Malort für zu Hause selber machen


Es ist frustrierend, wenn ich mit meinem Sohn malen, manschen, panschen, basteln will, und die Wohnung einen Platz für solche Aktivitäten nicht her gibt.

Von unserem kleinen, aber beinahe perfekten Malort möchte ich dir heute gern erzählen.

Malort für zu Hause selber machen

Warum überhaupt so einen Aufstand machen? Warum die Wohnung so zukleben? Sieht in manchen Augen sicherlich sehr unschön und chaotisch aus. Reichen heutzutage Tisch, Stuhl, Papier und ein paar Stifte nicht mehr aus? Auf den Gedanken, zu Hause einen Malort zu erschaffen, kam ich, als ich in Arno Sterns Buch „Wie man Kinderbilder nicht betrachten soll“* las.

Sein Kind frei von jeglichem Lob und Tadel treiben lassen, sodass es sich voll und ganz seiner Fantasie, seinen Gedanken widmen kann, ohne dass irgend jemand dazwischen funkt, kommentiert, analysiert, hinterfragt, gar kritisiert, das klang in meinen Ohren einfach richtig. Warum fragen immer alle:“Was hast du da gemalt?“? Muss denn das Gemalte immer erklärt werden? Warum nicht einfach mal drauf los malen?

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Sicher. Wenn mein Kind mir etwas über sein Bild erzählen möchte, höre ich ihm gern zu. Aber wenn es das nicht will, dann respektiere ich das. Es lebt sich gleich viel freier, wenn man nicht daran denken muss, ob die gemalte Katze in den Augen anderer auch wirklich wie eine Katze aussieht. Oder ob der- oder diejenige neben mir „schöner“ oder „schlechter“ malt als ich. Und wenn ich einfach nur Schnörkel, Striche, Linien, Kreise malen will, dann nur, weil ich das so wollte.



Der Wunsch, auch unserem Sohn solch einen Raum zu ermöglichen, wurde immer größer. Mit der Zeit kamen immer mehr Ideen dazu. Ich zeichnete Skizzen, tüftelte des Abends mit meinem Mann, wie wir den Malort am Besten gestalten könnten. Doch das Geld bremste uns.

Eine Frage des Geldes?

Muss man Geld wie Heu haben, um so einen Malort zu kreieren? Wenn man sich die Materialliste von Arno Stern anschaut, ja. Wer auf Qualität zählt, muss freilich tiefer in die Tasche greifen. Aber ich wollte ja nicht den Malort 1:1 übernehmen, sondern eher einen Platz schaffen, an dem sich mein Sohn kreativ ausleben konnte.

Es wurde also erst einmal nichts mit einem abgegrenzten Malbereich. Keine Korkwände, kein selbst gebauter (oder gekaufter) Palettentisch, keine super teuren qualitativ hochwertigen Farben und Pinsel usw.

Irgendwie war ich enttäuscht, dass jetzt, wo es so schön in meinem Kopf aussah, nichts draus wurde.

Und irgendwann verschoben sich die bereits vorhandenen Möbel im Flur vor meinem inneren Auge von selbst. Das Regal blieb stehen, die Ordner kamen raus, das Mal- und Bastelzeug rein. Alles wurde mit Zeitung ausgekleidet. Ein kleiner, aber völlig geeigneter Malort wurde geboren. Absolut NICHT im Sinne von Arno Stern, aber das war auch nie mein Ziel gewesen.

Wie unser Malort momentan aussieht

So sieht er also aus, unser Ort zum Malen, Seele baumeln lassen, Kreativwerden, Loslassen:

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Das Regal ist ideal, um die ganzen Utensilien zu verstauen, die man zum Malen braucht. Bei uns gibt es momentan Knete, Fingermalfarbe, Wachsmalstifte, Filzstifte, Pinsel, Tusche, Becher, Schwämme, Strohhalme, großes und kleines Papier in verschiedener Stärke, Schere, Kleber, Zeitung und diverse Naturmaterialien zum Basteln wie Kastanien usw.

Wir zaubern dir'nen Malort - Blick ins Regal

Und eigentlich stand da auch eine kleine Sitzgelegenheit, auf der es sich unser kleiner Maler hätte bequem machen können. Die Türen des Regals lassen sich herunter klappen, sodass genügend Beinfreiheit besteht. Doch der Hocker wurde gar nicht erst in Anspruch genommen. Stattdessen steht unser Sohn lieber und malt auf dem Regal. Ob er es irgendwann bevorzugt, das Papier wie im bekannten Malort an die Wand zu hängen, finden wir auch noch heraus.


Ausgestattet wurde das Ganze ziemlich simpel mit Zeitung und farblosem Paketband. Ob es hält oder ob da eine bessere Alternative ran muss, bleibt abzuwarten. Ich werde euch vom Fortschritt berichten. Denn so, wie der Malort jetzt aussieht, wird er wohl nicht lange bleiben.

Auf jeden Fall freute sich mein Sohn wie Bolle, als wir nach Hause kamen und er im Flur die Malecke vorfand. Ruckzuck standen wir in unserer provisorischen Malerkluft da und malten. Das 1. Bild hängt bereits zum Trocknen an der Wand. Ich hoffe, es werden noch viele folgen.

Wir zaubern dir'nen Malort - Bild

Habt ihr auch einen Malort zu Hause?

Malort für zu Hause selber machen
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2 Gedanken zu “Malort für zu Hause selber machen

  1. Oh, das ist wirklich toll. Noch ist unsere Kleine mit 3 Monaten natürlich viel zu klein dafür, aber ich hoffe, sie irgendwann auch fürs Malen und Zeichnen begeistern zu können. 😀

    • Bei uns hat es auch sehr lange gedauert, bis unser Kleiner gemalt hat. Hier und da hat er mal einen Pinsel oder Stift gehalten und damit experimentiert, aber so wirklich begonnen hat er mit ca. 1,5 Jahren. Und selbst wenn deine Kleine sich nicht fürs Malen interessiert… dann wird sie halt andere Vorlieben haben. Ich merke nur immer, wie entspannt und völlig konzentriert mein Sohn bei der Sache ist. Da kann man ein wenig die Seele baumeln lassen 🙂

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