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		<title>Nachrichten für Kinder &#8211; 10 Empfehlungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2022 21:45:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der aktuelle Krieg in der Ukraine, die damit verbundenen Fragen, wie man seinem Kind solche Themen kindgerecht erklärt, es aber auch von erwachsenen Inhalten schützt, hat in mir die Frage aufgeworfen: Sollten Kinder überhaupt Nachrichten sehen? Gibt es Nachrichten für Kinder? Seiten, auf denen sich Kinder sicher bewegen und zu aktuellen Themen informieren können? Wenn ... <a title="Nachrichten für Kinder &#8211; 10 Empfehlungen" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/nachrichten-fuer-kinder/" aria-label="Mehr zu Nachrichten für Kinder &#8211; 10 Empfehlungen">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der aktuelle <strong>Krieg</strong> in der Ukraine, die damit verbundenen Fragen, wie man seinem Kind solche Themen kindgerecht erklärt, es aber auch von erwachsenen Inhalten schützt, hat in mir die Frage aufgeworfen: Sollten Kinder überhaupt Nachrichten sehen? Gibt es Nachrichten für Kinder? Seiten, auf denen sich Kinder <strong>sicher</strong> bewegen und zu aktuellen Themen informieren können?</p>
<p>Wenn du noch auf der Suche nach Antworten bist, bist du jetzt fündig geworden, denn ich stelle dir im heutigen Beitrag 10 Seiten vor, auf denen kindgerechte Nachrichten präsentiert werden.</p>
<p><span id="more-13960"></span></p>
<h2>Nachrichten für Kinder &#8211; 10 Empfehlungen</h2>
<p>Als der Krieg in der <strong>Ukraine</strong> begann und das Thema in Olivers Schule von den Lehrer*innen und Erzieher*innen angesprochen wurde, haben die Kinder unterschiedlich darauf reagiert. Einige wollten gar nicht darüber reden, andere wollten unbedingt helfen und sprühten nur so vor Ideen, es wurde gebastelt, verschiedene Spendenaktionen wurden aus dem Boden gestampft.</p>
<p>Es war aber auch befremdlich zu hören, dass einige Schüler*innen mit <strong>Russland</strong> sympathisieren und dies lauthals auf dem Schulhof kundtaten. Es gab aber auch Vorfälle, bei denen russische Kinder angegangen und gemobbt wurden.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-13985 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/nachrichten-fuer-kinder-10-empfehlungen.jpg" alt="" width="1000" height="1500" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/nachrichten-fuer-kinder-10-empfehlungen.jpg 1000w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/nachrichten-fuer-kinder-10-empfehlungen-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/nachrichten-fuer-kinder-10-empfehlungen-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/nachrichten-fuer-kinder-10-empfehlungen-768x1152.jpg 768w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/nachrichten-fuer-kinder-10-empfehlungen-453x680.jpg 453w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/nachrichten-fuer-kinder-10-empfehlungen-33x50.jpg 33w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h2>Sollten Kinder Nachrichten sehen?</h2>
<p>Auch <strong>Eltern</strong> verhielten sich unterschiedlich. Einige blendeten das Thema Krieg für ihre Kinder komplett aus, verbargen ihre eigenen Sorgen und Ängste, andere schauten gemeinsam mit den Kindern Nachrichten, hörten zusammen Radio und redeten miteinander darüber.</p>
<p>Zu Hause fragte Oliver dann seinen Papa, ob er Bilder vom Krieg sehen dürfe. Mein Exmann entschied sich dagegen. Wir redeten am Telefon darüber (wir leben mittlerweile getrennt im <a href="https://www.milchtropfen.de/wechselmodell-ein-erfahrungsbericht/">Wechselmodell</a>) und er bat mich, Oliver ebenfalls davon fernzuhalten.</p>
<p>Meine Meinung ist da allerdings eine andere. Zwar stimme ich mit ihm überein, Oliver keine Bilder und Videos vom Krieg zu zeigen, die es im Erwachsenenfernsehen zu sehen gibt, um ihn davor zu schützen, gleichzeitig möchte ich meinem <strong>Kind</strong> aber auch keine Informationen vorenthalten. Der Krieg ist ja nunmal da, das kann und sollte man mMn nicht verschweigen.</p>
<p>Doch wie immer kommt es auf&#8217;s Kind an. Wenn mein Kind kein Interesse am Thema bekundet, muss ich mMn auch nicht damit anfangen. Kinder bis 5 Jahre sollten laut Erziehungsexpertin Nora Imlau vom Krieg ferngehalten werden, da sie entwicklungspsychologisch noch nicht in der Lage seien, diese Eindrücke zu verarbeiten.</p>
<p>Aber wenn mir mein fast 7-jähriges Kind Fragen stellt und sich damit auseinandersetzen möchte, dann finde ich, sollte man sich mit seinem Kind hinsetzen und drüber reden. Was genau hat es zum Thema Krieg gehört? Wie geht es ihm damit? Hat es Fragen? Kann ich ihm diese beantworten?</p>
<p><strong>Fragen</strong> sollten mMn sachlich, leicht verständlich und nicht zu emotional erklärt werden. Klar darf ich als Erwachsene meinem Kind zeigen, dass auch wir Erwachsenen Gefühle haben und uns Sorgen machen und vielleicht sogar Angst haben, falls das für uns zutrifft, man sollte seinem Kind aber dennoch vermitteln, dass es <strong>sicher</strong> ist und dass es sich stets vertrauensvoll an uns wenden und mit uns über seine Gedanken und Gefühle reden kann. Wenn ich als Erwachsene Panik spüre und selber grade Hilfe bei der Verarbeitung brauche, sollte ich mich erstmal um mich kümmern, damit ich meine Panik und Ängste nicht noch auf mein Kind übertrage.</p>

<h2>Keine Ahnung von Politik?</h2>
<p>Ich gebe aber ganz offen und ehrlich zu: <strong>Politik</strong> hat in mir eher selten ein großes Interesse geweckt. War mir persönlich zu ineinander verworren, langweilig und kompliziert, komplexe Geschehnisse, die in der <strong>Welt</strong> passieren und schon Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte zuvor ihren Ursprung fanden, begreifen und verstehen zu wollen.</p>
<p>Der Krieg zwischen der Ukraine und Russland hingegen hat mich betroffen gemacht und schockiert, teilweise aber auch irritiert, weil ich aufgrund meiner mangelnden politischen Kenntnisse und meinem Desinteresse schlicht keine Ahnung hatte, warum Russland die Ukraine nun angriff.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass Eltern nicht alles wissen müssen, aber sie sollten wissen, wie und woher sie sich die nötigen Informationen beschaffen können.</p>
<h2>Nachrichten für Kinder &#8211; 10 Empfehlungen</h2>
<p>Um meinem Kind die Zusammenhänge <strong>kindgerecht</strong>, <strong>einfach</strong> und <strong>leicht verständlich</strong> erklären zu können, aber auch, um selber den Durchblick zu haben, bediente ich mich einfach folgender Seiten:</p>
<h3>1. Blinde Kuh &#8211; Suchmaschine für Kinder</h3>
<p>Wenn Eltern bereits bei der Suchmaschine darauf achten wollen, dass sie nur Beiträge sowie Videos vorschlägt, deren Inhalte für Kinder geeignet sind, kann ich die <strong>Suchmaschine</strong> <a href="https://www.blinde-kuh.de/aktuell/index.html" target="_blank" rel="noopener">Blinde Kuh</a> empfehlen.</p>
<p>Hier können Eltern und Kinder nach Themen wie aktuellem Geschehen auf der Welt, Videos, Spielen, Corona Informationen uvm. suchen.</p>
<h3>2. Wokisu &#8211; Suchmaschine für Kinder</h3>
<p>Blinde Kuh kann aber auch schnell überladen wirken. Für mich persönlich einfach zu viele Farben und Symbole auf einem Haufen, die einen überfordern können.</p>
<p>Wer es lieber schlicht und trotzdem <strong>informativ</strong> sowie kindgerecht möchte, kann gerne auf <a href="https://www.wokisu.de/" target="_blank" rel="noopener">Wokisu</a> vorbeischauen. Wokisu wird von einer vierköpfigen Familie geleitet. Dort werden Themen für Kinder von 6 bis 12 Jahren vorgeschlagen. Die Kindersuchmaschine filtert automatisch nicht jugendfreie Inhalte, Texte, Bilder und Videos heraus.</p>
<h3>3. KiRaKa</h3>
<p>Auf der <a href="https://kinder.wdr.de/radio/kiraka/nachrichten/klicker/index.html" target="_blank" rel="noopener">KiRaKa</a> Seite des WDR 5 findet ihr <strong>Kindernachrichten</strong>, Spiele und interessante Sachen zum Entdecken, wie z.B. die Wortschatzkiste, in der Redewendungen erklärt werden</p>
<h3>4. logo!</h3>
<p>Auf KiKA.de gibt es eine Ruprik unter &#8222;Videos&#8220;, die euch zu <a href="https://www.kika.de/logo/sendungen/logo-146.html" target="_blank" rel="noopener">logo!</a> führt. Dort können sich <strong>Kinder</strong> aktuelle Kindernachrichten ansehen. Auf logo.de würde ich persönlich nicht gehen, weil man dort leicht den Kinderbereich verlassen kann. Man wird nur einmal darauf hingewiesen, dass man gerade dabei ist, den Kinderbereich zu verlassen, und wird gefragt, ob man das möchte. Sobald man sich damit einverstanden erklärt, stehen einem auch schon die Erwachsenen-Nachrichten bereit. Deshalb mein Tipp, über KiKa zu gehen. Dort gibt&#8217;s nur Inhalte, die auch für Kinder geeignet sind.</p>
<h3>5. Duda</h3>
<p><a href="https://www.duda.news/" target="_blank" rel="noopener">Duda</a> informiert Kinder zwischen 6 und 12 Jahren als auch Erwachsene zu weltweiten und regionalen Themen und vermittelt Wissen auf interessante Weise.</p>
<p>Duda hat auch eine eigene Zeitschrift. Genau wie die <strong>Kinderzeitschrift</strong> gibt es auf der Webseite nur Inhalte zum Lesen. Wenn dein Kind also noch nicht oder noch nicht so gut lesen kann, müsstest du ihm die Nachrichten und Informationen vorlesen.</p>

<h3>6. Neuneinhalb</h3>
<p>Auf <a href="https://kinder.wdr.de/tv/neuneinhalb/index.html" target="_blank" rel="noopener">Neuneinhalb</a> werden Kinder einerseits die aktuellen Nachrichten von KiRaKa präsentiert, es werden aber auch eigene Sendungen zu unterschiedlichen Themen präsentiert, z.B. Politik, Weltgeschehen, Gesellschaft, Medien, Umwelt, Klima uvm.</p>
<h3>7. Kruschel</h3>
<p><a href="https://www.kruschel-kinder.de/nachrichten/index.htm" target="_blank" rel="noopener">Kruschel</a> hat eine eigene Kinderzeitung, du findest auf der Webseite aber auch zahlreiche Beiträge und <strong>Nachrichten</strong>, die kindgerecht aufgearbeitet sind. Zum Hören und Sehen gibt&#8217;s dort allerdings nichts, hier ist alles zum Lesen.</p>
<h3>8. Bärenblatt</h3>
<p>Auf der Seite <a href="https://www.baeren-blatt.de/nachricht.php5" target="_blank" rel="noopener">Bärenblatt</a> findest du ebenfalls Artikel über aktuelle Kindernachrichten sowie Wissenswertes über die Tierwelt.</p>
<h3>9. TOGGO Eltern &#8211; Kinderradio</h3>
<p>Eine wie ich finde angenehme Mischung aus Musik, Wissenswertem sowie Nachrichten bieten <a href="https://amzn.to/3KA4Ajl" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kinderradios</a>*, wie z.B. das <a href="https://www.toggoeltern.de/toggo-radio-player/" target="_blank" rel="noopener">Kinderradio TOGGO</a>.</p>
<h3>10. Radio TEDDY &#8211; Kinderradio</h3>
<p>Ein alternatives <strong>Kinderradio</strong> zu TOGGO bietet <a href="https://www.radioteddy.de/" target="_blank" rel="noopener">Radio TEDDY</a>. Dein Kind und du können hier Musik per App, über <a href="https://amzn.to/3CBAuZR" target="_blank" rel="nofollow noopener">Alexa</a>*, online oder ganz klassisch über&#8217;s Radio hören.</p>
<p>Was mich am Radio nervt ist Werbung, aber irgendwie müssen sich private Hörfunksender ja finanzieren, wenn sie, im Gegensatz zu öffentlich-rechtlichen Sendern keine Rundfunkbeiträge erhalten, aber diese wird immerhin mit &#8222;Werbung&#8220; angekündigt bzw. mit &#8222;Werbung Ende&#8220; klar vom Programm getrennt.</p>
<h2>Achtung! Fake News</h2>
<p>Man kann aber auch nicht allen Seiten Glauben schenken. Auf Tiktok oder durch andere Soziale Medien tauchten wiederholt sogenannte Fake News auf, die erst auf den zweiten oder dritten Blick als <strong>Falschnachrichten</strong> identifiziert werden.</p>
<p>Wer also bei seiner Suche zu aktuellen Themen keinen Fake News auf den Leim gehen möchte, muss sich fragen: Wie erkenne ich <strong>Fake News</strong>? Mehr Infos dazu, wie sich <a href="https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/stopfakenews/246807/den-durchblick-behalten-so-lassen-sich-fake-news-enttarnen/" target="_blank" rel="noopener">Fake News enttarnen</a> lassen, findest du z.B. auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.</p>
<p>Das waren meine Vorschläge für Kindernachrichten, aber vielleicht kennst du noch welche, die hier deiner Meinung nach unbedingt erwähnt werden sollten, dann lass mir hierzu gerne einen Kommentar da. </p>
<h2>Quellen</h2>
<p>1. Mit Kindern über den Krieg reden &#8211; und Halt geben &#8211; <a href="https://ave-institut.de/mit-kindern-ueber-den-krieg-reden/" target="_blank" rel="noopener">ave-institut.de</a></p>
<p>2. Kinderschutzbund mahnt: Kinder mit Bildern vom Krieg nicht alleine lassen &#8211; <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/kinder-ukraine-krieg-eltern-geborgenheit-schutz-100.html" target="_blank" rel="noopener">mdr.de</a></p>

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		<title>Treffen sich ein Kind und ein Tablet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2017 01:31:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ist das ein Witz? Kann sein. Nur weiß ich noch nicht, wie dieser enden wird. Wie er anfängt, wisst ihr jetzt. Wir haben unseren 2-jährigen Sohn auf unser Tablet losgelassen&#8230; Treffen sich ein Kind und ein Tablet Es klingt wie ein Scherz. Ist aber keiner. Das Ende ist noch nicht geschrieben. Aber den Anfang kann ... <a title="Treffen sich ein Kind und ein Tablet" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet/" aria-label="Mehr zu Treffen sich ein Kind und ein Tablet">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ist das ein Witz? Kann sein. Nur weiß ich noch nicht, wie dieser enden wird. Wie er anfängt, wisst ihr jetzt. Wir haben unseren 2-jährigen Sohn auf unser Tablet losgelassen&#8230;</p>
<p><span id="more-4619"></span></p>
<h2>Treffen sich ein Kind und ein Tablet</h2>
<p>Es klingt wie ein Scherz. Ist aber keiner. Das Ende ist noch nicht geschrieben. Aber den Anfang kann ich euch schonmal erzählen.</p>
<p>Mein Mann und ich begeben uns auf ein fremdes Gebiet. Lassen los von „Du darfst pro Woche ein kurzes Video sehen (dessen Inhalt WIR bestimmen).“. Stattdessen heißt es nun bei uns „Du willst etwas auf dem Tablet schauen? Ok.“</p>
<h2>Seid ihr bekloppt?</h2>
<p>Früher hätte ich bei solchen Sprüchen mit dem Kopf geschüttelt. Die Eltern für verrückt erklärt. Für asozial gehalten. Weil sie ihr Kind einem Gerät mit ordentlich <strong>Suchtpotential</strong> aussetzen. Statt sich mit ihrem Kind zu beschäftigen. Es ist unverantwortlich!</p>
<p>Ja, so in etwa stelle ich mir meine Reaktion vor. Aber heute denke ich anders. Warum? Woher der plötzliche Sinneswandel?</p>
<h2>Ruth</h2>
<p>Nur einige Tage ist es her, seit ich auf Facebook einer Gruppe beitrat. Der „Unerzogen leben“-Gruppe. Auf diesem Weg lernte ich den <a href="http://unerzogenleben.com/index.php/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gleichnamigen Blog von Ruth</a> kennen. Das Thema „Unerzogen leben“ fesselte mich. Wenngleich es für mich kein völlig neues Gebiet war.<br />
Rasch musste ich jedoch feststellen, dass ich erzog. Obwohl ich es nicht wollte. Beispielsweise beim Thema „Tablet“. Mein Mann und ich waren der festen Überzeugung, unser Kind zu schützen. Vor der <strong>Sucht</strong>.</p>
<p>Der kleine Mann wollte nicht nur EIN Video sehen. Kaum war das eine zu Ende, wollte er noch eins sehen. Und noch eins. Und noch eins. Das hätte er tagelang machen können. Wir waren froh, diesem Suchtverhalten einen Riegel vorzuschieben. Zum <strong>Schutz</strong>. Davor, dass er nicht verdummt. Den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als vor dem Tablet zu sitzen. Zu glotzen. Sich berieseln zu lassen.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4670" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind starrt auf Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Denn da draußen wartete doch das <strong>Leben</strong> auf ihn! Spielplätze mit vielen Kindern! Wälder! Strände! Ohne Ende Natur! Straßen voller Menschen! Jeder anders als der andere! Trubel und Tumult, in den er sich stürzen sollte! Um am Abend gemütlich zu Hause in unseren Armen einzuschlummern. Den anstrengenden, aber gigantischen Wahnsinn zu verarbeiten, den er erlebt hatte. DAS war meine Vorstellung von Leben. Dieses Leben sollte er führen. Aber ich fand Ruth’s Blog. Las ihre Beiträge. Und verstand: Ich muss loslassen.</p>
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<h2>Ängste</h2>
<p>Ich musste meine Angst loslassen. Und sie in <strong>Vertrauen</strong> umwandeln. Vertrauen in die Fähigkeiten meines Sohnes. Darin, dass er weiß, dass das Tablet keine verbotene Frucht mehr ist, die er pausenlos kosten muss. Nichts außergewöhnliches.</p>
<p>Indem wir unserem Sohn freistellten, zu entscheiden, wann, wie oft und wie lange er das Tablet benutzen wollte. Dadurch würden wir dem Tablet seine magische Anziehungskraft nehmen. Es sollte etwas werden, was er als Beschäftigungsmöglichkeit ansehen konnte. Damit er eine Auswahl treffen kann. Nicht etwas, das es nur selten gibt und daher in jeder nur erdenklichen Sekunde inhaliert werden muss. Vielleicht sogar so weit, dass er unsere Regeln irgendwann mit Verheimlichen oder Lügen umgehen würde.</p>
<p>Das ist es nicht, was wir wollen. Was wir wollen, ist Vertrauen. So, wie es bisher immer war. Unser Sohn sagt uns die Wahrheit. Weil er weiß, dass er nicht bestraft wird. Weder durch Liebesentzug noch sonst irgendetwas. Es war nie der Fall und soll es auch nie werden. Schmerzlich genug sind die eigenen Erinnerungen.</p>

<h2>Vertrauen</h2>
<p>Die ersten Tage, nachdem wir unserem Sohn freien Zugang zum Tablet erlaubten, war hart. Anfangs gab es nichts anderes. Kaum wachte er morgens auf, hieß es „Tablet?“. &#8211; Zack! &#8211; krabbelte er aus dem Bett und holte das Tablet. Ich setzte mich neben ihn. Wir schauten gemeinsam. Frühstück? „Nein. Tablet.“ Raus gehen? Frische Luft schnappen? Wir müssen noch einkaufen gehen. „Nein. Tablet.“ Was es auch war: Zähne putzen, schlafen gehen &#8211; er wollte es nicht. Nur das Tablet nahm er wahr.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4672" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind malt und schreibt auf Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich hatte mich auf diese Zeit vorbereitet. Erfahrungsberichte anderer Eltern gelesen. Auch bei ihnen waren die Kinder erstmal nicht vom Tablet wegzubekommen. Als würden sie denken, die Zeit, in der sie endlich mal ans Tablet durften, sei begrenzt. Müsse ausgekostet werden. Nichts hat mehr Bedeutung. Befürchteten sie etwa, dass das Tablet verschwindet, sobald sie es aus der Hand geben? Vielleicht starrten sie deshalb ewig auf den Bildschirm. Ihre Eltern ließen sie. Und wir ließen unseren Sohn.</p>
<p>Wir vertrauten ihm. Er sollte es kennenlernen. Verstehen, dass es fortan zu seinem Leben dazugehört. Aber dass es auch andere Dinge im Leben gibt.</p>
<h2>Kikifax</h2>
<p>Vor der „Unerzogen leben“-Methode schauten wir uns <strong>Videos</strong> auf YouTube an. Feuerwehr. Polizei. Bagger. Dinge, die ihn interessierten. Aber von denen er auch etwas lernen konnte. Wir ließen ihn immer nur „echte“ Videos schauen. Kein verblödetes Zeichentrickgedöns. In denen Fahrzeuge Gesichter haben. Freudig im Kreis hüpfen. Kitschige Lieder singen.</p>
<p>Auf diesem Weg befreiten wir uns zumindest vom schlechten Gewissen, wenn wir unser Kind vor dieses gefährliche Gerät setzten. Immerhin war es <strong>lehrreich</strong>.</p>
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<p>Als der kleine Mann freien Zugang zum Tablet erhielt, änderte sich erst nichts. Wenn er ein (wie ich es nannte) „Kikifax“-Video ansehen wollte, verneinte ich. Sagte, das seien hohle Videos. Kikifax. Ohne Inhalt. Nur zur Unterhaltung. Und derart auf kindlich gemacht, dass mir die Galle hochkam.</p>
<p>Doch wer Werbung schaltet, landet oben in der Playliste. Weshalb der kleine Mann eines Tages ein Werbevideo anklickte. Von einem weiblichen Zeichentrickfeuerwehrauto. Mit Augen. Wimpern. Einer schrillen Stimme. Mit diesem Video begann die Zeit des Horrors.</p>
<h2>Angst vor Verdummung</h2>
<p>Kaum hatte ich meine Angst überwunden, tauchte sie wieder auf. Nur ausgetauscht gegen eine andere. Zuvor sorgte ich mich noch, dass unser Sohn süchtig wird. Nun befürchtete ich, dass er <strong>verdummt</strong>. Die Videos, die er ansah, waren kolossaler Schwachsinn. Die bunte Welt der quietschenden Schnuffeltierchen brach über mir zusammen.</p>
<p>Ich versuchte es mit Regulation. Wollte meinen Sohn auf vernünftige Inhalte umlenken. Er weigerte sich. Mit voller Inbrunst! Er schrie mir dermaßen die Ohren voll, dass ich schnell begriff.</p>
<p>Anfangs tat ich mich schwer damit, ihn diesen Blödsinn sehen zu lassen. Ich meine: Eine Bahn mit Psychoaugen. Alle lächeln und sind total glücklich! Jaaaaaa! Fliegende Hundehäufchen mit Kulleraugen! Sie sprechen, als hätten sie Helium eingeatmet! Schau nur! Sie tanzen über einen Regenbogen! Welche Farben kannst du erkennen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4673" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kinder drehen durch" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Begleitet wurde der Wahnsinn von einer nie enden wollenden Heididei-Musik. Ich sag euch, ich hatte es nicht leicht. Doch der kleine Mann fand es grandios. Er drückte auf Wiederholen. Immer und immer wieder. Diese gestellte perfekte Welt machte mich rasend. Und ödete mich gleichzeitig an.</p>
<h2>Was kann ich tun?</h2>
<p>Wir haben keinen Fernseher mehr. Aber DAMALS (war alles besser, nein). Ich erinnere mich, dass ich gern vor der Glotze saß. Mich berieseln ließ. Ich hatte wie immer einen beschissenen Tag auf der Arbeit verbracht. Auf dem Heimweg fuhr die Bahn nicht. Natürlich. Denn ich wollte ja nach Hause. Endlich daheim angekommen, brauchte ich meine Ruhe. Abschalten. Fernseher an. Essen. Und alle Viere von mir strecken.</p>
<p>Vielleicht ist es beim kleinen Mann nicht vergleichbar. Mag sein, dass er nicht berieselt werden will. Sondern es schlichtweg interessant findet. Und sogar etwas dabei lernt. Was immer das sein mag. Aber diese Sichtweise von damals half mir, es gut sein zu lassen. Ich akzeptierte, dass er jetzt „hohles Zeug“ sehen wollte.</p>
<p>Was ich tun konnte, tat ich. Ich setzte mich neben ihn. Wir kuschelten und machten es uns gemütlich. Ich leistete ihm <strong>Gesellschaft</strong>, statt ihn damit allein zu lassen. Hier und da warf ich was ein. Erklärte, was in den Szenen geschah. Benannte die Gefühle. Manchmal sagte ich auch einfach nichts und schwieg. Ab und zu zeigte mir mein Sohn, was er gesehen hatte. Dann unterhielten wir uns darüber.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4671" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Mutter und Kind schauen Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn meine <strong>Angst</strong> wiederkehrte, unternahm ich etwas gegen sie. Ich befürchtete, dass mein Sohn neben all dem Tabletgucken das Essen vergisst. Ich fragte ihn zwar, aber er sagte jedes Mal „Nein.“. Während er auf den Bildschirm starrte. Meine Sorge bekämpfte ich, indem ich einen leckeren Snack bereitstellte. Er aß nicht viel, aber zumindest eine Kleinigkeit.</p>
<p>Vor den Kindern mit <strong>Buckel</strong> habe ich auch Angst. Nicht direkt vor ihnen. Sondern davor, dass mein Sohn vom ewigen Gucken einen Buckel bekommt. Ich bekämpfe meine Angst, indem ich das Tablet auf Büchern staple. Oder wir legen uns hin und schauen im Liegen. Dann macht mein Sohn keinen krummen Rücken. Manchmal ist es leicht, seine Angst zu besiegen.</p>
<h2>Eigene Bedürfnisse</h2>
<p>Ein ganz wichtiger Punkt, finde ich. Der kleine Mann kann jederzeit das Tablet benutzen. Das heißt aber nicht, dass unser Leben nur noch Zuhause stattfindet. Und wir uns ausschließlich nach ihm richten müssen. Ich bin ein Mensch, der liebend gern rausgeht. Wenn wir eine besonders beschissene Nacht hinter uns haben, ist es frische Luft, die mir gut tut. Gleich nach der heißen Dusche. Und einem leckeren Frühstück.</p>
<div id='c8207_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<p>In der Anfangszeit, als der kleine Mann noch „inhalierte“, war der <strong>Tagesablauf</strong> schwer zu planen. Er dachte wohl, das Tablet würde dann verschwinden. Ich versicherte ihm, das Tablet würde warten. Draußen hatten wir kein Internet. Konnten eh nichts gucken. Wenn wir wieder Zuhause sind, versprach ich weiter, können wir gern weitergucken. Er vertraute mir. Wir gingen raus. Verbrachten eine schöne Zeit an der frischen Luft. Abends kehrten wir heim. Und wie versprochen durfte er zum Tablet.</p>
<p>Wenn unsere Babysitterin da ist, darf er auch gucken. Aber wir raten ihm, seine Zeit mit ihr zu nutzen, da sie nur einmal pro Woche kommt. Das Tablet ist immer da. Sie nicht. Erst zögert er. Dann legt er das Tablet beiseite. Und spielt etwas anderes mit ihr.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4674" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind malt und klebt" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<h2>Aktueller Stand der Dinge</h2>
<p>So läuft es momentan. Es ist mal so, mal so. Manchmal ist es nervig, wenn ich mir diesen hohlen Kikifax ansehen muss. Zum tausendsten und abertausendsten Mal. Aber es ist auch schön, wenn ich erkenne, dass dieser hohle Kikifax doch nicht so hohl ist. Die Babystimmen nerven mich immer noch, keine Frage. Aber immerhin geben sich die Leute Mühe. Denken sich Szenen aus. Probleme. Passende Lösungen. Zumindest betrifft das die Videos, die wir aktuell sehen. Wer weiß, was uns noch erwartet. Es geht bestimmt noch viiiiel schlimmer!</p>
<p>Wichtig fand ich wie gesagt, dass hier jedermanns <strong>Bedürfnisse</strong> geachtet werden. Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, gehen wir raus. Das hat anfangs enorm <strong>Geduld</strong> gekostet. Weil der kleine Mann unbedingt schauen wollte. Ich ließ ihn. Schaute weiter mit ihm. Wenn ich Hunger bekam, ließ ich ihn allein weitergucken. Was auch mal ganz angenehm war. Dann machte ich uns Essen. Kam zurück. Und wir guckten zusammen weiter.</p>
<p>Später äußerte ich erneut den Gedanken, nach draußen zu gehen. Je nachdem, wie dringend ich es wollte, formulierte ich die Sätze anders. Wenn ich wirklich raus musste, war es keine Frage mehr, ob wir rausgehen wollen. Ich entschied es. „Lass uns jetzt rausgehen.“ Es dauerte noch eine Weile. Ich zog mich indes an. Redete, was wir unternehmen könnten. Wohin wir gehen könnten. Und irgendwann klappte es dann und der kleine Mann klinkte sich ein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4675" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind mit Mutter unterwegs" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Falsche Zielsetzung</h2>
<p>Den Kommentar eines „Unerzogen leben“-Mitglieds fand ich ganz interessant. Er antwortete auf den Beitrag einer Mutter, die ihr Kind ebenfalls selbstbestimmt Tablet schauen ließ. Anfangs saßen die Kinder vier <strong>Stunden</strong> pro Tag am Tablet. Was sich später auf etwa 15 Minuten reduzierte. Im Durchschnitt. In mir kam der Drang auf, das nachzumachen. Aber mit einem falschen Ziel. Ich wollte unseren Sohn selbstbestimmt Tablet schauen lassen. Aber nur, damit wir diese 15 Minuten erreichen.</p>
<p>Da bremste mich der Kommentar des Gruppenmitglieds. Er erwiderte, dass das nicht das Ziel sein sollte. Es könnte sich ja auch herausstellen, dass ein anderes Kind liebend gern Stunden am Tablet verbringt. DAS ist Selbstbestimmung. Diesen Kommentar nahm ich mir zum Vorbild. Ich ergänzte ihn dann nur noch durch das Kapitel „Eigene Bedürfnisse“.</p>
<h2>Das große Ganze</h2>
<p>Vielleicht wundert es euch, dass es bei uns nur wenige Tage gedauert hat, damit es bei uns „klappt“. Dass der kleine Mann das Tablet beiseite legen und etwas anderes machen kann. DAS bezeichne ich als „klappen“. Es ist nicht die Zeit, die er damit verbringt. Es ist der <strong>Umgang</strong>. Er weiß, das Tablet ist da. Immer. Es wird ihm nicht weggenommen oder dergleichen. Ich bin schon etwas erstaunt, dass er das versteht.</p>
<p>Ich kann es nur vermuten, aber vielleicht waren es die Umstände, unter denen unser Sohn aufgewachsen ist. Der kleine Mann wächst <strong>bedürfnisorientiert</strong> auf. Das bedeutet zum Beispiel, dass er weiterhin nach Bedarf gestillt wird. Wir schlafen gemeinsam im Familienbett, weil er es nicht allein kann/will (und ich mittlerweile auch nicht). Bei uns gibt es kein Lob und kein Tadel. Keine Belohnung für „gutes“ Benehmen. Keine Bestrafung und Konsequenz für „schlechtes“.</p>
<p>Außerdem geht der Papa arbeiten &#8211; zu Hause und auswärts. Ich arbeite von zu Hause und bastle an unserem Blog. Den kleinen Mann betreue ich dabei rund um die Uhr. Aber auch der Papa ist öfter zu Hause als manch anderer. Weil der kleine Mann nicht in die Kita geht, unternehmen wir viel gemeinsam. Zusammen. Als Familie. Selten spielt der kleine Mann allein. Es sei denn, er will das wirklich. Kann ich bis jetzt an einer Hand abzählen. Einmal pro Woche gönnen wir uns eine Babysitterin. Das war’s.</p>
<p>Das soll kein Dogma sein! Bloß nicht! Ich wollte nur kurz unser Leben beleuchten. Euch zeigen, wie unser Sohn aufwächst. Vielleicht hat eins dieser Dinge geholfen, damit es so ist, wie es aktuell ist. Keine Ahnung. Das nur als Randnotiz für diejenigen von euch, die ihr Kind auch selbstbestimmt mit dem Tablet umgehen lassen wollen. Und bei denen es nicht so recht „klappen“ will.</p>

<h2>Gibt es gar keine Grenzen?</h2>
<p>Zum Schluss muss ich noch hinzufügen: Wir haben uns von Anfang an für ein paar Grenzen entschieden. Wenn das bedeutet, dass das keine Selbstbestimmung mehr ist, dann hört sie für uns hier auf. Hier schützen wir unseren Sohn wieder. Zum Einen: Unser Sohn kann gern Lieder hören. Kindersendungen sehen. Dokumentationen. Filme, die für sein Alter (oder darunter) geeignet sind. Was auch immer. Wir ziehen einen Schlussstrich bei Gewaltszenen, pornografischen Inhalten und dergleichen. Ganz klar. Wir schützen ihn vor solchen Inhalten. Das liegt in unserer <strong>Verantwortung</strong>. Er weiß nicht, was es für kranke Videos im Internet gibt. Davor bewahren wir ihn.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4676" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind guckt YouTube Video" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Zum Anderen: <strong>Spiele</strong> sind nicht auf dem Tablet drauf. Genauso wenig wie auf unseren Smartphones. Hier war vor allem mein Mann das Zünglein an der Waage. Er ist der Computerfreak. Er kennt sich aus. Weiß, wie Spiele gemacht werden, um wirklich süchtig zu machen. Mit Zielsetzung. Belohnungssystem und dergleichen. Alles Dinge, die nicht in unseren „Erziehungsstil“ passen. Der kleine Mann soll eigene Ziele haben. Und sie nicht vorgesetzt bekommen. Belohnungen lehnen wir sowieso ab. Wenn es ein Spiel gibt, das alldem nicht entspricht, dann werden wir es uns holen. Wir sind dem Ganzen zumindest nicht völlig abgeneigt.</p>
<p>Puh! Das war eine ganze Menge, die ich loswerden musste. Hier endet mein Beitrag erst einmal. Wenn sich einschneidende Erlebnisse ereignen, werde ich einen Nachtrag schreiben. Bis dahin kann ich sagen: Ich bin froh über unsere Entscheidung.<br />
</p>
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		<title>Maulwurfstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2016 16:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Maulwurfstadt&#8220; von Torben Kuhlmann erzählt die Geschichte der Maulwürfe und ihrem stetigen Fortschritt unter Tage. Das Buch wird vom Hersteller für Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren empfohlen. Was passiert und ob ich euch das Buch empfehlen kann, erfahrt ihr im Folgenden. Maulwurfstadt Dass sich auch Erwachsene dieses Kinderbuch, das fast ausschließlich ohne Text ... <a title="Maulwurfstadt" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/maulwurfstadt/" aria-label="Mehr zu Maulwurfstadt">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="buchimgthumb" src="//ws-eu.amazon-adsystem.com/widgets/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=3314102747&amp;Format=_SL250_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=milchtropfen-21" alt="Maulwurfstadt" width="200" height="150" />&#8222;Maulwurfstadt&#8220; von Torben Kuhlmann erzählt die Geschichte der Maulwürfe und ihrem stetigen Fortschritt unter Tage.</p>
<p>Das Buch wird vom Hersteller für Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren empfohlen.</p>
<p>Was passiert und ob ich euch das Buch empfehlen kann, erfahrt ihr im Folgenden.<span id="more-830"></span><div id='c4844_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Maulwurfstadt</h2>
<p>Dass sich auch Erwachsene dieses Kinderbuch, das fast ausschließlich ohne Text auskommt, ansehen können, kann ich mir gut vorstellen. Immerhin beinhaltet es eine wunderbare Botschaft. Und die können sowohl Große als auch Kleine herausfinden &#8211; nun ja, die Kleinen mit etwas Hilfe der Erwachsenen.</p>
<p>Doch widmen wir uns zunächst dem Inhaltlichen von <a href="http://amzn.to/29by8EC" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Maulwurfstadt&#8220;</a>*:</p>
<h2>Um was geht es?</h2>
<p>Am Anfang sind da nur ein Maulwurf und sein Maulwurfshügel auf einer schönen grünen Wiese mitten in der Natur.</p>
<p>Mit seinen bloßen Händen schaufelt sich der Maulwurf seine Gänge und gräbt und gräbt und gräbt.</p>
<p>Irgendwann stehen da ein paar Maulwürfe, vollgepackt mit Taschen und Koffern, und wollen auch dort wohnen.</p>
<p>Mit der Zeit kommen immer mehr Maulwürfe, immer mehr Maulwurfshügel bedecken die nun nicht mehr so saftig grüne Wiese. Die Hände reichen bald nicht mehr aus und nach und nach kommen immer größere Werk- und Fahrzeuge zum Einsatz.</p>
<p>Immer tiefer und tiefer wird gegraben, die Luft außerhalb der Hügel wird verpestet vom Rauch, der aus den Schornsteinen quillt.</p>
<p>Allmählich verlernen die Maulwürfe das Leben. Sie sitzen vor der Glotze, essen Dosenfutter, gehen ihrer täglichen Arbeit nach, werden überhäuft mit Bürokratie und sind gefangen im Alltagstrott.</p>
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<p>Man fürchtet beinahe, das letzte mit Sperrband umkreiste Stückchen Wiese, das zwischen all dem Dreck und Staub zu finden ist, bedeutet das Ende der Maulwurfstadt. Das Buch wird kein gutes Ende nehmen.</p>
<p>Etwas betrübt und gefrustet blättert man auf den letzten Einband und sieht, dass doch noch Hoffnung besteht. Auf Zeitungsartikeln und Fotos erkennt man, dass einige Maulwürfe mit Demonstrationen beginnen. Wichtige Maulwürfe reichen sich die Hände, Pflanzen werden angebaut. Windräder tauchen als natürliche Energielieferanten auf der Wiese auf, die langsam und allmählich zwischen all den Maulwurfshügeln wieder zu wachsen beginnt.</p>
<h2>Meine Meinung</h2>
<p>Ein gutes Buch! Etwas düster, aber so ist da nun mal unter der Erde, nicht wahr?</p>
<p>Und dass das Buch so wenig Text hat und dennoch genügend Aussagekraft besitzt, finde ich toll. Dem Leser muss ja nicht ständig gesagt werden, was er sieht. Da kann er sich auch mal selber ein Bild machen und sein Gehirn gebrauchen. Dazu ist es schließlich da.</p>
<p>Anregend ist es auf jeden Fall. Es lässt einen über das eigene Leben, über das Leben der Menschen sinnieren. Wir sind doch ganz genau so, wie die Maulwürfe in dieser Geschichte dargestellt werden. Immer weiter schreiten wir voran, doch dürfen wir nicht vergessen, wie man eigentlich lebt und was Fortschritt bewirken kann. Sowohl Gutes als auch Schlechtes, um es mal vereinfacht zu formulieren.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Ein sehr schön illustriertes Buch, das mit wenig Blabla auf den Punkt kommt und vom allgegenwärtigen Thema um den Umweltschutz, aber auch um das eigene Leben erzählt.</p>
<p>Ich kann es euch nur empfehlen. Holt es euch, schaut es euch auch mit den ganz Kleinen an, beschreibt, was man sieht, was es bedeutet, diskutiert mit den Älteren und philosophiert drauf los.</p>
<p>&#8222;Maulwurfstadt&#8220; ist <a href="http://amzn.to/29by8EC" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">hier auf Amazon</a>* erhältlich.</p>
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