegen einer Blume.&#8220;. Dabei schaut sie ihrer Tochter eindringlich in die Augen und hält ihre Hände. Das Kind weint nicht.</p>
<p>Und warum, frage ich, dürfen wir nicht wegen einer Blume weinen? Wenn sie uns doch gerade so <strong>wichtig</strong> war, dass wir sie gepflückt haben und behalten oder jemandem zeigen wollten. Diese wunderschöne und besondere Blume liegt jetzt auf dem nassen, sandigen Boden und eine ganze <strong>Welt</strong> bricht gerade für ein Mädchen zusammen. Ist das nicht tragisch? Da kann man doch richtig <strong>traurig</strong> werden und darüber <strong>weinen</strong>, oder etwa nicht?</p>
<p>Dürfen Kinder nur über Sachen weinen, die Erwachsene auch traurig finden? Wenn ein Mensch gestorben ist, ist das Grund genug, dass man weinen darf? Ist eine zu Boden gefallene Blume Grund genug, dass man weinen darf?</p>
<p>Niemand kann die Dinge so sehen, wie wir sie gerade mit unseren Augen sehen und kann sie auch nicht so fühlen, wie wir sie gerade mit unserem Herzen fühlen. Wenn also ein Kind aus tiefstem Herzen darüber bestürzt ist, dass ihm die Blume aus der Hand geglitten und zu Boden gefallen ist, und es nun das innere <strong>Bedürfnis</strong> danach verspürt, darüber zu weinen, dann ist das verdammt nochmal sein <strong>Recht</strong>.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10762" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-bewundert-loewenzahnblume.jpg" alt="Kind bewundert Löwenzahnblume" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-bewundert-loewenzahnblume.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-bewundert-loewenzahnblume-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-bewundert-loewenzahnblume-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Unsere Aufgabe ist es dann, zu begleiten. Und ja, ich befinde mich gerade mit meinem 3,5-jährigen Sohn in einer Phase, in der jedweder Kontakt mit anderen die reinste Achterbahnfahrt ist und ich viiiiiel <strong>begleiten</strong> muss. Ich kenne es wirklich gut, wenn irgendwann die Luft raus ist, aber wenn ich gerade keine <strong>Empathie</strong> oder Kraft übrig habe, mein Kind mit netten Worten durch seine Trauer oder was auch immer für ein unangenehmes Gefühl zu begleiten, dann kann ich immer noch <strong>Präsenz</strong> zeigen, meinen Mund halten und einfach da sein und Händchen halten (wenn mein Kind das zulässt).</p>
<p>Sicherlich hätte es dem Mädchen ganz gut getan, dass es mit seinem Schmerz gesehen wird. So etwa:&#8220;Oh nein, dir ist die Blume runtergefallen und das macht dich grad ganz traurig?&#8220;, daraufhin gibt es vielleicht ein weinendes &#8222;JAA!&#8220; als Antwort. &#8222;Stört es dich, dass die Blume jetzt voller Sand ist?&#8220;, woraufhin vielleicht noch ein schmerzlicheres &#8222;JAAAA!&#8220; kommt. &#8222;Würde es dir <strong>helfen</strong>, wenn wir die Blume unter Wasser halten und vom Sand befreien?&#8220;, was bei meinem Sohn zumindest schon ein kleines Lächeln aufblitzen lassen würde.</p>
<p>Es ist so schön, wenn eine kaputte Welt so einfach wieder repariert werden kann, manchmal ist das aber auch nicht möglich. Wenn mein Sohn zum Beispiel tief darüber <strong>bestürzt</strong> ist, dass jetzt der Mond aufgeht und die Sonne untergegangen ist. Das ist traurig und ich kann ihn auch <strong>verstehen</strong>, aber ich kann es nicht ändern. Und dann kann ich nichts weiter tun, als Verständnis zu zeigen und zu trösten bzw. zu schweigen und da zu bleiben, wenn ich nichts sagen darf.</p>
<p>Aber unsere Kinder lernen dadurch etwas ganz wichtiges: Zuwendung. Mitgefühl. Verständnis. Akzeptanz. Ihre eigenen Gefühle, die da gerade in ihnen toben und gesehen werden wollen.</p>

<h2>3. Umgang mit Autonomie</h2>
<p>Der <strong>Klassiker</strong>: &#8222;Wenn du &#8230; machst, dann &#8230;&#8220;</p>
<p>Dieses Beispiel lässt sich in jedweder Form variieren. In den vorderen Teil &#8222;Wenn du &#8230; machst&#8220;, kommt ein x-beliebiges <strong>Verhalten</strong> des Kindes, das von der/m Erwachsenen missbilligt wird. Auf das &#8222;dann &#8230;&#8220; folgen dann die kreativsten <strong>Strafandrohungen</strong>.</p>
<p>So zum Beispiel: Ein Kind, das gerade Laufrad fahren lernt, wird von seiner Mutter begleitet. Sie muss ziemlich hinterher hetzen, beschützend hält sie ihre Hände in Rückennähe ihres Kindes.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10769" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-hilft-kind-beim-fahrradfahren.jpg" alt="Mutter hilft Kind beim Fahrradfahren" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-hilft-kind-beim-fahrradfahren.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-hilft-kind-beim-fahrradfahren-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-hilft-kind-beim-fahrradfahren-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Das Kind schwenkt nach links und kommt vom ebenen Weg ab und wird von der Wiese gebremst. Es ist überrascht, scheinbar ist es selbst verwundert darüber, wo es gerade gelandet ist. Es freut sich und lacht, die Mama sagt, dass es lenken muss. Sie will das Kind wieder auf den ebenen Weg bringen, doch das Kind lenkt dagegen und freut sich. Die Mutter schaut verärgert drein und erwidert:&#8220;Wenn du so weitermachst, kannst du gleich absteigen.&#8220;</p>
<p>Ploppt bei dir auch gerade so ein &#8222;HÄ?!&#8220; auf? Bei mir schon. Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun? Wenn das Kind also nach links lenkt, dann kann es absteigen? Das ergibt doch gar keinen Sinn. Für jene Mutter ist dieser Satz sicherlich total logisch gewesen.</p>
<p>Eine <strong>logische Konsequenz</strong> ist das aber nicht, wenn das Kind nach links lenkt, dass es dann vom Laufrad absteigen soll. Diese Konsequenz hat sich die Mutter so ausgedacht. Denn eigentlich ist es keine natürliche oder logische Konsequenz, sondern schlichtweg eine Strafandrohung. Wenn du nicht so machst, wie ich es will, dann <strong>bestrafe</strong> ich dich. Leider immer noch ein Klassiker, wenn ich Eltern mit ihren Kindern reden höre.</p>

<h3>Auf der Suche nach Bedürfnissen</h3>
<p>Was aber wäre so schlimm gewesen, das Kind weiter über die Wiese fahren zu lassen? Vielleicht war die Mutter <strong>besorgt</strong>, dass es da so holprig und uneben ist und sie noch mehr aufpassen und hinterher sein muss, vielleicht sah sie schon den nächsten Sturz kommen und wollte es lieber <strong>vermeiden</strong>. Vermeiden, dass das Kind Schmerzen hat und weint, getröstet werden muss, vielleicht noch ein Wutanfall dazukommt, weil es nicht getröstet werden will.</p>
<p>Sie stellt ihr Bedürfnis nach Einfachheit und Sicherheit über das Bedürfnis ihres Kindes nach Spaß, Selbstbestimmung, Autonomie, Entdecken, Lernen uvm.</p>
<p>Und das wäre in meinen Augen auch ok gewesen, wenn es so <strong>kommuniziert</strong> worden wäre mit dem Kind. Stattdessen bekommt es aber nur eine für das Kind nicht nachvollziehbare <strong>Drohung</strong> zu hören und wird &#8222;gehorchen&#8220;, wenn es nach dem Prinzip von <strong>Belohnung</strong> und Bestrafung erzogen wird. Es hat gelernt, Dinge zu tun oder nicht zu tun, weil es dann entweder eine Belohnung bekommt oder bestraft wird. Es lernt nicht, worum es seiner Mutter in dem Moment eigentlich ging.</p>
<h3>Mögliche Kommunikation zwischen Mutter und Kind</h3>
<p>Was wäre, wenn stattdessen folgende Kommunikation zwischen Kind und Mutter abgelaufen wäre:</p>
<p>Mama:&#8220;Hups! Wo sind wir denn jetzt gelandet? Mitten auf der Wiese? Da fährt es sich aber echt holprig. Guck mal, wie viele Stöcker da rumliegen und wie viele Huckel es dort gibt. Lass uns wieder zum Gehweg zurück gehen, da fährt es sich <strong>leichter</strong>, ok?&#8220;</p>
<p>Die Mutter manövriert das Laufrad zurück zum Gehweg, doch das Kind lenkt wieder zur Wiese, beide landen wieder auf der Wiese und das Kind lacht.&#8220;</p>
<p>Mama:&#8220;Huch! Wir sind ja schon wieder auf der Wiese gelandet. Heißt das, dass du lieber auf der Wiese weiter fahren möchtest?&#8220;</p>
<p>Kind:&#8220;Jaaaaa! Auf der Wiese fahren!&#8220;</p>
<p>Mama, wenn es für sie ok ist:&#8220;Ok, aber dann halt dich gut fest, es wird jetzt nämlich etwas holprig. Und los&#8230;&#8220;</p>

<p><strong>ODER</strong></p>
<p>Mama, wenn es für sie nicht ok ist:&#8220;Ah, verstehe, du willst lieber auf der Wiese fahren, das macht dir wohl mehr Spaß, hm? Hör mal, ich sehe, dass hier überall Stöcker rumliegen und Schlaglöcher in der Wiese sind. Das <strong>erschwert</strong> uns das Laufradfahren, finde ich, weil du dann ständig über die Huckel oder in diese Löcher fährst. Ich hab da <strong>Sorge</strong>, dass du da so oft umfällst und würde uns das gern ersparen. Ich fände es <strong>angenehmer</strong>, wenn du hier auf dem Gehweg weiterfährst und ich dich dort begleite. Können wir auf den Gehweg zurückkehren und dort weiterfahren?&#8220;</p>
<p>Das sind wie gesagt alles nur ausgedachte <strong>Beispiele</strong>, wie das Gespräch zwischen Mutter und Sohn hätte statt der Strafandrohung verlaufen können. Meiner Meinung nach wird dadurch viel verständlicher, was Kind und Mutter wollen, es trägt zum gegenseitigen <strong>Verständnis</strong> bei.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10766" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an.jpg" alt="Mutter und Tochter Stirn an Stirn lächeln sich an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>4. Die Sache mit dem Vertrauen</h2>
<p>Manchen Eltern fällt es auch gar nicht auf, wenn sie etwas total Unlogisches sagen. So etwas wie &#8222;<strong>Pass auf</strong>!&#8220;.</p>
<p>Eltern sagen das, wenn sie ihr Kind darauf aufmerksam machen wollen, dass es jetzt bei dem, was es vorhat, besonders vorsichtig sein soll. Es ist gar nicht böse gemeint, wenn Eltern ihr Kind zu besonderer <strong>Vorsicht</strong> aufrufen.</p>
<p>Tatsächlich ist ein &#8222;Pass auf!&#8220; aber völlig unnötig. Kein Kind klettert auf ein Klettergerüst und ist dabei bewusst unvorsichtig oder hat vor, sich dabei zu verletzen. Natürlich unternimmt ein Kind alles in seiner Macht stehende, um eine <strong>Herausforderung</strong> zu meistern, dazu muss es nicht hören, dass es aufpassen soll.</p>
<p>Das Gegenteil tritt dann ein, wenn Kinder ständig und immerzu zu hören bekommen, dass sie auf dieses und jenes Acht geben und aufpassen und vorsichtig sein sollen: Sie beginnen, an sich selbst zu <strong>zweifeln</strong>. Dazu kommt noch die Angst ihrer Eltern und irgendwann passiert dann genau das, wovor die Eltern ihr Kind beschützen wollten: Es scheitert.</p>
<p>Was kann man also statt diesem schwammigen &#8222;Pass auf!&#8220; sagen? Wenn mein Sohn sich beispielsweise auf seinem Laufrad einer Straße nähert, dann sage ich so etwas ähnliches wie:&#8220;Ok, da vorne ist die Straße, da lassen wir dann ordentlich die Reifen quietschen (damit ist bei uns das Bremsen gemeint, das wir schon eingeführt hatten, als Oliver noch zu Fuß unterwegs war).&#8220; Es ist also kein direktes &#8222;Sei Vorsichtig!&#8220;, sondern lediglich eine kurze Erinnerung an ein kleines Spiel, das uns Spaß macht.</p>
<p>Für andere, nicht so heikle Situationen wie die obige mit der Straße können die Eltern sich auch einfach mal im <strong>Schweigen</strong> üben und das &#8222;Pass auf dich auf!&#8220;, das ihnen schon auf der Zunge liegt, herunterschlucken, oder sie <strong>ermutigen</strong> ihr Kind, indem sie ihm viel Spaß auf dem Klettergerüst wünschen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10764" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-baumelt-an-klettergeruest-und-hat-spass.jpg" alt="Kind baumelt an Klettergerüst und hat Spaß" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-baumelt-an-klettergeruest-und-hat-spass.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-baumelt-an-klettergeruest-und-hat-spass-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-baumelt-an-klettergeruest-und-hat-spass-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Auch heute reden wir mit Kinder anders als mit Erwachsenen. Gerade in Momenten, in denen wir überfordert, genervt und gestresst sind, sagen wir Dinge zu unseren Kindern, die wir so nie zu einem <strong>Erwachsenen</strong> sagen würden.</p>
<p>Manchmal wiederholen wir einfach nur die Erziehungsmethoden, die wir selber als Kind erfahren haben, manchmal hat es sich aber auch erst allmählich im Alltag eingeschlichen, dass wir in einer bestimmten Art und Weise mit unseren Kindern <strong>reden</strong>, die wir aber nie benutzen würden, wenn wir mit unseren Freund*innen, Kolleg*innen usw. sprechen würden.</p>
<p>Das Gute: Wenn wir uns einmal darüber bewusst geworden sind, dann können wir endlich damit beginnen, uns zu ändern.</p>
<p>Damit meine ich nicht, dass wir uns einfach verbieten, in einer bestimmten Art und Weise mit anderen zu <strong>kommunizieren</strong> oder andere zu behandeln, sondern dass wir uns im ersten Moment selber verzeihen können, was bislang passiert ist. Dass wir uns bewusst damit auseinandersetzen, wie es dazu kommen konnte, weshalb wir so und nicht anders reagiert haben.</p>
<p>Wenn wir erkennen, dass wir so nicht weiter mit unseren Kindern reden wollen und uns dazu entscheiden, eine Kommunikation zu wählen, die <strong>Respekt</strong>, <strong>Wertschätzung</strong>, Akzeptanz, Zuneigung, Verständnis uvm. beinhaltet, dann haben wir das größte Hindernis schon hinter uns. Denn wir fangen endlich an, all das, was sonst für immer dagewesen und normal angesehen wurde, zu hinterfragen und einen neuen Weg einzuschlagen, das zu einem Leben führt, das uns mit anderen <strong>verbindet</strong> anstatt uns von ihnen zu trennen.</p>
<p>Was für unlogische Sprüche von Erwachsenen an Kinder kennst du noch?<br />
</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/4-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren/">4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.milchtropfen.de/4-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>28</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Meins!&#8220; &#8211; Die Sache mit dem Teilen</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/meins-die-sache-mit-dem-teilen/</link>
					<comments>https://www.milchtropfen.de/meins-die-sache-mit-dem-teilen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Sep 2017 15:53:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinkind]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[deins]]></category>
		<category><![CDATA[Egoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Egoist]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[meins]]></category>
		<category><![CDATA[Phase]]></category>
		<category><![CDATA[Spielzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Streit]]></category>
		<category><![CDATA[teilen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.milchtropfen.de/?p=6740</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als mein Sohn noch ganz klein war, war es ihm völlig egal, wenn ihm etwas weggenommen wurde. Doch mit 2,5 Jahren sieht das schon ganz anders aus. Da wird fremdes Spielzeug gern genommen, das eigene jedoch rigoros verteidigt. Das kann ganz schön anstrengend sein, muss es aber nicht. Wie wir mit dem Thema &#8222;Teilen&#8220; umgehen, ... <a title="&#8222;Meins!&#8220; &#8211; Die Sache mit dem Teilen" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/meins-die-sache-mit-dem-teilen/" aria-label="Mehr zu &#8222;Meins!&#8220; &#8211; Die Sache mit dem Teilen">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/meins-die-sache-mit-dem-teilen/">&#8222;Meins!&#8220; &#8211; Die Sache mit dem Teilen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als mein Sohn noch ganz klein war, war es ihm völlig egal, wenn ihm etwas weggenommen wurde. Doch mit 2,5 Jahren sieht das schon ganz anders aus. Da wird fremdes Spielzeug gern genommen, das eigene jedoch rigoros verteidigt.</p>
<p>Das kann ganz schön anstrengend sein, muss es aber nicht. Wie wir mit dem Thema &#8222;<strong>Teilen</strong>&#8220; umgehen, verrate ich dir im heutigen Beitrag.</p>
<p><span id="more-6740"></span></p>
<h2>&#8222;Meins!&#8220; &#8211; Die Sache mit dem Teilen</h2>
<p>Früher hab ich über das Teilen noch anders gedacht. Ich war der Meinung, wenn mein Sohn sein Spielzeug gerade nicht benutzt, kann ruhig ein anderes Kind damit spielen. Warum auch nicht? Dafür ist <strong>Spielzeug</strong> da: um bespielt zu werden; nicht, damit es doof in der Ecke rumliegt.</p>
<p>Wenn mein Sohn das Spielzeug, das er gerade noch ignoriert hatte, nun doch haben wollte, bloß, weil ein anderes Kind jetzt hochkonzentriert damit spielte, ließ ich nicht zu, dass er es bekam. Ich erklärte, dass er die ganze Zeit nicht damit spielen wollte und es nur deshalb haben will, weil ein anderes Kind dafür Interesse zeigt.</p>
<p>Da gab es natürlich ordentlich Terror. Ich tröstete, aber ich fand meine Denkweise total <strong>logisch</strong> und ließ mich nicht überzeugen.</p>
<h2>Warum ich meine Meinung änderte</h2>
<p>Heute schäme ich mich ein wenig für mein Verhalten. Aber zu der Zeit fand ich es absolut verständlich, so zu handeln.</p>
<p>Ich war zwar nicht der Meinung, dass er Spielzeug, mit dem er gerade spielt, <strong>teilen muss</strong>, aber Spielzeug, das einfach nur herumliegt? Das kann doch von anderen ruhig bespielt werden. Also wie kam es dazu, dass ich dann DOCH meine Meinung dazu änderte?</p>
<p>Es war reiner Zufall. Ich fand einen <a href="http://www.brigitte.de/familie/mitfuehlen/kinder-muessen-nicht-teilen---diese-mama-ist-stinksauer-10923318.html" target="_blank" rel="noopener">Artikel zum Thema Teilen</a>, der mir wirklich die Augen öffnete.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7171" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-spielt-mit-kindern-auf-dem-boden-und-macht-grosse-augen.jpg" alt="Frau spielt mit Kindern auf dem Boden und macht große Augen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-spielt-mit-kindern-auf-dem-boden-und-macht-grosse-augen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-spielt-mit-kindern-auf-dem-boden-und-macht-grosse-augen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>In dem Artikel ging es darum, dass eine Mutter mit ihrem Sohn auf dem Spielplatz ist. Er spielt mit seinen neuen Transformers- und Minecraft-Figuren, als plötzlich 6 Jungs angerannt kommen und sie haben wollen. Der Junge ist überfordert, schaut seine Mutter fragend an und sie sagt: &#8222;Du kannst ihnen sagen, dass du das nicht möchtest. <strong>Sag einfach nein</strong>. Mehr musst du nicht sagen.&#8220;</p>
<p>Dieser Artikel löste in mir einen echten Schock aus, einen richtigen Aha-Schock! Obwohl so ein Außendruck herrschte (sowohl von den Kindern als auch deren Eltern), stand diese Mutter voll und ganz hinter ihrem Sohn. Es war ihr egal, wie die anderen über sie und ihren Sohn dachten. Sie sah, dass ihr Sohn sich sehr unwohl fühlte und beschützte ihn.</p>
<p>Auf einmal erkannte ich, dass ich genau so hätte reagieren müssen, als mein Sohn sein Spielzeug einforderte. Ich hätte für ihn da sein sollen, statt mich gegen ihn zu stellen.</p>
<p>Wenn es also wieder Streit beim Teilen gab, sah ich genauer hin. Warum will er nicht teilen? Gibt es sogar bestimmte Situationen, in denen er nicht teilen will?</p>
<div id='c4977_177_2' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungausmobile"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside>
<script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block;"
     data-ad-format="link"
data-full-width-responsive="true"
     data-ad-client="ca-pub-1779890969656116"
     data-ad-slot="6725055877"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script><br style="clear:both;"></div>

<div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block;"
     data-ad-layout="link"
data-full-width-responsive="true"
     data-ad-client="ca-pub-1779890969656116"
     data-ad-slot="9143389553"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script><br></div>











</div>
<h2>Warum mein Sohn nicht teilen will</h2>
<p>Und tatsächlich: Gerade auf dem <strong>Spielplatz</strong> fiel mir auf, dass mein Sohn in ganz bestimmten <strong>Situationen</strong> nicht teilen wollte.</p>
<h3>1. Zu viel auf einmal</h3>
<p>Er ist schlichtweg mit dem Drumherum <strong>überfordert</strong>. Da kommt beispielsweise mit einem Mal eine Horde Kinder auf uns zugerannt und will mitspielen.</p>
<p>Da kann man gar nicht Stück für Stück miteinander warm werden, sondern wird gleich ins kalte Wasser geworfen. Muss nicht nur ein Spielzeug im Auge behalten, sondern gleich 10, weil unserer Ansage, dass nur hier bei uns mit dem Spielzeug gespielt wird, nicht nachgegangen wird. Dann rennt der eine mit dem Spielzeug zur Rutsche ohne zu fragen, und während mein Sohn schon am <strong>Heulen</strong> ist, wird ein anderes Spielzeug von ihm auf den Hügel geschleppt.</p>
<p>Völlig klar, dass er dann dem nächsten Kind, das fragt, ob es mit diesem oder jenem spielen darf, mit einem gekreischten &#8222;NEIIIN!!&#8220; antwortet.</p>
<p>Wenn dann noch <strong>Müdigkeit</strong> hinzukommt, brauch ich mich nicht wundern, wenn er nicht teilen will.</p>
<h3>2. Ausgeliehenes Spielzeug verschwindet</h3>
<p>Spielzeug, das sich ausgeborgt wurde, <strong>verschwindet</strong> auch einfach mal ganz schnell irgendwo, weil die Kinder es im Spielwahn liegen lassen, vergessen und uns nicht zurück geben.</p>
<p>Schonmal auf der Suche mit jenem Kind gewesen, um das Spielzeug <strong>wiederzufinden</strong>? Sie schicken einen überall hin, nur nicht da, wo sie es haben liegen lassen. Ich bin mit der Mutter schon in manche Gräben gehüpft, letztendlich lag das Spielzeug irgendwo mitten auf dem Gehweg.</p>
<h3>3. Geborgtes Spielzeug wird nicht pfleglich behandelt</h3>
<p>Ich weiß. Spielzeuge sind <strong>Gebrauchsgegenstände</strong>. Manche mehr, manche weniger aus hochwertigen Materialien. Billiges Plastik geht einfach schnell <strong>kaputt</strong>. Da kann ich wirklich nachvollziehen, wenn auch mal was zu Bruch geht.</p>
<p>Aber wenn Spielzeug aus Metall (!) nur noch in zwei Hälften zu uns zurück kommt, dann frage ich mich, was die Kinder damit anstellen. Zum Glück konnte das Lieblingsspielzeug meines Sohnes, ein gelber <a href="http://amzn.to/2y032L5" target="_blank" rel="nofollow noopener">Abschleppwagen</a>* aus Metall, wieder repariert werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7170" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/demolierter-abschleppwagen-aus-metall.jpg" alt="demolierter Abschleppwagen aus Metall" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/demolierter-abschleppwagen-aus-metall.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/demolierter-abschleppwagen-aus-metall-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Das waren alles so Situationen, die mir gezeigt haben: Da würde ich auch nicht (mehr) gern teilen.</p>
<p>Vielmehr erkannte ich, dass auch <strong>ICH</strong> nicht gern alles und mit jeder/m teile. Würde da jemand kommen und sich meinen Rucksack, den Kinderwagen oder gar mein Telefon schnappen, würde ich genau so reagieren wie mein Sohn. Ich wäre zunächst verwundert, dann verärgert. Und würde der Fremde spätestens dann meinen Krempel nicht herausgerückt haben, würde ich laut schreien und die Polizei rufen. Gar nicht so ein unterschiedliches Verhalten zu einem Kleinkind.</p>
<p>Trotzdem sind mein Sohn und ich nicht <strong>asozial</strong> oder <strong>egoistisch</strong>. Wir teilen. Nur nicht alles und mit jeder/m.</p>
<h2>Momente, in denen mein Sohn teilt</h2>
<p>Wenn ich teile, dann, weil ich das <strong>aus freien Stücken</strong> entschieden habe. Weil ich teilen WILL.</p>
<p>Genau so ist es bei meinem Sohn, wie ich letztens auf dem Spielplatz erkennen durfte.</p>
<p>Er saß da und spielte mit seinem Buddelzeug, bis sich ein etwa <strong>gleichaltriges</strong> Mädchen näherte. Sie unterhielten sich auf ihre Weise. Mit kurzen, knappen Worten. Aber anscheinend begriff jede/r, was die/der andere meinte.</p>
<p>Sie zeigte auf ein Buddelzeug und fragte ihn. Er gab es ihr. Manchmal wollte er es wiederhaben. Kein Problem. Sie gab es zurück. So funktionierte es einwandfrei, ohne dass ich mich einmischen musste. Sie lösten ihre Konflikte gemeinsam. Dieses Miteinander lief total harmonisch ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7162" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-spielen-zusammen-im-buddelkasten.jpg" alt="Kinder spielen zusammen im Buddelkasten" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-spielen-zusammen-im-buddelkasten.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-spielen-zusammen-im-buddelkasten-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Diese Situation zeigte mir, dass es immer darauf ankommt. Manche Kinder mögen es vielleicht laut und bunt und aufregend. Mein Sohn ist aber einer von der ruhigeren Sorte, zumindest anfangs. Da tastet er sich allmählich an jemanden heran und wird warm mit ihr/ihm. Wenn er sich wohl fühlt, wird er auch lauter und aktiver. Aber das braucht seine Zeit.</p>
<p>Es ist also eher kontraproduktiv, wenn wir von einem Haufen Kinder umlagert werden, die allesamt mitspielen wollen. Zu viel auf einmal. Dann lieber nur <strong>ein Kind</strong>, auf das er sich konzentrieren kann.</p>

<h2>Wann ist ein Kind in der Lage, zu teilen?</h2>
<p>Doch es gab auch Momente, da wollte er selbst in ruhigen Situationen nicht teilen. Woran liegt es, fragte ich mich, und recherchierte ein wenig im Internet.</p>
<p>Wenn ich beispielsweise etwas teile, dann, weil ich weiß, dass sich mein Gegenüber darüber freuen wird. Oder dass er diesen oder jenen Gegenstand dringend benötigt. Dafür muss ich mich in jemanden hineinversetzen können, eine Lage einschätzen können. Kann ein Kleinkind das überhaupt schon?</p>
<p>Sich in seinen Gegenüber <strong>hineinzuversetzen</strong> und sich vorzustellen, wie er sich fühlt, braucht <strong>Empathie</strong>. Wie fühlt sich jemand, dem ich etwas wegnehme? Was bedeuten Tränen, ein weit aufgerissener Mund, laute Schreie, eine in Falten gelegte Stirn und wild herumfuchtelnde Händchen? Wie fühlt sich mein Gegenüber, wenn ich ihm etwas schenke? Freut er sich dann genau so, wie ich mich über Geschenke freue? Was ist Freude und kann ich jemandem Freude bereiten? Wie?</p>
<p>„Ein wirkliches <strong>Gespür</strong> dafür, was in anderen vorgeht, entwickeln die meisten Kinder erst mit etwa <a href="http://www.familie.de/kind/so-lernt-ihr-kind-teilen-537791.html" target="_blank" rel="noopener">4 oder 5 Jahren</a>.“, sagt Hartmut Kasten, Entwicklungspsychologe, Pädagoge und Familienforscher vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Selbst im <a href="http://www.huffingtonpost.de/katharina-pichler/warum-meine-tochter-ihr-s_b_16637214.html" target="_blank" rel="noopener">Grundschulalter</a> teilen längst nicht alle bereitwillig.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7163" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-spielen-im-winter-auf-dem-spielplatz.jpg" alt="Kinder spielen im Winter auf dem Spielplatz" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-spielen-im-winter-auf-dem-spielplatz.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-spielen-im-winter-auf-dem-spielplatz-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>In den ersten Lebensjahren ist ein Kind erst einmal mit sich selbst, <a href="http://www.familienhandbuch.de/babys-kinder/bildungsbereiche/soziale/MeinsKinderundBesitz.php" target="_blank" rel="noopener">mit seinem eigenen Ich beschäftigt</a>. Es muss sich erst einmal selbst kennen und verstehen lernen. Wer das im Spiegelbild ist. Was das eigene Ich überhaupt alles bewirken kann. Was sind das für Gefühle, die da in mir toben? Was ist das in mir? Was brodelt da? Warum fühle ich gerade so?</p>
<p>Dazu kommt noch, dass Kinder in dem Alter kein <strong>Zeitgefühl</strong> empfinden. Sie leben im Jetzt. Sie hören, dass wir sagen &#8222;Aber du bekommst es ja wieder. Jetzt gib doch dem Hans deine Schippe.&#8220;, verstehen es aber schlichtweg nicht. Die Schippe etc. gehört ihnen, gehört ZU ihnen, ist ein Teil von ihnen. Wenn ihnen die Schippe weggenommen wird, wird ihnen ein Teil von sich genommen. Und sie haben das Gefühl, diesen Teil von sich für immer zu verlieren.</p>
<p>Und wenn wir schon beim Thema Zeit sind: Hätte ein Kind in der Zeit der Jäger und Sammler überlebt, wenn es alles geteilt hätte? Essen ist knapp, der Hunger nagt an einem, man ist Ewigkeiten auf der Suche nach etwas Essbarem, findet endlich etwas&#8230; und gibt es dann dem anderen? In dieser Zeit war Egoismus <strong>überlebenswichtig</strong>. Vielleicht steckt dieser Überlebensinstinkt immer noch in uns.</p>
<div id='c2366_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block; text-align:center;"
     data-ad-format="fluid"
     data-ad-layout="in-article"
     data-ad-client="ca-pub-1779890969656116"
     data-ad-slot="2540409182"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script><br></div></div>
<h2>Können wir Teilen beibringen?</h2>
<p>Nun ist die Zeit der Jäger und Sammler aber vorbei &#8211; zumindest in unserer Gesellschaft. Wir haben Lebensmittel, Spielzeug und Kleidung uvm. in Hülle und Fülle. Da muss sich keiner egoistisch verhalten, aber unsere Kinder verhalten sich trotzdem so. Warum, das wissen wir jetzt. Aber wie bringen wir unseren Kindern das Teilen bei? Geht das überhaupt?</p>
<p>Ich bin der Meinung: Ja, unsere Kinder können Teilen lernen und wir können ihnen dabei helfen. Es gibt verschiedene <strong>Methoden</strong>, Kindern das Teilen näher zu bringen; einige sind besser, andere schlechter:</p>
<h3>Teilen, um eine Gegenleistung zu erhalten</h3>
<p>Manche halten ihr Kind dazu an, zu teilen, damit es etwas bekommt. Zum Beispiel <strong>Freunde</strong>. Denn wer teilt, ist beliebt. Mit der/dem spielt man gern. Oder das Kind soll sein Spielzeug teilen, damit es im Gegenzug auch mit dem Spielzeug der anderen spielen darf. Wir <strong>loben</strong> unsere Kinder, wenn sie teilen.</p>
<p>Im Gegenzug rügen wir ihr Verhalten, wenn sie jemandem etwas wegnehmen oder nicht teilen wollen. Wer nicht teilt, bekommt keine Freunde, sondern wird ausgeschlossen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7164" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-schaukelt.jpg" alt="Kind schaukelt" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-schaukelt.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-schaukelt-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Der Gedanke dahinter mag vielleicht sein: Ich will nicht, dass mein Kind ausgegrenzt wird. Es soll lernen, dass Teilen Spaß macht. Gemeinsam zu spielen ist schöner als allein mit all seinem Spielzeug zu spielen. Ich belohne mein Kind bei &#8222;gutem&#8220; Verhalten und bestrafe es bei &#8222;schlechtem&#8220; Verhalten.</p>
<p>Meiner Meinung nach lernt das Kind hierdurch nur, dass es teilen soll, damit es eine <strong>Gegenleistung</strong> erhält. Es teilt, um Freunde zu bekommen, unabhängig davon, ob es nun teilen wollte oder nicht. Es teilt, damit es das Spielzeug der anderen benutzen darf. Vielleicht will es sein liebstes Spielzeug nicht hergeben, will aber auch nicht ausgeschlossen werden, weshalb es unfreiwillig doch teilt. Möglicherweise lernt ein Kind durch Bestrafung auch nur, dass es teilt, damit es nicht bestraft wird.</p>
<p>Alfie Kohn schrieb bereits in seinem Buch <a href="http://amzn.to/2j8O5Tr" target="_blank" rel="nofollow noopener">&#8222;Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung&#8220;</a>* über den Nachteil vom Belohnungs- und Bestrafungssystem und stellte fest: Kinder teilen sogar WENIGER, sobald sie dafür gelobt wurden. Das Lob steht im Vordergrund. Sie teilen, um gelobt zu werden; nicht, um jemandem eine Freude zu bereiten.</p>
<p>Wichtiger fände ich daher die Botschaft: Ich teile, weil ich es WILL. Weil ich jemandem eine <strong>Freude</strong> machen möchte. Völlig unabhängig davon, ob ich mit ihrem/seinem Spielzeug spielen darf oder mir dadurch ihre/seine <strong>Freundschaft</strong> gewiss ist. Ich will mir keine Freundschaften erkaufen müssen.</p>
<div id='c9750_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h3>Teilen durch Vorbild</h3>
<p>Das klingt immer so ausgelutscht, wenn ich mit dem Vorbild-Hammer komme, aber es ist einfach wahr: Kinder lernen durch <strong>Vorbild</strong>.</p>
<p>Wenn sie sehen, wie die Menschen in ihrer Welt Dinge miteinander teilen, sich gegenseitig helfen, ohne einen Nutzen daraus ziehen zu wollen, werden sie es sich abschauen und danach leben. Wenn wir selber unsere Sachen behalten und immer von &#8222;<strong>Meins</strong>&#8220; und &#8222;<strong>Deins</strong>&#8220; sprechen, wird ein Kind dann anders handeln?</p>
<p>So ergab es sich eines Tages in der Krabbelgruppe, dass meinem Sohn ständig das Spielzeug von einem älteren Jungen aus den Händen gerissen wurde. In nur kürzester Zeit lernte mein Sohn, mir &#8222;sein&#8220; Spielzeug zu geben, damit ich darauf aufpassen soll, sobald sich der Junge näherte. Er hatte gelernt, dass ihm Sachen einfach weggenommen werden und er sie beschützen muss.</p>
<h3>Teilen aus Empathie</h3>
<p>Wie gesagt braucht es Jahre, damit sich ein Kind in ein anderes Individuum hineinversetzen kann. Trotzdem habe ich meinem Sohn immer <strong>erklärt</strong>, unabhängig davon, wie alt er war und ob er es tatsächlich verstehen würde, was das andere Kind womöglich fühlt.</p>
<p>Ein Beispiel: Wenn er einem Kind das Spielzeug weggenommen hat und dieses daraufhin verärgert oder traurig reagierte, habe ich meinem Sohn erklärt, dass dieses Kind wohl gerade verärgert bzw. traurig ist, weil es gerade mit XYZ gespielt hat und er es ihm weggenommen hat. Nun kann das Kind nicht mehr mit XYZ spielen und ist anscheinend traurig.</p>
<p>Wir haben dem Kind also das Spielzeug zurück gegeben, dann hat es sich wieder gefreut. Genau so habe ich es meinem Sohn dann auch <strong>kommuniziert</strong>. &#8222;Schau mal. Das Kind hat XYZ zurück bekommen und freut sich. Jetzt kann es weiterspielen.&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7165" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-fuettert-mann.jpg" alt="Kind füttert Mann" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-fuettert-mann.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-fuettert-mann-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Tipps zum Thema Teilen</h2>
<p>Wie schaffen wir es durch diese &#8222;Phase&#8220; gemeinsam relativ entspannt hindurch, wenn es ums Teilen geht? Dafür gibt es jetzt ein paar <strong>Tipps</strong>:</p>
<h3>1. Was braucht dein Kind?</h3>
<p>Du kennst dein Kind am besten und weißt, in welchen Situationen es sich am Wohlsten fühlt.</p>
<p>Mein Sohn beispielsweise ist eher der ruhige Typ, der bei zu vielen Kindern schnell überfordert ist und nach Hause will. Daher <strong>vermeide</strong> ich große Spielplätze bzw. suche mir dort eher ruhige Stellen. Manchmal gehen wir auch erst <strong>abends</strong> hin, wenn er ausgeschlafen ist und nur noch ältere Kinder da sind, mit denen er besser zurecht kommt.</p>
<h3>2. Weniger ist manchmal mehr</h3>
<p>Sonst haben wir immer eine Riesentasche Spielzeug mitgenommen, weshalb wir immer vom halben Spielplatz belagert wurden. Jetzt nehmen wir nur noch das mit, womit unser Sohn am liebsten spielt. Dann noch einen Ball, etwas Buddelzeug und Seifenblasen und gut ist. Den Überblick über <strong>ausgewähltes</strong> Spielzeug zu behalten, ist einfacher und besser für den Rücken. Schließlich muss ich den ganzen Kram auch schleppen.</p>
<p>Aida von Elternmorphose hat auch eine einfache, aber geniale Idee gehabt: Sie nimmt einfach ihr <a href="http://elternmorphose.de/warum-kinder-nicht-zum-teilen-angehalten-werden-sollten/" target="_blank" rel="noopener">eigenes Spielzeug</a> mit auf den Spielplatz, das sie dann an Kinder verteilen kann.</p>
<h3>3. Was tun, wenn mein Kind sein Spielzeug nicht teilen will?</h3>
<p>Hier steht natürlich völlig außer Frage, dass mein Kind sein Spielzeug teilen muss. Aber <strong>Fragen</strong> kostet ja bekanntlich nichts. Ich frage daher trotzdem nach: &#8222;Oliver, ich glaube, das Kind interessiert sich für deinen Kipplaster. Darf es damit spielen?&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7166" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-im-sandkasten.jpg" alt="Kind spielt im Sandkasten" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-im-sandkasten.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-im-sandkasten-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn mein Sohn dann &#8222;Nein.&#8220; sagt oder sonstwie zeigt, dass er das nicht will, wird das akzeptiert. Dann sage ich &#8222;Ok.&#8220;, überbringe die Botschaft und gut. Andere Kinder haben das bisher immer akzeptiert und sich <strong>Alternativen</strong> gesucht. Anders ist es, wenn es sich um MEIN Kind handelt:</p>
<h3>4. Was tun, wenn ein Kind sein Spielzeug nicht mit meinem Sohn teilen will?</h3>
<p>Ähnlich wie oben. Entweder fragt Oliver selber nach, ob er damit spielen will oder ich frage für ihn. Wenn das Kind &#8222;Ja.&#8220; sagt und das Spielzeug abgibt: Cool!</p>
<p>Wenn es &#8222;Nein.&#8220; heißt, sage ich auch hier &#8222;Ok.&#8220;, überbringe die Botschaft und tröste Oliver dann.</p>
<p>Das Trösten bringt dann meist recht wenig, weil er trotzdem mit dem Spielzeug spielen will. Dann suchen wir nach Alternativen. Wenn sich auch keine Alternative finden lässt, <strong>tröste</strong> ich weiter. Mehr kann ich da nicht machen. Ich <strong>akzeptiere</strong> die Meinung des anderen Kindes. Schließlich gehört uns dieses Spielzeug nicht.</p>

<h3>5. Was tun bei Streit um öffentliches Spielzeug?</h3>
<p>Damit meine ich zum Beispiel die Schaukel auf dem Spielplatz. Gehört keinem der Kinder und trotzdem wollen sie alle gleichzeitig drauf. Was tun, wenn es <strong>Streit</strong> um öffentliches Spielzeug gibt, das &#8222;niemandem&#8220; gehört?</p>
<p>Der Spruch ist hier ganz treffend: &#8222;Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.&#8220;</p>
<p>Wenn wir auf den Spielplatz gehen und mein Kind schaukeln will, die Schaukeln aber schon alle <strong>besetzt</strong> sind, dann müssen wir warten. Völlig unabhängig davon, was das Kind auf der Schaukel macht. Ob es nun ganz einfach schaukelt, dort sitzt und seine Beine baumeln lässt, sich eindreht oder was auch immer. Ich zwinge kein Kind, das schon Ewigkeiten auf der Schaukel sitzt, herunter und sage: &#8222;So. Nun komm aber mal runter. Oliver will auch mal schaukeln. Du schaukelst ja gar nicht.&#8220;</p>
<p>Natürlich kann man das Kind fragen, ob es vielleicht woanders sitzen mag, Oliver würde gern schaukeln. Miteinander <strong>reden</strong> ist schon wichtig. Vielleicht geht das Kind ja runter. Vielleicht aber auch nicht. Das akzeptieren wir und <strong>spielen</strong> solange Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst oder buddeln im Sand oder machen was anderes, das uns die Zeit vertreibt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7167" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-wippt-und-lacht.jpg" alt="Kind wippt und lacht" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-wippt-und-lacht.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-wippt-und-lacht-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Genau so handhaben wir es aber auch anders herum: Wenn mein Sohn jetzt eine Weile wippen will und da schon eine Schlange steht, dann müssen die auch <strong>warten</strong>. Ich kann meinem Kind kommunizieren, dass da schon ein paar Kinder warten, weil sie auch wippen wollen und ob er jetzt genug gewippt hat und wir was anderes spielen wollen. Wenn Ja, cool. Wenn nicht, dann nicht.</p>
<h3>6. Herrenloses Spielzeug</h3>
<p>Manchmal liegt auf dem Spielplatz Spielzeug herum, bei dem man nicht so genau weiß, wem es <strong>gehört</strong>. Wenn mein Sohn damit spielen will, dann sage ich ihm:&#8220;Ok, aber es ist nicht dein Spielzeug. Wenn dann gleich ein Kind kommt und es haben will, weil es ihm gehört, dann musst du es <strong>zurückgeben</strong>.&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7168" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-im-sandkasten-mit-fremdem-auto.jpg" alt="Kind spielt im Sandkasten mit fremdem Auto" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-im-sandkasten-mit-fremdem-auto.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-im-sandkasten-mit-fremdem-auto-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Damit fuhren wir bisher ganz gut und keiner hat sich beschwert. Mal kommt ein Kind und sagt, es gehört ihm. Dann reden wir miteinander, sagen, dass wir das nicht wussten und fragen, ob wir damit spielen können. Wenn Ja, dann spielen wir weiter. Wenn Nein, dann geben wir es selbstverständlich ab.</p>
<h3>7. Besuch</h3>
<p>Da waren wir zum Kindergeburtstag eingeladen und Oliver wollte mit dem Spielzeug des Geburtstagskindes spielen. Und das Geburtstagskind fand es irre witzig, genau die Sachen <strong>wegzunehmen</strong>, mit denen Oliver gerade spielen wollte. Es sah, was Oliver gerade ins Visier genommen hatte und nun drauf los steuerte und Zack! war das Geburtstagskind schnell hingerannt und hatte es sich gemopst. Oliver war jünger und kleiner und hätte es nie geschafft, schneller am Spielzeug anzukommen.</p>
<p>Was das für ein <strong>Theater</strong> gab, kannst du dir bestimmt vorstellen. Die Eltern waren der Meinung, ihr Kind müsse nicht teilen, was ich auch voll ok fand, aber ich sah mich durch dieses Verhalten ziemlich hilflos.</p>
<p>Als dann mein Mann einschritt und sagte, das Kind würde das Spielzeug ja nur wollen, weil Oliver es haben wollte, das sei unfair, wurde das Kind dann zur Abgabe des Spielzeugs <strong>gezwungen</strong>. Ende vom Lied: Das Spielzeug lag nach kurzer Zeit in der Ecke, weil keins der Kinder mehr damit spielen wollte und das Geburtstagskind machte den Rest des Tages einen großen Bogen um uns und gab gar kein Spielzeug mehr ab, sondern ließ es von seinen Eltern bewachen.</p>
<p>Was ich draus gelernt habe: Zum Teilen gezwungen zu werden, ist absolut kontraproduktiv! Jetzt nehme ich immer eigenes Spielzeug mit oder sage Besuch mit Kindern, sie sollen Spielzeug mitbringen. Löst zwar nicht jeden Konflikt, weil ja immer das Spielzeug des anderen interessanter ist, aber wenigstens kann ich dann Alternativen anbieten.</p>
<h3>8. Wann einschreiten?</h3>
<p>Gerade, wenn die Kinder etwa im gleichen Alter sind, sehe ich, dass sie ihre Probleme auch ganz gut untereinander lösen können. Ohne, dass ich als Erwachsene dazwischen funken muss.</p>
<p>Wenn sich also ein Konflikt anbahnt, dann versuche ich nicht, ihn im Keim zu ersticken. Ich warte und sehe ab, was <strong>passiert</strong>. Schaffen es die Kinder, den Streit gemeinsam zu lösen? Finden sie einen Kompromiss? Oder geben sie mir zu verstehen, dass sie meine Hilfe brauchen? Dann helfe ich natürlich.</p>
<p>Wenn jüngere Kinder noch ihren Körper einsetzen, um zu kommunizieren, muss ich mein Kind natürlich davor <strong>schützen</strong>. Ansonsten genieße ich es, auch einfach mal zuschauen und mit den Sandförmchen buddeln zu können.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7169" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/wellensittiche-streiten-sich-um-ein-stueck-birne-in-der-hand.jpg" alt="Wellensittiche streiten sich um ein Stück Birne in der Hand" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/wellensittiche-streiten-sich-um-ein-stueck-birne-in-der-hand.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/wellensittiche-streiten-sich-um-ein-stueck-birne-in-der-hand-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>9. Spielzeug wegschließen?</h3>
<p>Auf einigen Seiten wird empfohlen, Spielzeug, um das sich ständig &#8222;geprügelt&#8220; wird, einfach <strong>wegzuschließen</strong>. So nach dem Motto: Wenn sie sich nicht einigen können, spielt halt gar keiner damit.</p>
<p>Diese Situation hatte ich erleben müssen, als ich mit meinem Sohn in eine Krabbelgruppe ging. Da hatte der ältere Sohn einer Mutter auch das Bedürfnis, Oliver alles wegzunehmen, womit er gerade spielte. Als sich beide um ein Spielzeug stritten, kam die genervte Mutter, schnappte sich das Spielzeug und <strong>versteckte</strong> es.</p>
<p>Ich fand diese Lösung mehr als <strong>unangemessen</strong>. Es war schlichtweg unfair. In meinen Augen ging sie einfach dem Konflikt aus dem Weg. Dabei hätte es so viele <strong>Möglichkeiten</strong> gegeben: Alternativen zum Spielen anbieten, dem Kind kommunizieren, dass mein Sohn gerade mit dem Spielzeug spielt und es das nicht einfach wegnehmen darf. Dass mein Sohn sonst traurig ist. Dass er, wenn er mit etwas spielen möchte, fragen kann, ob er damit spielen kann. Oder zeigen kann, dass er damit spielen will: Hand aufhalten und fragen:&#8220;Darf ich damit spielen?&#8220; Unter Umständen hätte sie dann ihr Kind trösten und begleiten müssen.</p>
<p>Wenn den streitenden Kindern das Spielzeug einfach weggenommen wird, kommt zu dem eigentlichen Konflikt gleich noch ein Grund zur Frustration hinzu: Das Spielzeug ist weg. Aus einem Grund, den die Kinder nicht verstehen (und ich übrigens auch nicht).</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Teilen ist ein <strong>kompliziertes</strong> Thema und es braucht Jahre, bis Kinder das gelernt haben. Sie brauchen dazu die Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können und uns als Vorbilder, die ihnen zeigen, dass man teilen kann, um z.B. anderen eine Freude zu bereiten. Trotz dessen müssen wir nicht alles und mit jeder/m teilen und es bedeutet auch nicht, dass wir asozial sind, wenn wir mal nicht teilen wollen.</p>
<p>In diesem Lernprozess können wir nur begleitend zur Seite stehen und müssen bei Bedarf, z.B. bei <strong>Gewalt</strong> einschreiten. Im Gegenzug sollten wir Lob und Bestrafung außen vor lassen, um nicht über unser Ziel, unseren Kindern das Teilen beizubringen, hinauszuschießen und gar das Gegenteil zu bewirken: Dass unsere Kinder weniger oder gar nicht mehr teilen oder sogar aus falschen Gründen teilen.</p>
<p>Ein schwieriges Thema. Wie gehst du mit dem Thema Teilen um?</p>

<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/meins-die-sache-mit-dem-teilen/">&#8222;Meins!&#8220; &#8211; Die Sache mit dem Teilen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.milchtropfen.de/meins-die-sache-mit-dem-teilen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
