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	<title>Gedanken &#8211; Milchtropfen</title>
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	<title>Gedanken &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2020 13:33:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Schwester holt für ihren Bruder Hilfe, der sie zum Dank dafür als Petze bezeichnet und sauer auf sie ist&#8230; Heute üben wir mal, uns in zwei verschiedene Personen hineinzuversetzen, um zu verstehen, um was es beiden womöglich ging, um die Basis für ein Versöhnungsgespräch zu schaffen. &#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger? ... <a title="&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger/" aria-label="Mehr zu &#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Schwester holt für ihren Bruder Hilfe, der sie zum Dank dafür als Petze bezeichnet und sauer auf sie ist&#8230;</p>
<p>Heute üben wir mal, uns in zwei verschiedene Personen hineinzuversetzen, um zu <strong>verstehen</strong>, um was es beiden womöglich ging, um die Basis für ein <strong>Versöhnungsgespräch</strong> zu schaffen.</p>
<p><span id="more-13465"></span></p>
<h2>&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</h2>
<p>Ich bin mit einer Freundin und den Kindern auf dem Spielplatz verabredet. Die Kinder beschäftigen sich gerade allein, wir nutzen die Zeit, setzen uns auf die Bank und quatschen ein bisschen. Die ältere Tochter meiner Freundin geht den Kindern hinterher, die inzwischen über den Zaun geklettert sind und jetzt die BMX Strecke hoch und runter jagen. Ich freue mich, dass sich Oliver schön auspowert und plaudere weiter&#8230;</p>
<p>Nach etwa einer Viertelstunde kommt die Tochter meiner Freundin zu uns:&#8220;Da <strong>ärgern</strong> uns zwei Jungs.&#8220; Meine Freundin und ich sind uns einig, dass nicht gleich zwei Erwachsene da rüber marschieren müssen, also erkläre ich mich bereit, nach dem Rechten zu sehen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-13485" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger.jpg" alt="Olle Petze - Was steckt wirklich hinter Ärger I Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-33x50.jpg 33w" sizes="(max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<p>Ich nehme die Abkürzung über den Zaun, sehe mich nach ihnen um, und erkenne sie in der Ferne des Platzes. Sie stehen in einer kleinen Gruppe von fünf Kindern da und scheinen irgend etwas zu bereden. Find ich gut, denk ich mir, <strong>streiten</strong> und <strong>diskutieren</strong> muss ja auch irgendwie gelernt werden&#8230;</p>
<p>Nur bleibt es leider nicht beim friedlichen Diskurs. Olivers Freund wirft seinen Gegenüber nun mit einem gezielten Karatemove zu Boden und tritt mit einem Kick nach. Oliver steht unsicher daneben und weiß sich nicht zu helfen. &#8222;HEY! STOPP! WAS IST DENN HIER LOS?!&#8220;, rufe ich zu den Kindern rüber, in der Hoffnung, somit Zeit zu schinden, bis ich ganz bei ihnen bin.</p>
<p>Das Rüberschreien hat geholfen. Die <strong>Kinder</strong> blicken hoch, der Junge am Boden rappelt sich auf und ich steh vor ihnen. &#8222;So. Was ist hier los?&#8220;, frage ich ein wenig außer Atem. Olivers Freund geht gleich in die <strong>Verteidigung</strong>:&#8220;Der (Der ist der Junge, der gerade noch am Boden lag) hat angefangen, der hat mich geschubst.&#8220; und dann fügt er noch etwas leiser hinzu:&#8220;Und ich mag das überhaupt nicht, dass sie <strong>gepetzt</strong> hat&#8230;&#8220;</p>
<p>Um das Thema &#8222;Gleiches mit Gleichem vergelten&#8220; schreibe ich in einem anderen Beitrag, mir geht es heute einzig und allein darum, zu verstehen, warum Olivers Freund am Ende so sauer auf seine Schwester war, die doch eigentlich nur <strong>Hilfe</strong> holen wollte.</p>

<h2>Was bedeutet Petzen?</h2>
<p>Das Wort &#8222;<strong>Petzen</strong>&#8220; wird entweder als Substantiv (die Petze, die Petzerin, der Petzer) oder als Verb verwendet und meint:</p>
<blockquote><p>&#8222;(besonders einer Lehrperson, den Eltern o. Ä.) mitteilen, dass ein anderer etwas Unerlaubtes, Unrechtmäßiges o. Ä. getan hat&#8220; &#8211; www.duden.de</p></blockquote>
<h2>Worum geht es Petzen?</h2>
<p>Wenn ich das Wort &#8222;petzen&#8220; wertfrei beschreiben möchte, geht es also darum, den Eltern (oder wem auch immer) mitzuteilen, was Person X getan hat&#8230; Und deshalb ist der Bruder auf seine Schwester <strong>sauer</strong>? Weil sie sagt, was vorgefallen ist?</p>
<p>Vielleicht hilft es ja, wenn wir uns mal in die Lage von Petzen hineinversetzen. Worum geht es Petzen denn eigentlich?</p>
<h3>1. Orientierung, Klarheit</h3>
<p>Wenn sich Kinder streiten und dieser Streit dann <strong>eskaliert</strong>, indem sie z.B. handgreiflich werden wie in der obigen Situation, fühlen sich die Personen, die das mitbekommen, womöglich <strong>unsicher</strong>. Sie wissen nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Also entscheiden sie sich, jemand Erwachsenes um Hilfe zu bitten, von dem sie ausgehen, dass sie/er für Klarheit sorgen wird, denn die verfügen schon über mehr Erfahrung und wissen bestimmt, was jetzt zu tun ist. Petzen geht es also um <strong>Klarheit</strong>, Orientierung in einer für sie unsicheren Situation.</p>
<h3>2. Schutz, Gerechtigkeit</h3>
<p>Wenn Kinder etwas beobachten, das sie in ihrem Wertesystem als &#8222;nicht ok&#8220; einstufen, sich aber gleichzeitig nicht in der Lage sehen, zu helfen, weil die/der Täter*in stärker oder einfach bedrohlich wirkt, sind Erwachsene eine gute <strong>Strategie</strong>, um das Opfer als auch sich selbst zu <strong>schützen</strong> &#8211; schließlich sind Erwachsene in der Lage, auch bei Handgreiflichkeiten dazwischen zu gehen.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13490" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern.jpg" alt="Erwachsene schlichtet zwischen Kindern" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Gedanken, die sich hinter Ärger verstecken</h2>
<p>Olivers Freund <strong>ärgerte</strong> sich also über seine Schwester, die <strong>gepetzt</strong> hatte. Wenn wir uns ärgern, liegt die <strong>Ursache</strong> in den Gedanken und Urteilen, die wir dabei haben. Gedanken, wie z.B.:</p>
<p><em>&#8222;Sie hat mich verraten.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Ich kann ihr nicht vertrauen.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie will ja nur, dass Mama böse auf mich ist und mich anmeckert.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie mag mich nicht.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie denkt, ich schaffe das nicht allein, dabei bin ich schon groß und kann das selber!&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie glaubt nicht an mich.&#8220;</em></p>
<p>Auch <strong>Glaubenssätze</strong> können in solchen Situationen zum Vorschein kommen, die uns z.B. sagen <em>&#8222;Ich bin nicht richtig, so wie ich bin.&#8220;.</em></p>
<p>All diese <strong>Gedanken</strong>, die Olivers Freund womöglich gedacht haben könnte, überblenden seine eigentlichen, tiefer liegenden <strong>Gefühle</strong>, die zu fühlen viel unangenehmer wären, wie z.B. Trauer und Enttäuschung. Wenn wir uns mit solchen Gedanken ablenken lassen, verlieren wir aber aus den Augen, um was es uns eigentlich geht, also was unsere eigentlichen <strong>Bedürfnisse</strong> sind. Was könnte das z.B. sein?</p>
<h3>1. Vertrauen</h3>
<p>Was passiert, nachdem jemand einem Erwachsenen mitgeteilt hat, was Person X &#8222;Falsches&#8220; getan hat? In der, sage ich mal, konservativen Erziehung werden, nachdem ein Kind etwas scheinbar &#8222;Falsches&#8220; getan hat, Strafen verhängt.</p>
<p>Petzen werden also nicht als Unterstützung gesehen, als jemand, der einfach nur Hilfe durch einen Erwachsenen sucht, sondern als Verräter, die einen bei den Erwachsenen verpfeifen und wegen derer man dann bestraft wird. Petzen kann man demnach nicht (ver-)trauen &#8211; und gerade das ist ja für in Gemeinschaft lebenden Menschen wichtig, um sich <strong>sicher</strong> und <strong>geborgen</strong> zu fühlen. Kann also auch etwas mit <strong>Sicherheit</strong>, <strong>Schutz</strong> zu tun haben.</p>

<h3>2. Gesehen werden</h3>
<p>Wenn Erwachsene zu einer Situation dazu geholt werden, die sie nicht von Anfang an mitbekommen haben, können sie sich nur darauf verlassen, was ihnen von den Beteiligten erzählt wird. Ich als Erwachsene, die später hinzugeholt werde, oder auch die Mama von Olivers Freund, <strong>interpretieren</strong> die Situation also danach, was uns erzählt wird. Ich z.B. habe gar nicht gesehen, wie die anderen Jungs die Kinder geärgert haben, sondern habe nur gesehen, wie sich die Kinder unterhalten und wie dann der andere Junge von Olivers Freund zu Boden geworfen und getreten wurde.</p>
<p>Vielleicht hatte Olivers Freund Angst davor, dass sein Verhalten falsch interpretiert wird und er am Ende als der <strong>Böse</strong> da steht. &#8222;Du trittst einen am Boden liegenden Jungen? Was stimmt nicht mit dir? Du setzt dich jetzt so lange auf die Bank, bis ich sage, dass du wieder spielen gehen kannst.&#8220; &#8211; zum Beispiel. Dabei wollte er vielleicht einfach nur sich und seinen Freund, Oliver, vor den Jungs <strong>beschützen</strong>, von denen sie laut Aussage der Schwester geärgert wurden. Hier geht es also ums <strong>gesehen werden</strong>, richtig hinschauen und zuhören.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13491" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind.jpg" alt="Mutter tröstet Kind" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>3. Selbstwirksamkeit</h3>
<p>Vielleicht wollen Kinder auch nicht, dass sich <strong>Erwachsene</strong> mit einmischen, weil sie ihre Probleme gerne selber austragen möchten. Sie möchten eigene Strategien zur <strong>Problembewältigung</strong> entwickeln. Es geht also eher darum, <strong>selbstwirksam</strong> zu sein, statt die Erwachsenen es nach ihren eigenen Vorstellungen lösen zu lassen. &#8222;Vertrau mir, dass ich diesen Streit auch selber lösen kann.&#8220; &#8211; da sind wir dann wieder beim Vertrauen. Vertrauen von der Schwester, dass man das auch ohne die Hilfe eines Erwachsenen schafft.</p>
<h3>4. Integrität</h3>
<p>Für manche Erwachsene mag ein &#8222;Ihr gebt euch jetzt die Hand und damit hat sich der Streit.&#8220; eine angemessene Lösung des <strong>Konflikts</strong> sein, für Kinder vielleicht aber nicht, vor allem, wenn sie merken, dass es keine von Herzen kommende Entschuldigung war. Sie möchten ihre Probleme also nach ihren eigenen Wertvorstellungen angehen, sie möchten sich <strong>integer</strong> verhalten.</p>

<h2>Empathie für beide Seiten</h2>
<p>Wenn ich mich so in Olivers Kumpel hineinversetze, dann bin ich plötzlich nicht mehr ärgerlich auf meine Schwester, ich bin stattdessen <strong>traurig</strong>, weil ich als großer Junge gesehen werden möchte, der seine Probleme ohne die Mama lösen kann. Ich wünsche mir, dass ich so, wie ich bin, richtig bin, dass ich nicht als der Böse, sondern als der gesehen werde, der sich für seine Freunde einsetzt und sie beschützt. Ich bin <strong>enttäuscht</strong>, weil ich gedacht habe, dass meine große Schwester hinter mir steht, zu mir hält.</p>
<p>Das sind natürlich jetzt alles nur Gedankenexperimente, die zutreffen könnten, aber nicht müssen. Ich finde solche <strong>Übungen</strong>, sich in andere hineinzuversetzen, aber sehr hilfreich, vor allem bei Streitereien. Auf diese Weise kann ich nun beide Seiten besser verstehen und ihr Verhalten <strong>nachvollziehen</strong>, was wiederum beim späteren Vermitteln zwischen beiden <strong>hilfreich</strong> ist.</p>
<p>Ich könnte also erstmal versuchen, <strong>herauszufinden</strong>, um was es dem Bruder und der Schwester ging, und Fragen stellen. &#8222;Hast du dir Sorgen um deinen kleinen Bruder gemacht, weil du gesehen hast, wie die Jungs ihn geärgert haben, und wolltest ihm helfen? Warst du unsicher, wie du dich bei diesem <strong>Streit</strong> verhalten kannst, und hast mich deshalb geholt?&#8220; Je nachdem, ob die Vermutung zutrifft oder eben auch nicht, führt man dann das Gespräch weiter.</p>
<p>Genau das Gleiche dann beim Bruder. &#8222;Hast du dich geärgert, weil du gedacht hast, dass deine Schwester dir nicht zutraut, den Streit allein zu schlichten? Wünschst du dir ihr Vertrauen, dass du die Sache selber regeln kannst? Hattest du Sorge, dass wir Erwachsenen euren Streit nach unseren Vorstellungen regeln? Ist es dir wichtig, selber zu entscheiden, was bei eurem Streit zu tun ist?&#8220;</p>
<p>Das sind wie gesagt alles nur Fragen, die man stellen könnte. Natürlich bombardiert man Kinder nicht gleich mit einem Haufen Fragen, sondern lässt sie ausreden und gibt dann wieder, was passiert ist. Die obigen <strong>Fragen</strong> dienen wirklich nur dazu, sich vorzustellen, was man in solchen Momenten sagen könnte.</p>
<p>Ich bin mir sicher, wenn wir es schaffen, uns in beide Seiten hineinzuversetzen und dann Vermutungen anstellen, ins Gespräch miteinander kommen, dass wir dann auf einem guten Weg sind, einander besser zu verstehen und Streitereien wie <strong>Missverständnisse</strong> aus der Welt zu schaffen.</p>
<p>Hast du noch ein paar Ideen, um was es beiden womöglich ging oder möchtest du selber mal von einem miterlebten Streit berichten? Dann erzähl mir gerne mehr davon unten in den Kommentaren.</p>
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		<title>Lieben was ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Nov 2017 07:00:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Monaten komme ich nicht zum Lesen, weshalb ich auf Hörbücher umgesattelt bin. Vor wenigen Tagen hatte ich das Hörbuch &#8222;Lieben was ist&#8220; von Byron Katie zu Ende gehört und möchte dir heute dieses wunderbare Buch vorstellen. Es ist das erste Buch, das mir wirklich gezeigt hat, wie machtvoll unsere Gedanken sind und dass sie ... <a title="Lieben was ist" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/lieben-was-ist/" aria-label="Mehr zu Lieben was ist">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="buchimgthumb" src="//ws-eu.amazon-adsystem.com/widgets/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=B003FO6BEC&amp;Format=_SL250_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=milchtropfen-21" alt="Lieben was ist" width="300" height="250" />Seit Monaten komme ich nicht zum Lesen, weshalb ich auf Hörbücher umgesattelt bin.</p>
<p>Vor wenigen Tagen hatte ich das Hörbuch &#8222;Lieben was ist&#8220; von Byron Katie zu Ende gehört und möchte dir heute dieses wunderbare Buch vorstellen. Es ist das erste Buch, das mir wirklich gezeigt hat, wie machtvoll unsere Gedanken sind und dass sie unser ganzes Leben bestimmen können.</p>
<p>Da ich mittlerweile schon beim 3. Hörbuch angekommen bin, muss ich mich also mal ranhalten, dich über all diese großartigen Bücher zu informieren. Hier kommt also der erste Hörbuch Review.</p>
<p><span id="more-7743"></span></p>
<h2>Lieben was ist &#8211; Um was geht es?</h2>
<p>Byron Katie, verheiratet und Mutter von drei Kindern, war jahrelang schwer depressiv, alkohol-, nikotin- und medikamentenabhängig, gewalttätig und litt unter Essstörungen sowie Zornausbrüchen.</p>
<p>Therapien brachten keinen Erfolg, bis Katie aus sich heraus einen Weg aus der Krise hin zur Selbsterkenntnis findet. Diese einfache Methode nennt sich &#8222;The Work&#8220;. Und sie ist so effektiv, dass plötzlich unzählige Menschen zu Katie gehen und sie um Rat bitten.</p>
<p>Seitdem vermittelt Katie ihre Methode &#8222;The Work&#8220; in Workshops, Vorträgen und eben auch in (Hör-)Büchern, wie zum Beispiel in <a href="http://amzn.to/2j7Bq3D" target="_blank" rel="nofollow noopener">&#8222;Lieben was ist&#8220;</a>*.</p>
<h2>Wie funktioniert &#8222;The Work&#8220;?</h2>
<p>&#8222;The Work&#8220; beinhaltet lediglich vier Fragen, die man ehrlich für sich beantworten muss. Zum Schluss kehrt man die Glaubenssätze um. Das war&#8217;s.</p>
<p>Das klingt erst einmal einfach. Vielleicht sogar ZU einfach. Aber diese Fragen und die abschließenden Umkehrungen haben es in sich und bringen alte Glaubenssätze gehörig ins Wanken. Man wird regelrecht wachgerüttelt, weil man plötzlich viel klarer sieht und denkt.</p>
<p>Wenn man sich die Zeit und Kraft nimmt und den Willen hat, die Wahrheit herauszufinden, dann ist &#8222;The Work&#8220; eine wirklich feine Sache, um Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und seine Probleme selbst anzugehen.</p>
<p>Ob es dabei um das Kind geht, das nie macht, was es soll, die/den Partner/in, mit der/m man ständig streitet, Konflikte in der Familie/Freundschaft, Suchtprobleme, Fragen über den Tod oder den Sinn des Lebens, Traumata aus längst vergangener Zeit &#8211; völlig egal. &#8222;The Work&#8220; kann bei jedem Problem angewandt werden.</p>
<p>&#8222;The Work&#8220; habe ich zum ersten Mal angewandt, als mein Sohn zu mir <a href="https://www.milchtropfen.de/bloede-mama/" rel="noopener">&#8222;Blöde Mama.&#8220;</a> sagte. Ich war voller Glaubenssätze wie &#8222;Mein Kind liebt mich nicht.&#8220; und &#8222;Ich bin eine schlechte Mutter.&#8220; und so weiter.</p>
<p>Nachdem ich &#8222;geworkt&#8220; hatte, konnte ich mich von diesen Gedanken befreien und gelassener mit &#8222;Blöde Mama.&#8220; umgehen. Ich wurde ruhiger. Konnte wieder klar denken.</p>
<h2>Ein langer Weg</h2>
<p>Ich gebe zu, ich bin neu im &#8222;Worken&#8220;, habe vielleicht noch nicht ganz &#8222;The Work&#8220; verinnerlicht. Anfangs waren da so viel Zweifel, so viele Fragen. Ich verstand es einfach nicht so recht.</p>
<p>Gerade in den genannten Beispielen im Hörbuch, bei denen es um extreme Fälle wie Missbrauch, Gefangenschaft, Krieg und dergleichen ging, musste ich erst noch lernen, dass hier keineswegs nach einer/m Schuldigen gesucht wird, sondern nach dem eigenen, persönlichen Anteil, den man sich noch Jahre nach diesen traumatischen Erfahrungen immer und immer wieder, Tag für Tag, neu zufügt.</p>
<p>&#8222;The Work&#8220; ist in meinen Augen kein Ersatz für eine (Trauma-)Therapie, jedoch bezweifle ich, dass jene Menschen sich so etwas von Katie&#8217;s Methode erhoffen. Sie suchen einen weiteren, vielleicht völlig neuen Weg, den sie bislang noch nicht betreten haben.</p>
<h2>Wie hört sich das Hörbuch?</h2>
<p>Für mich persönlich haben sich die insgesamt 10 Stunden und 44 Minuten Hörzeit (wobei es sich um die gekürzte Version handelt) ziemlich hingezogen. Einfach aus dem Grund, weil ich irgendwann den Kern verstanden hatte, trotzdem aber scheinbar endlos viele Beispiele aus den Work-Interviews folgten, die alle von vorn bis hinten durchgekaut wurden. Das mochte sich bei den Extremfällen wieder spannend gelesen haben, aber der Rest klang ansonsten nach Wiederholung und das langweilte nicht nur mich, sondern auch meinen Mann, der ebenfalls mithörte.</p>
<p>Nichtsdestotrotz ist dieses Hörbuch inhaltlich goldwert. Die Stimmen klingen angenehm, nicht zu schnell, nicht zu langsam, nicht zu laut oder zu leise. Die Intonation passt einfach; ich konnte richtig mitfühlen, wenn eine Stimme emotional wurde, und sah die Person direkt vor meinem inneren Auge zum Leben erwachen.</p>
<p>Dass Katie ihren Gegenüber immerzu mit Schätzchen, Liebes, Süße/r oder dergleichen ansprach, störte mich im Gegensatz zu meinem Mann wenig; mir kam es sympathisch rüber, aber es ist einfach Geschmackssache, genau so ist es bei bestimmter Musik, die zwischendurch erklingt. Hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen, aber gut.</p>
<h2>Fazit</h2>
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<p style="text-align: left;">Katie&#8217;s Methode zur Bewältigung der eigenen Probleme ist so einfach wie genial. &#8222;Einfach&#8220; in dem Sinne, weil es lediglich vier Fragen und die Umkehrung sind, die uns hin zu Wahrheit führen sollen (wenn wir denn so wollen und bereit dafür sind, diese herauszufinden).</p>
<p>Die Arbeit, die sich jedoch dahinter verbirgt &#8211; auf mentaler Ebene &#8211; ist um einiges schwieriger. Es ist hart, mitunter sogar sehr schmerzhaft. Aber es ist so befreiend.</p>
<p>Zu verstehen, was für eine Macht unsere Gedanken auf uns, unser Handeln, unsere Beziehungen, unseren Lebensstil, ja, unser ganzes Leben haben, und wie wir es schaffen, diese mitunter zerstörerischen Gedanken in den Griff zu bekommen und zu lernen, mit ihnen umzugehen und zu leben, das habe ich bislang nur von Byron Katie erfahren. Und für diese Erkenntnis bin ich überaus dankbar, da ich mich endlich mit meinen wahren Problemen auseinandersetzen kann und nicht mit jenen, die ich mir mitunter jahrelang im Kopf zusammen gesponnen habe.</p>
<p>Ich kann dir daher nur wärmstens empfehlen, dich mit &#8222;The Work&#8220; von Byron Katie vertraut zu machen.</p>
<p>Wenn du wie ich so selten zum Lesen kommst, kannst du dir auch ganz einfach das Hörbuch <a href="http://amzn.to/2j7Bq3D" target="_blank" rel="nofollow noopener">&#8222;Lieben was ist&#8220;</a>* von Byron Katie holen und es auf Audible hören. Das Tolle: Wenn du ein <a href="https://www.milchtropfen.de/out/audible30" target="_blank" rel="nofollow noopener">Probeabo bei Audible</a>* abschließt, kannst du es 30 Tage lang ganz gemütlich kostenlos testen und erhältst dazu ein Hörbuch deiner Wahl.</p>
<p>Oder du nutzt das <a href="https://www.milchtropfen.de/out/audible90" target="_blank" rel="nofollow noopener">3-Monats-Abo von Audible</a>* und testest es gleich ganze 3 Monate kostenlos!</p>
<p>Ich wünsche dir dabei auf jeden Fall eine Menge Spaß und viele Aha-Erlebnisse!</p>

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		<title>&#8222;Blöde Mama.&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2017 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Blöde Mama.&#8220; &#8211; diesen Satz wollte ich niemals im Leben aus dem Mund meines Kindes hören, spricht es doch dafür, dass ich eine schlechte Mutter bin, mein Kind mich nicht liebt usw. Doch was geschah, als ich ohne Vorwarnung eines Tages doch diesen Spruch an den Kopf geknallt bekam? Blöde Mama &#8211; Wie es geschah ... <a title="&#8222;Blöde Mama.&#8220;" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/bloede-mama/" aria-label="Mehr zu &#8222;Blöde Mama.&#8220;">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Blöde Mama.&#8220; &#8211; diesen Satz wollte ich niemals im Leben aus dem Mund meines Kindes hören, spricht es doch dafür, dass ich eine <strong>schlechte Mutter</strong> bin, mein Kind mich nicht liebt usw.</p>
<p>Doch was geschah, als ich ohne Vorwarnung eines Tages doch diesen Spruch an den Kopf geknallt bekam?</p>
<p><span id="more-7686"></span></p>
<h2>Blöde Mama &#8211; Wie es geschah</h2>
<p>Du denkst, ein &#8222;Blöde Mama.&#8220; muss zwangsläufig mit einem vorangegangenen <strong>Verbot</strong> oder <strong>Streit</strong> beginnen? Nein, nicht unbedingt. Mich beispielsweise hat es eiskalt erwischt.</p>
<p>Ich saß mit Oliver auf der Couch, eingemummelt in Decken und Kissen und schaute mit ihm eine Folge seiner aktuellen Lieblingsserie.</p>
<p>Oben auf der Couch lag ein anderes, unbenutztes Tablet, das ich mir schnappen wollte. Das fand mein Sohn aus irgendeinem Grund <strong>doof</strong>, was er mir auch zu verstehen gab. Er wollte es haben. Ich gab es ihm daraufhin; wollte ich doch herausfinden, was er nun damit vorhatte, und warum ich es seiner Meinung nach nicht bekommen durfte.</p>
<p>Er hält das Tablet in seinen Händen und schaut etwas verstimmt drein und blubbert mir dann ins Gesicht:&#8220;<strong>Blöde Mama</strong>.&#8220;</p>
<p>Und ich steh da, wie erstarrt, und bekomme plötzlich jenen Satz an den Kopf geknallt, den ich nie, nie, niemals hören wollte.</p>
<p>Während ich also noch stumm vor mich hin starre, kommt mein Mann, der das &#8222;Blöde Mama.&#8220; mitbekommen hat, zu mir, um mich zu trösten. &#8222;Oliver, das ist nicht nett, wenn du sowas sagst.&#8220;, beginnt er. Ich unterbreche ihn. &#8222;Schon gut. Ich weiß, dass er es nicht so gemeint hat.&#8220;, höre ich mich sagen. Aber ehrlich gesagt, war ich mir da gar nicht so sicher.</p>
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<h2>Was denke ich?</h2>
<p>Ich lasse den Vorfall unkommentiert und grübel nach. Was <strong>stört</strong> mich so an dem Satz? An sich stört mich an dem Satz erst mal nichts.</p>
<p>Was ich hingegen darüber <strong>denke</strong>, stört mich.</p>
<p>Wenn mein Sohn zu mir &#8222;Blöde Mama.&#8220; sagt, dann denke ich, es bedeutet im Umkehrschluss:</p>
<p>1. Mein Kind <strong>liebt mich nicht</strong>.<br />
2. Mein Kind ist <strong>respektlos</strong> mir gegenüber.<br />
3. Mein Kind ist <strong>undankbar</strong>.<br />
4. Ich bin eine <strong>schlechte</strong> Mutter.<br />
5. Ich habe etwas falsch gemacht.<br />
6. Ich bin <strong>falsch</strong>.</p>
<p>Vor Kurzem hörte ich das <a href="http://amzn.to/2xxCRdG" target="_blank" rel="nofollow noopener">Hörbuch von Byron Katie &#8222;Lieben was ist.&#8220;</a>*.</p>
<p>Wenn du von Byron Katie bisher nichts gehört hast, hier ein paar Infos: Byron Katie ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und hatte jahrelang schwere Depressionen, war alkoholabhängig, litt unter Esssucht und Alkoholismus, war nikotin- und medikamentenabhängig und gewalttätig.</p>
<p>Therapien brachten nie den gewünschten Erfolg, bis Katie (wie sie von allen genannt wird) aus sich heraus einen Weg aus der <strong>Krise</strong> findet. Plötzlich kommen unzählige Menschen zu ihr und bitten sie um Rat, was ihr geholfen hat und ob sie ihnen auch helfen könne. Seitdem vermittelt Katie ihre Methode &#8222;<strong>The Work</strong>&#8220; in Büchern, Workshops und Vorträgen.</p>
<p>&#8222;The Work&#8220; funktioniert ziemlich einfach und kann mit einem <a href="http://thework.com/sites/thework/deutsch/downloads/Arbeitsblatt_UntersucheEineUberzeugung.pdf" target="_blank" rel="noopener">Arbeitsblatt</a> überall angewandt werden.</p>
<h2>The Work</h2>
<p>Ich versuchte nun mithilfe dieses Arbeitsblattes meine <strong>Glaubenssätze</strong> zu untersuchen. Beginnen wir mit dem ersten: &#8222;Mein Kind liebt mich nicht.&#8220;</p>
<h3>1. Frage: Ist das wahr?</h3>
<p>Das konnte ich ohne mit der Wimper zu zucken mit einem klaren &#8222;Nein.&#8220; beantworten. Mein Sohn liebt mich. Das zeigt er mir so oft. Daran bestand kein Zweifel.</p>
<p>Laut Arbeitsblatt sollte ich bei einem &#8222;Nein.&#8220; die 2. Frage überspringen und zur 3. Frage übergehen.</p>
<h3>3. Frage: Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?</h3>
<p>Ich erstarre und ziehe mich zurück.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7696" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-sitzt-traurig-am-fenster.jpg" alt="Frau sitzt traurig am Fenster" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-sitzt-traurig-am-fenster.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-sitzt-traurig-am-fenster-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><strong>a) Bringt dieser Gedanke Frieden oder Stress in dein Leben?</strong></p>
<p>Stress.</p>
<p><strong>b) Welche Bilder aus der Vergangenheit und der Zukunft siehst du, und welche körperlichen Empfindungen tauchen auf, wenn du diesen Gedanken denkst und Zeuge dieser Bilder wirst?</strong></p>
<p>Ich fühle mich verletzt wie ein kleines Kind. Und dieses Kind weiß sich nicht anders zu helfen, als Gleiches mit Gleichem zu <strong>vergelten</strong>. Es will, dass sein Gegenüber genau so <strong>verletzt</strong> wird wie es selbst.</p>
<p>Ich denke zurück an meine Kindheit, in der ich nicht verstanden wurde. Ich suchte nach Nähe und bekam nur Einsamkeit, sowohl körperlich als auch seelisch. Ich wurde bestraft, wenn ich falsch war. Ich musste mich verstellen, um geliebt zu werden.</p>
<p>Blicke ich in die Zukunft, sehe ich meinen Sohn und mich, wie wir uns nicht mehr verstehen und uns immer weiter voneinander <strong>entfernen</strong>. So, wie es mir mit meinen Eltern ergeht.</p>
<p>Bei diesem Gedanken zieht sich in mir alles zusammen. Schnürt mir den Hals zu. Der Gedanke schmerzt im Herzen.</p>

<p><strong>c) Welche Gefühle tauchen auf, wenn du diesen Gedanken glaubst?</strong></p>
<p>Da viele es nicht gelernt haben, ihre Gefühle zu benennen, gibt es eine passende <a href="http://thework.com/sites/thework/deutsch/downloads/emotions_list_german.pdf" target="_blank" rel="noopener">Liste von Gefühlen</a>.</p>
<ul>
<li>einsam</li>
<li>traurig</li>
<li>verletzt</li>
<li>mutlos</li>
<li>niedergeschlagen</li>
<li>gelähmt</li>
<li>bedrückt</li>
</ul>
<p><strong>d) Beginnen sich Zwänge und Süchte zu zeigen, wenn du den Gedanken glaubst? (Lebst du sie mit einem der folgenden Dinge aus: Alkohol, Drogen, Einkaufen, Essen, Sex, Fernsehen, Computer?)</strong></p>
<p>Ich esse dann gern etwas (meistens Süßes), um runterzukommen und mich besser zu fühlen. Ich greife zu meinem Telefon und geh ins Internet, auf Facebook, Amazon. Auf Facebook lese ich und kommentiere Beiträge. Auf Amazon suche ich mir Sachen aus, kaufe sie aber nicht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7690" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-hoert-etwas-ueber-kopfhoerer.jpg" alt="Frau hört etwas über Kopfhörer" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-hoert-etwas-ueber-kopfhoerer.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-hoert-etwas-ueber-kopfhoerer-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><strong>e) Wie behandelst du die Person in dieser Situation, wenn du den Gedanken glaubst? Wie behandelst du andere Menschen und dich selbst?</strong></p>
<p>Ich <strong>distanziere</strong> mich von ihm. Ziehe mich zurück. Ich kann ihm dann schwer &#8222;vergeben&#8220;, z.B. wenn er kurz darauf gestillt werden will.</p>
<p>Ich weise andere Menschen zurück. Ich will dann selber keine Nähe geben und stoße andere Menschen von mir, z.B. meinen Mann, der mich nur trösten und mir Halt geben will.</p>
<h3>4. Frage: Wer wärst du ohne den Gedanken? Wer oder was bist du ohne den Gedanken?</h3>
<p>Ich wäre <strong>frei</strong>. Würde mein Kind so nehmen wie es ist und wie es sich gerade fühlt. Ich könnte <strong>lockerer</strong> und <strong>entspannter</strong> mit Sätzen wie &#8222;Blöde Mama.&#8220; umgehen, könnte sie leichter nehmen.</p>
<div id='c1130_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h3>Kehre den Gedanken um.</h3>
<p>Aus &#8222;Mein Kind liebt mich nicht&#8220; wird in der <strong>Umkehrung</strong>:</p>
<ol>
<li>Mein Kind liebt mich.</li>
<li>Ich liebe mich nicht.</li>
<li>Ich liebe mein Kind nicht.</li>
</ol>
<h3>Finde dann mindestens drei konkrete, echte Beispiele, wie jede Umkehrung in dieser Situation für dich wahr ist.</h3>
<p><strong>1. Mein Kind liebt mich.</strong></p>
<ul>
<li>Er umarmt und küsst mich, kuschelt mit mir und sucht meine Nähe von sich aus.</li>
<li>Er lacht mit mir und lächelt mich an.</li>
<li>Er teilt sein liebstes Spielzeug, Essen und Trinken mit mir.</li>
<li>Er erzählt und zeigt mir Dinge, die ihm wichtig sind, die ihm gefallen.</li>
<li>Er spielt gern mit mir.</li>
<li>Er lässt sich von mir trösten und sucht auch bei Kummer meine Nähe.</li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7694" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-kuschelt-sich-an-seine-mama.jpg" alt="Kind kuschelt sich an seine Mama" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-kuschelt-sich-an-seine-mama.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-kuschelt-sich-an-seine-mama-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><strong>2. Ich liebe mich nicht.</strong></p>
<ul>
<li>Ich <strong>bestrafe</strong> mich selbst. Beispiel: Mein Mann macht sich Stullen und ich frage ihn, ob ich mal abbeißen kann. Er zieht eine Schnute und schaut auf seine Stulle. Ich verstehe das so, dass er sie nicht gern teilen will und ziehe meine Bitte zickig zurück. Mein Mann bietet mir jetzt seine Stulle an. Ich bleibe stur und will seine Stulle nicht mehr, obwohl ich eigentlich gern reingebissen hätte.</li>
<li>Ich mag meinen <strong>Körper</strong> nicht und finde mich zu dick.</li>
<li>Ich mag meine zurückhaltende, schüchterne <strong>Art</strong> nicht. Ich mag nicht, dass ich meiner Mutter nicht meine Meinung sagen kann, ohne in Tränen auszubrechen. Ich mag meine weinerliche Seite nicht. Ich mag meine schwache Seite nicht. Ich mag meine Unselbstständigkeit nicht. Ich hasse es, dass mir die Meinung anderer Leute immer noch wichtig ist und mich in meinem Handeln einschränkt.</li>
<li>Ich lasse über mich <strong>bestimmen</strong> und stehe nicht für meine <strong>Bedürfnisse</strong> ein. Beispielsweise, wenn wir eine lange Autofahrt machen und ich fahre, frage ich, ob wir jetzt Pause machen, obwohl mir schon der Hintern weh tut. Sagt mein Mann:&#8220;Lass uns weiterfahren, Oliver schläft.&#8220;, übergehe ich mein Bedürfnis nach frischer Luft, Beine vertreten, Toilettenbesuch, Gedanken baumeln lassen, Essen/Trinken, allgemein Verschnaufen, weil ich weiterfahre.</li>
</ul>

<p><strong>3. Ich liebe mein Kind nicht.</strong></p>
<ul>
<li>Ich habe <strong>gemeckert</strong>, als er in der Beikostzeit das Essen ständig auf den Boden beförderte oder als er ständig überallhin pullerte, nur nicht ins Töpfchen, und mir stolz zeigte, wo er hingepinkelt hatte.</li>
<li>Ich bin furchtbar <strong>wütend</strong>, wenn er mir weh getan hat (körperlich) und mecker ihn an.</li>
<li>Wenn er mir weh getan hat (körperlich), tu ich ihm seelisch weh. Ich gehe auf Abstand, verbiete ihm das Stillen. Ich mecker mit ihm. Bin zornig und aggressiv in meiner Sprache.</li>
<li>Ich reagiere <strong>genervt</strong>, wenn er beim Stillen ständig die Seiten wechseln will.</li>
<li>Ich will nicht mit ihm spielen und Zeit verbringen, sondern was für mich machen. Allein baden, Beiträge schreiben, ein Buch lesen, aufräumen, Sport machen, einkaufen, raus an die frische Luft gehen.</li>
</ul>
<p>Das war ein hartes Stück Arbeit für mich und hat mich viel <strong>Überwindung</strong> gekostet. Gerade beim Part &#8222;Ich liebe mich nicht&#8220; und &#8222;Ich liebe mein Kind nicht&#8220; habe ich lange gebraucht. Aber es ist meine Wahrheit.</p>
<p>Und so ging ich jeden Glaubenssatz, der mir mit &#8222;Blöde Mama&#8220; einfiel, durch und bearbeitete diesen mithilfe des Arbeitsblattes.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7692" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/person-schreibt-etwas-auf-ein-blatt-papier.jpg" alt="Person schreibt etwas auf ein Blatt Papier" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/person-schreibt-etwas-auf-ein-blatt-papier.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/person-schreibt-etwas-auf-ein-blatt-papier-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Am Ende fiel mir auf:</p>
<p>Es ist nicht das &#8222;Blöde Mama.&#8220;, das mich so geschockt hatte; es war mein <strong>Denken</strong> über diesen Satz. Darüber, was es angeblich bedeutet, wenn mein Kind mich blöde Mama nennt.</p>
<p>Im Nachhinein bin ich <strong>froh</strong>, dass mein Sohn das zu mir gesagt hat &#8211; obwohl ich immer noch nicht verstanden habe, weshalb genau er es tat. Woher es überhaupt kam.</p>
<p>Hatte er es aus einer seiner Kinderserien gehört und kopiert? Hatte er es irgendwo anders, z.B draußen auf dem Spielplatz bei anderen Kindern mitbekommen und übernommen? Wollte er diesen Satz auch mal sagen? Einfach mal ausprobieren, was für eine Reaktion er damit erzeugt? Ging es um Aktion-Reaktion? Oder darum, seinen Ärger darüber auszudrücken, dass ich einfach so das fein säuberlich auf der Couch drapierte Tablet gemopst hatte?<br />
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<h2>Wie gehe ich zukünftig mit einem &#8222;Blöde Mama.&#8220; um?</h2>
<p>Wie dem auch sei: Ich bin dabei, meine <strong>Gedanken</strong> zu überprüfen und mich der <strong>Wahrheit</strong> zu nähern. Sollte ich wieder das &#8222;Blöde Mama.&#8220; hören, dann kann ich ganz ehrlich sagen, dass ich mich sogar darauf freue.</p>
<p>Ich freue mich auf ein &#8222;Blöde Mama.&#8220;, weil mein Sohn anscheinend keine <strong>Angst</strong> davor hat, mir solch einen Spruch ins Gesicht zu sagen. Er kann mir offen und ehrlich seine Meinung sagen, ohne eine Strafe befürchten zu müssen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7695" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-will-mit-mamas-strohhalm-trinken.jpg" alt="Kind will mit Mamas Strohhalm trinken" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-will-mit-mamas-strohhalm-trinken.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kind-will-mit-mamas-strohhalm-trinken-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich freue mich auf ein &#8222;Blöde Mama.&#8220;, weil es bedeutet, dass mein Sohn Kontakt bei mir sucht. Er will mir etwas mitteilen. Vielleicht, dass irgendein Verhalten von mir ihn stört. Es ist gut, das zu hören, denn dann habe ich die Möglichkeit, mit meinem Kind über seine Gedanken und Gefühle zu reden. Aber auch, in mich zu gehen und mein Verhalten wieder einmal zu <strong>reflektieren</strong>, damit ich es in Zukunft anders handhaben kann.</p>
<p>Ich bin froh, dass ich Byron Katie&#8217;s &#8222;The Work&#8220; kennen und daraus lernen konnte. Es hilft mir heute wie auch morgen, meine Glaubenssätze zu <strong>überprüfen</strong> und an mir zu arbeiten.</p>
<p>Konnte ich dich ein wenig für &#8222;The Work&#8220; begeistern? Dann schau doch mal in <a href="http://amzn.to/2zYkdgU" target="_blank" rel="nofollow noopener">Byron Katie&#8217;s Bücherliste</a>*. Vielleicht findest du dort ein passendes Buch für dich und kannst damit anfangen, deine Glaubenssätze zu überprüfen.<br />
</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/bloede-mama/">&#8222;Blöde Mama.&#8220;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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