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		<title>Urlaub ohne Kinder? Wie du dir diese Frage am Besten beantwortest!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jun 2019 11:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Urlaub ohne Kinder &#8211; wie ist das eigentlich so? Darf ich als Mutter ohne Kind in den Urlaub fahren? Darf ich überhaupt daran denken, meinen Urlaub ohne Kind zu verbringen oder bin ich dann automatisch eine schlechte Mutter? Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht gedacht, dass eine Woche ohne Kleinkind für mich so eine ... <a title="Urlaub ohne Kinder? Wie du dir diese Frage am Besten beantwortest!" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/urlaub-ohne-kinder/" aria-label="Mehr zu Urlaub ohne Kinder? Wie du dir diese Frage am Besten beantwortest!">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Urlaub ohne Kinder</strong> &#8211; wie ist das eigentlich so? Darf ich als Mutter ohne Kind in den Urlaub fahren? Darf ich überhaupt daran denken, meinen Urlaub <strong>ohne Kind</strong> zu verbringen oder bin ich dann automatisch eine schlechte Mutter?</p>
<p>Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht gedacht, dass eine Woche <strong>ohne Kleinkind</strong> für mich so eine krasse Erfahrung wird&#8230;</p>
<p><span id="more-11890"></span></p>
<h2>Urlaub ohne Kinder?</h2>
<p>Da hat es doch sage und schreibe vier Jahre gebraucht, bis ich mich endlich mal dazu entschieden habe, ohne Mann und Kind in den <strong>Urlaub</strong> zu fahren. Keine Verantwortung tragen, keine Streits schlichten, keine Diskussionen führen &#8211; nichts von alledem! Stattdessen konnte ich endlich mal wieder nur für mich entscheiden: Was brauche ich? Was möchte ich? Worauf hab ich heute Lust und worauf nicht? Und das Schönste: Niemand störte sich daran. Es war OK!</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-11930" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/urlaub-ohne-kinder-wie-du-dir-diese-frage-am-besten-beantwortest.jpg" alt="Urlaub ohne Kinder? Wie du dir diese Frage am Besten beantwortest! | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/urlaub-ohne-kinder-wie-du-dir-diese-frage-am-besten-beantwortest.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/urlaub-ohne-kinder-wie-du-dir-diese-frage-am-besten-beantwortest-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/urlaub-ohne-kinder-wie-du-dir-diese-frage-am-besten-beantwortest-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/urlaub-ohne-kinder-wie-du-dir-diese-frage-am-besten-beantwortest-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/urlaub-ohne-kinder-wie-du-dir-diese-frage-am-besten-beantwortest-33x50.jpg 33w" sizes="(max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>Was braucht es zum Glücklichsein?</h2>
<p>Jede/r versteht etwas anderes unter <strong>Erholung</strong>. Für mich persönlich waren es die vielen kleinen Dinge, die mir in ihrer Gesamtheit ein unfassbares Gefühl von Glück bescherten.</p>
<p class="p1">Als Mutter eines 4-jährigen Kindes, das beinahe 24/7 von mir betreut wird, weil es nicht in die Kita geht, hat sich über die Jahre eine ganze Menge angestaut, bis ich endlich mal die Entscheidung traf, allein Urlaub zu machen.</p>
<p>Da brachte nur der Umstand, dass ich frei von Verantwortung für mein Kind war, und es nur darum ging, was ICH eigentlich möchte und brauche, unglaublich viel <strong>Entspannung</strong> und Erleichterung.</p>
<p>Ich brauchte keinen Gedanken verschwenden an: Was gibt es heute zu essen? Ich muss noch einkaufen, kochen, abwaschen, den Geschirrspüler ausräumen, den Fußabtreter reinstellen, weil morgen gewischt wird, Wäsche waschen, Wäsche in die Schränke legen, die Krümel auf dem Boden weg saugen, die Pflanzen gießen, Staub wischen, meinen Arbeitsplatz aufräumen, für einen Blogbeitrag recherchieren oder sonstwas vorbereiten oder schreiben, Fenster putzen, einen Ausflug mit dem Kind planen, weil ihm sonst langweilig wird, Verpflegung für unterwegs und Spielsachen einpacken, mit dem Kind nach einer Lösung suchen, weil es jetzt doch lieber zu Hause bleiben will, ich aber voll gern an die frische Luft möchte&#8230;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-11650" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/04/ueberforderte-mutter-mit-baby-und-haushalt.jpg" alt="Überforderte Mutter mit Baby und Haushalt" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/04/ueberforderte-mutter-mit-baby-und-haushalt.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/04/ueberforderte-mutter-mit-baby-und-haushalt-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/04/ueberforderte-mutter-mit-baby-und-haushalt-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Stattdessen startete ich meinen Tag mit den anderen mit einer Stunde Yin-Yoga, wo ich erstmal wieder zur Ruhe kommen und <strong>entspannen</strong> konnte. Danach genossen wir bei schönem Wetter ein leckeres Frühstück im Garten, und nahmen uns anschließend die Zeit für gewaltfreie Kommunikation (GFK). Nach diesen doch auch anstrengenden Übungen gab es Mittag und im Anschluss vier Stunden, die wir frei nach unseren Wünschen und Vorlieben gestalten konnten.</p>
<p>Ich kam endlich mal wieder dazu, ein <a href="https://amzn.to/2JWaMHa" target="_blank" rel="nofollow noopener">Buch</a>* zu lesen, so banal es klingen mag, aber für mich war das so schön, mir die Zeit zu nehmen und ein Buch zu lesen, ohne unterbrochen zu werden, dass ich grad wieder vor <strong>Glück</strong> heulen könnte. Ich konnte die Natur genießen, im See baden, entspannt in der Sonne liegen, mir beim Fahrradfahren durch den Wald den Wind um die Nase wehen lassen, ich konnte mich sogar auf einem <a href="https://amzn.to/2EO9wS4" target="_blank" rel="nofollow noopener">Stand Up Paddle Board</a>* ausprobieren, das ein Paar mitgebracht hatte&#8230;</p>
<div class="produktbox-wrapper">
<div class="produktbox-titel"><i class="fa fa-heart"></i>Meine Empfehlung für dich</div>

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<p>Nach den vier Stunden trafen wir wieder zusammen, machten Yoga, aßen gemeinsam zu Abend, ließen den Tag allmählich ausklingen, saßen gemütlich beieinander, redeten, musizierten, sangen&#8230;</p>
<h2>Das schlechte Gewissen</h2>
<p>Natürlich (also natürlich für mich) gab es da schon diese Momente, in denen ich ins <strong>Zweifeln</strong> kam.</p>
<p>Oliver ist mit seinen 4 Jahren zwar schon <a href="https://www.milchtropfen.de/abstillen/">abgestillt</a>, was den Abschied und die <strong>Trennung</strong> insgesamt leichter gemacht hat, denke ich, aber vermisst hat er mich schon sehr. Als wir abends wie üblich telefonierten, diesmal aber über Videoanruf, hat ihn das schon sehr <strong>traurig</strong> gemacht, weshalb er auch gar nicht mehr mit mir reden wollte. Ich hätte mich gern nach einem ereignisreichen Tag mit ihm ausgetauscht, aber das ging für ihn nicht &#8211; und das stimmte mich sehr traurig, weil ich mir gern Verbindung gewünscht hätte.</p>
<p>Und dann wurde ich auch schnell unsicher und das schlechte Gewissen meldete sich: &#8222;War es richtig, herzukommen?&#8220;. Später wurden es dann immer lauter: &#8222;Scheiße, er ist erst 4 Jahre alt! Du hättest warten müssen! Du bist egoistisch! Du bist eine <strong>schlechte Mutter</strong>! Du denkst immer nur an dich!&#8220;!</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-11924" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/frau-umgeben-von-vielen-fragezeichen-und-gedanken.jpg" alt="Frau umgeben von vielen Fragezeichen und Gedanken" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/frau-umgeben-von-vielen-fragezeichen-und-gedanken.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/frau-umgeben-von-vielen-fragezeichen-und-gedanken-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/frau-umgeben-von-vielen-fragezeichen-und-gedanken-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und da kann ich ganz ehrlich sagen: Nein! Stimmt nicht! Ich bin keine schlechte Mutter, weil ich meinen Urlaub ohne Kind verbringe. Und ich denke eben NICHT immer nur an mich! Das war und ist immer noch ein Thema, mit dem ich zu kämpfen habe: Dass ich mich für andere verbiege und es allen recht machen will, ohne mich zu fragen, ob ich damit überhaupt zufrieden und glücklich bin. Es hat ewig gedauert, bis ich mal anmerkte: &#8222;Stopp! Mir reicht das jetzt! Jetzt möchte ich gern etwas für mich tun!&#8220;.</p>
<p>Ich hab mich endlich getraut und mir diese 5 Tage Urlaub gegönnt, bin sauglücklich, und will mich dafür noch geißeln&#8230; Es ist so verrückt, dass ich mir nicht mal diese wunderschöne <strong>Zeit</strong> gönnen kann, ohne mich dafür zu verurteilen.</p>
<h2>Heimweh?</h2>
<p>Denn wenn ich ganz tief in mich reinhorche, dann wär ich auch gern länger geblieben, auch wenn das in manchen Ohren vielleicht hart klingen mag. Ich müsste doch meinen Mann vermisst haben, und unseren Sohn erst recht!</p>
<p>Doch ich bin ehrlich und sage: Nein, ich fand die Zeit ohne Mann und Kind und all diesen <strong>Alltagsstress</strong> so schön, dass ich gern öfter und länger ohne Mann und ohne Kind verreisen würde, weil ich gemerkt habe, wie gut mir diese 5 Tage getan haben. 5 Tage voller Natur, Bewegung, Entspannung, Freiheit, Seele baumeln lassen, umgeben von Leuten, die sich umeinander kümmern, die mich annahmen, wie ich bin; mit denen das Zusammenleben ohne große Absprachen ganz natürlich und wie von selbst geschah.</p>
<p>Ich hätte das auch gern in meinem <strong>Alltag</strong> so: In einer Community leben, irgendwo in der Natur, und jede/r bringt sich ein mit dem, was sie/er kann und mag. Manche kochen gern, andere gehen lieber einkaufen, die/der eine mag es gern sauber und räumt öfter auf, kann auch sein, dass jemand voll gern musiziert und die anderen mit Liedern beglückt, womöglich gibt es auch eine/n, die/der sich gern als Mediator*in einbringt, völlig egal.</p>

<p>In meinen Augen muss man nicht irgendein Ergebnis abliefern, um als vollwertiges Mitglied einer Gesellschaft zu gelten. Menschen bringen sich meiner Meinung nach am Besten mit dem ein, was sie gern machen, und das aus einer Motivation und Energie heraus, die man kaum beschreiben kann, weil es einfach vom Herzen kommt. Da braucht es keine großen Absprachen und Pläne, nein, das kommt von ganz allein, weil man in dieser Gemeinschaft aufeinander Acht gibt, und selber genügend Zeit und Raum für sich hat.</p>
<p>Da wir aber in so einer für unsere Gesellschaft typischen Familienkonstellation &#8222;Mutter-Vater-Kind&#8220; leben, sind da viele Aufgaben zu erledigen, aber einfach zu wenig Menschen, die das gern und freiwillig machen würden, folglich mache ich auch Aufgaben, die ich gern abgeben würde, sie mir aber momentan nicht leisten kann, diese deshalb eher widerwillig selber mache, und das staut sich mit der Zeit immer mehr an, bis ich dann unzufrieden bin, weil ich einfach an meine <strong>Grenzen</strong> komme.</p>
<p>Wenn der Alltag bei uns anders aussehen würde, würde ich so einen <strong>Urlaub ohne Familie</strong> vielleicht gar nicht brauchen&#8230;</p>
<h2>Was nehme ich aus dem Urlaub mit?</h2>
<p>Das Erschreckende für mich war die Feststellung, dass es nicht mal 24 Stunden brauchte, damit ich wieder im ätzenden Alltag angelangt und unzufrieden war.</p>
<p>Für mich ist das ein klares Zeichen dafür, dass ich nicht 360 Tage im Jahr durchhalten muss, um dann 5 Tage alle Viere von mir zu strecken, das funktioniert nicht! Wenn, dann muss ich anfangen, auch meinen Alltag so zu <strong>verändern</strong>, dass ich nicht mehr diese starke <strong>Unzufriedenheit</strong> spüre, sondern vielmehr so eine Art Leichtigkeit.</p>
<p>Die Dinge, die mir besonders gut taten (womit fange ich bloß an?), baue ich jetzt peu à peu in meinen Alltag ein.</p>
<p>Da wäre zum Einen die Erleichterung beim Essen. Ich muss nicht jeden Tag frisch kochen, sondern kann meinem Sohn und mir auch mal unterwegs was zu essen besorgen. Klar kann ich nicht jeden Tag in ein Restaurant mit ihm gehen, sondern such uns Angebote raus, die günstig und trotzdem gesund und lecker sind.</p>
<p>Zum Anderen hab ich eine Runde Yin-Yoga am Morgen und bestenfalls auch am Abend in meinen <strong>Tagesplan</strong> eingebaut. Ja, das beansprucht Zeit, aber weißt du was? Nach 20 Minuten <strong>Yin-Yoga</strong> spürte ich wieder diese tiefe Dankbarkeit, dass ich mir die Zeit dafür genommen habe.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-11926" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/frau-entspannt-bei-yin-yoga.jpg" alt="Frau entspannt bei Yin Yoga" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/frau-entspannt-bei-yin-yoga.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/frau-entspannt-bei-yin-yoga-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/06/frau-entspannt-bei-yin-yoga-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Denn das bin ich mir wert! Ich bin es wert! Ich darf zufrieden sein! Ich darf glücklich sein! Und ich muss mich nicht dafür abstrafen, im Gegenteil: Ich darf dankbar für diese Erfahrung sein, wie es ist, pure Erholung zu spüren, und für die Entscheidung, meinen Alltag dahingehend zu verbessern.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Wir alle brauchen Erholung, das ist ein völlig natürliches <strong>Bedürfnis</strong> von uns Menschen. Was wir allerdings unter Erholung verstehen und was wir persönlich brauchen, um uns zu erholen, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.</p>
<p>Person A braucht Urlaub ohne Baby, Person B gönnt sich zum ersten Mal Zeit für sich, wenn das Kind 1 Jahr alt ist, Person C probiert es erstmal mit einem <strong>Wochenendurlaub ohne Kinder</strong>, Person D ist <strong>eine Woche ohne Kleinkind</strong> unterwegs, die eine Mutter fährt ohne Kind in den Urlaub, die andere Mutter kann sich einen erholsamen Urlaub ohne ihre Kinder gar nicht vorstellen, manche Eltern verreisen ohne Kind, die anderen nehmen ihre Kinder mit auf Weltreise&#8230;</p>
<p>Und das ist OK! Jede einzelne Strategie davon darf sein, denn wir sind alle unterschiedlich und erfüllen uns unsere Bedürfnisse auf die für uns stimmigste Art und Weise.</p>
<p>Aber all diese Menschen sind nicht DU! Also wenn du Erholung brauchst, dann horch in dich rein und frag dich: Was verstehe ICH unter Erholung? Was brauche ICH, um mich erholen zu können? Wenn du dir diese Fragen beantwortet hast, dann nimm dein Glück selbst in die Hand, schieb die <strong>Verantwortung</strong> nicht ab auf andere, sondern sorg für dich.</p>
<p>Und wenn du merkst, du kommst direkt aus dem Urlaub und die ganze Energie ist mit einem Mal dahin, dann frag dich weiter: Will ich so einen Alltag, von dem ich mich im Urlaub erholen muss? Oder will ich lieber etwas verändern, um mir ein Leben aufzubauen, von dem ich keinen Urlaub brauche?<br />
</p>
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		<title>Eine Woche ohne Papa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Aug 2018 12:22:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Woche lang war mein Mann, der Vater unseres 3-jährigen Früchtchens, geschäftlich unterwegs, und ich ziehe ein Resümee. Wie ist das so, wenn der Mann mal länger von zu Hause weg und frau mit Kind auf sich allein gestellt ist? Eine Woche ohne Papa Keine Sorge, das wird kein &#8222;Ich war eine Woche lang Alleinerziehende&#8222;-Beitrag, ... <a title="Eine Woche ohne Papa" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/eine-woche-ohne-papa/" aria-label="Mehr zu Eine Woche ohne Papa">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Woche lang war mein Mann, der Vater unseres 3-jährigen Früchtchens, geschäftlich unterwegs, und ich ziehe ein <strong>Resümee</strong>. Wie ist das so, wenn der Mann mal länger von zu Hause weg und frau mit Kind auf sich <strong>allein</strong> gestellt ist?</p>
<p><span id="more-10621"></span></p>
<h2>Eine Woche ohne Papa</h2>
<p>Keine Sorge, das wird kein &#8222;Ich war eine Woche lang <strong>Alleinerziehende</strong>&#8222;-Beitrag, das will und kann ich gar nicht miteinander vergleichen.</p>
<p>Trotzdem war es schon anders, als wenn der Papa abends nach Hause kommt oder für ein paar Tage in der Woche zu Hause ist, und davon möchte ich heute gern berichten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-10624" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee.jpg" alt="Eine Woche ohne Papa - Mama zieht ein Resümee | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/eine-woche-ohne-papa-mama-zieht-ein-resuemee-33x50.jpg 33w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>Inselhüpfen</h2>
<p>Als ich an diesem Beitrag arbeitete, fragte ich mich, mit was ich diese Woche am Besten vergleichen könnte, und ich kam zu dem Entschluss: Es ist wie Inselhüpfen. <strong>24/7</strong>. Nonstop von einer Insel zur nächsten hüpfen.</p>
<p>Wenn mir der kleine Sonnenschein freudestrahlend um 7 Uhr morgens ins Gesicht brüllte &#8222;Gutän Morgääääään!&#8220;, dann war nichts mit &#8222;Papa ist schon wach, spiel ein bisschen mit ihm, ich brauch noch ein paar Minuten&#8230; Stunden&#8230; schnarch&#8230;&#8220;. Da hieß es dann Aufstehen und den Tag beginnen, egal wie ich mich fühlte.</p>
<p>Zähne putzen und Frühstück machen, diese ganzen <strong>Routinesachen</strong>, die waren ok, das mache ich sonst auch immer, aber zwischendurch, wenn ich mal aufräumen, einkaufen, kochen, Sachen für den Ausflug packen oder kurz verschnaufen wollte, dann war da kein Papa, der mal eben kurz den Kleinen an die Hand nahm und mit ihm nach draußen ging.</p>
<p>Wenn Oliver zu spät Mittagsschlaf machte und mitten in der Nacht spielen wollte, dann war da kein <strong>Papa</strong>, mit dem ich mich abwechseln konnte oder der sich dazu bereit erklärte, mir den Schlaf zu gönnen und sich mit dem Kleinen zu beschäftigen. Nix da.</p>
<p>Wenn ich mich mit Freund*innen traf, dann war es anstrengender, weil ich sonst mehr <strong>Kraftreserven</strong> für diese Treffen hatte. Meine Aufmerksamkeit litt, weil ich zig <strong>Verpflichtungen</strong> im Kopf hatte, die mich daran erinnerten, was noch alles zu tun war, wie scheiße es zu Hause aussah usw.</p>

<h2>Pause, Pause, Pause</h2>
<p>Auch als ich mich mit der Familie traf, war da immer dieses panische Suchen nach der nächsten Pause, kurz verschnaufen, mich auf der Toilette einschließen und Fatzebuck checken oder was auch immer.</p>
<p>Statt nochmal in den Pool zu hüpfen und mich abzukühlen, saß ich einfach auf der Terrasse meiner <strong>Eltern</strong> und las, träumte, unterhielt mich, checkte wieder die sozialen Medien&#8230; Wäre ich in den Pool gegangen, würde der kleine Mann nonstop an mir dran kleben. Ich konnte aber nicht mehr. Ich brauchte&#8217;ne <strong>Pause</strong>.</p>
<h2>Ich schaff das ganz alleine!</h2>
<p>Und dann habe ich gemerkt, dass ich es mir zum Teil auch selber so schwer gemacht hatte.</p>
<p>Beispielsweise fiel mir plötzlich (!) ein, dass ich das Kinderzimmer und die Küche neu bestücken wollte. Das bedeutete Leute anschreiben, Sachen mit dem Kind abholen, Sachen mitsamt dem Kind in den 5. Stock schleppen, dann bohren, aber natürlich erstmal falsch bohren, <strong>gefrustet</strong> sein, Kind will spielen, bäh, alles <strong>nervt</strong>, um Rat bitten, Fehler in Ordnung bringen, aufatmen&#8230;</p>

<p>Musste das sein? Ja, denk ich mir. Ich wollte <strong>selbstständig</strong> und <strong>unabhängig</strong> sein. Ich wollte zeigen, dass ich nicht auf meinen Mann warten muss, um Dinge zu organisieren und zu bauen.</p>
<p>Ich bin <strong>Supermama</strong> mit wehendem Cape! In meinem rechten Arm mein Kind, in der rechten Hand halte ich die dicke Tasche mit Badezeug, Verpflegung und diversen Spielen. Um die Schultern habe ich meinen Rucksack geschwungen, dessen Inhalt <strong>Einkäufe</strong> für die nächsten Wochen beinhaltet. Mein einer Fuß wischt indes den Boden, während der andere das Essen für den heutigen Tag zubereitet. Den <strong>Haushalt</strong> erledigt mein Ultragigasuperbrain mittels Telekinese, ist ja wohl klar. Und da es jetzt gerade mal Mittag ist, bau ich noch mal eben fix unser Zuhause um und gieße draußen die halb verdursteten Pflanzen mit dem dritten Arm, der mir inzwischen gewachsen ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10640" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/frau-als-superhelding.jpg" alt="Frau als Superhelding" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/frau-als-superhelding.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/frau-als-superhelding-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/08/frau-als-superhelding-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und wenn mein Mann nach einer Woche nach Hause kommt, dann sieht er ein komplett renoviertes Zuhause mit duftendem Essen, während Murpselchen und ich friedlich mit den Autos spielen.</p>
<p>Ja, so ungefähr hatte ich mir das vorgestellt. Meine Erkenntnis, die traurige <strong>Wahrheit</strong>: Nichts von alledem klappte auch nur annähernd! Was für ein Schock, ich weiß! Ich meine, wer hätte gedacht, dass ich das nicht schaffe?!</p>

<h2>Zurück in die Zukunft, äh, Realität</h2>
<p>So eine Woche wird sicherlich nicht das letzte Mal auf uns zugekommen sein, beim nächsten Mal darf es dann gern anders, sprich besser werden.</p>
<p>Aus diesem Grund widme ich die nachfolgenden Zeilen an mein zukünftiges Ich und auch an dich, solltest du mal eine Zeit lang ohne <strong>Partner</strong>*in fürs <strong>Kind</strong> zuständig sein:</p>
<ol>
<li>Liebe Julia, Hauruckaktionen bringen nichts als <strong>Stress</strong>, <strong>Druck</strong>, <strong>Frust</strong> und Aufmerksamkeitsdefizite bei deinem Kind. Auch kleine Schritte bringen dich voran. Gib dir Zeit und du wirst alles schaffen, was du willst, nur eben nicht alles an einem Tag, dafür aber umso entspannter.</li>
<li>Liebe Julia, sorge für dein Kind, aber sorge auch für dich. Eine ausgelaugte, erschöpfte, müde, einsame, hungrige, schlecht gelaunte Mama neben einem zufriedenen Kind sollte nicht dein Ziel sein. Du darfst dir <strong>wichtig</strong> sein.</li>
<li>Liebe Julia, nimm <strong>Hilfe</strong> dankbar an, es gibt Menschen, die sind tagtäglich auf sich allein gestellt, was weder erstrebenswert noch heroisch ist. Du musst dich nicht geißeln, weil es dir manchmal besser geht als anderen, weil du <strong>Unterstützung</strong> von Familie und Freund*innen erfährst. Du musst auch nicht denken, dass du alles allein schaffen musst, um vollwertig zu sein. Du bist eine tolle Mama und leistest täglich deinen Beitrag, doch auch du bist ein Mensch und brauchst Pausen, also nimm Hilfe an, und sei dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die dich und dein Kind unterstützen.</li>
<li>Liebe Julia, du musst auch nicht jeden Tag einen Riesenausflug planen, denn wie du sicherlich bereits bemerkt hast, findet es dein Kind auch ganz toll, einfach mal <strong>zu Hause</strong> zu bleiben und mit den Autos zu spielen, mit den Autos zu kochen, mit den Autos zu duschen, mit den Autos ein Buch zu lesen, mit den Autos fernzusehen&#8230; du weißt, was ich meine. Bestell dir Sushi, euer Lieblingsessen, nach Hause und genieße diese Leichtigkeit.</li>
<li>Liebe Julia, hab kein schlechtes Gewissen, wenn du mal nicht mit deinem Kind spielen, sondern einfach mal alle Viere gerade lassen und auf Fatzebuck suchten willst. Tu das, was dir gut tut, dir Pausen verschafft und <strong>Kraft</strong> gibt. Hier sind deine aktuellen Favoriten:</li>
</ol>
<ul>
<li>Musik hören, gern ganz laut mit Kopfhörern</li>
<li>Raus an die frische Luft gehen</li>
<li>Mit Gleichgesinnten treffen und austauschen</li>
<li>Träumen</li>
<li>Fatzebuck und Nättflicks suchten</li>
<li>Aufräumen, gern in Kombination mit Musik (es entspannt mich in gewisser Weise tatsächlich, nämlich dann, wenn ich Bock drauf und alle Zeit der Welt dafür habe)</li>
<li>Lesen</li>
<li>Achtsamkeitsübungen, z.B. täglich aufschreiben, auf was du stolz bist, was du geschafft hast, was du an dir magst usw.</li>
</ul>

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<h2>Fazit</h2>
<p>Ich gebe zu, es war auch mal schön ohne meinen Mann, es war entspannter, weil es keine Streitereien zwischen Papa und Sohn gab, die ich ertragen musste, das Zubettgehen funktionierte leichter, manches bekam schon eine gewisse <strong>Leichtigkeit</strong>.</p>
<p>Andererseits hab ich auch gemerkt, wie sehr mir seine Unterstützung fehlt. Sei es, um Dinge (auch mal <strong>allein</strong>) erledigen zu können, mir Pausen zu verschaffen, wenn ich an meine <strong>Grenzen</strong> kam usw. Und natürlich fehlte er allgemein, was auch Oliver auffiel, wenn er mal eben schnell seinem Papa etwas zeigen oder erzählen wollte. Traurig, oder?</p>
<p>Ich hab gemerkt, was für ein Gedankenkonstrukt in meinem Kopf umher wabert. Dass ich es allein schaffen muss, dass ich alles auf einmal schaffen muss, dass alles so laufen muss, als wär ich&#8217;ne verdammte Superheldin. Ich erkannte, wie <strong>selbstzerstörerisch</strong> solche Gedanken sind, denn letztendlich kann ich auf diese Weise weder <strong>leben</strong> noch <strong>genießen</strong>, sondern lediglich <strong>funktionieren</strong>. Und wohin das führt, wissen wir.</p>
<p>In dieser Zeit ist mir klar geworden, wie wichtig das <strong>soziale Netzwerk</strong> für mich ist &#8211; und das nicht nur, wenn ich allein mit Kind bin. Also nicht nur, damit ich Unterstützung im Haushalt oder bei der Beschäftigung meines Kindes genießen kann, sondern auch, wenn ich einfach mal Julia sein wollte. Ich meine, mich macht ja nicht ausschließlich das Mamasein aus, ich habe ja auch noch andere Interessen, möchte Gleichgesinnte kennenlernen, treffen, mich austauschen, meine Sorgen und Freuden teilen usw.</p>
<p>Ich bin über solche Erkenntnisse immer sehr dankbar, weil sie mir zeigen, dass es so nicht zukünftig ablaufen muss. Ich kann es aktiv angehen, damit es mir beim nächsten Mal besser in dieser Situation geht.</p>
<p>Warst du auch schonmal länger für dein/e Kind/er allein zuständig? Was hat dir in dieser Zeit geholfen und was würdest du beim nächsten Mal anders machen wollen? Schreib es mir gern in die Kommentare.<br />
</p>
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		<title>Sorgerechtsverfügung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jan 2018 18:08:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was passiert eigentlich mit minderjährigen Kindern, die von einem Tag auf den anderen zu Halbwaisen oder im schlimmsten Fall sogar zu Vollwaisen werden? Was, wenn die Eltern sich aufgrund einer schweren Krankheit nicht mehr um ihre Kinder kümmern können? Wer soll sich um sie sorgen? Wer die Finanzen verwalten? Bestimme es am Besten in einer ... <a title="Sorgerechtsverfügung" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/sorgerechtsverfuegung/" aria-label="Mehr zu Sorgerechtsverfügung">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was passiert eigentlich mit minderjährigen <strong>Kindern</strong>, die von einem Tag auf den anderen zu Halbwaisen oder im schlimmsten Fall sogar zu Vollwaisen werden? Was, wenn die Eltern sich aufgrund einer schweren Krankheit nicht mehr um ihre Kinder kümmern können? Wer soll sich um sie sorgen? Wer die Finanzen verwalten?</p>
<p>Bestimme es am Besten in einer <strong>Sorgerechtsverfügung</strong>. Ich zeige dir, wie schnell und einfach du so ein äußerst wichtiges Dokument erstellst und was du unbedingt <strong>beachten</strong> musst, damit es auch wirksam ist.</p>
<p><span id="more-8388"></span></p>
<h2>Sorgerechtsverfügung</h2>
<p>Es wäre naiv zu glauben, dass es dich nicht treffen könnte: Eine Krankheit, die dich ans Bett fesselt. Ein Unfall, der deine Kinder von einem Tag auf den anderen zu Halb- oder sogar zu <strong>Vollwaisen</strong> macht.</p>
<p>Das ist hart, sich so ein schreckliches Szenario vorzustellen, und wir wollen alle hoffen, dass wir so lange wie möglich mit unseren Kindern zusammen sind.</p>
<p>Trotzdem passiert es, dass in <a href="https://ruby-erbrecht.de/waisen-in-deutschland-halbwaisen-und-vollwaisen-in-zahlen/" target="_blank" rel="noopener">Deutschland</a> jährlich rund 60.000 Kinder zu <strong>Halbwaisen</strong> und etwa 1.000 Kinder zu Vollwaisen werden. Was geschieht mit ihnen, wenn keine Sorgerechtsverfügung vorliegt?</p>
<h2>Keine Sorgerechtsverfügung</h2>
<p>Stirbt ein Elternteil, der das <strong>alleinige </strong>Sorgerecht ausübte, wird dem anderen leiblichen Elternteil das Sorgerecht zugesprochen, sofern es nicht dem Kindeswohl widerspricht (<a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1680.html" target="_blank" rel="noopener">§1680 Abs. 2 BGB</a>).</p>
<p>Übten beide Elternteile das Sorgerecht <strong>gemeinsam</strong> aus, erhält der überlebende Elternteil die elterliche Sorge (§1680 Abs. 1 BGB). Das gilt auch, wenn die Eltern getrennt leben oder geschieden sind.</p>
<p>Aber was passiert mit den Kindern, wenn ihnen gleich beide Elternteile entrissen werden, wie etwa aufgrund eines Unfalls?</p>
<p>In aller Regel bestimmt ein Familiengericht einen Vormund für die Kinder. Das sind jedoch nicht, wie viele noch denken, die <strong>Taufpaten</strong>; meistens wird ein/e nahe/r <strong>Verwandte/r</strong> zum Vormund bestimmt.</p>
<p>Das Gericht kann allerdings nicht wissen, wer am Besten als <strong>Vormund</strong> für deine Kinder geeignet wäre. Es weiß nicht, wen du dir dafür am Besten vorstellen kannst, wen du dir wünschst, noch dazu, wenn es eine Person außerhalb des Familienkreises ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-8538 pintbild" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/so-schreibst-du-eine-sorgerechtsverfuegung.jpg" alt="So schreibst du eine Sorgerechtsverfügung | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="800" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/so-schreibst-du-eine-sorgerechtsverfuegung.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/so-schreibst-du-eine-sorgerechtsverfuegung-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/so-schreibst-du-eine-sorgerechtsverfuegung-287x430.jpg 287w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<p>Es gibt sicherlich auch Menschen in deiner Familie, denen du <strong>unter gar keinen Umständen</strong> deine Kinder anvertrauen würdest. Auch das kann das Gericht nicht wissen, wenn keine Sorgerechtsverfügung vorliegt.</p>
<p>Grund genug, dem Familiengericht und ggf. dem Jugendamt im Falle des Falles die <strong>Entscheidung zu erleichtern</strong>, indem du eine Sorgerechtsverfügung verfasst und darin die Person(en) benennst, die du dir als Vormund für deine Kinder wünschst &#8211; und welche nicht.</p>
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<h2>Sorgerechtsverfügung &#8211; Was ist zu beachten?</h2>
<p>Eine Sorgerechtsverfügung zu verfassen, ist nicht schwierig. Allerdings ist die <strong>Formvorschrift</strong> zu beachten. Die Sorgerechtsverfügung muss</p>
<ul>
<li>von dir <strong>persönlich</strong>,</li>
<li>komplett <strong>handschriftlich </strong>geschrieben und</li>
<li>mit <strong>Ort</strong>, <strong>Datum </strong>sowie deinem vollständigen <strong>Vor- und Nachnamen</strong> versehen sein.</li>
</ul>
<p>Bei <strong>Verheirateten</strong> reicht es aus, wenn eine/r die Sorgerechtsverfügung nach den obigen Kriterien verfasst und unterschreibt. Stimmt die/der Partner/in damit überein, braucht sie/er lediglich hinzufügen, dass dies auch ihr/sein <strong>Wille</strong> ist. Auch sie/er unterschreibt mit Ort, Datum sowie ihrem/seinem vollständigen Namen.</p>
<p><strong>Nicht Verheiratete</strong> müssen jeweils eine Sorgerechtsverfügung schreiben &#8211; unter Beachtung der Formvorschrift natürlich.</p>
<h2>Personen als Vormünder ausschließen</h2>
<p><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1782.html" target="_blank" rel="noopener">§ 1782 Abs. 1 BGB</a> sagt: &#8222;Zum Vormund soll nicht bestellt werden, wer durch Anordnung der Eltern des Mündels von der Vormundschaft ausgeschlossen ist.&#8220;</p>
<p>Wenn du also verhindern willst, dass deine Kinder bei ihrer Tante aufwachsen, weil sie z.B. Gewalt in der Erziehung für angebracht hält, oder welche Gründe auch immer dagegen sprechen, dann kannst du diese Person in deiner Sorgerechtsverfügung als <strong>Vormund</strong> <strong>ausschließen</strong>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8410" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/menschen-stehen-nebeneinander.jpg" alt="Menschen stehen nebeneinander" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/menschen-stehen-nebeneinander.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/menschen-stehen-nebeneinander-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Manchmal kommt es jedoch vor, dass die Eltern einander <strong>widersprechende</strong> Anordnungen getroffen haben. Sagt die Mutter in ihrer Verfügung, dass die Kinder <strong>nicht</strong> bei Tante Elfriede aufwachsen sollen, der Papa sich hingegen <strong>für</strong> Tante Elfriede als Vormund ausspricht, gilt die Anordnung des <strong>zuletzt verstorbenen</strong> Elternteils.</p>
<p><strong>Alleinerziehende</strong>, die die/den Partner von der Vormundschaft ausschließen wollen, sollten besonders <strong>ausführlich</strong> <strong>begründen</strong>, inwieweit das Wohl der Kinder gefährdet wäre, wenn die/der Partner zum Vormund bestellt werden würde.</p>
<p>Allgemein ist es von Vorteil, dass du genau begründest, weshalb du dir diese oder jene Person als Vormund wünschst und warum du die anderen Personen als Vormund ausschließt.</p>

<h2>Vermögenssorge</h2>
<p>In der Sorgerechtsverfügung kannst du auch bestimmen, wer sich um die Kinder und um das <strong>Vermögen</strong> kümmern soll.</p>
<p>Hat der Onkel der Kinder beispielsweise ein Händchen für <strong>Finanzen</strong>, jedoch weniger für Kinder, würde es sich anbieten, ihm lediglich die <strong>Vermögenssorge</strong> zu übertragen. Dafür kann stattdessen eine deiner Meinung nach geeignete Person die <strong>Personensorge</strong> übernehmen.</p>
<p>Wo wir gerade beim Thema Finanzen sind: Was würden deine Kinder überhaupt bekommen, sollten sie zu Halbwaisen oder Vollwaisen werden?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8405" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/wecker-neben-muenzen-auf-denen-eine-pflanze-waechst.jpg" alt="Wecker neben Münzen, auf denen eine Pflanze wächst" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/wecker-neben-muenzen-auf-denen-eine-pflanze-waechst.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/wecker-neben-muenzen-auf-denen-eine-pflanze-waechst-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Für diesen Fall gibt es die <a href="http://www.finanztip.de/waisenrente/" target="_blank" rel="noopener">Halbwaisenrente bzw. die Vollwaisenrente</a>. Mit der Vollwaisenrente sollen die Kinder finanziell abgesichert werden; die Halbwaisenrente hingegen soll den finanziellen Ausgleich schaffen, wenn ein Elternteil nicht mehr lebt.</p>
<p><strong>Voraussetzung</strong> für den Erhalt der Waisenrente ist unter anderem, dass die Verstorbenen mindestens <strong>fünf Jahre</strong> lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.</p>
<p>Sind die Kinder noch minderjährig, erhält der Vormund die Vollwaisenrente. Er muss sie den Kindern jedoch zur Verfügung stellen und nicht sparen; das Geld soll schließlich für ihren Lebensunterhalt genutzt werden.</p>
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</script><br></div></div>
<h2>Muss das Familiengericht der Sorgerechtsverfügung entsprechen?</h2>
<p>Jetzt denkst du, alles ist in Sack und Tüten und deine Sorgerechtsverfügung ist unumstößlich? Nicht ganz &#8211; leider. Es gibt <strong>Ausnahmen</strong>, die es dem Familiengericht zugestehen, den von dir benannten Vormund zu <strong>übergehen</strong> (<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1778.html" target="_blank" rel="noopener">§ 1778 BGB</a>).</p>
<p>Haben die Eltern beispielsweise entschieden, dass der ältere, jedoch noch <strong>minderjährige</strong> Bruder als Vormund zu benennen ist, kann das Gericht dem Willen der Eltern widersprechen. Gleiches gilt, wenn als Vormund die Oma bestimmt wurde, die es wegen ihrer <strong>Krankheit</strong> und/oder ihres <strong>Alters</strong> jedoch nicht mehr schafft, sich um die Kinder zu kümmern, und somit das <strong>Wohl der Kinder gefährdet</strong> wäre.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8406" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/kind-umarmt-und-kuesst-alte-frau.jpg" alt="Kind umarmt und küsst alte Frau" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/kind-umarmt-und-kuesst-alte-frau.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/kind-umarmt-und-kuesst-alte-frau-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ist dir das bewusst und du willst diese Personen trotzdem als Vormund bestimmen, solltest du ganz genau begründen, weshalb das Gericht jenen Personen die Personen- bzw. Vermögenssorge dennoch zusprechen sollte.</p>
<p>Doch nicht nur das Gericht, auch die eigenen Kinder können der Sorgerechtsverfügung ihrer Eltern <strong>widersprechen</strong>, sofern sie das <strong>14. Lebensjahr</strong> vollendet haben. Grund dafür wäre beispielsweise, weil sie ihre Schule verlassen und umziehen müssten.</p>
<h2>Offene Karten</h2>
<p>Um einen Widerspruch zu vermeiden, solltest du dir also gemeinsam mit deinen Kindern überlegen, wen ihr als Vormund für geeignet haltet. Selbst, wenn deine Kinder noch nicht alt genug sind, dass du dich mit ihnen darüber <strong>unterhalten</strong> kannst, siehst du ja, wie sie sich in Gegenwart dieser Person benehmen, ob sie sich dort wohl und geborgen fühlen usw.</p>
<p>Denk aber auch daran, die Person, die ihr euch als Vormund ausgesucht habt, zu <strong>fragen</strong>, ob sie überhaupt damit einverstanden wäre und diese Aufgabe übernehmen würde. Gerade bei <strong>Geschwisterkindern</strong>, die am Besten nicht getrennt werden sollten, könnte es schwierig für den Vormund werden, sich um diese zu kümmern, weil er/sie beispielsweise selbst schon zwei eigene Kinder hat.</p>
<p>Also: Frag nach, ob die Person diese Aufgabe im Falle des Falles übernehmen wollen würde. Frag regelmäßig, etwa nach ein bis zwei Jahren, nach, ob sich mittlerweile etwas an dieser Entscheidung geändert hat. Schließlich geht auch das Leben der anderen weiter und ihre Meinung könnte sich durchaus ändern. Beispielsweise, weil sie umziehen, krank geworden sind, ein weiteres Kind erwarten usw.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8407" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/frauen-trinken-gemeinsam-kaffee.jpg" alt="Frauen trinken gemeinsam Kaffee" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/frauen-trinken-gemeinsam-kaffee.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/frauen-trinken-gemeinsam-kaffee-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Benenne vorsichtshalber einen <strong>zweiten Vormund</strong> in deiner Sorgerechtsverfügung, sollte es tatsächlich dazu kommen, dass der erstbenannte Vormund diese Aufgabe doch nicht übernehmen kann oder will &#8211; aus welchen Gründen auch immer. So bist du auf der sicheren Seite.</p>
<h2>Wie du eine Sorgerechtsverfügung schreibst</h2>
<p>Solltest du dich entschieden haben, eine Sorgerechtsverfügung zu verfassen, stelle ich dir nun unsere eigene Sorgerechtsverfügung, die wir von einem Familienanwalt haben prüfen lassen, zur Verfügung. Du kannst sie dir gern als <strong>Vorlage</strong> nehmen und sie nach deinen Wünschen zurechtschneiden. Beachte allerdings die Formvorschrift!</p>
<div id="Muster-Sorgerechtsverfügung" class="musterbox">
<h3>Muster einer Sorgerechtsverfügung</h3>
<p><span style="font-weight: bold;">Wichtig: Persönlich und komplett handschriftlich verfassen!</span></p>
<p>Für den Fall, dass ich, <span style="background-color: #d3d3d3;">eigener Vorname, Name, Anschrift, Geburtsdatum</span>, die elterliche Sorge wegen Krankheit oder Tod nicht mehr ausüben kann, benenne ich für mein minderjähriges Kind <span style="background-color: #d3d3d3;">Vorname, Name, Anschrift, Geburtsdatum des Kindes</span> folgenden Vormund: <span style="background-color: #d3d3d3;">Vorname, Name, Anschrift, Geburtsdatum des Vormunds</span>.</p>
<p><span style="background-color: #d3d3d3;">Begründung:</span></p>
<p>Sollte <span style="background-color: #d3d3d3;">Vorname und Name des Vormunds</span> nicht zum Vormund bestellt werden können, soll ersatzweise <span style="background-color: #d3d3d3;">Vorname, Name, Anschrift, Geburtsdatum des Ersatz-Vormunds</span> als Vormund eingesetzt werden.</p>
<p><span style="background-color: #d3d3d3;">Begründung:</span></p>
<p>Ich möchte nicht, dass folgende Person mit der Personensorge beauftragt wird:</p>
<p><span style="background-color: #d3d3d3;">Vorname, Name, Anschrift, Geburtsdatum der auszuschließenden Person</span></p>
<p><span style="background-color: #d3d3d3;">Begründung:</span></p>
<p>Weiterhin bestimme ich, dass die Personen- und die Vermögenssorge getrennt werden sollen.</p>
<p>Der vorstehend genannte Vormund <span style="background-color: #d3d3d3;">Vorname und Name des Vormunds</span> (ersatzweise <span style="background-color: #d3d3d3;">Vorname und Name des Ersatz-Vormunds</span>) soll mit der Personensorge beauftragt werden.</p>
<p>Die Verwaltung des Vermögens übertrage ich <span style="background-color: #d3d3d3;">Vorname, Name, Anschrift, Geburtsdatum des Vormunds für das Vermögen</span> als Pfleger und erteile dem Pfleger umfassend Befreiung.</p>
<p>Diese Erklärung können wir jederzeit widerrufen.</p>
<p><span style="background-color: #d3d3d3;">Ort, Datum, Unterschrift mit Vorname und Nachname des 1. Ehepartners</span></p>
<p>Dies ist auch mein Wille.</p>
<p><span style="background-color: #d3d3d3;">Ort, Datum, Unterschrift mit Vorname und Nachname des 2. Ehepartners</span></p>
</div>
<p><strong>Sorgerechtsverfügung Vorlage als Word-Datei und PDF zum Download:</strong> <a href="https://www.milchtropfen.de/Downloads/Sorgerechtsverf%c3%bcgung-Muster.docx">Mustervorlage.docx</a> &amp; <a href="https://www.milchtropfen.de/Downloads/Sorgerechtsverf%c3%bcgung-Vorlage.pdf">Mustervorlage.pdf</a></p>
<p>Die bereitgestellte Vorlage unserer Sorgerechtsverfügung gilt für verheiratete Ehepartner, in der der zweite Ehepartner lediglich zustimmt und mit unterschreibt. Wir haben uns für eine Kombination aus Sorgerechtsverfügung und <strong>Sorgerechtsvollmacht</strong> entschieden, d.h. im Falle unseres Todes, aber auch im Falle einer Krankheit, die uns daran hindert, dass wir uns um Oliver kümmern können, haben wir vorgesorgt.</p>
<p>Wir haben mehrere Personen als Vormund benannt, allerdings auch einige ausgeschlossen. Außerdem haben wir die Personensorge und die Vermögensverwaltung voneinander getrennt.</p>
<p><strong>Wichtig</strong> ist auch der Hinweis, dass wir die Sorgerechtsverfügung jederzeit <strong>widerrufen</strong> können. Würden wir sie unwiderruflich gestalten, wäre sie nichtig, da wir gewissermaßen auf unser Sorgerecht verzichten würden. So schreibt <a href="http://www.finanztip.de/sorgerechtsverfuegung/" target="_blank" rel="noopener">Finanztip.de zum Thema Sorgerechtsverfügung</a>.</p>

<h2>Aufbewahrung</h2>
<p>Deine Sorgerechtsverfügung kannst du an mehreren Orten sicher aufbewahren. Da wären zum Einen der <strong>Notar</strong> und zum Anderen das zuständige <strong>Nachlassgericht</strong> zu nennen. Für die Aufbewahrung musst du allerdings eine einmalige Gebühr bezahlen.</p>
<p>Es spricht aber auch nichts dagegen, wenn die Sorgerechtsverfügung beim geplanten Vormund <strong>aufbewahrt</strong> wird. Wir persönlich haben auch noch eine Sorgerechtsverfügung bei uns zu Hause bei den wichtigen Dokumenten liegen. Auf diese Weise haben wir jederzeit ein Exemplar zur Hand, das wir ggf. auch wieder ändern können.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Mit einer Sorgerechtsverfügung lässt es sich tatsächlich besser schlafen. Wer weiß schon, wann und wie wir unser Leben lassen? Sollte es wirklich so kommen, dass wir uns nicht mehr um unsere Kinder kümmern können &#8211; ob nun aufgrund einer Krankheit oder unseres Todes &#8211; sollten wir unsere Kinder in die Obhut von Menschen geben, denen wir <strong>vertrauen</strong>, dass sie das Beste für sie im Sinn haben und für sie da sind und gut für sie sorgen können.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8408" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/statuen-drei-frauen-kuemmern-sich-um-ein-baby.jpg" alt="Statuen - drei Frauen kümmern sich um ein Baby" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/statuen-drei-frauen-kuemmern-sich-um-ein-baby.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/01/statuen-drei-frauen-kuemmern-sich-um-ein-baby-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und es ist so einfach, solch ein wichtiges Schriftstück zu verfassen, solange man die <strong>wichtigsten</strong> Punkte beachtet: Dass die Sorgerechtsverfügung persönlich, komplett handschriftlich sowie mit Ort, Datum und vollständigem Namen versehen ist. Natürlich sollten auch die (ausgeschlossenen) Vormünder ganz genau benannt werden.</p>
<p>Auch eine jeweilige <strong>Begründung</strong>, weshalb Person A Vormund werden soll und weshalb Person B auf keinen Fall Vormund werden soll, hilft dem <strong>Familiengericht</strong> und ggf. dem <strong>Jugendamt</strong> bei der Entscheidung. Die Begründung kann ausschlaggebend dafür sein, ob das Gericht den gewünschten Vormund übergeht oder nicht.</p>
<p>Hast du dich für einen oder mehrere Vormünder entschieden, ist es wichtig, dass du sie davon in <strong>Kenntnis</strong> setzt, überhaupt erstmal fragst, ob sie Vormund werden wollen würden. Frag regelmäßig nach, ob sich an ihrer Entscheidung etwas geändert hat und pass ggf. deine Sorgerechtsverfügung an.</p>
<p><strong>Aufbewahren</strong> kannst du deine Sorgerechtsverfügung beim Notar oder Nachlassgericht &#8211; gegen Gebühr. Du kannst sie aber auch bei dir und/oder dem Vormund aufbewahren, nur sollte sie leicht aufzufinden und nicht irgendwo unter einem Haufen Krimskrams begraben sein.</p>
<p>Hast du bereits (d)eine Sorgerechtsverfügung verfasst?<br />
</p>
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		<title>Verliere ich meine Freunde, weil ich Mutter/Vater bin?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2017 18:30:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es heißt, wenn man Kind(er) bekommt, würde man seine Freunde verlieren. Weil man merkt, dass man sich fremd geworden ist. Auf einmal völlig andere Interessen hat. Dass einem jetzt Dinge nicht mehr so wichtig sind wie früher. Aber ist das wirklich wahr? Ich verrate dir 7 Gründe, weshalb man seine Freunde wirklich verliert. Verliere ich ... <a title="Verliere ich meine Freunde, weil ich Mutter/Vater bin?" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/verliere-ich-meine-freunde-weil-ich-muttervater-bin/" aria-label="Mehr zu Verliere ich meine Freunde, weil ich Mutter/Vater bin?">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es heißt, wenn man Kind(er) bekommt, würde man seine <strong>Freunde</strong> verlieren. Weil man merkt, dass man sich fremd geworden ist. Auf einmal völlig andere Interessen hat. Dass einem jetzt Dinge nicht mehr so wichtig sind wie früher.</p>
<p>Aber ist das wirklich wahr? Ich verrate dir 7<strong> Gründe</strong>, weshalb man seine Freunde wirklich <strong>verliert</strong>.</p>
<p><span id="more-7453"></span><div id='c2292_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Verliere ich meine Freunde, weil ich Mutter/Vater bin?</h2>
<p>Letztens bekam ich eine Nachricht von einem guten <strong>Freund</strong>, die sich gewaschen hatte. Als ich sie las, musste ich ganz schön schlucken. Er beschwerte sich, dass ich mich wochenlang nicht melde. Dass immer nur er es ist, der den <strong>Kontakt</strong> hält. Ich würde zwar zurückschreiben und Treffen vorschlagen und wir würden uns auch treffen, aber nur, damit ich mich dann wieder wochenlang nicht melden würde. Ich könne mich ja auch einfach mal nur so melden, ohne &#8211; oh Wunder &#8211; konkreten Anlass.</p>
<p>Immer und immer wieder las ich die Zeilen. Ich war erst verletzt. Dann wütend. Wollte ihm eine ordentlich gepfefferte Nachricht zurückschreiben. Wollte mich rechtfertigen und ihn auf den Mond schießen.</p>
<p>Doch dann war ich ruhig. Ich wusste, ich log mir gerade in die eigene Tasche. Ich wusste, er hatte Recht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7463" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-schaut-uebers-meer-auf-landschaft.jpg" alt="Frau schaut übers Meer auf Landschaft" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-schaut-uebers-meer-auf-landschaft.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-schaut-uebers-meer-auf-landschaft-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich hielt unsere Freundschaft für <strong>selbstverständlich</strong>. Dass ich nicht viel dafür tun müsse. Dass sie von ganz allein laufen würde. Aber Freundschaft ist etwas Lebendiges. Und etwas, das lebendig ist, kann auch <strong>verkümmern</strong> und irgendwann absterben. Wie eine Pflanze, die man nicht umsorgt.</p>
<p>Von daher bin ich diesem guten Freund dankbar. Ich bin dankbar dafür, dass er einfach Tacheles mit mir geredet hat. Er hätte es auch wie andere einfach auslaufen lassen und sich nicht mehr melden können.</p>
<h2>Warum Freundschaften enden</h2>
<p>Viele meiner Freundschaften sind nach der <strong>Geburt</strong> meines Sohnes eingegangen. Erst dachte ich, es liegt daran, weil ich Mutter geworden war.</p>
<p>Heute denke ich anders darüber. Warum enden Freundschaften wirklich? Hierfür gibt es <strong>7 mögliche Gründe</strong>:</p>
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<h3>1. Verunsicherung</h3>
<p>Wenn ein <strong>neuer</strong> Mensch in ein Leben tritt, braucht es immer erst Zeit, damit sich alle aneinander gewöhnen können. Ist doch genau so wie wenn meine Freundin frisch verliebt ist und jetzt erst mal nur ihren neuen Freund treffen will. Ist doch total ok und sollte man ihr auch nicht übel nehmen.</p>
<p>Mit einem Kind ist das nochmal eine ganz andere Sache, finde ich. Für diesen kleinen Menschen ist man nämlich ein Leben lang verantwortlich. Es ist alles neu, man steht total am Anfang und ist voller Sorgen und Ängste. Es braucht einfach <strong>Zeit</strong>, dass man warm geworden ist, sich eingespielt hat, sich besser versteht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7469" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mann-haelt-schlafendes-baby-im-arm-frau-freut-sich.jpg" alt="Mann hält schlafendes Baby im Arm, Frau freut sich" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mann-haelt-schlafendes-baby-im-arm-frau-freut-sich.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/mann-haelt-schlafendes-baby-im-arm-frau-freut-sich-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Gerade die Anfangszeit, also die <strong>Wochenbettzeit</strong>, fand ich schön, als mich meine Freund*innen besuchen kamen. Die mir was zu Trinken gebracht haben. Mir angeboten haben, den Haushalt zu schmeißen. Die was zu Futtern vorbeigebracht haben (Kartoffelsalat! Köstlich!). Mir den kleinen Piepmatz für wenige Sekunden abnehmen konnten, damit meine Hebamme meinen Bauch abtasten und ihn einmassieren konnte.</p>
<p>Es heißt, <strong>Kinderlose</strong> denken anders. Und das kann durchaus stimmen. Sie können nicht in mich hineinsehen. In mich, die vor Kurzem ein Kind bekommen hat. Womöglich sind sie <strong>verunsichert</strong>, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen sollen und brauchen Klarheit, Orientierung.</p>
<p>Deshalb bin ICH an der Reihe. Was brauche ich? Können mir meine Freund*innen dabei helfen? Wie? Brauch ich Ruhe und Einsamkeit? Oder fühle ich mich überfordert, hilflos, und sehne mich nach jemandem zum Ausheulen, die/der mir wieder aufhilft?</p>
<h3>2. Überheblichkeit</h3>
<p>Viele Kinderlose berichten, dass sich ihre <strong>Freundin</strong> plötzlich in eine zweite Mutti verwandelt hat und sie wie ein <strong>Kind</strong> behandelt.</p>
<p>Dass ich ein Kind bekommen habe, bedeutet doch nicht, dass meine kinderlosen Freund*innen mit einem Mal <strong>inkompetente</strong> Vollidioten geworden sind.</p>
<p>Warum sollte ich meiner/m Freund/in auf einmal klar machen wollen, dass es draußen kalt ist und sie/er doch nicht allen Ernstes ohne Jacke rausgehen kann? Dass sie/er sich noch nicht die Hände gewaschen hat, seit wir heimgekommen sind. Und sowieso habe ich jetzt durch mein Mutterdasein ja von überhaupt allem mehr Ahnung und werfe ihr/ihm jetzt mein gesamtes Wissen mit all meinen <strong>Ratschlägen</strong> und <strong>Tipps</strong> und Lebensweisheiten um die Ohren&#8230; Ganz ehrlich: Muss das sein?</p>
<p>Würde mich jemand so behandeln, hätte ich auch schon das Weite gesucht.</p>

<h3>3. Intoleranz</h3>
<p>Freundschaft bedeutet für mich Akzeptanz. <strong>Toleranz</strong>. Meine/n Freund/in so nehmen, wie sie/er ist. Ich will sie/ihn nicht ändern und sie/er soll mich nicht ändern wollen.</p>
<p>Ich kann mir vorstellen, dass es aber welche gibt, die meinen, wenn sie ein Kind (oder mehrere Kinder) haben, dass sie alles besser wüssten und alle um sich herum <strong>ändern</strong> wollen &#8211; gerade die Kinderlosen. Oder dass die Kinderlosen nicht akzeptieren können, dass nicht auch mal der Papa das Kind ins Bett bringen kann, damit ich mal wieder zum Mädelsabend kommen kann.</p>
<p>Für eine Freundschaft ist Intoleranz Gift wie für jede andere <strong>Beziehung</strong> auch. Warum bin ich mit jemandem befreundet, die/den ich ändern will? Oder die/der mich ändern will?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7464" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sind-in-eine-deckel-eingehuellt-und-laecheln.jpg" alt="Frauen sind in eine Deckel eingehüllt und lächeln" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sind-in-eine-deckel-eingehuellt-und-laecheln.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sind-in-eine-deckel-eingehuellt-und-laecheln-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>So endete beispielsweise eine Freundschaft abrupt, als ich ein Treffen absagte, weil die Nacht mit meinem Baby der blanke Horror gewesen und ich einfach totmüde war. Meine Freundin war die Tage aus Hamburg angereist &#8211; nicht nur wegen mir, sondern auch wegen anderer Freundschaften &#8211; und sie meldete sich nach meiner Absage einfach nicht mehr.</p>
<p>Genau so ist es, wenn mein/e Freund/in es unangenehm findet, wenn ich mein Kind stille. Weil sie/er das abstoßend findet oder sonstwie. Das kann durchaus das Ende einer Freundschaft bedeuten, wenn sie/er mich nicht so akzeptiert, wie ich bin, nämlich stillend. Sie/Er kann ihre/seine Meinung aber weiterhin haben und ich meine und wir können weiterhin befreundet sein.</p>
<div id='c4953_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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<h3>4. Kompromisslosigkeit</h3>
<p>Für Kinderlose mag es auch schwer zu verstehen sein, dass sich mit Kind wirklich alles ändert. Der Rhythmus, die Prioritäten, Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen, Interessen, Gesprächsthemen usw. &#8211; alles <strong>verändert</strong> sich.</p>
<p>Wenn mir die Freundschaft zu jemandem wichtig ist, versuche ich, <strong>Kompromisse</strong> zu finden.</p>
<p>Nein, ich kann abends/nachts nicht auf die Party mitkommen oder ins Kino gehen oder mich betrinken oder beim Filmmarathon mitmachen. Aber ich kann Alternativen anbieten, um meine Freund*innen trotzdem zu sehen: Es gibt wunderbare (Kinder-)Cafés, (Indoor-)Spielplätze, Parks, Restaurants, das eigene Zuhause oder das Zuhause der anderen usw.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7465" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kinder-spielen-mit-riesenseifenblasen.jpg" alt="Kinder spielen mit Riesenseifenblasen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kinder-spielen-mit-riesenseifenblasen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/kinder-spielen-mit-riesenseifenblasen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Außerdem: Was spricht dagegen, sich tagsüber zu treffen? Warum müssen Erwachsenentreffen zwangsläufig immer abends/nachts stattfinden?</p>
<p>Wenn mir eine Freundschaft zu jemanden etwas <strong>bedeutet</strong>, dann finde ich auch Wege, diese aufrecht zu erhalten.</p>
<h3>5. Egozentrik</h3>
<p>Wie gesagt, kann sich mit Kind wirklich viel in einem verändern. Wie man denkt, fühlt, was einem <strong>wichtig</strong>/unwichtig ist usw.</p>
<p>Auch für mich waren plötzlich ganz andere Themen hochinteressant. Am Liebsten hätte ich die ganze Zeit über Babys, Windeln, Schlafgewohnheiten, Ess- und Trinkverhalten, Spielzeug, Impfen, Gesundheit, Krankheit, Kita usw. geredet.</p>
<p>Doch ich erinnerte mich an die Zeit zurück, in der ich selber noch <strong>kinderlos</strong> war: Ich war Azubine in einer Rechtsanwaltskanzlei. Meine beiden Kolleginnen im Zimmer waren bzw. sind Mütter. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass sie den ganzen, verdammten Arbeitstag über nichts anderes als ihre Kinder reden konnten. Sophia kommt in die Schule und es tauchen die ersten Probleme auf, weil sie Mathe nicht mag, sondern lieber lesen will, aber sie muss doch auch Mathe üben. Oh Gott, sie hasst die Schule jetzt schon! Der kleine Winfried ist so ein Goldschatz, weil er so süße Geräusche macht!!</p>
<div id='c8641_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<p>Sie fanden es hochinteressant. Ich als Kinderlose hatte absolut null Verständnis für dieses Gelaber. Wirklich. So fies es klingen mag. Aber ich konnte damit nichts anfangen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Kind. Konnte es mir nicht ansatzweise vorstellen und konnte demnach auch absolut nicht kapieren, was es so Faszinierendes an Kindern geben mochte, dass man sich den ganzen Tag darüber unterhielt. Es machte mich aggressiv. Es <strong>nervte</strong> mich.</p>
<p>Und deshalb versuche ich jetzt, wo ich selber Mutter bin, ein <strong>Gleichgewicht</strong> zu halten. Natürlich will ich über meinen Sohn erzählen. Aber meine Freund*innen sind teilweise immer noch kinderlos und wollen sich nicht den ganzen Tag darüber unterhalten. Ihr Leben ging bisher auch weiter. Sie haben andere <strong>Interessen</strong> und wollen auch darüber erzählen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7466" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sitzen-auf-einer-bank-und-lachen.jpg" alt="Frauen sitzen auf einer Bank und lachen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sitzen-auf-einer-bank-und-lachen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frauen-sitzen-auf-einer-bank-und-lachen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Die Welt dreht sich nicht nur um mich. Das will ich damit sagen.</p>
<h3>5. Einseitigkeit</h3>
<p>Zu einer Freundschaft gehören immer zwei. Mindestens.</p>
<p>Es ist wie bei jenem guten Freund, den ich oben erwähnt hatte. Wo immer nur er es war, der sich meldete.</p>
<p>Aber Freundschaft ist beidseitig. Wenn eine/r immer nur gibt und macht und tut und die/der andere im <strong>Gegenzug</strong> immer nur nimmt und nie etwas macht und tut, dann ist es kein Wunder, wenn die Freundschaft im Sande verläuft. Dann wird aus jener Freundschaft nur noch ein Facebookprofil in einer langen Freundschaftsliste, das nur aus Höflichkeit nicht gelöscht wird.</p>
<h3>6. Rumgedruckse</h3>
<p>Ein tolles Wort: Rumdrucksen! Ich liebe es! Das trifft es nämlich haargenau. Wenn sich jemand nicht <strong>auszudrücken</strong> weiß und so vor sich hin stammelt. Um den heißen Brei redet. Nicht auf den Punkt kommt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7467" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-senkt-den-blick.jpg" alt="Frau senkt den Blick" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-senkt-den-blick.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/frau-senkt-den-blick-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><strong>Ehrlichkeit</strong> ist das A und O in einer Freundschaft. Ohne sie geht gar nichts. Eine Freundschaft, die weder <strong>Kritik</strong> noch Meinungsverschiedenheiten aushält, ist keine Freundschaft.</p>
<p>Wenn mich stört, dass meine Freund*innen sich immer nur abends zum Saufgelage treffen wollen, dann muss ich das ansprechen. Alternativen anbieten. Über meine Sorgen und Wünsche reden. Und nicht einfach eingeschnappte Leberwurst spielen, nichts unternehmen, aber hoffen, dass sie was unternehmen, und sie dann ziehen lasse, wenn sie es nicht tun. Zumindest nicht, wenn mir die Freundschaft wichtig ist.</p>
<p>Wenn meine Freund*innen eher von der Sorte sind, die <strong>unterschwellig</strong> mitteilen, dass sie mit etwas nicht einverstanden sind, dann muss &#8211; zumindest sehe ich das so &#8211; Klartext geredet werden.</p>
<p>Ich kann mit diesem &#8222;Ich ignoriere dich jetzt, weil ich sauer auf dich bin&#8220;-Quatsch absolut nicht umgehen. Macht mich aggressiv, weil meine Mutter auch immer so drauf war und ist. Hat mich als Kind zutiefst verletzt, als Jugendliche tierisch abgenervt und als Erwachsene kann ich nur noch mit den Augen rollen und den Kopf schütteln, weil es mir mittlerweile zu blöd geworden ist. Das ist doch Kindergarten.</p>
<p>Das heißt: Wenn jemand ein Problem hat, soll sie/er das direkt ansprechen und nicht versuchen, es indirekt mitteilen zu wollen. Menschen können keine Gedanken lesen und wissen, was im Kopf der/des anderen vor sich geht. Was sie/ihn stört.</p>
<h3>7. Alte Zeiten betrauern</h3>
<p>&#8222;Ja, ich weiß, es war&#8217;ne geile Zeit&#8230;&#8220; singt Juli in ihrem Lied &#8222;<strong>Geile Zeit</strong>&#8220; und es ist wahr. Es war eine geile Zeit, nachts loszuziehen, tanzen zu gehen bis früh am Morgen. Alkohol trinken, geile Musik hören, die erste Liebe, Shishabar und und und&#8230; War wirklich eine tolle Zeit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7471" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/freundinnen-ziehen-durch-die-gegend.jpg" alt="Freundinnen ziehen durch die Gegend" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/freundinnen-ziehen-durch-die-gegend.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/10/freundinnen-ziehen-durch-die-gegend-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Aber für mich als Mutter ist diese Zeit vorbei.</p>
<p>Ich kann durchaus verstehen, dass einige Freunde diesen alten Zeiten nachtrauern. Dass es auch Freunde gibt, die diese alten Zeiten nicht gehen lassen wollen und können. Die weiterhin auf <strong>Party</strong> gehen und stundenlang Filme ansehen, sich dabei Chips und Alkopops reinziehen und nichts anders in ihr Leben lassen wollen. Das ist bedauerlich, weil es womöglich das Ende einer guten Freundschaft bedeutet, aber Reisende (oder Feiernde?) soll man nicht aufhalten.</p>
<p>Wenn jemandem unsere Freundschaft wichtig genug ist, wird sie/er es verkraften, mich eine Zeit lang nicht bzw. nie wieder unter einer Discokugel zu treffen.</p>

<h2>Fazit</h2>
<p>Freundschaften <strong>sterben</strong> nicht ab, weil man jetzt Mutter oder Vater geworden ist. Es sind die vielen, kleinen Dinge, die sich daraus entwickeln. Dass man andere ändern will und nicht so akzeptiert wie sie sind bzw. geworden sind. Dass einem die Freundschaft nicht wichtig genug ist, Kompromisse zu finden, überhaupt erst einmal Zeit füreinander zu finden. Auch über Dinge zu reden, die einen nicht interessieren, die/den Freund/in aber schon. Weil die Welt sich auch für andere weiterdreht und man nicht der Mittelpunkt des Universums ist.</p>
<p>Freundschaften gehen ein, weil man verunsichert ist und nicht weiß, was man tun oder sagen kann. Weil man den Mut verloren hat, zu sagen, was einem nicht gefällt oder dass man Hilfe braucht. Man will niemanden <strong>verletzen</strong>, aber eine Freundschaft sollte Ehrlichkeit und die Tatsache, dass nicht alle gleich sind, verkraften können.</p>
<p>Wir sollten miteinander <strong>reden</strong> und nicht unsere Freundschaften auf&#8217;s Spiel setzen, bloß, weil wir anderer Meinung geworden sind, andere Interessen haben, und meinen, wir würden uns voneinander entfernen. Freundschaften sind so wichtig. Wir müssen sie hegen und pflegen und dürfen sie nicht verkümmern lassen. Zumindest nicht, wenn sie uns wichtig sind.</p>
<p>Was würdest du deiner/m Freund/in jetzt gern sagen?<br />
</p>
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		<title>12 von 12 &#8211; Juli 2017</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2017 21:23:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[12 von 12]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute wollte ich mich nach 2 Jahren endlich mal wieder allein (ohne Kind) mit meinen Freundinnen treffen. Wie dieser Tag so lief, erfährst du in 12 Bildern. 12 von 12 &#8211; Juli 2017 Wir werden alle vom liebevollen Dröhnen des Rasenmähers auf dem Hof geweckt. Der kleine Mann hilft sich erstmal mit einem Schlückchen Milch ... <a title="12 von 12 &#8211; Juli 2017" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/12-von-12-juli-2017/" aria-label="Mehr zu 12 von 12 &#8211; Juli 2017">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wollte ich mich nach 2 Jahren endlich mal wieder allein (ohne Kind) mit meinen <strong>Freundinnen</strong> treffen.</p>
<p>Wie dieser Tag so lief, erfährst du in 12 Bildern.</p>
<p><span id="more-6109"></span><div id='c4312_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>12 von 12 &#8211; Juli 2017</h2>
<p>Wir werden alle vom liebevollen <strong>Dröhnen</strong> des Rasenmähers auf dem Hof geweckt. Der kleine Mann hilft sich erstmal mit einem Schlückchen Milch über den Lärm hinweg.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6111" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-im-familienbett.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind im Familienbett" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-im-familienbett.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-im-familienbett-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-im-familienbett-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dann gibt&#8217;s statt Frühstück erstmal&#8217;ne ordentliche Portion <strong>Spiiiiiiiiiieleeeeeeeeen</strong>!!! Und zwischendurch &#8211; natürlich &#8211; Mültsch!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6112" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-neben-bausteinen.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind neben Bausteinen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-neben-bausteinen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-neben-bausteinen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-neben-bausteinen-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Irgendwann bin ich dann aber sowas von ausgelutscht, dass ich erstmal selber zu Kräften kommen muss. Also <strong>Frühstück</strong> machen! Leckeres Müsli! Und der kleine Mann&#8230; ach, sieh selbst&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6118" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-bei-der-zubereitung-des-fruehstuecks.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind bei der Zubereitung des Frühstücks" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-bei-der-zubereitung-des-fruehstuecks.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-bei-der-zubereitung-des-fruehstuecks-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-bei-der-zubereitung-des-fruehstuecks-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Der kleine Mann will zum Frühstück kein Müsli. Er haut seine Zähne lieber in&#8230; na???&#8230; in einen <strong>Maiskolben</strong>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6116" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-kind-isst-maiskolben.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Kind isst Maiskolben" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-kind-isst-maiskolben.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-kind-isst-maiskolben-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-kind-isst-maiskolben-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p><strong>Zähneputzen</strong> muss auch noch sein. Was der kleine Mann macht? Joah, der trinkt gerade Milch&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6115" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-beim-zaehneputzen.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind beim Zähneputzen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-beim-zaehneputzen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-beim-zaehneputzen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-beim-zaehneputzen-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dann schauen wir ein wenig auf dem Tablet. Ich bereite den kleinen Mann darauf vor, dass Tanja, seine <strong>Babysitterin</strong>, heute kommen wird. Er freut sich. Über die Nachricht, dass ich heute mal ein paar Freundinnen treffen und weg sein werde, ist er weniger begeistert.</p>
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<p>Dann hat der kleine Mann &#8211; wie seit einigen Tagen &#8211; Bock auf Pfannkuchen. Ei, Hafermilch, Mehl und Olivenöl &#8211; mehr braucht&#8217;s dafür nicht. Außer vielleicht noch etwas MuMi. Aber nicht für die <strong>Pfannkuchen</strong>&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6113" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-beim-pfannkuchenbraten.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind beim Pfannkuchenbraten" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-beim-pfannkuchenbraten.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-beim-pfannkuchenbraten-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-beim-pfannkuchenbraten-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Nach dem ersten gebratenen Pfannkuchen hat der kleine Mann keinen <strong>Bock</strong> mehr und verdünnisiert sich. Ich steh allein in der Küche und mach die restlichen Pfannkuchen fertig, während mein Kind vom Wohnzimmer aus nach mir ruft. Zum Glück ist Papa auch noch da&#8230;</p>
<p>Dann lesen wir <strong>Bücher</strong>&#8230; und stillen&#8230; und spielen&#8230; und stillen&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6114" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-neben-buch.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind neben Buch" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-neben-buch.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-neben-buch-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-neben-buch-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Irgendwann wird der kleine Mann müde. Zeit für den <strong>Mittagsschlaf</strong>. Und ein Schlückchen Milch&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6117" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-im-familienbett-zu-mittagsschlaf.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind im Familienbett zu Mittagsschlaf" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-im-familienbett-zu-mittagsschlaf.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-im-familienbett-zu-mittagsschlaf-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-im-familienbett-zu-mittagsschlaf-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Jetzt kommt der schwierige Part &#8211; Verabschiedung</h2>
<p>Dann kommt die Babysitterin und wird herzlich begrüßt. Der kleine Mann will, dass ich noch mit ihm spiele. Solange ich noch nicht los muss, bin ich also für ihn da. Wir machen Kissenschlachten und verbuddeln den Kleinen unter Kissen und Decken.</p>
<p>So vergeht eine ganze Weile. Bis ich dann irgendwann nur noch eine halbe Stunde Zeit habe. Dann noch eine Viertelstunde. Und mich der kleine Mann die ganze Zeit über nicht gehen lässt.</p>
<p>Ich lasse mir <strong>Zeit</strong>. Nehme ihn hoch. Stille ihn. Rede mit ihm. Dass ich wiederkommen werde. Was er solange machen möchte. Das bringt ihn wieder zum Lachen und er geht weg von mir. Aber sobald es ans Verabschieden geht&#8230; Keine Chance.</p>
<p>Irgendwann kommen wir auf ein U-Boot zu sprechen. Ich soll nach einem U-Boot Ausschau halten, meint der kleine Mann zu mir. Alles klar, mach ich. Und du, kleiner Mann, suchst auch nach einem U-Boot. Wenn wir uns dann heute Abend sehen, zeigen wir uns die U-Boote.</p>
<p>Nachdem ich eine halbe Stunde zu spät bin, verabschiede ich mich und gehe. Mein Mann und die Babysitterin trösten den kleinen Mann. Ich stehe da so mitten im Flur und warte kurz. Als ich mich auf den Weg mache, sehe ich, dass die Nachbarn ihre Türe offen stehen haben. Wenn die mir jetzt mit irgendeinem Spruch kommen&#8230; Dann kann ich für nix mehr garantieren.</p>
<p>2 Jahre. <strong>Einmal</strong> mit Freundinnen treffen. Sonst immer mit Kind. Heute einfach mal ohne. Einmal. Das muss doch mal drin sein oder? Aber während ich so im Auto sitze, denke ich ganz anders darüber. Mir ist mulmig und ich fühle mich scheiße und schlecht.</p>

<h2>Karma</h2>
<p>Und dann holt mich das Karma ein!</p>
<p>Das <strong>Wetter</strong>? Hinreißend regnerisch! Nix mit Eis schlecken im Café, während wir uns die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Stattdessen watscheln wir in Regenmontur bekleidet durch strömenden Regen und quatschen. Zumindest halten meine neuen Gummistiefel. Im Gegensatz zur Regenjacke. Ich bin pitschenass unten drunter.</p>
<p>Großartig etwas <strong>unternehmen</strong>? Nüscht! Freundinnen haben keine Kohle und wollen nix ausgeben. Läuft&#8230;</p>
<p>Unterwegs bastel ich aus gefundenen Sachen ein U-Boot. Außerordentlich begeistert davon bin ich aber nicht. Also gehen wir noch in ein Geschäft und besorgen ein RICHTIGES U-Boot.</p>
<p>Nach etwa einer Stunde (!) verabschieden wir uns wieder. Ich hatte mir das Treffen ein klein wenig anders vorgestellt. Länger irgendwie&#8230; Aber gut. Wird ja nicht das letzte Mal gewesen sein.</p>
<p>Also ab ins Auto und nach Hause. Navi? Hat keinen Empfang. Ich gurke also irgendwo in den Gassen umher. Bin immer noch mit den Gedanken bei meinem Sohn. Und stehe plötzlich einem Taxi gegenüber, dem ich die <strong>Vorfahrt</strong> genommen habe. Ja und dann lassen sich natürlich alle immer so schön aus über einen, wenn sie so richtig in Fahrt sind. Das fehlte mir gerade noch. Jaja, zeig mir, dass ich einen Vogel habe&#8230; Weiter geht die Fahrt&#8230;</p>
<p>Dann fahre ich allen hinter mir wohl zu langsam und werde mit einem ohrenbetäubenden Brummen überholt. Dann nehme ich nochmal jemandem die Vorfahrt. Ich bin so durch den Wind, dass ich mir merke:</p>
<blockquote><p>NIE WIEDER IN SOLCHEN GEMÜTSZUSTÄNDEN AUTO FAHREN!</p></blockquote>
<p>Gleich da! Noch eine einzige Ampel! Aber irgendwie wird die nicht grün&#8230; <strong>Musik</strong> während der Autofahrt? Mehr als bescheiden! Ich schalte und schalte und warte und warte. Diese verfluchte Ampel will nicht grün werden! Warum dürfen alle fahren, nur ich nicht?! Dein Ernst?!</p>
<p>Irgendwann ist dann ein Autofahrer so lieb, mich darauf hinzuweisen, dass ich zu weit von der <strong>Ampel</strong> entfernt stehe. Ich solle weiter vorfahren, dann würden die Sensoren auch schnallen, dass da ein Auto steht. Sonst stehe ich da noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.</p>
<p>Als dieser Fehler also behoben ist, heißt es noch zweimal abbiegen und: Endlich zu Hause.</p>
<div id='c9980_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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<h2>Daheim geht&#8217;s weiter</h2>
<p>Zu Hause angekommen. Ich bereite mich darauf vor, den kompletten restlichen Tag vereinnahmt zu werden. Stattdessen spendiert mir der kleine Mann ein Glas <strong>Hafermilch</strong> und spielt in meiner Nähe weiter. Trinkt auch kurz Milch. Wir genießen beide unsere Milch. Lecker!</p>
<div id='c6915_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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<p>Ich erzähle allen von meinem beschissenen Tag. Im Umkehrschluss berichten sie, dass es bei Oliver, nachdem er sich richtig ausweinen durfte, auch gut war. Sie spielten dann in Ruhe und es gab keine Triggermomente.</p>
<p>Dann zeigte ich dem kleinen Mann das <strong>U-Boot</strong>, das ich draußen gebastelt hatte. Das fand er lustig.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6123" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-selbst-gebasteltes-u-boot.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - selbst gebasteltes U-Boot" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-selbst-gebasteltes-u-boot.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-selbst-gebasteltes-u-boot-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-selbst-gebasteltes-u-boot-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und dann zeigte ich ihm das gekaufte <a href="http://amzn.to/2tK8y4h" target="_blank" rel="nofollow noopener">U-Boot</a>*. Das fand er ein klitzekleines bisschen cooler&#8230; Okay, er war total aus dem Häuschen und baute es zusammen mit Papa auf. Der war übrigens auch total von den Socken. Dann musste es natürlich sofort in die <strong>Wanne</strong> damit gehen. Ich leistete dem kleinen Mann Gesellschaft. Echt cooles Teil! Muss ich ja mal sagen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6122" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-playmobil-u-boot.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Playmobil U-Boot" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-playmobil-u-boot.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-playmobil-u-boot-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-playmobil-u-boot-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und irgendwann musste ich dann mal langsam anfangen, den Beitrag zu <strong>schreiben</strong>. Wer mir wohl dabei Gesellschaft leistete?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6124" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-bei-der-arbeit-am-computer.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind bei der Arbeit am Computer" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-bei-der-arbeit-am-computer.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-bei-der-arbeit-am-computer-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-bei-der-arbeit-am-computer-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Der Tag nähert sich dem Ende. Zeit für&#8217;s Bett. Zeit für&#8230; du weißt schon&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6138" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-am-abend-im-familienbett.jpg" alt="12 von 12 - Juli 2017 - Mutter stillt Kind am Abend im Familienbett" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-am-abend-im-familienbett.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-am-abend-im-familienbett-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/12-von-12-juli-2017-mutter-stillt-kind-am-abend-im-familienbett-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Jetzt schläft der kleine Mann seelenruhig im Bett. Mein Mann und ich haben jetzt Zeit für uns&#8230;</p>
<p><strong>DENKSTE!</strong> Der kleine Mann ist putzmunter! Der Papa haut sich ins Bett, hört Hörbuch. Das ist seine Methode, den kleinen Mann zu sich zu locken. Klappt nur leider nicht. Der kleine Mann guckt lieber Tablet. Mein Mann ist inzwischen schon eingepennt. Ich schreibe noch schnell den Beitrag zu Ende und bin dann wohl fürs <strong>Zubettgehen</strong> zuständig.</p>
<p>Ja, das ist so einer dieser Tage&#8230;</p>
<p>Wie war deiner? Mach doch auch mit bei der Aktion von <a href="http://draussennurkaennchen.blogspot.de/" target="_blank" rel="noopener">Draußen nur Kännchen</a> und schreibe am 12. eines jeden Monats anhand von 12 Bildern, wie dein Tag war. Oder lies dir noch die anderen <a href="http://draussennurkaennchen.blogspot.de/2017/07/12-von-12-juli-2017.html" target="_blank" rel="noopener">12 von 12 &#8211; Beiträge</a> durch.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/12-von-12-juli-2017/">12 von 12 &#8211; Juli 2017</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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		<title>Treffen sich ein Kind und ein Tablet</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2017 01:31:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist das ein Witz? Kann sein. Nur weiß ich noch nicht, wie dieser enden wird. Wie er anfängt, wisst ihr jetzt. Wir haben unseren 2-jährigen Sohn auf unser Tablet losgelassen&#8230; Treffen sich ein Kind und ein Tablet Es klingt wie ein Scherz. Ist aber keiner. Das Ende ist noch nicht geschrieben. Aber den Anfang kann ... <a title="Treffen sich ein Kind und ein Tablet" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet/" aria-label="Mehr zu Treffen sich ein Kind und ein Tablet">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ist das ein Witz? Kann sein. Nur weiß ich noch nicht, wie dieser enden wird. Wie er anfängt, wisst ihr jetzt. Wir haben unseren 2-jährigen Sohn auf unser Tablet losgelassen&#8230;</p>
<p><span id="more-4619"></span><div id='c3163_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Treffen sich ein Kind und ein Tablet</h2>
<p>Es klingt wie ein Scherz. Ist aber keiner. Das Ende ist noch nicht geschrieben. Aber den Anfang kann ich euch schonmal erzählen.</p>
<p>Mein Mann und ich begeben uns auf ein fremdes Gebiet. Lassen los von „Du darfst pro Woche ein kurzes Video sehen (dessen Inhalt WIR bestimmen).“. Stattdessen heißt es nun bei uns „Du willst etwas auf dem Tablet schauen? Ok.“</p>
<h2>Seid ihr bekloppt?</h2>
<p>Früher hätte ich bei solchen Sprüchen mit dem Kopf geschüttelt. Die Eltern für verrückt erklärt. Für asozial gehalten. Weil sie ihr Kind einem Gerät mit ordentlich <strong>Suchtpotential</strong> aussetzen. Statt sich mit ihrem Kind zu beschäftigen. Es ist unverantwortlich!</p>
<p>Ja, so in etwa stelle ich mir meine Reaktion vor. Aber heute denke ich anders. Warum? Woher der plötzliche Sinneswandel?</p>
<h2>Ruth</h2>
<p>Nur einige Tage ist es her, seit ich auf Facebook einer Gruppe beitrat. Der „Unerzogen leben“-Gruppe. Auf diesem Weg lernte ich den <a href="http://unerzogenleben.com/index.php/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gleichnamigen Blog von Ruth</a> kennen. Das Thema „Unerzogen leben“ fesselte mich. Wenngleich es für mich kein völlig neues Gebiet war.<br />
Rasch musste ich jedoch feststellen, dass ich erzog. Obwohl ich es nicht wollte. Beispielsweise beim Thema „Tablet“. Mein Mann und ich waren der festen Überzeugung, unser Kind zu schützen. Vor der <strong>Sucht</strong>.</p>
<p>Der kleine Mann wollte nicht nur EIN Video sehen. Kaum war das eine zu Ende, wollte er noch eins sehen. Und noch eins. Und noch eins. Das hätte er tagelang machen können. Wir waren froh, diesem Suchtverhalten einen Riegel vorzuschieben. Zum <strong>Schutz</strong>. Davor, dass er nicht verdummt. Den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als vor dem Tablet zu sitzen. Zu glotzen. Sich berieseln zu lassen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4670" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind starrt auf Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Denn da draußen wartete doch das <strong>Leben</strong> auf ihn! Spielplätze mit vielen Kindern! Wälder! Strände! Ohne Ende Natur! Straßen voller Menschen! Jeder anders als der andere! Trubel und Tumult, in den er sich stürzen sollte! Um am Abend gemütlich zu Hause in unseren Armen einzuschlummern. Den anstrengenden, aber gigantischen Wahnsinn zu verarbeiten, den er erlebt hatte. DAS war meine Vorstellung von Leben. Dieses Leben sollte er führen. Aber ich fand Ruth’s Blog. Las ihre Beiträge. Und verstand: Ich muss loslassen.</p>
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<h2>Ängste</h2>
<p>Ich musste meine Angst loslassen. Und sie in <strong>Vertrauen</strong> umwandeln. Vertrauen in die Fähigkeiten meines Sohnes. Darin, dass er weiß, dass das Tablet keine verbotene Frucht mehr ist, die er pausenlos kosten muss. Nichts außergewöhnliches.</p>
<p>Indem wir unserem Sohn freistellten, zu entscheiden, wann, wie oft und wie lange er das Tablet benutzen wollte. Dadurch würden wir dem Tablet seine magische Anziehungskraft nehmen. Es sollte etwas werden, was er als Beschäftigungsmöglichkeit ansehen konnte. Damit er eine Auswahl treffen kann. Nicht etwas, das es nur selten gibt und daher in jeder nur erdenklichen Sekunde inhaliert werden muss. Vielleicht sogar so weit, dass er unsere Regeln irgendwann mit Verheimlichen oder Lügen umgehen würde.</p>
<p>Das ist es nicht, was wir wollen. Was wir wollen, ist Vertrauen. So, wie es bisher immer war. Unser Sohn sagt uns die Wahrheit. Weil er weiß, dass er nicht bestraft wird. Weder durch Liebesentzug noch sonst irgendetwas. Es war nie der Fall und soll es auch nie werden. Schmerzlich genug sind die eigenen Erinnerungen.</p>

<h2>Vertrauen</h2>
<p>Die ersten Tage, nachdem wir unserem Sohn freien Zugang zum Tablet erlaubten, war hart. Anfangs gab es nichts anderes. Kaum wachte er morgens auf, hieß es „Tablet?“. &#8211; Zack! &#8211; krabbelte er aus dem Bett und holte das Tablet. Ich setzte mich neben ihn. Wir schauten gemeinsam. Frühstück? „Nein. Tablet.“ Raus gehen? Frische Luft schnappen? Wir müssen noch einkaufen gehen. „Nein. Tablet.“ Was es auch war: Zähne putzen, schlafen gehen &#8211; er wollte es nicht. Nur das Tablet nahm er wahr.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4672" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind malt und schreibt auf Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich hatte mich auf diese Zeit vorbereitet. Erfahrungsberichte anderer Eltern gelesen. Auch bei ihnen waren die Kinder erstmal nicht vom Tablet wegzubekommen. Als würden sie denken, die Zeit, in der sie endlich mal ans Tablet durften, sei begrenzt. Müsse ausgekostet werden. Nichts hat mehr Bedeutung. Befürchteten sie etwa, dass das Tablet verschwindet, sobald sie es aus der Hand geben? Vielleicht starrten sie deshalb ewig auf den Bildschirm. Ihre Eltern ließen sie. Und wir ließen unseren Sohn.</p>
<p>Wir vertrauten ihm. Er sollte es kennenlernen. Verstehen, dass es fortan zu seinem Leben dazugehört. Aber dass es auch andere Dinge im Leben gibt.</p>
<h2>Kikifax</h2>
<p>Vor der „Unerzogen leben“-Methode schauten wir uns <strong>Videos</strong> auf YouTube an. Feuerwehr. Polizei. Bagger. Dinge, die ihn interessierten. Aber von denen er auch etwas lernen konnte. Wir ließen ihn immer nur „echte“ Videos schauen. Kein verblödetes Zeichentrickgedöns. In denen Fahrzeuge Gesichter haben. Freudig im Kreis hüpfen. Kitschige Lieder singen.</p>
<p>Auf diesem Weg befreiten wir uns zumindest vom schlechten Gewissen, wenn wir unser Kind vor dieses gefährliche Gerät setzten. Immerhin war es <strong>lehrreich</strong>.</p>
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<p>Als der kleine Mann freien Zugang zum Tablet erhielt, änderte sich erst nichts. Wenn er ein (wie ich es nannte) „Kikifax“-Video ansehen wollte, verneinte ich. Sagte, das seien hohle Videos. Kikifax. Ohne Inhalt. Nur zur Unterhaltung. Und derart auf kindlich gemacht, dass mir die Galle hochkam.</p>
<p>Doch wer Werbung schaltet, landet oben in der Playliste. Weshalb der kleine Mann eines Tages ein Werbevideo anklickte. Von einem weiblichen Zeichentrickfeuerwehrauto. Mit Augen. Wimpern. Einer schrillen Stimme. Mit diesem Video begann die Zeit des Horrors.</p>
<h2>Angst vor Verdummung</h2>
<p>Kaum hatte ich meine Angst überwunden, tauchte sie wieder auf. Nur ausgetauscht gegen eine andere. Zuvor sorgte ich mich noch, dass unser Sohn süchtig wird. Nun befürchtete ich, dass er <strong>verdummt</strong>. Die Videos, die er ansah, waren kolossaler Schwachsinn. Die bunte Welt der quietschenden Schnuffeltierchen brach über mir zusammen.</p>
<p>Ich versuchte es mit Regulation. Wollte meinen Sohn auf vernünftige Inhalte umlenken. Er weigerte sich. Mit voller Inbrunst! Er schrie mir dermaßen die Ohren voll, dass ich schnell begriff.</p>
<p>Anfangs tat ich mich schwer damit, ihn diesen Blödsinn sehen zu lassen. Ich meine: Eine Bahn mit Psychoaugen. Alle lächeln und sind total glücklich! Jaaaaaa! Fliegende Hundehäufchen mit Kulleraugen! Sie sprechen, als hätten sie Helium eingeatmet! Schau nur! Sie tanzen über einen Regenbogen! Welche Farben kannst du erkennen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4673" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kinder drehen durch" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Begleitet wurde der Wahnsinn von einer nie enden wollenden Heididei-Musik. Ich sag euch, ich hatte es nicht leicht. Doch der kleine Mann fand es grandios. Er drückte auf Wiederholen. Immer und immer wieder. Diese gestellte perfekte Welt machte mich rasend. Und ödete mich gleichzeitig an.</p>
<h2>Was kann ich tun?</h2>
<p>Wir haben keinen Fernseher mehr. Aber DAMALS (war alles besser, nein). Ich erinnere mich, dass ich gern vor der Glotze saß. Mich berieseln ließ. Ich hatte wie immer einen beschissenen Tag auf der Arbeit verbracht. Auf dem Heimweg fuhr die Bahn nicht. Natürlich. Denn ich wollte ja nach Hause. Endlich daheim angekommen, brauchte ich meine Ruhe. Abschalten. Fernseher an. Essen. Und alle Viere von mir strecken.</p>
<p>Vielleicht ist es beim kleinen Mann nicht vergleichbar. Mag sein, dass er nicht berieselt werden will. Sondern es schlichtweg interessant findet. Und sogar etwas dabei lernt. Was immer das sein mag. Aber diese Sichtweise von damals half mir, es gut sein zu lassen. Ich akzeptierte, dass er jetzt „hohles Zeug“ sehen wollte.</p>
<p>Was ich tun konnte, tat ich. Ich setzte mich neben ihn. Wir kuschelten und machten es uns gemütlich. Ich leistete ihm <strong>Gesellschaft</strong>, statt ihn damit allein zu lassen. Hier und da warf ich was ein. Erklärte, was in den Szenen geschah. Benannte die Gefühle. Manchmal sagte ich auch einfach nichts und schwieg. Ab und zu zeigte mir mein Sohn, was er gesehen hatte. Dann unterhielten wir uns darüber.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4671" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Mutter und Kind schauen Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn meine <strong>Angst</strong> wiederkehrte, unternahm ich etwas gegen sie. Ich befürchtete, dass mein Sohn neben all dem Tabletgucken das Essen vergisst. Ich fragte ihn zwar, aber er sagte jedes Mal „Nein.“. Während er auf den Bildschirm starrte. Meine Sorge bekämpfte ich, indem ich einen leckeren Snack bereitstellte. Er aß nicht viel, aber zumindest eine Kleinigkeit.</p>
<p>Vor den Kindern mit <strong>Buckel</strong> habe ich auch Angst. Nicht direkt vor ihnen. Sondern davor, dass mein Sohn vom ewigen Gucken einen Buckel bekommt. Ich bekämpfe meine Angst, indem ich das Tablet auf Büchern staple. Oder wir legen uns hin und schauen im Liegen. Dann macht mein Sohn keinen krummen Rücken. Manchmal ist es leicht, seine Angst zu besiegen.</p>
<h2>Eigene Bedürfnisse</h2>
<p>Ein ganz wichtiger Punkt, finde ich. Der kleine Mann kann jederzeit das Tablet benutzen. Das heißt aber nicht, dass unser Leben nur noch Zuhause stattfindet. Und wir uns ausschließlich nach ihm richten müssen. Ich bin ein Mensch, der liebend gern rausgeht. Wenn wir eine besonders beschissene Nacht hinter uns haben, ist es frische Luft, die mir gut tut. Gleich nach der heißen Dusche. Und einem leckeren Frühstück.</p>
<div id='c1256_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<p>In der Anfangszeit, als der kleine Mann noch „inhalierte“, war der <strong>Tagesablauf</strong> schwer zu planen. Er dachte wohl, das Tablet würde dann verschwinden. Ich versicherte ihm, das Tablet würde warten. Draußen hatten wir kein Internet. Konnten eh nichts gucken. Wenn wir wieder Zuhause sind, versprach ich weiter, können wir gern weitergucken. Er vertraute mir. Wir gingen raus. Verbrachten eine schöne Zeit an der frischen Luft. Abends kehrten wir heim. Und wie versprochen durfte er zum Tablet.</p>
<p>Wenn unsere Babysitterin da ist, darf er auch gucken. Aber wir raten ihm, seine Zeit mit ihr zu nutzen, da sie nur einmal pro Woche kommt. Das Tablet ist immer da. Sie nicht. Erst zögert er. Dann legt er das Tablet beiseite. Und spielt etwas anderes mit ihr.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4674" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind malt und klebt" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<h2>Aktueller Stand der Dinge</h2>
<p>So läuft es momentan. Es ist mal so, mal so. Manchmal ist es nervig, wenn ich mir diesen hohlen Kikifax ansehen muss. Zum tausendsten und abertausendsten Mal. Aber es ist auch schön, wenn ich erkenne, dass dieser hohle Kikifax doch nicht so hohl ist. Die Babystimmen nerven mich immer noch, keine Frage. Aber immerhin geben sich die Leute Mühe. Denken sich Szenen aus. Probleme. Passende Lösungen. Zumindest betrifft das die Videos, die wir aktuell sehen. Wer weiß, was uns noch erwartet. Es geht bestimmt noch viiiiel schlimmer!</p>
<p>Wichtig fand ich wie gesagt, dass hier jedermanns <strong>Bedürfnisse</strong> geachtet werden. Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, gehen wir raus. Das hat anfangs enorm <strong>Geduld</strong> gekostet. Weil der kleine Mann unbedingt schauen wollte. Ich ließ ihn. Schaute weiter mit ihm. Wenn ich Hunger bekam, ließ ich ihn allein weitergucken. Was auch mal ganz angenehm war. Dann machte ich uns Essen. Kam zurück. Und wir guckten zusammen weiter.</p>
<p>Später äußerte ich erneut den Gedanken, nach draußen zu gehen. Je nachdem, wie dringend ich es wollte, formulierte ich die Sätze anders. Wenn ich wirklich raus musste, war es keine Frage mehr, ob wir rausgehen wollen. Ich entschied es. „Lass uns jetzt rausgehen.“ Es dauerte noch eine Weile. Ich zog mich indes an. Redete, was wir unternehmen könnten. Wohin wir gehen könnten. Und irgendwann klappte es dann und der kleine Mann klinkte sich ein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4675" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind mit Mutter unterwegs" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Falsche Zielsetzung</h2>
<p>Den Kommentar eines „Unerzogen leben“-Mitglieds fand ich ganz interessant. Er antwortete auf den Beitrag einer Mutter, die ihr Kind ebenfalls selbstbestimmt Tablet schauen ließ. Anfangs saßen die Kinder vier <strong>Stunden</strong> pro Tag am Tablet. Was sich später auf etwa 15 Minuten reduzierte. Im Durchschnitt. In mir kam der Drang auf, das nachzumachen. Aber mit einem falschen Ziel. Ich wollte unseren Sohn selbstbestimmt Tablet schauen lassen. Aber nur, damit wir diese 15 Minuten erreichen.</p>
<p>Da bremste mich der Kommentar des Gruppenmitglieds. Er erwiderte, dass das nicht das Ziel sein sollte. Es könnte sich ja auch herausstellen, dass ein anderes Kind liebend gern Stunden am Tablet verbringt. DAS ist Selbstbestimmung. Diesen Kommentar nahm ich mir zum Vorbild. Ich ergänzte ihn dann nur noch durch das Kapitel „Eigene Bedürfnisse“.</p>
<h2>Das große Ganze</h2>
<p>Vielleicht wundert es euch, dass es bei uns nur wenige Tage gedauert hat, damit es bei uns „klappt“. Dass der kleine Mann das Tablet beiseite legen und etwas anderes machen kann. DAS bezeichne ich als „klappen“. Es ist nicht die Zeit, die er damit verbringt. Es ist der <strong>Umgang</strong>. Er weiß, das Tablet ist da. Immer. Es wird ihm nicht weggenommen oder dergleichen. Ich bin schon etwas erstaunt, dass er das versteht.</p>
<p>Ich kann es nur vermuten, aber vielleicht waren es die Umstände, unter denen unser Sohn aufgewachsen ist. Der kleine Mann wächst <strong>bedürfnisorientiert</strong> auf. Das bedeutet zum Beispiel, dass er weiterhin nach Bedarf gestillt wird. Wir schlafen gemeinsam im Familienbett, weil er es nicht allein kann/will (und ich mittlerweile auch nicht). Bei uns gibt es kein Lob und kein Tadel. Keine Belohnung für „gutes“ Benehmen. Keine Bestrafung und Konsequenz für „schlechtes“.</p>
<p>Außerdem geht der Papa arbeiten &#8211; zu Hause und auswärts. Ich arbeite von zu Hause und bastle an unserem Blog. Den kleinen Mann betreue ich dabei rund um die Uhr. Aber auch der Papa ist öfter zu Hause als manch anderer. Weil der kleine Mann nicht in die Kita geht, unternehmen wir viel gemeinsam. Zusammen. Als Familie. Selten spielt der kleine Mann allein. Es sei denn, er will das wirklich. Kann ich bis jetzt an einer Hand abzählen. Einmal pro Woche gönnen wir uns eine Babysitterin. Das war’s.</p>
<p>Das soll kein Dogma sein! Bloß nicht! Ich wollte nur kurz unser Leben beleuchten. Euch zeigen, wie unser Sohn aufwächst. Vielleicht hat eins dieser Dinge geholfen, damit es so ist, wie es aktuell ist. Keine Ahnung. Das nur als Randnotiz für diejenigen von euch, die ihr Kind auch selbstbestimmt mit dem Tablet umgehen lassen wollen. Und bei denen es nicht so recht „klappen“ will.</p>

<h2>Gibt es gar keine Grenzen?</h2>
<p>Zum Schluss muss ich noch hinzufügen: Wir haben uns von Anfang an für ein paar Grenzen entschieden. Wenn das bedeutet, dass das keine Selbstbestimmung mehr ist, dann hört sie für uns hier auf. Hier schützen wir unseren Sohn wieder. Zum Einen: Unser Sohn kann gern Lieder hören. Kindersendungen sehen. Dokumentationen. Filme, die für sein Alter (oder darunter) geeignet sind. Was auch immer. Wir ziehen einen Schlussstrich bei Gewaltszenen, pornografischen Inhalten und dergleichen. Ganz klar. Wir schützen ihn vor solchen Inhalten. Das liegt in unserer <strong>Verantwortung</strong>. Er weiß nicht, was es für kranke Videos im Internet gibt. Davor bewahren wir ihn.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4676" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind guckt YouTube Video" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Zum Anderen: <strong>Spiele</strong> sind nicht auf dem Tablet drauf. Genauso wenig wie auf unseren Smartphones. Hier war vor allem mein Mann das Zünglein an der Waage. Er ist der Computerfreak. Er kennt sich aus. Weiß, wie Spiele gemacht werden, um wirklich süchtig zu machen. Mit Zielsetzung. Belohnungssystem und dergleichen. Alles Dinge, die nicht in unseren „Erziehungsstil“ passen. Der kleine Mann soll eigene Ziele haben. Und sie nicht vorgesetzt bekommen. Belohnungen lehnen wir sowieso ab. Wenn es ein Spiel gibt, das alldem nicht entspricht, dann werden wir es uns holen. Wir sind dem Ganzen zumindest nicht völlig abgeneigt.</p>
<p>Puh! Das war eine ganze Menge, die ich loswerden musste. Hier endet mein Beitrag erst einmal. Wenn sich einschneidende Erlebnisse ereignen, werde ich einen Nachtrag schreiben. Bis dahin kann ich sagen: Ich bin froh über unsere Entscheidung.<br />
</p>
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		<title>Mit Baby duschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 16:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nur zu oft ist es in den Kleinfamilien Alltag, dass der Vater arbeiten geht und die Mutter während des Mutterschutzes und der Elternzeit &#8211; oder noch darüber hinaus &#8211; mit dem Baby allein zu Hause ist. Und dann kommen Tage, an denen das Baby für keine einzige Sekunde abgelegt werden will. Was also tun, wenn ... <a title="Mit Baby duschen" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/mit-baby-duschen/" aria-label="Mehr zu Mit Baby duschen">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nur zu oft ist es in den Kleinfamilien Alltag, dass der Vater arbeiten geht und die Mutter während des Mutterschutzes und der Elternzeit &#8211; oder noch darüber hinaus &#8211; mit dem Baby allein zu Hause ist.</p>
<p>Und dann kommen Tage, an denen das Baby für keine einzige Sekunde abgelegt werden will.</p>
<p>Was also tun, wenn man mal dringend unter die Dusche müsste und das Baby nicht allein gelassen werden will?<br />
<span id="more-874"></span><div id='c3166_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Mit Baby duschen</h2>
<p>Was habe ich mich damals, als ich noch keine Mutter war, über das versiffte Äußere von den in Kaufhäusern umherziehenden Müttern ausgelassen&#8230; Ich schäme mich, wenn ich daran zurückdenke.</p>
<p>Aber die sahen aus! Meine Güte! Mit fettigen Haaren und einem schnell übergestreiften Jogginganzug schlurften sie wie Zombies durch die Gänge und schoben den Kinderwagen vor sich her.</p>
<p>Ich vertrat bis dahin die Meinung, dass man für Körperpflege und ein nettes Äußeres immer Zeit findet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-875" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-frau-duscht.jpg" alt="Mit dem Baby duschen - Frau duscht" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-frau-duscht.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-frau-duscht-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Und als ich selber frisch gebackene Mutter war, änderte sich meine Meinung schlagartig. Ich lief zwar nie im Jogginganzug durch die Gegend, aber plötzlich konnte ich ganz gut nachvollziehen, wie schnell man als Mutter zu solch einem Schlabberlook kommen kann.</p>
<p>Kaum zu glauben, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, aber es gab sie tatsächlich: die Zeit, in der man den ganzen Tag nur am Stillen ist und zu nichts kommt. Nichts! Kein Duschen, keine Wäsche, kein Putzen, kein Fegen, kein Saugen. Die Wohnung sah furchtbar aus!</p>
<p>Eventuell schaffte ich es noch, das eingefrorene Essen, das ich zur Vorbereitung auf das kommende Wochenbett en masse vorgekocht hatte, aufzuwärmen. Das war&#8217;s dann aber auch schon.</p>
<h2>Zeit, zu handeln</h2>
<p>Ich erinnere mich noch genau an den Tag zurück, als mir die Stilleinlagen ausgingen und ich mich nicht aus dem Bett bewegen durfte, um neue zu kaufen. Logischerweise stillte ich dann, ohne dass mein BH durch eine Stilleinlage geschützt wurde.</p>
<p>Immer, wenn die Milch dann einschoss und die Milch an beiden Seiten in Strömen floss (okay, anfangs waren es eher ein paar Tröpfchen, aber steter Tropfen höhlt den Stein), saugte sich mein Still-BH mit dem gelblichen Kolostrum voll.</p>
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</div>
<p>Ich kam nicht einmal dazu, den verdammten BH zu wechseln! Es war eine Katastrophe! Als mich dann mein Freund darauf hinwies, ich möge doch mal den BH wechseln, war es mir so unendlich peinlich! Plötzlich war ich zu einer dieser Mütter aus den Kaufhäusern geworden.</p>
<p>Es gab Zeiten, in denen der Kleine sofort, obwohl er gerade noch tief und fest geschlafen hatte, bemerkte, wenn er abgelegt wurde. Er wachte dann auf, weinte, wollte wieder gestillt werden. Ich setzte mich wieder in den Stillsessel und alles ging von vorne los. Teufelskreis. Also wie stellt man es denn nun an, wenn man allein ist und das Baby nicht ablegen kann?</p>
<h2>Zeit zu zweit</h2>
<p>Bei mir war es von einem Tag auf den anderen so weit: Ich hatte die Nase voll von gelben BH&#8217;s, unreinem Körpergefühl und dergleichen. Ich schnappte mir zwei Badetücher, zog erst mich und dann den Kleinen aus, und stieg mit ihm in die Dusche.</p>
<p>Da er das gemeinsame Duschen bisher nicht kannte, war er ganz gespannt, was jetzt kommen würde. Mit großen Augen wartete er ab.</p>
<p>Es passierte nicht sonderlich viel in meinen Augen, doch für ihn war es etwas völlig Neues. Der Duschvorhang wurde zugezogen, die Dusche wurde angestellt, Temperatur gecheckt und dann stellten wir uns in den Wasserstrahl.</p>
<p>Das meiste bekam ich ab, der Rest rann meinem Baby langsam über den Körper. Ich wollte nicht, dass er vollgespritzt wird, sich erschreckt oder es unangenehm findet. Also schirmte ich ihn ab.</p>

<h2>Drahtseilakt</h2>
<p>Es war schon nicht leicht am Anfang, das gebe ich zu. Immerhin hatten wir unseren Sohn sonst immer auf dem Wickeltisch gewaschen oder in der Babywanne gebadet.</p>
<p>Jetzt stand ich plötzlich mit meinem Kind auf dem Arm unter der Dusche und musste zusehen, wo ich bleibe.</p>
<p>Da ich zu dieser Methode erst später kam, konnte unser Sohn seinen Kopf bereits halten. Ich musste also nicht noch zusätzlich den Kopf stützen. Das stelle ich mir nämlich noch einen Tick schwieriger vor.</p>
<p>Ich setzte meinen Sohn auf meine rechte Hüfte, hielt ihn mit dem rechten Arm und wusch ihn mit der linken Hand mit Wasser ab. Babyhaut braucht nämlich kein Shampoo oder sonstwas, das ist ja das Tolle! Und das Beste: sie riecht nicht nach Parfüm, sondern nach sich selbst. Herrlicher Babygeruch! Tiiiief einatmen!</p>
<p>Wenn er zu schwer wurde, oder nun die andere Seite mit Waschen dran kam, wechselte ich einfach die Seiten und fertig.</p>
<p>Und nun kommt der schwierigere Teil: sich selbst zu waschen, während man das Baby im Arm hält.</p>
<p>Das ist nicht so kompliziert, wie man es sich vielleicht vorstellt. Mit der Zeit arrangierte ich mich damit, dass ich den Kleinen immerzu auf einem Arm trug und alles mit nur einer Hand erledigte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-879" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-mutter-und-kind-arm-in-arm.jpg" alt="Mit dem Baby duschen - Mutter und Kind Arm in Arm" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-mutter-und-kind-arm-in-arm.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-mutter-und-kind-arm-in-arm-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>So geht&#8217;s:</h2>
<p>Im Folgenden gebe ich ein paar Tipps, wie ihr euer Baby am besten halten könnt.</p>
<h3>Haare waschen</h3>
<p>Mein Baby habe ich auf meiner Hüfte abgestützt und umklammere es mit dem Arm, damit es nicht runterfällt. Mit der anderen Hand kann ich jetzt den Rest erledigen: Haarshampoo greifen, aufmachen, über den Kopf gießen, Shampoo abstellen, Zeug auf dem Kopf einmassieren, Kopf unter die Dusche halten (diesen Part fand mein Kleiner immer lustig mitanzusehen) und ausspülen. Dabei darauf achten, dass das Baby keine Shampoospritzer ins Auge bekommt.</p>
<h3>Duschgel</h3>
<p>Und genau so handhabt man das dann auch, wenn man den restlichen Körper saubermacht.</p>
<p>Kind wird, wie oben beschrieben, gehalten, das Duschgel mit der freien Hand aufgemacht, über den Körper geträufelt, abgestellt, einmassiert, alles abgebraust &#8211; fertig!</p>
<h3>Abtrocknen</h3>
<p>Klar, dass man beim Aussteigen Acht geben muss. Ich weise dennoch darauf hin: Wenn ihr aus der Dusche steigt, gebt Acht, dass ihr nicht ausrutscht oder was auch immer.</p>
<p>Wenn ihr draußen seid, wickelt zuerst euer Baby in ein Badetuch ein, damit es nicht auskühlt und friert. Danach seid ihr dran.</p>
<div id='c8999_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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</script><br></div></div>
<p>Wenn sich euer Baby jetzt kurz ablegen lässt, damit ihr euch ein Tuch umbinden könnt, schön. Ich musste lernen, auch das mit dem Kleinen auf dem Arm zu erledigen.</p>
<p>Dann geht es nur noch ums Abtrocknen, Wickeln und Anziehen. Das könnt ihr ja wie üblich machen. Unser Baby fand aber auch den Wickeltisch doof. Was uns dabei geholfen hat, könnt ihr übrigens in folgenden Beiträgen nachlesen:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.milchtropfen.de/baby-weint-beim-an-und-ausziehen/" rel="noopener noreferrer">Baby weint beim An- und Ausziehen</a></li>
<li><a href="https://www.milchtropfen.de/baby-weint-beim-wickeln/" rel="noopener noreferrer">Baby weint beim Wickeln</a></li>
</ul>
<h2>Nachtrag: Wie ist es heute?</h2>
<p>Mittlerweile genießen wir es richtig, mit unserem Kind gemeinsam zu baden oder zu duschen. Auch der Papa kann diesen Part mal übernehmen, damit ich währenddessen etwas anderes erledigen kann.</p>
<p>Zu zweit ist es natürlich einfacher, als wenn man allein mit dem Kind ist. Wenn Papa und Sohn fertig sind, stehe ich draußen mit Badetuch bereit, mummel den Kleinen schön warm ein, trockne ihn ab, wickel ihn, zieh ihn an usw. Der Papa kann dann noch in Ruhe zu Ende baden und macht das Bad sauber. Ist doch eine prima Arbeitsteilung, oder?</p>
<p>Und wenn ich mich entscheide, mit dem Kleinen baden zu gehen, wenn wir allein zu Hause sind, ist das auch keine große Sache mehr. Der Kleine kann schon in der Wanne sitzen, wir spielen und spritzen und planschen und singen. Während ich bereits aus der Wanne steigen und mich abtrocknen kann, spielt der Kleine noch mit seinem Spielzeug oder Badebuch weiter, bis ich ihn dann aus der Wanne hole.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-877" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-kind-spielt-in-der-wanne.jpg" alt="Mit dem Baby duschen - Kind spielt in der Wanne" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-kind-spielt-in-der-wanne.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/mit-dem-baby-duschen-kind-spielt-in-der-wanne-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Keine Sorge: Ich verlasse NIE den Raum, während mein Sohn noch in der Wanne sitzt. Ich bleibe immer dabei, um im Notfall eingreifen zu können.</p>
<p>Lasst mich wissen, ob euch das gemeinsame Duschen/Baden geholfen hat, wie ihr es findet oder welche Methoden euch womöglich geholfen haben, damit ihr ohne Drama duschen gehen konntet.<br />
</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/mit-baby-duschen/">Mit Baby duschen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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