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	<title>Bindung &#8211; Milchtropfen</title>
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	<title>Bindung &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>9 Spiele &#8211; Konflikte lösen und Bindung stärken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Melanie Wittwer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2021 19:32:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kooperationsverweigerung, Geschwisterkonflikte, Trockenwerden, Lügen, Ängste, Aggressionen und Kraftausdrücke. All das kennen mehr oder weniger alle Eltern. Fragst auch du dich, wie du auf eine spielerische, liebevolle und humorvolle Art und Weise diese und andere Konflikte lösen kannst? Dann lies im Beitrag, wie dir Bindungsspiele dabei behilflich sein können, damit auch bei euch wieder mehr Harmonie ... <a title="9 Spiele &#8211; Konflikte lösen und Bindung stärken" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/9-spiele-konflikte-loesen-und-bindung-staerken/" aria-label="Mehr zu 9 Spiele &#8211; Konflikte lösen und Bindung stärken">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400">Kooperationsverweigerung, Geschwisterkonflikte, Trockenwerden, Lügen, Ängste, </span><a href="https://www.milchtropfen.de/hauen-beissen-kratzen-10-gruende-fuer-aggressionen-bei-kindern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400">Aggressionen</span></a><span style="font-weight: 400"> und Kraftausdrücke. All das kennen mehr oder weniger alle Eltern. Fragst auch du dich, wie du auf eine spielerische, liebevolle und humorvolle Art und Weise diese und andere <strong>Konflikte</strong> lösen kannst? Dann lies im Beitrag, wie dir <strong>Bindungsspiele</strong> dabei behilflich sein können, damit auch bei euch wieder mehr Harmonie ins Familienleben einkehren darf. </span></p>
<p><span id="more-13560"></span></p>

<h2><span style="font-weight: 400">Bindungsspiele &#8211; Konflikte spielerisch lösen</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400">Elternschaft muss nicht immer nervig, <strong>anstrengend</strong> und energieraubend sein. Nein, ganz im Gegenteil, sie kann mitunter die schönste Zeit in unserem Leben sein, mit <strong>Lachen</strong>, toben und in tiefer (Ver-)Bindung mit unseren Kindern. Und dies ermöglichen unter anderem Bindungsspiele. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Sie helfen <strong>Stress</strong> abzubauen, Verhaltensprobleme zu minimieren, die Bindung zum Kind zu stärken und dadurch die <strong>Kooperationsbereitschaft</strong> zu erhöhen </span><span style="font-weight: 400">– für ein harmonisches Miteinander</span><span style="font-weight: 400">. Und das Gute daran ist, du kannst sie immer und überall mit deinem Kind, im Alter von 0 bis 12 Jahren spielen. Du brauchst dafür nur ein paar Utensilien, die meist schon vorhanden sind sowie eine emotional sichere Umgebung für dein Kind. </span></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-9-spiele-konflikte-loesen-bindung-staerken.jpg" alt="Bindungsspiele 9 Spiel Konflikte lösen Bindung stärken" width="381" height="801" /></p>
<h2>Herkunft der Bindungsspiele</h2>
<p><span style="font-weight: 400">Die im Beitrag vorgestellten Bindungsspiele gehen zurück auf die schweizerisch-amerikanische Entwicklungspsychologin <strong>Aletha Solter</strong>. In ihrem Buch “Spielen schafft Nähe &#8211; Nähe löst Konflikte” stellt sie ausführlich alle Bindungsspiele vor, die sie in den letzten 25 Jahren entwickelt hat und stützt sich dabei auf die <strong>Bindungsforschung</strong> des Psychoanalytikers John Bowlby. Er prägte den Begriff “Bindung” </span><span style="font-weight: 400">–</span><span style="font-weight: 400"> die soziale und feinfühlige Interaktion zwischen Eltern und ihrem Kind von Geburt an. Was <strong>Bindung</strong> ist und wie du sie stärken kannst, habe ich im Beitrag <a href="https://www.kleinermensch.net/was-ist-bindung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Was ist Bindung&#8220;</a> beschrieben. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Ist diese einfühlsame und positive Beziehung nicht gegeben, kann es zu einer Bandbreite an <strong>Verhaltenaufälligkeiten</strong> und emotionalen Problemen führen. Bindungsspiele ermöglichen deinem Kind durch Lachen Stress abzubauen, der durch Trennung, Krankheiten, <strong>Ängste</strong> oder andere Ereignisse entstanden ist. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Vorteilhaft wäre es, wenn du es schaffst, jeden Tag <strong>30 Minuten</strong> mit deinem Kind in ungeteilter Aufmerksamkeit zu spielen. Aber auch ein bis zwei <strong>Spielsitzungen</strong> in der Woche sind ausreichend, um die Bindung zu stärken und Konflikte zu lösen. </span></p>

<h2>Meine persönliche Erfahrung damit</h2>
<p><span style="font-weight: 400">Auch ich konnte bereits die positiven <strong>Auswirkungen</strong> von Bindungsspielen mit meinem älteren Sohn wahrnehmen. Nach der Geburt seines Bruders war er <strong>aggressiv</strong> und wütend, verständlich, ist so eine Entthronung immer mit viel Stress und unangenehmen Gefühlen verbunden. Besonders gut haben uns die Machtumkehrspiele geholfen, aber auch <strong>Regressionsspiele</strong> sind bei der Entthronung durch ein Geschwisterkind sehr hilfreich. Probiert es einfach aus und macht eure eigenen Erfahrungen damit. Ihr werdet überrascht sein!</span></p>
<h2>Die 9 Formen der Bindungsspiele<span style="font-weight: 400"> </span></h2>
<h3>1. Nicht-direktive, kindzentrierte Spiele</h3>
<p><span style="font-weight: 400">Bei den nicht-direktiven, kindzentrierten Spielen geht es darum, sich so wenig wie möglich in das Spiel des Kindes <strong>einzumischen</strong> und dem Kind die Führung zu überlassen. Du stellst Utensilien, wie Handpuppen, Figuren, Bauklötze, Plüschtiere zur Verfügung und beobachtest einfach nur, was es damit spielt, ohne zu bewerten. Du spielst nur mit, wenn du direkt dazu <strong>aufgefordert</strong> wirst.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Diese Spiele sind hilfreich beim <strong>Sauberkeitstraining</strong>, bei Aufarbeitung traumatischer Ereignisse, wie Naturkatastrophen oder <strong>Gewalt-erfahrungen</strong>, bei der Entthronung durch ein Geschwisterkind, bei <strong>Aggressionen</strong>, Geschwisterrivalitäten und zur allgemeinen Bindungsstärkung.</span></p>
<p><span style="color: #ff6600"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-13579 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/Bindungsspiele Baby-auf-Töpfchen.jpg" alt="Bindungsspiele Baby auf Töpfchen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/Bindungsspiele%20Baby-auf-Töpfchen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/Bindungsspiele%20Baby-auf-Töpfchen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/Bindungsspiele%20Baby-auf-Töpfchen-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Sie helfen, dass sich dein Kind gewertschätzt, <strong>sicher</strong> und geliebt fühlt und die Bindung nach einem stress- oder trennungsbedingten Ereignis wieder hergestellt werden kann. Weiterhin tragen sie dazu bei, dass dein Kind nach autoritären <strong>Erziehungsmaßnahmen</strong> oder häuslicher Gewalt wieder in ein Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit zurückfinden kann. Sollte dir das Spielen im Allgemeinen schwer fallen, dann stelle dir einen <strong>Wecker</strong> und versuche das Spiel nach Ablaufen dieser Zeit vorsichtig ausschleichen zu lassen.</span></p>
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<h3>2. Symbolspiele mit problembezogenen Requisiten oder Themen</h3>
<p><span style="font-weight: 400">Anders als bei den nicht-direktiven, kindzentrierten Spielen übernimmst du hier mehr die <strong>Führung</strong> und bringst Spielthemen ein, die dein Kind belasten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Symbolspiele haben sich auch bei Ängsten vor Hunden bewährt. Hier kannst du deinem Kind helfen, indem du selbst einen Hund spielst, bellst und es so zum Lachen bringst. Oder dein Kind spielt den Hund oder nimmt einen Plüschhund und du tust so als hättest du Angst davor und rennst weg. Du siehst es gibt mehrere Möglichkeiten <strong>Ängste</strong> abzubauen und Gelächter hervorzurufen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Symbolspiele helfen durch Lachen, den Stress abzubauen, der sich durch ein traumatisches Ereignis aufgebaut hat. Mit Hilfe von problembezogenen Requisiten hast du die Möglichkeit, deinem Kind über diese <strong>traumatische Erfahrung</strong> hinweg zu helfen. Das führt dazu, dass sich dein Kind beim nächsten Auftreten der traumatischen Situation nicht mehr so <strong>panisch</strong> verhält. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Mit Symbolspielen kannst du das Verhalten deines Kindes <strong>positiv</strong> beeinflussen. Bewährt haben sie sich bei Töpfchentraining, <strong>Geschwisterrivalitäten</strong>, Mogeln und Lügen sowie bei mangelnder <strong>Kooperationsbereitschaft</strong> oder bestimmten Ängsten (vor Hunden, Ärzten, Kindergarten).</span></p>
<h3>3. Kontingenzspiele</h3>
<p><span style="font-weight: 400">Kontingenzspiele zeichnen sich durch ein <strong>absehbares</strong>, zuverlässig wiederholendes Verhalten des Erwachsenen gegenüber dem des Kind aus. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Hierzu zählt beispielsweise der <strong>Huckepackritt</strong>, wo du dein Kind auf den Rücken nimmst und es nur durch <strong>antippen</strong> der rechten oder linken Schulter anzeigt, in welche Richtung du nun gehen sollst.</span></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-13587 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-huckepack-spiel.jpg" alt="Bindungsspiele Huckepack Spiel" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-huckepack-spiel.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-huckepack-spiel-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-huckepack-spiel-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400">Dadurch förderst du das Vertrauen deines Kindes und gibst ihm ein starkes <strong>Machtgefühl</strong>, welches Sicherheit und Vorhersehbarkeit schenkt. Das dadurch entstehende <strong>Lachen</strong> hilft, innere Anspannungen durch ein Gefühl von Machtlosigkeit in früher erlebten Erfahrungen zu mindern. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Kontingenzspiele helfen bei mangelnder Kooperationsbereitschaft, bei <strong>Verhaltensproblemen</strong> aufgrund der Scheidung der Eltern und bei der Förderung der Heilung durch <strong>Naturkatastrophen</strong> oder andere traumatische Ereignisse. </span></p>
<h3>4. Nonsensspiele</h3>
<p><span style="font-weight: 400">Quatsch machen? Au ja! Eines meiner Lieblingsbindungsspiele ist das Nonsensspiel, denn dabei geht es darum, ein bewusst <strong>absonderlich</strong>, lächerliches Verhalten an den Tag zu legen. Und wenn wir genau darauf achten, dann stellen wir fest, dass unsere Kinder oft Nonsensspiele anregen, wenn sie sich beispielsweise die Hose anstatt über die Füße über den Kopf ziehen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Diese Spiele eignen sich besonders gut, wenn wir unserem Kind sofortige <strong>Grenzen</strong> setzen müssen und zum Beispiel nach dem “Aus”-Knopf des Kindes suchen und ihn aber natürlich nicht finden oder er defekt ist. </span></p>
<div class="melanie-infobox"><strong>Infobox</strong> Zu diesen Grenzen gehören Situationen, die für die Gesundheit und Sicherheit deines Kindes oder anderer Personen von hoher Bedeutung oder auch für die Umwelt schädlich sind.</div>
<p><span style="font-weight: 400">Weiterhin haben sie sich bei der Sauberkeitserziehung, beim Gebrauch von <strong>Schimpfwörtern</strong>, bei aggressivem Verhalten, bei Geschwisterkonflikten, Anziehproblemen, beim <strong>Lügen</strong> und Mogeln, bei bestimmten Ängsten und zur Erleichterung der <strong>Hausaufgaben</strong> bewährt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Das daraus resultierende Lachen lockert innere <strong>Anspannung</strong> und erlaubt unseren Kindern aufgestaute Wut oder Frustration ihren Raum zu geben.</span></p>

<h3>5. Trennungsspiele</h3>
<p><span style="font-weight: 400">Zu den bekannten Trennungsspielen gehört wohl das <strong>Guck-guck-Spiel</strong>, welches auch schon von Säuglingen gespielt wird und das Verstecke-Spiel bei den etwas größeren Kindern. Wer kennt sie nicht? </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Beide Spiele schaffen eine kurze visuelle oder räumliche <strong>Distanz</strong> zwischen dem Kind und dir und sorgt für Gelächter, bei der körperlichen oder visuellen Wiedervereinigung, was beim <strong>Abbau</strong> innerer Anspannungen hilft, die durch Trennung entstanden ist. </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13588 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-guck-guck-spiel.jpg" alt="Bindungsspiele Guckguck Spiel" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-guck-guck-spiel.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-guck-guck-spiel-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-guck-guck-spiel-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400">Auch das <strong>Fangespiel</strong>, welches du mit dem Verstecke-Spiel kombinieren kannst, gehört zu den <strong>Trennungsspielen</strong>. Alle drei Spiele helfen deinem Kind mit den alltäglichen Trennungsereignissen durch <strong>Krippe</strong>, Kita und Schule umzugehen, sowie bei der Überwindung früher erlebter Trennungs- und Verlustsituationen. Dazu gehören auch <strong>Geburtstrauma</strong>, wenn das Neugeborene gleich nach der Geburt nicht zur Mutter kann, sowie die <strong>Scheidung</strong> der Eltern. Weiterhin können sie auch Ängste abbauen, die auf imaginären Trennungs- oder Verlustsituationen beruhen, wenn das Kind beispielsweise etwas von einer Entführung gehört hat.</span></p>
<h3>6. Machtumkehrspiele</h3>
<p><span style="font-weight: 400">Machtumkehrspiele schließen Tätigkeiten ein, in denen du dich als Elternteil spielerisch <strong>schwach</strong>, ängstlich, dusselig, tollpatschig, <strong>ängstlich</strong> oder wütend gibst. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Wichtig dabei ist es, dass du deine Rolle sehr <strong>authentisch</strong> spielst und dich bei einer wilden Kissenschlacht ganz <strong>theatralisch</strong> zu Boden fallen lässt oder ängstlich vor einem Spieldinosaurier in der Hand deines Kindes wegrennst. Wie auch bei den Kontingenzspielen helfen Machtumkehrspiele dabei, ein Gefühl von Hilf- oder <strong>Machtlosigkeit</strong> abzumildern, indem dein Kind die “Oberhand” bekommt und sich <strong>stärker</strong>, klüger oder mutiger fühlt als du. Machtumkehrspiele haben sich bei einer zu <strong>strengen Erziehung</strong> oder auch bei Misshandlungen bewährt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Das Lachen dient auch hier wieder zum Abbau von angestauter <strong>Frustration</strong> und Wut. Und auch hier dürfen wir wieder darauf achten, wann unser Kind von sich aus ein Machtumkehrspiel anstößt.</span></p>
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<h3>7. Regressionsspiele</h3>
<p><span style="font-weight: 400">Als Regressionsverhalten verstehen wir das </span><span style="font-weight: 400"><strong>Zurückfallen</strong> auf frühere Stufen der geistigen <strong>Entwicklung</strong>. Dein Kind fällt in ein babyhaftes Verhalten zurück und möchte betuddelt und umsorgt werden. Dem dürfen wir mit ruhigem Gewissen nachgehen, denn unser Kind wird sich nicht immer wie ein Baby verhalten. </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13591 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-regressionsspiel.jpg" alt="Bindungsspiele Regressionsspiel" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-regressionsspiel.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-regressionsspiel-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-regressionsspiel-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400">Es ermöglicht unserem Kind, erste Schritte in die <strong>Unabhängigkeit</strong> zu gehen, wenn es soweit ist und kann sich mit Hilfe unserer Feinfühligkeit geliebt und geborgen fühlen. Bei diesen Spielen muss dein Kind nicht unbedingt lachen, es erfährt auch so Heilung.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Regressionsspiele dienen dem Kind, Ereignisse, wie die Geburt eines <strong>Geschwisterchens</strong>, Misshandlung, Vernachlässigung oder <strong>Trennungen</strong> zu verarbeiten. </span></p>

<h3>8. Aktivitäten mit Körperkontakt</h3>
<p><span style="font-weight: 400"><strong>Berührungen</strong> tun uns allen gut, denn sie sind unabdingbar für eine optimale physische und <strong>emotionale</strong> Entwicklung. Das spüren auch unsere Kinder und inszenieren nicht selten Spiele, bei denen Körperkontakt im Vordergrund steht, wie Toben, Raufen oder <strong>Klatschspiele</strong>.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Eines unserer Spiele mit Körperkontakt läuft folgendermaßen ab: meine zwei Jungs stehen auf unserem großen Familienbett hinten an der Wand, ich stehe am anderen Ende des Bettes unten auf den Fußboden. Dann rennen sie auch mich zu und ich fange sie auf, manchmal <strong>tanze</strong> ich noch kurz mit ihnen auf dem Arm und dann werfe ich sie zurück auf das Bett. Das <strong>genießen</strong> sie sehr.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Auch gehören alle möglichen Kreis- und Klatschspiele, Huckepack oder  der Knieritt dazu.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13582 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-kooperatio.jpg" alt="Bindungsspiele - Kooperation" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-kooperatio.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-kooperatio-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2021/01/bindungsspiele-kooperatio-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400">Diese Spiele helfen den Kindern ein Gefühl der <strong>Wertschätzung</strong>, Sicherheit und Zugehörigkeit zu bekommen. Weiterhin stärkt es ihr eigenes <strong>Körpergefühl</strong>, weil sie spüren, dass wir gerne mit ihnen kuscheln. Berührungen sind bei uns von Geburt bis zum Tod ein essentielles Bedürfnis. Auch suchen Kinder körperliche <strong>Zuwendung</strong>, wenn sie müde, verängstigt, frustriert oder verletzt sind. </span></p>
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<h3>9. Kooperative Spiele und Aktivitäten</h3>
<p><span style="font-weight: 400">Diese nicht wettbewerbsorientierten Spiele stärken den <strong>Zusammenhalt</strong>, auch und vor allem unter Geschwistern. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Wie ich oben bereits erwähnt hatte, ging es unserem großen Sohn nach der Geburt seines Bruders nicht so gut. Jetzt wo der “Kleine” schon größer ist haben sie ein eigenes kooperatives Spiel entdeckt, welches ihre <strong>Teambildung</strong> stärkt. Und das geht so:</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Ich liege auf dem Bett und einer der beiden Jungs versucht mich vom Bett zu schieben (Machtumkehrspiel). Er schafft es aber nicht und bittet seinen Bruder ihm zu helfen und schwuppdiwupp lieg ich auf dem Fußboden 😉</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Auch kompetitive (<strong>wettbewerbsorientierte</strong>) Spiele lassen sich zu kooperativen Spielen abwandeln, sodass es keine <strong>Verlierer</strong> gibt, denn alle haben die Aufgabe ein gemeinsames Ziel zusammen zu erreichen. So könnte man beispielsweise beim Sackhüpfen zwei Säcke aneinander binden und die Aufgabe besteht nun darin gemeinsam ins Ziel zu hüpfen und sich gegenseitig <strong>anzufeuern</strong> und zu helfen, wenn der eine umgekippt ist. Zu den kooperativen Aktivitäten könnte man auch das <strong>Backen</strong> und Kochen hinzuzählen. Das Ziel ist es, etwas köstliches am Ende auf dem Teller zu haben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Diese Spiele lässt in deinem Kind ein Gefühl von <strong>Verbundenheit</strong> und Wertschätzung aufkommen und sie sind besonders dann zu empfehlen, wenn dein Kind <strong>mogelt</strong>, wenig Kooperationsbereitschaft oder auffälliges Verhalten aufgrund von Scheidung oder <strong>Geschwisterkonflikten</strong> zeigt. </span></p>
<h2><b>Was du möglichst vermeiden solltest</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400">Achte darauf:</span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">dass sich dein Kind von dir nicht <strong>ausgelacht</strong> oder gehänselt fühlt</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">dass sich dein Kind wohl fühlt. Wenn es <strong>weint</strong>, dann beende das Spiel und nimm es in den Arm, damit es seinen Tränen freien Lauf lassen kann, danach wird es ihm besser gehen</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">dein Kind nicht <strong>auszukitzeln</strong>, denn dann bekommt es das Gefühl der Machtlosigkeit</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">bei schwerwiegenden traumatischen Erfahrungen deines Kindes <strong>professionelle Hilfe</strong> in Anspruch zu nehmen</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">flexibel und offen zu bleiben</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">dein Kind während des Spiels weder zu belehren oder zu korrigieren</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400">Welche Bindungsspiele spielst du am Liebsten mit deinem Kind? Erzähle mir gern davon in den Kommentaren. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Zum Vertiefen des Themas und für noch mehr Infos, <strong>Inspirationen</strong> und Beispiele, möchte ich dir das Buch von Aletha Solter mit vielen weiteren <strong>Praxisbeispielen</strong> wärmstens ans Herz legen.</span></p>
<div class="produktbox-wrapper"><i class="fa fa-heart" style="font-size: 16px"></i>Meine Empfehlung für dich</div>
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		<title>Zusammenfassung von Katharina Saalfranks Vortrag vom 19.10.2017</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/zusammenfassung-von-katharina-saalfranks-vortrag-vom-19-10-2017/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2017 00:33:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
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		<category><![CDATA[Katharina Saalfrank]]></category>
		<category><![CDATA[Katia Saalfrank]]></category>
		<category><![CDATA[Konsequenzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 19.10.2017 fand der Vortrag von Katharina Saalfrank zum Thema „Strafen und Konsequenzen“ statt und ich wollte heute mal kurz (ich hoffe zumindest, dass dieser Beitrag nicht allzu lang wird) darüber berichten. Zusammenfassung von Katharina Saalfranks Vortrag vom 19.10.2017 Der Vortrag war für uns alle kostenlos und ging etwa 2 Stunden. 1 Stunde Vortrag, 1 ... <a title="Zusammenfassung von Katharina Saalfranks Vortrag vom 19.10.2017" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/zusammenfassung-von-katharina-saalfranks-vortrag-vom-19-10-2017/" aria-label="Mehr zu Zusammenfassung von Katharina Saalfranks Vortrag vom 19.10.2017">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 19.10.2017 fand der Vortrag von Katharina Saalfrank zum Thema „Strafen und <strong>Konsequenzen</strong>“ statt und ich wollte heute mal kurz (ich hoffe zumindest, dass dieser Beitrag nicht allzu lang wird) darüber berichten.</p>
<p><span id="more-7649"></span><div id='c8258_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Zusammenfassung von Katharina Saalfranks Vortrag vom 19.10.2017</h2>
<p>Der <strong>Vortrag</strong> war für uns alle kostenlos und ging etwa 2 Stunden. 1 Stunde Vortrag, 1 Stunde Fragen stellen.</p>
<p>Mein Mann und ich waren mit unserem Sohn da und der fand den Vortrag jetzt nicht SO spannend, weshalb ich mich mit ihm ins Nebenzimmer verkrochen und dort gespielt habe. Deshalb kann ich mich hauptsächlich auf die fleißigen Notizen meines Mannes stützen. Ich hoffe, wir haben hier alles Wichtige notiert.</p>
<p>Am Anfang stellt sich <a href="https://www.katiasaalfrank.de/" target="_blank" rel="noopener">Katharina Saalfrank</a> als Diplompädagogin und Musiktherapeutin vor, die eine Praxis in Berlin-Wilmersdorf hat und u.a. Videoanalysen und Hausbesuche anbietet.</p>
<p>Natürlich schwingt bei Katharina Saalfrank immer dieser <strong>Super Nanny </strong>Ruf mit. Ich habe mich auch gefragt: Hat sie dahinter gestanden, was da im Fernsehen lief?</p>
<p>Gleich zum Anfang des Vortrages wird kurz darauf eingegangen und gesagt, dass es sich bei der Super Nanny um eine Kunstfigur handelt. Katharina Saalfrank erzählt zwischendurch, dass sie hunderte Stunden gedreht haben und letztendlich nur ein winzig kleiner Anteil davon ausgestrahlt wurde (genaue Anzahl habe ich nicht aufgeschrieben).</p>
<p>Für mich kam es zeitweise wie eine Rechtfertigung rüber, aber ich kann natürlich auch verstehen, dass sie diese Fragen geklärt haben möchte. Es gibt viele Kritiker*innen. Erst sagt sie das eine, dann das andere. Kann man sie überhaupt noch ernst nehmen?</p>
<p>Ja, denken mein Mann und ich, nachdem wir am Ende des Vortrages darüber geredet haben. Sie scheint – so war unser Eindruck – hinter dem zu stehen, was sie sagt. Gehen wir also auf das Inhaltliche ein.</p>
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<h2>Strafen und Konsequenzen</h2>
<p>Katharina Saalfrank möchte in diesem Vortrag ihr <strong>Buch</strong> <a href="http://amzn.to/2l7fm9F" target="_blank" rel="nofollow noopener">„Kindheit ohne Strafen: Neue wertschätzende Wege für Eltern, die es anders machen wollen“</a>* vorstellen. Ich hatte mir schon gedacht, dass es bei einem kostenlosen Vortrag so etwas in der Art geben wird. Von daher war ich jetzt nicht sonderlich überrascht. Ist in meinen Augen auch völlig ok.</p>
<p>Sie will hier also niemanden überzeugen, etwas zu tun, mit dem er/sie überhaupt nicht konform geht. Wer meint, Kinder bräuchten Konsequenzen/<strong>Strafen</strong> usw., soll seinen/ihren Weg gehen. „Kindheit ohne Strafen“ – dieser Weg sei etwas für Eltern, Erzieher*innen usw., die einen bindungs- und beziehungsorientierten Weg gehen <strong>WOLLEN</strong>.</p>
<h3>Wie geht das also?</h3>
<p>Es geht darum, vom <strong>Monolog</strong> („Ich hab dir doch schon hundert Mal gesagt, dass du das nicht machen sollst!“) in den <strong>Dialog</strong> zu kommen. Das könnte in etwa so aussehen, dass du dein Kind zu einem Kakao in die Küche einlädst und dort das Gespräch mit ihm suchst, z.B. so:„Du hast dein Zimmer nicht aufgeräumt. Ich fühle mich dabei unwohl. Ich kann gar keinen Fuß vor den anderen setzen, um zu dir ans Bett zu kommen. Warum räumst du nicht auf? Mir ist es wichtig, dass das Zimmer ordentlich ist. Was meinst du, können wir hier machen?&#8220;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7656" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-haelt-herztasse-mit-heisser-schokolade.jpg" alt="Kind hält Herztasse mit heißer Schokolade" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-haelt-herztasse-mit-heisser-schokolade.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-haelt-herztasse-mit-heisser-schokolade-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn ich etwas von meinem Kind erwarte, wie z.B. Respekt, mein Kind sich mir ggü. aber m.M.n. respektlos verhält, muss ich mich fragen, woran das wohl liegen könnte. Ich schaue nicht mehr auf das <strong>Verhalten</strong> (mein Kind haut mich und/oder andere Kinder), sondern auf die <strong>Botschaft</strong> hinter dem Verhalten (z.B. <strong>Bedürfnis</strong> nach Kontakt, Nähe, es ist eifersüchtig usw.).</p>
<p>Es geht um <strong>Reflexion</strong>. Wie verhalte ich mich ggü. meinem Kind? Bin ich da respektvoll? Liebevoll? Warmherzig? Also all das, was ich mir von meinem Kind und auch anderen Menschen wünsche? Verhalte ich mich selber so, wie ich gern behandelt werden würde? Die <strong>Vorbild</strong>funktion spielt eine ganz wichtige Rolle.</p>
<p>Und dann gibt es Tage, da mag ich mich selber nicht, weil ich so ätzend ggü. meinem Kind bin. Das ist der ideale Moment, um mal tief in sich zu gehen. In die eigene <strong>Kindheit</strong>. Wie wurde ich da behandelt? Wurde ich da <strong>bedingungslos</strong> geliebt mit all meinen Gefühlen, wie Freude, aber auch Wut, Trauer, Angst? Oder wurde ich nur geliebt, wenn ich mich in einer bestimmten Art und Weise verhalten habe und wurde bestraft, wenn ich es nicht tat?</p>

<p>Wer sagt: Ich höre auf mein Bauchgefühl, sollte sich fragen: Ist es wirklich MEIN <strong>Bauchgefühl</strong> oder wurde es mir anerzogen? Würde mir mein eigenes Bauchgefühl tatsächlich sagen, dass ich meinem Kind jetzt mal eine scheuern muss? Ist es dann nicht vielmehr die eigene Erfahrung aus der Kindheit, wie ich da behandelt wurde, die mir da in mein Bauchgefühl reinredet? Dieser <strong>Schmerz</strong>, der mir da einreden will, dass das richtig war, denn so wurde ich auch behandelt und „geliebt“ und es war „nur zu meinem Besten“?</p>
<p>Dazu kommt noch, dass wir von außen einem enormen <strong>Druck</strong> standhalten müssen, wenn wir uns nicht so verhalten, zu was so viele Expert*innen raten: Strafe muss sein bzw. Konsequenzen müssen sein. Kinder testen Grenzen aus.</p>
<p>Uns wird also schon von angeblichen <strong>Expert*innen</strong> wie <a href="http://www.zeit.de/2005/29/Kinder_komma__Kinder" target="_blank" rel="noopener">Johanna Haarer</a> gesagt, dass wir im Kampf mit unseren eigenen Kindern stehen. Dass es immer darum geht, wer die <strong>Macht</strong> hat. Wer keine Strafen setzt, ist automatisch keine gute Mutter bzw. kein guter Vater oder wer auch immer. Schon das Baby, das von seiner Mutter Nähe und Essen will, ist ein <strong>Tyrann</strong>, der schreien gelassen, nur alle 4 Stunden gefüttert werden und vor allem gezüchtigt werden soll, damit er als gut erzogen gilt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7657" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/vater-stirn-an-stirn-mit-baby-im-arm.jpg" alt="Vater Stirn an Stirn mit Baby im Arm" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/vater-stirn-an-stirn-mit-baby-im-arm.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/vater-stirn-an-stirn-mit-baby-im-arm-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Was Strafen und Konsequenzen anrichten</h2>
<p>Doch was macht das mit uns und vor allem mit unseren Kindern, wenn wir strafen? Wir verlassen die Beziehungsebene und gehen über zu <strong>manipulativem</strong>, <strong>erniedrigendem</strong>, gar <strong>grausamem Verhalten</strong>. Wir haben ein bestimmtes Ziel vor Augen, wie sich unser Kind zu verhalten hat.</p>
<p>Und diese Strafe versteht unser Kind als „<strong>Ich bin falsch</strong>“. Es stellt sich selbst in Frage, was im Erwachsenenalter zu Panikattacken, Angststörungen, Störungen, Störungen und noch mehr Störungen, die jahrelanger <strong>Therapie</strong> bedürfen, führt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7655" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/teenager-sitzt-traurig-am-fenster.jpg" alt="Teenager sitzt traurig am Fenster" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/teenager-sitzt-traurig-am-fenster.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/teenager-sitzt-traurig-am-fenster-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ganz zu schweigen davon, dass dieses anerzogene Verhalten wiederum an die Kinder unserer Kinder weitergeben wird. Weil sie ja auch so behandelt wurden. Gleiches mit Gleichem vergelten. Macht demonstrieren. Starke gegen Schwache. Immer gegeneinander. Immer auf <strong>Machtkampf</strong> aus.</p>
<p>Also wie macht man es dann, wenn nicht mit Strafen und Konsequenzen?</p>
<p>Es geht um ehrliches <strong>Interesse</strong>. Nicht darum, einzig und allein das Verhalten meines Kindes zu interpretieren, sondern mir die <strong>Zeit</strong> zu nehmen, zu verstehen, was der Grund für sein Verhalten sein könnte. Es geht um Ernst nehmen. Zuhören. Und zwar offen und unvoreingenommen. Wertfrei. Mit Verständnis. Vertrauen in mein Kind. In Kontakt kommen. Wahrnehmen. In Beziehung gehen. Endlich wieder <strong>miteinander </strong>und nicht gegeneinander.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7658" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mutter-haelt-kind-im-arm.jpg" alt="Mutter hält Kind im Arm" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mutter-haelt-kind-im-arm.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mutter-haelt-kind-im-arm-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Für meinen Mann und mich war es ein Vortrag, der uns in dem, was wir denken und tun, bestätigt hat. Es war nichts Neues mit besonderem Aha-Effekt, allerdings ist es immer wieder schön zu hören, dass auch andere diesen &#8222;neuen&#8220; Weg gehen. Die ihre Kinder nicht als Tyrannen, gegen die sie in den Krieg ziehen müssen, ansehen, sondern als <strong>gleichwertige</strong> Menschen, denen man auf Augenhöhe begegnet. Bei denen man wirklich daran interessiert ist, eine <strong>gemeinsame</strong> Lösung zu finden, wenn es zu Konflikten kommt, anstatt die eigene <strong>Macht</strong> gegenüber seinen Kindern zu missbrauchen.</p>
<p>Ich hoffe, du konntest einiges aus diesem Vortrag mitnehmen, auch wenn du nicht dabei warst 🙂</p>
<p>Alles Liebe</p>
<p>Julia<br />
</p>
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		<title>Wenn Erziehungsstile kollidieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jul 2017 06:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Du machst das total falsch!“ „Mein Kind, meine Regeln!“ „Mach das doch SO!“ &#8222;Lass das!&#8220; &#8222;Wenn&#8217;s dir nicht passt: DA ist die Tür.&#8220; Du bist zu Besuch bei deinen Eltern, Schwiegereltern, Freunden, Bekannten, Verwandten, und irgendwie versuchen sich alle gegenseitig zu erziehen. Was, wenn dein Erziehungsstil mit dem von anderen kollidiert? Das erfährst du im ... <a title="Wenn Erziehungsstile kollidieren" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/wenn-erziehungsstile-kollidieren/" aria-label="Mehr zu Wenn Erziehungsstile kollidieren">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Du machst das total falsch!“<br />
„<strong>Mein Kind, meine Regeln!</strong>“<br />
„Mach das doch SO!“<br />
&#8222;Lass das!&#8220;<br />
&#8222;Wenn&#8217;s dir nicht passt: DA ist die Tür.&#8220;</p>
<p>Du bist zu Besuch bei deinen Eltern, Schwiegereltern, Freunden, Bekannten, Verwandten, und irgendwie versuchen sich alle gegenseitig zu erziehen.</p>
<p>Was, wenn dein Erziehungsstil mit dem von anderen kollidiert? Das erfährst du im heutigen Beitrag.</p>
<p><span id="more-5911"></span><div id='c6154_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Wenn Erziehungsstile kollidieren</h2>
<p>Dieses Thema hat eine Zeit lang sehr an mir genagt. Die Beziehungen untereinander haben gelitten, es kam oft zum <strong>Streit</strong> und mieser Stimmung. Ich befinde mich aus diesem Grund auf einem unbekannten Weg. Doch von vorne…</p>
<p>In meiner <strong>Kindheit</strong> habe ich so einiges erlebt, was ich als Mutter anders handhaben will. In meinen Augen BESSER machen will. Das mag arrogant klingen, soll aber gar nicht böse gemeint sein.</p>
<p>Einiges war für mich klar. Von Anfang an. Andere Dinge ergaben sich erst mit der Zeit. Ich las, lernte dazu und schlug eine andere Richtung ein. Stets im Wandel, nie auf der Stelle stehenbleiben – das fühlte sich gut an.</p>
<h2>Besuch bei den Großeltern</h2>
<p>Je älter der kleine Mann wurde, desto mehr wollte er seine Umgebung erkunden. Er war fasziniert vom Wasser in einer Flasche, die hin- und hergeschüttelt wurde. Er versuchte, den Deckel aufzubekommen. Mein Papa wollte ihm dabei <strong>helfen</strong>. Ich griff ein und sagte:“Lass ihn mal selber machen.“</p>
<p>Wenn es nachmittags Kuchen gab, wollten alle immer dem kleinen Mann was Süßes geben. Mein Mann und ich schritten ein und meinten:“Nein. Er soll noch keinen <strong>Zucker</strong> bekommen.“ und, als der kleine Mann älter wurde, hieß es von uns:“Nur ein kleines Stück. Er soll nicht so viel Zucker bekommen.“</p>
<p>Das tat den anderen dann immer Leid für den kleinen Mann, weil Kuchen ja so lecker ist. Und ja, der arme Spatz darf keinen Kuchen haben. Aber sie nahmen es hin.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5932" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-essen.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Familie beim Essen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-essen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-essen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-essen-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dann hörte ich von Ausscheidungskommunikation. Langes Wort. Dahinter steht einfach nur der Sinn, die Signale vom Kind zu lesen, wann es mal muss.</p>
<p>Ich versuchte es also und wurde erstmal von allen doof angeguckt. Auch von meinem Mann. Einzig meine Schwester stand in dieser Zeit hinter mir und fand es gut. Es gab viele „Unfälle“, aber ich gab nicht auf. Und mit der Zeit sahen auch die anderen, dass das’ne ganz coole Sache ist.</p>
<p>Als ich z.B. auf Toilette war und meine Mutter mit dem kleinen Mann allein, merkte sie, dass er mal muss. Und dann hielt sie ihn ab und war ganz aus dem Häuschen, weil es klappte. Sie war total stolz auf sich, glaube ich.</p>
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<h2>Das wird ja immer skurriler</h2>
<p>Und dann ist das Baby plötzlich <strong>Kleinkind</strong> und stellt uns vor Herausforderungen. Es macht Dinge, die wir nicht wollen. Dinge, die uns zur Verzweiflung bringen. Aber auf die klassische Erziehung verzichten wir gern.</p>
<p>Also stöbern wir im Internet, suchen nach Ratschlägen, lesen schlaue Bücher. Und dann picken wir das für uns richtige heraus und machen damit unsere Erfahrungen.</p>
<p>Wir kommen also mit unserem geballten, neuen Wissen wieder zu Besuch und werden noch schiefer angeguckt. Der kleine Mann piekst mit der Gabel etwas auf. Sofort kommt ein „Fein! Super! Das hast du aber toll gemacht!“ und mein Mann schreitet ein und sagt:“<strong>Nicht loben.</strong>“</p>
<p>Was meinst du, wie schief wir DA angeguckt wurden? Dann wird natürlich verwundert nachgefragt, warum jetzt auch kein Lob sein dürfe. Mein Mann erklärt es. Sie schauen verwirrt aus. Vielleicht lächeln sie auch drüber. Sie verstehen es nicht so ganz. Aber ok, sie versuchen, nicht zu loben.</p>
<p>Dass beinahe überall gelobt und bestraft wird, ist ja schon fast normal in unserer Gesellschaft. Es steckt in uns drin. Wir denken nicht drüber nach, sondern übernehmen einfach die Erziehungsstile aus unserer Kindheit. So nach dem Motto: Hat uns ja nicht geschadet.</p>

<h2>Bevormundung</h2>
<p>Manche Verhaltensweisen sind uns also in Fleisch und Blut übergegangen. Wir machen sie einfach. Sie sind zur <strong>Gewohnheit</strong> geworden.</p>
<p>Und dann kommt die jüngere Generation und sagt uns, dass wir alles <strong>falsch</strong> machen. Dass wir das lassen sollen. Sie nennen uns auch den Grund, aber so ganz verstehen wir es trotzdem nicht. Wir geben unser bestes, ihren „Weisungen“ Folge zu leisten. Aber manchmal rutscht es uns doch raus und dann kommt wieder dieses „Nicht…“</p>
<p>Das führte bei uns in der Familie zu Streit und schlechter Stimmung. Die anderen fühlten sich bevormundet und <strong>kritisiert</strong>. Meinem Mann wurde über den Mund gefahren. Oder es wurde sich über unseren Erziehungsstil lustig gemacht. Es fielen Sprüche wie:&#8220;Hätten wir euch mal nicht gelobt, sondern lieber verprügelt.&#8220; Oder trotzig mit &#8222;Doch!&#8220; geantwortet, wenn wir baten, etwas zu unterlassen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5933" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-waldspaziergang-im-winter.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Familie beim Waldspaziergang im Winter" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-waldspaziergang-im-winter.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-waldspaziergang-im-winter-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-waldspaziergang-im-winter-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich wollte keinen Streit mehr und brodelte vor mich hin, während ich zusah, wie unsere Erziehungsmethoden mit Füßen getreten wurden.</p>
<p>Und dann begann ich nachzudenken, wie diese verfahrene Situation gelöst werden könnte.</p>
<h2>Empathie</h2>
<p>Bevor ich die „Mein Kind, meine Regeln!“-Keule schwingen würde, versuchte ich erst einmal, die anderen zu <strong>verstehen</strong>. Warum verstehen sie uns nicht und machen nicht das, was wir sagen? Ich versetzte mich also in ihre Lage und kam zu folgenden 7 möglichen <strong>Gründen</strong> für ihr Verhalten:</p>
<h3>1. Gewohnheit</h3>
<p>Wer jahrelang so erzogen wurde bzw. erzieht, hat es schwer, Veränderungen anzunehmen und danach zu handeln. Es steckt in uns drin. Unsere <strong>Kindheit</strong> bestand daraus. Ich kann mich nicht von heute auf morgen um 180° drehen und ein anderer Mensch sein.</p>
<h3>2. Wille</h3>
<p>Ein ganz entscheidender Punkt! Wenn mir jemand vorschreibt, was ich zu tun habe, dem zeig ich innerlich’nen Vogel. Der will mir was erzählen? Da schalte ich auf <strong>Durchzug</strong>. Ob anerzogen oder Charakterzug, sei mal dahingestellt.</p>
<p>Aber wenn ich jemanden sehe, der mir ein „Wow! Wie macht sie/er das?“ herauslockt… Von der/dem ich mehr erfahren will… Von der/dem ich lernen will… Dann ist das schon’ne ganz andere Sache. Denn dann habe ich den eigenen <strong>Willen</strong> entwickelt, etwas zu lernen und mich ggf. auch zu ändern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5935" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-frau-und-mann-schenken-kind-pusteblumen.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Frau und Mann schenken Kind Pusteblumen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-frau-und-mann-schenken-kind-pusteblumen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-frau-und-mann-schenken-kind-pusteblumen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-frau-und-mann-schenken-kind-pusteblumen-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dieser Wille muss aber aus mir heraus entstehen und kann mir nicht vorgesetzt werden. Da muss ich selber ran. „Wo kein Wille, da kein Weg.“ – der Spruch ist so wahr!</p>
<h3>3. Der Ton macht die Musik</h3>
<p>Deine Freundin, die ihr Baby absichtlich schreien lässt, damit es endlich durchschläft, braucht dringend einen Rat von dir!</p>
<p>Du knallst ihr in deiner Wut an den Kopf, sie würde etwas Falsches, etwas Gewaltsames, Krankes, was auch immer, tun&#8230; Und ihre Bindung zum Baby würde massiv drunter leiden und ihr Baby würde das Urvertrauen verlieren und und und&#8230;</p>
<p><strong>Kritik</strong> äußern, ohne dass sich dein Gegenüber gekränkt oder beschämt fühlt, ist schwer. War der Versuch, sie auf einen Fehler hinzuweisen, zu harsch? Sollte ich daran üben, <strong>WIE</strong> ich jemandem einen Tipp gebe oder meine Bedenken äußere?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5936" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-opa-und-enkel-schauen-sich-an.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Opa und Enkel schauen sich an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-opa-und-enkel-schauen-sich-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-opa-und-enkel-schauen-sich-an-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-opa-und-enkel-schauen-sich-an-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn ich jemanden so angehe, ist klar, dass dieser Rat<strong>SCHLAG</strong> nicht angenommen wird. Sie fühlt sich kritisiert, bevormundet, als schlechte Mutter denunziert und abgestempelt. Sie müsste sich eingestehen, ihrem Baby geschadet zu haben. Und das einzugestehen, kostet Kraft, Mut und schmerzt.</p>
<h3>4. Schmerz</h3>
<p>Wenn mir jemand sagt, ich soll anders handeln, dann kommt auch ein gewisser <strong>Schmerz</strong> mit hoch. Der Schmerz aus der eigenen Kindheit. Weil man begreifen muss, dass der Weg, wie ich teilweise erzogen wurde, tatsächlich nicht der richtige war. Dass einem <strong>Leid</strong> angetan wurde. Und diese Erkenntnis schmerzt. Man müsste sich eingestehen, dass die eigenen Eltern nicht das beste für einen getan haben. Dass einem Schlimmes widerfahren ist.</p>
<p>Diesen Schritt muss ich erstmal bereit sein zu gehen. Andere verschließen davor lieber (noch) die Augen und reden sich ein „So, wie ich erzogen wurde, war das richtig, und so handhabe ich es auch. <strong>Hat mir ja nicht geschadet.</strong> Ich bin meinen Eltern für die Erziehungsschelle dankbar. Ich lebe schließlich immer noch.“</p>
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<h3>5. Andere Zeiten</h3>
<p>Ein nicht unwichtiger Aspekt: Zeit. In welcher Zeit haben meine Großeltern gelebt? In welcher meine Eltern? Und in was für einer Zeit leben wir heute?</p>
<p>Haben wir Krieg? Geht es uns ums nackte <strong>Überleben</strong>? Muss ich schleunigst zusehen, dass ich irgendwo Essen her bekomme, damit mir meine Familie nicht wegstirbt? Sind Bombenangriffe bei uns Alltag?</p>
<p>Oder herrscht <strong>Frieden</strong>? Kann ich gelassen und entspannt nach draußen gehen? Muss ich mir um nix Sorgen machen, außer, was ich heute zum Essen koche? Kann ich mir ein Bad gönnen und machen, was ich will? Ein Buch lesen, Musik hören, Videos auf YouTube ansehen, in Facebookgruppen stöbern und mir Input holen, wenn ich mit meinem Latein am Ende bin?</p>
<p>Ja. All das kann ich. Ich lebe, im Vergleich zu meinen Großeltern, bei denen Krieg herrschte, im Paradies. Ich habe wenig Sorgen und kann mich Themen widmen, die mich interessieren. Dafür habe ich Zeit.</p>
<p>Aber diese Zeit hatten meine Großeltern nicht. Und auch heutzutage gibt es Familien andernorts, die andere Probleme haben. Denen es aktuell nur ums Überleben geht und nicht, ob Stoffwindel, Wegwerfwindel, windelfrei oder was auch immer.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5937" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-uroma-haelt-urenkel-auf-dem-schoss.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Uroma hält Urenkel auf dem Schoß" width="679" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-uroma-haelt-urenkel-auf-dem-schoss.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-uroma-haelt-urenkel-auf-dem-schoss-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-uroma-haelt-urenkel-auf-dem-schoss-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Das soll keine Ausrede sein. Aber mir half es ungemein, zu verstehen, warum damals schwarze Pädagogik praktiziert wurde. Warum in dieser Zeit so viel Leid geschehen ist. Da musste man gehorchen und funktionieren. Und irgendwann musste dann zerstörtes Land wieder aufgebaut werden.</p>
<p>Als meine Eltern dann eine Familie gründeten, herrschte kein Krieg mehr. Die Mauer fiel, alles war neu und unbekannt. Meine Mutter verwarf einige Erziehungsmethoden. Andere wiederum übernahm sie. Das geht von Generation zu <strong>Generation</strong> immer so weiter. Auch ich habe manches übernommen und einiges wiederum nicht. Und mein Kind wird es sicher auch als Elternteil wieder anders handhaben. Einfach, weil wir Zeit haben, uns zu reflektieren und über uns selbst nachzudenken.</p>
<div id='c6227_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h3>6. Ungünstig ausgedrückt</h3>
<p>Sie wollen meinem Kind nichts Böses. Sie wollen nur&#8230;</p>
<p>Der Opa, der zu seinem Enkel streng und mit ernster Mine sagt:&#8220;Ein Hammer ist kein Spielzeug!&#8220;, möchte im Grunde genommen nur sein Enkelkind <strong>beschützen</strong>. Ein Hammer ist schwer und hart. Wenn der auf die kleine Hand oder auf den Fuß fällt&#8230; Oh weh! Dann lieber gleich weg mit solchen gefährlichen Sachen!</p>
<p>Die Oma, die überall ihren Nippes stehen hat, der das Kind so fasziniert, hat <strong>Angst</strong>, dass ihre Sachen kaputt gehen könnten. In ihren Augen gibt es genug Spielzeug. Dafür muss nicht ihre Deko herhalten. Also sagt sie &#8222;Nein!&#8220;, wenn er sich den Staubfängern nähert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5938" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-im-rollstuhl-haelt-enkel-im-arm.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Oma im Rollstuhl hält Enkel im Arm" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-im-rollstuhl-haelt-enkel-im-arm.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-im-rollstuhl-haelt-enkel-im-arm-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-im-rollstuhl-haelt-enkel-im-arm-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Die Uroma, die ihr Enkelkind lobt, weil es so schön aufgegessen hat, hat auch nichts Böses im Sinn. Sie freut sich, dass sie das Essen nicht wegwerfen muss. Dass es anscheinend geschmeckt hat. Sie möchte irgendeine positive <strong>Rückmeldung</strong> geben und fängt deshalb zu loben an.</p>
<p>Dem kleinen Mann will es einfach nicht gelingen, die Schnur durch das Loch zu fädeln. Er tobt und wütet und schreit und weint und ärgert sich! Alle wollen <strong>helfen</strong>, damit er nicht traurig sein muss! Was soll schon verkehrt daran sein, zu helfen?</p>
<h3>7. Erfahrung</h3>
<p>Sie denken, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefuttert und stützen ihr Verhalten auf jahrelangen <strong>Erfahrungen</strong>, die sie gesammelt haben. Sie wissen so viel, dass ich mit &#8222;nur&#8220; einem Kind unmöglich etwas &#8222;besser&#8220; wissen könnte. Ungern lässt sich die Erzieherin mit 30-jähriger Berufserfahrung was von der Azubine erzählen.</p>
<p>Es kann an einer bestimmten Ausbildung liegen. Einem Studium. Der Arbeit in einem Beruf, in dem man schon jahrelang tätig ist. Oder dass man Mutter/Vater von drölfzig Kindern ist und daher einfach weiß, was &#8222;richtig&#8220; ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5939" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Großfamilie" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Gerade bei jenen, die solche Argumente vorzeigen, lassen sich schwer überzeugen. Weil sie überzeugt davon sind, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen über all die Jahre bereits alles wissen.</p>
<p>Was kannst du tun, wenn du mit solchen Menschen aneinander gerätst?</p>
<h2>Akzeptanz</h2>
<p>Wenn sich niemand für deinen Erziehungsstil interessiert, dann bringt es in meinen Augen nichts, sie überzeugen zu wollen. Manche WOLLEN sich einfach nicht ändern. Sie wollen keine schlauen Bücher lesen und sich nicht weiterbilden. Sie wollen auf dem Stand von vor zig Jahren stehen bleiben. Das ist schwer zu <strong>akzeptieren</strong>. Aber du kannst niemanden ändern, die/der sich nicht ändern will.</p>
<p>Wenn sie dir also alle wieder mit ihren tollen Tipps kommen, dann hör ihnen zu. Bedanke dich für diesen Rat. Und mach am Ende damit, was du willst.</p>
<p>Wenn du unsicher bist, recherchiere. Hol dir andere Meinungen ein. Gib demjenigen, der dir einen &#8222;falschen&#8220; Rat gegeben hat, einfach auch mal ein Feedback. Was du herausgefunden hast. Auch dein Rat kann sich zumindest angehört werden. Und dann entscheidet die- oder derjenige auch für sich, was er mit deiner Info anstellt. Einfach miteinander in <strong>Kontakt</strong> bleiben.</p>
<p>Und auch wenn jede/r nur deine tollen <strong>Erziehungstipps</strong> belächelt, dann lächel auch du drüber. Ich mach das inzwischen auch so, auch wenn es schwer fällt.</p>
<p>Oma lobt also weiterhin ihr Enkelkind bei jedem Pups. Opa spielt weiterhin den strengen, obwohl er eigentlich ein ganz lieber ist. Uroma fragt sich immer noch, warum ihr Urenkel nicht auf ihren Arm will, unternimmt aber auch nichts dagegen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5940" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-kind-klettert-auf-erdhaufen.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Großfamilie" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-kind-klettert-auf-erdhaufen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-kind-klettert-auf-erdhaufen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-kind-klettert-auf-erdhaufen-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und das akzeptiere ich. Denn genau so will ich, dass man auch mich akzeptiert. Ich bin wie ich bin und wenn mich was interessiert, dann werde ich schon nachfragen.</p>
<p>Genau das ist mein <strong>Ziel</strong>: Wenn jemand es toll findet, wie ich mit meinem Kind umgehe, dann darf sie/er ruhig zu mir kommen. Und mich ansprechen. Sich mit mir unterhalten und sich austauschen. Aber ich werde niemandem hinterher rennen und sagen:&#8220;Du machst das aber GANZ falsch! SO ist das richtig! Guck her! Guck! Hey! Warum guckst du nicht?!&#8220;</p>
<p>Ich habe aber auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich um entsprechende Literatur gebeten wurde, sie gab&#8230; und sich nichts änderte. Das war zwar noch unbegreiflicher für mich, aber ich akzeptiere das.</p>
<h2>Grenzen wahren</h2>
<p>Das bedeutet aber nicht, dass ich mit meinem Kind alles machen lasse. Denn irgendwo müssen auch Grenzen beachtet werden. Von Oma, Opa, Uroma, wem auch immer&#8230; Aber auch die <strong>Grenzen</strong> vom Kind!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5944" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-papa-beschuetzt-kind-vor-laemmern.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Papa beschützt Kind vor Lämmern" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-papa-beschuetzt-kind-vor-laemmern.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-papa-beschuetzt-kind-vor-laemmern-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-papa-beschuetzt-kind-vor-laemmern-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn die Oma noch ganz alte Schule ist und meint, einem Kind schade keine Tracht <strong>Prügel</strong>, um es zu erziehen&#8230; Dann muss sie sich nicht wundern, wenn ich sie niemals unbeaufsichtigt mit meinem Kind allein lassen werde. Sie darf sich dann auch nicht wundern, wenn sie ihrem Enkel Gehorsam beibringen will und ich das nicht zulasse.</p>
<p>Wenn irgendjemand meint, mein Kind bestrafen, beleidigen, bevormunden, verängstigen zu müssen&#8230; Die/Der meint, ein <strong>Klaps</strong> würde nicht schaden&#8230; Die/Der mein Kind grob behandelt&#8230; Dann werde ich dafür kein Verständnis zeigen. Das werde ich auch nicht akzeptieren.</p>
<h2>Was ich meinem Kind mit auf den Weg geben will</h2>
<p>Ich möchte meinem Kind dadurch beibringen, dass es woanders wie zu Hause sein kann. Dass es sich dort behütet, <strong>geliebt</strong>, geborgen und gleichberechtigt fühlen kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5941" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-haelt-grinsendes-enkelkind-im-arm.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Oma hält grinsendes Enkelkind im Arm" width="679" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-haelt-grinsendes-enkelkind-im-arm.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-haelt-grinsendes-enkelkind-im-arm-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-haelt-grinsendes-enkelkind-im-arm-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Dass es aber auch sein kann, dass woanders eben nicht wie zu Hause ist. Dass es dort andere Regeln gibt. Dass da keine <a href="https://www.milchtropfen.de/kind-bemalt-waende/" rel="noopener">Wände bemalt</a> werden wie zu Hause. Dass da nicht <a href="https://www.milchtropfen.de/tischmanieren-der-kinder-blogparade/" rel="noopener">auf dem Boden gegessen</a> werden darf wie zu Hause. Das ist in meinen Augen völlig ok. Nirgendwo auf der Welt ist alles gleich. Unterschiede kennenzulernen ist gut und zeigt nur, dass <strong>Vielfalt</strong> herrscht.</p>
<p>Aber eins muss mein Kind ganz sicher nicht lernen: Gewalt. In welcher Form und auf welche Art und Weise auch immer. Mein Kind wird weder bestraft noch geschlagen, geklapst, gezogen, gezerrt, beleidigt, angeschrien, was auch immer.</p>
<p>Sollte es dazu kommen, werde ich es <strong>beschützen</strong>. Damit es lernt: Ich muss das nicht über mich ergehen lassen. Niemand darf so mit mir umgehen. Ich habe Grenzen und die werde ich auch wahren und notfalls verteidigen.</p>
<p>Ich will meinem Kind dadurch beibringen, dass niemand es herumschubsen darf. Dass er vielleicht auch jemanden meiden muss, um sich selbst zu schützen, weil die/der ihm nicht gut tut.</p>

<h2>Kontaktabbruch</h2>
<p>Jemanden und sein Verhalten zu akzeptieren, klappt nicht immer. In manchen Familien ist die Situation so verfahren, dass für eine (oder beide) Seiten nur ein <strong>Kontaktabbruch</strong> infrage kommt.</p>
<p>In unserer Familie kamen auch schon die einen oder anderen Kontaktabbrüche zustande.</p>
<p>Auch ich habe den Kontakt zu bestimmten Personen eingefroren. Die ich geliebt habe, die mir aber einfach nicht gut taten. Die mich ausgenutzt und wie <strong>Dreck</strong> behandelt haben. Niemand hat das Recht, so mit mir umzugehen. Für mich gab es keine andere Lösung. Sämtliche Versuche von diesen Personen, wieder Kontakt herzustellen, wurden von mir ignoriert. Bis irgendwann endlich Ruhe war.</p>
<p>Aber wie sieht es bei Menschen aus, die mit ihrer <strong>Familie</strong> brechen? Ich habe mir viele Erfahrungsberichte durchgelesen.</p>
<h3>Was Menschen zum Kontaktabbruch treibt</h3>
<p>Menschen, die sich für einen Kontaktabbruch entscheiden, sind nach einer Portion &#8222;Familienbesuch&#8220; mit ihren <strong>Nerven</strong> am Ende. Fühlen sich wie eine leere Hülle. Wie ein Zombie. Sie werden für alles verantwortlich gemacht. Sind der Sündenbock. Die Ursache allen Übels und für die Probleme anderer verantwortlich.</p>
<p>Sie fühlen sich nach solchen Besuchen unverstanden, erniedrigt, unterdrückt, ungeliebt, manipuliert, hilflos, ausgesaugt, zermürbt, runtergezogen. Es wird ständig gestritten, geheuchelt, es herrscht Neid, Hass, es wird mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen um sich geschmissen. Machtspiele werden getrieben, Intrigen geschmiedet.</p>
<p>Es eskaliert jedes Mal, um letztendlich fein säuberlich unter den Teppich gekehrt zu werden. Die <strong>Konflikte</strong> werden totgeschwiegen. Es wird so getan, als sei nichts geschehen. Alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wir sind eine große, glückliche Familie.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5943" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-junge-frau-und-alte-frau-laecheln-sich-an.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - junge Frau und alte Frau lächeln sich an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-junge-frau-und-alte-frau-laecheln-sich-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-junge-frau-und-alte-frau-laecheln-sich-an-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-junge-frau-und-alte-frau-laecheln-sich-an-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und die Fassade beginnt immer weiter zu bröckeln. Es brodelt unter der Oberfläche. Bis der ganze Scheiß explodiert.</p>
<p>Erst haben sie ein schlechtes Gewissen. Denken, sie seien undankbar. Doch das Bedürfnis, keinen Kontakt mehr mit Menschen zu pflegen, die einem nicht gut tun, wog mehr.</p>
<p>Kontaktabbruch ist ein riesengroßer Schritt! Es gibt unzählige Berichte von Verlassenen und Abbrechern. Und sie alle sind furchtbar tragisch, wenn man sie sich mal durchliest. Da versteht die Mutter nicht, warum ihr Sohn PLÖTZLICH per Mail den Kontakt zu ihr abbricht. Er würde sie nicht hassen, sie sei ihm einfach scheißegal, habe er geschrieben.</p>
<p>Da frage ich mich dann immer: Hat sie wirklich keine Ahnung? Ist sie <a href="http://umgang-mit-narzissten.de/definition-narzissmus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">narzisstisch</a>? Ein Kind bricht doch nicht von heute auf morgen den Kontakt zu seiner Mutter ab! Fragen über Fragen und nur die beiden hätten sie sich beantworten können.</p>
<p>Damit meine ich: Reden, reden, reden! In <strong>Beziehung</strong> gehen! Versuchen zu verstehen! Nicht immer gleich alles hinschmeißen und was Neues suchen. Aneinander arbeiten. Eventuell sogar anstreben, den Konflikt in einer gemeinsamen Therapie zu lösen, wenn sich alle darüber einig sind.</p>
<p>Und wenn auch das nicht funktioniert und man sich nur noch weh tut und schlecht fühlt&#8230; DANN würde ich wohl auch sagen: Okay. Das war&#8217;s. Ich hau ab.</p>
<p><!--Clip_XXXX_170707_130040_398--></p>
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