Treffen sich ein Kind und ein Tablet

Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind starrt auf Tablet

Ist das ein Witz? Kann sein. Nur weiß ich noch nicht, wie dieser enden wird. Wie er anfängt, wisst ihr jetzt. Wir haben unseren 2-jährigen Sohn auf unser Tablet losgelassen…

Treffen sich ein Kind und ein Tablet

Es klingt wie ein Scherz. Ist aber keiner. Das Ende ist noch nicht geschrieben. Aber den Anfang kann ich euch schonmal erzählen.

Mein Mann und ich begeben uns auf ein fremdes Gebiet. Lassen los von „Du darfst pro Woche ein kurzes Video sehen (dessen Inhalt WIR bestimmen).“. Stattdessen heißt es nun bei uns „Du willst etwas auf dem Tablet schauen? Ok.“

Seid ihr bekloppt?

Früher hätte ich bei solchen Sprüchen mit dem Kopf geschüttelt. Die Eltern für verrückt erklärt. Für asozial gehalten. Weil sie ihr Kind einem Gerät mit ordentlich Suchtpotential aussetzen. Statt sich mit ihrem Kind zu beschäftigen. Es ist unverantwortlich!

Ja, so in etwa stelle ich mir meine Reaktion vor. Aber heute denke ich anders. Warum? Woher der plötzliche Sinneswandel?

Ruth

Nur einige Tage ist es her, seit ich auf Facebook einer Gruppe beitrat. Der „Unerzogen leben“-Gruppe. Auf diesem Weg lernte ich den gleichnamigen Blog von Ruth kennen. Das Thema „Unerzogen leben“ fesselte mich. Wenngleich es für mich kein völlig neues Gebiet war.
Rasch musste ich jedoch feststellen, dass ich erzog. Obwohl ich es nicht wollte. Beispielsweise beim Thema „Tablet“. Mein Mann und ich waren der festen Überzeugung, unser Kind zu schützen. Vor der Sucht.

Der kleine Mann wollte nicht nur EIN Video sehen. Kaum war das eine zu Ende, wollte er noch eins sehen. Und noch eins. Und noch eins. Das hätte er tagelang machen können. Wir waren froh, diesem Suchtverhalten einen Riegel vorzuschieben. Zum Schutz. Davor, dass er nicht verdummt. Den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als vor dem Tablet zu sitzen. Zu glotzen. Sich berieseln zu lassen.

Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind starrt auf Tablet

Denn da draußen wartete doch das Leben auf ihn! Spielplätze mit vielen Kindern! Wälder! Strände! Ohne Ende Natur! Straßen voller Menschen! Jeder anders als der andere! Trubel und Tumult, in den er sich stürzen sollte! Um am Abend gemütlich zu Hause in unseren Armen einzuschlummern. Den anstrengenden, aber gigantischen Wahnsinn zu verarbeiten, den er erlebt hatte. DAS war meine Vorstellung von Leben. Dieses Leben sollte er führen. Aber ich fand Ruth’s Blog. Las ihre Beiträge. Und verstand: Ich muss loslassen.


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Ängste

Ich musste meine Angst loslassen. Und sie in Vertrauen umwandeln. Vertrauen in die Fähigkeiten meines Sohnes. Darin, dass er weiß, dass das Tablet keine verbotene Frucht mehr ist, die er pausenlos kosten muss. Nichts außergewöhnliches.

Indem wir unserem Sohn freistellten, zu entscheiden, wann, wie oft und wie lange er das Tablet benutzen wollte. Dadurch würden wir dem Tablet seine magische Anziehungskraft nehmen. Es sollte etwas werden, was er als Beschäftigungsmöglichkeit ansehen konnte. Damit er eine Auswahl treffen kann. Nicht etwas, das es nur selten gibt und daher in jeder nur erdenklichen Sekunde inhaliert werden muss. Vielleicht sogar so weit, dass er unsere Regeln irgendwann mit Verheimlichen oder Lügen umgehen würde.

Das ist es nicht, was wir wollen. Was wir wollen, ist Vertrauen. So, wie es bisher immer war. Unser Sohn sagt uns die Wahrheit. Weil er weiß, dass er nicht bestraft wird. Weder durch Liebesentzug noch sonst irgendetwas. Es war nie der Fall und soll es auch nie werden. Schmerzlich genug sind die eigenen Erinnerungen.

Vertrauen

Die ersten Tage, nachdem wir unserem Sohn freien Zugang zum Tablet erlaubten, war hart. Anfangs gab es nichts anderes. Kaum wachte er morgens auf, hieß es „Tablet?“. – Zack! – krabbelte er aus dem Bett und holte das Tablet. Ich setzte mich neben ihn. Wir schauten gemeinsam. Frühstück? „Nein. Tablet.“ Raus gehen? Frische Luft schnappen? Wir müssen noch einkaufen gehen. „Nein. Tablet.“ Was es auch war: Zähne putzen, schlafen gehen – er wollte es nicht. Nur das Tablet nahm er wahr.

Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind malt und schreibt auf Tablet

Ich hatte mich auf diese Zeit vorbereitet. Erfahrungsberichte anderer Eltern gelesen. Auch bei ihnen waren die Kinder erstmal nicht vom Tablet wegzubekommen. Als würden sie denken, die Zeit, in der sie endlich mal ans Tablet durften, sei begrenzt. Müsse ausgekostet werden. Nichts hat mehr Bedeutung. Befürchteten sie etwa, dass das Tablet verschwindet, sobald sie es aus der Hand geben? Vielleicht starrten sie deshalb ewig auf den Bildschirm. Ihre Eltern ließen sie. Und wir ließen unseren Sohn.

Wir vertrauten ihm. Er sollte es kennenlernen. Verstehen, dass es fortan zu seinem Leben dazugehört. Aber dass es auch andere Dinge im Leben gibt.

Kikifax

Vor der „Unerzogen leben“-Methode schauten wir uns Videos auf YouTube an. Feuerwehr. Polizei. Bagger. Dinge, die ihn interessierten. Aber von denen er auch etwas lernen konnte. Wir ließen ihn immer nur „echte“ Videos schauen. Kein verblödetes Zeichentrickgedöns. In denen Fahrzeuge Gesichter haben. Freudig im Kreis hüpfen. Kitschige Lieder singen.

Auf diesem Weg befreiten wir uns zumindest vom schlechten Gewissen, wenn wir unser Kind vor dieses gefährliche Gerät setzten. Immerhin war es lehrreich.


Als der kleine Mann freien Zugang zum Tablet erhielt, änderte sich erst nichts. Wenn er ein (wie ich es nannte) „Kikifax“-Video ansehen wollte, verneinte ich. Sagte, das seien hohle Videos. Kikifax. Ohne Inhalt. Nur zur Unterhaltung. Und derart auf kindlich gemacht, dass mir die Galle hochkam.

Doch wer Werbung schaltet, landet oben in der Playliste. Weshalb der kleine Mann eines Tages ein Werbevideo anklickte. Von einem weiblichen Zeichentrickfeuerwehrauto. Mit Augen. Wimpern. Einer schrillen Stimme. Mit diesem Video begann die Zeit des Horrors.

Angst vor Verdummung

Kaum hatte ich meine Angst überwunden, tauchte sie wieder auf. Nur ausgetauscht gegen eine andere. Zuvor sorgte ich mich noch, dass unser Sohn süchtig wird. Nun befürchtete ich, dass er verdummt. Die Videos, die er ansah, waren kolossaler Schwachsinn. Die bunte Welt der quietschenden Schnuffeltierchen brach über mir zusammen.

Ich versuchte es mit Regulation. Wollte meinen Sohn auf vernünftige Inhalte umlenken. Er weigerte sich. Mit voller Inbrunst! Er schrie mir dermaßen die Ohren voll, dass ich schnell begriff.

Anfangs tat ich mich schwer damit, ihn diesen Blödsinn sehen zu lassen. Ich meine: Eine Bahn mit Psychoaugen. Alle lächeln und sind total glücklich! Jaaaaaa! Fliegende Hundehäufchen mit Kulleraugen! Sie sprechen, als hätten sie Helium eingeatmet! Schau nur! Sie tanzen über einen Regenbogen! Welche Farben kannst du erkennen?

Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kinder drehen durch

Begleitet wurde der Wahnsinn von einer nie enden wollenden Heididei-Musik. Ich sag euch, ich hatte es nicht leicht. Doch der kleine Mann fand es grandios. Er drückte auf Wiederholen. Immer und immer wieder. Diese gestellte perfekte Welt machte mich rasend. Und ödete mich gleichzeitig an.

Was kann ich tun?

Wir haben keinen Fernseher mehr. Aber DAMALS (war alles besser, nein). Ich erinnere mich, dass ich gern vor der Glotze saß. Mich berieseln ließ. Ich hatte wie immer einen beschissenen Tag auf der Arbeit verbracht. Auf dem Heimweg fuhr die Bahn nicht. Natürlich. Denn ich wollte ja nach Hause. Endlich daheim angekommen, brauchte ich meine Ruhe. Abschalten. Fernseher an. Essen. Und alle Viere von mir strecken.

Vielleicht ist es beim kleinen Mann nicht vergleichbar. Mag sein, dass er nicht berieselt werden will. Sondern es schlichtweg interessant findet. Und sogar etwas dabei lernt. Was immer das sein mag. Aber diese Sichtweise von damals half mir, es gut sein zu lassen. Ich akzeptierte, dass er jetzt „hohles Zeug“ sehen wollte.

Was ich tun konnte, tat ich. Ich setzte mich neben ihn. Wir kuschelten und machten es uns gemütlich. Ich leistete ihm Gesellschaft, statt ihn damit allein zu lassen. Hier und da warf ich was ein. Erklärte, was in den Szenen geschah. Benannte die Gefühle. Manchmal sagte ich auch einfach nichts und schwieg. Ab und zu zeigte mir mein Sohn, was er gesehen hatte. Dann unterhielten wir uns darüber.

Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Mutter und Kind schauen Tablet

Wenn meine Angst wiederkehrte, unternahm ich etwas gegen sie. Ich befürchtete, dass mein Sohn neben all dem Tabletgucken das Essen vergisst. Ich fragte ihn zwar, aber er sagte jedes Mal „Nein.“. Während er auf den Bildschirm starrte. Meine Sorge bekämpfte ich, indem ich einen leckeren Snack bereitstellte. Er aß nicht viel, aber zumindest eine Kleinigkeit.

Vor den Kindern mit Buckel habe ich auch Angst. Nicht direkt vor ihnen. Sondern davor, dass mein Sohn vom ewigen Gucken einen Buckel bekommt. Ich bekämpfe meine Angst, indem ich das Tablet auf Büchern staple. Oder wir legen uns hin und schauen im Liegen. Dann macht mein Sohn keinen krummen Rücken. Manchmal ist es leicht, seine Angst zu besiegen.

Eigene Bedürfnisse

Ein ganz wichtiger Punkt, finde ich. Der kleine Mann kann jederzeit das Tablet benutzen. Das heißt aber nicht, dass unser Leben nur noch Zuhause stattfindet. Und wir uns ausschließlich nach ihm richten müssen. Ich bin ein Mensch, der liebend gern rausgeht. Wenn wir eine besonders beschissene Nacht hinter uns haben, ist es frische Luft, die mir gut tut. Gleich nach der heißen Dusche. Und einem leckeren Frühstück.

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In der Anfangszeit, als der kleine Mann noch „inhalierte“, war der Tagesablauf schwer zu planen. Er dachte wohl, das Tablet würde dann verschwinden. Ich versicherte ihm, das Tablet würde warten. Draußen hatten wir kein Internet. Konnten eh nichts gucken. Wenn wir wieder Zuhause sind, versprach ich weiter, können wir gern weitergucken. Er vertraute mir. Wir gingen raus. Verbrachten eine schöne Zeit an der frischen Luft. Abends kehrten wir heim. Und wie versprochen durfte er zum Tablet.

Wenn unsere Babysitterin da ist, darf er auch gucken. Aber wir raten ihm, seine Zeit mit ihr zu nutzen, da sie nur einmal pro Woche kommt. Das Tablet ist immer da. Sie nicht. Erst zögert er. Dann legt er das Tablet beiseite. Und spielt etwas anderes mit ihr.

Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind malt und klebt

Aktueller Stand der Dinge

So läuft es momentan. Es ist mal so, mal so. Manchmal ist es nervig, wenn ich mir diesen hohlen Kikifax ansehen muss. Zum tausendsten und abertausendsten Mal. Aber es ist auch schön, wenn ich erkenne, dass dieser hohle Kikifax doch nicht so hohl ist. Die Babystimmen nerven mich immer noch, keine Frage. Aber immerhin geben sich die Leute Mühe. Denken sich Szenen aus. Probleme. Passende Lösungen. Zumindest betrifft das die Videos, die wir aktuell sehen. Wer weiß, was uns noch erwartet. Es geht bestimmt noch viiiiel schlimmer!

Wichtig fand ich wie gesagt, dass hier jedermanns Bedürfnisse geachtet werden. Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, gehen wir raus. Das hat anfangs enorm Geduld gekostet. Weil der kleine Mann unbedingt schauen wollte. Ich ließ ihn. Schaute weiter mit ihm. Wenn ich Hunger bekam, ließ ich ihn allein weitergucken. Was auch mal ganz angenehm war. Dann machte ich uns Essen. Kam zurück. Und wir guckten zusammen weiter.

Später äußerte ich erneut den Gedanken, nach draußen zu gehen. Je nachdem, wie dringend ich es wollte, formulierte ich die Sätze anders. Wenn ich wirklich raus musste, war es keine Frage mehr, ob wir rausgehen wollen. Ich entschied es. „Lass uns jetzt rausgehen.“ Es dauerte noch eine Weile. Ich zog mich indes an. Redete, was wir unternehmen könnten. Wohin wir gehen könnten. Und irgendwann klappte es dann und der kleine Mann klinkte sich ein.

Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind mit Mutter unterwegs

Falsche Zielsetzung

Den Kommentar eines „Unerzogen leben“-Mitglieds fand ich ganz interessant. Er antwortete auf den Beitrag einer Mutter, die ihr Kind ebenfalls selbstbestimmt Tablet schauen ließ. Anfangs saßen die Kinder vier Stunden pro Tag am Tablet. Was sich später auf etwa 15 Minuten reduzierte. Im Durchschnitt. In mir kam der Drang auf, das nachzumachen. Aber mit einem falschen Ziel. Ich wollte unseren Sohn selbstbestimmt Tablet schauen lassen. Aber nur, damit wir diese 15 Minuten erreichen.

Da bremste mich der Kommentar des Gruppenmitglieds. Er erwiderte, dass das nicht das Ziel sein sollte. Es könnte sich ja auch herausstellen, dass ein anderes Kind liebend gern Stunden am Tablet verbringt. DAS ist Selbstbestimmung. Diesen Kommentar nahm ich mir zum Vorbild. Ich ergänzte ihn dann nur noch durch das Kapitel „Eigene Bedürfnisse“.

Das große Ganze

Vielleicht wundert es euch, dass es bei uns nur wenige Tage gedauert hat, damit es bei uns „klappt“. Dass der kleine Mann das Tablet beiseite legen und etwas anderes machen kann. DAS bezeichne ich als „klappen“. Es ist nicht die Zeit, die er damit verbringt. Es ist der Umgang. Er weiß, das Tablet ist da. Immer. Es wird ihm nicht weggenommen oder dergleichen. Ich bin schon etwas erstaunt, dass er das versteht.

Ich kann es nur vermuten, aber vielleicht waren es die Umstände, unter denen unser Sohn aufgewachsen ist. Der kleine Mann wächst bedürfnisorientiert auf. Das bedeutet zum Beispiel, dass er weiterhin nach Bedarf gestillt wird. Wir schlafen gemeinsam im Familienbett, weil er es nicht allein kann/will (und ich mittlerweile auch nicht). Bei uns gibt es kein Lob und kein Tadel. Keine Belohnung für „gutes“ Benehmen. Keine Bestrafung und Konsequenz für „schlechtes“.

Außerdem geht der Papa arbeiten – zu Hause und auswärts. Ich arbeite von zu Hause und bastle an unserem Blog. Den kleinen Mann betreue ich dabei rund um die Uhr. Aber auch der Papa ist öfter zu Hause als manch anderer. Weil der kleine Mann nicht in die Kita geht, unternehmen wir viel gemeinsam. Zusammen. Als Familie. Selten spielt der kleine Mann allein. Es sei denn, er will das wirklich. Kann ich bis jetzt an einer Hand abzählen. Einmal pro Woche gönnen wir uns eine Babysitterin. Das war’s.

Das soll kein Dogma sein! Bloß nicht! Ich wollte nur kurz unser Leben beleuchten. Euch zeigen, wie unser Sohn aufwächst. Vielleicht hat eins dieser Dinge geholfen, damit es so ist, wie es aktuell ist. Keine Ahnung. Das nur als Randnotiz für diejenigen von euch, die ihr Kind auch selbstbestimmt mit dem Tablet umgehen lassen wollen. Und bei denen es nicht so recht „klappen“ will.

Gibt es gar keine Grenzen?

Zum Schluss muss ich noch hinzufügen: Wir haben uns von Anfang an für ein paar Grenzen entschieden. Wenn das bedeutet, dass das keine Selbstbestimmung mehr ist, dann hört sie für uns hier auf. Hier schützen wir unseren Sohn wieder. Zum Einen: Unser Sohn kann gern Lieder hören. Kindersendungen sehen. Dokumentationen. Filme, die für sein Alter (oder darunter) geeignet sind. Was auch immer. Wir ziehen einen Schlussstrich bei Gewaltszenen, pornografischen Inhalten und dergleichen. Ganz klar. Wir schützen ihn vor solchen Inhalten. Das liegt in unserer Verantwortung. Er weiß nicht, was es für kranke Videos im Internet gibt. Davor bewahren wir ihn.

Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind guckt YouTube Video

Zum Anderen: Spiele sind nicht auf dem Tablet drauf. Genauso wenig wie auf unseren Smartphones. Hier war vor allem mein Mann das Zünglein an der Waage. Er ist der Computerfreak. Er kennt sich aus. Weiß, wie Spiele gemacht werden, um wirklich süchtig zu machen. Mit Zielsetzung. Belohnungssystem und dergleichen. Alles Dinge, die nicht in unseren „Erziehungsstil“ passen. Der kleine Mann soll eigene Ziele haben. Und sie nicht vorgesetzt bekommen. Belohnungen lehnen wir sowieso ab. Wenn es ein Spiel gibt, das alldem nicht entspricht, dann werden wir es uns holen. Wir sind dem Ganzen zumindest nicht völlig abgeneigt.

Puh! Das war eine ganze Menge, die ich loswerden musste. Hier endet mein Beitrag erst einmal. Wenn sich einschneidende Erlebnisse ereignen, werde ich einen Nachtrag schreiben. Bis dahin kann ich sagen: Ich bin froh über unsere Entscheidung.

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Über Julia

Hallo! Ich bin Julia, 26 Jahre alt und blogge seit 2016. Ich bin Mutter eines kleinen Mannes (geb. 2015) und bastel mit Leidenschaft.
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6 Gedanken zu „Treffen sich ein Kind und ein Tablet

  1. Ich beziehe mich auf deinen Tablet Artikel:
    Auch selbstbestimmt schadet so häufige Mediennutzung dem 2 jährigen Gehirn. Wenn er es nur 15 min am Tag benutzt, dann okay. Wenn er aber 4 Std schaut und ihr es weiter zulasst, dann ist es Wohlstands-Kindeswohlgefährdung in meinen Augen. Und verantwortungslos.
    Lies mal die Richtlinien für Mediennutzung für Kleinkinder.

    • Hallo Nicole,
      auch dir danke ich für deinen kritischen Kommentar. Dass wir nicht alle einer Meinung sind, was das Thema Mediennutzung betrifft, ist klar.
      Da du allerdings das Wort „Wohlstand-Kindeswohlgefährdung“ fallen gelassen hast, möchte ich es nicht unkommentiert lassen.
      Die Richtlinien für Mediennutzung für Kleinkinder habe ich gelesen. Daraus geht hervor, dass Kinder und Jugendliche vermehrt Medien nutzen. Sie bewegen sich weniger, können sich schlechter konzentrieren und laufen Gefahr zu vereinsamen.
      Kennst du diese Familien? Weißt du, wie der Alltag in diesen Familien sonst aussieht? Unternehmen die Eltern viel mit ihren Kindern? Lassen sie sie oft allein spielen? Wer sind die „Experten“, von denen hier die Rede ist?
      Ich kenne diese Familien nicht und ich kann es natürlich nur vermuten, wenn ich sage, dass Kinder, die nur noch vor dem Tablet o.ä. allein hocken, etwas zu kompensieren versuchen. Da stimmt – meiner Meinung nach – etwas in der Familie nicht. Fehlende Bindung? Zu wenig, was sie gemeinsam machen?
      Ich finde es immer sehr schwierig, solche Aussagen ernst zu nehmen. Und wenn ich mir meine kleine Familie ansehe, dann kann ich sagen: Das Tablet ist ein Teil unseres Lebens geworden. Wir nutzen es wie jedes andere Spielzeug zu Hause auch. Und weißt du was? Der kleine Mann kann es dann auch einfach beiseite legen und sich anderen Dingen widmen. Wir gehen raus – stundenlang – und unternehmen etwas gemeinsam als Familie.
      Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich mein Kind nicht gefährdet sehe.
      Natürlich verstehe ich deine Angst. Du kennst uns ja auch nicht. Aber ich kann dir versichern, dass es uns allen sehr gut geht.
      Liebe Grüße
      Julia

  2. Ich hätte nur eine kleine Bemerkung , wir gucken auch gerne Tablet,aber es ist in diesem Maße sehr schädigend fürs Auge. Es ist ein Muskel und wird durch dieses lange nah gucken stark daran gewöhnt. Dadurch „verkürzt“ sich der Muskel und die Gefahr der kurzsichtig besteht. Ich wollte das nur zu bedenken geben, auch Kinder Augen können schlechter werden mit der Zeit..

    • Hallo Lisa,
      Danke für deinen kritischen Kommentar.
      Über Kurzsichtigkeit habe ich mich mal belesen. Herausgefunden habe ich, dass Kurzsichtigkeit vermehrt in Industrieländern auftritt. Auch der Bildungsstand (je höher der Schulabschluss, desto mehr Kurzsichtige) spielt dabei eine Rolle. Auch, ob sich Kinder oft in geschlossenen Räumen oder mehr im Freien aufhalten, ist ein entscheidender Faktor. Kurzsichtigkeit ist ebenso erblich bedingt.
      Die Gefahr der Kurzsichtigkeit besteht bei allen Naharbeiten. Das möchte ich nur noch zu deinem Kommentar ergänzen, da es sonst falsch verstanden werden könnte.
      Naharbeiten bedeutet Fernsehen, Spielen am Computer oder Tablet oder Smartphone, aber ebenso Lesen – sei es nun das eBook oder ein ganz normales Buch.
      Ich konnte nirgendwo lesen, dass die Tabletnutzung alleiniger Verursacher für Kurzsichtigkeit ist. Mitunter ist es ein Faktor von vielen.
      Wie kann man dagegen ankommen? Raus ans Tageslicht. Das ist sehr gut fürs Auge. Natürlich auch kein 100%iger Schutz gegen Kurzsichtigkeit, aber ein großer!
      Ich bin von Natur aus ein Mensch, der jeden Tag raus muss. Das ist für mich wichtig, um gute Laune zu bekommen bzw. sie zu behalten.
      Auf jeden Fall bin ich dir sehr dankbar für deine Anmerkung und behalte sie im Kopf.
      Liebe Grüße
      Julia

    • Hallo Jürgen,
      bei Gelegenheit werde ich mir mal diesen 2-stündigen Vortrag zu Gemüte führen und dann entscheiden, ob er geteilt werden soll oder nicht. Die Kommentare unter dem Video sprechen erst einmal dagegen, aber ich werde mir ein eigenes Bild machen. Es kann also dauern.
      Aber erst einmal vielen Dank für den Link.
      Liebe Grüße
      Julia

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