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		<title>Mein Kind rennt ständig weg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Dec 2017 20:27:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aktuell hab ich sehr damit zu kämpfen, dass mein Kind ständig vor mir wegrennt, und muss Möglichkeiten finden, wie ich diese Hürde meistern kann. Wenn das Thema Wegrennen auch gerade aktuell bei dir ist, könnte dir der folgende Artikel womöglich helfen. Mein Kind rennt ständig weg Kennst du das? Du gehst allein mit deinem Kind ... <a title="Mein Kind rennt ständig weg" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/mein-kind-rennt-staendig-weg/" aria-label="Mehr zu Mein Kind rennt ständig weg">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aktuell hab ich sehr damit zu kämpfen, dass mein Kind ständig vor mir <strong>wegrennt</strong>, und muss Möglichkeiten finden, wie ich diese Hürde meistern kann.</p>
<p>Wenn das Thema Wegrennen auch gerade aktuell bei dir ist, könnte dir der folgende Artikel womöglich helfen.</p>
<p><span id="more-8206"></span></p>
<h2>Mein Kind rennt ständig weg</h2>
<p>Kennst du das? Du gehst allein mit deinem Kind <strong>einkaufen</strong>, aber statt wie gewohnt gemeinsam mit dir die Sachen in den Einkaufswagen zu legen, <strong>rennt</strong> dein Kind plötzlich vor dir weg. Du kannst dich nicht mehr auf deine Einkaufsliste konzentrieren, sondern bist ständig dabei, deinem Kind hinterherzusprinten und zu gucken, wo es sich jetzt schon wieder <strong>versteckt</strong> hat.</p>
<p>Wenn du es dann endlich gefunden hast, macht es sich einen Jux daraus, wieder <strong>abzuhauen</strong>. Du biegst um die Ecke, wo du dein Kind vermutest und stehst plötzlich vor&#8230; allem, nur nicht deinem Kind. Du hetzt aufgeregt durch die Gänge und suchst und rufst nach ihm, aber findest es nicht.</p>
<p>Dann hörst du, wie dein Kind irgendwo verzweifelt nach dir ruft. Du machst dich also geschwind auf den Weg und ihr findet euch endlich wieder. Erleichtert fallt ihr euch in die Arme. Du erklärst ihm, dass es bei dir bleiben muss, damit ihr zusammen bleibt und euch nicht verliert. Dass du Angst hattest, als ihr euch <strong>verloren</strong> habt.</p>
<p>Kaum ist der Schock bei deinem Kind verschwunden, geht das Ganze von vorne los. Am Ende des Einkaufs hast du die Hälfte vergessen, passenderweise auch noch dumme Blicke und Kommentare von Außenstehenden geerntet und bist einem Herzinfarkt nahe. Dass es sich ähnlich beim Shoppen und Spaziergang verhält, brauchst du wahrscheinlich niemandem mehr erzählen&#8230;</p>
<p>Leider macht sich der Einkauf nicht von allein und du willst den Tag mit deinem Kind auch nicht nur zu Hause verbringen, sondern mit ihm auch mal an die frische Luft gehen. Du musst dir logischerweise Strategien zurecht legen, mit deinem kleinen Ausbüchser klarzukommen.</p>
<h2>Welches Bedürfnis steckt hinter dem Weglaufen?</h2>
<p>Bevor wir allerdings zu den Tipps kommen, möchte ich dich dazu einladen, hinzuschauen, welches <strong>Bedürfnis</strong> sich dein Kind mit seinem Weglaufen erfüllen könnte. Wir sollten stets das Positive hinter dem Verhalten unserer Kinder sehen bzw. es zumindest versuchen. Welches Bedürfnis könnte sich demnach hinter dem Weglaufen verbergen, wodurch du das Verhalten deines Kindes wenigstens etwas besser verstehen könntest?</p>
<h3>1. Entdeckerdrang</h3>
<p>Kinder lernen immer. Egal, wo sie sich befinden, was sie auch gerade machen: Sie lernen immer etwas und sie sind stets auf der Suche nach dem Neuen. Sie sind <strong>wissbegierig</strong>!</p>
<p>Wenn ein Kind mit zum Einkaufen geht, dann sieht es darin nicht nur das bloße Einkaufen wie wir Erwachsenen. Es sieht riesige Regale vor sich, Truhen, Fächer, gefüllt mit den verrücktesten Sachen in allen Formen und Farben. Es ist bunt, es ist hell, es ist laut, es lädt geradezu dazu ein, entdeckt zu werden.</p>
<p>Statt also im gemächlichen Schritttempo an deiner Seite zu gehen, rast dein Kind lieber durch die Abteilungen. Ist ja auch viel <strong>spannender</strong> und macht auch einfach mehr Spaß!</p>
<h3>2. Bewegungsdrang</h3>
<p>Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und sind ständig in <strong>Bewegung</strong>. Sie hüpfen, springen, toben, rennen und klettern. Es scheint, als würden sie dabei keinen einzigen Funken Energie verlieren.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8227" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-rennt-durchs-wasser.jpg" alt="Kind rennt durchs Wasser.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-rennt-durchs-wasser.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-rennt-durchs-wasser-400x253.jpg 400w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Unser Sohn braucht mit seinen 2,5 Jahren keinen Mittagsschlaf mehr und ist trotzdem bis 24 Uhr wach. Das ist der Wahnsinn! Es ist, als würde er einen riesigen Vorrat Energie in sich tragen, der, egal was wir am Tag mit ihm unternehmen, einfach nicht kleiner wird. Er liebt allgemein Dinge, die mit Action verbunden sind: Autorennen, Wettkämpfe, Rasereien, Verfolgungsjagden, Waldbrände bekämpfen spielen, er liebt Jets, weil die sich so schnell fortbewegen, er liebt einfach alles, was schnell und spannend ist.</p>
<p>Wenn ich also lieber gemächlich durch die Gänge schlendern will, tobt mein Kind lieber dort hindurch. Es macht ihm mehr Spaß und es kann dabei auch noch seinen <strong>natürlichen Bewegungsdrang</strong> ausleben.</p>
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<h3>3. Aufmerksamkeit</h3>
<p>Wenn es deinem Kind Spaß macht, vor dir wegzurennen, während du besorgt hinter ihm herhechelst, dann sucht es bei dieser Gelegenheit vielleicht einfach nur deine <strong>Aufmerksamkeit</strong>. Frag dich einfach mal selber, ob du deinem Kind genügend Aufmerksamkeit widmest. Oder ist es eher so, dass du öfter aufs Telefon schaust, während dein Kind dir gerade etwas zeigen oder erzählen will? Bist du <strong>abgelenkt</strong>, wenn es Kontakt zu dir sucht? Bist du genervt, ausgelaugt, wenn es &#8222;schon wieder&#8220; was von dir will?</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8224" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-zerrt-am-arm-von-erwachsenem.jpg" alt="Kind zerrt am Arm von Erwachsenem.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-zerrt-am-arm-von-erwachsenem.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-zerrt-am-arm-von-erwachsenem-400x253.jpg 400w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dann könnte dein Kind durch das <strong>Wegrennen</strong> versuchen, deine (wenn auch negative) Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.</p>
<h3>4. Autonomie, (Selbst-)Vertrauen</h3>
<p>Indem dein Kind den Supermarkt (oder welchen Ort auch immer) selber erkundet, finden in ihm ganz wichtige Lern- und Denkprozesse statt: Es lernt <strong>Autonomie</strong>, aber auch sein Vertrauen in sich selbst und seine Bezugsperson wächst.</p>
<p>Als unser Sohn etwa 1,5 Jahre alt war, verabschiedete er sich auf dem Spielplatz von mir und ging auf die Wiese, die am Spielplatz angrenzte. Ich verabschiedete mich ebenfalls von ihm und sagte, dass ich hier auf der Bank auf ihn warten würde. Ich schaute, wo es ihn hintreiben würde. Wollte wissen, ob er zurückkommen würde. Was ich sah, erstaunte mich: Nach einigen Metern drehte er sich immer um und schaute, ob ich noch da war. Ich winkte ihm zu, als Zeichen, dass ich ihn sehe und dass ich noch da bin.</p>
<p>Als seine kleine Tour beendet war, kam er wieder zurück. Ich war mir sicher, dass es für ihn sehr <strong>wichtig</strong> und lehrreich war, dass ich ihn selber gehen ließ und ihm mein Vertrauen schenkte. Ich verletzte allerdings meine Aufsichtspflicht nicht, um im Notfall eingreifen zu können. Ich denke, auch er wird dadurch viel gelernt haben: Ich schaffe das selber. Mama ist immer da. Er lernte, dass er Dinge selber schaffen und meistern kann. Nicht allein, denn er weiß ja, dass ich da bist. Dass er sich immer auf mich verlassen kann. Er lernte, seinen Fähigkeiten zu <strong>vertrauen</strong>, SICH SELBST zu vertrauen.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8228" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-steht-im-kanal-im-wasser.jpg" alt="Kind steht im Kanal im Wasser.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-steht-im-kanal-im-wasser.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-steht-im-kanal-im-wasser-400x253.jpg 400w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Klar kann es auch sein, dass sich dein Kind ein ganz anderes <strong>Bedürfnis</strong> durch das Weglaufen erfüllen möchte. Schau einfach weiter hinter sein Verhalten und was dir dein Kind damit sagen möchte. Ich bin mir sicher, du wirst schon bald dahinter kommen.</p>
<h2>Tipps, wenn dein Kind immer wegrennt</h2>
<p>Vielleicht braucht es eine Weile, bis sich dein Kind (mit deiner Unterstützung) sein Bedürfnis erfüllen konnte, und wird weiter vor dir weglaufen. Für diese Phase lege ich dir nun meine <strong>Tipps</strong> ans Herz und hoffe, dass sie dir helfen werden, durch diese wirklich nervenaufreibende Phase relativ stressfrei hindurchzukommen.</p>

<h3>1. Schaffe Ja-Umgebungen</h3>
<p>Ständig heißt es &#8222;Nein!&#8220; und &#8222;Bleib hier!&#8220; und &#8222;Lauf nicht weg!&#8220; und &#8222;STOPP!&#8220; und &#8222;Halt!&#8220; und so weiter. Versuch, Verbote erst auszusprechen, wenn sie wirklich <strong>notwendig</strong> sind, wie zum Beispiel das Anhalten an der Straße. Wenn dein Kind ständig und immerzu Verbote zu hören bekommt, wird es nicht hören, wenn es dir wirklich wichtig ist. Wenn du beispielsweise möchtest, dass dein Kind deine teure Ming-Vase in Ruhe lässt, dann stell sie doch einfach außer Reichweite, statt ständig zu meckern, dass es deine Vase nicht anfassen soll.</p>
<p>Also zu welchen Orten kannst du mit deinem Kind gehen, wo es nicht ständig <strong>Verbote</strong> hören und wo es sein Bedürfnis ausleben kann? Habt ihr eine große Wiese, auf der ihr rumtoben könnt? Einen Sportplatz? Spielplatz? Ein Kindercafé mit Kletter- und Tobemöglichkeiten? Einen kleinen, überschaubaren Supermarkt, wo du dein Kind gut im Auge behalten kannst, während es herumrennt?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8229" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-klettert-im-kindercafe-auf-rutsche.jpg" alt="Kind klettert im Kindercafé auf Rutsche.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-klettert-im-kindercafe-auf-rutsche.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-klettert-im-kindercafe-auf-rutsche-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>2. Verwende positive Sprache</h3>
<p>Im Buch <a href="http://amzn.to/2BMaVJm" target="_blank" rel="nofollow noopener">&#8222;Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn&#8220;</a>* las ich einst, dass Kleinkinder das &#8222;nicht&#8220; nicht hören. Es ist, als würde dieses Wort einfach herausgefiltert werden.</p>
<p>Verwende daher <strong>positive Sprache</strong> und streich das Wort &#8222;nicht&#8220; so gut es geht aus deinem Wortschatz. Statt zu sagen &#8222;Renn NICHT weg.&#8220; könntest du also sagen &#8222;Lauf bitte neben mir.&#8220;.</p>
<h3>3. Mach es interessant</h3>
<p>Wenn dein Kind wie unseres zu jenen Kindern zählt, die nie lange auf einer Stelle stehenbleiben können, wäre es vielleicht hilfreich, die Tätigkeit wie Einkaufen oder Spazierengehen oder was auch immer <strong>interessanter</strong> zu gestalten. Das könnte beim Einkaufen z.B. so aussehen, dass du deinem Kind <strong>Aufgaben</strong> gibst. Ob ihr nun unterwegs seid, shoppen, einkaufen oder was auch immer: Es gibt immer etwas zu tun.</p>
<p>Wenn du mit deinem Kind also wieder einkaufen gehst, könntest du es beispielsweise fragen, ob es schonmal die Tomaten (also etwas, was sich in Greifhöhe deines Kindes befindet) holen kann.</p>
<p>Seid ihr unterwegs, dann hilft es deinem Kind vielleicht, wenn ihr den Weg in kleine <strong>Ziele</strong> unterteilt. Ich hab zu meinem Kind dann immer gesagt:&#8220;Okay, wir rennen jetzt zur grünen Kleiderbox. Siehst du die? Wer zuerst da ist!&#8220; und dann sind wir losgerannt. Dann hat sich Oliver ein neues Ziel ausgesucht und so weiter. Bis wir am Ziel angekommen waren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8231" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kinder-rennen-ueber-wiese.jpg" alt="Kinder rennen über Wiese" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kinder-rennen-ueber-wiese.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kinder-rennen-ueber-wiese-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>4. Leg die Scheuklappen ab</h3>
<p>Dein Ziel beim Einkaufen ist es, bestimmte Dinge, die sich auf deiner Einkaufsliste befinden, nach und nach abzuhaken. Dein Ziel, wenn ihr unterwegs seid, ist es, dass ihr an einem bestimmten Ort ankommt. Für dich ist das <strong>Ziel das Ziel</strong>. Für dein Kind ist der ganze <strong>Weg das Ziel</strong>. Es findet nicht nur das Ziel spannend, es findet alles, was sich auf dem Weg dorthin befindet, spannend.</p>
<p>Also leg die Scheuklappen ab und schau auch mal nach links und rechts, statt nur geradeaus. Lass dich darauf ein, was dein Kind dir zeigen will, was es sieht. Vielleicht entdeckst du ja auch etwas total Spannendes, was dein Kind übersehen hat?</p>
<p>Auf diese Weise lässt sich der Einkauf oder der Spaziergang viel interessanter gestalten. Beim Einkaufen könnt ihr gemeinsam an einer reifen Mango riechen. Beim Spaziergang könnt ihr Blätter sammeln, eine Schnecke beobachten usw.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8230" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-beobachtet-nacktschnecke.jpg" alt="Kind beobachtet Nacktschnecke.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-beobachtet-nacktschnecke.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/kind-beobachtet-nacktschnecke-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Es geht darum, den Weg als Ziel anzusehen; das nimmt mir ungemein den Druck und Stress, den ich mir immer aufhalse.</p>
<p>Das bedeutet aber auch, sich bewusst Zeit für diese Dinge zu nehmen. Wenn du also unter <strong>Zeitdruck</strong> stehst, wird es dir kaum möglich sein, ein Auge für die kleinen Dinge des Lebens zu haben, die deinem Kind aber sehr wichtig sind. Wenn es möglich ist, dann versuche dich nicht von der <strong>Zeit</strong> unter Druck setzen zu lassen.</p>
<h3>5. Geh allein einkaufen</h3>
<p>Du bist keine schlechte Mutter bzw. kein schlechter Vater, wenn du den Einkauf auch mal gern ganz entspannt und in deinem Tempo <strong>allein</strong> tätigen willst. Wenn du also jemanden hast, der während deiner Einkaufszeit auf dein Kind aufpassen und sich mit ihm beschäftigen kann, dann freu dich drüber und schieb das schlechte Gewissen beiseite. Ich als 24/7-Mama kenne den Drang, wenigstens beim Einkaufen ein bisschen Freizeit genießen, die Gedanken baumeln lassen und die <strong>Verantwortung</strong> einfach mal abgeben zu können.</p>
<h3>6. Lass jemanden für dich einkaufen gehen</h3>
<p>Es schadet auch nicht, jemanden für dich einkaufen gehen zu lassen. Sei es dein <strong>Mann</strong>, deine <strong>Frau</strong>, dein/e <strong>Mitbewohner/in</strong> oder wer auch immer. Wenn sie/er dir einen anstrengenden Einkauf mit deinem Kind ersparen kann, dann freu dich einfach über dieses Angebot.</p>
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<h3>7. Nimm mind. einen weiteren Erwachsenen mit</h3>
<p>Bei uns ist es immer so: Wenn ich allein einkaufen gehen will, während der Papa zu Hause mit Oliver spielen soll, sind die Abschiedstränen schon vorprogrammiert. Wir gehen deshalb auch ganz gern mal <strong>zusammen</strong> als kleine Familie einkaufen. Während der Papa mit dem Kleinen also durch die Gänge rast, kann ich in Ruhe die Einkaufsliste abarbeiten und vergesse nichts. Naja, meistens jedenfalls.</p>
<h3>8. Geh online einkaufen</h3>
<p>Auch für dich, die/den Alleinerziehende/n habe ich eine Idee. Wenn du derzeit einfach keinen Nerv hast, mit deinem Kind einkaufen zu gehen, könntest du in Betracht ziehen, <strong>online einzukaufen</strong>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8226" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/frau-mit-tasse-am-laptop.jpg" alt="Frau mit Tasse am Laptop.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/frau-mit-tasse-am-laptop.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/frau-mit-tasse-am-laptop-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Für uns, die im 5. Stock ohne Fahrstuhl wohnen, natürlich ein sehr verlockendes Angebot. Je nachdem, wo du online einkaufen gehst, fallen dann zusätzliche Kosten wie etwa für die Lieferung an oder auch nicht. Ob diese Möglichkeit etwas für dich wäre, und ob die paar Euro mehr es dir Wert wären, kannst nur du entscheiden.</p>
<h3>9. Ein ruhiges Gespräch</h3>
<p>Wenn ihr dann zu Hause angekommen und entspannt seid, kann es nicht schaden, mit deinem Kind ein <strong>ruhiges Gespräch</strong> über eure jetzige Situation zu führen.</p>
<p>Auch, wenn dein Kind noch über keinen riesigen Wortschatz verfügt, bin ich mir sicher, dass du dennoch verstehen wirst, was dein Kind dir zu sagen hat. Vielleicht könnt ihr so herausfinden, was dein Kind dazu bewegt, immer wieder abzuhauen. Vielleicht weiß es aber selbst nicht, weshalb es wegläuft. Das Gespräch kann euch dann aber wenigstens helfen, über eure <strong>Gefühle</strong> und <strong>Gedanken</strong> zu sprechen und euch besser zu <strong>verstehen</strong>.</p>
<p>Herzensglückskind schreibt auf ihrem Blog über den <a href="https://herzensglueckskind.com/2016/04/25/der-imago-dialog-weniger-reden-mehr-zuhoeren/" target="_blank" rel="noopener">Imago-Dialog</a> und zeigt dir, wie du in einem Gespräch mit deinem Kind in Beziehung gehen kannst.</p>

<h2>Wenn es sein muss&#8230;</h2>
<p>Wenn du jetzt mit deinem Kind irgendwohin MUSST, weil du beispielsweise mit ihm dein anderes Kind von der Kita oder woanders abholen musst oder weil du zum Arzt <strong>musst</strong> und sonst niemand auf dein Kind aufpassen kann oder ihr über einen großen, belebten Platz müsst, um zu einem bestimmten Ort zu gelangen, weil ihr dorthin müsst, dann könnte dir vielleicht Folgendes helfen, um nicht die Nerven zu verlieren:</p>
<h3>1. Trag dein Kind</h3>
<p>Du könntest dein Kind auf dem Arm, auf den Schultern, Huckepack oder im Tragetuch/-gurt <strong>tragen</strong>. Das geht natürlich auch mit dem Buggy, dem <strong>Kinderwagen</strong> oder dem Einkaufswagen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8225" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/mutter-beugt-sich-zu-kind-im-einkaufswagen.jpg" alt="Mutter beugt sich zu Kind im Einkaufswagen.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/mutter-beugt-sich-zu-kind-im-einkaufswagen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/12/mutter-beugt-sich-zu-kind-im-einkaufswagen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn deinem Kind dort schnell langweilig wird, könntest du es ihm darin interessanter machen. Vielleicht gibst du ihm solange etwas zur <strong>Beschäftigung</strong> in die Hände oder du verbindest den Transport mit einem coolen Spiel, Lawa überqueren oder so&#8230; Dir fällt bestimmt was Spannendes ein.</p>
<h3>2. Geh ohne Kinderwagen</h3>
<p>Als ich mit zwei Freundinnen und meinem Sohn auf dem <strong>Weihnachtsmarkt</strong> war, war es wie sonst und der Kleine rannte weg. Er sah überhaupt nicht die Gefahr, in den Massen verloren zu gehen, von jemandem mitgenommen zu werden, auf die Straße zu rennen und überfahren zu werden oder oder oder&#8230;</p>
<p>Ich war an diesem Tag mit dem Kinderwagen unterwegs und kam überhaupt nicht hinterher. Zum Glück waren meine Freundinnen da schneller als ich. Was ich also aus diesem chaotischen Erlebnis gelernt habe, war unter anderem: Wenn es zu solchen Veranstaltungen geht, dann lieber <strong>ohne Kinderwagen</strong>, denn ohne Kinderwagen bin ich schneller. Davon mal abgesehen, dass solche Aktionen auch nicht zwingend notwendig sind. Dann lieber (erstmal) nicht auf den Weihnachtsmarkt, solange mein Kind ständig <strong>abhaut</strong>.</p>
<h3>3. Kinderleine</h3>
<p>Ich weiß, dass die sogenannten <strong>Kinderleinen</strong> umstritten sind. Ich persönlich bin auch kein Fan davon und umgehe lieber eine Zeit lang den Ort, an dem ich mich mit meinem Ausreißer nicht wohl fühle, bevor ich die kaufen würde.</p>
<p>Wenn du aber wie gesagt zu jenem Ort musst, weil es einfach nicht anders geht, und wenn dir die o.g. Tipps nicht geholfen haben, und du kurz davor bist, die Nerven zu verlieren, dann könnte eine Kinderleine sicher auch eine vorübergehende Lösung sein.</p>
<p>Eigentlich sind Kinderleinen auch ganz süß verpackt und befinden sich an einem <a href="http://amzn.to/2BUTVRp" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kinderrucksack</a>*, du kannst aber auch gemeinsame <a href="http://amzn.to/2l1w33N" target="_blank" rel="nofollow noopener">Armbänder</a>* benutzen, damit du und dein Kind miteinander verbunden bleibt.</p>
<p>Ich denke, wenn Kinderleinen an brenzligen Orten benutzt werden &#8211; und nicht immerzu &#8211; dann sind sie sicherlich eine Erleichterung. Trotzdem sollten wir zuallererst darüber nachdenken, <strong>weshalb</strong> unsere Kinder immer <strong>wegrennen</strong>, was sie dazu bewegen könnte. Ich bin da mehr für die Ursachenforschung als für die Behandlung von Symptomen.<br />
</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Dauerstillen oder auch Clusterfeeding</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding/</link>
					<comments>https://www.milchtropfen.de/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Feb 2017 07:00:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Letztens schrieb mich eine Mama an. Wir unterhielten uns über ein Thema, an das ich mich noch sehr gut erinnern kann. Eine Zeit, in der das Baby nur noch gestillt werden wollte. Was es mit diesem Dauerstillen auf sich hat und wie man diese Zeit &#8222;überlebt&#8220;, darüber schreibe ich im heutigen Beitrag. Clusterfeeding oder auch ... <a title="Dauerstillen oder auch Clusterfeeding" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding/" aria-label="Mehr zu Dauerstillen oder auch Clusterfeeding">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens schrieb mich eine Mama an. Wir unterhielten uns über ein Thema, an das ich mich noch sehr gut erinnern kann. Eine Zeit, in der das Baby nur noch gestillt werden wollte.</p>
<p>Was es mit diesem <strong>Dauerstillen</strong> auf sich hat und wie man diese Zeit &#8222;überlebt&#8220;, darüber schreibe ich im heutigen Beitrag.</p>
<p><span id="more-3114"></span><div id='c5170_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Clusterfeeding oder auch Dauerstillen</h2>
<p>Ich weiß es noch ganz genau. Ich war mitten im <strong>Wochenbett</strong>. Saß im Bett. Mein Hintern schon total wund vom ständigen Sitzen und Stillen. Ich durfte das Bett nicht verlassen (außer für Toilettengänge und dergleichen). Noch dazu hing da ständig jemand an meiner Brust und trank und trank und trank.</p>
<p>Meine Hebamme kam regelmäßig vorbei, um sich nach uns zu erkundigen. Mit mir zu reden. Über meine Freuden, aber auch über meine Fragen, Sorgen und Probleme.</p>
<p>Und plötzlich, mitten im Reden, breche ich in Tränen aus und sage ihr, wie schwer dieses dauerhafte Stillen ist. Immer dieses <a href="https://www.milchtropfen.de/baby-ist-nervoes-beim-stillen/" rel="noopener noreferrer">nervöse An- und wieder Abgehen</a>. Ich hatte das Gefühl, dass mein Baby gar nicht <strong>satt</strong> wird. Weil er STÄNDIG und IMMERZU an meiner Brust war. Sobald er sich löste, wollte er gleich wieder gestillt werden. Es war zum Verrückt werden!</p>
<p>Und meine Hebamme verstand mich so gut und tröstete mich liebevoll. Doch ihre Antwort lautete:&#8220;Das nennt man <a href="http://www.entspanntstillen.de/2016/03/26/warum-dein-baby-manchmal-staendig-stillen-moechte-und-wie-du-damit-umgehen-kannst/" target="_blank" rel="noopener">Clusterfeeding</a>. Das ist ganz normal.&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild wp-image-9814 aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/clusterfeeding-die-wertvollsten-infos-und-tipps-zum-dauerstillen.jpg" alt="Clusterfeeding - Die wertvollsten Infos und Tipps zum Dauerstillen | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/clusterfeeding-die-wertvollsten-infos-und-tipps-zum-dauerstillen.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/clusterfeeding-die-wertvollsten-infos-und-tipps-zum-dauerstillen-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/clusterfeeding-die-wertvollsten-infos-und-tipps-zum-dauerstillen-287x430.jpg 287w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>Was bedeutet Clusterfeeding?</h2>
<p>Ehrlich gesagt, war es mir zu peinlich, zu fragen, was <strong>Clusterfeeding</strong> bedeutet. Ich nickte also mit nassen Augen und suchte dann später, als meine Hebamme weg war, nach dem Begriff.</p>
<p>Im Internet wurde unser aktueller Zustand genau beschrieben. Das Baby stillt <strong>stundenlang</strong>. Wenn es dann endlich gesättigt ist, geht es schon nach kurzer Zeit wieder von vorne los. 15 Minuten Pause. 2 Stunden stillen. So in etwa lief das bei uns auch ab. Wow. Auch wenn es mir nicht direkt half, war es so schön zu erfahren, dass ich nicht die einzige mit diesem &#8222;Problem&#8220; war.</p>
<h2>Unsicherheiten</h2>
<p>Weil mein Baby echt ständig und dauernd und überhaupt und immerzu gestillt werden wollte, kamen dann auch recht schnell die <strong>Zweifel</strong> in mir hoch. Reicht meine Milch aus? Wird der Kleine eventuell gar nicht satt davon?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3188" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-mutter-stillt-kind.jpg" alt="Dauerstillen oder auch Clusterfeeding - Mutter stillt Kind" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-mutter-stillt-kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-mutter-stillt-kind-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>In meiner <strong>Familie</strong> wurde entweder gar nicht oder nur nach Zeitplan gestillt. Entweder weil man es nicht wollte oder weil man einfach kein Vertrauen darin hatte, dass ein Baby nur von Milch satt werden könne. Alle 3 Stunden wurde gestillt, weil man sich so den Tag besser einteilen konnte. Klar, dass in diesen Fällen die Milch irgendwann wirklich nicht mehr reichte. Von meiner Familie wurde ich also eher verunsichert als bestärkt.</p>
<h2>Wozu Clusterfeeding gut ist</h2>
<p>Als ich mich etwas weiter belas, erfuhr ich, dass das Clusterfeeding (oder auch &#8222;gehäufte Stillmahlzeiten&#8220;) sehr nützlich ist. Unsere <a href="http://www.familie.de/baby/muttermilch-511342.html" target="_blank" rel="noopener">Muttermilch</a> ist leicht und schnell verdaulich. Und da ein Baby immens wächst, braucht es entsprechend Energie. Da die Milch aber sehr rasch seinen kleinen Magen und Darm passiert, muss halt schon nach kurzer Zeit wieder Nachschub geliefert werden.<br />
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</script><br></div></div><br />
Ein Nebeneffekt: Dadurch, dass das Baby vermehrt angelegt wird, wird auch die <strong>Milchproduktion</strong> angeregt.</p>
<p>Wenn man sein Baby also &#8211; wie z.B. in meiner Familie &#8211; nach <strong>Zeitplan</strong> stillt, kann sich die Brust nicht auf den tatsächlichen Bedarf des Babys einstellen. Wenn nicht oft angelegt wird, sondern nur sagen wir mal alle 3 h, dann ist klar, dass die Milch irgendwann wirklich nicht mehr ausreicht. Das ist aber kein natürliches, sondern ein künstliches Problem.</p>
<p>Das gleiche passiert, wenn man seinem Baby statt der Brust einen <strong>Schnuller</strong> gibt. Erst einmal bekommt das Baby nicht die Milch, die es eigentlich benötigt, zum anderen &#8222;merkt&#8220; die Brust, dass weniger gestillt wird. Die Nachfrage regelt das Angebot. Weniger Nachfrage gleich weniger Milchproduktion. Es wird weniger Milch produziert und die Milch kann sich nicht optimal auf das Baby einstellen.</p>
<p>Ein Grund mehr, weshalb wir unser <a href="https://www.milchtropfen.de/es-geht-auch-ohne-schnuller/" rel="noopener noreferrer">Kind ohne Schnuller aufwachsen lassen</a>.</p>
<h2>Umgang mit Clusterfeeding</h2>
<p>Ok. Ich hatte verstanden: Clusterfeeding ist&#8217;ne gute Sache. Das half mir schon etwas. Trotzdem empfand ich es immer noch als <strong>anstrengend</strong>. Da bin ich ganz ehrlich. Also was tun, um nicht komplett durchzudrehen?</p>
<h3>Weg mit den Uhren</h3>
<p>Was bringt es mir zu wissen, dass mein Baby gerade 2 Stunden gestillt wurde? Oder dass es mittlerweile schon 01:00 Uhr morgens ist? Es brachte mir nichts als <strong>Stress</strong>.</p>
<p>Deshalb verbannte ich die Zeit. Ich nahm die Batterien aus dem Wecker. Das nervige Ticken hörte endlich auf. Ab damit in die Schublade.</p>
<p>Ich nahm es fortan einfach hin, dass das Stillen so lange dauerte. Und mein Baby schnurpste indes genüsslich weiter.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-9849 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/baby-trinkt-muttermilch.jpg" alt="Baby trinkt Muttermilch" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/baby-trinkt-muttermilch.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/baby-trinkt-muttermilch-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>Rhythmus anpassen</h3>
<p>Das Beste, was ich machen konnte: Ich passte meinen <strong>Rhythmus</strong> dem meines Babys an. Wenn der kleine Mann schlief, versuchte ich auch eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. Versuchte, wohlgemerkt. Dadurch, dass ich noch nicht so geübt im Anlegen war, brannte stets Licht bei uns, damit ich gut sehen konnte. Bei Licht zu schlafen, ist echt nervig. Ständig wachte ich auf.</p>
<p>Aber selbst, wenn ich mich nur ausruhte, war das nächtliche Aufstehen leichter zu bewältigen. Und mit der Zeit passte sich unser Baby dann unserem Rhythmus an.</p>
<h3>Kopf freibekommen</h3>
<p>Schlimm waren auch die tausend <strong>Gedanken</strong>, die da noch nebenbei im Kopf schwirrten. Unser Schlafzimmer war mitten im Umbau und sah aus wie Sau (neben dem Rest der Wohnung). Nur leider konnte ich nicht aufstehen und mal schnell den Bohrer schwingen. Ich musste darauf warten, dass mein Mann das irgendwann erledigte. Nur der hatte ja auch nicht immer Zeit.</p>
<p>Dann war noch dies zu tun, das zu erledigen, dieses und jenes bereiteten mir Sorgen usw. Mein Kopf war voller Ideen und Einfälle und Gedanken und das stresste ungemein. Was mir half: <strong>Aufschreiben</strong>. Blatt Papier und Stift bereitlegen und sobald da wieder was aufblitzte, schrieb ich es auf. Ich hatte wieder den Kopf frei, weil ich nicht ewig dran denken musste, um es ja nicht zu vergessen.</p>
<h3>Entspannen</h3>
<p>Schon in der Schwangerschaft litt ich unter extremem Schlafmangel. Ich war sowas von geladen, das glaubst du nicht. Und nach der Geburt wollte es kein Ende nehmen. Ich fand einfach keinen Schlaf.</p>
<p>Dann installierte uns mein Mann einen Lautsprecher im Schlafzimmer, aus dem &#8222;<strong>White Noise</strong>&#8220; zu hören war. Das ist einfach nur Rauschen, mehr nicht. Aber ich schlief damit plötzlich super gut! Ich kann es dir nur empfehlen! Im unteren Video kannst du ja mal reinhören&#8230;</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/bNqERBWaJeM" width="680" height="383" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Zeit vertreiben</h3>
<p>Und wenn ich stundenlang stillte, musste ich mir ja auch irgendwie die Zeit vertreiben. Wenn ich also nicht geschlafen habe, habe ich z.B. Musik gehört, <strong>Bücher</strong> gelesen (Smartphone hatte ich zu der Zeit noch nicht), gegessen (was ich in diesem Moment, in dem ich diesen Beitrag schreibe, ebenfalls mache), mein Baby beobachtet&#8230; Ja&#8230; sowas halt. Da vergeht eine Menge Zeit.</p>
<p>Und &#8211; ich weiß nicht, ob das was für dich wäre &#8211; ja, ich habe auch <strong>ferngesehen</strong>. Manche sagen, das Baby bekommt alles, was um es herum geschieht, mit, auch im Schlaf. Kann sein. Aber ich bekam den Kleinen an manchen Tagen gar nicht (!) von der Brust ab. Kein kurzer Besuch auf der Toilette möglich, ohne dass er sofort wach wurde und weinte. Dazu noch selten Besuch. Es drehte sich alles ums Baby (was auch ok war), aber ich brauchte etwas, das die Zeit schneller verfliegen ließ.</p>
<p>Keine Sorge: Sobald der kleine Mann wach war, war auch der Fernseher aus. Und als sich der kleine Mann für seine Umgebung interessierte, war der Fernseher fortan aus und staubte vor sich hin. Bis wir das Ding letztendlich komplett abbauten, weil es nicht mehr gebraucht wurde. Wir haben Tablet und Computer; das reicht auch und nimmt nicht so viel Platz weg.</p>
<p>Was ich damit sagen will: Was auch immer es ist, das dir die Zeit angenehmer macht, mach es. Du bist auch nur ein Mensch mit <strong>Bedürfnissen</strong>.</p>
<h3>Unterstützung</h3>
<p>Mein Mann half mir, wo er nur konnte. Er brachte Essen und Trinken. Leistete mir ab und an Gesellschaft. Dann musste er wieder arbeiten und war weg. Oder er war zu Hause und arbeitete am Computer weiter.</p>
<p><strong>Einsam</strong> sein, ist ein mieses Gefühl. Ja, schon klar, mit Baby bist du nicht einsam. Aber irgendwie doch. Ich brauchte auch mal eine Freundin, mit der ich reden konnte. Ja, hauptsächlich über den kleinen Wonneproppen, aber auch über andere Dinge. Wie es ihr geht, was sie macht. Dann konnte sie mein Baby halten und ich mal kurz alle Viere von mir strecken. Essen machen. Duschen. So ganz banale Dinge, die mir aber sehr wichtig waren. Das verschaffte mir kleine <strong>Verschnaufpausen</strong>. Ruhe-Inseln.</p>
<p>Vielleicht hast du ja auch das Glück, dass dich deine Familie unterstützen kann. Bei mir ging das leider nicht. Alle um mich herum waren arbeiten. Ich hatte dann Glück, dass einige meiner Freundinnen studierten und deshalb ab und zu mal auch tagsüber Zeit hatten. Was hätte ich mich gefreut, wenn mich jemand (außer meinem Mann) im <strong>Haushalt</strong> unterstützt hätte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3191" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-gruppe-im-sonnenuntergang.jpg" alt="Dauerstillen oder auch Clusterfeeding - Gruppe im Sonnenuntergang" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-gruppe-im-sonnenuntergang.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-gruppe-im-sonnenuntergang-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Hauptsächlich ging es mir aber nicht um den Haushalt, sondern eher um nette Gesellschaft. Ein liebes Gesicht. Aufmunternde Worte. Und vielleicht sogar ein anderes Thema als Baby, Stillen und Windelinhalte.</p>
<h3>Körpergefühl</h3>
<p>Mein Baby schlief &#8211; zumindest erinnere ich mich so &#8211; fast die ganze Zeit. Und trank. Sobald ich mich bewegte, wachte es auf. Weinte. Wollte weiter trinken. Wieder schlafen.</p>
<p>Heute, weiß ich, hätte ich mir mein Baby einfach schnappen können. Im <strong>Tragegurt</strong> hätte es dann ggf. weiter trinken und auch einschlafen können. Oder zuschauen können, was ich denn da so treibe.</p>
<p>Damals war ich <strong>übervorsichtig</strong> und hatte Angst. War auch noch so unsicher im Umgang mit dem Baby. Die Sicherheit kam dann erst nach und nach, als ich keine Lust mehr auf Rumsitzen hatte und spazieren ging, obwohl es mir meine Hebamme nicht empfohlen hatte. Und von da an da ging es langsam bergauf. Ich hörte auf meinen Körper und handelte danach, statt mir von anderen sagen zu lassen, was gut für mich sei.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3186" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-mutter-traegt-kind-auf-arbeit.jpg" alt="Dauerstillen oder auch Clusterfeeding - Mutter trägt Kind auf Arbeit" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-mutter-traegt-kind-auf-arbeit.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-mutter-traegt-kind-auf-arbeit-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und sicher wäre mein Baby nicht gleich verhungert, wenn ich es kurz abgedockt hätte, um aufstehen und mich bewegen zu können. Es hätte vielleicht gemeckert und dann im Tragen weiter getrunken. Und wir wären beide glücklich gewesen, denn jeder hätte in dem Moment gehabt, was er braucht.</p>
<p>Sollte ich also jemals ein zweites Kind bekommen, merke ich mir: Ich passe mich dem Rhythmus meines Babys an, ja, aber ich gebe mich dabei nicht ganz auf und höre auch darauf, was mir mein Körper mitteilt.</p>

<h2>Trinkt mein Baby genug? Unsicherheiten beseitigen</h2>
<p>Gerade weil es mein 1. Baby war, ich noch völlig unerfahren und sowieso von allen Seiten verunsichert (jeder sagt was anderes), brauchte irgendwie <strong>Gewissheit</strong>. Darüber, dass mein Baby satt ist. Ich hatte zwar das theoretische Wissen, dass dieses Dauerstillen &#8222;normal&#8220; und sinnvoll ist. Aber trotzdem brauchte ich Sicherheit, dass wirklich alles gut war.</p>
<h3>Was oben rein geht&#8230;</h3>
<p>Meine Mutter stillte meine Schwester und mich damals nach Zeitplan. Bei meiner Schwester reichte die Milch irgendwann wirklich nicht mehr. Als ich dann kam, fuhr sie mit dem Stillen nach Zeitplan fort. Sie war so unsicher, ob ich jetzt genügend zu mir genommen hatte, dass sie mich jedes Mal vor und nach dem Stillen auf die <strong>Waage</strong> legte. Und, ganz ehrlich, als ich das hörte, hatte ich keine Lust auf diesen Stress. Bei aller Unsicherheit. Aber wenn mein Baby gerade eingeschlafen ist, dann gehe ich nicht das Risiko ein, es aufzuwecken, weil ich es jetzt wiegen muss.</p>
<p>Meine Hebamme riet mir, immer darauf zu achten, dass mein Baby regelmäßig pullern und kackern musste. Fertig. Was oben rein geht, muss schließlich unten wieder <strong>rauskommen</strong> (zumindest zum Teil). Und schon wusste ich, dass mein Baby genug zu sich genommen hatte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3192" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-windeln.jpg" alt="Dauerstillen oder auch Clusterfeeding - Windeln" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-windeln.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-windeln-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>Langsam, aber sicher</h3>
<p>Ein weiterer Punkt, der mir Stück für Stück Sicherheit gab: Das Baby <strong>nimmt zu</strong>. Langsam, aber stetig.</p>
<p>Anfangs habe ich mein Baby jeden Tag gewogen, um dann am nächsten Tag zu wissen, ob es zu- oder doch abgenommen hatte. Ganz ehrlich: Das war keine gute Idee. Nur Stress. Was war ich in Panik, wenn der Kleine am nächsten Tag ein paar Gramm (übertrieben formuliert) weniger wog. Mein Mann holte mich dann zurück auf den Boden und riet mir, jede <strong>Woche</strong> zu wiegen. So habe ich es dann auf einmal die Woche beschränkt und später komplett weggelassen. Wird bei den U&#8217;s sowieso durchgeführt.</p>
<h3>Wir passen nicht alle in den Rahmen</h3>
<p>Ich habe mich nie an diesen <strong>Perzentilen</strong> orientiert, sind es letztendlich doch alles nur Durchschnittsangaben. Sie beziehen nicht ein, wenn die Eltern beispielsweise wie wir recht klein sind. Dann wird man bei der U1 gleich gefragt, ob man während der Schwangerschaft geraucht hat, weil der Kleine so klein ist. Wurde ich tatsächlich gefragt! Ich dachte, ich hör nicht richtig.</p>
<p>Sobald ein Kind nicht zur Norm gehört, muss gleich etwas nicht stimmen. Das kann u.U. tatsächlich möglich sein, doch i.d.R. ist doch bei den meisten alles völlig in Ordnung. Wenn sich einer den Stress machen will, gerne. Ich entschied, nicht weiter zu prüfen, ob er zunahm oder abnahm oder sich &#8222;im Rahmen&#8220; befand.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3195" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-pfau-ausserhalb-des-rahmens.jpg" alt="Dauerstillen oder auch Clusterfeeding - Pfau außerhalb des Rahmens" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-pfau-ausserhalb-des-rahmens.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/02/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding-pfau-ausserhalb-des-rahmens-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Damit will ich sagen: <strong>Stress vermeiden</strong>, wo es nur geht.</p>
<h2>Die richtige Anlegetechnik</h2>
<p>Auf <a href="http://www.stillkinder.de/wie-babys-trinken/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stillkinder.de</a> las ich, dass das stundenlange Stillen mitunter ein Anzeichen dafür sein kann, dass das Baby die Milch nicht so gut heraus bekommt und sich dies auch in seiner Gewichtsentwicklung zeigt. Wer weiß, vielleicht war das der Grund für dieses tagtägliche Dauerstillen und die darauf folgenden <a href="https://www.milchtropfen.de/stillprobleme/" rel="noopener">Stillprobleme</a> bei uns.</p>
<p>Um jegliche Zweifel auszuräumen, kann es zumindest nicht schaden, eine <strong>Stillberaterin</strong> zu Rate zu ziehen. Wenn du eine Stillberaterin in deiner Nähe suchst, kannst du dich an den <a href="http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V.</a> , die <a href="http://www.lalecheliga.de/stillberatung/lll-stillberaterinnen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">La Leche Liga</a> oder <a href="http://www.afs-stillen.de/afs-vor-ort/stillberatung.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen Bundesverband e.V.</a> wenden.<br />
</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/dauerstillen-oder-auch-clusterfeeding/">Dauerstillen oder auch Clusterfeeding</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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