Eine Woche ohne Papa


Eine Woche lang war mein Mann, der Vater unseres 3-jährigen Früchtchens, geschäftlich unterwegs, und ich ziehe ein Resümee. Wie ist das so, wenn der Mann mal länger von zu Hause weg und frau mit Kind auf sich allein gestellt ist?

Eine Woche ohne Papa

Keine Sorge, das wird kein „Ich war eine Woche lang Alleinerziehende„-Beitrag, das will und kann ich gar nicht miteinander vergleichen.

Trotzdem war es schon anders, als wenn der Papa abends nach Hause kommt oder für ein paar Tage in der Woche zu Hause ist, und davon möchte ich heute gern berichten.

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Inselhüpfen

Als ich an diesem Beitrag arbeitete, fragte ich mich, mit was ich diese Woche am Besten vergleichen könnte, und ich kam zu dem Entschluss: Es ist wie Inselhüpfen. 24/7. Nonstop von einer Insel zur nächsten hüpfen.

Wenn mir der kleine Sonnenschein freudestrahlend um 7 Uhr morgens ins Gesicht brüllte „Gutän Morgääääään!“, dann war nichts mit „Papa ist schon wach, spiel ein bisschen mit ihm, ich brauch noch ein paar Minuten… Stunden… schnarch…“. Da hieß es dann Aufstehen und den Tag beginnen, egal wie ich mich fühlte.

Zähne putzen und Frühstück machen, diese ganzen Routinesachen, die waren ok, das mache ich sonst auch immer, aber zwischendurch, wenn ich mal aufräumen, einkaufen, kochen, Sachen für den Ausflug packen oder kurz verschnaufen wollte, dann war da kein Papa, der mal eben kurz den Kleinen an die Hand nahm und mit ihm nach draußen ging.

Wenn Oliver zu spät Mittagsschlaf machte und mitten in der Nacht spielen wollte, dann war da kein Papa, mit dem ich mich abwechseln konnte oder der sich dazu bereit erklärte, mir den Schlaf zu gönnen und sich mit dem Kleinen zu beschäftigen. Nix da.

Wenn ich mich mit Freund*innen traf, dann war es anstrengender, weil ich sonst mehr Kraftreserven für diese Treffen hatte. Meine Aufmerksamkeit litt, weil ich zig Verpflichtungen im Kopf hatte, die mich daran erinnerten, was noch alles zu tun war, wie scheiße es zu Hause aussah usw.



Pause, Pause, Pause

Auch als ich mich mit der Familie traf, war da immer dieses panische Suchen nach der nächsten Pause, kurz verschnaufen, mich auf der Toilette einschließen und Fatzebuck checken oder was auch immer.

Statt nochmal in den Pool zu hüpfen und mich abzukühlen, saß ich einfach auf der Terrasse meiner Eltern und las, träumte, unterhielt mich, checkte wieder die sozialen Medien… Wäre ich in den Pool gegangen, würde der kleine Mann nonstop an mir dran kleben. Ich konnte aber nicht mehr. Ich brauchte’ne Pause.

Ich schaff das ganz alleine!

Und dann habe ich gemerkt, dass ich es mir zum Teil auch selber so schwer gemacht hatte.

Beispielsweise fiel mir plötzlich (!) ein, dass ich das Kinderzimmer und die Küche neu bestücken wollte. Das bedeutete Leute anschreiben, Sachen mit dem Kind abholen, Sachen mitsamt dem Kind in den 5. Stock schleppen, dann bohren, aber natürlich erstmal falsch bohren, gefrustet sein, Kind will spielen, bäh, alles nervt, um Rat bitten, Fehler in Ordnung bringen, aufatmen…

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Musste das sein? Ja, denk ich mir. Ich wollte selbstständig und unabhängig sein. Ich wollte zeigen, dass ich nicht auf meinen Mann warten muss, um Dinge zu organisieren und zu bauen.

Ich bin Supermama mit wehendem Cape! In meinem rechten Arm mein Kind, in der rechten Hand halte ich die dicke Tasche mit Badezeug, Verpflegung und diversen Spielen. Um die Schultern habe ich meinen Rucksack geschwungen, dessen Inhalt Einkäufe für die nächsten Wochen beinhaltet. Mein einer Fuß wischt indes den Boden, während der andere das Essen für den heutigen Tag zubereitet. Den Haushalt erledigt mein Ultragigasuperbrain mittels Telekinese, ist ja wohl klar. Und da es jetzt gerade mal Mittag ist, bau ich noch mal eben fix unser Zuhause um und gieße draußen die halb verdursteten Pflanzen mit dem dritten Arm, der mir inzwischen gewachsen ist.

Frau als Superhelding

Und wenn mein Mann nach einer Woche nach Hause kommt, dann sieht er ein komplett renoviertes Zuhause mit duftendem Essen, während Murpselchen und ich friedlich mit den Autos spielen.

Ja, so ungefähr hatte ich mir das vorgestellt. Meine Erkenntnis, die traurige Wahrheit: Nichts von alledem klappte auch nur annähernd! Was für ein Schock, ich weiß! Ich meine, wer hätte gedacht, dass ich das nicht schaffe?!


Zurück in die Zukunft, äh, Realität

So eine Woche wird sicherlich nicht das letzte Mal auf uns zugekommen sein, beim nächsten Mal darf es dann gern anders, sprich besser werden.

Aus diesem Grund widme ich die nachfolgenden Zeilen an mein zukünftiges Ich und auch an dich, solltest du mal eine Zeit lang ohne Partner*in fürs Kind zuständig sein:

  1. Liebe Julia, Hauruckaktionen bringen nichts als Stress, Druck, Frust und Aufmerksamkeitsdefizite bei deinem Kind. Auch kleine Schritte bringen dich voran. Gib dir Zeit und du wirst alles schaffen, was du willst, nur eben nicht alles an einem Tag, dafür aber umso entspannter.
  2. Liebe Julia, sorge für dein Kind, aber sorge auch für dich. Eine ausgelaugte, erschöpfte, müde, einsame, hungrige, schlecht gelaunte Mama neben einem zufriedenen Kind sollte nicht dein Ziel sein. Du darfst dir wichtig sein.
  3. Liebe Julia, nimm Hilfe dankbar an, es gibt Menschen, die sind tagtäglich auf sich allein gestellt, was weder erstrebenswert noch heroisch ist. Du musst dich nicht geißeln, weil es dir manchmal besser geht als anderen, weil du Unterstützung von Familie und Freund*innen erfährst. Du musst auch nicht denken, dass du alles allein schaffen musst, um vollwertig zu sein. Du bist eine tolle Mama und leistest täglich deinen Beitrag, doch auch du bist ein Mensch und brauchst Pausen, also nimm Hilfe an, und sei dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die dich und dein Kind unterstützen.
  4. Liebe Julia, du musst auch nicht jeden Tag einen Riesenausflug planen, denn wie du sicherlich bereits bemerkt hast, findet es dein Kind auch ganz toll, einfach mal zu Hause zu bleiben und mit den Autos zu spielen, mit den Autos zu kochen, mit den Autos zu duschen, mit den Autos ein Buch zu lesen, mit den Autos fernzusehen… du weißt, was ich meine. Bestell dir Sushi, euer Lieblingsessen, nach Hause und genieße diese Leichtigkeit.
  5. Liebe Julia, hab kein schlechtes Gewissen, wenn du mal nicht mit deinem Kind spielen, sondern einfach mal alle Viere gerade lassen und auf Fatzebuck suchten willst. Tu das, was dir gut tut, dir Pausen verschafft und Kraft gibt. Hier sind deine aktuellen Favoriten:
  • Musik hören, gern ganz laut mit Kopfhörern
  • Raus an die frische Luft gehen
  • Mit Gleichgesinnten treffen und austauschen
  • Träumen
  • Fatzebuck und Nättflicks suchten
  • Aufräumen, gern in Kombination mit Musik (es entspannt mich in gewisser Weise tatsächlich, nämlich dann, wenn ich Bock drauf und alle Zeit der Welt dafür habe)
  • Lesen
  • Achtsamkeitsübungen, z.B. täglich aufschreiben, auf was du stolz bist, was du geschafft hast, was du an dir magst usw.
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Fazit

Ich gebe zu, es war auch mal schön ohne meinen Mann, es war entspannter, weil es keine Streitereien zwischen Papa und Sohn gab, die ich ertragen musste, das Zubettgehen funktionierte leichter, manches bekam schon eine gewisse Leichtigkeit.

Andererseits hab ich auch gemerkt, wie sehr mir seine Unterstützung fehlt. Sei es, um Dinge (auch mal allein) erledigen zu können, mir Pausen zu verschaffen, wenn ich an meine Grenzen kam usw. Und natürlich fehlte er allgemein, was auch Oliver auffiel, wenn er mal eben schnell seinem Papa etwas zeigen oder erzählen wollte. Traurig, oder?

Ich hab gemerkt, was für ein Gedankenkonstrukt in meinem Kopf umher wabert. Dass ich es allein schaffen muss, dass ich alles auf einmal schaffen muss, dass alles so laufen muss, als wär ich’ne verdammte Superheldin. Ich erkannte, wie selbstzerstörerisch solche Gedanken sind, denn letztendlich kann ich auf diese Weise weder leben noch genießen, sondern lediglich funktionieren. Und wohin das führt, wissen wir.

In dieser Zeit ist mir klar geworden, wie wichtig das soziale Netzwerk für mich ist – und das nicht nur, wenn ich allein mit Kind bin. Also nicht nur, damit ich Unterstützung im Haushalt oder bei der Beschäftigung meines Kindes genießen kann, sondern auch, wenn ich einfach mal Julia sein wollte. Ich meine, mich macht ja nicht ausschließlich das Mamasein aus, ich habe ja auch noch andere Interessen, möchte Gleichgesinnte kennenlernen, treffen, mich austauschen, meine Sorgen und Freuden teilen usw.

Ich bin über solche Erkenntnisse immer sehr dankbar, weil sie mir zeigen, dass es so nicht zukünftig ablaufen muss. Ich kann es aktiv angehen, damit es mir beim nächsten Mal besser in dieser Situation geht.

Warst du auch schonmal länger für dein/e Kind/er allein zuständig? Was hat dir in dieser Zeit geholfen und was würdest du beim nächsten Mal anders machen wollen? Schreib es mir gern in die Kommentare.

Eine Woche ohne Papa
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2 Gedanken zu “Eine Woche ohne Papa

  1. Einfach nur „DANKE“ für den tollen Artikel! Bin größtenteils alleine und hab den Anspruch „Supermama“ sein zu müssen…Resultat: völlige Erschöpfung, gar nix geht mehr. Muss jetzt dringend runter fahren und auch mal im Alltagsgewurstel versuchen an mich selber zu denken.
    Grüße von Mama zu Mama 🙂🙂

    • Hey Claudia,
      das tut so gut zu lesen, dass dir dieser Artikel etwas genützt hat, mir wird grad ganz warm ums Herz 🙂
      Alles, alles Liebe <3
      Julia

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