<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Diskussion &#8211; Milchtropfen</title>
	<atom:link href="https://www.milchtropfen.de/tag/diskussion/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.milchtropfen.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 11 Feb 2022 08:34:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8</generator>

<image>
	<url>https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/Milchtropfen-favi-45x45.png</url>
	<title>Diskussion &#8211; Milchtropfen</title>
	<link>https://www.milchtropfen.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger/</link>
					<comments>https://www.milchtropfen.de/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2020 13:33:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinkind]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Ärger]]></category>
		<category><![CDATA[ärgern]]></category>
		<category><![CDATA[denken]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Geschwister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschwisterstreit]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Mediation]]></category>
		<category><![CDATA[Missverständnis]]></category>
		<category><![CDATA[reden]]></category>
		<category><![CDATA[schlichten]]></category>
		<category><![CDATA[Streit]]></category>
		<category><![CDATA[streiten]]></category>
		<category><![CDATA[vermitteln]]></category>
		<category><![CDATA[Wut]]></category>
		<category><![CDATA[zanken]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.milchtropfen.de/?p=13465</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Schwester holt für ihren Bruder Hilfe, der sie zum Dank dafür als Petze bezeichnet und sauer auf sie ist&#8230; Heute üben wir mal, uns in zwei verschiedene Personen hineinzuversetzen, um zu verstehen, um was es beiden womöglich ging, um die Basis für ein Versöhnungsgespräch zu schaffen. &#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger? ... <a title="&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger/" aria-label="Mehr zu &#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger/">&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Schwester holt für ihren Bruder Hilfe, der sie zum Dank dafür als Petze bezeichnet und sauer auf sie ist&#8230;</p>
<p>Heute üben wir mal, uns in zwei verschiedene Personen hineinzuversetzen, um zu <strong>verstehen</strong>, um was es beiden womöglich ging, um die Basis für ein <strong>Versöhnungsgespräch</strong> zu schaffen.</p>
<p><span id="more-13465"></span></p>
<h2>&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</h2>
<p>Ich bin mit einer Freundin und den Kindern auf dem Spielplatz verabredet. Die Kinder beschäftigen sich gerade allein, wir nutzen die Zeit, setzen uns auf die Bank und quatschen ein bisschen. Die ältere Tochter meiner Freundin geht den Kindern hinterher, die inzwischen über den Zaun geklettert sind und jetzt die BMX Strecke hoch und runter jagen. Ich freue mich, dass sich Oliver schön auspowert und plaudere weiter&#8230;</p>
<p>Nach etwa einer Viertelstunde kommt die Tochter meiner Freundin zu uns:&#8220;Da <strong>ärgern</strong> uns zwei Jungs.&#8220; Meine Freundin und ich sind uns einig, dass nicht gleich zwei Erwachsene da rüber marschieren müssen, also erkläre ich mich bereit, nach dem Rechten zu sehen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-13485" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger.jpg" alt="Olle Petze - Was steckt wirklich hinter Ärger I Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-33x50.jpg 33w" sizes="(max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<p>Ich nehme die Abkürzung über den Zaun, sehe mich nach ihnen um, und erkenne sie in der Ferne des Platzes. Sie stehen in einer kleinen Gruppe von fünf Kindern da und scheinen irgend etwas zu bereden. Find ich gut, denk ich mir, <strong>streiten</strong> und <strong>diskutieren</strong> muss ja auch irgendwie gelernt werden&#8230;</p>
<p>Nur bleibt es leider nicht beim friedlichen Diskurs. Olivers Freund wirft seinen Gegenüber nun mit einem gezielten Karatemove zu Boden und tritt mit einem Kick nach. Oliver steht unsicher daneben und weiß sich nicht zu helfen. &#8222;HEY! STOPP! WAS IST DENN HIER LOS?!&#8220;, rufe ich zu den Kindern rüber, in der Hoffnung, somit Zeit zu schinden, bis ich ganz bei ihnen bin.</p>
<p>Das Rüberschreien hat geholfen. Die <strong>Kinder</strong> blicken hoch, der Junge am Boden rappelt sich auf und ich steh vor ihnen. &#8222;So. Was ist hier los?&#8220;, frage ich ein wenig außer Atem. Olivers Freund geht gleich in die <strong>Verteidigung</strong>:&#8220;Der (Der ist der Junge, der gerade noch am Boden lag) hat angefangen, der hat mich geschubst.&#8220; und dann fügt er noch etwas leiser hinzu:&#8220;Und ich mag das überhaupt nicht, dass sie <strong>gepetzt</strong> hat&#8230;&#8220;</p>
<p>Um das Thema &#8222;Gleiches mit Gleichem vergelten&#8220; schreibe ich in einem anderen Beitrag, mir geht es heute einzig und allein darum, zu verstehen, warum Olivers Freund am Ende so sauer auf seine Schwester war, die doch eigentlich nur <strong>Hilfe</strong> holen wollte.</p>

<h2>Was bedeutet Petzen?</h2>
<p>Das Wort &#8222;<strong>Petzen</strong>&#8220; wird entweder als Substantiv (die Petze, die Petzerin, der Petzer) oder als Verb verwendet und meint:</p>
<blockquote><p>&#8222;(besonders einer Lehrperson, den Eltern o. Ä.) mitteilen, dass ein anderer etwas Unerlaubtes, Unrechtmäßiges o. Ä. getan hat&#8220; &#8211; www.duden.de</p></blockquote>
<h2>Worum geht es Petzen?</h2>
<p>Wenn ich das Wort &#8222;petzen&#8220; wertfrei beschreiben möchte, geht es also darum, den Eltern (oder wem auch immer) mitzuteilen, was Person X getan hat&#8230; Und deshalb ist der Bruder auf seine Schwester <strong>sauer</strong>? Weil sie sagt, was vorgefallen ist?</p>
<p>Vielleicht hilft es ja, wenn wir uns mal in die Lage von Petzen hineinversetzen. Worum geht es Petzen denn eigentlich?</p>
<h3>1. Orientierung, Klarheit</h3>
<p>Wenn sich Kinder streiten und dieser Streit dann <strong>eskaliert</strong>, indem sie z.B. handgreiflich werden wie in der obigen Situation, fühlen sich die Personen, die das mitbekommen, womöglich <strong>unsicher</strong>. Sie wissen nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Also entscheiden sie sich, jemand Erwachsenes um Hilfe zu bitten, von dem sie ausgehen, dass sie/er für Klarheit sorgen wird, denn die verfügen schon über mehr Erfahrung und wissen bestimmt, was jetzt zu tun ist. Petzen geht es also um <strong>Klarheit</strong>, Orientierung in einer für sie unsicheren Situation.</p>
<h3>2. Schutz, Gerechtigkeit</h3>
<p>Wenn Kinder etwas beobachten, das sie in ihrem Wertesystem als &#8222;nicht ok&#8220; einstufen, sich aber gleichzeitig nicht in der Lage sehen, zu helfen, weil die/der Täter*in stärker oder einfach bedrohlich wirkt, sind Erwachsene eine gute <strong>Strategie</strong>, um das Opfer als auch sich selbst zu <strong>schützen</strong> &#8211; schließlich sind Erwachsene in der Lage, auch bei Handgreiflichkeiten dazwischen zu gehen.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13490" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern.jpg" alt="Erwachsene schlichtet zwischen Kindern" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Gedanken, die sich hinter Ärger verstecken</h2>
<p>Olivers Freund <strong>ärgerte</strong> sich also über seine Schwester, die <strong>gepetzt</strong> hatte. Wenn wir uns ärgern, liegt die <strong>Ursache</strong> in den Gedanken und Urteilen, die wir dabei haben. Gedanken, wie z.B.:</p>
<p><em>&#8222;Sie hat mich verraten.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Ich kann ihr nicht vertrauen.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie will ja nur, dass Mama böse auf mich ist und mich anmeckert.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie mag mich nicht.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie denkt, ich schaffe das nicht allein, dabei bin ich schon groß und kann das selber!&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie glaubt nicht an mich.&#8220;</em></p>
<p>Auch <strong>Glaubenssätze</strong> können in solchen Situationen zum Vorschein kommen, die uns z.B. sagen <em>&#8222;Ich bin nicht richtig, so wie ich bin.&#8220;.</em></p>
<p>All diese <strong>Gedanken</strong>, die Olivers Freund womöglich gedacht haben könnte, überblenden seine eigentlichen, tiefer liegenden <strong>Gefühle</strong>, die zu fühlen viel unangenehmer wären, wie z.B. Trauer und Enttäuschung. Wenn wir uns mit solchen Gedanken ablenken lassen, verlieren wir aber aus den Augen, um was es uns eigentlich geht, also was unsere eigentlichen <strong>Bedürfnisse</strong> sind. Was könnte das z.B. sein?</p>
<h3>1. Vertrauen</h3>
<p>Was passiert, nachdem jemand einem Erwachsenen mitgeteilt hat, was Person X &#8222;Falsches&#8220; getan hat? In der, sage ich mal, konservativen Erziehung werden, nachdem ein Kind etwas scheinbar &#8222;Falsches&#8220; getan hat, Strafen verhängt.</p>
<p>Petzen werden also nicht als Unterstützung gesehen, als jemand, der einfach nur Hilfe durch einen Erwachsenen sucht, sondern als Verräter, die einen bei den Erwachsenen verpfeifen und wegen derer man dann bestraft wird. Petzen kann man demnach nicht (ver-)trauen &#8211; und gerade das ist ja für in Gemeinschaft lebenden Menschen wichtig, um sich <strong>sicher</strong> und <strong>geborgen</strong> zu fühlen. Kann also auch etwas mit <strong>Sicherheit</strong>, <strong>Schutz</strong> zu tun haben.</p>

<h3>2. Gesehen werden</h3>
<p>Wenn Erwachsene zu einer Situation dazu geholt werden, die sie nicht von Anfang an mitbekommen haben, können sie sich nur darauf verlassen, was ihnen von den Beteiligten erzählt wird. Ich als Erwachsene, die später hinzugeholt werde, oder auch die Mama von Olivers Freund, <strong>interpretieren</strong> die Situation also danach, was uns erzählt wird. Ich z.B. habe gar nicht gesehen, wie die anderen Jungs die Kinder geärgert haben, sondern habe nur gesehen, wie sich die Kinder unterhalten und wie dann der andere Junge von Olivers Freund zu Boden geworfen und getreten wurde.</p>
<p>Vielleicht hatte Olivers Freund Angst davor, dass sein Verhalten falsch interpretiert wird und er am Ende als der <strong>Böse</strong> da steht. &#8222;Du trittst einen am Boden liegenden Jungen? Was stimmt nicht mit dir? Du setzt dich jetzt so lange auf die Bank, bis ich sage, dass du wieder spielen gehen kannst.&#8220; &#8211; zum Beispiel. Dabei wollte er vielleicht einfach nur sich und seinen Freund, Oliver, vor den Jungs <strong>beschützen</strong>, von denen sie laut Aussage der Schwester geärgert wurden. Hier geht es also ums <strong>gesehen werden</strong>, richtig hinschauen und zuhören.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13491" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind.jpg" alt="Mutter tröstet Kind" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>3. Selbstwirksamkeit</h3>
<p>Vielleicht wollen Kinder auch nicht, dass sich <strong>Erwachsene</strong> mit einmischen, weil sie ihre Probleme gerne selber austragen möchten. Sie möchten eigene Strategien zur <strong>Problembewältigung</strong> entwickeln. Es geht also eher darum, <strong>selbstwirksam</strong> zu sein, statt die Erwachsenen es nach ihren eigenen Vorstellungen lösen zu lassen. &#8222;Vertrau mir, dass ich diesen Streit auch selber lösen kann.&#8220; &#8211; da sind wir dann wieder beim Vertrauen. Vertrauen von der Schwester, dass man das auch ohne die Hilfe eines Erwachsenen schafft.</p>
<h3>4. Integrität</h3>
<p>Für manche Erwachsene mag ein &#8222;Ihr gebt euch jetzt die Hand und damit hat sich der Streit.&#8220; eine angemessene Lösung des <strong>Konflikts</strong> sein, für Kinder vielleicht aber nicht, vor allem, wenn sie merken, dass es keine von Herzen kommende Entschuldigung war. Sie möchten ihre Probleme also nach ihren eigenen Wertvorstellungen angehen, sie möchten sich <strong>integer</strong> verhalten.</p>

<h2>Empathie für beide Seiten</h2>
<p>Wenn ich mich so in Olivers Kumpel hineinversetze, dann bin ich plötzlich nicht mehr ärgerlich auf meine Schwester, ich bin stattdessen <strong>traurig</strong>, weil ich als großer Junge gesehen werden möchte, der seine Probleme ohne die Mama lösen kann. Ich wünsche mir, dass ich so, wie ich bin, richtig bin, dass ich nicht als der Böse, sondern als der gesehen werde, der sich für seine Freunde einsetzt und sie beschützt. Ich bin <strong>enttäuscht</strong>, weil ich gedacht habe, dass meine große Schwester hinter mir steht, zu mir hält.</p>
<p>Das sind natürlich jetzt alles nur Gedankenexperimente, die zutreffen könnten, aber nicht müssen. Ich finde solche <strong>Übungen</strong>, sich in andere hineinzuversetzen, aber sehr hilfreich, vor allem bei Streitereien. Auf diese Weise kann ich nun beide Seiten besser verstehen und ihr Verhalten <strong>nachvollziehen</strong>, was wiederum beim späteren Vermitteln zwischen beiden <strong>hilfreich</strong> ist.</p>
<p>Ich könnte also erstmal versuchen, <strong>herauszufinden</strong>, um was es dem Bruder und der Schwester ging, und Fragen stellen. &#8222;Hast du dir Sorgen um deinen kleinen Bruder gemacht, weil du gesehen hast, wie die Jungs ihn geärgert haben, und wolltest ihm helfen? Warst du unsicher, wie du dich bei diesem <strong>Streit</strong> verhalten kannst, und hast mich deshalb geholt?&#8220; Je nachdem, ob die Vermutung zutrifft oder eben auch nicht, führt man dann das Gespräch weiter.</p>
<p>Genau das Gleiche dann beim Bruder. &#8222;Hast du dich geärgert, weil du gedacht hast, dass deine Schwester dir nicht zutraut, den Streit allein zu schlichten? Wünschst du dir ihr Vertrauen, dass du die Sache selber regeln kannst? Hattest du Sorge, dass wir Erwachsenen euren Streit nach unseren Vorstellungen regeln? Ist es dir wichtig, selber zu entscheiden, was bei eurem Streit zu tun ist?&#8220;</p>
<p>Das sind wie gesagt alles nur Fragen, die man stellen könnte. Natürlich bombardiert man Kinder nicht gleich mit einem Haufen Fragen, sondern lässt sie ausreden und gibt dann wieder, was passiert ist. Die obigen <strong>Fragen</strong> dienen wirklich nur dazu, sich vorzustellen, was man in solchen Momenten sagen könnte.</p>
<p>Ich bin mir sicher, wenn wir es schaffen, uns in beide Seiten hineinzuversetzen und dann Vermutungen anstellen, ins Gespräch miteinander kommen, dass wir dann auf einem guten Weg sind, einander besser zu verstehen und Streitereien wie <strong>Missverständnisse</strong> aus der Welt zu schaffen.</p>
<p>Hast du noch ein paar Ideen, um was es beiden womöglich ging oder möchtest du selber mal von einem miterlebten Streit berichten? Dann erzähl mir gerne mehr davon unten in den Kommentaren.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger/">&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.milchtropfen.de/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Langzeitstillen</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/langzeitstillen/</link>
					<comments>https://www.milchtropfen.de/langzeitstillen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2017 11:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinkind]]></category>
		<category><![CDATA[Stillen]]></category>
		<category><![CDATA[Akzeptanz]]></category>
		<category><![CDATA[älter]]></category>
		<category><![CDATA[Argumente]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Gründe]]></category>
		<category><![CDATA[Länder]]></category>
		<category><![CDATA[lange]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitstillen]]></category>
		<category><![CDATA[LZS]]></category>
		<category><![CDATA[mobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Muttermilch]]></category>
		<category><![CDATA[Sitten]]></category>
		<category><![CDATA[stillen]]></category>
		<category><![CDATA[Stillkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[zu alt]]></category>
		<category><![CDATA[zu lange]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.milchtropfen.de/?p=6755</guid>

					<description><![CDATA[<p>Neulich habe ich von einer britischen Mutter gelesen, die ihre 8-jährige Tochter stillt. Der Bericht wurde in einer Stillgruppe geteilt und erhitzte in nur kürzester Zeit die Gemüter. Bevor du angewidert die Nase rümpfst und wegklickst, möchte ich dich dazu einladen, dir meine Gedanken zu diesem Thema durchzulesen. Langzeitstillen TRIGGERWARNUNG! Dieser Beitrag befasst sich mit ... <a title="Langzeitstillen" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/langzeitstillen/" aria-label="Mehr zu Langzeitstillen">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/langzeitstillen/">Langzeitstillen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich habe ich von einer britischen Mutter gelesen, die ihre 8-jährige Tochter <strong>stillt</strong>. Der Bericht wurde in einer Stillgruppe geteilt und erhitzte in nur kürzester Zeit die Gemüter.</p>
<p>Bevor du angewidert die Nase rümpfst und wegklickst, möchte ich dich dazu einladen, dir meine <strong>Gedanken</strong> zu diesem Thema durchzulesen.</p>
<p><span id="more-6755"></span><br />
</p>
<h2>Langzeitstillen</h2>
<p><strong>TRIGGERWARNUNG! Dieser Beitrag befasst sich mit dem Thema Langzeitstillen. In den Kommentaren wird das Thema Missbrauch angesprochen, das einige Leser*innen beunruhigend finden könnten. Lesen auf eigene Verantwortung. <a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/kinder-und-jugend/kinder-und-jugendschutz/schutz-vor-sexualisierter-gewalt/hilfs-und-beratungsangebote/hilfs-und-beratungsangebote-fuer-betroffene-angehoerige-und-fachkraefte-127338">Hilfs- und Beratungsangebote für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte</a> sind verlinkt.</strong></p>
<p>In einer Facebookgruppe wurde miss Mum&#8217;s Beitrag <a href="http://www.missmum.at/diese-mama-stillt-ihre-achtjaehrige-tochter-und-diese-sagt-folgendes-dazu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Diese Mama stillt ihre achtjährige Tochter und die hat folgendes zu sagen&#8220;</a> geteilt, der mich vom Weiterscrollen abhielt. Ich stutzte. Auf dem Bild war eine Frau zu sehen, die ein Kind stillte. Laut Facebookpost war das Kind zu diesem Zeitpunkt <strong>8 Jahre alt</strong>.</p>
<p>DAS hatte ich auch noch nicht gesehen. Babys werden gestillt. Kleinkinder mitunter auch noch, aber selbst das ist bei uns schon eine Seltenheit. Aber ein 8-jähriges Kind, ja, das war auch für mich etwas ungewöhnlich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10181 pintbild aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/langzeitstillen-warum-es-fast-keine-gruende-gegen-langzeitstillen-gibt.jpg" alt="Langzeitstillen - Warum es (fast) keine Gründe gegen Langzeitstillen gibt | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/langzeitstillen-warum-es-fast-keine-gruende-gegen-langzeitstillen-gibt.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/langzeitstillen-warum-es-fast-keine-gruende-gegen-langzeitstillen-gibt-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/langzeitstillen-warum-es-fast-keine-gruende-gegen-langzeitstillen-gibt-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/langzeitstillen-warum-es-fast-keine-gruende-gegen-langzeitstillen-gibt-454x680.jpg 454w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>Gespaltene Meinungen zum Langzeitstillen</h2>
<p>So ein Thema ist natürlich reißerisch, weil die Meinungen hier weiiiiiit auseinander gehen. In kürzester Zeit hatten sich 4 Gruppen herauskristallisiert:</p>
<h3>Die 1. Gruppe</h3>
<p>Die 1. Gruppe fand es einfach nur schön, dass diese Mutter ihrer Tochter das Stillen ermöglichte. Daumen hoch, süßen Kommentar drunter, mit Herzchen aufhübschen, fertig.</p>
<h3>Die 2. Gruppe</h3>
<p>Die 2. Gruppe blieb noch ganz bei sich. Sagte zwar, dass es für sie persönlich <strong>undenkbar</strong> wäre, <strong>akzeptierte</strong> aber die Mutter, die ihr 8-jähriges Kind stillt. Ganz nach dem Motto &#8222;Leben und leben lassen&#8220;.</p>
<h3>Die 3. Gruppe</h3>
<p>Die 3. Gruppe hingegen kommentierte mit Worten wie &#8222;<strong>Pervers</strong>&#8222;, &#8222;Nicht mehr normal&#8220;, &#8222;Unmöglich&#8220;, &#8222;Nicht mehr schön&#8220;, &#8222;Furchtbar&#8220;, &#8222;Krank&#8220; und dergleichen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7054" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/drei-affen-zwei-mit-weit-aufgerissenem-mund.jpg" alt="Drei Affen, zwei mit weit aufgerissenem Mund" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/drei-affen-zwei-mit-weit-aufgerissenem-mund.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/drei-affen-zwei-mit-weit-aufgerissenem-mund-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Einige unter ihnen konnten nicht einmal genau beschreiben, warum sie es pervers oder was auch immer fanden. Aus irgendeinem Grund ließen sie absolut nicht mit sich reden und beleidigten auf&#8217;s Schärfste. Es war kein Herankommen oder vernünftiges Diskutieren mit ihnen möglich.</p>
<h3>Die 4. Gruppe</h3>
<p>Die 4. Gruppe empfand es wie die 3. Gruppe als extrem <strong>negativ</strong>, rückte aber zumindest mit der Sprache raus. Sie <strong>begründeten</strong>, warum sie Langzeitstillen nicht gutheißen. Damit kann man arbeiten, dachte ich.</p>
<div id='c4828_33_2' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungausmobile"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside>
<script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block; text-align:center;"
     data-ad-layout="in-article"
     data-ad-format="fluid"
     data-ad-client="ca-pub-1779890969656116"
     data-ad-slot="5804511553"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script><br style="clear:both;"></div>

<div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block; text-align:center;"
     data-ad-format="fluid"
     data-ad-layout="in-article"
     data-ad-client="ca-pub-1779890969656116"
     data-ad-slot="8016097146"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script><br></div></div>
<h2>Gründe gegen Langzeitstillen</h2>
<p>Gehst du jene <strong>Argumente</strong> derjenigen durch, die das Langzeitstillen negativ empfanden, wirst du am Ende feststellen, dass es fast (!) keinen Grund gegen <strong>Langzeitstillen</strong> gibt.</p>
<h3>1. Kuscheln reicht doch in dem Alter aus!</h3>
<p>Dass Stillen nicht nur Nahrungsaufnahme bedeutet, ist vielen gar nicht klar. <a href="https://www.stillkinder.de/stillen-ist/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stillen ist</a> so viel mehr als nur Durst und/oder Hunger zu löschen. Stillen ist Liebe, Nähe, Geborgenheit, <strong>Frieden</strong>, Ruhe, Entspannung, ein sicherer Hafen und vieles mehr. Und das nicht nur für Babys. Liest man sich die <a href="https://www.stillkinder.de/antworten-eines-stillkindes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meinungen gestillter Kinder</a> durch, wird klar, dass das Stillen an der Brust für sie etwas ganz Wunderbares ist.</p>
<p>Wer sagt, dass Kuscheln ausreichen muss? Warum muss Kuscheln ausreichen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7041" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-trauriges-kind-in-den-armen.jpg" alt="Mutter hält trauriges Kind in den Armen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-trauriges-kind-in-den-armen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-trauriges-kind-in-den-armen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>2. Das natürliche Abstillalter liegt zwischen 2 und 7 Jahren!</h3>
<p>Im Jahre 2005 wies die amerikanische Akademie der Kinderärzte (AAP) in ihrer veröffentlichten Verlautbarung „Breastfeeding and the Use of Human Milk“ darauf hin, dass es keine Obergrenze zur <strong>Stilldauer</strong> gibt. Daneben geben anthropologische Forschungen Hinweis darauf, dass das <strong>natürliche Abstillalter</strong> beim Menschen zwischen 2,5 und 7 Jahren liegt. So las ich es in der <a href="http://www.lalecheliga.de/images/pdf/StellungnahmeStilldauer.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stellungnahme zur Stilldauer</a> des La Leche Liga Deutschland e.V. und des AFS Bundesverband &#8211; Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e.V.</p>
<p>Nun wird dieses Kind aber bereits ein Jahr länger gestillt&#8230; Man stelle sich mal vor: Mit 7 Jahren ist Stillen noch ok. Mit 7 Jahren und 1 Tag nicht mehr. Mit 8 Jahren schon gar nicht!</p>
<p>Das sind doch alles nur <strong>Zahlen</strong>. Wir sind Menschen, individuell, und passen nunmal nicht stets in Muster rein.</p>
<p>Dass eine Forschung ergab, das natürliche Abstillalter beim Menschen liege zwischen 2,5 und 7 Jahren, heißt doch nicht, dass es kein Darunter und Darüber geben darf.</p>
<p>Ich finde die <a href="http://www.who.int/nutrition/topics/global_strategy/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Empfehlung der WHO</a> &#8222;(&#8230;) 2 Jahre oder darüber hinaus.&#8220; genau richtig. Denn letztendlich geht es nicht darum, welche Zahl uns vorschreibt, wie lange Stillen noch &#8222;normal&#8220; ist, sondern darum, ob wir es noch wollen.</p>
<h3>3. Ich will meinen Busen auch irgendwann mal wieder für mich haben!</h3>
<p>Und da kommen wir auch schon zum einzigen Argument, das <strong>gegen</strong> Langzeitstillen spricht: Die Mutter will es nicht (mehr).</p>
<p>Das Argument &#8222;Ich will meinen Busen auch mal wieder für mich haben.&#8220; finde ich völlig in Ordnung. Für diese Mutter wäre es persönlich zu lang.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7042" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett.jpg" alt="Frau liegt entspannt auf dem Bett" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wie lange gestillt wird, hängt von Mutter UND Kind ab. Wenn die Mutter sich also dagegen entscheidet, dann ist das so und sie muss sich Gedanken darüber machen, wie sie nun sanft <a href="https://www.milchtropfen.de/abstillen/"><strong>abstillen</strong></a> kann.</p>
<p>Doch genau so sollte auch die Entscheidung von Mutter und Kind akzeptiert werden, die weiter stillen. Leben und leben lassen.</p>
<h3>4. Die Mutter muss endlich mal loslassen!</h3>
<p>Einige kamen nun auf das Thema <strong>Trennungsangst</strong> zu sprechen. Die Mutter würde noch stillen, weil sie einfach nicht loslassen könne. Sie täte ihrer Tochter damit nichts Gutes, hätte einen an der Waffel.</p>
<p>Das kann sein, aber niemand von uns kennt diese kleine Familie. Wir wissen nichts von der Beziehung zwischen Mutter und Kind, kennen ihren Alltag nicht, wie sie sich verhalten, was sie mögen, was sie nicht mögen, wie sie Konflikte lösen uvm.</p>
<p>Der Beitrag, den ich las, war viel zu kurz, um ein ungefähres Bild zwischen Mutter und Kind zu bekommen. Am Ende kam die Frage auf, was denn die Tochter zum Langzeitstillen sagen würde. Ihre Meinung: Es sei ganz normal. Sie sei damit aufgewachsen. Punkt.</p>
<p>Ich hatte mir mehr Ausführlichkeit gewünscht und wurde etwas enttäuscht. Aber dann dachte ich mir: Für sie ist es völlig normal. Sie muss nicht lang und breit erklären, warum sie noch gestillt werden möchte. Sie ist damit aufgewachsen. Kennt es gar nicht anders. Will es scheinbar auch gar nicht anders. Und wenn die Mutter sie lässt, dann ist doch alles gut. Schließlich geht es darum und nur darum, was Mutter und Kind wollen.</p>
<p>Und seien wir mal ganz ehrlich: Wenn das <strong>Kind</strong> nicht mehr gestillt werden möchte, dann kann die Mutter da wenig machen, außer es zu akzeptieren. Wie sollte es auch anders gehen?</p>
<p>Wenn man sich wirklich Gedanken darüber macht, ob das noch &#8222;gesund&#8220; und &#8222;normal&#8220; ist, dann sollte man diese Familie einfach mal kennenlernen. Sie anschreiben, sich miteinander austauschen, treffen, miteinander reden, beobachten und kennen sowie verstehen lernen.</p>
<h3>5. Milch aus dem Becher ist ok, aber doch nicht aus der Brust!</h3>
<p>Manche schrieben, dass die Milch ja auch einfach <strong>abgepumpt</strong> und dem Kind in einem Becher gereicht werden könne.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7044" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-in-weihnachtskleidung-trinken-milch-aus-glasflaschen.jpg" alt="Kinder in Weihnachtskleidung trinken Milch aus Glasflaschen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-in-weihnachtskleidung-trinken-milch-aus-glasflaschen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-in-weihnachtskleidung-trinken-milch-aus-glasflaschen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>AHA!, dachte ich mir. Es geht hier also gar nicht darum, dass das Kind 8 Jahre alt ist. Oder dass es Muttermilch trinkt. Sondern darum, dass es diese aus der <strong>Brust</strong> seiner Mutter trinkt. Und das zeigt nur eins: Das Stillen wird als sexuelle Handlung angesehen.</p>
<p>Können wir uns dem Trend, dass unsere <a href="http://www.afs-stillen.de/rund-ums-stillen/politik/207-schoene-gute-boese-brust-kulturgeschichte-eines-koerperteils.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brüste für Werbung und dergleichen zweckentfremdet</a> werden, endlich widersetzen? Brüste sind nunmal zum Stillen da und haben absolut nichts mit einer <strong>sexuellen Handlung</strong> zu tun! Ich finde es schade, dass sowohl Frauen als auch Männer die eigentliche Funktion einer Brust völlig aus den Augen verloren haben.</p>
<h3>6. Manche Kinder kommen mit 8 schon in die Pubertät!</h3>
<p>Genau so sieht es mit dem Argument, dass das Kind in die Pubertät kommt, aus. Ja, dann ist es in der Pubertät. Hormone werden produziert. Sekundäre Geschlechtsorgane bilden sich aus. Und weiter?</p>
<p>Leider wurde dieser Kommentar nicht weiter ausgeführt, weshalb ich hier nur spekulieren kann. Aber ich denke, auch diese Mutter hat das Stillen mit einem sexuellen Akt in Verbindung bringen wollen.</p>
<p>Können wir nicht einfach die Tochter fragen, wie sie das Stillen findet? Es ist für sie völlig <strong>normal</strong>.</p>

<h3>7. Jemand könnte es herausfinden</h3>
<p>Da wird also gesagt, die Mutter solle abstillen, weil jemand, z.B. die Schulkamerad*innen, erfahren KÖNNTEN (!), dass die Tochter noch gestillt wird.</p>
<p>Es ist also noch nicht passiert. Könnte aber. Und deshalb soll die Tochter nicht mehr gestillt werden? Ist doch verrückt, etwas zu unterlassen, aus <strong>Angst</strong>, dass es jemand erfahren könnte.</p>
<p>Wenn ich mein Leben nur aufgrund irgendwelcher Ängste vor Dingen, die möglicherweise passieren könnten, strukturieren würde, würde ich doch gar nicht mehr richtig leben. Mein Leben wäre ständig von Angst geleitet.</p>
<p>Selbst, wenn jemand herausfindet, dass Mutter und Tochter noch eine Stillbeziehung führen, dann was?</p>
<h3>8. Angst vor Mobbing</h3>
<p>Die deutlich wichtigere Aussage hinter &#8222;Es könnte jemand herausfinden.&#8220; ist doch eigentlich die Angst (da ist sie schon wieder) vor <strong>Mobbing</strong>. Sei es von Erwachsenen oder Kindern.</p>
<p>&#8222;Kinder sind nunmal <strong>grausam</strong>.&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7045" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/links-viele-holzfiguren-rechts-eine-holzfigur.jpg" alt="links viele Holzfiguren, rechts eine Holzfigur" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/links-viele-holzfiguren-rechts-eine-holzfigur.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/links-viele-holzfiguren-rechts-eine-holzfigur-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Diese Aussage hat mich extrem wütend gemacht! Kinder sind nicht &#8222;nunmal grausam&#8220;. Ich sehe das ganz und gar nicht so. Ich sehe in Kindern sehr soziale, empathische, hilfsbereite, liebevolle Wesen. Kinder sind nicht böse. Sie sind das genaue Gegenteil davon.</p>
<p>Natürlich gibt es Mobbingfälle. Das will ich gar nicht bestreiten. ABER: Machen wir es uns hier nicht ganz schön einfach?</p>
<p>Wir sagen: Kinder sind halt fies. Wenn sie herausfinden, dass die 8-Jährige noch an Mamas Busen hängt, wird sie gemobbt. Aber <strong>warum</strong> wird sie gemobbt und nicht einfach akzeptiert?</p>
<p><strong>Wenn Toleranz zu Intoleranz wird</strong></p>
<p>Kinder sind nicht von Natur aus &#8222;böse&#8220;. Sie werden es erst. Und zwar durch Erziehung. Und das ist nicht nur irgendein Spruch, wenn du dir mal vor Augen führst, was <strong>erzogene</strong> Kinder alles müssen:</p>
<p>Wir sagen ihnen, wann sie aufstehen müssen: JETZT und nicht erst, wann sie wollen. Wir sagen ihnen auch, welche Pflichten sie haben. Klassisches Beispiel: Zähne putzen. Und wenn das Kind nicht will und Zeter und Mordio schreit, ja, dann wird es halt festgehalten und mit roher <strong>Gewalt</strong> geputzt. Ist ja schließlich unsere Pflicht, für saubere Zähne zu sorgen.</p>
<p>Wir entscheiden darüber, was gesunde Ernährung bedeutet, verbieten ihnen Süßigkeiten und zwingen sie zum Probieren oder Aufessen. Fernsehen ist Teufelswerk, das muss auch eingeschränkt werden. Wir bringen sie in die Kita und später in die Schule und geben sie ab, wenn sie nicht wollen. Auch hier herrscht nur <strong>Vorgabe</strong>, was sie wie lange zu tun haben. Was wird gespielt/gelehrt, wie lang wird gespielt/gelehrt, wann gibt es Essen, wann wird geruht, was muss das Kind schon können und wie kann das zu Hause (z.B. durch Hausaufgaben oder Hobbys) gefördert werden.</p>
<p>Ist das erledigt, ist endlich Zeit für freies Spiel. Ein wenig Freiheit. Und dann holen wir sie ab und sie wollen nicht mitkommen. Trödeln. Sind übellaunig und trotzig. Auf beiden Seiten schlechte Stimmung. Jetzt will das Kind auch noch angezogen werden, obwohl es das schon kann. Will getragen werden, obwohl es schon laufen kann. Nach langem Gemecker endlich fertig. Ab nach Hause. Nein, Kind will noch auf den Spielplatz. Aber nur 5 Minuten!</p>
<div id='c6899_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block; text-align:center;"
     data-ad-format="fluid"
     data-ad-layout="in-article"
     data-ad-client="ca-pub-1779890969656116"
     data-ad-slot="2540409182"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script><br></div></div>
<p>Sind wir endlich auf dem Spielplatz angekommen (Kind wollte sich nicht anziehen lassen, Kind wollte nicht in den Kinderwagen/Tragegurt/ins Auto/laufen), soll es teilen lernen, was ihm auch nicht in den Kram passt, und wenn wir los wollen, wollen sie nicht mitkommen. Dann drehen wir uns um, sagen &#8222;Tschüss&#8220; und tun so, als würden wir sie allein lassen. Oder wir zählen bis Drei und hoffen, dass das Kind bis dahin spurt. Ansonsten wird es halt schreiend abtransportiert.</p>
<p>Wir sagen ihnen, dass dieses und jenes Verhalten &#8222;schlecht&#8220; ist und dieses und jenes Verhalten wiederum &#8222;gut&#8220; ist. Wir setzen <strong>Belohnungen</strong> für &#8222;gutes&#8220; Verhalten, und <strong>Bestrafungen</strong> (manche sagen jetzt auch gern Konsequenzen dazu) für &#8222;schlechtes&#8220; Verhalten ein. Das kann Liebesentzug in Form von Ignorieren sein oder seelische Gewalt wie anschreien, beleidigen oder körperliche Gewalt wie Klapse, Ohrfeigen, an den Ohren ziehen oder schlimmeres.</p>
<p>Manchmal denken wir, es sei logische Konsequenz, zu sagen: &#8222;Wenn du nicht damit aufhörst, gehen wir nicht zum Spielplatz.&#8220; Tatsächlich ist es aber eine Konsequenz, die wir uns ausgedacht haben, um zu erziehen. Wir bestrafen unser Kind, weil es sich nicht so verhält, wie wir wollen. Wenn unser Kind nicht spurt, bestrafen wir es. Wir setzen, wenn nötig, unsere körperliche Überlegenheit ein, um unseren Willen durchzusetzen.</p>
<p>Wir wollen sie zu &#8222;guten&#8220;, sozialen, selbstbewussten Menschen erziehen. Aber im Grunde genommen ziehen wir nur an ihnen herum und bringen ihnen bei, dass wir sie nicht so lieben, wie sie sind. Wir erwarten ein bestimmtes Verhalten von ihnen und akzeptieren kein anderes. Wir schauen nicht, was hinter dem Verhalten steckt. Welches <strong>Bedürfnis</strong> da schlummert und entdeckt werden möchte. Wir wollen, dass unsere Kinder funktionieren. Manche rebellieren gegen dieses Machtspiel, was zu noch mehr Erziehung führt. Ein Teufelskreis. Andere resignieren, funktionieren und verlieren dabei sich selbst.</p>
<p>Selbst, wenn du jetzt sagst &#8222;So erziehe ich gar nicht!&#8220;, dann stell dir einfach mal die Kinder vor, die so erzogen werden. Denkst du, dass diese Kinder andere akzeptieren werden? Die sich anders verhalten? Schwächer sind? Sich nicht rumkommandieren lassen? Diese Kinder werden sich so verhalten, wie es ihnen beigebracht wurde. Sie verhalten sich intolerant, egoistisch, wahren nicht die Grenzen anderer, reagieren mit Gewalt statt mit Empathie, grenzen aus, was andersartig ist, mobben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7043" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-tuscheln-und-halten-sich-lachend-die-hand-vor-den-mund.jpg" alt="Kinder tuscheln und halten sich lachend die Hand vor den Mund" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-tuscheln-und-halten-sich-lachend-die-hand-vor-den-mund.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kinder-tuscheln-und-halten-sich-lachend-die-hand-vor-den-mund-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Das haben sie von den Erwachsenen <strong>gelernt</strong>. Nicht nur, indem sie so behandelt wurden. Kinder sind <strong>Nachahmer</strong>. Sie sehen sich ihre Vorbilder an (z.B. die Eltern) und lernen von ihnen. Wird ein Kind, das lernt, wie seine Eltern andere Menschen beleidigen oder sich hinter deren Rücken über sie auslassen, Toleranz lernen?</p>
<p><strong>Blick in die Zukunft</strong></p>
<p>Damit will ich sagen: Die Angst, das 8-jährige Kind, das NOCH gestillt wird, könnte gemobbt werden, ist KEIN Argument zum Abstillen. Tatsächlich ist es eher ein Grund, darüber nachzudenken, was für eine <strong>Gesellschaft</strong> hier gerade heranwächst, vor der wir unsere Kinder beschützen wollen, und dann an dieser Stelle anfangen zu arbeiten.</p>
<p>Wenn wir Angst vor grausamen Kindern haben, sollten wir nicht die Mutter und ihre Tochter dazu drängen, ihre Lebensweise zu ändern, damit sie in dieser <strong>intoleranten</strong> Gesellschaft bestehen können. Wir sollten grundsätzlich daran arbeiten, in was für einer Gesellschaft wir zukünftig leben wollen.</p>
<p>Das geht aber nur, wenn wir 1. unsere und andere Kinder so behandeln, wie wir es uns selber von anderen wünschen und 2. danach leben. Wir sind nunmal die Vorbilder.</p>
<h2>Andere Länder, andere Sitten</h2>
<p>Es ist meines Erachtens nach auch wichtig zu sagen, dass es bei uns vielleicht &#8222;<strong>nicht normal</strong>&#8220; sein mag, so lange zu stillen. Als ich schwanger war und zum Geburtsvorbereitungskurs ging, wurde uns allen die Frage gestellt, wie lange wir denken, solle ein Baby gestillt werden. &#8222;Ein Jahr.&#8220;, riefen beinahe alle im Chor.</p>
<p>Doch in anderen Ländern herrschen völlig unterschiedliche <strong>Stillkulturen</strong>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7046" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-stillt-kind-auf-dem-boden.jpg" alt="Frau stillt Kind auf dem Boden" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-stillt-kind-auf-dem-boden.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-stillt-kind-auf-dem-boden-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>So fand ich in Herbert Renz-Polsters Buch <a href="http://amzn.to/2wmn6Z1" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Kinder verstehen &#8211; Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt&#8220;</a>* (welches ich nur empfehlen kann) folgende Daten:</p>
<p>Die als Sammler lebenden Bofi in Zentralafrika stillen ihre Kinder zwischen 36 und 53 Monaten (3 und 4,5 Jahren) ab. Die in unmittelbarer Nachbarschaft sesshaft gewordenen Stammesmitglieder dagegen zwischen 18 und 27 Monaten (1,5 und knapp 2,5 Jahre).</p>
<p>Gehen wir ins <strong>Tierreich</strong> und schauen uns die Affen an, stillen diese je nach Körpergröße zwischen 1 und 7 Jahren. Die Menschenaffen hingegen stillen im Schnitt etwa 5 bis 7 Jahre.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7048" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/menschenaffen-mutter-stillt-ihr-kind.jpg" alt="Menschenaffen Mutter stillt ihr Kind" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/menschenaffen-mutter-stillt-ihr-kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/menschenaffen-mutter-stillt-ihr-kind-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wie lange stillen die Mütter in anderen Ländern?, fragte ich mich, und recherchierte im Internet.</p>
<p>Die <a href="https://www.ardo.de/blog/stillen-und-gebaeren-im-laendlichen-aethiopien-568.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">äthiopischen Frauen</a> stillen bis zur Geburt des nächsten Kindes. Danach bekommt das erste Kind abrupt von einem Tag auf den anderen keine Muttermilch mehr. Nur noch das zweite Kind wird fortan gestillt.</p>
<p>Lansinoh Laboratories, Inc., ein weltweit führender Hersteller von Stillprodukten und Zubehör, befragte 13.348 Mütter aus Brasilien, Kanada, China, Kolumbien, Frankreich, Deutschland, Mexiko, Türkei, UK und USA im Rahmen der internationalen <a href="http://stillwissen.com/weltweite-stillumfrage/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stillumfrage</a> zu ihren Einstellungen und ihrem Stillverhalten.</p>
<p>Hiernach gaben auf die Frage „Wie lange sollte ein Kind gestillt werden?“ fast 50% der Befragten 6 bis 12 Monate an. Die Mehrheit der Mütter in 7 von 10  Ländern empfindet 6 bis 12 Monate Stillzeit als ideal &#8211; darunter auch Deutschland. Frankreichs Mütter halten 3 bis 6 Monate für ausreichend, ein Viertel meint, 0 bis 3 Monate sind genug. Ganz anders empfinden es türkische Mütter: Dort möchten über 40% über die 12 Monate hinaus stillen.</p>
<p>Es gibt zahlreiche Faktoren, die solch unterschiedliche Stillkulturen hervorrufen: Tradition, Umfeld, Nachwuchs, Geld, Bildung, Unterstützung, persönliche Gründe uvm.</p>
<div id='c6768_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h2>Raus aus dem Teufelskreis</h2>
<p>Hier in Deutschland und anderen Ländern ist der Glaube, ein Kind müsse bloß ein Jahr gestillt werden, weit verbreitet. Er hat sich in unsere Köpfe gesetzt, ohne dass wir ihn hinterfragten.</p>
<p>Erst, als mein Baby und ich uns dem berüchtigten 1. Jahr näherten, begriff ich, dass das unmöglich stimmen konnte. Mein Baby <strong>signalisierte</strong> mir etwas völlig anderes. Es trank noch SO oft und lange an der Brust, dass ich den Irrglauben &#8222;Abstillen mit einem Jahr&#8220; über Bord warf.</p>
<p>So denkt und fühlt aber nicht jede Mutter, was auch völlig ok ist. Ich akzeptiere das. Nur manchmal denke ich, verheimlichen auch welche einfach, dass sie noch stillen. Sie haben Angst, ausgegrenzt zu werden, stelle ich mir vor. Denn genau so denke ich auch.</p>
<p>Ich habe ein ungutes Gefühl, wenn ich in der <strong>Öffentlichkeit</strong> stille, obwohl es etwas völlig Natürliches ist. Beispielsweise lege ich meinen Arm um mein Kind, damit uns niemand stillen sieht. Ich stille, wo wir allein und ungestört sind und uns niemand zusieht. Manchmal verstecke ich mich auch auf der Toilette und stille dort, weil ich nicht weiß, wie mein Umfeld reagieren könnte. Und das ist ein Teufelskreis.</p>
<p>Dadurch, dass sich Mütter wie ich nicht trauen, offen dazu zu stehen, dass sie weiter stillen, kann Langzeitstillen auch gar nicht zur &#8222;Normalität&#8220; werden. Die Menschen sehen es einfach zu selten. Wer weiß, wie viel 5-, 6-, 7-, 8-Jährige noch gestillt werden. Still und klammheimlich. Zu Hause, wo es keine(r) sehen kann.</p>
<p>Genau deshalb habe ich mir vorgenommen, diesen <strong>Teufelskreis</strong> zu durchbrechen. In meiner Familie wissen alle, dass ich einen 2,5-Jährigen stille. Und da lasse ich mir auch nicht reinreden. Vor allem, weil mein Mann da voll und ganz hinter dieser Entscheidung steht. Wir sind ein Team. Das stärkt mir ungemein den Rücken.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7049" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/braut-stillt-kind-braeutigam-legt-den-arm-um-sie-und-laechelt-zum-kind.jpg" alt="Braut stillt Kind, Bräutigam legt den Arm um sie und lächelt zum Kind" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/braut-stillt-kind-braeutigam-legt-den-arm-um-sie-und-laechelt-zum-kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/braut-stillt-kind-braeutigam-legt-den-arm-um-sie-und-laechelt-zum-kind-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und was, wenn wir außerhalb sind? Keine Sorge, ich schwinge meine Brüste nicht den Vorbeilaufenden entgegen. Aber ich lasse es mir auch nicht nehmen, mein Kind zu stillen. Ich will mich nicht auf die Toilette verziehen und dort mein Kind stillen. Wir finden es beide total eklig. Und nur, weil ich Angst vor Konfrontation hatte, bin ich weiterhin im Damenklo verschwunden. Das ist doch verrückt.</p>
<p>Ich will diesen Teufelskreis durchbrechen. Einfach akzeptiert werden.</p>
<p>Und selbst, wenn du nicht langzeitstillen willst, kannst, was auch immer, so möchte ich dir ans Herz legen, meine Entscheidung, mein Kind über das übliche 1. Jahr hinaus zu stillen, zu <strong>akzeptieren</strong>.</p>
<p>Wenn du mich siehst, schenk mir ein Lächeln. Ich kann mir vorstellen, in viele grimmige Gesichter sehen zu müssen. Vielleicht auch gemeine Kommentare über mich ergehen lassen zu müssen. Da wirkt ein Lächeln wahre Wunder.</p>
<p>Und wenn du es nicht einmal schaffst zu lächeln, dann schau einfach weg. Lass mich da sitzen und mein Kind stillen und geh einfach deines Weges. Mehr will ich doch gar nicht.<br />
</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/langzeitstillen/">Langzeitstillen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.milchtropfen.de/langzeitstillen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>46</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nasebohren ist schön</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/nasebohren-ist-schoen/</link>
					<comments>https://www.milchtropfen.de/nasebohren-ist-schoen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jun 2016 16:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbuch]]></category>
		<category><![CDATA[anregend]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Elefant]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Frosch]]></category>
		<category><![CDATA[Maus]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Nasebohren]]></category>
		<category><![CDATA[Popel]]></category>
		<category><![CDATA[popeln]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.milchtropfen.de/?p=808</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#8222;Nasebohren ist schön&#8220; von Daniela Kulot behandelt ein nicht ganz so angenehmes Thema; und nicht jeder wird mit diesem Kinderbuch einverstanden sein. Warum ich persönlich das Buch, welches übrigens für 4- bis 6-Jährige empfohlen wird, ganz gut leiden kann, lest ihr hier. Nasebohren ist schön Einst erlebte ich eine Oma, die mit ihrem Enkelkind im ... <a title="Nasebohren ist schön" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/nasebohren-ist-schoen/" aria-label="Mehr zu Nasebohren ist schön">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/nasebohren-ist-schoen/">Nasebohren ist schön</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="buchimgthumb" src="//ws-eu.amazon-adsystem.com/widgets/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=3522437373&amp;Format=_SL250_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=milchtropfen-21" alt="Nasebohren ist schön" width="300" height="250" />&#8222;Nasebohren ist schön&#8220; von Daniela Kulot behandelt ein nicht ganz so angenehmes Thema; und nicht jeder wird mit diesem Kinderbuch einverstanden sein.</p>
<p>Warum ich persönlich das Buch, welches übrigens für 4- bis 6-Jährige empfohlen wird, ganz gut leiden kann, lest ihr hier.<span id="more-808"></span><div id='c5111_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Nasebohren ist schön</h2>
<p>Einst erlebte ich eine Oma, die mit ihrem Enkelkind im Bus saß und immerzu versuchte, es vom Nasebohren abzuhalten. Es gelang ihr erst, nachdem sie dem Kind gefühlte 60 Mal den Finger aus der Nase zog.</p>
<p>Ich persönlich habe mit Nasenbohrern kein Problem, solange sie es nicht direkt vor meiner Nase tun. Es kommt eben auf die Situation an.</p>
<p>Da stellte ich mir die Frage:&#8220;Gibt es überhaupt ein Kinderbuch, das solch ein Thema behandelt?&#8220;. Prompt schaute ich auf Amazon nach und fand <a href="http://amzn.to/28Yh3MO" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Nasebohren ist schön&#8220;</a>*.</p>
<p>Der Titel klang vielversprechend, also holte ich es mir.</p>
<h2>Um was geht es?</h2>
<p>3 Tierkinder &#8211; ein Elefant, eine Maus und ein Frosch &#8211; bohren liebend gern in der Nase. Aber der kleine Frosch darf das nicht. Laut Aussage seine Mutter bleibt dann nämlich der Finger in der Nase stecken und kommt nie wieder raus.</p>
<p>Völlig geschockt gehen die 3 zu den anderen Eltern und fragen, ob Nasebohren erlaubt ist, doch auch die denken sich völlig obskure Argumente aus, weshalb Nasebohren verboten sei.</p>
<div id='c9375_177_2' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungausmobile"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside>
<script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block;"
     data-ad-format="link"
data-full-width-responsive="true"
     data-ad-client="ca-pub-1779890969656116"
     data-ad-slot="6725055877"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script><br style="clear:both;"></div>

<div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block;"
     data-ad-layout="link"
data-full-width-responsive="true"
     data-ad-client="ca-pub-1779890969656116"
     data-ad-slot="9143389553"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script><br></div>











</div>
<p>Anfangs glauben die Kinder den Unsinn, den sie von den Eltern gehört haben. Doch irgendwann stellen sie sich die Frage, ob es tatsächlich wahr ist und wollen vorsichtshalber lieber die Großeltern fragen.</p>
<p>Als sie bei den Großeltern ankommen, sehen sie, dass diese auch in der Nase bohren. Elefant, Maus und Frosch stellen fest, dass ihre Eltern Unrecht hatten. Vergnüglich bohren sie wieder in ihren Nasen, während die Eltern etwas abseits ein wenig dumm aus der Wäsche gucken.</p>
<h2>Illustrationen</h2>
<p>Die Abbildungen sind in knalligen Farben gehalten, die Tiere sind wie immer vermenschlicht dargestellt. Sie wohnen in Häusern, tragen Sachen, laufen aufrecht usw.</p>
<p>Unrealistische Darstellungen von Tieren bin ich ja in Kinderbüchern mittlerweile gewöhnt &#8211; mehr oder weniger. Aber wie der Elefant dargestellt wird, ist in meinen Augen einfach furchtbar. Der bekommt in dem Buch nämlich Hände und Finger wie bei einem Menschen&#8230; Das sieht irgendwie gruselig aus.</p>
<p>Dass die Maus mit ihrem Schwanz in der Nase bohrt, ist ja irgendwie noch lustig, aber der Elefant? Nee, da gehe ich nicht mehr mit.</p>
<p>Eigentlich hätte man ein Buch über das Nasebohren auch mit Menschen darstellen können, finde ich. Bohren Tiere eigentlich in der Nase? Sei&#8217;s drum. Dieses Buch ist nunmal mit Tieren.</p>
<h2>Moral</h2>
<p>Was lehrt uns die Geschichte? So einiges, finde ich:</p>
<p>Eltern wissen nicht immer alles besser. Glaube nicht jeden Quatsch, den man dir weißmachen will. Höre auf dein Herz, auf deinen Körper. Hinterfrage Dinge. Eltern müssen ihre Kinder ehrlich erziehen und dürfen sich nicht hinter fadenscheinigen Ausreden verstecken.</p>
<p>Dieses Buch behandelt ein Thema, über das sich sehr gut diskutieren und mit den Kindern bereden lässt.</p>
<p>Ist es überall in Ordnung, in der Nase zu bohren? Darf man das wirklich überall und jederzeit tun? Wie fühlen sich Menschen, in deren Gegenwart man in der Nase bohrt?</p>
<p>Und wohin eigentlich mit dem Popel? Man könnte gleich noch eine Diskussion darüber starten, ob man seine Popel essen darf oder nicht, wo, wie, wann usw. Das kann ja heiter werden!</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Trotz der nicht so schönen Illustrationen &#8211; wie ich finde &#8211; kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchte.</p>
<p>Wer sich &#8222;Nasebohren ist schön&#8220; holen möchte, der findet es <a href="http://amzn.to/28Yh3MO" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">hier auf Amazon</a>*.</p>
<p>Anregende Diskussionen wünsche ich euch!</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/nasebohren-ist-schoen/">Nasebohren ist schön</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.milchtropfen.de/nasebohren-ist-schoen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
