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		<title>GFK üben: Geschenk geklaut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 21:09:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen ist mir etwas wirklich Nerven Aufreibendes passiert. Im heutigen Beitrag möchte ich dir von meiner Geschichte erzählen und dir einen Einblick in die Gewaltfreie Kommunikation geben, in der es z.B. darum geht, sich in sich selbst hineinzufühlen. GFK üben: Geschenk geklaut Täglich passieren uns etliche Situationen, die uns im Nachhinein noch beschäftigen ... <a title="GFK üben: Geschenk geklaut" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/gfk-ueben-geschenk-geklaut/" aria-label="Mehr zu GFK üben: Geschenk geklaut">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen ist mir etwas wirklich Nerven Aufreibendes passiert. Im heutigen Beitrag möchte ich dir von meiner Geschichte erzählen und dir einen Einblick in die <strong>Gewaltfreie Kommunikation</strong> geben, in der es z.B. darum geht, sich in sich selbst hineinzufühlen.</p>
<p><span id="more-14004"></span></p>
<h2>GFK üben: Geschenk geklaut</h2>
<p>Täglich passieren uns etliche Situationen, die uns im Nachhinein noch beschäftigen und <strong>innerlich aufwühlen</strong>. Meiner Ansicht nach geschieht das, weil wir uns noch nicht mit der gesamten Situation auseinander gesetzt haben. Wir leben in einer derart schnellen Zeit, dass wir uns oftmals gar nicht in Ruhe hinsetzen und Vergangenes nochmal rekapitulieren.</p>
<p>Wozu?, mag jetzt manch eine/r denken. Wozu sich die Mühe machen und eine längst vergangene Situation hervorkramen? Der Drops ist doch jetzt eh schon gelutscht&#8230;</p>
<p>Das erkläre ich dir gerne.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-14007 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/GFK üben Geschenk geklaut Selbsteinfühlung.jpg" alt="GFK üben Geschenk geklaut Selbsteinfühlung üben" width="1000" height="1500" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/GFK%20üben%20Geschenk%20geklaut%20Selbsteinfühlung.jpg 1000w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/GFK%20üben%20Geschenk%20geklaut%20Selbsteinfühlung-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/GFK%20üben%20Geschenk%20geklaut%20Selbsteinfühlung-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/GFK%20üben%20Geschenk%20geklaut%20Selbsteinfühlung-768x1152.jpg 768w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/GFK%20üben%20Geschenk%20geklaut%20Selbsteinfühlung-453x680.jpg 453w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/GFK%20üben%20Geschenk%20geklaut%20Selbsteinfühlung-33x50.jpg 33w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>1. Du lernst, eine Situation sachlich zu betrachten, ohne dich von Urteilen in die Irre führen zu lassen</h3>
<p>Die <strong>Situation</strong>, die du näher betrachten willst, muss rein sachlich sein. Stell es dir wie die Aufnahme durch eine Videokamera vor &#8211; frei von Wertungen und Urteilen, z.B. &#8222;Eine Person sucht nach einer Tüte&#8220;.</p>
<p>Wenn du lernst, deine Emotionen und Urteile vom reinen <strong>Betrachten</strong> einer Situation zu trennen, läufst du nicht so schnell Gefahr, dich von deinen eigentlichen Gefühlen abbringen zu lassen.</p>
<h3>2. Du lernst etwas über deine Gefühlswelt</h3>
<p>Wer nicht viel <strong>Übung</strong> darin hat, ein Gefühl in sich zu benennen und in Worte zu fassen, der/dem kann so ein regelmäßiges Einfühlen helfen.</p>
<p>Als Inspiration zur Benennung von Gefühlen dienen zahlreiche Listen, die es im Internet zu finden gibt. Sei dir aber stets bewusst: Manch eine Person hat vielleicht eine eigene Interpretation eines Gefühls aufgelistet, das andere nicht als Gefühl bezeichnen würden. Außerdem dienen solche Listen lediglich als Anreiz und wollen keineswegs den Anspruch erfüllen, vollständig zu sein.</p>
<h3>3. Du lernst, Auslöser und Ursache auseinander zu halten</h3>
<p>Ja, es gibt einen Unterschied zwischen <strong>Auslöser</strong> und <strong>Ursache</strong> eines Gefühls. Die Ursache unserer (angenehmen oder unangenehmen) Gefühle sind stets unsere (erfüllten oder nicht erfüllten) Bedürfnisse. Wodurch das ausgelöst werden kann, z.B. jemand schreit dich an, ist etwas ganz anderes.</p>

<h3>4. Du lernst, dir Zeit für dich zu nehmen und dich besser zu verstehen</h3>
<p>Mag sein, dass die Situation schon vergangen ist, aber in solchen Momenten hat man i.d.R. wenig bis gar keine Zeit, in sich reinzuspüren und sich zu <strong>verstehen</strong>. In Alltagssituationen muss man einfach schnell handeln, nicht wahr?</p>
<p>Aber jetzt kannst du dir Zeit nehmen für dich und deine Gefühlswelt. Gefühle wollen gelebt werden. Sie weisen uns darauf hin, was wir brauchen. So können wir uns um uns selber kümmern.</p>
<h3>5. Du übst für kommende Situationen und beugst emotionalen Entgleisungen immer besser vor</h3>
<p>Die eine oder andere Situation mag sich immer und immer wieder wiederholen. Auch wenn es nicht dieselbe Geschichte ist, wird sie sich doch im Kern ähneln.</p>
<p>Wenn du dich in Selbsteinfühlung übst, kannst du leichter und instinktiver <strong>Strategien</strong> anwenden, die du dir mit der Zeit angeeignet hast, ohne wieder aus der Haut zu fahren oder dich völlig überfordert, hilflos oder wie auch immer zu fühlen.</p>
<h2>Kurze Hintergrundstory</h2>
<p>Ich erzähle dir heute von einer Geschichte, die eine für mich sehr überraschende Wendung genommen hat, doch zuvor hab ich ein ganz schönes Gefühlschaos durchlebt. Um was ging es?</p>
<p>Mein Sohn wurde zum Kindergeburtstag eingeladen &#8211; relativ spontan, d.h. wir hatten 3 oder 4 Tage Zeit, um ein Geschenk zu besorgen. Online hatte ich schon gestöbert, aber nichts Richtiges gefunden. So langsam drängte die Zeit. Also wollte ich mit Oliver im Spielzeugladen einkaufen gehen. Doch da war das Geschenk, das sich sein Kumpel gewünscht hatte, leider nicht da. Deshalb beschlossen wir, in einen anderen Laden zu fahren.</p>
<p>Schließlich fanden wir ein Geschenk für seinen Freund (den Eldrador <a href="https://amzn.to/3u1zRF2" target="_blank" rel="nofollow noopener">Höllenhund</a>* von Schleich) kauften auch eine Karte und lustiges Geschenkpapier.</p>
<p>Danach ging es noch ab zum Supermarkt, denn Essen brauchten wir auch noch.</p>
<p>Ab nach Hause ging es dann mit vollgepackten Tüten. Wir beide waren schon ziemlich erschöpft, durchgefroren und müde.</p>
<p>Zu Hause hab ich mich dann dran gemacht, die Tüten auszupacken, und wundere mich, wo die Tüte mit dem Geschenk ist. Ich finde sie nicht. Oh oh. Ich schaue mich um, aber sie ist nirgends zu finden. Allmählich werde ich nervös&#8230;</p>
<p>Ich schau vor der Tür. Vielleicht dort vergessen? Nichts. Unten vor der Tür, vielleicht hab ich sie stehen lassen beim Schlüssel suchen? Auch nicht.</p>

<p>Dann überlege ich: Ich konnte mich noch genau an die Szene erinnern, in der wir im Supermarkt waren und mein Sohn im Einkaufswagen saß und die Tüte mit der Geschenkpapierrolle rausragte und ich durch die eingeschränkte Sicht den Einkaufswagen etwas umständlich manövrieren musste.</p>
<p>Das zeigte mir: Ok, im Supermarkt hattest du die Tüte noch. Also nochmal anziehen und los zum Supermarkt. Vielleicht lag sie ja noch bei den Einkaufswagen. Fehlanzeige. Dann wurde sie bestimmt gefunden und abgebeben. Also ab in den Markt und nachgefragt. &#8222;Nee, tut mir Leid. Hier wurde keine Tüte abgegeben.&#8220;</p>
<p>Und dann steh ich da&#8230;</p>
<p>Genau hier merke ich, dass sich in mir ein <strong>Schalter umlegt</strong>, denn ich merke: Scheiße. Du wirst die Tüte mit dem Geschenk, der <a href="https://amzn.to/3MSKQt4" target="_blank" rel="nofollow noopener">Glückwunschkarte</a>* und dem Geschenkpapier nicht mehr wiederbekommen.</p>
<h2>Selbsteinfühlung in 4 Schritten</h2>
<p>Wie läuft jetzt so eine Selbsteinfühlung ab? Hier einmal zur <strong>Theorie</strong> der GFK:</p>
<ol>
<li>objektive Situation, die ich genauer betrachten möchte</li>
<li>Gefühle, die ich dabei gefühlt habe</li>
<li>Bedürfnis, das sich durch meine Gefühle gemeldet hat</li>
<li>Bitte/Danke</li>
</ol>
<p>Den kompletten <strong>Prozess</strong> der Selbsteinfühlung bin ich auf meinem YouTube Kanal &#8222;Herzmensch&#8220; durchgegangen. Wenn du diesen lieber in Form eines Videos sehen möchtest, schau es dir gerne an. Ich würde mich natürlich riesig freuen, wenn du mir dort einen Daumen nach oben und ein Abo da lässt, falls es dir gefallen haben sollte und dich das Thema GFK auch weiterhin begleiten darf.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/_Bye-1Vp7Js" width="680" height="430" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"><span data-mce-type="bookmark" style="display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;" class="mce_SELRES_start">﻿</span><span data-mce-type="bookmark" style="display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;" class="mce_SELRES_start">﻿</span><span data-mce-type="bookmark" style="display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;" class="mce_SELRES_start">﻿</span></iframe></p>
<p>Ich hab den Prozess aber auch hier in diesem Beitrag niedergeschrieben. Wenn du also lieber weiterlesen möchtest, dann geht&#8217;s jetzt weiter:</p>
<h2>1. Situation</h2>
<p>Um welche Situation geht es genau &#8211; rein <strong>objektiv</strong> betrachtet?</p>
<p>Der Moment, in dem ich merke, dass ich die Tüte nicht mehr wiederfinden werde.</p>
<h2>2. Gefühle</h2>
<p>Ich könnte jetzt dazu übergehen, enttäuscht zu sein oder traurig. Ich könnte beginnen, den Verlust zu bedauern und mich nun um mein Bedürfnis nach Trost kümmern. Ich könnte direkt eine Bitte an mich formulieren, was ich mir jetzt Gutes tun kann, um mir mein Bedürfnis nach Trost zu erfüllen, z.B. indem ich eine Freundin anrufe oder eine Runde meditiere.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-14019 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/traurige-Person-umarmt-einen-Freund.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/traurige-Person-umarmt-einen-Freund.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/traurige-Person-umarmt-einen-Freund-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/traurige-Person-umarmt-einen-Freund-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>2.1 Achtung bei Wut und Ärger</h3>
<p>Aber so einfach hat es mir mein Kopf in diesem Moment nicht gemacht, denn ich hab mich plötzlich geärgert! Und wie! Ich war stinksauer! Fuchsteufelswild!</p>
<p>Wenn wir uns <strong>ärgern</strong> oder <strong>wütend</strong> sind, ist das immer ein Moment, um sich bewusst zu machen, dass man hier noch nicht an seinem eigentlichen Gefühl angekommen ist.</p>
<p>Ärger und Wut weisen uns darauf hin, dass wir etwas interpretiert, analysiert und verurteilt haben. Wir haben die Situation durch unser Wertesystem geschickt und sind zu dem Ergebnis gekommen: Das ist falsch oder Das macht man nicht.</p>
<p>Wenn wir in Richtig und Falsch denken oder nach Schuldigen suchen und uns deshalb ärgern bzw. vor uns hin wüten, kratzen wir aber lediglich an der Oberfläche unserer Gefühlswelt.</p>
<p>Natürlich ist es einfacher, wenn wir Ärger oder Wut verspüren. Es setzt eine gewisse Energie und Kraft frei. Darunter verbergen sich unangenehme Gefühle, die wir nicht fühlen wollen, eben weil sie so unangenehm sind, wie z.B. das Gefühl der Ohnmacht oder der tiefen Trauer.</p>
<p>Was genau habe ich gedacht oder mir vorgestellt? Hier hilft die sogenannte <strong>Wolfsshow</strong>, d.h. du schreibst dir all deine Gedanken und Urteile auf, auch wenn sie noch so böse klingen mögen. Es ist wichtig, sie aufzuschreiben, weil wir auf diese Weise Stück für Stück den dahinter liegenden Gefühlen und letztlich auch unseren unerfüllten Bedürfnissen auf die Spur kommen. Bitte die Wolfsshow nur für dich selber in Gedanken machen oder auf ein Blatt Papier bringen, aber bitte niemandem an den Kopf knallen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Tüte hat jemand gefunden und beschlossen, sie mitzunehmen und für sich zu behalten. So nach dem Motto: Geil! Nächstes Geburtstagsgeschenk ist gesichert!&#8220;</p>
<p>&#8222;Dieser Mensch muss doch gesehen haben, dass das Spielzeug für ein Kind ist! Da war auch noch eine Glückwunschkarte und Geschenkpapier drin! Wieso machen Menschen sowas?!&#8220;</p>
<p>&#8222;Das ist so <strong>asozial</strong>!&#8220;</p>
<p>&#8222;Was für&#8217;ne scheiß Person findet, dass es&#8217;ne gute Idee ist, ein Geburtstagsgeschenk für ein Kind zu klauen?!&#8220;</p>
<p>&#8222;Das ist ein <strong>NO GO</strong>! Verlorene Sachen gibt man ab, statt sie für sich zu behalten!&#8220;</p>
<p>&#8222;Das ist verwerflich!&#8220;</p>
<p>&#8222;Das ist <strong>falsch</strong>!&#8220;</p>
<p>&#8222;Diese Menschen denken alle immer nur an sich selbst und scheißen einfach auf alles und jeden. Denen ist es egal, wenn andere leiden!&#8220;</p>
<p>&#8222;Hat bestimmt jemand mitgenommen, der nicht genug verdient und sich kein Geschenk für sein Kind leisten kann.&#8220;</p></blockquote>
<h3>2.3 Ärger verpuffen lassen</h3>
<p>Um aus diesem Strudel aus Ärger und Wut zu kommen, helfen schon zwei Dinge:</p>
<ol>
<li>Uns bewusst machen, dass das, was wir gerade denken, nicht der Wahrheit entsprechen muss. Wir machen uns bewusst, dass wir gerade geurteilt haben. Das ist auch ok so. Das darf auch sein. Es zeigt, welche <strong>Werte</strong> uns wichtig sind, vielleicht auch, welche <strong>Glaubenssätze</strong> in uns verankert sind (z.B. &#8222;Verlorene Sachen gibt MAN ab, statt sie für sich zu behalten.&#8220;). So erkennen wir aber: Aha! Ich ärgere mich grad aufgrund meiner Gedanken. Hier geht&#8217;s schon gar nicht mehr um die eigentliche Situation, sondern um das, was plötzlich in meinem Kopf abgeht.</li>
<li><strong>Verallgemeinerungen</strong> erkennen, z.B. ALLE, IMMER, NUR, und sich bewusst machen, dass man hier gerade verallgemeinert, das aber auch hier höchstwahrscheinlich nicht der Wahrheit entspricht.</li>
</ol>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-14018 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/glueckliche-Frau-mit-gefalteten-Händen.jpg" alt="" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/glueckliche-Frau-mit-gefalteten-Händen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/glueckliche-Frau-mit-gefalteten-Händen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2022/03/glueckliche-Frau-mit-gefalteten-Händen-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>3. Eigentliche Gefühle, verbunden mit den unerfüllten Bedürfnissen</h2>
<p>Vielleicht sind dir im Nachgang noch ein paar Urteile eingefallen. Jetzt kümmern wir uns darum, unsere eigentlichen Gefühle zu benennen. Nimm dir Zeit dafür. Spür in dich hinein. Im nächsten Schritt kannst du schauen, welches <strong>Bedürfnis</strong> sich wohl mit diesem Gefühl bemerkbar gemacht hat. Bei mir haben sich z.B. folgende <strong>Gefühle</strong> und Bedürfnisse gemeldet:</p>
<ul>
<li>Ich bin <strong>enttäuscht</strong>, weil mir ein Miteinander wichtig ist, das gestützt wird von <strong>Vertrauen</strong>.</li>
<li>Ich bin <strong>enttäuscht</strong>, weil mir ein <strong>wertschätzender</strong> Umgang und die damit einhergehende <strong>Verantwortung</strong> mit meinen finanziellen Ressourcen wichtig ist.</li>
<li>Ich bin <strong>perplex</strong>, <strong>schockiert</strong> und auch <strong>irritiert</strong>, weil ich <strong>Klarheit</strong> brauche, um das Verhalten dieses Menschen verstehen zu können.</li>
<li>Ich fühle mich <strong>hilflos</strong>, weil ich mir <strong>Inspiration</strong> und <strong>Unterstützung</strong> wünsche, um die Tüte wiederzubekommen.</li>
<li>Ich bin so <strong>frustriert</strong>, <strong>gestresst</strong>, <strong>erschöpft</strong>, <strong>ausgelaugt</strong> und <strong>überfordert</strong>, weil ich mich nach Unterstützung, <strong>Leichtigkeit</strong> und <strong>Entspannung</strong> sehne. Ich möchte meine schier endlos lange To Do Liste gern abarbeiten, statt neue Aufgaben erledigen zu müssen, z.B. mich um ein neues Geschenk kümmern, noch eine Geburtstagskarte, nochmal <a href="https://amzn.to/3JkzQ5E" target="_blank" rel="nofollow noopener">Geschenkpapier</a>*. Ich sehne mich nach <strong>Freude</strong> und <strong>Spaß</strong> im Alltag.</li>
</ul>
<p>Am Stärksten hat sich bei mir aber die <strong>Trauer</strong> gemeldet. Ein starker Indikator für Trauer zeigt sich, wenn man weint. Und ich hab gemerkt, dass es mir jetzt echt gut täte, <strong>gehört zu werden</strong>.</p>
<h2>4. Bitte</h2>
<p>Als mir das klar geworden ist, rief ich meine Mutter an und erzählte ihr von meiner Geschichte und meinem Verlust. Ich weinte. Und es tat so gut. Es war ein erleichterndes Gefühl, als ich merkte, dass mir meine Mutter zuhörte, mir ihr <strong>Bedauern</strong> aussprach, mit mir mitfühlte, mich wahrnahm. Es brauchte keine Tipps und Vorschläge und schon gar keine Vorwürfe. Ich bekam genau das, was mir in diesem Moment am Dringendsten war: Empathie.</p>
<p>Ohne in dieser Situation überhaupt an die 4 Schritte der GFK gedacht zu haben, hatte ich unbewusst eine Bitte an mich formuliert, die positiv formuliert und direkt ausführbar war: Mutti anrufen.</p>
<p>Ich spürte förmlich innerhalb weniger Sekunden, als wir sprachen, dass mir gerade eine unheimliche Last von den Schultern fiel. Ich fühlte mich <strong>erleichtert</strong>, <strong>frei</strong>, und konnte mit dem Umstand, dass die Tüte trotzdem nicht mehr wiederkam, schon deutlich besser umgehen. Ich fing an, zu <strong>akzeptieren</strong>.</p>

<h2>Happy End</h2>
<p>Als ich auflegte und zu meinem Sohn ins Wohnzimmer ging, schaute mich Oliver plötzlich mit ganz großen Augen an und rief Freude strahlend:&#8220;Mama! Du hast ja das Geschenk gefunden!&#8220;</p>
<p>Und ich starre ihn einfach nur völlig verdattert an und weiß überhaupt nicht, wovon er gerade spricht. &#8222;Hä? Wie? Was?&#8220;</p>
<p>Da zeigt er mit seinem Zeigefinger hinter mir auf die Ecke der Couch&#8230; Ich drehe mich um&#8230; Jupp. Da lag sie. Die Tüte mit dem Geschenk und dem anderen Zeugs drin&#8230;</p>
<p>Ich schwöre, ich hab KEINEN BLASSEN SCHIMMER, wie die da hingekommen sein soll! Ich hätte schwören können, dass ich sie dort niemals abgelegt hatte. Aber so war es. Sie war nie weg. Wurde auch nie geklaut. Es gab keinen asozialen Menschen. Alles nur Hirngespinste und vernichtende Urteile.</p>
<p>Und deshalb war auch all die Wut, die Hilflosigkeit und Trauer mit einem Mal war wie weggeblasen. Puff &#8211; weg!</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Ich hoffe, dieser Beitrag hat dir eindrücklich gezeigt, wohin uns unsere Gedanken führen können, wenn wir es zulassen. Doch mithilfe der <strong>Selbsteinfühlung</strong> kommen wir ihnen auf die Spur und lernen Step by Step, sie von der eigentlichen Situation zu trennen, uns bewusst darüber zu werden. Wir lernen uns und unsere Gefühle kennen und unsere Bedürfnisse. Wir können auf diese Weise für uns sorgen und Strategien entwickeln, falls wir mal wieder in eine ähnliche Situation geraten sollten.</p>
<p>Welche Situation kommt dir dabei spontan in den Kopf? Erzähl mir gern davon unten in den Kommentaren, ich würde mich freuen, davon zu lesen.</p>

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		<title>&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2020 13:33:55 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Schwester holt für ihren Bruder Hilfe, der sie zum Dank dafür als Petze bezeichnet und sauer auf sie ist&#8230;</p>
<p>Heute üben wir mal, uns in zwei verschiedene Personen hineinzuversetzen, um zu <strong>verstehen</strong>, um was es beiden womöglich ging, um die Basis für ein <strong>Versöhnungsgespräch</strong> zu schaffen.</p>
<p><span id="more-13465"></span></p>
<h2>&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</h2>
<p>Ich bin mit einer Freundin und den Kindern auf dem Spielplatz verabredet. Die Kinder beschäftigen sich gerade allein, wir nutzen die Zeit, setzen uns auf die Bank und quatschen ein bisschen. Die ältere Tochter meiner Freundin geht den Kindern hinterher, die inzwischen über den Zaun geklettert sind und jetzt die BMX Strecke hoch und runter jagen. Ich freue mich, dass sich Oliver schön auspowert und plaudere weiter&#8230;</p>
<p>Nach etwa einer Viertelstunde kommt die Tochter meiner Freundin zu uns:&#8220;Da <strong>ärgern</strong> uns zwei Jungs.&#8220; Meine Freundin und ich sind uns einig, dass nicht gleich zwei Erwachsene da rüber marschieren müssen, also erkläre ich mich bereit, nach dem Rechten zu sehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-13485" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger.jpg" alt="Olle Petze - Was steckt wirklich hinter Ärger I Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger-33x50.jpg 33w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<p>Ich nehme die Abkürzung über den Zaun, sehe mich nach ihnen um, und erkenne sie in der Ferne des Platzes. Sie stehen in einer kleinen Gruppe von fünf Kindern da und scheinen irgend etwas zu bereden. Find ich gut, denk ich mir, <strong>streiten</strong> und <strong>diskutieren</strong> muss ja auch irgendwie gelernt werden&#8230;</p>
<p>Nur bleibt es leider nicht beim friedlichen Diskurs. Olivers Freund wirft seinen Gegenüber nun mit einem gezielten Karatemove zu Boden und tritt mit einem Kick nach. Oliver steht unsicher daneben und weiß sich nicht zu helfen. &#8222;HEY! STOPP! WAS IST DENN HIER LOS?!&#8220;, rufe ich zu den Kindern rüber, in der Hoffnung, somit Zeit zu schinden, bis ich ganz bei ihnen bin.</p>
<p>Das Rüberschreien hat geholfen. Die <strong>Kinder</strong> blicken hoch, der Junge am Boden rappelt sich auf und ich steh vor ihnen. &#8222;So. Was ist hier los?&#8220;, frage ich ein wenig außer Atem. Olivers Freund geht gleich in die <strong>Verteidigung</strong>:&#8220;Der (Der ist der Junge, der gerade noch am Boden lag) hat angefangen, der hat mich geschubst.&#8220; und dann fügt er noch etwas leiser hinzu:&#8220;Und ich mag das überhaupt nicht, dass sie <strong>gepetzt</strong> hat&#8230;&#8220;</p>
<p>Um das Thema &#8222;Gleiches mit Gleichem vergelten&#8220; schreibe ich in einem anderen Beitrag, mir geht es heute einzig und allein darum, zu verstehen, warum Olivers Freund am Ende so sauer auf seine Schwester war, die doch eigentlich nur <strong>Hilfe</strong> holen wollte.</p>

<h2>Was bedeutet Petzen?</h2>
<p>Das Wort &#8222;<strong>Petzen</strong>&#8220; wird entweder als Substantiv (die Petze, die Petzerin, der Petzer) oder als Verb verwendet und meint:</p>
<blockquote><p>&#8222;(besonders einer Lehrperson, den Eltern o. Ä.) mitteilen, dass ein anderer etwas Unerlaubtes, Unrechtmäßiges o. Ä. getan hat&#8220; &#8211; www.duden.de</p></blockquote>
<h2>Worum geht es Petzen?</h2>
<p>Wenn ich das Wort &#8222;petzen&#8220; wertfrei beschreiben möchte, geht es also darum, den Eltern (oder wem auch immer) mitzuteilen, was Person X getan hat&#8230; Und deshalb ist der Bruder auf seine Schwester <strong>sauer</strong>? Weil sie sagt, was vorgefallen ist?</p>
<p>Vielleicht hilft es ja, wenn wir uns mal in die Lage von Petzen hineinversetzen. Worum geht es Petzen denn eigentlich?</p>
<h3>1. Orientierung, Klarheit</h3>
<p>Wenn sich Kinder streiten und dieser Streit dann <strong>eskaliert</strong>, indem sie z.B. handgreiflich werden wie in der obigen Situation, fühlen sich die Personen, die das mitbekommen, womöglich <strong>unsicher</strong>. Sie wissen nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Also entscheiden sie sich, jemand Erwachsenes um Hilfe zu bitten, von dem sie ausgehen, dass sie/er für Klarheit sorgen wird, denn die verfügen schon über mehr Erfahrung und wissen bestimmt, was jetzt zu tun ist. Petzen geht es also um <strong>Klarheit</strong>, Orientierung in einer für sie unsicheren Situation.</p>
<h3>2. Schutz, Gerechtigkeit</h3>
<p>Wenn Kinder etwas beobachten, das sie in ihrem Wertesystem als &#8222;nicht ok&#8220; einstufen, sich aber gleichzeitig nicht in der Lage sehen, zu helfen, weil die/der Täter*in stärker oder einfach bedrohlich wirkt, sind Erwachsene eine gute <strong>Strategie</strong>, um das Opfer als auch sich selbst zu <strong>schützen</strong> &#8211; schließlich sind Erwachsene in der Lage, auch bei Handgreiflichkeiten dazwischen zu gehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13490" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern.jpg" alt="Erwachsene schlichtet zwischen Kindern" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-schlichtet-zwischen-zwei-Kindern-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Gedanken, die sich hinter Ärger verstecken</h2>
<p>Olivers Freund <strong>ärgerte</strong> sich also über seine Schwester, die <strong>gepetzt</strong> hatte. Wenn wir uns ärgern, liegt die <strong>Ursache</strong> in den Gedanken und Urteilen, die wir dabei haben. Gedanken, wie z.B.:</p>
<p><em>&#8222;Sie hat mich verraten.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Ich kann ihr nicht vertrauen.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie will ja nur, dass Mama böse auf mich ist und mich anmeckert.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie mag mich nicht.&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie denkt, ich schaffe das nicht allein, dabei bin ich schon groß und kann das selber!&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Sie glaubt nicht an mich.&#8220;</em></p>
<p>Auch <strong>Glaubenssätze</strong> können in solchen Situationen zum Vorschein kommen, die uns z.B. sagen <em>&#8222;Ich bin nicht richtig, so wie ich bin.&#8220;.</em></p>
<p>All diese <strong>Gedanken</strong>, die Olivers Freund womöglich gedacht haben könnte, überblenden seine eigentlichen, tiefer liegenden <strong>Gefühle</strong>, die zu fühlen viel unangenehmer wären, wie z.B. Trauer und Enttäuschung. Wenn wir uns mit solchen Gedanken ablenken lassen, verlieren wir aber aus den Augen, um was es uns eigentlich geht, also was unsere eigentlichen <strong>Bedürfnisse</strong> sind. Was könnte das z.B. sein?</p>
<h3>1. Vertrauen</h3>
<p>Was passiert, nachdem jemand einem Erwachsenen mitgeteilt hat, was Person X &#8222;Falsches&#8220; getan hat? In der, sage ich mal, konservativen Erziehung werden, nachdem ein Kind etwas scheinbar &#8222;Falsches&#8220; getan hat, Strafen verhängt.</p>
<p>Petzen werden also nicht als Unterstützung gesehen, als jemand, der einfach nur Hilfe durch einen Erwachsenen sucht, sondern als Verräter, die einen bei den Erwachsenen verpfeifen und wegen derer man dann bestraft wird. Petzen kann man demnach nicht (ver-)trauen &#8211; und gerade das ist ja für in Gemeinschaft lebenden Menschen wichtig, um sich <strong>sicher</strong> und <strong>geborgen</strong> zu fühlen. Kann also auch etwas mit <strong>Sicherheit</strong>, <strong>Schutz</strong> zu tun haben.</p>

<h3>2. Gesehen werden</h3>
<p>Wenn Erwachsene zu einer Situation dazu geholt werden, die sie nicht von Anfang an mitbekommen haben, können sie sich nur darauf verlassen, was ihnen von den Beteiligten erzählt wird. Ich als Erwachsene, die später hinzugeholt werde, oder auch die Mama von Olivers Freund, <strong>interpretieren</strong> die Situation also danach, was uns erzählt wird. Ich z.B. habe gar nicht gesehen, wie die anderen Jungs die Kinder geärgert haben, sondern habe nur gesehen, wie sich die Kinder unterhalten und wie dann der andere Junge von Olivers Freund zu Boden geworfen und getreten wurde.</p>
<p>Vielleicht hatte Olivers Freund Angst davor, dass sein Verhalten falsch interpretiert wird und er am Ende als der <strong>Böse</strong> da steht. &#8222;Du trittst einen am Boden liegenden Jungen? Was stimmt nicht mit dir? Du setzt dich jetzt so lange auf die Bank, bis ich sage, dass du wieder spielen gehen kannst.&#8220; &#8211; zum Beispiel. Dabei wollte er vielleicht einfach nur sich und seinen Freund, Oliver, vor den Jungs <strong>beschützen</strong>, von denen sie laut Aussage der Schwester geärgert wurden. Hier geht es also ums <strong>gesehen werden</strong>, richtig hinschauen und zuhören.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13491" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind.jpg" alt="Mutter tröstet Kind" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/11/Erwachsene-tröstet-Kind-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>3. Selbstwirksamkeit</h3>
<p>Vielleicht wollen Kinder auch nicht, dass sich <strong>Erwachsene</strong> mit einmischen, weil sie ihre Probleme gerne selber austragen möchten. Sie möchten eigene Strategien zur <strong>Problembewältigung</strong> entwickeln. Es geht also eher darum, <strong>selbstwirksam</strong> zu sein, statt die Erwachsenen es nach ihren eigenen Vorstellungen lösen zu lassen. &#8222;Vertrau mir, dass ich diesen Streit auch selber lösen kann.&#8220; &#8211; da sind wir dann wieder beim Vertrauen. Vertrauen von der Schwester, dass man das auch ohne die Hilfe eines Erwachsenen schafft.</p>
<h3>4. Integrität</h3>
<p>Für manche Erwachsene mag ein &#8222;Ihr gebt euch jetzt die Hand und damit hat sich der Streit.&#8220; eine angemessene Lösung des <strong>Konflikts</strong> sein, für Kinder vielleicht aber nicht, vor allem, wenn sie merken, dass es keine von Herzen kommende Entschuldigung war. Sie möchten ihre Probleme also nach ihren eigenen Wertvorstellungen angehen, sie möchten sich <strong>integer</strong> verhalten.</p>

<h2>Empathie für beide Seiten</h2>
<p>Wenn ich mich so in Olivers Kumpel hineinversetze, dann bin ich plötzlich nicht mehr ärgerlich auf meine Schwester, ich bin stattdessen <strong>traurig</strong>, weil ich als großer Junge gesehen werden möchte, der seine Probleme ohne die Mama lösen kann. Ich wünsche mir, dass ich so, wie ich bin, richtig bin, dass ich nicht als der Böse, sondern als der gesehen werde, der sich für seine Freunde einsetzt und sie beschützt. Ich bin <strong>enttäuscht</strong>, weil ich gedacht habe, dass meine große Schwester hinter mir steht, zu mir hält.</p>
<p>Das sind natürlich jetzt alles nur Gedankenexperimente, die zutreffen könnten, aber nicht müssen. Ich finde solche <strong>Übungen</strong>, sich in andere hineinzuversetzen, aber sehr hilfreich, vor allem bei Streitereien. Auf diese Weise kann ich nun beide Seiten besser verstehen und ihr Verhalten <strong>nachvollziehen</strong>, was wiederum beim späteren Vermitteln zwischen beiden <strong>hilfreich</strong> ist.</p>
<p>Ich könnte also erstmal versuchen, <strong>herauszufinden</strong>, um was es dem Bruder und der Schwester ging, und Fragen stellen. &#8222;Hast du dir Sorgen um deinen kleinen Bruder gemacht, weil du gesehen hast, wie die Jungs ihn geärgert haben, und wolltest ihm helfen? Warst du unsicher, wie du dich bei diesem <strong>Streit</strong> verhalten kannst, und hast mich deshalb geholt?&#8220; Je nachdem, ob die Vermutung zutrifft oder eben auch nicht, führt man dann das Gespräch weiter.</p>
<p>Genau das Gleiche dann beim Bruder. &#8222;Hast du dich geärgert, weil du gedacht hast, dass deine Schwester dir nicht zutraut, den Streit allein zu schlichten? Wünschst du dir ihr Vertrauen, dass du die Sache selber regeln kannst? Hattest du Sorge, dass wir Erwachsenen euren Streit nach unseren Vorstellungen regeln? Ist es dir wichtig, selber zu entscheiden, was bei eurem Streit zu tun ist?&#8220;</p>
<p>Das sind wie gesagt alles nur Fragen, die man stellen könnte. Natürlich bombardiert man Kinder nicht gleich mit einem Haufen Fragen, sondern lässt sie ausreden und gibt dann wieder, was passiert ist. Die obigen <strong>Fragen</strong> dienen wirklich nur dazu, sich vorzustellen, was man in solchen Momenten sagen könnte.</p>
<p>Ich bin mir sicher, wenn wir es schaffen, uns in beide Seiten hineinzuversetzen und dann Vermutungen anstellen, ins Gespräch miteinander kommen, dass wir dann auf einem guten Weg sind, einander besser zu verstehen und Streitereien wie <strong>Missverständnisse</strong> aus der Welt zu schaffen.</p>
<p>Hast du noch ein paar Ideen, um was es beiden womöglich ging oder möchtest du selber mal von einem miterlebten Streit berichten? Dann erzähl mir gerne mehr davon unten in den Kommentaren.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/olle-petze-was-steckt-wirklich-hinter-aerger/">&#8222;Olle Petze!&#8220; &#8211; Was steckt wirklich hinter Ärger?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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		<title>Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Melanie Wittwer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2020 09:31:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast alle Eltern von Kleinkindern kennen es. Das eigene Kind fängt irgendwann &#8222;aus dem nichts&#8220; an mit hauen, beißen, kratzen und treten. Manch eine Mama bekommt dann Schläge und Tritte ab oder ein anderes Kind auf dem Spielplatz wird in die Mangel genommen. In diesem Blogbeitrag möchte ich näher auf die möglichen Ursachen von Aggressionen ... <a title="Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/hauen-beissen-kratzen-10-gruende-fuer-aggressionen-bei-kindern/" aria-label="Mehr zu Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/hauen-beissen-kratzen-10-gruende-fuer-aggressionen-bei-kindern/">Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Fast alle Eltern von Kleinkindern kennen es. Das eigene Kind fängt irgendwann &#8222;aus dem nichts&#8220; an mit <strong>hauen</strong>, beißen, kratzen und treten. Manch eine Mama bekommt dann Schläge und <strong>Tritte</strong> ab oder ein anderes Kind auf dem Spielplatz wird in die Mangel genommen.</p>
<p>In diesem Blogbeitrag möchte ich näher auf die möglichen <strong>Ursachen</strong> von Aggressionen bei Kindern eingehen, denn es gibt immer Gründe dafür, die es nicht zu ignorieren gilt. Ich möchte dich dazu ermutigen, hinter das Verhalten deines Kindes zu schauen und nicht nur auf die <strong>Symptome</strong>. Es gilt nicht am Kind herumzudoktern, sondern die Ursachen ausfindig zu machen, das Verhalten zu verstehen, damit dem Kind geholfen werden kann.</p>
<p><span id="more-13281"></span></p>

<h2>10 Gründe für Aggressionen bei Kindern</h2>
<p>Aggressives Verhalten wird nicht gerne gesehen. Doch gibt es Aufschluss darüber, dass etwas in <strong>Schieflage</strong> geraten ist. Es ist ein Notsignal und Hilferuf an die Umwelt. Ein genauer Blick darauf lohnt, um herauszufinden, was genau dahintersteckt, welches <strong>Bedürfnis</strong> gerade nicht gesehen wird – im Mangel ist. Wir können es also als eine Chance sehen, etwas wieder ins Gleichgewicht zu bringen, um unserem Kind damit zu helfen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/08/10gruende-fuer-aggressionen.jpg" alt="10 Gründe für Aggressionen" width="381" height="801" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Was ist Aggression?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Ausgelöst wird eine aggressive Reaktion, wie <strong>Wut</strong> in unserem <strong>Gehirn</strong> und zwar als eine Antwort auf etwas, was in den Beziehungen um uns herum passiert oder auch nicht passiert. <strong>Auslöser</strong> kann etwas sein, was wir sehen oder hören, etwas physisches, etwas, was aus unserer Phantasie heraus entsteht oder auch von unseren eigen erlebten emotionalen Erfahrungen heraus bestimmt wird, wenn wir verletzt wurden, ob nun <strong>physisch</strong> oder psychisch.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-weight: 400;">“Wut ist das Resultat von Persönlichkeiten, Erfahrungen und Erwartungen, die sich kreuzen.” Jesper Juul</span></p></blockquote>
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<h3>Wie macht sich aggressives Verhalten bemerkbar?</h3>
<p>Aggressives Verhalten offenbart sich nicht ausschließlich in körperlichen Angriffen, sondern auch in verbaler Gewalt, wie <strong>Mobbing</strong> oder auch in Diebstählen. Aggressionen richten sich bei den Jungen eher nach Außen und in körperlicher Form. Bei Mädchen richten sich Aggressionen eher gegen sich selbst oder wenn nach Außen, dann eher in Form von Mobbing, also durch Ausgrenzen, <strong>Blamieren</strong>, Beleidigen und Schikanieren des Anderen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Was können Gründe für aggressives Verhalten sein?</h2>
<h3>1. Hauen als Kontaktaufnahme</h3>
<p>Weil Kinder sich einfach verbal noch nicht ausdrücken können und ihnen <strong>Mitteilungsstrategien</strong> fehlen. Was kannst du als Mama oder Papa tun, um deinem Kind zu helfen? Du kannst deinem Kind helfen, indem du versuchst sein Vorhaben in Worte zu fassen: &#8222;Du wolltest mit dem Kind spielen? Dann versuch es das nächste Mal so oder so…!&#8220;.</p>
<h3>2. Fehlende Impulskontrolle und Perspektivenübernahme</h3>
<p>Die Entwicklung der Impulskontrolle (<strong>Kontrolle</strong> von Emotionen und Affekten) beginnt im Alter von 3 Jahren und dauert einige Jahre an. <span style="font-weight: 400;">Erst im Alter zwischen 7 und 9 Jahren ist es für Kinder möglich, ihre Impulse zu kontrollieren, aber völlig ausgereift ist diese Kontrolle erst mit etwa 25 Jahren. &#8222;Das Erleben von intensivem Ärger und Wut und eine mangelnde Fähigkeit, diese zu regulieren, stellen bekannte <strong>Risikofaktoren</strong> für aggressive Handlungen dar.&#8220; (1). Wie du dein Kind gut durch seine Wutanfälle begleiten kannst, habe ich im Blogbeitrag <a href="https://www.milchtropfen.de/die-wutanfaelle-in-der-trotzphase-verstehen-und-begleiten/" rel="nofollow">&#8222;Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten&#8220;</a> beschrieben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Fähigkeit zur <strong>Perspektivenübernahme</strong> beginnt in einem Alter von ca. 3 Jahren und dauert viele Jahre an. Selbst Kinder im Alter von 12 Jahren sind noch dabei, ihre Fähigkeiten diesbezüglich auszureifen. Erst wenn wir zur Übernahme fremder Perspektiven fähig sind, beeinflusst dies unsere sozialen Interaktionen und Kommunikationen. Dann können wir <strong>empathisch</strong> mit anderen sein, und die Bedürfnisse und Wünsche von anderen wahrnehmen und auch erkennen.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13319 size-large" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen-680x430.jpg" alt="Gründe für Aggressionen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>3. Physische Gewalt und Psychische Gewalt (Mobbing)</h3>
<p>Durch selbst erfahrene oder gesehene Gewalt in der Familie oder im weiteren Umfeld, wie<strong> Schule</strong> oder Kita, kann es auch zu Aggression beim Kind kommen. “Wird ein Kind von einem älteren Kind attackiert, gegen das es sich nicht wehren kann, richtet sich seine Aggression nicht gegen den Aggressor, sondern eventuell gegen ein kleineres Kind – das kann an einem anderen Ort und zu einem anderen Zeitpunkt geschehen. So entsteht schnell der Eindruck, das schlagende Kind sei «aus dem Blauen heraus» aggressiv.” (2)</p>
<p>Der Familientherapeut Jesper Juul schreibt in seinem Buch <a href="https://www.amazon.de/Aggression-Warum-unsere-Kinder-notwendig/dp/3596197236/ref=as_li_ss_tl?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2LPUYXHMX6PT6&amp;dchild=1&amp;keywords=aggression+juul&amp;qid=1595840511&amp;sprefix=aggressionen+juu,aps,156&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=906b65bdeee72ad12972448e42b5a047&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">“Aggression: Warum sie für uns und unsere Kinder notwendig ist”*</a> folgendes: “In einer Familie, in der es öfter zu Wutausbrüchen und Gewalt kommt, wird ein Kind (meist sind es die Jungen) die einfache Kopie “Eins zu eins” repräsentieren und ein destruktives, aggressives Verhalten annehmen.”</p>
<p>Durch <strong>Zurückweisung</strong>, Ausgrenzung, Verachtung oder Ungerechtigkeit reagieren auch die <strong>Schmerzzentren</strong> des Gehirns, also nicht nur auf physische Gewalt, sondern auch auf psychische Gewalt können wir mit aggressiven Verhalten reagieren. (3)</p>

<h3>4. Konflikte in der Elternbeziehung</h3>
<p>Wenn Paare sich öfter streiten und Kinder das unmittelbar mitbekommen kann das auch zu aggressiven Verhalten führen. Grund dafür ist die angespannte Situation im Elternhaus und ein anderes <strong>Erziehungsverhalten</strong> der Eltern, durch den erlebten Stress während der Konflikte mit dem Partner. Nicht alle Beziehungskonflikte führen beim Kind zu aggressiven Verhalten, festgestellt wurde allerdings, dass Kinder in <strong>Familienkrisen</strong> öfter dazu neigen.(4)</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13315 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen_gruende.jpg" alt="Aggressionen Gründe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen_gruende.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen_gruende-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/aggressionen_gruende-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>5. Traumatische Erfahrungen</h3>
<p>Missbrauch, Unfälle, Naturkatastrophen und der Verlust oder auch die <strong>Trennung</strong> der Eltern können ebenfalls zu aggressiven Verhalten führen.</p>
<p>Das aggressive Verhalten bei Trennung der Eltern ist vor und während der Trennung am höchsten und flacht nach der Trennung wieder ab. Begründet wird dies mit einer erhöhten depressiven Stimmung der Mütter, unberechtigten <strong>Schuldgefühle</strong> an der Trennung und die weniger gute Beaufsichtigung, durch das Fehlen eines Elternteils. (5)</p>
<h3>6. Hilflosigkeit und Überforderung</h3>
<p>Beispielsweise durch die <strong>Entthronung</strong> eines Geschwisterchen. Dein Kind hat Angst, dass du es nicht mehr so liebst, wie vor der Geburt des Geschwisterchens. Aus dieser <strong>Unsicherheit</strong> heraus könnte sich ein &#8222;schwieriges&#8220; oder als schwierig empfundenes <strong>Temperament</strong> entwickeln, was zu impulsivem, hyperaktiven und trotzigem Verhalten führen kann. Wenn Eltern sich davon nun gestresst und überfordert fühlen, reagieren sie vielleicht mit harten <strong>Disziplinierungsmaßnahmen</strong>, die dann zu aggressiven Verhalten beim Kind führen können. (6)Was kannst du tun? Gib ihm, wenn möglich, viel positive Rückmeldung und Extra &#8211; Kuscheleinheiten. Mehr zur Thematik kannst du im Blogbeitrag <a href="https://www.milchtropfen.de/familienzuwachs-die-entthronung-des-erstgeborenen/)" rel="nofollow">&#8222;Familienzuwachs &#8211; die Entthronung des Erstgeborenen&#8220;</a> nachlesen.</p>
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<h3>7. Erniedrigendes Verhalten und Bestrafungen</h3>
<p>Kinder zeigen aggressives Verhalten, wenn sie <strong>unglücklich</strong> sind, sich nicht gesehen, angenommen und gewertschätzt fühlen, wenn wir z. B. oft mit ihnen <strong>schimpfen</strong> oder sie kränken. Und auch Erwachsene neigen zu aggressiven Verhalten, wenn sie nicht imstande sind, ihre (negativen) Gefühle in Worte zu fassen, weil sie es in ihrer eigenen Kindheit nicht durften. Durch Bestrafungen, Liebesentzug, <strong>Isolation</strong> (Stille Ecke oder Stiller Stuhl) oder emotionale Erpressung kann sich Wut im Körper anstauen, weil das Kind sich in diesen Momenten, als <strong>ohnmächtig</strong> und klein wahrnimmt. Diese angestaute Wut findet plötzlich ihren destruktiven Ausbruch. Versuche einen Weg ohne Strafen zu finden. Du kannst deine Gefühle deinem Kind stattdessen <strong>authentisch</strong> (ohne schreien) vermitteln, wenn dir etwas nicht gefällt &#8222;Ich finde es nicht toll, dass du das Glas Wasser ausgeschüttet hast. Komm lass uns einen Lappen holen!&#8220;.</p>
<h3>8. Abgrenzungsversuche</h3>
<p>Die körperliche <strong>Grenze</strong> wurde missachtet, jemand kommt ihm zu nahe, es möchte sich schützen und haut zu.<br />
Gib deinem Kind eine <strong>Handlungsalternative</strong> an die Hand &#8222;Das Kind kam dir gerade zu nah, oder? Sage beim nächsten Mal mit vorgestreckter Hand 🖐️&#8220; Stop&#8220;, ich unterstütze dich dabei auch gern! &#8222;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13317 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/Aggressionen 12-Gründe.jpg" alt="Aggressionen 12 Gründe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/Aggressionen%2012-Gründe.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/Aggressionen%2012-Gründe-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/07/Aggressionen%2012-Gründe-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>9. Vermindertes Selbstwertgefühl</h3>
<p>Dann kann aggressives Verhalten durch <strong>Angst</strong> und (soziale) Unsicherheit zum Ausdruck kommen. Dein Kind fühlt sich schneller bedroht und <strong>angegriffen</strong>, als andere Kinder und reagiert übersensibel auf vermeintliche Bedrohungen. Du kannst dein Kind und sein Selbstwertgefühl stärken, indem du ihm zeigst, dass es in Ordnung ist, wie es ist und ihm auf Augenhöhe begegnest. Es bestärkst in seinem Tun und Sein. Das ist Balsam für seine kleine Seele und sein Selbstwertgefühl. Es braucht dich als Halt und <strong>Orientierungshilfe</strong>.</p>

<h3>10. Trennungstrauma</h3>
<p>Bei Kindern mit Trennungstrauma können unter anderem problematische Verhaltensweisen, wie Aggressionen auftreten. Damit hat sich die <strong>Entwicklungspsychologin</strong> Aletha Solter befasst. Sie meint auch, dass es wichtig sei, bei solchen Fällen jegliche Strafen von räumlicher Trennung (Stille Ecke, Zimmerarrest) zu vermeiden. Denn davor fürchtet es sich am Meisten. (7)</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Risiko- und Schutzfaktoren bei aggressiven Verhalten (8)</h2>
<p>Aggressives Verhalten kann noch mehr Gründe haben. Hier siehst du eine Auflistung, unterteilt in Risiko- und Schutzfaktoren im Bereich Individuum, Familie, soziale Umwelt und Gesellschaft.</p>
<h3><strong>Individuum</strong></h3>
<ul>
<li>genetische und neurophysiologische Faktoren</li>
<li>prä- und perinatale Risikofaktoren</li>
<li>schwieriges Temperament</li>
<li>männliches Geschlecht</li>
<li>belastende Lebensereignisse</li>
<li>Zeuge von Gewalterfahrungen</li>
<li>Drogenmissbrauch</li>
</ul>
<p><strong>Dahingegen gelten als Schutzfaktoren beim Individuum</strong></p>
<ul>
<li>Autonomie</li>
<li>soziale Kompetenz</li>
<li>Problemlösungsfertigkeiten</li>
<li>Reflexivität/Impulskontrolle</li>
<li>Anpassungsfähigkeit</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Familiäre Risikofaktoren</strong></h3>
<ul>
<li>Disharmonie in der Partnerschaft/Trennung/Scheidung</li>
<li>Vernachlässigung/Misshandlung</li>
<li>dysfunktionale Erziehung</li>
<li>mangelnde Problemlösungsfertigkeiten</li>
<li>psychische Störungen, speziell Alkohol- und Drogenmissbrauch</li>
<li>Kriminalität einschließlich der Duldung von Delinquenz</li>
<li>ökonomische Belastungen</li>
</ul>
<p>Da familiäre Risikofaktoren miteinander im Zusammenhang stehen und sich <strong>wechselseitig</strong> beeinflussen, kann es passieren, dass Kinder in der Regel gleich mehreren Risikofaktoren ausgesetzt sind. Daher können einzelne Risikofaktoren weitere nach sich ziehen und sich so über den Entwicklungsverlauf verstärken. (9) Desweiteren kann sich das aggressive Verhalten des Kindes <strong>chronifizieren</strong>, wenn es oft nur Aufmerksamkeit erhält, sobald es auffällig wird und ihm sonst nur wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Ganz nach dem Motto &#8222;Lieber negative Aufmerksamkeit, als keine!&#8220;.</p>
<p><strong>Dahingegen gelten als familiäre Schutzfaktoren </strong></p>
<ul>
<li>Fürsorge und Unterstützung</li>
<li>stabile Partnerschaft</li>
<li>emotionale Zuwendung</li>
<li>Belastbarkeit und positive Kommunikation</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Risikofaktoren soziale Umwelt</strong></h3>
<ul>
<li>Wohndichte und Wohnqualität</li>
<li>Mangel an sozialen Diensten</li>
<li>soziale Desintegration</li>
<li>niedriges Bildungsangebot</li>
<li>dissoziale Freunde/Jugendbanden</li>
<li>hohe Kriminalitätsbelastung</li>
<li>Verfügbarkeit von Drogen</li>
</ul>
<p><strong>Als Schutzfaktoren soziale Umwelt gelten</strong></p>
<ul>
<li>Versorgung und Unterstützung</li>
<li>dichtes Netz sozialer Dienste und Angebote</li>
<li>soziale Integration/Bürgerbeteiligung</li>
<li>hohe Erwartungen</li>
<li>niedrige Kriminalitätsbelastung</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Risikofaktoren Gesellschaft</strong></h3>
<ul>
<li>ökonomische Strukturveränderungen</li>
<li>Arbeitslosigkeit</li>
<li>Armut</li>
<li>reduzierte Sozialhaushalte</li>
<li>Ghettoisierung</li>
<li>unkritische Gewaltdarstellung in den Medien</li>
<li>kulturelle Begünstigung von Gewalt</li>
</ul>
<p><strong>Schutzfaktoren der Gesellschaft sind</strong></p>
<ul>
<li>Versorgung und Unterstützung</li>
<li>ökonomische Sicherheit</li>
<li>soziale Integration/Bürgerbeteiligung</li>
<li>wirksame Sozialpolitik</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Was können Eltern tun, wenn sie selbst auch aggressiv werden?</h2>
<p>Die <strong>Wut</strong> und Aggression des Kindes ist für manche Eltern schwer auszuhalten, vor allem dann, wenn sie in der eigenen Kindheit eben nicht wütend sein durften und dieses Gefühl unterdrücken mussten, ignoriert oder dafür sogar bestraft wurden. Diese <strong>angestaute Wut</strong> überkommt dann den Einen oder Anderen in den Wutanfällen des eigenen Kindes oder die Blicke und Anmerkungen Dritter verunsichern noch zusätzlich. Kleine <strong>Achtsamkeitsübungen</strong> können dann helfen, nicht selber aggressiv zu werden.</p>
<p>Dir als Mama oder Papa hilft eventuell:</p>
<ul>
<li>das tiefe <strong>Atmen</strong>,</li>
<li>das langsame Rückwärtszählen von 10 &#8211; 0</li>
<li>ein Glas Wasser trinken</li>
<li>Arme und Beine ausschütteln</li>
<li>laut <strong>singen</strong> und tanzen oder</li>
<li>anfangen rumzualbern und die &#8222;negative&#8220; Situation ins Spaßige zu ziehen.</li>
</ul>
<p>Wir bleiben mit diesen Maßnahmen also am &#8222;Rand&#8220; unseres Gefühls stehen, tauchen aber nicht hinein, sondern lassen es <strong>weiterziehen</strong> oder abflachen. Was ich ganz wichtig finde ist, sich selber zu <strong>verzeihen</strong>, wenn man doch mal lauter geworden ist. Wir sind alle nur Menschen, sich dafür nun hart in die Mangel zu nehmen, wäre falsch und würde nur zu <strong>Schuldgefühlen</strong> und noch mehr Frustration führen, welche sich dann wiederum wieder auf unser Gemüt schlägt. Ich für meinen Teil entschuldige mich aufrichtig bei meinem Kind, wenn ich mich &#8222;neben der Spur&#8220; verhalten habe. Dann lernen unsere Kinder auch, dass Mama und Papa nicht perfekt sind und ihre <strong>Fehler</strong> eingestehen und sie spüren, dass nicht sie die Schuldigen sind. Denn sie sind nicht für unsere Gefühle zuständig oder verantwortlich.</p>
<h2><strong>Was aber wenn diese &#8222;seichten&#8220; Handlungsalternativen nichts bringen?</strong></h2>
<p>Dann dürfen wir versuchen unsere <strong>Reaktionsmuster</strong> zu verstehen. Wenn wir wissen, was genau in unserem Körper passiert, wenn wir verärgert und wütend sind, haben wir eine <strong>Chance</strong> etwas dagegen zu tun. Denn das aggressive Verhalten unseres Kindes löst in uns alte, selbst erfahrene Muster aus. Unser Kind brüllt und schlägt um sich: diese Situation können wir selbst als <strong>Gefahr</strong> einstufen (oder auch nicht), eben aus den eigenen Erfahrungen aus unserer Kindheit heraus.</p>
<p>Zur Thematik hat Nicola Schmidt ausführlich in ihrem Erziehungsratgeber <a href="https://www.amazon.de/Erziehen-ohne-Schimpfen-Alltagsstrategien-Partnerschaft/dp/3833868562/ref=as_li_ss_tl?_encoding=UTF8&amp;__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3FZ3A1SR8GJW&amp;dchild=1&amp;keywords=erziehen%20ohne%20schimpfen&amp;qid=1595947279&amp;s=books&amp;sprefix=erziehen%20ohne%20,aps,186&amp;sr=1-1&amp;ref_=nav_ya_signin&amp;&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=6880b212127d8ff39ff50307f9032fa2&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Erziehen ohne Schimpfen&#8220;</a>* berichtet. Sie schreibt, dass in Stresssituationen und als Gefahr wahrgenommenen Situationen unser <strong>Mandelkern</strong> im Gehirn, auch Amygdala genannt, innerhalb von Bruchteilen von Sekunden losfeuert. Dieser Mandelkern arbeitet dann nach und nach eine Folge von sinnvollen <strong>Aufgaben</strong> ab. Er aktiviert unser Stress- und Notfallsystem (sympathisches Nervensystem), er beschleunigt unseren Herzschlag, um genug Sauerstoff für die Muskeln zum Angriff oder zur Flucht freizuschaufeln. Weiterhin bewirkt der Mandelkern noch, dass unsere <strong>Atmung</strong> flacher wird, unsere Empathiefähigkeit reduziert wird und er ist auch für die Drosselung von Glückshormonen zuständig, denn wir sollen jetzt kampfbereit sein. Und so schnell, wie der Mandelkern losfeuert, so schnell hört er damit auch wieder auf. In ihrem Buch schreibt die Autorin von <strong>10 Sekunden</strong>, die wir somit überbrücken müssten, um nicht aus der Haut zu fahren. Nach ganzen 10 Minuten soll auch unser restlicher Körper wieder im Normalmodus sein. Die Funktionen des Stresssystems brauchten unsere Vorfahren damals zum Kämpfen, Fliehen oder auch Jagen. Sie sind also sinnvoll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Von 10 Sekunden zu 90 Sekunden</h2>
<p>Nicola Schmidt redet von 10 Sekunden, die wir überbrücken müssten. Die <strong>Neurowissenschaftlerin</strong> Dr. Jilll Bolte Taylor spricht von etwa <strong>90 Sekunden</strong>, die es auszuhalten gilt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Dabei brauchen Emotionen laut der Neurowissenschaftlerin Dr. Jill Bolte Taylor weniger als 90 Sekunden, um die inneren Bahnen zu durchlaufen, wie sie es in <a href="https://brainworldmagazine.com/stroke-of-genius-an-interview-with-dr-jill-bolte-taylor/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">diesem Interview</a> unter Anderem beschreibt. Dieses Wissen gibt mir die Wahlfreiheit: Möchte ich mit dem Gefühl in Interaktion treten, die Energie ausleben oder möchte ich es beobachten und wieder gehen lassen? Jedes Gefühl möchte gelebt und erfahren werden. Damit meine ich, dass es Raum bekommt. Das heißt nicht, dass es in jedem Fall ausgelebt werden muss. Wenn ich mit Wut durchströmt bin, muss ich dieses Gefühl nicht durch das Zerschlagen von Porzellan ausleben. Die Wahrnehmung, dass mich gerade Wut durchflutet, reicht als Ausleben aus.&#8220; (10)</p></blockquote>
<p>Ob nun 10 oder 90 Sekunden, die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen. Wir haben die Wahl und tragen die <strong>Verantwortung</strong> für die Qualität in der Beziehung mit unseren Kindern, wie Familientherapeut Jesper Juul es einst sagte.</p>
<p>Wenn all das nicht hilft und ein Elternteil immer wieder in Rage gerät, wäre es sicher von Vorteil, <strong>therapeutische Hilfe</strong> in Anspruch zu nehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Kindliche Aggressionen sind erst einmal als sinnvoll zu betrachten</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Aggressionen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Entwicklung. Das Problem ist, dass sie ein <strong>Tabuthema</strong> in unserer Gesellschaft sind. Sie sind nun aber da und haben ihren <strong>Sinn</strong>. Sie treiben uns voran und helfen uns, unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse durchzusetzen. Sie werden aus dem Lateinischen mit “</span><span style="font-weight: 400;">sich zubewegen auf etwas/jemanden, <strong>heranschreiten</strong>, sich nähern oder angreifen” übersetzt. Aggressionen sind wie ein Motor, sie helfen uns, etwas zu bewegen, <strong>voranzutreiben</strong> und sind manchmal auch <strong>überlebensnotwendig</strong>, sie dienen dem Selbstschutz.</span></p>
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<p><span style="font-weight: 400;">Daher sollten wir sie nicht von Grund auf <strong>verteufeln</strong>. Was auch immer aggressives Verhalten beim Kind auslöst, wir dürfen seine Gefühle spiegeln und ihm Alternativen aufzuzeigen. <strong>Alternativen</strong> könnten sein, dass du deinem Kind ein großes Kissen, das Sofa oder einen <strong>Boxsack</strong> zum Treten und Hauen anbietest, bevor du die Schläge und Tritte abbekommst. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Denn Eines ist ganz wichtig, wir sind für unsere Kinder in diesen gefühlsbetonten Momenten da, aber wir sind nicht ihr Boxsack. An dieser Stelle ist es wichtig, ganz <strong>authentisch</strong> zu vermitteln, dass wir das nicht möchten und wir im Notfall aus der Situation herausgehen und einen Schritt zurücktreten, bis unser Kind nicht mehr wild um sich schlägt. Wenn das Herausgehen aus der Situation nicht möglich ist, dann dürfen wir auch die Hände oder Beine des Kindes festhalten, damit wir nicht verletzt werden. Die <strong>Botschaft</strong> sollte immer sein &#8222;Ich verstehe, dass du sauer/wütend/enttäuscht bist und gleichzeitig möchte ich nicht, dass du mich schlägst, das tut mir weh!&#8220;.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aggressives Verhalten ist immer ein <strong>Hilferuf</strong> deines Kindes. Mit ihm oder seiner Umgebung oder seinem Umfeld stimmt etwas nicht. Es liegt an uns, wach- und <strong>achtsam</strong> zu sein. Unser Kind zu fragen, ob es irgendetwas erlebt hat, was ihm seelischen oder körperlichen Schmerz bereitet hat, sowie unser eigenes Handeln immer wieder einmal zu <strong>reflektieren</strong>, was wir eventuell im Umgang mit unserem Kind besser machen könnten, denn dies kann die Situation wieder verbessern.</span></p>
<p>Zu guter Letzt möchte ich euch noch ein <strong>Zitat</strong> des verstorbenen Familientherapeuten <strong>Jesper Juul</strong> dalassen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Aggressivität ist eine Möglichkeit der Umwelt zu sagen: Mir geht&#8217;s nicht gut!&#8220;</p></blockquote>
<p>Fallen euch noch mehr Gründe für aggressives Verhalten ein? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? In welchen Situationen hauen, treten und beißen eure Kinder und könnt ihr dabei selbst ruhig bleiben?</p>
<p>&nbsp;</p>

<p>&nbsp;</p>
<div id='c3306_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h3><span id="Quellennachweise">Quellennachweise:</span></h3>
<p>(1) + (5) + (6)+ (9) Buch <a href="https://www.amazon.de/Aggression-Gewalt-von-Kindern-Jugendlichen/dp/3642224652/ref=as_li_ss_tl?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=%22Aggression+und+Gewalt+von+Kindern+und+Jugendlichen%22+von+Petermann/Koglin&amp;qid=1596009531&amp;s=books&amp;sr=1-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=99f76445138a6dacd11480195b53d974&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen&#8220;*</a>von Petermann/Koglin</p>
<p>(2) + (3) <a href="https://www.fritzundfraenzi.ch/gesundheit/psychologie/mein-kind-ist-aggressiv-was-tun?page=all" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://www.fritzundfraenzi.ch/gesundheit/psychologie/mein-kind-ist-aggressiv-was-tun?page=all</a></p>
<p>(4) <a href="https://www.fritzundfraenzi.ch/erziehung/elternbildung/aggressive-kinder-grunde-und-tipps-fur-eltern?" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://www.fritzundfraenzi.ch/erziehung/elternbildung/aggressive-kinder-grunde-und-tipps-fur-eltern?</a></p>
<p>(7) Buch <a href="https://www.amazon.de/Schatz-ich-bin-Hause-Lebensjahre/dp/B087SHDJ8B/ref=as_li_ss_tl?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=%E2%80%9Cschatz+ich+bin+zu+hause%E2%80%9D+von+jennifer+ehry-gissel&amp;qid=1596009632&amp;s=books&amp;sr=1-1-fkmr0&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=6430ab89a6f56e60ce92284c5aeb3705&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">“Schatz ich bin zu Hause”</a> von Jenniffer Ehry-Gissel</p>
<p>(8) + (9) <a href="https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/1973/03_Kapitel3.pdf?sequence=4&amp;isAllowed=y" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/1973/03_Kapitel3.pdf?sequence=4&amp;isAllowed=y</a></p>
<p>(10) <a href="https://mut-zur-stille.de/90-sekunden-wut-vom-umgang-mit-emotionen/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">https://mut-zur-stille.de/90-sekunden-wut-vom-umgang-mit-emotionen/</a></p>

<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/hauen-beissen-kratzen-10-gruende-fuer-aggressionen-bei-kindern/">Hauen, beißen kratzen -10 Gründe für Aggressionen bei Kindern</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Familienzuwachs &#8211; die Entthronung des Erstgeborenen</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/familienzuwachs-die-entthronung-des-erstgeborenen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Melanie Wittwer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Mar 2020 14:36:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschwister]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ein neues Familienmitglied zur bereits vorhandenen Familie hinzu stößt, kann es unter Umständen eine sehr emotionale Phase geben &#8211; mit vielen Höhen und Tiefen.  Auch als bei uns der kleine Bruder geboren wurde, gab es eine aufregende Zeit und viele nervenaufreibende Situationen mit unserem Erstgeborenen. Mittlerweile hat es sich aber wieder gemildert. Wie auch ... <a title="Familienzuwachs &#8211; die Entthronung des Erstgeborenen" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/familienzuwachs-die-entthronung-des-erstgeborenen/" aria-label="Mehr zu Familienzuwachs &#8211; die Entthronung des Erstgeborenen">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/familienzuwachs-die-entthronung-des-erstgeborenen/">Familienzuwachs &#8211; die Entthronung des Erstgeborenen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;">Wenn ein neues Familienmitglied zur bereits vorhandenen Familie hinzu stößt, kann es unter Umständen eine sehr <strong>emotionale Phase</strong> geben &#8211; mit vielen Höhen und Tiefen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch als bei uns der kleine Bruder geboren wurde, gab es eine aufregende Zeit und viele <strong>nervenaufreibende</strong> Situationen mit unserem Erstgeborenen. Mittlerweile hat es sich aber wieder gemildert. Wie auch du wieder Harmonie in euren <strong>Familienalltag</strong> bekommst und was du speziell für das Erstgeborene tun kannst, verrate ich dir hier im Beitrag.</span></p>
<p><span id="more-12691"></span><div id='c6449_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Familienzuwachs &#8211; die Entthronung des Erstgeborenen</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Die <strong>Geburt</strong> des Geschwisterchens ist für viele Kinder ein immenser Umbruch im familiären Gefüge. Hatte es bis jetzt doch Mama und Papa für sich alleine, kommt ihm von nun an nur noch geteilte Aufmerksamkeit und Fürsorge zu. Kaum ist das Geschwisterchen da, muss fortan vor allem die Mama <strong>geteilt</strong> werden, ist sie doch die meiste Zeit am Stillen, Wickeln und Trösten. Das bedeutet hohen <strong>Stress</strong>, Schmerz und Frustration für das Erstgeborene. Niemand hat es gefragt, ob jemand neues “einziehen” darf. Es fühlt sich überrumpelt. Eifersucht kommt in ihm hoch.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/entthronung-5-tipps.jpg" alt="Entthronung 5 Tipps" width="381" height="801" /></p>
<h2>Wie fühlt es sich für das Erstgeborene an, wenn ein Geschwisterkind hinzu kommt?</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Stell dir vor dein Partner bringt eine andere <strong>Frau</strong> mit nach Hause! Sie schläft von nun an mit in eurem Bett und benötigt viel Aufmerksamkeit und <strong>Zeit</strong>, die dir von nun an fehlt. Immer öfter musst du warten, dass auch deine Bedürfnisse befriedigt werden, denn zuerst ist jetzt immer die neue Frau an der Reihe, die auch noch häufig weint und Trost benötigt. <strong>Wut</strong>, Traurigkeit und Frustration machen sich bei dir breit und du weißt noch nicht damit umzugehen. Du fühlst dich weniger geliebt und weißt nicht, wie du deinen Gefühlen Ausdruck verleihen sollst, ziehst dich entweder zurück oder wirst aggressiv der neuen Frau gegenüber. Dafür wirst du <strong>ausgeschimpft</strong>. Du fühlst dich dadurch noch weniger geliebt und gesehen, als so schon. Ein <strong>Teufelskreis</strong> beginnt. </span><span style="font-weight: 400;">So in etwa fühlt sich dein Erstgeborenes. Es hat große <strong>Verlustängste</strong>, vor allem dir als Mutter gegenüber! </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-12711 size-full aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/mutter-troestet-kind.jpg" alt="Familienzuwachs Entthronung" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/mutter-troestet-kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/mutter-troestet-kind-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/mutter-troestet-kind-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Kinder müssen erst lernen mit diesen, teils heftigen <strong>Gefühlen</strong> umzugehen. Gerade, wenn sich Kinder in der Autonomiephase und der emotionalen Entwicklung befinden, ist es hilfreich, <strong>Verständnis</strong> zu zeigen und das Kind mit seinen Gefühlen zu sehen, ernst zu nehmen und <strong>aufzufangen</strong>. Darüber habe ich ausführlich in meinem Beitrag: </span><a href="https://www.kleinermensch.net/autonomiephase-und-emotionale-entwicklung-teil-i/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">Autonomiephase und emotionale Entwicklung – wenn zwei Entwicklungsphasen aufeinanderprallen geschrieben.</span></a> <span style="font-weight: 400;">Dein Kind hat <strong>Angst</strong> und ist verunsichert, es weiß nicht, ob es immer noch geliebt wird, wie vorher. </span></p>
<h2>Wie du dein Baby schützen kannst!</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Manche Kinder zeigen ganz klar die <strong>Überforderung</strong> durch diese neue Situation. Manche werden dann <strong>handgreiflich</strong> dem Baby gegenüber. Versuche bei Übergriffen das Baby ganz unaufgeregt zu <strong>schützen</strong> und die Grenzen klar und liebevoll zu artikulieren. Bleib in unmittelbarer Gegend, um im Notfall schnell eingreifen zu können. Wenn du nicht die ganze Zeit auf Habachtstellung sein möchtest, dann kannst du dein Baby auch in die Tragehilfe packen und so ist es vor Übergriffen geschützt. </span><span style="font-weight: 400;">Wir dürfen und müssen die Grenzen des Babys schützen und klar artikulieren, dass niemand <strong>verletzt</strong> werden darf. </span></p>

<p>Doch wie kannst du dafür sorgen, dass sich das große Geschwisterkind nicht zu sehr benachteiligt fühlt?</p>
<h2>5 Punkte, die euch helfen in Verbindung zu kommen und zu bleiben:</h2>
<ol>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Beziehe es mit in die <strong>Pflege</strong> des Babys ein. Lass es das Baby wickeln, beim Baden helfen, Fläschchen geben oder beim Stillen mit kuscheln, dann fühlt es sich nicht ausgeschlossen.</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Verbringe Zeit mit ihm, wenn das Baby Mittagsschlaf macht &#8211; <strong>Exklusivzeit</strong>! Spielt etwas, was euch beiden Spaß macht, denn wenn du darauf eigentlich keine Lust hast, bist du wahrscheinlich mit deinen Gedanken schnell woanders. Spielt etwas, was die Bindung stärkt &#8211; Bindungsspiele können helfen, die Bindung aufrecht zu erhalten und schaffen somit mehr Kooperation und Nähe.</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Habe <strong>Verständnis</strong> für neue Verhaltensweisen, wie: </span><strong>Regression</strong>. Regression bedeutet, dass dein großes Kind einen Rückfall in babyhaftes Verhalten macht. Dieses Verhalten wird nicht für immer so bleiben. Es ist lediglich ein Hilferuf auf den du liebevoll reagieren darfst. Dein Kind möchte auf sich aufmerksam machen und sucht so deine Fürsorge. <strong>Aggressionen</strong>. Manche Kinder werden aggressiv. Versuche die Gefühle deines Kindes zu spiegeln: “Du bist wütend/traurig/enttäuscht, dass ich gerade so wenig Zeit für dich habe!”, oder “Ich sehe, dass du traurig bist, du fühlst dich benachteiligt, was kann ich für dich tun, was brauchst du?”.</li>
<li style="font-weight: 400;">Und auch wenn dir das vielleicht schwer fällt, Beschimpfungen, Strafen oder Vorwürfe bei Aggressionen gegen das Baby sind kontraproduktiv. Nimm dein Kind trotzdem in den Arm oder auf den Schoß und zeige ihm deine <strong>Liebe</strong>, denn sonst neigt dein Kind wahrscheinlich später dazu, durch Übergriffe auf das kleine Geschwisterchen auf sich aufmerksam zu machen, frei nach dem Motto “Lieber negative Aufmerksamkeit, als gar keine!”</li>
<li style="font-weight: 400;"> Schenke deinem großen Kind vor allem: die <strong>Sicherheit</strong>, dass es noch geliebt wird; Geborgenheit, um sich wohl zu fühlen und <strong>Nähe</strong>, um sich zu beruhigen.</li>
</ol>
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<p><span style="font-weight: 400;">Wenn du diese 5 Punkte beherzigst, zeigt das deinem Kind, dass es immer noch geliebt, <strong>wertvoll</strong>, willkommen und angenommen wird, so wie es ist! Mit viel Liebe, Zuneigung, Verständnis und Körperkontakt gerade in den ersten Monaten nach der Geburt des Geschwisterchens lassen sich viele Konflikte lösen oder sie entstehen erst gar nicht. </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-12709 size-full aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/familienzuwachs.jpg" alt="Familienzuwachs" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/familienzuwachs.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/familienzuwachs-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2020/03/familienzuwachs-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400;">So kann eine richtig gute Geschwisterliebe wachsen. Dass heißt nicht, dass es nie Konflikte oder <strong>Geschwisterrivalitäten</strong> geben wird, aber deine Kinder werden sich geliebt und gesehen fühlen. Hierzu möchte ich dir passend zum Thema das Buch von Nicola Schmidt &#8222;<span id="productTitle" class="a-size-large"><a href="https://www.amazon.de/Geschwister-als-Team-Familie-artgerecht-Buch/dp/3466311047/ref=as_li_ss_tl?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=geschwister+als+team&amp;qid=1584211340&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer-21&amp;linkId=9d7fcdae10c38f960ece288d60e36fbd&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Geschwister als Team: Ideen für eine starke Familie.</a>&#8222;* empfehlen. </span></span></p>
<h2>Achte auf dich &#8211; Selbstfürsorge im Alltag!</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Um angemessen liebevoll auf deine Kinder reagieren zu können solltest du auch darauf achten, gut für dich selbst zu sorgen. Denn nur wenn es dir gut geht, kann es deinen Kindern auch gut gehen. Bist du entspannt, kannst du gelassener auf Konflikte reagieren. <strong>Sorge</strong> also, wenn möglich, für Zeiten, in denen du dich entspannen kannst. Dabei kann dir dein <strong>Partner</strong> helfen, eine gute Freundin oder deine Verwandtschaft. Sie können beispielsweise nach den Kindern schauen, damit du in Ruhe eine Dusche nehmen kannst, dir Essen bringen oder mit im Haushalt helfen. Du kannst auch mit anderen Mamas ein <strong>Mütterteam</strong> bilden und euch gegenseitig bei der Betreuung der Kinder unterstützen. Wie das geht kannst du im Beitrag <a href="https://www.kleinermensch.net/wie-du-dir-mit-einem-muetterteam-das-leben-leichter-machen-kannst/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;</a></span><a href="https://www.kleinermensch.net/wie-du-dir-mit-einem-muetterteam-das-leben-leichter-machen-kannst/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Wie du dir mit einem Mütterteam das Leben leichter machen kannst&#8220;</a> nachlesen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Spür in dich hinein. Was brauchst du, um genug <strong>Kraft</strong> für den doch manchmal anstrengenden Alltag mit Kindern zu haben? Öffne dich und sprich über deine Bedürfnisse, denn niemand kann sie erraten &#8211; du kennst sie am Besten! Gerade in der ersten herausfordernden Zeit &#8211; und im Wochenbett &#8211; kann Unterstützung von außen ein <strong>Segen</strong> sein.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Welche Erfahrungen habt ihr nach der Geburt des Geschwisterchens gemacht? Schafft ihr es auf die Bedürfnisse eurer Kinder einzugehen?</span></p>

<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/familienzuwachs-die-entthronung-des-erstgeborenen/">Familienzuwachs &#8211; die Entthronung des Erstgeborenen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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		<title>Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten</title>
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					<comments>https://www.milchtropfen.de/die-wutanfaelle-in-der-trotzphase-verstehen-und-begleiten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Melanie Wittwer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Dec 2019 15:16:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinkind]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomiephase]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Trotzphase]]></category>
		<category><![CDATA[Wut]]></category>
		<category><![CDATA[Wutanfall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dir ist der Begriff “Trotzphase” sicherlich auch ein Begriff. Oder Sätze wie “Jetzt bockt er wieder rum!” oder “Sie hat schon wieder ein Böckchen!”. Vielleicht hast du sie auch selbst einmal zu deinem Kind gesagt, wenn es seinen Willen geäußert hat.  Leider ist die sogenannte Trotzphase negativ mit einem Auf- oder Widerstand des Kindes behaftet. Wieso ... <a title="Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/die-wutanfaelle-in-der-trotzphase-verstehen-und-begleiten/" aria-label="Mehr zu Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/die-wutanfaelle-in-der-trotzphase-verstehen-und-begleiten/">Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400">Dir ist der Begriff “<strong>Trotzphase</strong>” sicherlich auch ein Begriff. Oder Sätze wie “Jetzt bockt er wieder rum!” oder “Sie hat schon wieder ein Böckchen!”. Vielleicht hast du sie auch selbst einmal zu deinem Kind gesagt, wenn es seinen <strong>Willen</strong> geäußert hat. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Leider ist die sogenannte Trotzphase negativ mit einem Auf- oder <strong>Widerstand</strong> des Kindes behaftet. </span><span style="font-weight: 400">Wieso sich dein Kind so verhält und wie auch du es schaffen kannst einen anderen Blick auf dein Kind zu bekommen, möchte ich dir gerne in diesem Beitrag verraten. Also sei gespannt und lies unbedingt weiter, denn das wird die <strong>Beziehung</strong> zu deinem Kind zum Positiven verändern.</span><span id="more-12618"></span><div id='c5349_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Gelassenheit in der Trotzphase &#8211; liebevolle Begleitung durch Wutanfälle</h2>
<p>Ich persönlich verwende lieber das Wort <strong>Autonomiephase</strong> anstelle von Trotzphase, weil beim Kind in erster Linie Ablösung und Selbstständigkeit im Vordergrund steht und nicht <strong>Widerstand</strong> und Trotz. <span style="font-weight: 400">Dein Kind macht erste “Ich”- Erfahrungen und verlässt langsam die Mutter-Kind-Symbiose. Es merkt, dass es ein <strong>eigenständiges</strong> Lebewesen ist und möchte Dinge selbst entscheiden und ausprobieren. </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/12/Liebevolle-Begleitung-in-Trotzphase-1.jpg" alt="Liebevolle Begleitung in Trotzphase" width="381" height="801" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese Phase kann sehr anstrengend sein, wie du im folgenden Beispiel sehen wirst.</p>
<h2>Neulich bei uns zuhause:</h2>
<p><span style="font-weight: 400">Mein Sohn spielt gerade ganz friedlich mit seiner Eisenbahn, fährt den Zug durch den Tunnel und über die Brücke. Da passiert es plötzlich: der Zug <strong>entgleist</strong> und fällt von der Brücke herunter. Jetzt denkst du vielleicht, ja ist ja kein Problem, dann wird der Zug einfach wieder auf die Schienen gestellt und weiter geht`s. Klingt auch ganz logisch. Aber das interessiert meinen Sohn in diesem Moment nicht.</span></p>
<p>Er wird <strong>wütend</strong>, fängt an den Zug mitsamt den Anhängern durch das Wohnzimmer zu werfen und <strong>schreit</strong> und weint. Als ich zu ihm gehe und ihn trösten möchte, wie ich das immer seit 20 Monaten mache, wird er noch wütender und gibt mir zu verstehen, dass er meinen <strong>Trost</strong> nicht möchte. Also halte ich Abstand, bin aber dennoch präsent, ganz in seiner Nähe, falls er es sich doch anders überlegt und meine Begleitung braucht. Es vergehen 5 Minuten. Ich versuche zwischendurch immer mal wieder Nähe herzustellen, indem ich ihm sanft über den Rücken streiche, das möchte er aber nicht. Es vergehen weitere 10 Minuten, dann <strong>beruhigt</strong> er sich und ist auch bereit auf meinen Schoß zu kommen und ich stille ihn erst einmal.</p>
<p><span style="font-weight: 400">Nachdem er sich komplett beruhigt hatte, konnten wir zusammen in Ruhe weiterspielen. Alles war wieder gut, als wäre nichts geschehen. </span><span style="font-weight: 400">Doch es ist etwas geschehen, was wir von außen nicht sehen können. Etwas, was sich im <strong>Gehirn</strong> der Kleinen abspielt. </span></p>

<h2><strong>Autonomiephase und emotionale Entwicklung</strong></h2>
<p><span style="font-weight: 400">Neugeborene sind noch sehr <strong>unselbstständig</strong>, lassen sich von A nach B tragen und sind auch sonst noch nicht mobil, um selbst an irgendwelche Dinge heranzukommen. Das ändert sich schlagartig sobald sie anfangen sich zu drehen, zu robben, zu krabbeln und dann später auch zu<strong> laufen</strong>. Diese Phase, die nebenbei erwähnt ein Leben lang anhält, heißt auch Autonomiephase und beginnt etwa um den ersten Geburtstag herum.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">In der <strong>Autonomiephase</strong> ist dein Kind in <strong>Entdeckerlaune</strong>, will sich die Welt erschließen, selbst ausprobieren und alles mögliche anfassen und erforschen. Zur Autonomiephase gesellt sich auch die emotionale Entwicklung deines Kindes. Es lernt nach und nach alle Gefühle kennen. Von Freude und Trauer über <strong>Wut</strong> und Angst durchläuft dein Kind die komplette <strong>Gefühlspalette</strong>. </span></p>
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<p><span style="font-weight: 400">Die emotionale Entwicklung findet im limbischen System im <strong>Gehirn</strong> statt und hat Vorrang (!) vor der Entwicklung des Verstandes oder der Vernunft im Neokortex. Das bedeutet, dass der Teil im Gehirn, der für die <strong>Emotionen</strong> zuständig ist, schon weiter entwickelt ist, als der kognitive Bereich, denn das war zu <strong>Urzeiten</strong> überlebensnotwendig. </span><span style="font-weight: 400">Wir haben nicht erst überlegt, ob wir jetzt vor dem Säbelzahntiger wegrennen, sondern haben aus einem emotionalen <strong>Impuls</strong> heraus reagiert und sind losgerannt, um nicht gefressen zu werden.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-10593 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/06/trauriges-kind-lehnt-an-einer-wand.jpg" alt="Gelassen durch die Trotzphase" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/06/trauriges-kind-lehnt-an-einer-wand.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/06/trauriges-kind-lehnt-an-einer-wand-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/06/trauriges-kind-lehnt-an-einer-wand-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400">Dein Kind reagiert also immer erst einmal <strong>emotional</strong> und kann rationale Sachen noch nicht mit einbeziehen oder verstehen. Jedes Gefühl von Wut, <strong>Traurigkeit</strong> oder auch Angst überrennt dein Kind und es kann nichts dagegen tun. Es kann sich verbal noch nicht gut genug ausdrücken und verfällt in einen “Notstand” oder auch <strong>“Systemzusammenbruch”</strong>. Alles was du jetzt verbal an dein Kind heran trägst, wird es weder hören, aufnehmen oder verstehen können. Es wird von seinem Gefühl überrannt und ist dem völlig ausgeliefert. Es weiß weder ein noch aus, ist wie <strong>abgeschirmt</strong> vom Rest der Welt, fühlt sich hilflos und überfordert. Und auch du fühlst dich wahrscheinlich <strong>hilflos</strong>, wenn du dein Kind so toben siehst! </span></p>

<h2><strong>Hilflosigkeit und Überforderung der Eltern</strong></h2>
<p><span style="font-weight: 400">All das kann für uns Eltern enorm anstrengend und <strong>nervenraubend</strong> sein, sollten mehrere Wutanfälle hintereinander kommen. Oder du fühlst dich persönlich von deinem Kind angegriffen! Es möchte dich aber nicht angreifen, es möchte sein Vorhaben in die Tat umsetzen und wird <strong>frustriert</strong>, wenn das nicht gelingen möchte oder es dabei unterbrochen wird. Es tut nichts gegen dich, sondern lediglich für sich! Wenn du dir das <strong>bewusst</strong> machst, kann eine gute Beziehung zum Kind gelingen.</span></p>
<h2><strong>5 Dinge, die du tun kannst, um in Beziehung mit deinem Kind zu sein und zu bleiben</strong></h2>
<h3><strong>1. Die Willensäußerungen und das dazugehörige Verhalten deines Kindes annehmen</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Auch wenn dir das schwer fallen mag. Sieh das Verhalten nicht als Widerstand gegen dich, sondern als die Entwicklung der <strong>Selbstständigkeit</strong> deines Kindes an.</span></p>
<h3><strong>2. Gefühle benennen und Verständnis zeigen</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Du kannst deinem Kind <strong>helfen</strong>, indem du Verständnis zeigst und seine Gefühle spiegelst und das geht so: “Ich sehe, dass du traurig/wütend/ängstlich bist…, das kann ich verstehen, das ist echt doof, &#8230;mir würde es nicht anders gehen” etc.</span></p>
<h3><strong>3. Körperkontakt und ein wohlwollender Blick</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Falls erwünscht, kannst du dein Kind auf den <strong>Arm</strong> nehmen und auch wohlwollende Blicke können ihm helfen, sich wieder zu beruhigen. Lass dein Kind bitte nicht <strong>alleine</strong> weinen, es braucht dich. Warum man Babys und auch Kinder nicht alleine weinen lassen sollte, habe ich bereits im Beitrag <a href="https://www.milchtropfen.de/was-schreien-lassen-mit-deinem-baby-macht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Was schreien lassen mit deinem Baby macht&#8220;</a> ausführlich beschrieben.</span></p>
<h3><strong>4. Eine “Ja”-Umgebung schaffen</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Alle gefährlichen Gegenstände (Putzmittel, Messer etc.) außer Reichweite des Kindes aufbewahren, sodass es <strong>gefahrenlos</strong> explorieren kann. So kannst du dich entspannt <strong>zurücklehnen</strong>,deinen Kaffee in Ruhe genießen und dein Kind beim Entdecken beobachten.</span></p>
<h3><strong>5. Alternativen anbieten und kreativ sein</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400">Wenn es Probleme mit der kindlichen <strong>Kooperation</strong> gibt, darfst du genau hinschauen, welches <strong>Bedürfnis</strong> dahinter stecken könnte. Du darfst bei der Lösungsfindung kreativ sein und Alternativen finden, die das Miteinander angenehmer gestalten. Kinder sind von Natur aus kooperativ, nur dann nicht mehr, wenn sie schon zu oft kooperiert haben oder sie zu oft <strong>gekränkt</strong> und verletzt wurden.</span></p>
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<p>Was mir persönlich hilft, ist tief durchzuatmen, bis 10 zu  zählen und mir zu sagen, dass mein Kind mich damit weder verärgern, provozieren oder tyrannisieren möchte. Es kann einfach nicht anders, weil es noch ein paar Jahre braucht, um seine Impulse zu kontrollieren und wir dürfen es darin begleiten.</p>
<p><span style="font-weight: 400">Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es nicht darum geht <strong>perfekt</strong> zu sein, das geht auch gar nicht. Es geht darum, Alternativen und <strong>Kompromisse</strong> zu finden, die für alle erträglich sind und die die kindliche Entwicklung im Auge behalten, damit Kinder psychisch und physisch <strong>gesund</strong> aufwachsen dürfen. Eine feinfühlige Begleitung ist wichtig für die Bindung zu deinem Kind. Eine gute Bindung ist das, was dein Kind stark macht für die Zukunft. Wenn es gesehen und in seinen Bedürfnissen ernst genommen wird. Kinder kommen gut zur Welt und tun täglich ihr Bestes im familiären Miteinander, wir müssen nur genau hinschauen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Fällt es dir leicht mit den Wutanfällen deines Kindes umzugehen? Gerätst du in Stress oder kannst du ganz ruhig bleiben? Was hilft dir in solchen Momenten? Hinterlass doch gerne deine Erfahrung im Kommentar.</span></p>
<p>Wenn du dich noch mehr in das Thema vertiefen möchtest, kann ich dir das Buch von Danielle Graf und Katja Seide <a href="https://amzn.to/2rqlmOJ" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen&#8220;</a>* ans Herz legen.</p>

<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/die-wutanfaelle-in-der-trotzphase-verstehen-und-begleiten/">Die Wutanfälle in der Trotzphase verstehen und begleiten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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		<title>&#8222;Die ist ja total überfordert.&#8220; &#8211; Appell zu mehr Empathie</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Mar 2018 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein Mann und ich waren vor einiger Zeit mit unserem Sohn einkaufen, als wir eine Mutter mit ihren drei Kindern bemerkten. Sie war ebenfalls im Supermarkt, um einzukaufen. Zumindest versuchte sie es, denn sie war mit ihren drei Rabauken sichtlich überfordert. Von jenem einschneidenden Ereignis möchte ich dir heute gern erzählen, denn meine Reaktion und ... <a title="&#8222;Die ist ja total überfordert.&#8220; &#8211; Appell zu mehr Empathie" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathie/" aria-label="Mehr zu &#8222;Die ist ja total überfordert.&#8220; &#8211; Appell zu mehr Empathie">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Mann und ich waren vor einiger Zeit mit unserem Sohn einkaufen, als wir eine <strong>Mutter</strong> mit ihren drei Kindern bemerkten. Sie war ebenfalls im Supermarkt, um einzukaufen. Zumindest versuchte sie es, denn sie war mit ihren drei Rabauken sichtlich <strong>überfordert</strong>.</p>
<p>Von jenem einschneidenden Ereignis möchte ich dir heute gern erzählen, denn meine <strong>Reaktion</strong> und die meines Mannes auf diese überforderte Mutter hätte unterschiedlicher nicht sein können&#8230;</p>
<p><span id="more-9206"></span><div id='c4639_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2> &#8222;Die ist ja total überfordert.&#8220;</h2>
<p>Anfangs musste ich ein wenig schmunzeln, als ich die Mutter mit ihren Kindern &#8222;kämpfen&#8220; sah. Ich hatte es schon mit EINEM nicht leicht, einzukaufen, weil <a href="https://www.milchtropfen.de/mein-kind-rennt-staendig-weg/" rel="noopener">mein Kind ständig wegrannte</a>. Wie soll es dieser Mutter da mit ihren dreien ergehen, alle noch im <strong>Kleinkindalter</strong>, total aufgekratzt und wild und laut &#8211; wie Kinder nunmal sind.</p>
<p>Ich erledigte unseren Einkauf weiter, während der Papa sich mit dem Kleinen beschäftigte. Hin und wieder lief mir die Mutter über den Weg, die allmählich immer <strong>lauter</strong> mit ihren <strong>Kindern</strong> redete. Sie tat mir Leid. Sie muss einen (vielleicht sogar dringenden) Einkauf erledigen, muss ihre Kinder dafür mitnehmen (ist womöglich alleinerziehend), kann die aber auch nicht im Supermarkt Scheibe spielen lassen, immerhin hat sie auch eine Aufsichtspflicht zu erfüllen. Gar nicht so einfach, dabei die Nerven beisammen zu halten und ruhig und verständnisvoll zu sein. Ich verstand sie total, aber ich wusste keinen Weg, ihr zu helfen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-9465" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathi.jpg" alt="Die ist ja total überfordert - Appell zu mehr Empathi | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="800" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathi.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathi-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/die-ist-ja-total-ueberfordert-appell-zu-mehr-empathi-287x430.jpg 287w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>Stress pur</h2>
<p>Als wir die Kasse ansteuerten, war auch die Mutter mit den Einkäufen (und mit den Nerven) fertig und reihte sich vor uns ein. Die Kinder wuselten um sie herum, rannten weg, kamen von ihrem Streifzug mit der einen oder anderen Beute zurück, die die Mutter noch bezahlen sollte, was sie verneinte, weil sich ihre Kinder nicht anständig benahmen, was wiederum zu noch mehr <strong>Frustration</strong> führte. Und so schaukelte es sich mit der Zeit immer höher und höher.</p>
<p>Mittlerweile war ich selbst total <strong>gestresst</strong> von der Situation. Statt wie zuvor mitfühlend der Mutter gegenüber zu sein, <strong>verurteilte</strong> ich sie nun in meinen Gedanken. Sie setzte Süßigkeiten und die Lieblingssendung der Kinder als Druckmittel ein, damit sie machten, was sie wollte &#8211; ein Erziehungsmittel, das ich für absolut inakzeptabel hielt. Aber ich hielt den Mund, konzentrierte mich darauf, es nicht an mich heranzulassen, und wartete ungeduldig darauf, dass es gleich vorbei sein würde.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-9228 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/aergerlicher-frau-qualmen-die-ohren.jpg" alt="Ärgerlicher Frau qualmen die Ohren" width="680" height="430" /></p>
<p>Und was tat mein Mann? Der griff einfach ohne zu fragen in den Einkaufswagen der Mutter und&#8230; legte ihre Sachen aufs Band&#8230;<br />
&#8222;Ich <strong>helfe</strong> Ihnen mal.&#8220;, sagte er, und lud weiter auf, während die Mutter etwas verdattert daneben stand. &#8222;Danke&#8230;&#8220;, stammelte sie, während nun auch die Kinder die Situation beobachteten, in der sich die beiden kurz miteinander austauschten. Was allerdings nur kurz anhielt, denn schon bald ging das Rumgerenne von vorne los, was die Aufmerksamkeit der Mutter verlangte und sie erneut laut werden ließ.</p>
<p>Als mein Mann fertig mit Aufladen war, ging er einem Kind nach, das sich an der Eistruhe befand, und redete in <strong>Ruhe</strong> mit ihm. Dass seine Mutter es suche und dass es zu ihr gehen solle. Das funktionierte zwar nicht so, wie gewollt, und das Kind blieb weiterhin an seinem Platz, aber ich merkte, dass sich die <strong>Stimmung</strong> etwas gelockert hatte.</p>
<p>Am Ende gab es nochmal viel Frustration bei Mutter und Kindern, weil sie ihnen aufgrund ihres Ungehorsams ihre Lieblingssendung für den Abend verweigerte, aber das ist es nicht, was mich so verwundert und gleichzeitig bewundernd zurückließ.</p>
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<h2>Verurteilen</h2>
<p>Obwohl es schon eine ganze Weile her ist, erinnere ich mich noch genau an das <strong>Verhalten</strong> meines Mannes, was für mich so einen einschneidenden Eindruck hinterlassen hat.</p>
<p>Ich meine, wie würde ich mich fühlen, wäre ich diese Mutter von drei Kindern, die alle nicht hören und grad einfach nur am Rad drehen? Ich wäre einfach total überfordert, denke ich. Das Letzte, was ich in dieser Situation bräuchte, wären verurteilende <strong>Blicke</strong> und <strong>Kommentare</strong> anderer Leute drum herum, die sich das ganze Spektakel einfach nur ansehen und sich womöglich denken:&#8220; Sind ja nicht meine Kinder. Ist nicht mein Problem. Geht mich nichts an. Aber wie die Kinder sich verhalten&#8230; und die Mutter erst&#8230; das geht ja mal gar nicht!&#8220;</p>
<p>Dann zeigen sie ihren <strong>Missmut</strong> noch mit strafenden Blicken, brubbeln dir etwas im Vorbeigehen zu &#8211; zu leise, als dass man es verstehen könnte, jedoch laut genug, dass man weiß, dass diese Nachricht einem selbst galt &#8211; und der Teufelskreis ist geschaffen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-9226 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/finger-zeigen-auf-verzweifelte-frau.jpg" alt="Finger zeigen auf verzweifelte Frau" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/finger-zeigen-auf-verzweifelte-frau.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/finger-zeigen-auf-verzweifelte-frau-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ja, ich habe diese Momente auch schon einige Male erleben müssen. Es war schrecklich! Ich hätte mir in dieser oder in der Situation der Mutter einfach jemanden gewünscht, der mich versteht, statt jemanden, der dumm daneben steht und mich <strong>verurteilt</strong>, wie es bei mir gemacht wurde und wie ich es selbst auch getan hatte (wenn auch nur gedanklich).</p>
<p>Ich hätte mir wohl jemanden wie meinen Mann herbei gewünscht. Jemanden, der einfach mit <strong>anpackt</strong>, ohne zu fragen, weil ich sonst eh gedacht hätte, es wäre eine Floskel gewesen, die ich freundlich ablehnen müsste. Jemanden, der mir kurz die Last abnimmt, mich um die Einkäufe und meine drei Flitzpiepen gleichzeitig zu kümmern. Eine kleine Verschnaufpause. Ein paar <strong>aufbauende Worte</strong> zum Kraft schöpfen.</p>

<h2>Empathie</h2>
<p>Ich habe mir diesen Tag sehr zu Herzen genommen, hat er mir doch gezeigt, wie schnell ich andere Menschen verurteile, obwohl ich absolut nichts über sie weiß.</p>
<p>Eine Mutter fährt ihr Baby auf dem Spielplatz eine gefühlte Ewigkeit spazieren. Das Baby schreit und brüllt, doch sie macht keine Anstalten, es aus dem Kinderwagen zu holen oder anderweitig zu beruhigen. Mein Stresslevel steigt ins Unermessliche, während ich sie beobachte. Ich werde wütend und denk mir nur so:&#8220;Die lässt ihr Baby schreien. Was für eine blöde Kuh!&#8220;.</p>
<p>Aber weiß ich etwas über sie? Hatte sie eine anstrengende Nacht hinter sich? Hat sie ein Baby mit sehr starken Bedürfnissen, das 24/7 im Schreimodus ist? Wie war ihr Tag? Was hat sie erlebt? War er vielleicht anfangs ganz nett und kippte irgendwann? Hat sie gerade einfach einen miesen Tag, wie ihn jede/r mal hat? Hat sie momentan einen harten Schicksalsschlag zu überwinden? Oder ist sie tatsächlich immer so genervt und laut und streng und überfordert? Ich weiß es nicht.</p>
<p>Eine Mutter ist mit ihren Söhnen  auf dem Spielplatz und will gehen. Ihre Söhne aber nicht. Kurzerhand schmeißt sie das Kinderrad, das sie gerade noch gehalten hatte, hin, stapft zu ihren Kindern und zerrt sie mit dem Kommentar &#8222;Wenn ich sage, wir gehen, dann gehen wir.&#8220; vom Spielplatz, während die beiden bitterlich weinen.</p>
<p>Was denke ich? Du kannst es dir sicher schon denken. Ich hatte wahrlich keine positiven Gedanken für diese Mutter übrig. Ich verurteilte sie, obwohl ich nur diese relativ kurze Szene beobachtet hatte. Ich wusste nichts über sie. Nicht, wie sie als Kind aufgewachsen ist. Wie sie von Erwachsenen behandelt wurde. Ich wusste nicht, wie lange sie schon mit ihren Kindern dort auf dem Spielplatz war, was sie noch vorhatte, nichts.</p>
<p>Durch unsere Begegnung im Supermarkt habe ich erst wirklich verstanden: <strong>Verurteilungen</strong>, böse Blicke und schnippische Kommentare machen es nur schlimmer. Und sie bringen rein gar nichts.</p>
<p><strong>Verständnis</strong> ist das Wundermittel. <strong>Mitgefühl</strong>. <strong>Empathie</strong>. <strong>Hilfsbereitschaft</strong>. Eine nette Geste wie, jemandem die schweren Einkaufstüten abzunehmen. Ein paar aufbauende Worte wie &#8222;Ich kenn das.&#8220;. Ein mitfühlendes Lächeln. Das ist es, was uns Kraft gibt. Denn wir sind liebevolle Eltern, die ihr bestmögliches für ihre Kinder geben, aber manchmal sind auch unsere Reserven aufgebraucht und dann brauchen wir jemanden, der für uns da ist, so, wie wir sonst immer für unsere Kinder da sind.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9227 alignnone" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/mann-hilft-anderem-mann-den-berg-hoch.jpg" alt="Mann hilft anderem Mann den Berg hoch" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/mann-hilft-anderem-mann-den-berg-hoch.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/03/mann-hilft-anderem-mann-den-berg-hoch-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Aus diesem Grund sag ich mir jedes Mal, wenn ich merke, dass ich gerade jemanden verurteile: Was könnte der <strong>positivste Grund</strong> sein, weshalb sich diese Person gerade so verhält? Was für ein <strong>Bedürfnis</strong> könnte bei ihr gerade eine Durststrecke durchlaufen? Was hätte ich an ihrer Stelle in diesem Moment gebraucht? Kann ich das für diese Person jetzt machen, damit es ihr womöglich besser geht?</p>
<p>Ich will weg davon, andere Leute zu verurteilen, weil es einfach nichts bringt. Es macht mich einfach nur wütend und ohnmächtig. Entwickel ich stattdessen Verständnis für das Handeln jener Personen und kann eventuell sogar noch helfen, ist jeder/m geholfen: Der überforderten Mutter bzw. dem überforderten Vater (oder wem auch immer), den Kindern, meinem Kind, mir selbst, ja, sogar den Menschen um uns herum.</p>
<p>Hattest du auch schonmal so einen Moment der Überforderung erlebt &#8211; bei dir oder anderen Personen? Was hättest du bzw. was, glaubst du, hätte dieser Mensch in diesem Moment am Meisten gebraucht?<br />
</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Mar 2017 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbuch]]></category>
		<category><![CDATA[aggressiv]]></category>
		<category><![CDATA[beißen]]></category>
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		<category><![CDATA[Trotzphase]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Endlich hab ich es durchgelesen! &#8222;Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn&#8220; ist ein wirklich tolles Buch! Ein Ratgeber, der in jedem Regal stehen sollte, meine ich. Warum? Das erfahrt ihr im folgenden Review. Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn Ein ziemlich langer Titel für ein Buch: &#8222;Das ... <a title="Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/das-gewuenschteste-wunschkind-aller-zeiten-treibt-mich-in-den-wahnsinn/" aria-label="Mehr zu Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="buchimgthumb" src="//ws-eu.amazon-adsystem.com/widgets/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=3407864221&amp;Format=_SL250_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=milchtropfen-21" alt="Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn" width="300" height="250" />Endlich hab ich es durchgelesen! &#8222;Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn&#8220; ist ein wirklich tolles Buch! Ein Ratgeber, der in jedem Regal stehen sollte, meine ich.</p>
<p>Warum? Das erfahrt ihr im folgenden Review.</p>
<p><span id="more-3614"></span><div id='c9722_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn</h2>
<p>Ein ziemlich langer Titel für ein Buch: <a href="http://amzn.to/2m8jLss" target="_blank" rel="nofollow noopener">&#8222;Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: <span id="productTitle" class="a-size-large">Der entspannte Weg durch Trotzphasen&#8220;</span></a>*</p>
<p>Nun gibt es ja zahlreiche Erziehungsratgeber und ich traue mich schon gar nicht mehr, so etwas zu lesen. Ständig ist vom Belohnen und Bestrafen die Rede. Grenzen setzen. Konsequenzen spüren lassen. Ignorieren.</p>
<p>Ihr merkt, ich war auf der Suche nach einem etwas anderen Ratgeber. Und per Zufall fand ich den dann auch.</p>
<h2>Um was geht es?</h2>
<p>Der Titel ist ja schon sehr aussagekräftig. Das Kind, das man sich über alles gewünscht hat, treibt einen in den Wahnsinn. Wer hatte dieses Gefühl noch nicht? Man fühlt sich gleich verstanden.</p>
<p>In diesem Buch geht es nun darum, wie man mit der sogenannten Trotzphase seines Kindes entspannt umgehen kann.</p>
<p>Hierfür wird ein kleiner Exkurs ins kindliche Gehirn unternommen. Es wird gezeigt, dass Kinder im gewissen Alter noch gar nicht dazu in der Lage sind, sich so zu verhalten, wie es die Eltern (oder wer auch immer) gern hätten. Manchmal übersieht man auch einfach, wie jung unsere Kinder eigentlich noch sind. Man erwartet manchmal schlichtweg einfach zu viel von ihnen.</p>
<p>Auch auf die Frage, warum wir Eltern manchmal gern anders reagieren wollen, es aber nicht schaffen, wird näher eingegangen. Eine Reise in die eigene Kindheit bringt Licht ins Dunkel. Und ist sehr aufschlussreich. An den einen oder anderen Stellen wusste ich schon Bescheid. Bei manchen wiederum hatte ich auch meine Aha-Erlebnisse.</p>
<h2>Beispiele</h2>
<p>Ganz anders als bei Jesper Juul zum Beispiel strotzt das Buch nur so vor Beispielen. Eltern berichten aus ihrem Alltag mit Kind. Was geschehen ist. Wie sie regelrecht auf die Palme gebracht werden! Wie provokant ihre Kinder sind! Beinahe schon bösartig! Die wollen einfach nicht hören!</p>
<p>Den Erlebnissen der Eltern folgt dann die Auflösung der Autorinnen. Mal muss etwas weiter ausgeholt werden. Mal ist die Lösung so simpel, dass man auch selber hätte drauf kommen können.</p>
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<p>Zum Ende hin gibt es dann die Klassiker unter den Trotzphasenmomenten. Was kann man machen, wenn sich das Kind zum Beispiel nicht wickeln lassen will? Die Autorinnen verraten es &#8211; und vieles mehr. Was uns und unsere Kinder tatsächlich entspannter leben lässt.</p>
<p>Und ich rede hier so schwammig und nenne keine Beispiele, dabei würde ich so gern sämtliche Beispiele niederschreiben und gleich noch die Lösungen dazu. Aber das will ich nicht. Und darf ich auch gar nicht, glaube ich&#8230;</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Den Autorinnen Danielle Graf und Katja Seide ist hier wirklich ein großartiges, hilfreiches, einfühlsames Buch gelungen. Einfühlsam deshalb, weil es immer davon ausgeht, dass Kinder nicht böse sind. Dass sie keine kleinen Teufel sind, die es mit allen Mitteln zu erziehen gilt, wie es z.B. in der schwarzen Pädagogik hieß.</p>
<p>Das kindliche Verhalten hat immer einen Grund. Nur ist dieser für uns meist nicht so leicht zu erkennen. Dieses Buch hilft einem dabei, ein besseres Verständnis für das Verhalten, das wir schnell als &#8222;Trotzen&#8220; bezeichnen, zu bekommen. Ein feineres Gespür dafür zu bekommen, wie es in unseren Kindern aussieht und was in ihren Köpfen vor sich geht.</p>
<p>Es gibt so viele Bücher, in denen so viel Blödsinn drin steht. Und der langfristig gesehen derart schädlich für die Bindung zwischen Eltern und Kind ist. Wenn dann mal ein guter Ratgeber, wie eben dieser, rauskommt, dann sollten die Autorinnen für ihre Arbeit auch entsprechend be- und auch entlohnt werden. Also: <a href="http://amzn.to/2m8jLss" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kauft es euch!</a>*</p>
<p>Auch, wenn euer Kind (noch) nicht &#8222;trotzt&#8220;, ist es ratsam, sich das Buch zu Gemüte zu führen. Ich habe es beispielsweise in Vorbereitung auf die kommenden &#8222;Trotzphasen&#8220; (ich mag das Wort einfach nicht) gekauft. Wenn es dann bei uns so weit ist, weiß ich in etwa Bescheid, wie ich damit umzugehen habe.</p>
<p>Und selbstverständlich ist dieser Ratgeber nicht nur für Eltern gedacht. Er ist für all jene gedacht, die Umgang mit Kindern pflegen. Seien es Oma, Opa, Tante, Onkel, Erzieher/innen, Ärztinnen und Ärzte, Friseurinnen und Friseure oder wer auch immer. Es lohnt sich, seinen Horizont zu erweitern und zu verstehen, warum wir Menschen uns manchmal verhalten, wie wir uns verhalten.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/das-gewuenschteste-wunschkind-aller-zeiten-treibt-mich-in-den-wahnsinn/">Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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		<title>Warum weint mein Baby?</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/warum-weint-mein-baby/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jul 2016 06:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfangs mag es einem schwierig vorkommen herauszufinden, was das Baby einem mit seinem Weinen mitteilen möchte. Und auch später kann es vorkommen, dass man sich nicht sicher ist, wie man helfen kann. Mögliche Gründe, an die ihr vielleicht schon gedacht, aber eventuell auch noch nicht gedacht habt, findet ihr hier. Warum weint mein Baby? Da hat ... <a title="Warum weint mein Baby?" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/warum-weint-mein-baby/" aria-label="Mehr zu Warum weint mein Baby?">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anfangs mag es einem schwierig vorkommen herauszufinden, was das Baby einem mit seinem Weinen mitteilen möchte. Und auch später kann es vorkommen, dass man sich nicht sicher ist, wie man helfen kann.</p>
<p>Mögliche Gründe, an die ihr vielleicht schon gedacht, aber eventuell auch noch nicht gedacht habt, findet ihr hier.<span id="more-1005"></span><div id='c5993_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Warum weint mein Baby?</h2>
<p>Da hat man zig Ratgeber gekauft und in der Schwangerschaft regelrecht inhaliert, alles wie ein Schwamm aufgesaugt. Und dann ist da plötzlich dieses kleine, schrumpelige Wesen, das einen mit großen Augen anguckt, keine Mine verzieht und man plötzlich wieder auf Anfang steht.</p>
<p>Doch mit der Zeit gewöhnt man sich aneinander, lernt sich kennen und versteht immer mehr und besser, was der andere braucht.</p>
<h2>Wenn das Baby weint</h2>
<p>Und dann fing mein Sohn, der ständig schlief und ständig trank, auch mal an zu weinen. Und man ist überwältigt von Informationen aus Büchern, Zeitschriften, Foren, Beiträgen wie diesen hier und so weiter. Alles, was man anwendet, ist entweder völliger Blödsinn und hilft nie weiter, oder es funktioniert irgendwie und mal wieder nicht. Und dann gibt es einige Methoden, die tatsächlich klappen.</p>
<p>Wie ich dann nach vielem Lernen an die Situation rangegangen bin, zeige ich euch weiter unten im Text.</p>
<h2>Wozu auf das Schreien warten?</h2>
<p>Dass Mütter mit der Zeit an der Art, wie ihr Baby schreit, erkennen, was es braucht, hat bei mir nie funktioniert. Und zugegeben, wollte ich es auch gar nicht erst so weit kommen lassen. Ich vergleiche das immer gern mit dem Hungergefühl: es kommt ja nicht plötzlich und lässt den Magen innerlich aufschreien! Der Hunger meldet sich so langsam. Erst bekommt man Appetit, dann verstärkt sich das Gefühl, wenn die Nachbarn richtig lecker kochen und der Duft durch den Hausflur zieht. Und mit der Zeit fängt der Magen an zu knurren und zu rumoren. Es ist kein schönes Gefühl, Hunger zu haben. Und es wird immer schlimmer. Und man wird immer unerträglicher und griesgrämiger.</p>
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<p>Und so stellte ich es mir bei meinem Baby vor. Es wird nicht von einer Sekunde auf die andere die Wände zum Wackeln bringen. Es meldet sich allmählich, und erst dann mit steigender Intensität, wenn niemand reagiert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1037" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-weint-bitterlich.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Baby weint bitterlich" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-weint-bitterlich.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-weint-bitterlich-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Deshalb musste ich mich immer in den Rückbildungskursen zurückhalten, wenn das Baby einer Mutter anfing zu quengeln und die Mutter meinte, mit dieser Lautstärke käme sie noch klar. Wozu auf das Schreien warten, wenn man es verhindern kann?</p>
<h2>Liste</h2>
<p>Nach und nach habe ich mir eine Liste im Kopf erstellt, wenn ich nicht wusste, was mein Baby wollte.</p>
<p>Hier stelle ich euch nun unsere Liste vor, ganz auf unser Kind zugeschnitten.</p>
<p>Beginnen wir doch erst einmal mit den wichtigsten Punkten: den Grundbedürfnissen.</p>
<h3>Hunger/Durst</h3>
<p>Warum schmatzt das Baby? Warum scheint es wie ein schnüffelnder Hund zu suchen? Wieso nimmt es seine Finger in den Mund? Warum saugt und lutscht es jetzt wie verrückt an seiner Faust? Warum greift es mir in den Ausschnitt?</p>
<p>Ganz einfach: das Baby hat Hunger. Wie ich oben schon erwähnte, meldet sich der Hunger bei einem Baby &#8211; wie bei uns &#8211; nicht urplötzlich, sondern ganz allmählich. Das Baby teilt nun mithilfe dieser Signale sein Bedürfnis mit. Wenn ein Baby also schon auf seiner Faust herumbeißt, hängt ihm schon der Magen in den Kniekehlen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1023" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-stillt-kind.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Mutter stillt Kind" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-stillt-kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-stillt-kind-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Lasst euch nicht von dem immer noch praktizierten Stillen nach Zeitplan verunsichern. Stillt bzw. füttert euer Baby mit der Flasche, wenn es das braucht. Ihr sagt euch ja auch nicht, wenn ihr Hunger bekommt:&#8220;Wie doof. Ich habe schon vor einer halbe Stunde gegessen. Jetzt muss ich noch 3,5 h warten.&#8220; oder? Außerdem ist euer Magen natürlich viel größer als der eures Babys. Soweit ich weiß, hält unsere Muttermilch auch nicht sehr lange vor. Und was ich noch weiß: gerade am Anfang ist häufiges Stillen wichtig, um die Milchproduktion anzuregen.</p>
<p>Sobald ihr dieses Grundbedürfnis gestillt habt (haha), euer Baby aber immer noch weint, geht es weiter zum nächsten Grundbedürfnis.</p>

<h3>Hitze</h3>
<p>Ob dem Baby zu warm oder sogar zu heiß ist, lässt sich leicht erkennen: es schwitzt. Einfach mal in den Nacken fassen und fühlen, wenn es nicht bereits im Gesicht erkennbar ist.</p>
<p>Wenn es Sommer war, und mein Baby eh schon nackig bzw. mit lediglich einem dünnen Hemdchen bekleidet gestillt wurde, war es oft so, dass es dabei wie blöde schwitzte. Aber Stillen ist ja auch anstrengend. Und Schweiß ist ja auch nichts Schlechtes. Immerhin kühlt sich der Körper dadurch ab. Flüssigkeit bekam er durch das Stillen ja eh.</p>
<p>Also einfach ein Kleidungsstück ausziehen, einen kühleren, schattigeren Ort suchen (dort dann ggf. die Bekleidung anpassen) oder, wenn all das bereits getan wurde, schwitzen lassen und nicht den Schweiß abwischen, damit sich der kleine Körper temperieren kann.</p>
<p>Wichtig bei Hitze ist ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Stillen reicht dabei völlig aus. Als ich mein Kind noch voll stillte, hat es keinen einzigen Tropfen Wasser gebraucht. Die Muttermilch war völlig ausreichend. Mit der Zugabe von Beikost gab es bei uns dann aber auch stilles Wasser. Wir haben dann entweder Trinken öfter angeboten oder sichtbar an einem Ort platziert oder auf die Signale gehört, wenn es gestillt werden wollte (siehe oben).</p>
<h3>Kälte</h3>
<p>Vielleicht ist eurem Baby gar nicht zu warm, sondern zu kalt?</p>
<p>Man hört ja immer, dass man nicht die Füße oder Hände, sondern den Nacken fühlen muss, um zu erkennen, ob dem Baby zu warm oder zu kalt ist. Wenn sich der Nacken kalt anfühlt, muss das Baby wärmer angezogen werden &#8211; fertig.</p>
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<p>Auf meiner Lieblingsseite <a href="http://www.stillkinder.de/" target="_blank" rel="noopener">stillkinder.de</a> gibt es einen interessanten Beitrag zu diesem Thema. Sind kalte Hände und Füße wirklich normal bei einem Baby? Wenn euch diese Frage interessiert, lest euch doch einfach den Artikel <a href="http://www.stillkinder.de/was-hilft-gegen-kalte-haende-bei-babys/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Was hilft gegen kalte Hände bei Babys?&#8220;</a> durch. Auch ich habe durch diesen Beitrag wieder etwas dazugelernt. Ihr werdet staunen, was man allein mit Körperkontakt bewerkstelligen kann.</p>
<h3>Müde</h3>
<p>Klar: Wenn das Baby gähnt und sich schon die Augen reibt, ist es höchste Zeit zum Schlafen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1024" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-gahnt-und-ist-mude.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Baby gähnt und ist müde" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-gahnt-und-ist-mude.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-gahnt-und-ist-mude-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Doch gerade, wenn es um den Mittagsschlaf bzw. den Nachmittagsschlaf ging, wurde mein Sohn davor immer richtig unausstehlich. Er war übellaunig ohne Ende, alles, was ich machte, war doof &#8211; egal, ob er bei mir auf dem Arm war oder nicht. Mit der Zeit wusste ich dann, dass er durch ist. Er ist müde, braucht wieder Energie, seine Ruhe. Also habe ich ihn in den Tragegurt genommen, damit er dort schlafen und ich weiter den Haushalt erledigen konnte. Oder ich habe mich &#8211; wenn er gestillt werden wollte &#8211; mit ihm hingelegt. Ab und zu bin ich dann selber vor lauter Müdigkeit eingeschlafen. Es tat uns auf jeden Fall beiden ganz gut.</p>
<h3>Krankheit</h3>
<p>Zum Thema Krankheit kann ich nicht viel sagen. Unser Sohn ist jetzt 1 Jahr und 4 Monate alt und hatte bisher nur 1 x eine triefende Nase, worauf dann sein 1. Zähnchen folgte. Dann hatte er Soor, einen weißen Pilz im Mund, und das war&#8217;s. Selbst, als ich total krank war und nur vor der Kloschüssel hing, wurde mein Kind nicht krank. Muttermilch ist einfach imba!</p>
<p>Doch bin ich mir ziemlich sicher, dass ihr merken werdet, wenn euer Kind krank ist. Je nach Krankheit sind die Symptome zwar unterschiedlich, aber man merkt es den Kindern trotzdem an. Sie fiebern, husten, übergeben sich, suchen vermehrt nach eurer Nähe, haben keinen Appetit, schlafen viel, sind müde, erschöpft, lustlos, nicht gut drauf, zeigen vielleicht sogar auf die kranke Stelle (z.B. auf das Ohr bei Ohrenschmerzen) und so weiter.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1021" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-troestet-traurige-tochter.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Mutter tröstet traurige Tochter" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-troestet-traurige-tochter.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-troestet-traurige-tochter-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn Hausmittel nach einer gewissen Zeit nicht weiterhelfen, steht eventuell der Besuch beim Kinderarzt an.</p>
<h3>Luft</h3>
<p>Ein weiteres Grundbedürfnis will ich nur der Vollständigkeit halber nennen: frische Luft zum Atmen.</p>
<p>Wie es Babys ergeht, in deren Nähe geraucht wird, kann ich mir nur vorstellen. Wir sind Nichtraucher und haben auch immer dafür gesorgt, dass wir ihn vor Passivrauchen bewahren. Dann muss man halt jemanden, der sich jetzt genau neben einen stellt und seine Zigarette anzünden will, während man sein Baby stillt, bitten, woanders hinzugehen. Oder man wechselt einfach die Straßenseite. Oder man stellt sich an der Haltestelle so hin, dass der Wind mit dem Rauch nicht zum Baby geweht wird.</p>
<div id='c3331_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<p>Jeden Tag mit dem Baby an die frische Luft zu gehen, ist auch ein fest verankertes Ritual bei uns, egal bei welchem Wetter. Gut, sollte es jetzt den ganzen Tag stürmen, hageln, blitzen, donnern und regnen zugleich, würden wir wahrscheinlich eine Ausnahme machen. Aber mir persönlich war es schon immer wichtig, nicht den ganzen Tag in der Bude zu hocken, sondern rauszukommen und wenigstens einen Spaziergang zu machen. Gerade, wenn man übermüdet ist und nicht zum Schlafen kommt, ist frische Luft immer noch das beste Mittel, um einigermaßen wieder in Gang zu kommen. Und eurem Baby tut es sicher auch ganz gut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1025" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-am-strand.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Baby am Strand" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-am-strand.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-am-strand-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Da wir nun die Grundbedürfnisse abgedeckt haben, und das Baby immer noch unglücklich ist, geht es jetzt weiter mit der Liste.</p>
<h3>Langeweile</h3>
<p>Ich denke, dass ich mein Kind mittlerweile so gut kenne, dass ich behaupten kann, dass es sich nie gelangweilt hat. Was half, damit es sich nicht langweilte? So selten wie möglich hinlegen, sondern tragen, tragen, tragen. Unser Tragegurt war die mit Abstand beste Anschaffung von allen! Euer Kind spürt eure Nähe, es riecht euch, hört euch, kann euch bei eurem Treiben zugucken, es hat direkten Blickkontakt zu euch, es schläft, wenn es müde ist und hat keine Beschwerden mit dem Aufstoßen uvm.</p>
<p>Und wenn es dann doch mal abgelegt wurde, dann hat man sich eben mit seinem Kind beschäftigt, mit ihm gespielt, gesungen, geredet usw. Als unser Baby noch ganz jung war, interessierte es sich überhaupt nicht für Kuscheltiere oder anderes Spielzeug. Es hatte ja uns und nur das brauchte es. Jetzt, wo unser Sohn seine Welt entdecken will und auf Erkundungstour geht, spielt er natürlich auch gern mit seinem Spielzeug. Zwar kann er sich auch mal für einen Moment allein mit etwas beschäftigen, aber er findet es schöner, wenn er mit anderen zusammen spielen kann &#8211; zumindest habe ich diesen Eindruck gewonnen.</p>
<h3>Windel</h3>
<p>Windeln sollten nicht erst gewechselt werden, wenn Kot in der Windel gelandet ist und man es schon von Weitem riecht. Wird das Baby selten gewickelt und muss stundenlang in seinem eigenen Urin oder Kot sitzen, wird seine zarte Haut extrem gereizt. Es kann zu Windeldermatitis, Windelsoor usw. kommen. Und das tut höllisch weh! Wenn unser Kind mal etwas wund war (das kam zum Glück nicht oft und nicht im großen Stil vor), gab mir meine Hebamme einen guten Tipp: einfach Muttermilch drauf. Babyhaut braucht weder Creme, noch Puder, noch sonst etwas. Ab und zu gaben wir etwas <a href="http://amzn.to/29Eu7Xz" target="_blank" rel="nofollow noopener">Babycreme von Weleda</a>* auf die Haut.</p>
<p>Beides half ganz gut, aber am besten war immer noch, unser Baby so lange wie möglich ohne Windel sein zu lassen. Jedes Mal beim Wickeln kommt schließlich auch frische Luft an den Bereich des Körpers, der sonst ständig von der Windel bedeckt ist. Mit der Zeit wollen die Kinder auch wissen, was sich in der Windel verbirgt. Sie lernen ihren Po und ihre Geschlechtsorgane kennen, was völlig normal ist.</p>
<p>Vor allem für den Sommer kann ich euch empfehlen, eure Babys/Kinder so oft es nur geht ohne Windel herumkrabbeln und -laufen zu lassen. Nicht nur, dass damit Wundsein vorgebeugt und beim Abheilen helfen kann. Euer Kind lernt ein ganz neues Körpergefühl kennen. Statt Stoff oder Plastik fühlt es das Gras, die Erde oder was auch immer direkt auf seiner Haut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1027" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-nackig.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Baby nackig" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-nackig.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-baby-nackig-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und wenn es mal muss und ihr die Zeichen nicht gleich erkannt habt: na und? Dann geht halt mal was daneben. Vorteilhaft wäre hier natürlich, wenn ihr im Garten seid, aber selbst, wenn es in der Wohnung passiert: man kann es einfach aufwischen. Gut in diesen Situationen ist es dann, dem Kind zu erklären, was gerade passiert ist. Wir sagen immer:&#8220;Du hast gepullert.&#8220; oder &#8222;Du hast gekackert.&#8220; oder so etwas in der Art. Weder erstaunt, noch verärgert, einfach ganz neutral eine Tatsache nennen.</p>
<p>Windeln wechseln soll ein angenehmes Prozedere sein. Wenn euer Kind es hasst, gewickelt zu werden, hilft euch mein Beitrag <a href="https://www.milchtropfen.de/baby-weint-beim-wickeln/"  rel="noopener">&#8222;Baby weint beim Wickeln&#8220;</a> bestimmt weiter.</p>
<h3>Liebe, Nähe, Geborgenheit</h3>
<p>Wenn mein Kind weinte, reichte es meist schon aus, wenn es einfach getragen oder gekuschelt wurde. Entweder sangen wir noch ein Lied oder redeten mit ihm oder machten einfach mit unserer Arbeit weiter. So einfach kann es manchmal sein.</p>
<p>Manche denken, Stillen sei nur gegen Hunger/Durst. Doch es ist viel mehr als das. Unser Baby fühlte sich erst beim Stillen richtig wohl. Es war DER Trostspender Nr. 1, wenn sonst nichts half.</p>
<p>Was habe ich nicht alles an Sprüchen zu hören bekommen. &#8222;Du verwöhnst dein Kind.&#8220; oder &#8222;Das ist doch total anstrengend für das Baby, getragen zu werden. Leg es doch lieber hin.&#8220; usw. Von einer Mutter mit 2 Kindern (denn die weiß ja schon alles besser, weil sie so erfahren ist) hörte ich auch mal so etwas wie:&#8220;Ja, damals war ich auch so wie du. Und dann wollte mein Kind nie laufen und ständig getragen werden. Wenn du nur wüsstest, was ich bereits weiß&#8230;&#8220; Absolut überheblich fand ich das. Und das Schlimmste: gerade die falschen Tipps verbreiten sich dann wie ein Lauffeuer. Denn eine Mutter, die bereits 2 Kinder hat, die weiß ja schon&#8217;ne ganze Menge, nicht wahr?! Ja, nur leider auch nicht immer das Richtige.</p>
<p>Lasst euch von diesen Besserwissern und neunmalklugen Ratgebern nicht verunsichern. Hört einfach auf das, was euer Baby euch mitteilt, hört auf euer Bauchgefühl, auf euer Herz. Einen sehr passenden Spruch möchte ich euch hierbei mit auf den Weg geben:&#8220;Mit Liebe kann man sein Kind nie verwöhnen&#8220;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1028" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-maedchen-kuschelt-mit-baby.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Mädchen kuschelt mit Baby" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-maedchen-kuschelt-mit-baby.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-maedchen-kuschelt-mit-baby-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wer sich noch weiter über das Thema <a href="http://www.trageliese.de/Trageberatung/trageberatung_warumtragen_traglinge.html" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Menschenkinder sind Traglinge&#8220;</a> informieren möchte, der kann sich den von mir markierten, wirklich äußerst lesenswerten Artikel von www.trageliese.de zu Gemüte führen.</p>
<h2>Kommt auf die Situation an</h2>
<p>Und dann kommt es wie so oft ganz auf die Situation an. Im Folgenden erzähle ich euch ein paar Anekdoten:</p>
<h3>Stress, Überreizung</h3>
<p>Unser Baby war noch ziemlich jung und ich wollte mich unbedingt mal mit meinen Freunden treffen. Mit dem Kinderwagen bin ich gar nicht erst los, sondern hab mir gleich meinen Tragegurt geschnappt und bin zum Alexanderplatz gefahren.</p>
<p>Das Treffen war toll, das Essen war köstlich, und ich wollte noch etwas bleiben. Der Papa arbeitete gleich in der Nähe. Ich dachte, da könne man ja gemütlich gemeinsam nach Hause fahren. Es wurde also später und später und der Kleine müde. Kein Problem, dachte ich, ich habe ja den tollen Tragegurt bei mir. Dann kann er da schlafen. Doch weit gefehlt. Mein Baby interessierte sich nicht die Bohne für den Tragegurt und schrie die Gegend zusammen.</p>
<p>Das war für mich nicht einfach. Normalerweise mache ich das ja nicht. Daher war ich umso verzweifelter und ratloser. Ich wusste nicht, was der Kleine hatte, er wollte nicht gestillt werden, nicht in den Tragegurt, die Windel war in Ordnung&#8230; also was war es?</p>
<p>Von den anderen hatte ich mich zwischenzeitlich verabschiedet und fuhr nun Richtung Arbeitsplatz, wo ich meinen Mann treffen wollte. Der Weg dorthin war in meinen Augen schier endlos. Weil es mir so peinlich war, mit meinem schreienden Baby in der Straßenbahn mitzufahren, stieg ich immer wieder aus, um es zu beruhigen. Es war mir auch schnurz, mitten in der Öffentlichkeit zu stillen. Hauptsache, ich konnte meinem Baby helfen, aber es funktionierte nichts.</p>
<p>Irgendwann kam ich dann doch an, der Papa versuchte gleich zu helfen und nahm den Kleinen in die Arme, wiegte ihn, versuchte ihn zu beruhigen. Vergebens.</p>
<p>Während also mein Mann mit dem Kleinen beschäftigt war, blickte ich mich um. Und dann erkannte ich es! Es waren gerade hunderte, wenn nicht gar tausende Menschen unterwegs. Es war laut, es war hell, es war grell, es war unruhig, es war Chaos. Und es war einfach zu viel für unser Baby. Es waren zu viele Eindrücke auf einmal.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1032" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-trauriges-baby.jpg" alt="Warum weint mein Baby - trauriges Baby" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-trauriges-baby.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-trauriges-baby-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Kein Wunder, dass er sich Luft machen und den ganzen Stress, die ganze Reizüberflutung abbauen musste. Also brüllte er, wir blieben ruhig, damit er sich nicht noch durch unsere Panik aufheizte, ich bot ihm hin und wieder die Brust an und dann, als wir in der S-Bahn saßen und es etwas ruhiger und gedämmter zuging, konnte unser Baby endlich einschlafen.</p>
<p>Aus solchen Situationen lernt man ungemein, obwohl ich es meinem Kind gern erspart hätte. Aber ich wusste es nicht besser, hatte nicht gedacht, dass mein Kind überreizt werden könnte.</p>
<p>Mit der Zeit kann man auch mal zu belebteren Orten gehen, aber da wir anfangs in unserer eigenen, gemütlichen Höhle hausten, war unser Baby einfach nicht daran gewöhnt und demnach völlig überfordert.</p>

<h3>Unbehagen</h3>
<p>Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, verdreht es mir immer noch den Magen.</p>
<p>Wir waren mit meiner Schwester und ihrem Freund im gemeinsamen Urlaub an der Ostsee in Boltenhagen. Wir hatten ein hübsches kleines Strandhäuschen von einem Freund zu einem wirklich guten Preis gemietet und gingen oft spazieren.</p>
<p>An der Ostsee ist es windig, also setzten wir dem Kleinen seine süße, weiße Mütze auf. Aber er meckerte, wenn wir sie ihm aufsetzten. Wir dachten, er wäre ungeduldig, weil er jetzt warm angezogen im Haus war und machten uns schnell auf den Weg.</p>
<p>Sobald wir losmarschiert waren, mit ihm im Tragegurt, war er auch ruhig und schlief sogar ein. Und als wir wieder zu Hause waren und ihm die Mütze abnahmen, sahen wir, warum der Kleine gemeckert hatte: die Mütze war zu eng! Auf seiner Stirn war ein richtiger Abdruck von der Naht zu erkennen.</p>
<p>Ein Grund mehr, immer das Weinen seines Babys ernst zu nehmen! Zu enge Mützen verursachen nämlich auch Kopfschmerzen! Dass unser Baby dabei noch einschlafen konnte, liegt eventuell daran, dass die Mütze zwar schon unangenehm saß, aber noch nicht allzu eng war.</p>
<h3>Angst</h3>
<p>Was unseren Sohn immer noch zum Weinen bringt: sein Opa. Und es tut mir schrecklich Leid für ihn, da er ein ganz lieber Mensch ist.</p>
<p>Aber irgendetwas ist da, das ihm beim Anblick seines Opas die Tränen in die Augen treibt und sein Schippchen zum Vorschein bringt. Das kann nur ein Wort sein, ein Lächeln, ein Streicheln, und schon geht&#8217;s los.</p>
<p>Vor allem Männer hielt unser Sohn erst einmal auf Abstand. Doch mit vermehrten Besuchen gewöhnte sich Oli an die tiefen Stimmen und bärtigen Gesichter und ließ sich sogar von ihnen tragen oder zum Lachen bringen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1030" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-opa-mit-enkel.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Opa mit Enkel" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-opa-mit-enkel.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-opa-mit-enkel-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Aber manchmal ist es halt wieder so, dass er vor irgendwem Angst hat, den er schon lange kennt. Und dann muss man die Angst auch ernst nehmen und respektieren, dass er jetzt lieber bei mir sein will. Bei Mama ist es halt am Schönsten. Zumindest trifft das auf uns zu.</p>
<p>Oli hat nicht vor vielen Dingen Angst, aber manchmal steckt man einfach nicht drin, warum ein Kind vor etwas Angst hat. Wenn ich zum Beispiel ein lustiges Buch vorlese, in dem ein Schaf auf einer Weide schläft, fängt er furchtbar zu weinen an. Wenn ich sage, Papa schläft, und er genau neben ihm liegt, schießen die Tränen nur so los.</p>
<p>Niemals würde ich seine Angst herunterspielen oder mich darüber lustig machen. Wie würde ich mich wohl fühlen, wenn das jemand bei mir machen würde?! Also muss man Verständnis zeigen, erklären, versuchen zu verstehen usw.</p>
<h3>Schmerz</h3>
<p>Den einzigen Schrei, den ich von allen eindeutig unterscheiden kann: Wenn das Kind Schmerzen hat. Und ich bin mir sicher, dass ihr ihn auch erkennen werdet. Er ist so urplötzlich, ganz hell und laut, tiefsitzend, bohrt sich sofort in eure Magengrube und ist herzzerreißend.</p>
<p>Ob von der Couch geflogen, Finger eingeklemmt, böse hingefallen oder was auch immer: in den Arm nehmen, zuhören und Anteilnahme zeigen. Das hilft. Wenn sich mein Sohn aber derart reingesteigert hat, und wir schon eine ganze Weile da saßen, dann half Stillen. Ich mochte nur den Gedanken nicht, ihm gleich den Mund zu stopfen. Ich wollte erst versuchen, ob ich ihn auch anders beruhigen kann, und wenn das nicht half oder er schon zeigte, dass er gestillt werden wollte, dann gab ich ihm die Brust. Es ist auf jeden Fall das einfachste Mittel zum Trost spenden.</p>
<h3>Traurig</h3>
<p>Wer meine Beiträge vom Babyschwimmen im Unfallkrankenhaus Berlin kennt, der weiß, was unseren Sohn traurig stimmt. Wer sich dafür interessiert, wie es uns so beim Schwimmkurs erging und was wir bislang erlebt haben, der kann sich ja mal <a href="https://www.milchtropfen.de/babyschwimmen/" rel="noopener">den 1. Beitrag durchlesen</a>.</p>
<p>Wenn sich die Oma böse gestoßen hat, wenn ein Kind weint oder eine traurige Geschichte vorgelesen wird: Oli fühlt mit. Und er zeigt Anteilnahme, indem er auch anfängt zu weinen. Es ist zwar traurig, wenn er dann weint, aber irgendwie auch zuckersüß, weil er so empathisch ist.</p>
<p>Da hilft dann in den Arm nehmen, wiegen, schmusen, zuhören, ruhig reden, stillen und dergleichen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1033" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-frau-troestet-kind.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Frau tröstet Kind" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-frau-troestet-kind.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-frau-troestet-kind-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>Frust</h3>
<p>Der Frust kommt bei unserem Sohn immer dann, wenn er gerade hochkonzentriert an einer Sache arbeitet und irgendetwas schief läuft. So zum Beispiel, als wir mit Würfeln spielten und versuchten, diese übereinander zu stapeln. Mit seinen kleinen, dicken Fingern versuchte er nun, Würfel für Würfel übereinander zu platzieren. Und manchmal kam einfach ein weiterer Finger dazwischen und alles viel herunter. Da kann man ja nur ausrasten! Und schreien! Und wütend sein! Und man kennt es so gut von sich selbst, wenn einem etwas nicht gelingen will und man stocksauer wird!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1031" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-zorniges-maedchen.jpg" alt="Warum weint mein Baby - zorniges Mädchen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-zorniges-maedchen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-zorniges-maedchen-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Doch nicht entmutigen lassen und einfach noch einmal versuchen. Und wenn die Übung noch zu schwer ist, dann kann sie auch abgewandelt werden. Unser Sohn wollte die Würfel dann erst einmal lieber nebeneinander positionieren. So geht&#8217;s auch. Die Zeit wird kommen, er wird geduldiger und die Feinmotorik ausgereifter sein. Und dann kann er die Würfel bestimmt auch übereinander stapeln.</p>
<h3>Erlebtes verarbeiten, erzählen</h3>
<p>Nicht, dass ich diesen Absatz am allerwenigsten wichtig finde, aber ich musste lange nachdenken, was ich hierzu schreibe.</p>
<p>Wenn wirklich alles, was ich bisher geschrieben habe, nicht funktioniert, um euer Kind zu beruhigen, dann müsst ihr einfach für euer Kind da sein. Und zuhören.</p>
<p>Meine Hebamme brachte mich als Erste auf den Gedanken, dass auch schon Babys erzählen wollen. Wenn mein Sohn schrie und ich ihn gleich stillen wollte, dann sagte sie:&#8220;Hör ihm mal zu. Es ist, als würde er etwas erzählen.&#8220;. Der gleichen Ansicht war ich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht. Für mich fühlte es sich komisch an, mein Kind weinen zu lassen, weil es angeblich seine schwere Geburt oder ein Ereignis verarbeiten musste.</p>
<p>Fängt ein Kind an zu weinen, richten sich gleich alle Blicke darauf. Ich verstehe das. Ich mache das auch. Man will schließlich wissen, ob sich jemand um das Kind kümmert, ob es in guten Händen ist usw. Aber wenn es das eigene Kind ist, das weint, will man es doch so schnell wie möglich beruhigen, oder nicht? Geht es nur mir so? Und mein Kind nahm immer gern die Brust, wenn es geweint hat. Habe ich ihm jetzt den Mund vorzeitig gestopft? Wollte es eigentlich etwas sagen?</p>
<p>Ich finde, man kann gut einschätzen, ob das Baby die Brust braucht oder nicht. Es geht ab und weint wieder. So stelle ich es mir jedenfalls vor. Wie gesagt: Wir hatten damit keine Probleme und zum Glück auch nie mit Koliken. Meiner Meinung nach, weil wir ihn so wie oben beschrieben aufwachsen ließen. Und trotzdem hat man sich über jeden Pups gefreut, der aus dem Baby entwichen ist.</p>
<h2>Man lernt nie aus</h2>
<p>Vor einigen Tagen bin ich dann auf den Artikel von www.stillkinder.de gestoßen, der genau dieses Thema näher beleuchtet. Verblüffend fand ich vor allem den Absatz, <a href="http://www.stillkinder.de/was-tun-wenn-dein-baby-weint/" target="_blank" rel="noopener">warum es so schwer ist, ein weinendes Baby zu halten und sein Schreien zu akzeptieren</a>. Es kann nämlich seinen Ursprung in der eigenen Kindheit haben, weshalb wir unsere Kinder immer gleich ruhig stellen wollen. Zum Beispiel, wenn man sofort den Schnuller bekam, wenn man sich gemeldet hat, oder, wenn man bei schlechter Laune bestraft wurde usw. Man selbst durfte sich nie wirklich zu Wort melden und seine wahren Gefühle zeigen. Da wir es also so gelernt haben, geben wir es nun an unsere Kinder weiter. Doch mithilfe der Selbstreflexion lässt sich dieses Kettenglied vielleicht entfernen und ein neues einsetzen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1034" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-kuesst-baby.jpg" alt="Warum weint mein Baby - Mutter küsst Baby" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-kuesst-baby.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/warum-weint-mein-baby-mutter-kuesst-baby-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn ihr euch weiter über dieses Thema informieren wollt, dann lest euch doch einfach den oben von mir verlinkten Beitrag durch. Die Sache mit dem Erzählen lassen kann man halten, wie man will; ich empfand sie als einen äußerst klugen Denkansatz. Besser, als alles auf das Zahnen oder die 3-Monats-Koliken zu schieben.</p>
<p>Habe ich einen Grund vergessen, warum ein Kind weinen könnte? Bestimmt. Denn es gibt so viele Ursachen, die einem die Tränen in die Augen treiben können.</p>
<p>Ich hoffe dennoch, dass euch mein Beitrag mit dem einen oder anderen Grund weiterhelfen konnte.</p>
<p>Gern könnt ihr in den Kommentaren hinterlassen, wie ihr diesen Beitrag fandet. Über konstruktive Kritik freue ich mich genau so.<br />
</p>
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		<title>Wenn die Wut kommt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Jul 2016 07:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere Kinder können so putzig und zuckersüß sein. Wie sie handeln, versetzt uns in Staunen und lehrt uns so einiges. Doch es gibt auch Zeiten, in denen man erschöpft und ausgelaugt ist und für die kleinen Entdecker mit ihrem großen Forscherdrang wenig Geduld und Nerven hat. Manchmal vielleicht so wenig, dass man kurz vorm Ausrasten ... <a title="Wenn die Wut kommt" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/wenn-die-wut-kommt/" aria-label="Mehr zu Wenn die Wut kommt">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Kinder können so putzig und zuckersüß sein. Wie sie handeln, versetzt uns in Staunen und lehrt uns so einiges.</p>
<p>Doch es gibt auch Zeiten, in denen man erschöpft und ausgelaugt ist und für die kleinen Entdecker mit ihrem großen Forscherdrang wenig Geduld und Nerven hat. Manchmal vielleicht so wenig, dass man kurz vorm Ausrasten ist. Oder man rastet irgendwann wirklich aus, weil man es schon zu lange runtergeschluckt hatte.</p>
<p>Was hilft, wenn man kurz davor ist, vor Wut zu platzen und Dinge zu sagen und zu tun, die man im Nachhinein bereut?</p>
<p>Hier findet ihr die für mich hilfreichsten Tipps.<span id="more-870"></span><div id='c9682_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Wenn die Wut kommt</h2>
<p>Damals zogen wir vor allem wegen der echt günstigen Mieten nach Hellersdorf. Von den anderen hörten wir dann immer Sprüche wie &#8222;In Hellersdorf leben nur die Asis. Allesamt arbeitslos, Hartzis, ungebildet, aber kriegen ständig Kinder.&#8220;, aber davon wollten wir nichts wissen. Rasch fanden wir eine hübsche Wohnung und zogen ein.</p>
<p>Mittlerweile leben wir seit fast 5 Jahren hier und haben uns unser eigenes Bild von diesem Bezirk gemacht.</p>
<p>Was ich am Schlimmsten hier finde, sind tatsächlich die Umgangsformen der Familien mit Kindern. Ich begegne ihnen überall: auf der Straße, an der Haltestelle, beim Einkaufen, im vorbeifahrenden Auto, auf Spielplätzen usw.</p>
<p>Die Eltern sind gestresst, überreizt, reagieren aggressiv und werden sofort laut und ungehalten, beleidigen, manche geben sogar einen Klaps.</p>
<h2>Anderer Bezirk, andere Sitten</h2>
<p>Als wir einmal im Volkspark Friedrichshain unterwegs waren, schien es, als seien wir in eine völlig andere Welt getreten. Glückliche Kinder, zufriedene Eltern, die gemeinsam mit den Kleinen im Sand buddeln und spielen noch und nöcher.</p>
<p>Was mich am Allermeisten faszinierte, war die Situation zwischen einem trotzigen Kind und seiner Mutter. Mutter und Kind gingen gerade noch Hand in Hand des Weges, da wollte der Kleine plötzlich nicht weiterlaufen und blieb stehen. Die Mutter versuchte ihn zum Laufen zu bewegen. Keine Chance. Der Kleine steigerte sich richtig in einen Wutanfall hinein. Er schrie und hantierte wild mit den Armen.</p>
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<p>In Hellersdorf erlebe ich immer nur die Reaktionen überforderter Eltern. Doch statt auszurasten und das Kind hinterherzuzerren, redete die Mutter total ruhig und blieb cool.</p>
<p>Als ihr Sohn weiterhin der gesamten Umgebung sein Leid lauthals mitteilte, staunte ich nicht schlecht. Immerhin sahen sich in diesem Moment alle Leute dieses Geschehen an. Es muss ein enormer Druck auf der Mutter geherrscht haben, als sie von allen beobachtet wurde.</p>
<p>Irgendwann setzte sich die Mutter auf eine nahe gelegene Bank und ließ ihren Sohn weiter auf dem Boden herumkrakelen. Sie lief nicht einfach weiter, wie das die Eltern in Hellersdorf machen. Sie blieb in Sichtweite ihres Sohnes, entfernte sich nur wenige Meter von ihm, ließ ihn sich austoben. Bald darauf hatte er sich wieder gefangen und setzte sich mit auf die Bank, ruhte sich aus und redete mit seiner Mutter.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-944" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mutter-und-kind-hand-in-hand.jpg" alt="Wenn die Wut kommt - Mutter und Kind Hand in Hand" width="678" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mutter-und-kind-hand-in-hand.jpg 678w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mutter-und-kind-hand-in-hand-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px" /></p>
<h2>Wie ich mit Wut umgehe</h2>
<p>Solch eine Situation musste ich bisher nicht mit unserem Sohn durchstehen. Ich frage mich, wie wohl meine Reaktion ausgesehen hätte, wäre ich an Stelle dieser Mutter gewesen.</p>
<p>Zwar verhält man sich immer etwas anders gegenüber seinem Kind, wenn man unter Beobachtung steht, doch ich zweifle daran, dass ich so souverän geblieben wäre. Immerhin gibt es bereits jetzt Situationen, in denen mich mein Sohn voll auf die Palme bringt. Und er ist erst 16 Monate alt! Er fängt gerade an, die ersten Wörter zu üben und kann mich trotzdem schon derartig zur Verzweiflung treiben. Wahnsinn! Wie soll das erst werden, wenn er älter wird? Ich habe Angst.</p>
<p>Weil ich mich oft dabei ertappe, wie unverhältnismäßig ich in manchen Situationen reagiere, wenn ich wütend bin, dachte ich, kann es nicht schaden, die Kontrolle über seine Wut zu üben. Im Internet mache ich mich sogleich über das Thema &#8222;Wut kontrollieren&#8220; schlau und picke mir die für mich sinnvollsten heraus. Manche hatte ich bereits angewandt, ohne vorher gewusst zu haben, dass dies Methoden sind, um wieder runterzukommen.</p>
<p>Im Folgenden zeige ich euch die jeweiligen Methoden und wie sie bei mir in welcher Situation funktioniert haben.</p>

<h2>Die Methoden</h2>
<h3>Raum verlassen</h3>
<p>Als mich mein Sohn ständig beim Stillen biss, hatte ich mich anfangs überhaupt nicht unter Kontrolle. Wutentbrannt verließ ich dann den Raum, um Luft zu bekommen. Unbewusst hatte ich eine Methode zur Wutkontrolle angewandt. Und es hilft wirklich, auch wenn der Kleine einem schon nach wenigen Sekunden hinterherkrabbelt und nach einem ruft. Allein die kurze räumliche Trennung hat mich dann wieder so weit runtergeholt, dass ich nicht mehr so sauer auf meinen Sohn war.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-943" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-bunte-sitzbank.jpg" alt="Wenn die Wut kommt - bunte Sitzbank" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-bunte-sitzbank.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-bunte-sitzbank-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Den Raum kann man natürlich nur verlassen, wenn das Baby nicht aus voller Kehle nach einem schreit und Hilfe braucht und allein gelassen werden würde. Wenn das doch der Fall ist und man aber kurz davor ist, auszuticken, weil man nicht mehr kann, dann ist es besser, wenn jemand in diesem Moment kurz einspringen und für das Baby da sein kann.</p>
<p>Wenn ihr allein seid, dann ist es in meinen Augen immer noch die bessere Variante, das Baby für einen KURZEN MOMENT (Ich rede nicht von Stunden oder auch &#8222;nur&#8220; einer Viertelstunde schreien lassen!) sicher im Raum zurückzulassen, als es anzuschreien, zu schütteln oder noch schlimmeres&#8230;</p>
<h3>Von 180 wieder runterkommen</h3>
<p>Wenn ihr im Nebenzimmer seid, könnt ihr euch dann sammeln. Was mir dann hilft, mich schnell zu beruhigen? Entweder hole ich mir einen Snack, trinke kaltes Wasser, kaue einen Kaugummi usw. Weitere Techniken findet ihr etwas weiter unten. Vielleicht beruhigt es euch ja auch. Oder ihr habt bereits eine Methode, mit der ihr nicht mehr auf 180 seid. Drogen sind keine Option!</p>
<div id='c8238_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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<p>Was auch hilfreich war: werdet euch bewusst, dass euer Baby euch liebt, dass es euch braucht, dass ihr über manchen Dingen drüber stehen müsst. Ruft euch glückliche Momente ins Gedächtnis, um euch zu beruhigen. Manchmal hilft es auch, einfach mal zu weinen und den ganzen Stress rauszulassen.</p>
<h3>Bis 10 zählen</h3>
<p>Es braucht enorm viel Disziplin, den Moment, in dem man unendlich gern schreien würde, vorbeiziehen zu lassen und stattdessen bis 10 zu zählen. Und ich gebe zu, ich habe es manchmal nicht geschafft und etwas Dummes gesagt. Sobald es raus war, ging es mir zwar anfangs besser, aber es hat nachträglich absolut nichts gebracht. Um mich von meinem darauf folgenden schlechten Gewissen befreien zu können, entschuldigte ich mich dann schnell.</p>
<p>Vielleicht fällt es leichter, auch hier den Raum zu verlassen und bis 10 zu zählen. Ich zumindest habe bessere Alternativen für mich entdeckt, als bis 10 zählen zu müssen. Aber eventuell ist diese Methode genau das Richtige für euch.</p>
<h3>Atemtechnik</h3>
<p>Bei dieser Atemtechnik atmet man 3 Sekunden ein, hält die Luft für 3 Sekunden an und atmet anschließend 3 Sekunden lang aus. Das macht man so lange, bis man das Gefühl hat, sich wieder unter Kontrolle zu haben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-939" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet.jpg" alt="Wenn die Wut kommt - Frau entspannt" width="679" height="431" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Auch diese Methode erfordert viel Übung, harte Disziplin und funktioniert bei mir auch nicht immer. Probiert es aus. Vielleicht hilft es euch.</p>
<h3>Schlagen, beißen, treten, schreien</h3>
<p>Es ist so unbefriedigend, die angestaute Wut einfach nur wegzuatmen, finde ich. Man will seiner Wut Ausdruck verleihen und auf etwas einprügeln oder etwas anschreien. Ja, warum eigentlich nicht? Aber bitte nicht euer Kind oder sonst jemanden. Holt euch ein Kissen, eine Decke, einen Sandsack oder was auch immer, und prügelt drauf ein, bis ihr nicht mehr könnt. Hilft auf jeden Fall in Extremfällen, wenn keine Zeit für Meditation ist.</p>
<h3>Verstehen lernen</h3>
<p>In Momenten der Ruhe und Stille lohnt es sich dann, über das Vergangene nachzudenken. Lasst das Geschehene noch einmal Revue passieren. Was genau ist passiert, als ihr wütend wurdet und ausgeflippt seid? Könnte es vielleicht eine logische Erklärung für das Verhalten des anderen geben?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-941" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-blickt-zur-seite.jpg" alt="Wenn die Wut kommt - Kind blickt zur Seite" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-blickt-zur-seite.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-blickt-zur-seite-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Nehmen wir ein Beispiel, das bei uns immer noch Thema Nummer 1 ist, wenn es ums Essen geht: der Kleine wirft das Essen auf den Boden.</p>
<p>Man könnte im 1. Moment denken, der Kleine will einen auf die Schippe nehmen. So eine Frechheit! Und er verzieht keine Mine dabei! Lässt ihn völlig kalt, wenn ich ihm lang und breit erkläre, warum man das Essen nicht auf den Boden wirft. Manchmal guckt er einen dann völlig unbeeindruckt an und lässt das Essen wieder fallen! Der will mich doch provozieren!! Und schon ist das Drama im vollen Gange.</p>
<p>Wenn ich abends im Bett lag, fing ich an zu überlegen. Wollte mich mein Kind wirklich ärgern? Ich versuchte mich in die Lage meines Kindes hineinzuversetzen. Vielleicht würde ich es dann verstehen.</p>
<div id='c6244_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<p>Kann sein, dass er erst einmal begreifen muss, was Schwerkraft bedeutet. Was passiert, wenn man Dinge fallen lässt? Fallen sie immer? Wirklich immer? Oh, jetzt bückt sich jemand nach den Sachen, die auf dem Boden liegen. Passiert das auch immer?</p>
<p>Wer weiß, ob unser Sohn tatsächlich so denkt. Zumindest hat es mir geholfen, ihm nicht immer sofort Bösartigkeit zu unterstellen. Und man reagiert beim nächsten Mal auch etwas entspannter, wenn das Essen wieder auf dem Boden landet.</p>
<h4>Es kann auch mehrere Gründe geben</h4>
<p>Als wir merkten, dass unser Sohn uns schon sehr deutlich verstand, aber immer noch nicht hörte, wenn wir sagten, dass das Essen auf den Tisch gehört, mussten wir weiterdenken. Warum lässt er es fallen, obwohl er versteht, dass das falsch ist?</p>
<p>Und wir erkannten, dass es die einfachste Methode unseres Sohnes war, sich Freiraum zu schaffen. Sein Teller war zu voll oder er wollte die Erdbeere jetzt einfach nicht mehr essen. So nach dem Motto &#8222;Aus dem Auge, aus dem Sinn&#8220;. Also baten wir ihn, wenn wir merkten, dass er sich gleich eines Stücks entledigen wollte, es uns zu geben, damit wir es beiseite legen konnten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-938" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-beim-essen.jpg" alt="Wenn die Wut kommt - Kind beim Essen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-beim-essen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-beim-essen-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ab und zu landet hier und da mal doch noch etwas auf dem Boden, aber es half uns wie gesagt, verständnisvoller mit der Situation umzugehen.</p>
<p>Es kann also nicht schaden, in ruhigen Momenten zu analysieren und zu hinterfragen. Und wenn dann wieder solch eine Situation auftritt, wisst ihr, wie ihr besser reagieren könnt oder könnt zumindest das Verhalten verstehen und nachvollziehen.</p>
<p>Es ist zwar keine Methode, um seine momentane Wut unter Kontrolle zu bekommen, doch langfristig gesehen wirkt sie vorbeugend und hilft, in Zukunft angemessener zu reagieren.</p>
<h3>Musik hören</h3>
<p>Im Internet steht, man soll beruhigende Musik hören, Entspannungsmusik. Ich für meinen Teil habe mir eine Playlist zusammengestellt, in denen es um die Liebe zu einem Menschen geht. Mein absoluter Favorit ist und bleibt <a href="https://www.youtube.com/watch?v=q9ZgBDOaV0s" target="_blank" rel="noopener">&#8222;You&#8217;ll Be In My Heart&#8220; von Phil Collins</a>. So werde ich immer wieder daran erinnert, wie sehr ich mein Kind eigentlich liebe und wie bescheuert es gerade ist, sauer zu sein. Es half mir ungemein. Es lockerte die Stimmung umgehend auf, ich konnte mir beim Singen Luft machen und meine Laune stieg wieder. Und nebenbei beruhigte sich mein Kind beim Klang meiner Stimme auch gleich mit.</p>
<p>Ihr könnt natürlich auch eure Lieblingslieder hören oder was auch immer. Heavy Metal würde ich jetzt nicht unbedingt empfehlen&#8230; Das lässt das Blut nur stärker kochen.</p>

<h3>Spazieren gehen und frische Luft schnappen</h3>
<p>Diese Methode war am Hilfreichsten, wenn ich total übermüdet und gereizt war und keine Möglichkeit bestand, ein Nickerchen zu machen. Ich habe mir dann ganz schnell meinen Sohn geschnappt, nur das Allernötigste eingepackt und bin mit ihm raus an die frische Luft. Egal, ob Sonne, Wind, Regen oder Schnee: es hilft enorm, fand ich. Der Kreislauf kommt langsam in Schwung, man wird wacher und klarer im Kopf .</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-937" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-spaziergang-im-wald.jpg" alt="Wenn die Wut kommt - Spaziergang im Wald" width="680" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-spaziergang-im-wald.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-spaziergang-im-wald-300x189.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>Körperlich aktiv werden</h3>
<p>Es ist ähnlich wie Spazieren gehen, doch manche müssen sich richtig auspowern, um ihre Wut abbauen zu können. Einige müssen joggen gehen, andere wiederum Fahrrad fahren oder schwimmen&#8230; Ich für meinen Teil fing an aufzuräumen. Geschirrspüler ausräumen, Staub saugen, Bad putzen, umherliegendes Spielzeug einräumen, Wäsche machen und und und &#8211; bei uns gibt es immer etwas zu tun.</p>
<p>Wenn ihr niemanden habt, der in diesem Moment auf euer Kind aufpassen kann und euer Kind euch braucht, dann tragt es doch einfach im Tragegurt mit euch herum. Es genießt eure Nähe, sieht euch dabei zu, was ihr macht, und ihr könnt euer Ding machen. Geht leider nicht, wenn man schwimmen gehen oder Extremsport betreiben will. Aber ihr findet bestimmt etwas, was ihr beide machen könnt.</p>
<p>Sollte euer Kind schon zu groß für einen Tragegurt sein: es auf der Hüfte zu halten geht sicher noch.</p>
<p>Mein Sohn hilft auch sehr gern beim Haushalt mit. Er stopft die Wäsche in die Waschmaschine, drückt die Knöpfe, wischt gern die Küchentheke, den Boden oder Tisch mit dem Schwamm, hängt die Wäsche auf (auch wenn dann alles auf einer Leine und übereinander hängt) usw. Vielleicht könnt ihr euer Kind auch beim Putzen mit einbinden. Versucht es einfach mal. Oder lasst euer Kind zugucken, was auch immer.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-936" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-beim-abwasch.jpg" alt="Wenn die Wut kommt - Kind beim Abwasch" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-beim-abwasch.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/wenn-die-wut-kommt-kind-beim-abwasch-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich hoffe, die eine oder andere Methode lässt sich auch bei euch anwenden und &#8211; was wohl wichtiger ist &#8211; funktioniert auch.</p>
<p>Wie gefallen euch die oben genannten Tipps? Habt ihr eventuell eine völlig andere, eure ganz persönliche Calm-down-Methode gefunden?</p>
<p>Schreibt&#8217;s in die Kommentare und lasst es mich wissen.</p>
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