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	<title>vermisst &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>Wo ist meine Mama?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Mar 2017 06:00:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Letztens waren der kleine Mann und ich im Bim &#38; Boom Kinderspielland. Als wir den Heimweg antreten wollten, bemerkten wir dort einen Jungen, der seine Mama suchte. Wo ist meine Mama? Als der kleine Mann und ich angezogen und drauf und dran waren, das Bim &#38; Boom zu verlassen, ertönte eine freundliche Ansage &#8222;Mama von ... <a title="Wo ist meine Mama?" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/wo-ist-meine-mama/" aria-label="Mehr zu Wo ist meine Mama?">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens waren der kleine Mann und ich im Bim &amp; Boom Kinderspielland. Als wir den Heimweg antreten wollten, bemerkten wir dort einen Jungen, der seine Mama suchte.</p>
<p><span id="more-4018"></span></p>
<h2>Wo ist meine Mama?</h2>
<p>Als der kleine Mann und ich angezogen und drauf und dran waren, das <a href="https://www.milchtropfen.de/bim-boom-kinderspielland/" rel="noopener">Bim &amp; Boom</a> zu verlassen, ertönte eine freundliche Ansage &#8222;Mama von Oliver. Bitte komm doch einmal nach vorne. Danke.&#8220;</p>
<p>In der Regel reicht diese Ansage aus, damit sich die angesprochene Mutter schnurstracks nach vorne zur Kasse begibt, um ihr Kind abzuholen. Denkste! Nicht diese Mutter.</p>
<p>In die Garderobe kam ein Junge gelaufen, der aus voller Leibeskraft nach seiner Mama schrie. Also wirklich schrie! Er war total panisch, kaute auf einem kleinen Stofflämmchen herum und war fix und alle. Er stand dann an einem Kinderwagen in der Garderobe und weinte bitterlich nach seiner Mama.</p>
<p>Eine Mitarbeiterin kam zum kleinen Jungen und sagte verwundert &#8222;Ich denke, du hast deine Mama gefunden und sie ist wieder da?!&#8220; Das war sie anscheinend nicht. Die Mitarbeiterin bedeutete dem Jungen, zu warten, und ging wieder. Kurz danach hörten wir eine immer noch freundliche, wenn auch deutlichere Ansage &#8222;Mama von Oliver. Bitte ganz, ganz schnell nach vorne kommen.&#8220; Doch von der Mutter fehlte jede Spur.</p>
<h2>Gemeinsam warten</h2>
<p>Während einige Eltern mitleidsvoll zum Jungen schauten, sich dann aber doch dafür entschieden, den Heimweg anzutreten, kniete ich mich neben den Jungen. Ich sagte ihm, wir würden hier gemeinsam auf seine Mama warten. Sie würde bestimmt gleich wiederkommen. Vielleicht sei sie nur gerade auf Toilette.</p>
<p>Der Junge war nicht zu trösten. Er wollte weglaufen. Wahrscheinlich seine Mama suchen. Doch ich rief ihn zurück. Nicht, dass die Mutter gleich auftaucht, und wir dann den Jungen suchen müssen. Also warteten wir gemeinsam.</p>
<p>Der kleine Mann stand ganz ruhig neben uns und beobachtete das Geschehen. Der Junge hingegen war ein Wrack &#8211; emotional gesehen. Total aufgelöst. Weinte immer noch. Das Stofflamm war ganz durchnässt von Sabber und Tränen.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob meine Worte zu ihm durchdrangen. Ob er verstand, also wirklich verstand, dass wir beim ihm bleiben würden. Bis zum Schluss. Bis seine geliebte Mama endlich wieder da sein würde.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4031" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-pinguin-kuemmert-sich-um-pinguinbaby.jpg" alt="Wo ist meine Mama - Pinguin kümmert sich um Pinguinbaby" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-pinguin-kuemmert-sich-um-pinguinbaby.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-pinguin-kuemmert-sich-um-pinguinbaby-300x190.jpg 300w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich weiß auch nicht, ob es ihm half, als ich ihn kurz am Arm streichelte. Mir persönlich kam es etwas befremdlich vor, ein fremdes Kind in Not zu streicheln. Und da ich mich unwohl dabei fühlte, ließ ich es lieber sein.</p>
<p>Eine Weile kniete ich einfach nur neben ihm. Sah ihn ab und zu an. Sagte nichts. War einfach nur da. Versuchte, Ruhe auszustrahlen, damit diese auf ihn übergehen konnte. Wenn er mich ansah, erwiderte ich seinen Blick mit einem aufmunternden Lächeln. Ich wollte ihm Hoffnung machen. Aber auch hier hatte ich keine Ahnung, ob es funktionierte.</p>

<h2>Was niemand braucht</h2>
<p>Die Situation war etwas schräg. In unserer Nähe dröhnte lustige Musik aus einem Lautsprecher, als gäbe es kein Morgen mehr. Während ein kleiner Junge neben mir stand, der todtraurig war, weil er seine Mama vermisste.</p>
<p>Zu dieser schrägen Situation gesellte sich irgendwann die Mitarbeiterin. Sie fragte den Jungen über den Kinderwagen aus, an dem er stand. Ob es der sei, mit dem sie gekommen waren usw.</p>
<p>Der Junge antwortete kurz und knapp, war aber immer noch sehr verängstigt und weinte weiter. Ich unterhielt mich kurz mit ihr, fragte, ob die Mutter eventuell auf der Toilette sei. Doch da sei die Mitarbeiterin schon gewesen: Keine Spur von der Mutter.</p>
<p>Im Inneren beschlich mich allmählich das ungute Gefühl, dass die Mutter nie kommen würde. Hatte sie ihr Kind hier einfach zurückgelassen? Oder wollte ihm eine Lehre erteilen? Sich gar einen dummen Scherz erlauben? Nein, so grausam kann doch niemand sein&#8230;</p>
<p>Die Mitarbeiterin scheint mit dem weinenden Jungen überfordert. Ist gestresst. Genervt. Auf einmal höre ich sie sagen &#8222;Wir suchen ja deine Mama. Hör auf zu weinen. Das bringt nichts. Wir suchen sie ja.&#8220; Sie geht ein paar Schritte, dreht sich dann aber nochmal zu ihm um, nur, um dann Folgendes vom Stapel zu lassen &#8222;Da sind überhaupt keine Tränen. Das ist alles nur gespielt.&#8220;</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4032" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-kind-ist-traurig.jpg" alt="Wo ist meine Mama - Kind ist traurig" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-kind-ist-traurig.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-kind-ist-traurig-300x190.jpg 300w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dann war sie weg, um weiter nach der Mutter zu suchen. Währenddessen hallten ihre Worte in meinen Ohren wider.</p>
<h2>Weinen</h2>
<p>Ich war total geschockt! Wie kann sie es wagen, einem derart von Verlustängsten geplagten Kind so etwas an den Kopf zu knallen? Wenn ich meine Mutter oder sonst einen geliebten Menschen schmerzlichst vermisse, dann darf ich sehr wohl weinen. Und aus Leibeskräften nach ihr schreien!</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4036" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-weinendes-kind-wird-von-mutter-getroestet.jpg" alt="Wo ist meine Mama - weinendes Kind wird von Mutter getröstet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-weinendes-kind-wird-von-mutter-getroestet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-weinendes-kind-wird-von-mutter-getroestet-300x190.jpg 300w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ein Kind, das nach seiner Mutter schreit, hat mehr Chancen, dass sie es hört und es sucht, als ein Kind, das keinen Ton von sich gibt. Es hat einen Sinn, wenn ein Kind aus voller Kehle nach seiner Mutter schreit. Sie soll seine Hilfeschreie hören. Es suchen kommen. Und finden. Bevor andere es finden. So war es schon früher, als wir noch in Höhlen oder sonstwo lebten. Und so ist es auch heute noch.</p>
<p>Und warum verbietet sie einem traurigen Kind zu weinen? Weinen ist befreiend für den Körper. Es ist wie ein Ventil, um all den Druck und den Schmerz, der in einem wütet, rauszulassen. Es tut gut, zu weinen. Und wenn dann noch eine Person da ist, die mich verständnis- und liebevoll durch diese Traurigkeit hindurch begleitet, dann fühle ich mich aufgefangen und dadurch gleich viel gestärkter.</p>
<p>Doch diese Mitarbeiterin hatte keinerlei Verständnis für diesen Jungen übrig. Konnte sich kein bisschen in seine Lage hineinversetzen. Um auch nur im Entferntesten zu erahnen, was er gerade durchmachte. Stattdessen spielte sie seine Angst runter. Nahm ihn überhaupt nicht ernst. Deshalb war ich froh, als sie weg war, um weiter nach der Mutter zu suchen. Soll sie sich mal darum kümmern, dass die Mutter schnell gefunden wird. Ich kümmere mich derweil um den Kleinen.</p>

<h2>Trösten</h2>
<p>Ich bin nicht geübt darin, ein fremdes Kind zu trösten. Ich habe eine ungefähre Vorstellung, was ich sagen darf und nicht sagen darf. Wer das beruflich macht, z.B. in der Seelsorge, hat da bessere Techniken drauf, ganz sicher. Aber ich traute mir definitiv mehr zu als der Mitarbeiterin &#8211; ohne überheblich wirken zu wollen.</p>
<p>Es war nicht viel, was ich zu dem Jungen sagte. Ich gab ihm Hoffnung, dass seine Mama bald da sein würde. Dass wir gemeinsam mit ihm auf sie warten werden. Dass er ruhig weinen darf. Es ist nicht schön, wenn seine Mutter weg ist. Er darf ruhig traurig sein. Manchmal sagte ich auch gar nichts und war einfach nur da. Das merkte der Junge wohl. Er blickte jetzt immer öfter zu mir herüber. Sah mich mit verunsichertem Blick an. Und ich spürte, wie er ein klitzekleines bisschen ruhiger wurde.</p>
<p>Dann beschloss ich, seine Aufmerksamkeit auf das kleine Schaf in seinen Händen zu lenken, auf dem er immer noch wie wild herumbiss. Es klappte. Er ging darauf ein. Wurde noch etwas lockerer. Ich sah regelrecht, wie sich seine verkrampften Muskel ein wenig entspannten. Er erzählte mir von dem Schaf. Es gehöre seiner kleinen Schwester. Dann sprachen wir über sein Kuscheltier usw.</p>
<h2>&#8222;Ich weiß auch nicht&#8230;&#8220;</h2>
<p>Die Mitarbeiterin kreuzt wieder auf. Ohne Mutter. Sich noch einmal im Kinderspielland umblickend sagt sie &#8222;Joah, mein Großer&#8230; Ich weiß auch nicht&#8230;&#8220;</p>
<p>Und wieder blickte ich wie angewurzelt zu ihr auf. Wie jetzt? Du weißt auch nicht? Soll es der Junge etwa wissen? Was soll er denn mit deiner Aussage anfangen? Pech gehabt? Hat sie keine Anweisungen, wie sie in solchen Fällen reagieren soll? Was sie zu tun hat? Polizei anrufen? Jugendamt anrufen? Irgendwas? Wie soll es denn jetzt weitergehen, verdammt?!</p>
<p>In dem Moment, in dem mir beinahe die Hutschnur hochging, rannte der Junge plötzlich los. Um die Ecke bog seine Mama mit seiner Schwester. Sie freute sich, als er ihr in die Arme fiel, und schien absolut keinen Schimmer zu haben, was ihr Sohn gerade durchmachen musste.</p>

<p>Was die Mitarbeiterin der Mutter zum Schluss noch an den Kopf knallte, kann ich mir nur denken. Ich sah nur die gestikulierende Mitarbeiterin und den fragenden Blick der Mutter. Sie schien keinen Plan zu haben, was gerade eben vorgefallen war.</p>
<p>Meine Aufgabe war getan. Ich wollte nicht noch mit dem erhobenen Zeigefinger auf die Mutter einstürzen. Vielleicht hätte ich es tun müssen. Ihr klar machen müssen, was hier gerade passiert war. Wie verstört ihr Junge war. Doch ich sah ein Happy End, war froh darüber, und ging mit dem kleinen Mann auf meinem Arm meines Weges.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Seit diesem Tag mache ich mir viele Gedanken. Wie ich mein Kind am besten trösten kann, weiß ich. Es ist einfach. Hochnehmen. Kuscheln. Fragen, was passiert ist, wenn es die Situation zulässt. Da sein. Liebevoll reden. Streicheln. Küssen. Stillen. Vieles geht über Hautkontakt und nach kurzer Zeit heißt es dann &#8222;Besser.&#8220; und es kann wieder gespielt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4038" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-kind-kuschelt-mit-mama.jpg" alt="Wo ist meine Mama - Kind kuschelt mit Mama" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-kind-kuschelt-mit-mama.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/wo-ist-meine-mama-kind-kuschelt-mit-mama-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Aber wie gehe ich mit einem mir völlig unbekannten Kind um? Seine Mama ist nicht da, die trösten kann, weil sie selbst Teil seines Kummers ist. Wie kann ich am besten trösten? Ist es ok, wenn ich ein fremdes Kind streichle? Darf ich das? Ich persönlich fände es eher befremdlich, wenn mich ein Fremder so trösten will. Und in der obigen Situation war mir auch nicht wohl dabei, weshalb ich es lieber bleiben ließ.</p>
<p>Die beste Methode für mich war, dem Jungen Ruhe zu vermitteln, für ihn da zu sein. Obwohl in mir so viele Gedanken schwirrten, ob die Mutter den armen Jungen hier zurückgelassen hat, war ich ruhig. Ein trauriges Kind kann nicht noch eine unsichere, panische Erwachsene gebrauchen. Und ganz sicher kann es darauf verzichten, Vorwürfe zu hören oder dass seine Angst nur gespielt ist oder dass er aufhören soll, zu weinen. Ich spiele den Gedanken noch weiter und sage, ein Kind will auch nicht hören, dass alles gut ist. Denn in diesem Moment, in dem der wichtigste Mensch in meinem Leben fehlt, ist NICHTS gut. Gar nichts.</p>
<p>Ich fand es auch in Ordnung, das Kind abzulenken, als ich sah, dass es sich ein wenig beruhigt hatte. Wenn es einem zuhören kann. Dann kann man versuchen, es abzulenken. Über schöne Dinge reden. Es macht die Zeit, in der man mit dem Kind zusammen wartet, erträglicher. Lässt sie schneller vergehen.</p>
<p>Ich bin kein Profi. Habe es nicht gelernt oder viel darüber gelesen. Es war mehr so ein Bauchgefühl. Vielleicht konnte ich den fremden Jungen gut trösten, weil ich mich sehr gut in ihn hineinversetzen konnte. Im Gegensatz zu der Mitarbeiterin. Keine Ahnung vom respektvollen Umgang mit Kindern (was ich von einer Mitarbeiterin im Kinderspielland erwarte). Und anscheinend auch keine Ahnung, was sie in Notfällen zu tun hat, wenn wie im obigen Fall die Mutter tatsächlich nicht kommt.</p>
<p>In meinen Augen sollte die Mitarbeiterin eine Schulung oder ein Seminar besuchen, wie man mit Kindern (und Erwachsenen) in Notsituationen angemessen kommuniziert. Was sie sagen darf und was nicht. Und eine erneute Einweisung, wie sie im Notfall zu reagieren hat, würde auch nicht schaden.</p>
<p>Ich bin einfach wütend, was mitunter für Menschen eingestellt werden. Sollten der kleine Mann und ich einmal in solch eine Situation geraten, in der wir einander suchen, wünsche ich mir fähige Menschen, die wissen, was zu tun ist. Die mein Kind trösten und nicht mit dummen Sprüchen bombardieren. Die ein offenes Ohr und ein offenes Herz haben. Und ihn nicht einfach stehen lassen in seiner Verzweiflung.</p>
<p>Wie hättet ihr reagiert?</p>
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		<title>Kuscheltier verloren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2017 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Katastrophe! Du hast das sicher auch schon mal erlebt: Das liebste Kuscheltier geht verloren! Die Odyssee beginnt&#8230; Kuscheltier verloren Zu Weihnachten bekam ich von meiner Schwester eine selbst gehäkelte Nixe geschenkt. Und ich liebte sie über alles. Liebe sie noch heute über alles. Und auch der kleine Mann war hin und weg von ihr. Die ... <a title="Kuscheltier verloren" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/kuscheltier-verloren/" aria-label="Mehr zu Kuscheltier verloren">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Katastrophe! Du hast das sicher auch schon mal erlebt: Das liebste Kuscheltier geht verloren! Die Odyssee beginnt&#8230;</p>
<p><span id="more-3635"></span></p>
<h2>Kuscheltier verloren</h2>
<p>Zu Weihnachten bekam ich von meiner Schwester eine selbst gehäkelte Nixe geschenkt. Und ich liebte sie über alles. Liebe sie noch heute über alles. Und auch der kleine Mann war hin und weg von ihr.</p>
<p>Die Nixe wurde ein neues Familienmitglied. Neben den anderen Kuscheltieren. Doch jetzt wurden nicht mehr die Glitzerschuhe oder das große Plastikauto ins Bett gebracht. Jetzt war es Nixe. Ab und zu auch ein paar andere Kuscheltiere. Aber die Nixe hatte es ihm wirklich angetan.</p>
<p>Und so war es natürlich auch völlig klar, dass sie bei den täglichen Ausflügen mitgenommen wurde. So auch eines schönen Tages, als wir beschlossen, in den Tierpark zu gehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3649" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-gibt-affe-futter.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Kind gibt Affe Futter" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-gibt-affe-futter.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-gibt-affe-futter-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Beinahe verloren</h2>
<p>Ich hatte den Kinderwagen mitgenommen (den der kleine Mann wie eh und je ignorierte; seither nutze ich ihn &#8211; also den Kinderwagen &#8211; als Gepäckträger). Die Nixe packte ich hinten in den Kopfteil des Kinderwagens. Und als wir so über eine Wiese stolperten, hüpfte sie schon raus! Und ich dachte mir noch so &#8222;Puh! Glück gehabt! Hast es noch gemerkt! Wenn die verloren gegangen wäre&#8230;&#8220;</p>
<p>Also verstaute ich Nixe etwas besser und als es dunkel wurde, traten wir den Heimweg an.</p>
<p>Ach ja! Noch schnell einkaufen gehen! Also mit dem Bus eine Station weiter fahren und schnell in den Supermarkt hüpfen. Erledigt.</p>
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<p>Als wir nach Hause wollten, fiel mir ein, dass der Kinderwagen ja noch untergebracht werden muss. Also ab über den Hinterhof. Es war inzwischen stockfinster. Ich zog es trotzdem vor, eine Abkürzung über die holprige Wiese zu nehmen. Ja, es sind nur ein paar Meter. Aber nach einem Besuch im Tierpark, wo man die ganze Zeit über läuft und läuft und läuft (und trägt und trägt und trägt), da war ich froh, ein paar Meter einzusparen.</p>
<p>Endlich zu Hause. Abendbroten. Baden. Zähne putzen. Hörbuch. Schlafen. Nixe? Och nee, nicht nochmal aufstehen. Nixe schläft heute woanders&#8230; Dass der kleine Mann das akzeptierte, lag wohl daran, dass auch er hundemüde war&#8230;</p>
<h2>Nur verlegt</h2>
<p>Als wir am nächsten Tag zu meinen Eltern in den Garten wollten, musste Nixe natürlich mit. Aber wo war sie? Ich suchte und suchte&#8230; Keine Ahnung. Die Zeit drängte. Der kleine Mann verlangte nach seiner Nixe. &#8222;Keine Ahnung, wo Nixe ist. Wir nehmen heute mal Puppi mit, ok?&#8220; Also kam Puppi mit. Nixe würde schon auftauchen&#8230;</p>
<p>Bei meinen Eltern angekommen, wurde natürlich gleich berichtet, dass Nixe weg ist. Alle so &#8222;Was, kleiner Mann? Die Nixe ist weg??&#8220; Und ich beschwichtigte sie schon und meinte &#8222;Nein, nein, nur verlegt. Die liegt irgendwo bei uns zu Hause rum. Wir haben sie nur nicht gefunden. Wird schon auftauchen.&#8220;</p>
<h2>Wenn es einem allmählich dämmert</h2>
<p>Wieder zu Hause angekommen, fing ich allmählich etwas beunruhigt an, nach der Nixe zu suchen. Wo war sie nur? Wohnzimmer? Nein. Flur? Nope. Küche? Fehlanzeige. Bad? Warum sollte sie im Bad sein? Egal. Bad? Nö. Kinderzimmer? Natürlich&#8230; nicht. Hm. Schlafzimmer? Eventuell? Verdammt, wo ist Nixe??</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3650" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kinder-suchen.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Kinder suchen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kinder-suchen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kinder-suchen-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich huschte schnell nach unten zum Kinderwagen. Bestimmt hatte ich einfach nur vergessen, sie mit nach oben zu nehmen. Aber auch da war sie nicht. Ich stellte den Kinderwagen auf den Kopf. Decke raus, Fußsack absuchen, Kopfteil durchstöbern. Nichts.</p>
<p>Ich rannte wieder nach oben. Kramte meinen Rucksack aus und suchte jeden Winkel ab. Das kann doch nicht sein! Ich bin mir 100 %ig sicher&#8230;!!! Ja&#8230; war ich das wirklich?</p>
<h2>Wenn es angekommen ist</h2>
<p>Und dann begriff ich: Wir hatten Nixe verloren. Und ich war so traurig! Hatte so ein dermaßen schlechtes Gewissen! Meine Schwester hatte sich so viel Mühe gegeben mit der Nixe. Hatte sie zwischenzeitlich sogar repariert, als sie ein Loch bekam. Und dann wurde sie noch umgehäkelt. Da steckte einfach so viel Liebe und Mühe und Arbeit und Herzblut drin. Ich durfte Nixe einfach nicht verloren haben! Aber so war es leider&#8230;</p>
<p>Also was tun? Der kleine Mann vermisste seine Nixe. Ich auch. Wie konnten wir sie wiederfinden?</p>

<h2>Soziale Medien</h2>
<p>Mein erster Versuch: Facebook! Einfach überall posten, dass wir sie suchen. Zum Glück hatte ich ein aktuelles Foto von der Nixe! Das wurde natürlich gleich genutzt. Nixe ist ein Unikat. Wer sie sieht, wird sich erinnern. Sie sticht einem ja förmlich ins Auge mit ihren Pausbäckchen und ihren schrillen Farben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3651" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-nixe.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Nixe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-nixe.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-nixe-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Es teilten auch viele Leute. Viele kommentierten, gaben einige Tipps, stellten Fragen. Ich war fleißig am Beantworten, Bedanken, Erläutern&#8230; Aber keine Spur von Nixe. Doch ich gab die Hoffnung nicht auf. Und teilte noch auf Twitter. Und Instagram. All diese sozialen Medien müssen doch zu irgendwas gut sein&#8230;</p>
<p>Aber so ganz zufrieden war ich noch nicht mit meiner Arbeit. Ich hatte noch nicht alles gegeben, hatte ich das Gefühl. Was kann ich noch unternehmen?</p>
<p>Ich ließ den Tag im Tierpark Revue passieren. Tierpark. Supermarkt. Hinterhof. Ich klapperte also den Tierpark, den Supermarkt und den Hinterhof ab und suchte nach Nixe. Fragte nach Nixe. Vielleicht hat sie ja jemand gefunden und inzwischen abgegeben&#8230; Nein? Die Suche geht weiter.</p>
<h2>Copyshop</h2>
<p>Zu Hause schrieb ich einen Suchbrief. Schön im A4-Format! Mit fettem, farbigen Bild von der Nixe. Ich schrieb sogar einen Finderlohn aus. Damit die Leute auch motiviert sind!</p>
<p>Da wir nur einen Schwarz-Weiß-Drucker haben, ging es also ab zum Copyshop (immer den kleinen Mann im Schlepptau). Zwischendurch von einem Blödmann angepöbelt werden, ob er sein Auto jetzt aus der Parknische raushieven solle. Er wollte mir wohl mit diesem Sarkasmus deutlich machen, dass ich zu nah an seiner Karre geparkt habe. Geht das nicht auch freundlicher? Offensichtlich nicht. Er ruft seine Frau zu sich ins Auto und schafft es doch tatsächlich auch ohne meine Hilfe raus. Muss dann natürlich noch so&#8217;ne Sprüche von wegen &#8222;Frau am Steuer&#8220; von sich geben. Und es war noch nicht mal Mittag&#8230;</p>
<div id='c3811_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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<p>Dann war der Copyshop natürlich nicht mehr da. Mein Navi jedoch war absolut davon überzeugt, dass es diesen Copyshop doch gibt. Nur stand da inzwischen ein Friseur. Ob die auch mit Farbe drucken? Nee, nee, ich lass mich doch nicht verschaukeln! Wo ist der nächste Copyshop?</p>
<p>Und nachdem wir dann am zweiten Copyshop gefühlte 10 Mal vorbeigelaufen waren, hatten wir endlich unsere Suchblätter. Jetzt geht es ans&#8230;</p>
<h2>Verteilen</h2>
<p>Ich hatte einen Haufen Suchblätter drucken lassen. War hochmotiviert. Wollte sie gleich überall aufhängen. Mein Mann bremste meinen Übermut und sagte, ich solle es mal da probieren, wo viele Leute hingehen. Und wo gehen viele Leute hin? In den Supermarkt. Zum Bäcker. Zum Döner. Oder dergleichen.</p>
<p>Die Suchblätter darf man natürlich nicht einfach mal so da hinhängen. Da muss man lieb fragen, ob man das darf. Manchmal kriegt man ein &#8222;Nein. Das erlaubt unsere Chefin nicht&#8220; zu hören. Manchmal heißt es aber auch &#8222;Klar doch. Wir sind halt viel cooler als Supermarkt XYZ!&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3644" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-suchblatt.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Suchblatt" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-suchblatt.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-suchblatt-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und so lief ich dann bewaffnet mit Suchblättern, Klebeband und scharfen Zähnen von Geschäft zu Geschäft. Hier und da brachte ich ein Suchblatt auch mal an einer Haustür an. Keine Ahnung, ob ich das durfte. Bestimmt nicht. Aber wer das liebreizende Gesicht von Nixe sieht, dem wird bestimmt das Herz aufgehen und es hängen lassen.</p>
<h2>Ich bin stinksauer!</h2>
<p>Von wegen Herz aufgehen! Mein Mann kommt abends nach Hause und ich frage ihn erwartungsvoll &#8222;Und???? Was sagste?????&#8220; Er so &#8222;Ähm&#8230;???&#8220;</p>
<p>Zur Info: Ich hatte vorne an unserer Haustür und hinten an der Hoftür ein Suchblatt angebracht. Das verdatterte Gesicht meines Mannes zeigte mir also was? Es hat nicht mal einen verdammten Tag (ich wiederhole: nicht mal EINEN verdammten Tag!!!) gehalten. Da haben es die Leute schon abgerissen. Ich war stinksauer! Aber sowas von! Ich redete mich richtig in Rage! Wer kann es wagen, meine kostbaren Suchblätter abzurupfen?? Und das nach noch nicht mal einem verdammten Tag??</p>
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<h2>Scheideweg</h2>
<p>Dazu muss ich sagen: Bevor wir Nixe verloren, waren der kleine Mann und ich unterwegs im Regen. Und fanden mitten im matschigen Gebüsch einen kleinen, weißen Plüschteddy.</p>
<p>Erst dachte ich so: Oh, der arme Teddy. Ganz nass und dreckig. Den nehmen wir mit nach Hause. Da hat er es gut.</p>
<p>Aber dann dachte ich mir, wie wir uns fühlen würden, würden wir unser heiß geliebtes Kuscheltier verlieren. Wir würden inständig hoffen, dass wir ihn wiederfinden. Was machte ich also? Ich klopfte den Teddy etwas Dreck ab und hing ihn &#8211; gut sichtbar &#8211; in Augenhöhe ins Gebüsch. Auf dass er gefunden werden würde.</p>
<p>Das verstand der kleine Mann natürlich nicht. Er wollte den Teddy einfach mitnehmen. Doch ich erklärte ihm: Ein Kind wird ihn verloren haben. Und jetzt sehr vermissen. Sie werden auf die Suche nach dem Teddy gehen. Wenn wir ihn jetzt mitnehmen, finden sie ihn nicht mehr. Dann sind sie traurig. Wenn wir den Teddy hier lassen, wird er vielleicht von ihnen gefunden. Und dann ist das Kind, das den Teddy verloren hat, wieder glücklich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3646" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-kuschelt-mit-teddy.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Kind kuschelt mit Teddy" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-kuschelt-mit-teddy.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-kind-kuschelt-mit-teddy-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Der kleine Mann wollte es noch immer nicht begreifen. Also schlug ich ihm etwas vor: Wenn der Teddy nach 1 Woche immer noch dort hängen würde, würden wir ihn mitnehmen.</p>
<p>Es dauerte übrigens nur wenige Stunden, da war der Teddy bereits verschwunden. Entweder wurde er tatsächlich vom Kind, das ihn verloren hatte, wiedergefunden. Oder jemand anderes hatte sich drüber gefreut und ihn einfach mitgenommen&#8230;</p>
<p>Und genau da scheiden sich wohl die Geister. Mitnehmen? Oder da lassen? Oder z.B. in den Supermarkt bringen?</p>
<h2>Passiert halt</h2>
<p>Was ich auch des Öfteren zu hören bekam: Ist doch halb so wild. Passiert halt. Ist doch nur ein Kuscheltier. Macht dir deine Schwester halt&#8217;ne neue.</p>
<p>Und genau da komme ich nicht mehr mit. Selbst, wenn es sich bei der Nixe nicht um ein Unikat, das rein aus dem Kopf entstanden ist, handeln würde. Selbst dann wären wir traurig gewesen. Keine Ahnung, ob ich noch mit unverarbeiteten Verlustängsten zu kämpfen habe, von denen ich nichts weiß, aber ich fand den Gedanken, Nixe verloren zu haben und einfach zu ersetzen, schrecklich.</p>
<p>Außerdem hat man ja zu diesem Kuscheltier bereits eine Verbindung aufgebaut. Ich erinnere mich gut an mein liebstes Kuscheltier zurück. Einen großen Teddy. Er war nicht zu klein und nicht zu groß. Er war perfekt. Meine Schwester bekam den gleichen. Aber ich, ich liebte diesen Teddy abgöttisch!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3652" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-ein-herz-und-eine-seele.jpg" alt="Kuscheltier verloren - ein Herz und eine Seele" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-ein-herz-und-eine-seele.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-ein-herz-und-eine-seele-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Er kam überall hin mit und hatte schon so manche Gebrauchsspuren davongetragen. Zum Beispiel von dem Tag, an dem ich auf die glorreiche Idee kam, meinem Teddy mal die Haare zu schneiden. Nur wuchsen die nach der Schnibbelei nicht mehr nach. Seitdem hatte mein Teddy eine kleine, kahle Stelle am Kopf.</p>
<p>Ich hätte ihn unter all den anderen Teddys erkannt. Ich schlief jeden Abend auf meinem Teddy ein, weshalb sein Bauch nicht mehr flauschig, dick und kuschlig war wie der Teddy meiner Schwester. Stattdessen war er ganz plattgedrückt und rau. Das machte meinen Teddy nicht weniger liebenswert. Im Gegenteil. Ich liebte ihn dafür umso mehr. Er wuchs mir so richtig ans Herz.</p>
<p>Vielleicht war es das Kind in mir, das wieder zum Vorschein kam, als wir Nixe verloren. Man erinnert sich an sein liebstes Kuscheltier und versetzt sich in die Lage seines Kindes hinein. Und dann weiß man, dass das nicht einfach zu ersetzen ist. Man muss diese Nixe finden. Nichts anderes. Und wenn man tatsächlich doch die gleiche Nixe nachhäkeln könnte, so wäre es doch nie dieselbe. Und das würde ich immer wissen. Da wäre immer so ein fader Beigeschmack dabei. Versteht ihr, was ich meine?</p>

<h2>Finstere Gedanken</h2>
<p>Und genau dieses Ereignis mit dem kleinen, weißen Teddy im Dreck ließ mich nachdenklich werden. Hatte jemand Nixe gefunden und einfach behalten? Wollte sie nicht hergeben? Und riss deshalb die Suchblätter ab? Ich wurde wirklich paranoid und unterstellte den Menschen Böses. Ich war richtig wütend. Immer, wenn eine Familie an uns vorbeikam, beäugte ich sie, um zu gucken, ob Nixe dort sei. Stellte mir vor, was ich tun würde, wenn ich sie wirklich finden würde.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3653" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-katze-auf-der-lauer.jpg" alt="Kuscheltier verloren - Katze auf der Lauer" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-katze-auf-der-lauer.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/03/kuscheltier-verloren-katze-auf-der-lauer-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Nein, das war keine schöne Zeit, sag ich euch.</p>
<p>Aber zum Glück wurden diese finsteren Gedanken mitten in der Nacht beseitigt. Mein Mann musste sehr früh aufstehen und fand sie dann plötzlich bei uns in der Wohnung auf den Decken. Er beschloss, mich deshalb zu wecken. Und ich war ihm so unendlich dankbar, dass er es getan hatte. Ich war so happy! Und schlief daraufhin sofort wieder ein. Und als der kleine Mann merkte, dass Nixe in seinen Armen lag, war er auch über alle Maßen glücklich.</p>
<h2>Aufräumen</h2>
<p>Jetzt ist Nixe da. Die Suchblätter wurden zu meiner Entlastung ja schon beinahe komplett abgehangen. Ist jetzt natürlich ein Vorteil für mich. Denn natürlich müssen jetzt all die Suchblätter wieder abgehangen werden. Das gehört sich einfach so. Bei den sozialen Medien gebe ich zu, bin ich etwas faul. Ich habe nämlich den Fehler gemacht, in jede Gruppe einen neuen Beitrag zu schreiben. Deshalb konnte von den Gruppen auch nicht geteilt werden, was auch nochmal ärgerlich war, als ich das herausfand. Hätte ich die einfach nur nacheinander geteilt, wäre die Arbeit jetzt einfacher. Aber man lernt ja nie aus&#8230;</p>
<p>Da ich meine Zeit nicht damit verplempern will, allen zu sagen, dass Nixe wiedergefunden wurde, habe ich es zumindest auf meiner Seite hingeschrieben. Und all jene, die fragen oder es teilen, schreibe ich dann, dass Nixe inzwischen gefunden wurde (bedanke mich noch brav). Und dann hoffe ich, dass sich das mit Nixe irgendwann von selbst löst.</p>
<h2>Vorsorgen</h2>
<p>Wir hatten Glück und unser Kuscheltier lediglich verlegt. Versteckt. Jetzt müssen wir überlegen, wie wir solche Rettungsaktionen für die Zukunft vereinfachen können. Und da dachte ich mir, lege ich Nixe einfach ein kleines, wasserfestes Schildchen in die Mütze. Einfach mit einer kurzen Bitte, unsere Nummer zu wählen, wenn Nixe gefunden wird. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p>Und so kann man es bei allen Kuscheltieren oder geliebten Sachen machen, die gern mitgenommen werden. Nummer, Adresse oder etwas ähnliches raufschreiben, ranschreiben, rankleben und gut ist.</p>
<p>Ich weiß jetzt, dass ich ein herrenloses Kuscheltier, Spielzeug, was auch immer, nur nach Hause mitnehmen werde, um es dort aufzubewahren. Ich würde eine Nachricht schreiben (soziale Medien &#8211; da gibt es ja haufenweise Gruppen, in denen Spielzeug gesucht und gefunden wird) und auf Meldung warten. Oder ich würde es wie damals schon sichtbar platzieren und eine Nachricht schreiben. Oder irgendwo hinbringen (irgendein Geschäft zum Beispiel) und eine Nachricht schreiben. Denn ich weiß jetzt, was das für eine Arbeit ist (und mit wie vielen Sorgen es verbunden ist), ein innig geliebtes Kuscheltier wiederzufinden.</p>
<p>Was habt ihr schonmal verloren?</p>
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