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	<title>Brechen &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>Wenn Erziehungsstile kollidieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jul 2017 06:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Du machst das total falsch!“ „Mein Kind, meine Regeln!“ „Mach das doch SO!“ &#8222;Lass das!&#8220; &#8222;Wenn&#8217;s dir nicht passt: DA ist die Tür.&#8220; Du bist zu Besuch bei deinen Eltern, Schwiegereltern, Freunden, Bekannten, Verwandten, und irgendwie versuchen sich alle gegenseitig zu erziehen. Was, wenn dein Erziehungsstil mit dem von anderen kollidiert? Das erfährst du im ... <a title="Wenn Erziehungsstile kollidieren" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/wenn-erziehungsstile-kollidieren/" aria-label="Mehr zu Wenn Erziehungsstile kollidieren">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Du machst das total falsch!“<br />
„<strong>Mein Kind, meine Regeln!</strong>“<br />
„Mach das doch SO!“<br />
&#8222;Lass das!&#8220;<br />
&#8222;Wenn&#8217;s dir nicht passt: DA ist die Tür.&#8220;</p>
<p>Du bist zu Besuch bei deinen Eltern, Schwiegereltern, Freunden, Bekannten, Verwandten, und irgendwie versuchen sich alle gegenseitig zu erziehen.</p>
<p>Was, wenn dein Erziehungsstil mit dem von anderen kollidiert? Das erfährst du im heutigen Beitrag.</p>
<p><span id="more-5911"></span></p>
<h2>Wenn Erziehungsstile kollidieren</h2>
<p>Dieses Thema hat eine Zeit lang sehr an mir genagt. Die Beziehungen untereinander haben gelitten, es kam oft zum <strong>Streit</strong> und mieser Stimmung. Ich befinde mich aus diesem Grund auf einem unbekannten Weg. Doch von vorne…</p>
<p>In meiner <strong>Kindheit</strong> habe ich so einiges erlebt, was ich als Mutter anders handhaben will. In meinen Augen BESSER machen will. Das mag arrogant klingen, soll aber gar nicht böse gemeint sein.</p>
<p>Einiges war für mich klar. Von Anfang an. Andere Dinge ergaben sich erst mit der Zeit. Ich las, lernte dazu und schlug eine andere Richtung ein. Stets im Wandel, nie auf der Stelle stehenbleiben – das fühlte sich gut an.</p>
<h2>Besuch bei den Großeltern</h2>
<p>Je älter der kleine Mann wurde, desto mehr wollte er seine Umgebung erkunden. Er war fasziniert vom Wasser in einer Flasche, die hin- und hergeschüttelt wurde. Er versuchte, den Deckel aufzubekommen. Mein Papa wollte ihm dabei <strong>helfen</strong>. Ich griff ein und sagte:“Lass ihn mal selber machen.“</p>
<p>Wenn es nachmittags Kuchen gab, wollten alle immer dem kleinen Mann was Süßes geben. Mein Mann und ich schritten ein und meinten:“Nein. Er soll noch keinen <strong>Zucker</strong> bekommen.“ und, als der kleine Mann älter wurde, hieß es von uns:“Nur ein kleines Stück. Er soll nicht so viel Zucker bekommen.“</p>
<p>Das tat den anderen dann immer Leid für den kleinen Mann, weil Kuchen ja so lecker ist. Und ja, der arme Spatz darf keinen Kuchen haben. Aber sie nahmen es hin.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5932" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-essen.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Familie beim Essen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-essen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-essen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-essen-30x19.jpg 30w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dann hörte ich von Ausscheidungskommunikation. Langes Wort. Dahinter steht einfach nur der Sinn, die Signale vom Kind zu lesen, wann es mal muss.</p>
<p>Ich versuchte es also und wurde erstmal von allen doof angeguckt. Auch von meinem Mann. Einzig meine Schwester stand in dieser Zeit hinter mir und fand es gut. Es gab viele „Unfälle“, aber ich gab nicht auf. Und mit der Zeit sahen auch die anderen, dass das’ne ganz coole Sache ist.</p>
<p>Als ich z.B. auf Toilette war und meine Mutter mit dem kleinen Mann allein, merkte sie, dass er mal muss. Und dann hielt sie ihn ab und war ganz aus dem Häuschen, weil es klappte. Sie war total stolz auf sich, glaube ich.</p>
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<h2>Das wird ja immer skurriler</h2>
<p>Und dann ist das Baby plötzlich <strong>Kleinkind</strong> und stellt uns vor Herausforderungen. Es macht Dinge, die wir nicht wollen. Dinge, die uns zur Verzweiflung bringen. Aber auf die klassische Erziehung verzichten wir gern.</p>
<p>Also stöbern wir im Internet, suchen nach Ratschlägen, lesen schlaue Bücher. Und dann picken wir das für uns richtige heraus und machen damit unsere Erfahrungen.</p>
<p>Wir kommen also mit unserem geballten, neuen Wissen wieder zu Besuch und werden noch schiefer angeguckt. Der kleine Mann piekst mit der Gabel etwas auf. Sofort kommt ein „Fein! Super! Das hast du aber toll gemacht!“ und mein Mann schreitet ein und sagt:“<strong>Nicht loben.</strong>“</p>
<p>Was meinst du, wie schief wir DA angeguckt wurden? Dann wird natürlich verwundert nachgefragt, warum jetzt auch kein Lob sein dürfe. Mein Mann erklärt es. Sie schauen verwirrt aus. Vielleicht lächeln sie auch drüber. Sie verstehen es nicht so ganz. Aber ok, sie versuchen, nicht zu loben.</p>
<p>Dass beinahe überall gelobt und bestraft wird, ist ja schon fast normal in unserer Gesellschaft. Es steckt in uns drin. Wir denken nicht drüber nach, sondern übernehmen einfach die Erziehungsstile aus unserer Kindheit. So nach dem Motto: Hat uns ja nicht geschadet.</p>

<h2>Bevormundung</h2>
<p>Manche Verhaltensweisen sind uns also in Fleisch und Blut übergegangen. Wir machen sie einfach. Sie sind zur <strong>Gewohnheit</strong> geworden.</p>
<p>Und dann kommt die jüngere Generation und sagt uns, dass wir alles <strong>falsch</strong> machen. Dass wir das lassen sollen. Sie nennen uns auch den Grund, aber so ganz verstehen wir es trotzdem nicht. Wir geben unser bestes, ihren „Weisungen“ Folge zu leisten. Aber manchmal rutscht es uns doch raus und dann kommt wieder dieses „Nicht…“</p>
<p>Das führte bei uns in der Familie zu Streit und schlechter Stimmung. Die anderen fühlten sich bevormundet und <strong>kritisiert</strong>. Meinem Mann wurde über den Mund gefahren. Oder es wurde sich über unseren Erziehungsstil lustig gemacht. Es fielen Sprüche wie:&#8220;Hätten wir euch mal nicht gelobt, sondern lieber verprügelt.&#8220; Oder trotzig mit &#8222;Doch!&#8220; geantwortet, wenn wir baten, etwas zu unterlassen.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5933" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-waldspaziergang-im-winter.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Familie beim Waldspaziergang im Winter" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-waldspaziergang-im-winter.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-waldspaziergang-im-winter-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-familie-beim-waldspaziergang-im-winter-30x19.jpg 30w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich wollte keinen Streit mehr und brodelte vor mich hin, während ich zusah, wie unsere Erziehungsmethoden mit Füßen getreten wurden.</p>
<p>Und dann begann ich nachzudenken, wie diese verfahrene Situation gelöst werden könnte.</p>
<h2>Empathie</h2>
<p>Bevor ich die „Mein Kind, meine Regeln!“-Keule schwingen würde, versuchte ich erst einmal, die anderen zu <strong>verstehen</strong>. Warum verstehen sie uns nicht und machen nicht das, was wir sagen? Ich versetzte mich also in ihre Lage und kam zu folgenden 7 möglichen <strong>Gründen</strong> für ihr Verhalten:</p>
<h3>1. Gewohnheit</h3>
<p>Wer jahrelang so erzogen wurde bzw. erzieht, hat es schwer, Veränderungen anzunehmen und danach zu handeln. Es steckt in uns drin. Unsere <strong>Kindheit</strong> bestand daraus. Ich kann mich nicht von heute auf morgen um 180° drehen und ein anderer Mensch sein.</p>
<h3>2. Wille</h3>
<p>Ein ganz entscheidender Punkt! Wenn mir jemand vorschreibt, was ich zu tun habe, dem zeig ich innerlich’nen Vogel. Der will mir was erzählen? Da schalte ich auf <strong>Durchzug</strong>. Ob anerzogen oder Charakterzug, sei mal dahingestellt.</p>
<p>Aber wenn ich jemanden sehe, der mir ein „Wow! Wie macht sie/er das?“ herauslockt… Von der/dem ich mehr erfahren will… Von der/dem ich lernen will… Dann ist das schon’ne ganz andere Sache. Denn dann habe ich den eigenen <strong>Willen</strong> entwickelt, etwas zu lernen und mich ggf. auch zu ändern.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5935" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-frau-und-mann-schenken-kind-pusteblumen.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Frau und Mann schenken Kind Pusteblumen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-frau-und-mann-schenken-kind-pusteblumen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-frau-und-mann-schenken-kind-pusteblumen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-frau-und-mann-schenken-kind-pusteblumen-30x19.jpg 30w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dieser Wille muss aber aus mir heraus entstehen und kann mir nicht vorgesetzt werden. Da muss ich selber ran. „Wo kein Wille, da kein Weg.“ – der Spruch ist so wahr!</p>
<h3>3. Der Ton macht die Musik</h3>
<p>Deine Freundin, die ihr Baby absichtlich schreien lässt, damit es endlich durchschläft, braucht dringend einen Rat von dir!</p>
<p>Du knallst ihr in deiner Wut an den Kopf, sie würde etwas Falsches, etwas Gewaltsames, Krankes, was auch immer, tun&#8230; Und ihre Bindung zum Baby würde massiv drunter leiden und ihr Baby würde das Urvertrauen verlieren und und und&#8230;</p>
<p><strong>Kritik</strong> äußern, ohne dass sich dein Gegenüber gekränkt oder beschämt fühlt, ist schwer. War der Versuch, sie auf einen Fehler hinzuweisen, zu harsch? Sollte ich daran üben, <strong>WIE</strong> ich jemandem einen Tipp gebe oder meine Bedenken äußere?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5936" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-opa-und-enkel-schauen-sich-an.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Opa und Enkel schauen sich an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-opa-und-enkel-schauen-sich-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-opa-und-enkel-schauen-sich-an-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-opa-und-enkel-schauen-sich-an-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn ich jemanden so angehe, ist klar, dass dieser Rat<strong>SCHLAG</strong> nicht angenommen wird. Sie fühlt sich kritisiert, bevormundet, als schlechte Mutter denunziert und abgestempelt. Sie müsste sich eingestehen, ihrem Baby geschadet zu haben. Und das einzugestehen, kostet Kraft, Mut und schmerzt.</p>
<h3>4. Schmerz</h3>
<p>Wenn mir jemand sagt, ich soll anders handeln, dann kommt auch ein gewisser <strong>Schmerz</strong> mit hoch. Der Schmerz aus der eigenen Kindheit. Weil man begreifen muss, dass der Weg, wie ich teilweise erzogen wurde, tatsächlich nicht der richtige war. Dass einem <strong>Leid</strong> angetan wurde. Und diese Erkenntnis schmerzt. Man müsste sich eingestehen, dass die eigenen Eltern nicht das beste für einen getan haben. Dass einem Schlimmes widerfahren ist.</p>
<p>Diesen Schritt muss ich erstmal bereit sein zu gehen. Andere verschließen davor lieber (noch) die Augen und reden sich ein „So, wie ich erzogen wurde, war das richtig, und so handhabe ich es auch. <strong>Hat mir ja nicht geschadet.</strong> Ich bin meinen Eltern für die Erziehungsschelle dankbar. Ich lebe schließlich immer noch.“</p>
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<h3>5. Andere Zeiten</h3>
<p>Ein nicht unwichtiger Aspekt: Zeit. In welcher Zeit haben meine Großeltern gelebt? In welcher meine Eltern? Und in was für einer Zeit leben wir heute?</p>
<p>Haben wir Krieg? Geht es uns ums nackte <strong>Überleben</strong>? Muss ich schleunigst zusehen, dass ich irgendwo Essen her bekomme, damit mir meine Familie nicht wegstirbt? Sind Bombenangriffe bei uns Alltag?</p>
<p>Oder herrscht <strong>Frieden</strong>? Kann ich gelassen und entspannt nach draußen gehen? Muss ich mir um nix Sorgen machen, außer, was ich heute zum Essen koche? Kann ich mir ein Bad gönnen und machen, was ich will? Ein Buch lesen, Musik hören, Videos auf YouTube ansehen, in Facebookgruppen stöbern und mir Input holen, wenn ich mit meinem Latein am Ende bin?</p>
<p>Ja. All das kann ich. Ich lebe, im Vergleich zu meinen Großeltern, bei denen Krieg herrschte, im Paradies. Ich habe wenig Sorgen und kann mich Themen widmen, die mich interessieren. Dafür habe ich Zeit.</p>
<p>Aber diese Zeit hatten meine Großeltern nicht. Und auch heutzutage gibt es Familien andernorts, die andere Probleme haben. Denen es aktuell nur ums Überleben geht und nicht, ob Stoffwindel, Wegwerfwindel, windelfrei oder was auch immer.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5937" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-uroma-haelt-urenkel-auf-dem-schoss.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Uroma hält Urenkel auf dem Schoß" width="679" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-uroma-haelt-urenkel-auf-dem-schoss.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-uroma-haelt-urenkel-auf-dem-schoss-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-uroma-haelt-urenkel-auf-dem-schoss-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Das soll keine Ausrede sein. Aber mir half es ungemein, zu verstehen, warum damals schwarze Pädagogik praktiziert wurde. Warum in dieser Zeit so viel Leid geschehen ist. Da musste man gehorchen und funktionieren. Und irgendwann musste dann zerstörtes Land wieder aufgebaut werden.</p>
<p>Als meine Eltern dann eine Familie gründeten, herrschte kein Krieg mehr. Die Mauer fiel, alles war neu und unbekannt. Meine Mutter verwarf einige Erziehungsmethoden. Andere wiederum übernahm sie. Das geht von Generation zu <strong>Generation</strong> immer so weiter. Auch ich habe manches übernommen und einiges wiederum nicht. Und mein Kind wird es sicher auch als Elternteil wieder anders handhaben. Einfach, weil wir Zeit haben, uns zu reflektieren und über uns selbst nachzudenken.</p>
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<h3>6. Ungünstig ausgedrückt</h3>
<p>Sie wollen meinem Kind nichts Böses. Sie wollen nur&#8230;</p>
<p>Der Opa, der zu seinem Enkel streng und mit ernster Mine sagt:&#8220;Ein Hammer ist kein Spielzeug!&#8220;, möchte im Grunde genommen nur sein Enkelkind <strong>beschützen</strong>. Ein Hammer ist schwer und hart. Wenn der auf die kleine Hand oder auf den Fuß fällt&#8230; Oh weh! Dann lieber gleich weg mit solchen gefährlichen Sachen!</p>
<p>Die Oma, die überall ihren Nippes stehen hat, der das Kind so fasziniert, hat <strong>Angst</strong>, dass ihre Sachen kaputt gehen könnten. In ihren Augen gibt es genug Spielzeug. Dafür muss nicht ihre Deko herhalten. Also sagt sie &#8222;Nein!&#8220;, wenn er sich den Staubfängern nähert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5938" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-im-rollstuhl-haelt-enkel-im-arm.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Oma im Rollstuhl hält Enkel im Arm" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-im-rollstuhl-haelt-enkel-im-arm.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-im-rollstuhl-haelt-enkel-im-arm-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-im-rollstuhl-haelt-enkel-im-arm-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Die Uroma, die ihr Enkelkind lobt, weil es so schön aufgegessen hat, hat auch nichts Böses im Sinn. Sie freut sich, dass sie das Essen nicht wegwerfen muss. Dass es anscheinend geschmeckt hat. Sie möchte irgendeine positive <strong>Rückmeldung</strong> geben und fängt deshalb zu loben an.</p>
<p>Dem kleinen Mann will es einfach nicht gelingen, die Schnur durch das Loch zu fädeln. Er tobt und wütet und schreit und weint und ärgert sich! Alle wollen <strong>helfen</strong>, damit er nicht traurig sein muss! Was soll schon verkehrt daran sein, zu helfen?</p>
<h3>7. Erfahrung</h3>
<p>Sie denken, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefuttert und stützen ihr Verhalten auf jahrelangen <strong>Erfahrungen</strong>, die sie gesammelt haben. Sie wissen so viel, dass ich mit &#8222;nur&#8220; einem Kind unmöglich etwas &#8222;besser&#8220; wissen könnte. Ungern lässt sich die Erzieherin mit 30-jähriger Berufserfahrung was von der Azubine erzählen.</p>
<p>Es kann an einer bestimmten Ausbildung liegen. Einem Studium. Der Arbeit in einem Beruf, in dem man schon jahrelang tätig ist. Oder dass man Mutter/Vater von drölfzig Kindern ist und daher einfach weiß, was &#8222;richtig&#8220; ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5939" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Großfamilie" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Gerade bei jenen, die solche Argumente vorzeigen, lassen sich schwer überzeugen. Weil sie überzeugt davon sind, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen über all die Jahre bereits alles wissen.</p>
<p>Was kannst du tun, wenn du mit solchen Menschen aneinander gerätst?</p>
<h2>Akzeptanz</h2>
<p>Wenn sich niemand für deinen Erziehungsstil interessiert, dann bringt es in meinen Augen nichts, sie überzeugen zu wollen. Manche WOLLEN sich einfach nicht ändern. Sie wollen keine schlauen Bücher lesen und sich nicht weiterbilden. Sie wollen auf dem Stand von vor zig Jahren stehen bleiben. Das ist schwer zu <strong>akzeptieren</strong>. Aber du kannst niemanden ändern, die/der sich nicht ändern will.</p>
<p>Wenn sie dir also alle wieder mit ihren tollen Tipps kommen, dann hör ihnen zu. Bedanke dich für diesen Rat. Und mach am Ende damit, was du willst.</p>
<p>Wenn du unsicher bist, recherchiere. Hol dir andere Meinungen ein. Gib demjenigen, der dir einen &#8222;falschen&#8220; Rat gegeben hat, einfach auch mal ein Feedback. Was du herausgefunden hast. Auch dein Rat kann sich zumindest angehört werden. Und dann entscheidet die- oder derjenige auch für sich, was er mit deiner Info anstellt. Einfach miteinander in <strong>Kontakt</strong> bleiben.</p>
<p>Und auch wenn jede/r nur deine tollen <strong>Erziehungstipps</strong> belächelt, dann lächel auch du drüber. Ich mach das inzwischen auch so, auch wenn es schwer fällt.</p>
<p>Oma lobt also weiterhin ihr Enkelkind bei jedem Pups. Opa spielt weiterhin den strengen, obwohl er eigentlich ein ganz lieber ist. Uroma fragt sich immer noch, warum ihr Urenkel nicht auf ihren Arm will, unternimmt aber auch nichts dagegen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5940" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-kind-klettert-auf-erdhaufen.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Großfamilie" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-kind-klettert-auf-erdhaufen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-kind-klettert-auf-erdhaufen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-kind-klettert-auf-erdhaufen-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und das akzeptiere ich. Denn genau so will ich, dass man auch mich akzeptiert. Ich bin wie ich bin und wenn mich was interessiert, dann werde ich schon nachfragen.</p>
<p>Genau das ist mein <strong>Ziel</strong>: Wenn jemand es toll findet, wie ich mit meinem Kind umgehe, dann darf sie/er ruhig zu mir kommen. Und mich ansprechen. Sich mit mir unterhalten und sich austauschen. Aber ich werde niemandem hinterher rennen und sagen:&#8220;Du machst das aber GANZ falsch! SO ist das richtig! Guck her! Guck! Hey! Warum guckst du nicht?!&#8220;</p>
<p>Ich habe aber auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich um entsprechende Literatur gebeten wurde, sie gab&#8230; und sich nichts änderte. Das war zwar noch unbegreiflicher für mich, aber ich akzeptiere das.</p>
<h2>Grenzen wahren</h2>
<p>Das bedeutet aber nicht, dass ich mit meinem Kind alles machen lasse. Denn irgendwo müssen auch Grenzen beachtet werden. Von Oma, Opa, Uroma, wem auch immer&#8230; Aber auch die <strong>Grenzen</strong> vom Kind!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5944" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-papa-beschuetzt-kind-vor-laemmern.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Papa beschützt Kind vor Lämmern" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-papa-beschuetzt-kind-vor-laemmern.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-papa-beschuetzt-kind-vor-laemmern-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-papa-beschuetzt-kind-vor-laemmern-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn die Oma noch ganz alte Schule ist und meint, einem Kind schade keine Tracht <strong>Prügel</strong>, um es zu erziehen&#8230; Dann muss sie sich nicht wundern, wenn ich sie niemals unbeaufsichtigt mit meinem Kind allein lassen werde. Sie darf sich dann auch nicht wundern, wenn sie ihrem Enkel Gehorsam beibringen will und ich das nicht zulasse.</p>
<p>Wenn irgendjemand meint, mein Kind bestrafen, beleidigen, bevormunden, verängstigen zu müssen&#8230; Die/Der meint, ein <strong>Klaps</strong> würde nicht schaden&#8230; Die/Der mein Kind grob behandelt&#8230; Dann werde ich dafür kein Verständnis zeigen. Das werde ich auch nicht akzeptieren.</p>
<h2>Was ich meinem Kind mit auf den Weg geben will</h2>
<p>Ich möchte meinem Kind dadurch beibringen, dass es woanders wie zu Hause sein kann. Dass es sich dort behütet, <strong>geliebt</strong>, geborgen und gleichberechtigt fühlen kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5941" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-haelt-grinsendes-enkelkind-im-arm.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Oma hält grinsendes Enkelkind im Arm" width="679" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-haelt-grinsendes-enkelkind-im-arm.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-haelt-grinsendes-enkelkind-im-arm-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-oma-haelt-grinsendes-enkelkind-im-arm-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Dass es aber auch sein kann, dass woanders eben nicht wie zu Hause ist. Dass es dort andere Regeln gibt. Dass da keine <a href="https://www.milchtropfen.de/kind-bemalt-waende/" rel="noopener">Wände bemalt</a> werden wie zu Hause. Dass da nicht <a href="https://www.milchtropfen.de/tischmanieren-der-kinder-blogparade/" rel="noopener">auf dem Boden gegessen</a> werden darf wie zu Hause. Das ist in meinen Augen völlig ok. Nirgendwo auf der Welt ist alles gleich. Unterschiede kennenzulernen ist gut und zeigt nur, dass <strong>Vielfalt</strong> herrscht.</p>
<p>Aber eins muss mein Kind ganz sicher nicht lernen: Gewalt. In welcher Form und auf welche Art und Weise auch immer. Mein Kind wird weder bestraft noch geschlagen, geklapst, gezogen, gezerrt, beleidigt, angeschrien, was auch immer.</p>
<p>Sollte es dazu kommen, werde ich es <strong>beschützen</strong>. Damit es lernt: Ich muss das nicht über mich ergehen lassen. Niemand darf so mit mir umgehen. Ich habe Grenzen und die werde ich auch wahren und notfalls verteidigen.</p>
<p>Ich will meinem Kind dadurch beibringen, dass niemand es herumschubsen darf. Dass er vielleicht auch jemanden meiden muss, um sich selbst zu schützen, weil die/der ihm nicht gut tut.</p>

<h2>Kontaktabbruch</h2>
<p>Jemanden und sein Verhalten zu akzeptieren, klappt nicht immer. In manchen Familien ist die Situation so verfahren, dass für eine (oder beide) Seiten nur ein <strong>Kontaktabbruch</strong> infrage kommt.</p>
<p>In unserer Familie kamen auch schon die einen oder anderen Kontaktabbrüche zustande.</p>
<p>Auch ich habe den Kontakt zu bestimmten Personen eingefroren. Die ich geliebt habe, die mir aber einfach nicht gut taten. Die mich ausgenutzt und wie <strong>Dreck</strong> behandelt haben. Niemand hat das Recht, so mit mir umzugehen. Für mich gab es keine andere Lösung. Sämtliche Versuche von diesen Personen, wieder Kontakt herzustellen, wurden von mir ignoriert. Bis irgendwann endlich Ruhe war.</p>
<p>Aber wie sieht es bei Menschen aus, die mit ihrer <strong>Familie</strong> brechen? Ich habe mir viele Erfahrungsberichte durchgelesen.</p>
<h3>Was Menschen zum Kontaktabbruch treibt</h3>
<p>Menschen, die sich für einen Kontaktabbruch entscheiden, sind nach einer Portion &#8222;Familienbesuch&#8220; mit ihren <strong>Nerven</strong> am Ende. Fühlen sich wie eine leere Hülle. Wie ein Zombie. Sie werden für alles verantwortlich gemacht. Sind der Sündenbock. Die Ursache allen Übels und für die Probleme anderer verantwortlich.</p>
<p>Sie fühlen sich nach solchen Besuchen unverstanden, erniedrigt, unterdrückt, ungeliebt, manipuliert, hilflos, ausgesaugt, zermürbt, runtergezogen. Es wird ständig gestritten, geheuchelt, es herrscht Neid, Hass, es wird mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen um sich geschmissen. Machtspiele werden getrieben, Intrigen geschmiedet.</p>
<p>Es eskaliert jedes Mal, um letztendlich fein säuberlich unter den Teppich gekehrt zu werden. Die <strong>Konflikte</strong> werden totgeschwiegen. Es wird so getan, als sei nichts geschehen. Alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wir sind eine große, glückliche Familie.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5943" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-junge-frau-und-alte-frau-laecheln-sich-an.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - junge Frau und alte Frau lächeln sich an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-junge-frau-und-alte-frau-laecheln-sich-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-junge-frau-und-alte-frau-laecheln-sich-an-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-junge-frau-und-alte-frau-laecheln-sich-an-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und die Fassade beginnt immer weiter zu bröckeln. Es brodelt unter der Oberfläche. Bis der ganze Scheiß explodiert.</p>
<p>Erst haben sie ein schlechtes Gewissen. Denken, sie seien undankbar. Doch das Bedürfnis, keinen Kontakt mehr mit Menschen zu pflegen, die einem nicht gut tun, wog mehr.</p>
<p>Kontaktabbruch ist ein riesengroßer Schritt! Es gibt unzählige Berichte von Verlassenen und Abbrechern. Und sie alle sind furchtbar tragisch, wenn man sie sich mal durchliest. Da versteht die Mutter nicht, warum ihr Sohn PLÖTZLICH per Mail den Kontakt zu ihr abbricht. Er würde sie nicht hassen, sie sei ihm einfach scheißegal, habe er geschrieben.</p>
<p>Da frage ich mich dann immer: Hat sie wirklich keine Ahnung? Ist sie <a href="http://umgang-mit-narzissten.de/definition-narzissmus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">narzisstisch</a>? Ein Kind bricht doch nicht von heute auf morgen den Kontakt zu seiner Mutter ab! Fragen über Fragen und nur die beiden hätten sie sich beantworten können.</p>
<p>Damit meine ich: Reden, reden, reden! In <strong>Beziehung</strong> gehen! Versuchen zu verstehen! Nicht immer gleich alles hinschmeißen und was Neues suchen. Aneinander arbeiten. Eventuell sogar anstreben, den Konflikt in einer gemeinsamen Therapie zu lösen, wenn sich alle darüber einig sind.</p>
<p>Und wenn auch das nicht funktioniert und man sich nur noch weh tut und schlecht fühlt&#8230; DANN würde ich wohl auch sagen: Okay. Das war&#8217;s. Ich hau ab.</p>
<p><!--Clip_XXXX_170707_130040_398--></p>
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		<title>Einmal Norovirus, bitte!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Oct 2016 06:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinkind]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Behandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Brechen]]></category>
		<category><![CDATA[Durchfall]]></category>
		<category><![CDATA[erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[krank]]></category>
		<category><![CDATA[Norovirus]]></category>
		<category><![CDATA[Symptome]]></category>
		<category><![CDATA[vorbeugen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ja, zugegeben: Gewünscht haben wir ihn uns nicht. Aber ist er erst einmal da, ist er nicht mehr aufzuhalten. Ein Bericht über den fiesen Norovirus: Wie er kommt, wie er bleibt und wie er auch wieder geht. Einmal Norovirus, bitte! Mittags. Unsere kleine Familie, bestehend aus Papa, kleinem Spatz und mir, geht gemeinsam zum ... <a title="Einmal Norovirus, bitte!" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/einmal-norovirus-bitte/" aria-label="Mehr zu Einmal Norovirus, bitte!">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ja, zugegeben: Gewünscht haben wir ihn uns nicht. Aber ist er erst einmal da, ist er nicht mehr aufzuhalten.</p>
<p>Ein Bericht über den fiesen Norovirus: Wie er kommt, wie er bleibt und wie er auch wieder geht.<span id="more-1544"></span><div id='c8730_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Einmal Norovirus, bitte!</h2>
<p>Mittags. Unsere kleine Familie, bestehend aus Papa, kleinem Spatz und mir, geht gemeinsam zum Zahnarzt. Bei mir steht eine Zahnreinigung an.</p>
<p>Nachdem das nach 1 Stunde erledigt ist, gehen wir noch kurz einkaufen. Der Papa vergisst, dass ich nach einer Zahnreinigung nichts essen darf, und kauft Mohnhörnchen und andere Brötchen.</p>
<p>Während also Papa und Sohn genüsslich ihre Brötchen verputzen, tingeln wir ein wenig in der Gegend rum. In 1 Stunde fängt nämlich das 1. Laternen basteln in der Kita unseres Sohnes an. Ich freue mich wahnsinnig darauf! Das hätte mir bereits zu denken geben müssen. Denn IMMER, wenn ich mich tierisch auf etwas freue, werde ich enttäuscht.</p>
<p>Wir spazieren noch an der Wuhle entlang, schauen auf die Seilbahn der Gärten der Welt und machen an einem kleinen Spielplatz Halt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1554" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-kind-auf-spielplatz.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Kind auf Spielplatz" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-kind-auf-spielplatz.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-kind-auf-spielplatz-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Der Kleine will nicht in den Kinderwagen, ist auch etwas knatschig drauf. Liegt wohl daran, dass er den Mittagsschlaf hat ausfallen lassen, denke ich mir. Naja, er ist zwar schon etwas schwerer geworden, aber solange ich ihn noch tragen kann, trage ich ihn. Kein Problem.</p>
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</div>
<h2>Laternen basteln</h2>
<p>Endlich ist die Zeit rum und wir machen uns auf den Weg zur Kita, die gleich um die Ecke ist.</p>
<p>Wir sind etwas früher dran, werden aber schon von der Erzieherin begrüßt und in den Theaterraum gebeten. Dort ist bereits alles vorbereitet. Lange Tische, viele Stühle, dazu ein Haufen Bastelkram. Gleich geht&#8217;s los!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1557" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-bastelzeug.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Bastelzeug" width="679" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-bastelzeug.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-bastelzeug-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Nach und nach füllt sich der Raum. Da das Basteln an einem Mittwoch Nachmittag stattfindet, ist es dennoch recht leer im Raum. Viele Eltern müssen noch arbeiten und können daher nicht mit zum Basteln kommen. Ihre Kinder werden von einer Erzieherin betreut. Die Kinder, deren Eltern fehlen, basteln leider nicht mit. Das finde ich sehr schade. Ich kann mir vorstellen, dass sie auch gern eine Laterne gebastelt hätten. Nun ja&#8230;</p>
<p>Uns wird ebenfalls angeboten, den Kleinen zur Erzieherin zu geben, damit WIR (die Eltern) in Ruhe basteln können. Etwas irritiert sind wir schon von diesem Angebot&#8230; Sollen die Kinder etwa keinen Spaß beim Basteln, Kleben, Schneiden, Kritzeln haben? Unsere Antwort ist klar: Unser Sohn bastelt mit.</p>

<h2>Von einer Sekunde auf die andere</h2>
<p>Wir sitzen alle in einer gemütlichen Runde. Mein Sohn sitzt auf meinem Schoß, weil die Tische zu hoch und die Stühle zu niedrig sind, als dass er etwas hätte sehen oder daran arbeiten können. Während er ein paar Filzbommeln auf ein von mir ausgeschnittenes Stück Papier klebt, schneide ich weiter aus.</p>
<p>Dann gehe ich mit dem Kleinen zur Bühne. Hier warten eine Menge buntes Papier, Karton usw. Da sich der kleine Spatz nicht entscheiden kann, suche ich für uns grünes Papier aus. Unsere Laterne soll eine Raupe werden, stelle ich mir vor. Ja, das wird toll aussehen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1556" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-laternenmaennchen.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Laternenmännchen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-laternenmaennchen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-laternenmaennchen-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Der Kleine will wieder getragen werden. Ich nehme ihn hoch, da muss er auf einmal ganz stark husten. Ich denke, er hat sich nur doll verschluckt und setze den Gang fort, nachdem das Husten aufgehört hat.</p>
<p>Und plötzlich bin ich nass. Von oben bis unten. Aber volle Möhre! Ich bin total irritiert, was jetzt auf einmal los ist. Er erbricht wieder. Und wieder. Würgt. Er jammert. Er ist scheinbar auch etwas überfordert mit den Vorgängen in seinem Körper.</p>
<div id='c9307_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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<p>Ich husche mit dem Kleinen ins Bad. Dort wird das Gröbste abgewaschen. Die Klamotten müssen komplett gewechselt werden. Auch er ist von oben bis unten vollgekotzt.</p>
<p>Der Papa hat inzwischen das Malheur auf dem Boden beseitigt und bringt uns Wechselklamotten. Von der Erzieherin bekomme ich netterweise ein T-Shirt geliehen. Sonst hätte ich entweder nackig oder in meinen vollgebröckelten Sachen umherlaufen müssen.</p>
<h2>Alles wieder gut?</h2>
<p>Es war dumm von uns zu denken, dass es jetzt vorbei sein würde. Wir überlegten sogar, uns wieder in den Raum zu setzen und weiterzubasteln. Immerhin war ja jetzt alles draußen&#8230;</p>
<p>So geirrt hatten wir uns wohl noch nie. Kaum hatte ich mich am Mini-Waschbecken einigermaßen von Kotze befreit, gewaschen und neu eingekleidet, da ging es wieder los. Der komplette Boden im Flur war vollgekotzt.</p>
<p>&#8222;Miiiilch!&#8220;, jammert der arme Schatz nur in meinen Armen. Kein Problem. Milch ist immer da. Milch ist immer gut. Also ab ins Nebenzimmer, in einen Mini-Sessel gequetscht und den Kleinen gestillt. Der prompt nach ein paar Schlucken einschläft. Der Mittagsschlaf hat ihm eindeutig gefehlt. Anscheinend konnte er aber bis dahin nicht einschlafen, weil er bereits merkte, dass in seinem Körper etwas zugange war.</p>
<p>Im Schlaf ziehen wir den armen Fratz an und wollen gerade aufbrechen, da wacht er wieder auf, kotzt, jammert, schläft wieder ein. Er muss sehr erschöpft sein&#8230;</p>
<h2>Kuscheln, kuscheln, kuscheln</h2>
<p>Als wir zu Hause angekommen sind, übergibt sich der Kleine noch viele Male. Trinken will er nicht, essen will er nicht. Er will einfach nur abwechselnd von mir und vom Papa im Arm einschlafen. Wir sitzen im Wohnzimmer auf der Couch, haben es uns gemütlich gemacht. Wir streicheln ihn, kuscheln mit ihm. Wenn er kurz aufwacht, um wieder zu erbrechen, beruhigen wir ihn mit unseren Stimmen, reden ihm gut zu. So allmählich hat sich alles eingependelt. Die Spucktücher liegen griffbereit, die Spuckschüssel vorsichtshalber auch. Handtücher sollen die Couch sauber halten.</p>
<p>Der Kleine schläft sofort wieder ein, sobald er erbrochen hat oder es zumindest versuchte. Allmählich mache ich mir Sorgen, dass er zu viel Flüssigkeit verliert und biete ihm, obwohl er nicht danach verlangt hat, die Brust an. Dankbar nimmt er das Angebot an und trinkt ein paar Schlückchen. Dann schläft er wieder in meinen Armen ein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1558" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-kind-schlaeft-im-arm.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Kind schläft im Arm" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-kind-schlaeft-im-arm.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-kind-schlaeft-im-arm-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Als er später beim Papa sein will und dort weiterschläft, verkrümel ich mich in die Küche, mache etwas Essen und schreibe ein wenig.</p>
<p>Irgendwann bricht die Nacht herein und wir machen uns alle fürs Bett fertig.</p>
<p>Zumindest gut geschlafen haben wir. Als wir aufwachen, ist es 9 Uhr! Ich werde von einem Schwall Kotze geweckt, der sich über mich ergießt.</p>
<h2>Jetzt geht&#8217;s bergauf&#8230; Doch nicht</h2>
<p>Am Morgen fühle ich mich etwas groggy. Der Kleine will wieder getragen werden, was mir plötzlich ziemlich Kräfte zehrend vorkommt. Auch als mir mein Mann berichtet, was er so über den Tag alles erledigen will, bin ich einfach nur fertig. Ich genieße es, wenn mir mein Mann etwas erzählen möchte. Aber in dem Moment hatte ich einfach kein offenes Ohr für ihn.</p>
<p>Plötzlich war ich einfach nur niedergeschlagen. Mir ging es nicht gut. Mein Mann machte sich für die Arbeit fertig. Innerlich malte ich mir schon aus, was für ein beschissener Tag das werden würde. Dem Kleinen ging es mittlerweile auch wieder besser. Er musste sich nicht mehr übergeben, war auch wieder ganz gut drauf und wollte jetzt spielen und bespaßt werden. Bücher lesen. Bälle werfen. Sowas eben. Sachen, die ich sonst gern mache. Aber nicht jetzt.</p>
<div id='c8038_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<p>Im Flur lag ich vor unserem <a href="https://www.milchtropfen.de/wir-zaubern-dirnen-malort/" rel="noopener noreferrer">Malort</a> und kam mir ziemlich bescheuert vor, wie ich da so lag. Aber ich nutzte einfach jeden Ort und jede Möglichkeit, mich hinlegen und ausruhen zu können. Soweit das zumindest möglich ist, während jemand auf dich rauf krabbelt und gestillt werden will. Mir Wurscht! Stille ich eben im Liegen.</p>
<p>Und irgendwann wird der Kleine dann vormittags doch noch mal müde. Wir legen uns ins Bett. Ich lege mir vorsichtshalber eine Spuckschüssel daneben. Nur für den Fall der Fälle. Gute Entscheidung.</p>
<p>Als ich so auf der Seite liege, merke ich schon, wie die Übelkeit ins Unermessliche steigt. Und dann kommt endlich alles raus.</p>
<p>Der Papa will zu Hause bleiben und sich um uns kümmern. Doch nachdem alles draußen ist, fühle ich mich pudelwohl und sage ihm, er kann arbeiten gehen&#8230; Wie dumm von mir&#8230;</p>
<h2>Komm bitte wieder!</h2>
<p>Aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich legte mich mit dem kleinen Mann schlafen, der Papa ging zur Arbeit. Und irgendwann wachte ich auf und musste wieder und wieder kotzen. Mein Sohn beobachte mich währenddessen ganz ruhig. Zwischenzeitlich rief er immer &#8222;Mama!&#8220;, wenn ich ihn zu sehr beunruhigte. Dann erklärte ich ihm, was gerade mit mir los sei, um ihm die Angst zu nehmen. Aber ich kann mir vorstellen, dass mein Anblick nicht sehr hilfreich war.</p>
<p>Dazu kam dann noch Durchfall und extreme Abgeschlagenheit. Und ich hätte es vielleicht über den Tag geschafft, wenn mein Kleiner noch genau so krank gewesen wäre. Aber er war putzmunter, quietschfidel. Okay, zwischendurch wollte er auch gestillt werden, aber auch sehr viel spielen. Und wieder Bücher lesen. Ich kam mir vor wie ein Wrack.</p>
<p>Mein Sohn merkte, dass es mir sehr schlecht ging. Immer, wenn wir das Lesen unterbrechen mussten (was für ein Wortspiel), sagte er:&#8220;Mama! Mama!&#8220;. Als es überstanden war, begleitete er mich zum Bad, in dem ich die Spuckschüssel entleerte und säuberte.</p>
<p>Doch mit der Zeit traute ich mir immer weniger zu, mit dem Tempo meines Sohnes mithalten zu können. Kurzerhand schrieb ich meinem Mann: &#8222;Komm bitte wieder!&#8220;. Womit ich eigentlich nicht gerechnet hatte: Er kehrte schnurstracks um und kam nach Hause.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1559" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-superman.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Superman" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-superman.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-superman-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Mein Mann, mein Retter</h2>
<p>Und das war er auch: Ein Retter in der Not. Auf der Heimfahrt durchstöberte er das Internet. Ganz eindeutig hatten wir uns den Norovirus eingefangen. Der würde in 2-3 Tagen vorüber gehen. Er kaufte noch ein paar Kleinigkeiten für uns ein und mutierte zum Superhelden.</p>
<p>Nicht nur, dass er einfach mal so für mich, für seinen Sohn, für uns, einen Arbeitstag sausen ließ (was bei Selbstständigen ziemlich viel bedeutet). Er informierte sich über alles, um uns bestmöglich zu versorgen. Er kaufte die nötigen Sachen ein, machte sich an die Wäscheberge, räumte auf, schmiss den Geschirrspüler an, kümmerte sich um den Kleinen. Damit ich wie ein Häufchen Elend versuchen konnte zu schlafen. Er erinnerte mich daran, den von ihm extra zubereiteten Tee alle 5 Minuten teelöffelweise zu mir zu nehmen. Ich wurde in Decken eingemummelt, die Fenster wurden geöffnet, damit frische Luft hereinkam.</p>
<p>Sogar Brühe kochte er für uns. Die verbrannte dann leider, weil er zwischendurch eingeschlafen war, aber was soll&#8217;s? Okay, bei dem Geruch von verbrannten Möhren hätte ich beinahe wieder gekotzt, aber er machte gleich alles wieder sauber und kochte eine neue Brühe. Die mir absolut nicht schmeckte, aber dafür konnte er ja nichts.</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich also noch einmal ganz offiziell sagen: Danke. Danke, dass du für mich und für unseren Sohn an diesem wirklich beschissenen Tag da warst.</p>
<h2>12 Stunden</h2>
<p>12 Stunden brauchte es, damit es mir wieder besser ging.</p>
<p>Das Schlimmste war eindeutig, dass sich mein Magen nicht beruhigen konnte. Egal, was ich trank, wie viel oder wie wenig ich trank, egal, was für kleine Mini-Häppchen ich zu mir nahm: Es kam innerhalb kürzester Zeit wieder raus. Dazu dann noch der Kleine, der gestillt werden wollte. Am Ende kam nur noch Galle. Danach nur noch Schaum. Bei mir war nichts mehr, was meinen Körper hätte verlassen können. Und doch musste ich immer und immer wieder würgen. Ich bekam zwischendurch sogar Atemnot, weil ich so stark würgte, aber nichts raus kam.</p>
<p>Aber meine beiden Männer pflegten mich wieder gesund. Mein Sohn fütterte mich mit Salzstangen und Filinchen, und gab mir zu verstehen, dass ich auch meinen Kamillentee trinken musste.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1560" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-salzstangen-und-filinchen.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Salzstangen und Filinchen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-salzstangen-und-filinchen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-salzstangen-und-filinchen-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wirklich gut ging es mir, als ich mir im Badezimmer ein schönes, warmes Bad einließ und ganz in Ruhe baden gehen konnte. Es war himmlisch. Ich hätte locker den ganzen Tag darin verbringen können. Aber ich wollte die Kräfte meines Mannes auch nicht überstrapazieren.</p>
<p>Als gegen Abend das Gröbste überstanden war und ich sogar ein wenig lächeln konnte, wusste ich, jetzt wird es bergauf gehen. Der Papa war nach dem Tag entsprechend k.o., redete sich jedoch gut zu, dass er nicht krank werden würde, dass er stark sei. Ich gab mein Bestes, ihm Mut zu mache. Ich wünschte ihm so sehr, dass es ihn verschonen würde, aber ein wenig Zweifel hatte ich doch. Mitten in der Nacht ging es dann bei ihm los. Allerdings war er sogar schneller auf dem Damm als ich. Hut ab!</p>
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<h2>Revanche (im guten Sinne)</h2>
<p>Als ich meinen Mann also mitten in der Nacht das Bett verlassen hörte, konnte ich schon 1 und 1 zusammenzählen. Man hörte ihn dann im Bad. Der kleine Mann hingegen hielt im Schlaf meine Hand und presste sich eng an mich. Zwischen uns war kein Millimeter Luft. Er brauchte das jetzt, schlief aber auch tief und fest.</p>
<p>Nachdem der Papa das 2. Mal das Bett verlassen musste und nicht wiederkam, stand ich auf. Es war gegen 3 Uhr morgens und ich hellwach. Er lag auf der Couch, belas sich. Ich leistete ihm Gesellschaft, brachte ihm Tee, kochte schonmal neuen, damit er über Nacht abkühlen konnte. Die Küche, die nach dem Tag ein wenig chaotisch aussah, machte ich auch noch schnell sauber. Wenn der kleine Mann schläft, sollte man das ausnutzen. Wer weiß, wie der morgige Tag aussehen wird.</p>
<p>Viel konnte ich für meinen Mann nicht machen. Er schlief viel, war aber auch nicht fertig, als er morgens von dem Kleinen mit einem liebevollen &#8222;Papa!&#8220; geweckt wurde. Beide genossen die Gesellschaft, lasen Bücher. Als beide ihren Mittagsschlaf hielten, machte ich mich ans <a href="http://www.brigitte.de/rezepte/kochtipps/suppe--bruehe-selber-machen-10225962.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gemüsebrühe kochen</a>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1561" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-gemuesebruehe.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Gemüsebrühe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-gemuesebruehe.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-gemuesebruehe-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Am Nachmittag machen wir sogar einen gemeinsamen Spaziergang um die Häuser und genießen das kühle, graue Herbstwetter. Das tut uns zwar ganz gut, aber es ist für mich immer noch sehr anstrengend. Der kleine Mann ist während des Spaziergangs ganz ruhig. Er sagt kein Wort, lauscht unserer Unterhaltung und genießt es, im Kinderwagen liegen, entspannen und sich ausruhen zu können.</p>
<p>Mittlerweile ist es Abend. Der Kleine schläft, der Mann arbeitet am Computer, genau so wie ich. Die letzten 2 Tage waren nicht schön. Aber ich bin froh, dass sie endlich vorbei sind und nicht noch länger gedauert haben.</p>
<p>Wer von dem Thema Norovirus noch nicht genug hat, für den habe ich jetzt noch einige Informationen von <a href="http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/noroviren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">infektionsschutz</a> bereitgestellt. Vorab schonmal gute Besserung für euch!</p>
<h2>Norovirus &#8211; Übertragung</h2>
<p>Der Norovirus ist hochgradig ansteckend. Er wird vor allem durch mangelnde Hygiene übertragen. Wenn man zum Beispiel erbrochen hat oder Durchfall hatte und sich danach nicht richtig die Hände wäscht, können sich andere, mit denen man in Kontakt kommt, schnell anstecken. Es reicht schon aus, dass sie den infizierten Türknauf berühren oder dasselbe Handtuch benutzen. Der Virus ist äußerst widerstandsfähig und überlebt erschreckend lang.</p>
<p>Auch über Tröpfcheninfektion werden die Erreger weitergegeben. Wenn winzige Reste ausgehustet oder ausgeniest werden, können sie in der Luft schweben und dann von anderen eingeatmet werden. Natürlich reicht ein Kuss auch schon aus, um sich anzustecken.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1553" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-schuhe-im-schnee.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Schuhe im Schnee" width="679" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-schuhe-im-schnee.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-schuhe-im-schnee-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Verunreinigtes Wasser (z.B. das befallene Badewasser), Getränke und rohe Lebensmittel können mit Noroviren belastet sein. Hierbei kann es sich um Salat, Obst, Krabben, Muscheln usw. handeln.</p>
<h2>Norovirus &#8211; Symptome</h2>
<p>Ihr habt ja selbst gelesen, wie übel es uns ging.</p>
<p>Neben Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und dem Gefühl von Abgeschlagenheit können auch weitere Symptome auftreten. Wie etwa Bauch- und Muskelschmerzen. Mein Mann und ich hatten immer ein stechendes Gefühl in der Magengegend, bevor wir uns später übergeben mussten. Nachdem es mir am Morgen etwas besser ging, hatte ich auch mit heftigen Gliederschmerzen zu kämpfen. Auch Fieber und Kopfschmerzen können hinzukommen.</p>
<p>Gerade Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen können durch das starke Brechen und den heftigen Durchfall schnell an Flüssigkeit verlieren. Bemerkbar macht sich dies durch Schwächeanfälle und Schwindelgefühle. Hier droht die Gefahr einer Dehydrierung. Hätte mein Sohn keine Muttermilch oder sonst etwas getrunken, wären wir mit ihm ins Krankenhaus gefahren, damit er über eine Infusion Flüssigkeit erhält. Das war aber zum Glück nicht nötig.</p>

<h2>Norovirus &#8211; Was hilft</h2>
<p>Wenn ihr euch einmal angesteckt habt, sind diese Dinge besonders hilfreich und wichtig:</p>
<ul>
<li>Kein Kontakt zu anderen Personen, damit sie sich nicht auch noch anstecken. Unser Sohn ging nicht in die Kita. Der Papa ging nicht auf Arbeit. Darüber hinaus ist es ratsam, die anderen (Kita, Arbeitsstelle, Freunde, Familie usw.) darüber zu informieren, dass der Norovirus gerade umgeht. So können sie sich besser schützen.</li>
<li>Ruhe. Ich habe seit ewigen Zeiten einfach mein Handy zur Seite gelegt und ignoriert. Das Telefon wurde auf lautlos gestellt. Die Klingel wurde abgestellt. Vorhang zu, Fenster auf, schlafen. Das ist die beste Medizin.</li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1550" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-frau-schlaeft.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Frau schläft" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-frau-schlaeft.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-frau-schlaeft-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<ul>
<li>Ich weiß, es ist schwierig, aber ihr müsst trinken. Bei mir kam nach kürzester Zeit zwar alles wieder raus, aber wenn ihr ständig brecht, Durchfall habt und dann auch noch &#8211; wie ich &#8211; ein Kind stillt, braucht ihr Flüssigkeit. Mein Mann hat beispielsweise schwarzen Tee mit Traubenzucker und etwas Salz zubereitet, kalt gestellt und mir dann teelöffelweise gegeben. Das kam zwar auch wieder raus, aber irgendwann blieb es dann auch drin.</li>
<li>Leichte Kost. Nichts fettes. Nichts schweres. Zwieback wird empfohlen, war bei mir aber ein Fiasko. Mir taten hingegen Salzstangen und Filinchen ganz gut. Vor allem hilft Salz, den Salzverlust im Körper auszugleichen.</li>
<li>Hygiene. Das bedeutet: Alles, mit dem man in Berührung kam, waschen (Kochwäsche) bzw. reinigen. Handtücher wechseln. Hände mit Wasser und Seife waschen. Ja, das sollte man eigentlich immer machen, einige achten da allerdings nicht so drauf.</li>
</ul>
<h2>Norovirus &#8211; Vorbeugen</h2>
<p>Was denjenigen hilft, die es bisher noch nicht getroffen hat, jedoch deren direktes Umfeld? Hygiene, Hygiene und nochmals Hygiene. Sie sollten ihre Hände stets waschen, vor allem vor und nach dem Essen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1551" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-badeutensilien.jpg" alt="Einmal Norovirus, bitte! - Badeutensilien" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-badeutensilien.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/einmal-norovirus-bitte-badeutensilien-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Außerdem den Kontakt mit erkrankten Menschen meiden. Auch, wenn die Symptome bereits abgeklungen und die Leute scheinbar wieder gesund sind. Der Norovirus ist ein wahrer Überlebenskünstler! Er kann sich lange auf Oberflächen oder Gegenständen halten. Auch in Lebensmitteln kann er die Zeit gut überdauern. Selbst Hitze lässt ihn oftmals unbeeindruckt. Temperaturen bis +60°C kann er für mehrere Minuten überstehen.</p>
<p>Das Gute zum Schluss: Das Schlimmste ist nach 1 bis 3 Tagen überstanden!</p>
<p>Hoffentlich konnte euch der eine oder andere Tipp helfen. Bleibt stark und werdet schnell wieder gesund!<br />
</p>
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