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	<title>Unterstützung &#8211; Milchtropfen</title>
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	<title>Unterstützung &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>Eine Woche ohne Papa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Aug 2018 12:22:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Woche lang war mein Mann, der Vater unseres 3-jährigen Früchtchens, geschäftlich unterwegs, und ich ziehe ein Resümee. Wie ist das so, wenn der Mann mal länger von zu Hause weg und frau mit Kind auf sich allein gestellt ist? Eine Woche ohne Papa Keine Sorge, das wird kein &#8222;Ich war eine Woche lang Alleinerziehende&#8222;-Beitrag, ... <a title="Eine Woche ohne Papa" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/eine-woche-ohne-papa/" aria-label="Mehr zu Eine Woche ohne Papa">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Woche lang war mein Mann, der Vater unseres 3-jährigen Früchtchens, geschäftlich unterwegs, und ich ziehe ein <strong>Resümee</strong>. Wie ist das so, wenn der Mann mal länger von zu Hause weg und frau mit Kind auf sich <strong>allein</strong> gestellt ist?</p>
<p><span id="more-10621"></span></p>
<h2>Eine Woche ohne Papa</h2>
<p>Keine Sorge, das wird kein &#8222;Ich war eine Woche lang <strong>Alleinerziehende</strong>&#8222;-Beitrag, das will und kann ich gar nicht miteinander vergleichen.</p>
<p>Trotzdem war es schon anders, als wenn der Papa abends nach Hause kommt oder für ein paar Tage in der Woche zu Hause ist, und davon möchte ich heute gern berichten.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-10624" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee.jpg" alt="Eine Woche ohne Papa - Mama zieht ein Resümee | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee-33x50.jpg 33w" sizes="(max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>Inselhüpfen</h2>
<p>Als ich an diesem Beitrag arbeitete, fragte ich mich, mit was ich diese Woche am Besten vergleichen könnte, und ich kam zu dem Entschluss: Es ist wie Inselhüpfen. <strong>24/7</strong>. Nonstop von einer Insel zur nächsten hüpfen.</p>
<p>Wenn mir der kleine Sonnenschein freudestrahlend um 7 Uhr morgens ins Gesicht brüllte &#8222;Gutän Morgääääään!&#8220;, dann war nichts mit &#8222;Papa ist schon wach, spiel ein bisschen mit ihm, ich brauch noch ein paar Minuten&#8230; Stunden&#8230; schnarch&#8230;&#8220;. Da hieß es dann Aufstehen und den Tag beginnen, egal wie ich mich fühlte.</p>
<p>Zähne putzen und Frühstück machen, diese ganzen <strong>Routinesachen</strong>, die waren ok, das mache ich sonst auch immer, aber zwischendurch, wenn ich mal aufräumen, einkaufen, kochen, Sachen für den Ausflug packen oder kurz verschnaufen wollte, dann war da kein Papa, der mal eben kurz den Kleinen an die Hand nahm und mit ihm nach draußen ging.</p>
<p>Wenn Oliver zu spät Mittagsschlaf machte und mitten in der Nacht spielen wollte, dann war da kein <strong>Papa</strong>, mit dem ich mich abwechseln konnte oder der sich dazu bereit erklärte, mir den Schlaf zu gönnen und sich mit dem Kleinen zu beschäftigen. Nix da.</p>
<p>Wenn ich mich mit Freund*innen traf, dann war es anstrengender, weil ich sonst mehr <strong>Kraftreserven</strong> für diese Treffen hatte. Meine Aufmerksamkeit litt, weil ich zig <strong>Verpflichtungen</strong> im Kopf hatte, die mich daran erinnerten, was noch alles zu tun war, wie scheiße es zu Hause aussah usw.</p>

<h2>Pause, Pause, Pause</h2>
<p>Auch als ich mich mit der Familie traf, war da immer dieses panische Suchen nach der nächsten Pause, kurz verschnaufen, mich auf der Toilette einschließen und Fatzebuck checken oder was auch immer.</p>
<p>Statt nochmal in den Pool zu hüpfen und mich abzukühlen, saß ich einfach auf der Terrasse meiner <strong>Eltern</strong> und las, träumte, unterhielt mich, checkte wieder die sozialen Medien&#8230; Wäre ich in den Pool gegangen, würde der kleine Mann nonstop an mir dran kleben. Ich konnte aber nicht mehr. Ich brauchte&#8217;ne <strong>Pause</strong>.</p>
<h2>Ich schaff das ganz alleine!</h2>
<p>Und dann habe ich gemerkt, dass ich es mir zum Teil auch selber so schwer gemacht hatte.</p>
<p>Beispielsweise fiel mir plötzlich (!) ein, dass ich das Kinderzimmer und die Küche neu bestücken wollte. Das bedeutete Leute anschreiben, Sachen mit dem Kind abholen, Sachen mitsamt dem Kind in den 5. Stock schleppen, dann bohren, aber natürlich erstmal falsch bohren, <strong>gefrustet</strong> sein, Kind will spielen, bäh, alles <strong>nervt</strong>, um Rat bitten, Fehler in Ordnung bringen, aufatmen&#8230;</p>

<p>Musste das sein? Ja, denk ich mir. Ich wollte <strong>selbstständig</strong> und <strong>unabhängig</strong> sein. Ich wollte zeigen, dass ich nicht auf meinen Mann warten muss, um Dinge zu organisieren und zu bauen.</p>
<p>Ich bin <strong>Supermama</strong> mit wehendem Cape! In meinem rechten Arm mein Kind, in der rechten Hand halte ich die dicke Tasche mit Badezeug, Verpflegung und diversen Spielen. Um die Schultern habe ich meinen Rucksack geschwungen, dessen Inhalt <strong>Einkäufe</strong> für die nächsten Wochen beinhaltet. Mein einer Fuß wischt indes den Boden, während der andere das Essen für den heutigen Tag zubereitet. Den <strong>Haushalt</strong> erledigt mein Ultragigasuperbrain mittels Telekinese, ist ja wohl klar. Und da es jetzt gerade mal Mittag ist, bau ich noch mal eben fix unser Zuhause um und gieße draußen die halb verdursteten Pflanzen mit dem dritten Arm, der mir inzwischen gewachsen ist.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10640" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/frau-als-superhelding.jpg" alt="Frau als Superhelding" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/frau-als-superhelding.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/frau-als-superhelding-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/frau-als-superhelding-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und wenn mein Mann nach einer Woche nach Hause kommt, dann sieht er ein komplett renoviertes Zuhause mit duftendem Essen, während Murpselchen und ich friedlich mit den Autos spielen.</p>
<p>Ja, so ungefähr hatte ich mir das vorgestellt. Meine Erkenntnis, die traurige <strong>Wahrheit</strong>: Nichts von alledem klappte auch nur annähernd! Was für ein Schock, ich weiß! Ich meine, wer hätte gedacht, dass ich das nicht schaffe?!</p>

<h2>Zurück in die Zukunft, äh, Realität</h2>
<p>So eine Woche wird sicherlich nicht das letzte Mal auf uns zugekommen sein, beim nächsten Mal darf es dann gern anders, sprich besser werden.</p>
<p>Aus diesem Grund widme ich die nachfolgenden Zeilen an mein zukünftiges Ich und auch an dich, solltest du mal eine Zeit lang ohne <strong>Partner</strong>*in fürs <strong>Kind</strong> zuständig sein:</p>
<ol>
<li>Liebe Julia, Hauruckaktionen bringen nichts als <strong>Stress</strong>, <strong>Druck</strong>, <strong>Frust</strong> und Aufmerksamkeitsdefizite bei deinem Kind. Auch kleine Schritte bringen dich voran. Gib dir Zeit und du wirst alles schaffen, was du willst, nur eben nicht alles an einem Tag, dafür aber umso entspannter.</li>
<li>Liebe Julia, sorge für dein Kind, aber sorge auch für dich. Eine ausgelaugte, erschöpfte, müde, einsame, hungrige, schlecht gelaunte Mama neben einem zufriedenen Kind sollte nicht dein Ziel sein. Du darfst dir <strong>wichtig</strong> sein.</li>
<li>Liebe Julia, nimm <strong>Hilfe</strong> dankbar an, es gibt Menschen, die sind tagtäglich auf sich allein gestellt, was weder erstrebenswert noch heroisch ist. Du musst dich nicht geißeln, weil es dir manchmal besser geht als anderen, weil du <strong>Unterstützung</strong> von Familie und Freund*innen erfährst. Du musst auch nicht denken, dass du alles allein schaffen musst, um vollwertig zu sein. Du bist eine tolle Mama und leistest täglich deinen Beitrag, doch auch du bist ein Mensch und brauchst Pausen, also nimm Hilfe an, und sei dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die dich und dein Kind unterstützen.</li>
<li>Liebe Julia, du musst auch nicht jeden Tag einen Riesenausflug planen, denn wie du sicherlich bereits bemerkt hast, findet es dein Kind auch ganz toll, einfach mal <strong>zu Hause</strong> zu bleiben und mit den Autos zu spielen, mit den Autos zu kochen, mit den Autos zu duschen, mit den Autos ein Buch zu lesen, mit den Autos fernzusehen&#8230; du weißt, was ich meine. Bestell dir Sushi, euer Lieblingsessen, nach Hause und genieße diese Leichtigkeit.</li>
<li>Liebe Julia, hab kein schlechtes Gewissen, wenn du mal nicht mit deinem Kind spielen, sondern einfach mal alle Viere gerade lassen und auf Fatzebuck suchten willst. Tu das, was dir gut tut, dir Pausen verschafft und <strong>Kraft</strong> gibt. Hier sind deine aktuellen Favoriten:</li>
</ol>
<ul>
<li>Musik hören, gern ganz laut mit Kopfhörern</li>
<li>Raus an die frische Luft gehen</li>
<li>Mit Gleichgesinnten treffen und austauschen</li>
<li>Träumen</li>
<li>Fatzebuck und Nättflicks suchten</li>
<li>Aufräumen, gern in Kombination mit Musik (es entspannt mich in gewisser Weise tatsächlich, nämlich dann, wenn ich Bock drauf und alle Zeit der Welt dafür habe)</li>
<li>Lesen</li>
<li>Achtsamkeitsübungen, z.B. täglich aufschreiben, auf was du stolz bist, was du geschafft hast, was du an dir magst usw.</li>
</ul>

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            </div>

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<h2>Fazit</h2>
<p>Ich gebe zu, es war auch mal schön ohne meinen Mann, es war entspannter, weil es keine Streitereien zwischen Papa und Sohn gab, die ich ertragen musste, das Zubettgehen funktionierte leichter, manches bekam schon eine gewisse <strong>Leichtigkeit</strong>.</p>
<p>Andererseits hab ich auch gemerkt, wie sehr mir seine Unterstützung fehlt. Sei es, um Dinge (auch mal <strong>allein</strong>) erledigen zu können, mir Pausen zu verschaffen, wenn ich an meine <strong>Grenzen</strong> kam usw. Und natürlich fehlte er allgemein, was auch Oliver auffiel, wenn er mal eben schnell seinem Papa etwas zeigen oder erzählen wollte. Traurig, oder?</p>
<p>Ich hab gemerkt, was für ein Gedankenkonstrukt in meinem Kopf umher wabert. Dass ich es allein schaffen muss, dass ich alles auf einmal schaffen muss, dass alles so laufen muss, als wär ich&#8217;ne verdammte Superheldin. Ich erkannte, wie <strong>selbstzerstörerisch</strong> solche Gedanken sind, denn letztendlich kann ich auf diese Weise weder <strong>leben</strong> noch <strong>genießen</strong>, sondern lediglich <strong>funktionieren</strong>. Und wohin das führt, wissen wir.</p>
<p>In dieser Zeit ist mir klar geworden, wie wichtig das <strong>soziale Netzwerk</strong> für mich ist &#8211; und das nicht nur, wenn ich allein mit Kind bin. Also nicht nur, damit ich Unterstützung im Haushalt oder bei der Beschäftigung meines Kindes genießen kann, sondern auch, wenn ich einfach mal Julia sein wollte. Ich meine, mich macht ja nicht ausschließlich das Mamasein aus, ich habe ja auch noch andere Interessen, möchte Gleichgesinnte kennenlernen, treffen, mich austauschen, meine Sorgen und Freuden teilen usw.</p>
<p>Ich bin über solche Erkenntnisse immer sehr dankbar, weil sie mir zeigen, dass es so nicht zukünftig ablaufen muss. Ich kann es aktiv angehen, damit es mir beim nächsten Mal besser in dieser Situation geht.</p>
<p>Warst du auch schonmal länger für dein/e Kind/er allein zuständig? Was hat dir in dieser Zeit geholfen und was würdest du beim nächsten Mal anders machen wollen? Schreib es mir gern in die Kommentare.<br />
</p>
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		<title>&#8222;Die ist ja total überfordert.&#8220; &#8211; Appell zu mehr Empathie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Mar 2018 07:00:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mein Mann und ich waren vor einiger Zeit mit unserem Sohn einkaufen, als wir eine Mutter mit ihren drei Kindern bemerkten. Sie war ebenfalls im Supermarkt, um einzukaufen. Zumindest versuchte sie es, denn sie war mit ihren drei Rabauken sichtlich überfordert. Von jenem einschneidenden Ereignis möchte ich dir heute gern erzählen, denn meine Reaktion und ... <a title="&#8222;Die ist ja total überfordert.&#8220; &#8211; Appell zu mehr Empathie" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathie/" aria-label="Mehr zu &#8222;Die ist ja total überfordert.&#8220; &#8211; Appell zu mehr Empathie">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Mann und ich waren vor einiger Zeit mit unserem Sohn einkaufen, als wir eine <strong>Mutter</strong> mit ihren drei Kindern bemerkten. Sie war ebenfalls im Supermarkt, um einzukaufen. Zumindest versuchte sie es, denn sie war mit ihren drei Rabauken sichtlich <strong>überfordert</strong>.</p>
<p>Von jenem einschneidenden Ereignis möchte ich dir heute gern erzählen, denn meine <strong>Reaktion</strong> und die meines Mannes auf diese überforderte Mutter hätte unterschiedlicher nicht sein können&#8230;</p>
<p><span id="more-9206"></span></p>
<h2> &#8222;Die ist ja total überfordert.&#8220;</h2>
<p>Anfangs musste ich ein wenig schmunzeln, als ich die Mutter mit ihren Kindern &#8222;kämpfen&#8220; sah. Ich hatte es schon mit EINEM nicht leicht, einzukaufen, weil <a href="https://www.milchtropfen.de/mein-kind-rennt-staendig-weg/" rel="noopener">mein Kind ständig wegrannte</a>. Wie soll es dieser Mutter da mit ihren dreien ergehen, alle noch im <strong>Kleinkindalter</strong>, total aufgekratzt und wild und laut &#8211; wie Kinder nunmal sind.</p>
<p>Ich erledigte unseren Einkauf weiter, während der Papa sich mit dem Kleinen beschäftigte. Hin und wieder lief mir die Mutter über den Weg, die allmählich immer <strong>lauter</strong> mit ihren <strong>Kindern</strong> redete. Sie tat mir Leid. Sie muss einen (vielleicht sogar dringenden) Einkauf erledigen, muss ihre Kinder dafür mitnehmen (ist womöglich alleinerziehend), kann die aber auch nicht im Supermarkt Scheibe spielen lassen, immerhin hat sie auch eine Aufsichtspflicht zu erfüllen. Gar nicht so einfach, dabei die Nerven beisammen zu halten und ruhig und verständnisvoll zu sein. Ich verstand sie total, aber ich wusste keinen Weg, ihr zu helfen.</p>
<p><img decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-9465" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathi.jpg" alt="Die ist ja total überfordert - Appell zu mehr Empathi | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="800" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathi.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathi-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathi-287x430.jpg 287w" sizes="(max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>Stress pur</h2>
<p>Als wir die Kasse ansteuerten, war auch die Mutter mit den Einkäufen (und mit den Nerven) fertig und reihte sich vor uns ein. Die Kinder wuselten um sie herum, rannten weg, kamen von ihrem Streifzug mit der einen oder anderen Beute zurück, die die Mutter noch bezahlen sollte, was sie verneinte, weil sich ihre Kinder nicht anständig benahmen, was wiederum zu noch mehr <strong>Frustration</strong> führte. Und so schaukelte es sich mit der Zeit immer höher und höher.</p>
<p>Mittlerweile war ich selbst total <strong>gestresst</strong> von der Situation. Statt wie zuvor mitfühlend der Mutter gegenüber zu sein, <strong>verurteilte</strong> ich sie nun in meinen Gedanken. Sie setzte Süßigkeiten und die Lieblingssendung der Kinder als Druckmittel ein, damit sie machten, was sie wollte &#8211; ein Erziehungsmittel, das ich für absolut inakzeptabel hielt. Aber ich hielt den Mund, konzentrierte mich darauf, es nicht an mich heranzulassen, und wartete ungeduldig darauf, dass es gleich vorbei sein würde.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-9228 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/aergerlicher-frau-qualmen-die-ohren.jpg" alt="Ärgerlicher Frau qualmen die Ohren" width="680" height="430" /></p>
<p>Und was tat mein Mann? Der griff einfach ohne zu fragen in den Einkaufswagen der Mutter und&#8230; legte ihre Sachen aufs Band&#8230;<br />
&#8222;Ich <strong>helfe</strong> Ihnen mal.&#8220;, sagte er, und lud weiter auf, während die Mutter etwas verdattert daneben stand. &#8222;Danke&#8230;&#8220;, stammelte sie, während nun auch die Kinder die Situation beobachteten, in der sich die beiden kurz miteinander austauschten. Was allerdings nur kurz anhielt, denn schon bald ging das Rumgerenne von vorne los, was die Aufmerksamkeit der Mutter verlangte und sie erneut laut werden ließ.</p>
<p>Als mein Mann fertig mit Aufladen war, ging er einem Kind nach, das sich an der Eistruhe befand, und redete in <strong>Ruhe</strong> mit ihm. Dass seine Mutter es suche und dass es zu ihr gehen solle. Das funktionierte zwar nicht so, wie gewollt, und das Kind blieb weiterhin an seinem Platz, aber ich merkte, dass sich die <strong>Stimmung</strong> etwas gelockert hatte.</p>
<p>Am Ende gab es nochmal viel Frustration bei Mutter und Kindern, weil sie ihnen aufgrund ihres Ungehorsams ihre Lieblingssendung für den Abend verweigerte, aber das ist es nicht, was mich so verwundert und gleichzeitig bewundernd zurückließ.</p>

<h2>Verurteilen</h2>
<p>Obwohl es schon eine ganze Weile her ist, erinnere ich mich noch genau an das <strong>Verhalten</strong> meines Mannes, was für mich so einen einschneidenden Eindruck hinterlassen hat.</p>
<p>Ich meine, wie würde ich mich fühlen, wäre ich diese Mutter von drei Kindern, die alle nicht hören und grad einfach nur am Rad drehen? Ich wäre einfach total überfordert, denke ich. Das Letzte, was ich in dieser Situation bräuchte, wären verurteilende <strong>Blicke</strong> und <strong>Kommentare</strong> anderer Leute drum herum, die sich das ganze Spektakel einfach nur ansehen und sich womöglich denken:&#8220; Sind ja nicht meine Kinder. Ist nicht mein Problem. Geht mich nichts an. Aber wie die Kinder sich verhalten&#8230; und die Mutter erst&#8230; das geht ja mal gar nicht!&#8220;</p>
<p>Dann zeigen sie ihren <strong>Missmut</strong> noch mit strafenden Blicken, brubbeln dir etwas im Vorbeigehen zu &#8211; zu leise, als dass man es verstehen könnte, jedoch laut genug, dass man weiß, dass diese Nachricht einem selbst galt &#8211; und der Teufelskreis ist geschaffen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-9226 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/finger-zeigen-auf-verzweifelte-frau.jpg" alt="Finger zeigen auf verzweifelte Frau" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/finger-zeigen-auf-verzweifelte-frau.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/finger-zeigen-auf-verzweifelte-frau-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ja, ich habe diese Momente auch schon einige Male erleben müssen. Es war schrecklich! Ich hätte mir in dieser oder in der Situation der Mutter einfach jemanden gewünscht, der mich versteht, statt jemanden, der dumm daneben steht und mich <strong>verurteilt</strong>, wie es bei mir gemacht wurde und wie ich es selbst auch getan hatte (wenn auch nur gedanklich).</p>
<p>Ich hätte mir wohl jemanden wie meinen Mann herbei gewünscht. Jemanden, der einfach mit <strong>anpackt</strong>, ohne zu fragen, weil ich sonst eh gedacht hätte, es wäre eine Floskel gewesen, die ich freundlich ablehnen müsste. Jemanden, der mir kurz die Last abnimmt, mich um die Einkäufe und meine drei Flitzpiepen gleichzeitig zu kümmern. Eine kleine Verschnaufpause. Ein paar <strong>aufbauende Worte</strong> zum Kraft schöpfen.</p>

<h2>Empathie</h2>
<p>Ich habe mir diesen Tag sehr zu Herzen genommen, hat er mir doch gezeigt, wie schnell ich andere Menschen verurteile, obwohl ich absolut nichts über sie weiß.</p>
<p>Eine Mutter fährt ihr Baby auf dem Spielplatz eine gefühlte Ewigkeit spazieren. Das Baby schreit und brüllt, doch sie macht keine Anstalten, es aus dem Kinderwagen zu holen oder anderweitig zu beruhigen. Mein Stresslevel steigt ins Unermessliche, während ich sie beobachte. Ich werde wütend und denk mir nur so:&#8220;Die lässt ihr Baby schreien. Was für eine blöde Kuh!&#8220;.</p>
<p>Aber weiß ich etwas über sie? Hatte sie eine anstrengende Nacht hinter sich? Hat sie ein Baby mit sehr starken Bedürfnissen, das 24/7 im Schreimodus ist? Wie war ihr Tag? Was hat sie erlebt? War er vielleicht anfangs ganz nett und kippte irgendwann? Hat sie gerade einfach einen miesen Tag, wie ihn jede/r mal hat? Hat sie momentan einen harten Schicksalsschlag zu überwinden? Oder ist sie tatsächlich immer so genervt und laut und streng und überfordert? Ich weiß es nicht.</p>
<p>Eine Mutter ist mit ihren Söhnen  auf dem Spielplatz und will gehen. Ihre Söhne aber nicht. Kurzerhand schmeißt sie das Kinderrad, das sie gerade noch gehalten hatte, hin, stapft zu ihren Kindern und zerrt sie mit dem Kommentar &#8222;Wenn ich sage, wir gehen, dann gehen wir.&#8220; vom Spielplatz, während die beiden bitterlich weinen.</p>
<p>Was denke ich? Du kannst es dir sicher schon denken. Ich hatte wahrlich keine positiven Gedanken für diese Mutter übrig. Ich verurteilte sie, obwohl ich nur diese relativ kurze Szene beobachtet hatte. Ich wusste nichts über sie. Nicht, wie sie als Kind aufgewachsen ist. Wie sie von Erwachsenen behandelt wurde. Ich wusste nicht, wie lange sie schon mit ihren Kindern dort auf dem Spielplatz war, was sie noch vorhatte, nichts.</p>
<p>Durch unsere Begegnung im Supermarkt habe ich erst wirklich verstanden: <strong>Verurteilungen</strong>, böse Blicke und schnippische Kommentare machen es nur schlimmer. Und sie bringen rein gar nichts.</p>
<p><strong>Verständnis</strong> ist das Wundermittel. <strong>Mitgefühl</strong>. <strong>Empathie</strong>. <strong>Hilfsbereitschaft</strong>. Eine nette Geste wie, jemandem die schweren Einkaufstüten abzunehmen. Ein paar aufbauende Worte wie &#8222;Ich kenn das.&#8220;. Ein mitfühlendes Lächeln. Das ist es, was uns Kraft gibt. Denn wir sind liebevolle Eltern, die ihr bestmögliches für ihre Kinder geben, aber manchmal sind auch unsere Reserven aufgebraucht und dann brauchen wir jemanden, der für uns da ist, so, wie wir sonst immer für unsere Kinder da sind.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9227 alignnone" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/mann-hilft-anderem-mann-den-berg-hoch.jpg" alt="Mann hilft anderem Mann den Berg hoch" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/mann-hilft-anderem-mann-den-berg-hoch.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/mann-hilft-anderem-mann-den-berg-hoch-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Aus diesem Grund sag ich mir jedes Mal, wenn ich merke, dass ich gerade jemanden verurteile: Was könnte der <strong>positivste Grund</strong> sein, weshalb sich diese Person gerade so verhält? Was für ein <strong>Bedürfnis</strong> könnte bei ihr gerade eine Durststrecke durchlaufen? Was hätte ich an ihrer Stelle in diesem Moment gebraucht? Kann ich das für diese Person jetzt machen, damit es ihr womöglich besser geht?</p>
<p>Ich will weg davon, andere Leute zu verurteilen, weil es einfach nichts bringt. Es macht mich einfach nur wütend und ohnmächtig. Entwickel ich stattdessen Verständnis für das Handeln jener Personen und kann eventuell sogar noch helfen, ist jeder/m geholfen: Der überforderten Mutter bzw. dem überforderten Vater (oder wem auch immer), den Kindern, meinem Kind, mir selbst, ja, sogar den Menschen um uns herum.</p>
<p>Hattest du auch schonmal so einen Moment der Überforderung erlebt &#8211; bei dir oder anderen Personen? Was hättest du bzw. was, glaubst du, hätte dieser Mensch in diesem Moment am Meisten gebraucht?<br />
</p>
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