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	<title>Grenzen &#8211; Milchtropfen</title>
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	<title>Grenzen &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>Klare Kommunikation, Grenzen und Selbstfürsorge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Melanie Wittwer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Nov 2019 17:04:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht kennst du es ja auch. Alle paar Minuten hat dein Kind eine Bitte an dich. “Mama, kannst du mal..”, “Mama, ich komme da oben nicht ran”, “Ich schaffe es einfach nicht, kannst du mir mal helfen kommen?”. Und du hilfst deinem Kind natürlich gerne. Es gibt auch Momente, da können oder wollen wir gerade ... <a title="Klare Kommunikation, Grenzen und Selbstfürsorge" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/klare-kommunikation-grenzen-und-selbstfuersorge/" aria-label="Mehr zu Klare Kommunikation, Grenzen und Selbstfürsorge">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht kennst du es ja auch. Alle paar Minuten hat dein Kind eine Bitte an dich. “<strong>Mama</strong>, kannst du mal..”, “Mama, ich komme da oben nicht ran”, “Ich schaffe es einfach nicht, kannst du mir mal helfen kommen?”. Und du <strong>hilfst</strong> deinem Kind natürlich gerne. Es gibt auch Momente, da können oder wollen wir gerade dieser <strong>Bitte</strong> nicht nachkommen.</p>
<p>Was kannst du in diesem Moment also tun?</p>
<p><span id="more-12337"></span></p>
<h2>Ja, nein, vielleicht &#8211; liebevolle und klare Kommunikation</h2>
<p>Wie kannst du deinem Kind deine Grenzen <strong>liebevoll</strong> und authentisch aufzeigen?</p>
<p>Eine Situation, die auch du wahrscheinlich kennst:</p>
<p>Es ist abends, du hast einen langen Tag hinter dir, <strong>Stress</strong> auf Arbeit gehabt, dann noch einkaufen gewesen, dein Kind aus dem Kindergarten oder der <strong>Schule</strong> abgeholt und Abendessen gemacht. Du setzt dich gerade auf die Couch, weil sich dein Kind gerade alleine beschäftigt. Du legst deine Beine hoch und <strong>atmest</strong> tief durch.</p>
<p>Keine zwei Minuten später kommt dein Kind zu dir und trägt eine <strong>Bitte</strong> an dich heran, sodass du wieder aufstehen müsstest. An dieser Stelle könntest du natürlich dieser Bitte nachkommen, der <strong>Harmonie</strong> zuliebe.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2019/10/liebevolle-kommunikation.jpg" alt="Liebevolle-Kommunikation" width="534" height="801" /></p>
<h3>Lieber ein klares “Nein” als ein ungewolltes “Ja”</h3>
<p>Oder du bist ehrlich zu dir selber und <strong>kommunizierst</strong> ein klares “Nein, jetzt möchte ich gerade nicht!” und fügst noch hinzu “Ich möchte mich gern ein paar Minuten ausruhen, danach bin ich dir gerne behilflich!”.</p>
<p>Ein <strong>“Ja”</strong> klingt wohlwollend, ein “Nein” hingegen hart.<br />
Du könntest auch sagen: “Ja, ich helfe dir gerne, ich brauche eine kurze Pause, dann bin ich für dich da!” Mit dieser <strong>(Ich-)Botschaft</strong> äußerst du DEINE Bedürfnisse, <strong>Wünsche</strong> und Gefühle und lehnst die Bedürfnisse deines Kindes nicht ab. Damit fühlt sich dein Kind von dir nicht angegriffen oder abgewiesen. Im Gegenteil es lernt dich ein Stück besser kennen. Es lernt, dass andere Menschen andere Bedürfnisse haben, als es selbst. Es fühlt sich erhört und mit seinen <strong>Bedürfnissen</strong> gesehen, es muss halt nur noch einen Moment warten.</p>
<p>Ein klares “Nein”, also mit ganzer <strong>Überzeugung</strong>, wird dein Kind höchstwahrscheinlich davon abhalten noch weitere 2 &#8211; 3 Male nachzuhaken. Spürt es aber (d)eine <strong>Unsicherheit</strong>, könnte es passieren, dass es weiterfragen wird. Es hätte gerne eine <strong>authentische</strong> Antwort von dir. Es möchte dich kennenlernen und verstehen wer genau du bist, was genau du möchtest und was nicht. Aus diesem Grund solltest du dir mit deiner Entscheidung ganz sicher sein.</p>

<h3>Selbstfürsorge</h3>
<p>Ein Nein zu jemand anderen, ist immer auch ein Ja zu dir selbst! Das hat auch etwas mit Selbstfürsorge zu tun.<br />
Zu spüren, hier komme ich gerade an mein <strong>Limit</strong>, wenn ich darüber hinaus gehe, geht es mir damit nicht gut.</p>
<p>In der heutigen <strong>hektischen Zeit</strong> rennen wir von A nach B, erledigen zwischendurch noch zig Sachen, ohne uns dazwischen immer wieder mal zu <strong>defragmentieren</strong> &#8211; wie es meine Yogalehrerin immer nannte. Vielleicht machst du auch mehrere Dinge gleichzeitig, was dir auf Dauer nicht gut tut. Wir ermüden dann schneller, machen mehr Fehler und sind dadurch <strong>unzufriedener</strong>.</p>
<div class="melanie-infobox"><strong>Infobox</strong><br />
Immer wieder mal bewusst zu Atmen, hilft mir in stressigen Zeiten, meinen Körper wieder wahrzunehmen &#8211; im Hier und Jetzt anzukommen. Hilft auch gut beim Einschlafen, wenn sich die Gedanken im Kreis drehen und du nicht zur Ruhe kommst. Bewusstes langes Einatmen und Ausatmen stoppt dein Gedankenkarussell und du kommst langsam zur Ruhe. Wichtig hierbei ist es, dass die Atemzüge gleich lang sind, sonst könnte dir schwindlig werden! Probier es doch auch einmal.</div>
<h3>Unsicherheit und Zeitaufschiebung</h3>
<p>Ein &#8222;vielleicht&#8220; lässt uns die Möglichkeit, kurz darüber <strong>nachzudenken</strong> und nicht voreilig zu entscheiden, wenn wir uns unsicher sind. Nimm dir ruhig einen Moment Zeit, <strong>spür</strong> in dich hinein, ob du deinem Kind die Bitte erfüllen kannst und das aus ganzem Herzen.</p>
<p>Wenn du dich für ein “<strong>gleich</strong>” entschieden hast, dann solltest du dein Kind aber nicht allzu lange warten lassen. Vielleicht kennst du es ja auch, dass du dich gerne noch von anderen Dingen <strong>ablenken</strong> lässt und dein Kind somit länger auf dich warten muss. Aber du möchtest ja auch, dass dein Kind bald kommt, wenn du nach ihm gerufen hast.</p>
<p>Unsere <strong>Vorbildfunktion</strong> steht auch da wieder ganz weit vorn. Längere <strong>Zeitaufschiebungen</strong> kannst du von einem Kleinkind unter 2 Jahren nicht verlangen, es muss erst nach und nach lernen, seine Impulse bewusst zu steuern. Geduldiges Warten muss erst noch <strong>gelernt</strong> werden.</p>
<h3>Die eigenen Grenzen liebevoll vermitteln</h3>
<p>Deine Grenzen sind von Tag zu Tag unterschiedlich. Und das darf auch so sein. Du bist nicht jeden Tag gleich gut drauf. Dieses <strong>Schwanken</strong> der Grenzen nennt Thomas Gordon “das Toleranzniveau” in seinem Buch <a href="https://www.amazon.de/Familienkonferenz-Praxis-Konflikte-Kindern-gel%C3%B6st-ebook/dp/B007EGW3QM/ref=as_li_ss_tl?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;keywords=familienkonferenz+in+der+praxis+thomas+gordon&amp;qid=1572356562&amp;sr=8-1-fkmr0&amp;linkCode=ll1&amp;tag=melaniewittwer&amp;linkId=2fd06b18b0941a5131910a3716fc2721&amp;language=de_DE" target="_blank" rel="nofollow noopener">“Familienkonferenz in der Praxis”</a>*. Deine Laune ist früh am Morgen vielleicht noch gut und du fühlst dich fit und lässt auch zu, dass dein Kind auch dem Sofa rumspringt. Das kann am Abend schon wieder ganz anders aussehen. Die meisten familiären Konflikte sind am frühen Abend, wenn alle schon <strong>müde</strong> sind. Und auch da brauchst du dich nicht vor <strong>Konflikten</strong> zu scheuen oder ein schlechtes Gewissen zu haben, weil du deinem Kind einen Wunsch ausschlägst.</p>
<p>Diese Konflikte sind gut und gehören dazu. Dein Kind kann dich dadurch besser <strong>kennenlernen</strong> und andersherum genauso. Kinder brauchen Zeit, sie werden unsere Grenzen immer wieder kennen lernen wollen. Dein Kind möchte dich damit nicht <strong>provozieren</strong>, sondern es möchte wissen, wer du bist. Es ist alles <strong>experimentieren</strong>, spielen und lernen und das benötigt <strong>Zeit</strong>.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-10766 size-full" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an.jpg" alt="Mutter und Tochter Stirn an Stirn lächeln sich an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>In familiären <strong>Beziehungen</strong> geht es darum sich gegenseitig zuzuhören, sich auszutauschen und zu verstehen, was der Andere denkt. Dafür sind Konflikte da. Wir lernen uns dadurch besser kennen. Und auch wenn dein Kind sich über deine Entscheidung empört, kannst du ihm Verständnis entgegenbringen.</p>
<p><strong>Verständnis</strong> heißt nicht unbedingt, dass man einer Meinung ist, aber, dass wir versuchen, uns in den anderen <strong>hineinzuversetzen</strong>, empathisch zu sein und seine Trauer, <strong>Wut</strong> oder seinen Ärger darüber nachvollziehen können und ihm das auch so zeigen.<br />
Ein “Nein” kann auch in einem liebevollen und fürsorglichen Ton ausgesprochen werden und muss nicht voller Ärger und Wut herausplatzen, denn dann bekommt dein Kind womöglich <strong>Angst</strong> vor dir, nicht zu verwechseln mit <strong>Respekt</strong>! Mehr zum Thema Wut erfährst du in Julias Beitrag &#8222;<a href="https://www.milchtropfen.de/wenn-die-wut-kommt/">Wenn die Wut kommt</a>&#8222;.</p>
<h3>Die Grenzen deines Kindes akzeptieren und wahren</h3>
<p>Wenn du es als Elternteil schaffst, deine <strong>Grenzen</strong> liebevoll mitzuteilen, hat auch dein Kind die Möglichkeit zu lernen, seine Grenzen zu <strong>kommunizieren</strong> und zu wahren. <span style="font-weight: 400;">Und auch hier ist es wichtig, die Grenzen deinen Kindes auch <strong>anzunehmen</strong> und zu respektieren.<br />
Ein “Nein” aus dem Mund deines Kindes sollte genauso viel <strong>Wert</strong> haben, wie deines. Kinder haben auch ein Recht darauf, mit ihrer Meinung <strong>Gehör</strong> zu finden. Übergehst du die Grenzen deines Kindes, dann wird es höchstwahrscheinlich auch deine Grenzen übergehen.</span></p>
<p>Mir persönlich ist Kommunikation auf <strong>Augenhöhe</strong> wichtig. Du kannst deine Grenzen authentisch und respektvoll aufzeigen, ohne dein Kind dabei zu verletzen, <strong>beschämen</strong> oder zu kränken. Psychische <strong>Gewalt</strong> wirkt sich ähnlich schlimm aus wie physische Gewalt, deshalb ist die Wahl unserer <strong>Worte</strong> so immens wichtig!</p>
<p>Hast du Probleme, deine Grenzen im Alltag zu zeigen und zu wahren? Lass mir gerne einen Kommentar da.</p>

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		<title>Unerzogen &#8211; Was bedeutet das?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Sep 2017 04:20:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Heute möchte ich auf einen Artikel reagieren, in dem es um die unerzogene &#8222;Erziehungsmethode&#8220; geht. Denn oft wird &#8222;Unerzogen&#8220; &#8211; wie in jenem Beitrag &#8211; völlig missverstanden. Was also bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für mich? Unerzogen &#8211; Was bedeutet das? Der Grund, über &#8222;Unerzogen&#8220; zu schreiben, kam, als ich las, wie eine Bloggerin über die &#8222;unerzogene Erziehungsmethode&#8220; ... <a title="Unerzogen &#8211; Was bedeutet das?" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/unerzogen-was-bedeutet-das/" aria-label="Mehr zu Unerzogen &#8211; Was bedeutet das?">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute möchte ich auf einen Artikel reagieren, in dem es um die unerzogene &#8222;Erziehungsmethode&#8220; geht. Denn oft wird &#8222;<strong>Unerzogen</strong>&#8220; &#8211; wie in jenem Beitrag &#8211; völlig missverstanden.</p>
<p>Was also bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für mich?</p>
<p><span id="more-7224"></span></p>
<h2>Unerzogen &#8211; Was bedeutet das?</h2>
<p>Der Grund, über &#8222;Unerzogen&#8220; zu schreiben, kam, als ich las, wie eine Bloggerin über die &#8222;unerzogene Erziehungsmethode&#8220; schrieb und mich dabei wirklich rasend machte. Ich weiß nicht, wie oft ich beim Lesen mit dem Kopf schüttelte.</p>
<p>Einfach, weil sie über &#8222;Unerzogen&#8220; schrieb, ohne sich augenscheinlich vorher darüber <strong>informiert</strong> zu haben. Warum schreibt sie über etwas, das sie nicht kennt und nie ausprobiert hat?</p>
<p>Sie schreibt, dass sie mit ihrem Beitrag niemanden kränken will, aber das tut sie. Sie kränkt eine derart bedürfnisorientierte, einfühlsame, liebevolle Haltung; einfach, indem sie sich nicht vorher drüber schlau gemacht hat und nun ins Blaue hinein rät, was &#8222;Unerzogen&#8220; sein könnte.</p>
<p>Sie denkt, was viele &#8211; und auch ich &#8211; im 1. Moment denken: Unerzogen. Aha. Soll heißen: Kind darf alles machen, was es will. <strong>Laissez-faire</strong> eben. Die Eltern geben ihre Verantwortung komplett beim Kind ab.</p>
<p>Als ich damals auf diese &#8222;Erziehungsmethode&#8220; traf, verteufelte ich sie nicht. Ich wollte mehr darüber erfahren und trat in die Facebook Gruppe &#8222;Unerzogen leben&#8220; ein. Dort lernte ich eine für mich nie da gewesene Lebensweise kennen.</p>
<h2>Ein neuer Weg</h2>
<p>Ich las plötzlich nicht mehr von Eltern, die sich über den <strong>Wutanfall</strong> ihres Kindes amüsierten oder beschämende Fotos oder Videos von Kindern zeigten. Ich lernte auf einmal Eltern kennen, die sich für den Wutanfall ihres Kindes interessierten und lernen wollten, wie sie damit umgehen können. Diese Eltern suchten nicht nach einer Lösung, wie ihr Kind funktioniert. Sie suchten nach einem Weg, der beide Seiten &#8211; Kind und Eltern &#8211; mit einbezog.</p>
<p>Es ging nicht mehr darum, dass sich Eltern <strong>Tipps</strong> holen, wie sie ihr Kind in die Klamotten bekommen, die es nicht anziehen will. Hier tauschten sich Eltern aus, die ihr Kind selbst entscheiden lassen wollten. Die ihrem Kind vertrauen wollten.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7321" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-legt-seine-hand-in-die-eines-erwachsenen.jpg" alt="Kind legt seine Hand in die eines Erwachsenen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-legt-seine-hand-in-die-eines-erwachsenen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-legt-seine-hand-in-die-eines-erwachsenen-400x253.jpg 400w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>In den anderen Gruppen fühlte ich mich manchmal so <strong>einsam</strong>, weil es bei uns eben nicht immer so reibungslos funktionierte, wie die anderen erzählten. Mein Kind schlief nicht durch. Es wird IMMER NOCH gestillt. Will nicht in die Kita. Treibt mich manchmal an den Rand der Erschöpfung. Und ganz ehrlich? Ich wollte es auch nicht mit Gewalt dazu bringen, wie einige meinten. Sätze wie &#8222;Das Leben ist kein Ponyhof.&#8220; und dergleichen fanden bei vielen Anklang, bei mir stießen sie nur sauer auf.</p>
<p>In der &#8222;Unerzogen leben&#8220; Gruppe erfuhr ich plötzlich von einem Haufen Eltern, die genau die gleichen &#8222;Probleme&#8220; hatten wie ich. Dass sie wütend auf ihr Kind sind, dass der Partner nicht wie gewünscht mitmacht, dass das Kind haut und beißt und dies und jenes tut&#8230; Aber diese Eltern suchten nicht nach einer Lösung, wie sie jemanden in den Begriff bekommen konnten. Hier wurde hinter das <strong>Verhalten</strong> geschaut. Was können wir FÜR die- oder denjenige/n tun, damit wir alle zufrieden sind?</p>
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<p>So lernte ich mit der Zeit die &#8222;unerzogene&#8220; Haltung kennen. Oftmals stieß ich an meine Grenzen. Thema Süßigkeiten. Medienkonsum. Zähne putzen. Selbstbestimmtes Schlafengehen. Die Klassiker schlechthin. Ich wurde von <strong>Zweifeln</strong> übersät. Dann belas ich mich. Wurde wieder ruhig. So geht es manchmal bergauf, bergab bei mir. Ich bin längst nicht da, wo ich sein will, aber ich bin auf dem Weg. Und das fühlt sich mega stark an, weil es unserer Beziehung unheimlich gut tut.</p>
<h2>Was bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für mich?</h2>
<p>Es ist schwierig, Außenstehenden &#8222;Unerzogen&#8220; zu erklären, und das am Besten in einem Wort oder Satz. Eine exakte <strong>Definition</strong> von &#8222;Unerzogen&#8220; gibt es für mich nicht. Einfach, weil es so vielschichtig ist. Ich versuche trotzdem mal, dir verständlich zu machen, was &#8222;Unerzogen&#8220; für mich bedeutet:</p>
<h3>1. Auf Augenhöhe</h3>
<p>Für mich sind Oliver und ich auf Augenhöhe. Es gibt kein Oben und Unten. Keine <strong>Stufe</strong>, auf der ich höher stehe und er niedriger oder umgekehrt. Wir sind gleichwertig. Ich versuche (versuche, wohlgemerkt, denn auch ich verfalle hin und wieder in alte Muster), Oliver wie einen <strong>Erwachsenen</strong> zu behandeln. Einen kompetenten Menschen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7309" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-schaut-kind-auf-augenhoehe-an.jpg" alt="Mutter schaut Kind auf Augenhöhe an" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-schaut-kind-auf-augenhoehe-an.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-schaut-kind-auf-augenhoehe-an-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Wenn ich drohe, in Erziehungsmethoden zu verfallen, hat mir ein Spruch meines Mannes extrem geholfen:&#8220;Du bist seine beste <strong>Freundin</strong>.&#8220;</p>
<p>Klar wünsche ich mir, dass sich das irgendwann auch mal ändert und jemand anderes an diese Stelle tritt, aber momentan ist es halt so. Dann denke ich mir:&#8220;Was würde meine beste Freundin jetzt sagen? Was würde mir gut tun? Was bräuchte ich, statt dummer Belehrungen, die einfach nie hilfreich sind?&#8220;</p>
<h3>2. Keine Gewalt</h3>
<p>Das bedeutet für mich auch gleichzeitig, meinen Sohn nicht mit <strong>Gewalt</strong> &#8211; sei es seelische oder körperliche &#8211; zu etwas zu bewegen.</p>
<p>Ich nehme ihn nicht einfach hoch und schleppe ihn kreischend davon, wenn ich meine, es sei nun Zeit für uns, den Spielplatz zu verlassen. Ich <strong>manipuliere</strong> meinen Sohn nicht, damit er etwas für mich macht, indem ich z.B. sage:&#8220;Du machst mich unheimlich traurig, wenn du dein Zimmer nicht aufräumst.&#8220; oder dergleichen.</p>
<h3>3. Schutz vor Gefahr</h3>
<p>Oft kommt dann von Außenstehenden das <strong>Ampel-Argument</strong>: Dass &#8222;Unerzogen&#8220; bedeutet, sein Kind ALLES ausprobieren zu lassen. Zum Beispiel, was passiert, wenn es über eine rote Ampel oder allgemein die Straße läuft. Dass wir doch einen an der Waffel haben müssen, wenn wir unser Kind nicht von der Straße wegzerren, bloß, weil wir keine <strong>Macht</strong> ausüben wollen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7322" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-kind-in-den-armen-und-laechelt-es-an.jpg" alt="Mutter hält Kind in den Armen und lächelt es an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-kind-in-den-armen-und-laechelt-es-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-kind-in-den-armen-und-laechelt-es-an-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Das bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für mich eben nicht. Natürlich <strong>schütze</strong> ich mein Kind davor, von einem Auto etc. überfahren zu werden. Bei &#8222;Unerzogen&#8220; geht es aber um viel mehr. Was treibt mein Kind dazu, über die Straße zu rennen, obwohl ich &#8222;Stop! Straße!&#8220; rufe? Was kann ich für uns tun?</p>
<h3>4. Alternativen</h3>
<p>Oftmals kann ein <strong>Konflikt</strong> auch ganz einfach gelöst werden, indem wir oder ich nach Alternativen suche(n).</p>
<p><a href="https://www.milchtropfen.de/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen/" rel="noopener">Mein Kind will sich nicht anziehen (lassen)</a>. Was kann ich dann tun? Oder will mein Kind sich anziehen (lassen), ist aber gerade in ein Spiel vertieft? Braucht es Zeit? Braucht es einen Grund zum Anziehen? Bricht mir ein Zacken aus der Krone, wenn ich meinen Sohn halbnackt rausgehen lasse und die restlichen Klamotten mitnehme?</p>
<p><strong>Alternativen</strong> zu suchen, ist für mich mit das Wichtigste in &#8222;Unerzogen&#8220;, denn oftmals gibt es einen Haufen Möglichkeiten.</p>
<p>Mein Sohn rennt einfach über die Straße, ohne zu gucken, obwohl ich mir schon den Mund fusslig rede. Ich will meinen Sohn nicht an die Hand nehmen, weil er das nicht mag. Er will eigenständig rüber laufen und das akzeptiere ich. Aber was kann ich tun?</p>
<p>Ich will ihn nicht in seiner Freiheit einschränken und an so einer komischen Handfessel oder Kinderleine festmachen. Also welche Alternativen habe ich? Sollten wir vielleicht eine Zeit lang Straßen meiden? Einfach ab in den Wald, auf&#8217;s Land o.ä., wo er einfach drauf los rasen kann? Wo keine unmittelbare Gefahr für Leib und Seele besteht?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7314" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-auf-landstrasse.jpg" alt="Kind läuft auf Landstraße" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-auf-landstrasse.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-auf-landstrasse-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich versuche also, seinem Drang, einfach loszurennen, zu entsprechen, statt ein Verbot auszusprechen. Ich suche nach Orten, die es ihm ermöglichen. Wo er sein Bedürfnis ausleben kann.</p>
<h3>5. Freie Entfaltung</h3>
<p>So handhabe ich das auch mit anderen <strong>Bedürfnissen</strong>, die mein Sohn hat.</p>
<p>In unserer Gesellschaft ist vieles oft in Schwarz und Weiß eingeteilt. Oder in diesem Fall in Rosa und Blau. Mein Sohn liebt es, Sachen zu machen, die angeblich nur den Mädchen vorbehalten sind. Das ist nicht fair. Jede/r sollte das Recht auf freie Entfaltung haben. Ob mein Sohn sich nun schminkt und die Nägel lackiert, ein Mädchen mit einem Werkzeugkoffer spielt usw., sollte völlig egal sein. Solange sie Spaß daran haben: Warum nicht?</p>
<p>Dazu zähle ich auch, dass ich Oliver nicht vorgebe, mit was er sich zu beschäftigen hat. Obwohl das ja voll gut für die Motorik ist. Oder weil das dies und jenes fördert.</p>
<p>Ich schaue meinen Sohn an. Was <strong>interessiert</strong> ihn gerade? Aha, er schleppt gerade unheimlich gern Autos ab. Dann lass ich ihn damit spielen, so oft und so lange er das will. Kaufe mit ihm passendes Zubehör ein. Bis sich ein neues Interesse bemerkbar macht. Oh, Omas Lippenstift interessiert ihn. Das war z.B. der Grund, weshalb ich ihm ein <a href="http://amzn.to/2f96Wc3" target="_blank" rel="nofollow noopener">Schminkköfferchen</a>* kaufte. Nicht, weil ich der Meinung bin, gegen diesen ganzen Genderquatsch anzukämpfen, sondern weil er mir gezeigt hat, dass er es mag.</p>

<h3>6. Ich bin nicht inkonsequent, wenn ich meine Meinung ändere</h3>
<p>Ganz klassisch. Wir stehen an der Kasse im Supermarkt und Minimi will ein Ü-Ei.</p>
<p>Als ich &#8222;Unerzogen&#8220; noch nicht kannte, war ich auf dem Trip, dass ich auf jeden Fall &#8222;Nein.&#8220; sagen muss. Weil er sonst immer eins will. Weil da Zucker drin ist und der ist ungesund. Weil andere denken könnten, dass ich weich bin und mich nicht <strong>durchsetzen</strong> kann.</p>
<p>&#8222;Unerzogen&#8220; hat mir gezeigt, dass es kein Weltuntergang ist, wenn mein Sohn mit einkauft und sich Dinge aussucht, die er mag. Wenn der <strong>Geldbeutel</strong> es zulässt, warum nicht? Wenn ich überlege, was ich alles für Zeug einpacke, weil ich es mag, ist ein Ü-Ei doch eine Lappalie.</p>
<p>Oder ein anderes Beispiel, das oft bei uns Thema ist: Losgehen oder losfahren. Auch, wenn ich zuerst der Meinung bin, dass wir JETZT los müssen, darf ich meine Meinung ändern. Ich bin nicht <strong>inkonsequent</strong>, wenn ich meinem Sohn noch Zeit gebe, sein YouTube Video zu Ende zu sehen oder unser Auto an der Tankstelle zu waschen, damit wir danach los können.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7311" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-waescht-auto-an-der-tankstelle.jpg" alt="Kind wäscht Auto an der Tankstelle" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-waescht-auto-an-der-tankstelle.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-waescht-auto-an-der-tankstelle-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Ich sehe ihn als gleichwertigen Menschen an, der <strong>mit entscheiden</strong> darf, wann wir aufbrechen. Von einem Erwachsenen würde ich mich doch auch überzeugen lassen. Warum dann nicht auch von meinem Sohn?</p>
<h3>7. Mein Sohn MUSS auch</h3>
<p>Wenn die Zeit aber knapp wird, weil ein wichtiger Termin steht, dann plane ich schon im Voraus ein, dass mein Sohn möglicherweise nicht sofort los will. <strong>Zeitdruck</strong> ist ein absoluter Stimmungskiller bei uns. Deshalb versuche ich, mich gar nicht erst von der Zeit unter Druck setzen zu lassen.</p>
<p>Und wenn&#8217;s nun trotz Zeiteinplanung brenzlig wird und wir los <strong>MÜSSEN</strong>? Dann müssen wir los.</p>
<p>Unsere kleine Familie war beispielsweise mit dem Auto geschäftlich unterwegs. Mein Mann musste einige Shops besuchen und dort die Mitarbeiter/innen trainieren. Währenddessen dümpelte ich mit Oliver in der Gegend rum. Bis wir einen Platz mit einem Berg voller <a href="http://amzn.to/2x9pZv6" target="_blank" rel="nofollow noopener">Lego Duplo</a>* Bausteine fanden.</p>
<p>Wir waren so vertieft in unser Spiel, als mein Mann plötzlich anrief. Wir müssen JETZT los. Also was kann ich tun? Mein Sohn wollte natürlich nicht sofort los. Er wollte weiterspielen. Hätte ich am Liebsten auch gemacht, aber es ging nicht. Ich erklärte es ihm. Klappte nicht. Er wollte &#8222;noch einmal&#8220; einen Baustein setzen. Ok. Danach wollte er weiterspielen. Allmählich kam ich ins Schwitzen. Mein Mann wartete im Auto und wollte los. Mein Sohn wollte weiterspielen und nicht los.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7301" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-mit-einem-berg-aus-lego-duplo-bausteinen.jpg" alt="Kind spielt mit einem Berg aus Lego Duplo Bausteinen" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-mit-einem-berg-aus-lego-duplo-bausteinen.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-mit-einem-berg-aus-lego-duplo-bausteinen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Nach mehrmaligen Versuchen meinerseits, ihn zum Mitnehmen zu animieren, sagte ich ihm, dass wir jetzt los müssen. Ich hatte einen günstigen Moment abgepasst, in dem er gerade mit Bauen fertig war und nahm ihn hoch. Er <strong>protestierte</strong>. Weinte. Ich tröstete ihn. Es tat mir wirklich in der Seele weh, ihn einfach gegen seinen Willen mitzunehmen. Es ist keine Umgangsweise, die ich tagtäglich pflege. Aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden.</p>
<p>Ich versuche, wenn wir trotz Zeiteinplanung in so einer blöden Situation landen, meinem Sohn so oft und lange wie möglich seinen Willen zu lassen. Ich gebe ihm Möglichkeiten, &#8222;Nein.&#8220; zu sagen, so oft es halt geht. Aber irgendwann müssen wir los, weil es unumgänglich ist.</p>
<h3>8. Meine Handlungen sollten nicht von der Meinung anderer beeinflusst werden</h3>
<p>Gerade in der Lego Duplo Situation bekomme ich schnell Herzrasen. Drumherum all die Eltern mit ihren Kindern, die gerade mitbekommen, dass ich mein Kind nicht im <strong>Griff</strong> hab. Es ist SO unangenehm für mich gewesen. Ich wusste mir nicht zu helfen, kam aus der Situation nicht raus. Zwischenzeitlich dachte ich, hau ich einfach den Spruch &#8222;Dann geh ich jetzt ohne dich.&#8220; raus. Krass oder? Zu was für perfiden <strong>Methoden</strong> man plötzlich bereit ist, wenn man sich bedrängt fühlt.</p>
<p>Ein ganz schwieriges Thema, mit dem ich persönlich immer wieder auf&#8217;s Neue zu kämpfen habe: Die Angst, was andere denken könnten und meine Handlungen danach auszurichten. Kind läuft lieber nur mit Socken statt mit Schuhen die Straßen entlang. Kind will ein zweites Eis. Kind ist 2,5 Jahre alt und will jetzt, mitten auf dem Spielplatz, gestillt werden und schreit laut &#8222;Bitte, Mama, bitte!!!!&#8220;, damit sich auch wirklich jede/r zu uns umdreht. Oh mein Gott, was sollen nur die Leute von uns<strong> denken</strong>??</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7303" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-draussen-mit-socken-auf-dem-gehweg.jpg" alt="Kind läuft draußen mit Socken auf dem Gehweg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-draussen-mit-socken-auf-dem-gehweg.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-draussen-mit-socken-auf-dem-gehweg-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich könnte dir noch hundert weitere Beispiele nennen, in denen ich so starr vor Angst war, was andere denken könnten.</p>
<p>Aktuell arbeite ich daran. Ich habe mir vorgenommen, mich nicht mehr auf die Damentoilette zu verziehen, wenn mein Sohn im Restaurant gestillt werden möchte. Nein. Das will und werde ich nicht mehr mitmachen. Ich werde für mein Recht, an öffentlichen Orten stillen zu dürfen, und für das Bedürfnis meines Sohnes, gestillt zu werden, einstehen. Auch, wenn er &#8222;schon&#8220; 2,5 Jahre alt ist. Ich habe mir vorgenommen, meine Handlungen nicht von der Meinung anderer beeinflussen zu lassen.</p>
<p>Wenn mein Sohn also wieder einen Wutanfall bekommt, dann schau ich gar nicht erst hoch, wer uns beobachten könnte. Ich <strong>konzentriere</strong> mich auf meinen Sohn und blende alles um mich herum aus. Es ist egal, wer böse guckt. Es ist egal, was für Kommentare dazwischen zischen. Es ist auch völlig gleich, was sie denken KÖNNTEN! Ich bin hier und jetzt bei meinem Sohn und nirgendwo anders.</p>
<div id='c8312_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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<h3>9. Ich bin ich und du bist du</h3>
<p>Was ich erst vor relativ kurzer Zeit durch &#8222;Unerzogen&#8220; gelernt habe: Ich kann, will und werde niemanden <strong>ändern</strong>, die/der sich nicht ändern will.</p>
<p>Ich bin beispielsweise in einer Familie groß geworden, in der autoritär erzogen wurde. Als Oliver dann auf die Welt kam, kamen sie alle mit ihren Ratschlägen und Tipps und Ängsten und verwirrten mich total. Und dann dachte ich nur so: Ich kann mir das alles anhören und dann damit machen, was ich will. Ich kann es so machen, wie sie sagen oder auch nicht und gehe meinen eigenen Weg. Ich wollte, dass das akzeptiert wird und das wurde es auch (zumindest zum Teil).</p>
<p>Doch plötzlich fingen mein Mann und ich selber an, alle um uns herum ändern zu wollen. Weil &#8222;Unerzogen&#8220; ja so richtig und wichtig und super ist. Ich erkannte, dass &#8222;Unerzogen&#8220; nicht nur bei meinem Kind anfängt und endet. Es geht weiter und bezieht sich auf unser gesamtes <strong>Umfeld</strong>. Auf die/den Partner/in, Freunde, Bekannte, Verwandte, Nachbarn, Fremde, ja, sogar den Umgang mit Tieren, eben alle um uns herum.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5939" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Großfamilie" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich lernte, andere zu <strong>akzeptieren</strong> wie sie sind, unabhängig davon, ob ihr &#8222;<a href="https://www.milchtropfen.de/wenn-erziehungsstile-kollidieren/"  rel="noopener">Erziehungsstil</a>&#8222;, ihre Haltung und Lebensweise mit meiner übereinstimmte oder nicht.</p>
<p>Genau dasselbe gilt für unseren Sohn. Wenn ich ihn frage, ob er etwas für mich wegschmeißen kann, weil ich gerade aufräume und andere Dinge mache, und er mit &#8222;Leider nicht.&#8220; antwortet, akzeptiere ich das. Ich zwinge ihn nicht dazu. Wenn er beim Aufräumen helfen will: Gern. Wenn er mitkochen will: Da ist deine Leiter.</p>
<h3>10. Kinder sind keine Besitztümer</h3>
<p>Ich will meinem Sohn seinen freien Willen lassen. Er ist nicht irgendetwas, das ich besitze, und so behandel ich ihn auch nicht. Ich <strong>fordere</strong> nichts, was er nicht will (außer, es ist gefährlich, wir müssen jetzt wirklich los o.ä.).</p>
<p>Doch dann bin ich mit meinem Sohn auf dem Spielplatz und wir begegnen Familien, die alles andere als &#8222;unerzogen&#8220; leben. Die ihre Kinder anblaffen, ihre Ängste herunterspielen, respektlos ihnen gegenüber sind. Das zu beobachten, ist hart. Da schwirrt oft der Satz in meinem Kopf: Sind halt ihre Kinder. Ich darf mich da nicht <strong>einmischen</strong>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7316" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-haelt-sich-die-augen-zu.jpg" alt="Kind hält sich die Augen zu" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-haelt-sich-die-augen-zu.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-haelt-sich-die-augen-zu-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Kinder sind aber keine Gegenstände, die man besitzt und über die bestimmt wird. Sie sind Menschen. Sie gehören niemandem, außer sich selbst. Es ist ihr Körper. Ich darf nicht darüber entscheiden und auch sonst niemand (ausgenommen bei Gefahr).</p>
<p>Wenn einige meinen, ihrem Kind eine auf den Hinterkopf zu geben, weil es nicht hört, muss ich <strong>einschreiten</strong>. Das ist meine Pflicht. Und wenn ich auch &#8222;nur&#8220; die Polizei rufe, weil ich mich nicht traue, was zu sagen, dann habe ich mehr getan als dumm daneben zu stehen und mit dem Kopf zu schütteln.</p>
<p>Jede/r hat das <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_2.html" target="_blank" rel="noopener">Recht auf körperliche Unversehrtheit</a>. Steht sogar im Grundgesetz.</p>
<h3>11. Vertrauen in Selbstbestimmung</h3>
<p>Ich sorge also für mein Kind, damit es ihm weder seelisch noch körperlich an irgendetwas fehlt. Ich bereite ihm beispielsweise gesundes Essen zu. Aber was, wenn er das nicht essen will? Wenn er früh morgens lieber <strong>Eis</strong> essen will? Muss ich da einschreiten, damit mein Kind körperlich unversehrt bleibt?</p>
<p>Ich für meinen Teil habe gelernt, meinem Kind zu <strong>vertrauen</strong>, dass es weiß, was ihm gut tut und eben nicht. Es gibt also Eis bei uns, wenn meinem Sohn danach gelüstet. Ich stelle ihm dann noch als weiteres Angebot was Gesundes daneben. Mal nimmt er sich was davon, mal aber auch nicht. Das finde ich völlig ok.</p>
<p>Aber was, wenn er draußen nackt herumlaufen will, obwohl es doch schon recht kalt ist? Ich weise ihn darauf hin, dass es draußen windig und kühler ist und er nackig wahrscheinlich frieren wird. Manchmal entscheidet er sich dann doch für etwas <strong>Kleidung</strong>. Manchmal aber auch nicht. Ich nehme dann Kleidung mit für den Fall, dass er sich doch umentscheidet. Und weißt du was? In 2,5 Jahren wurde er 3 Mal krank, darunter zwei Erkältungen und ein gemeiner <a href="https://www.milchtropfen.de/einmal-norovirus-bitte/" rel="noopener">Norovirus</a>. Ich denke schon, dass mein Sohn weiß, was ihm gut tut.</p>
<p>Wenn es sehr spät am Abend ist und <a href="https://www.milchtropfen.de/mein-kind-will-nicht-schlafen-gehen/" rel="noopener">mein Kind immer noch nicht schlafen kann/will</a>, dann ist das auch völlig in Ordnung. Dann soll er halt schlafen gehen, wenn er bereit dazu ist. Wenn er müde ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5430" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/kind-liest-mit-papa-buch-im-bett.jpg" alt="Kind liest mit Papa Buch im Bett" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/kind-liest-mit-papa-buch-im-bett.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/kind-liest-mit-papa-buch-im-bett-300x190.jpg 300w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/kind-liest-mit-papa-buch-im-bett-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Was ich sagen will: Es ist sein Körper. Ich werde ihn nicht dazu zwingen, nur Gesundes zu essen, ich werde ihn nicht <a href="https://www.milchtropfen.de/rosenkohl-zum-essen/"  rel="noopener">zum Probieren zwingen</a>, ich werde ihn so gut es geht niemals zu etwas zwingen. Wenn er Waschmittel probieren will, sitze ich aber nicht still daneben und schaue zu, wie er gleich lernt, was mit dem Waschmittel in seinem Körper passiert. Ich hoffe, du verstehst, wo da meine <strong>Grenze</strong> liegt.</p>
<h3>12. Grenzen wahren</h3>
<p>Wo wir schonmal beim Thema Grenzen sind. Es heißt ja immer so schön &#8222;Kinder brauchen Grenzen.&#8220; und ich finde, das stimmt ganz und gar nicht. Nicht Kinder brauchen <strong>Grenzen</strong>. Kinder können sehr gut einschätzen, wenn ihnen was zu viel wird und stehen ausgezeichnet für ihre Grenzen ein.</p>
<p>Wir Eltern hingegen sollten uns da eine Scheibe abschneiden und selber auf unsere Grenzen schauen und diese <strong>wahren</strong>. Wenn ich meine eigenen Grenzen nicht wahren kann, ist mein Kind nicht dafür verantwortlich zu machen. Es hat ein Bedürfnis. Ich hab ein Bedürfnis. Aber welches wiegt mehr?</p>
<p>Wenn ich beispielsweise vorne im Auto sitze und mein Baby aus voller Kehle hinten im Autositz schreit, ich aber nach Hause will, dann frage ich mich: Welches Bedürfnis wiegt mehr? Kann ich mein Bedürfnis zurückstellen, um das meines Kindes zu stillen? Können unsere Bedürfnisse zugleich gestillt werden (&#8222;<strong>unden</strong>&#8220; sagen die Unerzogenen)?</p>
<p>Im Beispiel mit dem Auto heißt das: Ich fahre nicht 15 Minuten mit einem panisch schreienden Kind durch die Stadt, um ja nur schnell nach Hause zu kommen. Natürlich will ich nach Hause. Es ist spät. Ich bin müde. Ich will nach Hause was essen. Mein Mann ist auch schon zu Hause und er soll sich um das Baby kümmern oder dergleichen. Aber mein Baby lebt im Jetzt. 15 Minuten Schreien bedeuten für es Todesangst. Es will beruhigt werden. Kuscheln. Gestillt werden. In Mamas Gesicht sehen und wissen: In ihren Armen ist alles gut. Mehr will ein Baby nicht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4685" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/05/baby-geniesst-mamas-naehe.jpg" alt="Baby genießt Mamas Nähe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/05/baby-geniesst-mamas-naehe.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/05/baby-geniesst-mamas-naehe-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Also halte ich an und beruhige mein Baby. Versuche es nach einer Weile wieder. Es gab auch schon Zeiten, da hab ich das Auto an Ort und Stelle stehen lassen und bin mit den Öffis nach Hause gefahren, weil es einfach nicht anders ging.</p>
<p>Natürlich hätte ich mein Baby in die Schale pressen, festschnallen und wie der geölte Blitz nach Hause fahren können, während es die ganze Stadt zusammenschreit. Aber das wollte ich nicht. Ich sah mein Bedürfnis nicht so wichtig, meinem Baby das anzutun, und stellte es zurück.</p>
<p>Hier lassen sich übrigens auch prima <strong>Alternativen</strong> finden, um diesen Konflikt zu vermeiden. Auto meiden, Öffis nehmen, Essen einpacken für unterwegs, mit dem Baby schlafen, wenn es schläft, früher los, wenn Baby noch nicht so müde ist, Unterhaltung fürs Baby einpacken und und und.</p>
<h3>13. Für die eigenen Bedürfnisse sorgen</h3>
<p>Momentan macht der kleine Mann keinen Mittagsschlaf und schläft trotzdem erst gegen 01:00 Uhr morgens ein. Das ist hart, äußerst Kräfte zehrend und macht unheimlich <strong>wütend</strong>.</p>
<p>Und diese Wut, hat mich &#8222;Unerzogen&#8220; gelehrt, will mir etwas sagen. Meine Wut will mir sagen, dass es mir nicht gut geht.</p>
<p>Im obigen Fall bedeutet meine Wut, wenn mein Kind nachts immer noch auf 180 ist und hüpfen und springen und beißen will, und ich komplett im Eimer bin, dass ich für mich sorgen muss. Ich bin 24/7 mit meinem Kind beschäftigt. Gibt es in dieser Zeit eine Möglichkeit, für mich zu sorgen? Mir <strong>Ruheinseln</strong> zu schaffen? Tankstellen? Was kann ich für mich tun, damit ich diese Zeit schaffe, ohne mein Kind nonstop anzumeckern und genervt zu reagieren?</p>
<p>Können wir eine/n Babysitter/in einstellen? Eine Reinigungskraft, die im Haushalt unterstützt? Kann sonstwer helfen? Freunde, Familie, irgendwer? Sich mit dem Kind beschäftigen oder sonstwie helfen?</p>
<p>Oder kann mir etwas genau in diesem Moment, in dem ich wütend bin, <strong>helfen</strong>? Schokolade? Lieblingsmusik? Ein Spruch, der mich wieder runterholt? Atmen? Mit meinem Kind baden, damit ich entspannen und es rumplanschen kann?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-939" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet.jpg" alt="Frau entspannt und atmet" width="679" height="431" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Was will mein Kind? Will es mit mir toben oder reicht es aus, wenn ich mich in den Raum lege, ruhe, und es um mich herumwirbelt?</p>
<p>Nicht mein Kind ist dafür zuständig, dass meine Bedürfnisse gestillt werden. Dafür bin ich allein <strong>verantwortlich</strong>. Ich muss mich um mich selbst kümmern. Das darf ich meinem Kind nicht aufbürden und ihm vorhalten, wenn es das nicht kann, weil es für seine eigenen Bedürfnisse einsteht.</p>
<h3>14. Ich breche aus alten Mustern aus</h3>
<p>Ich wurde erzogen und es haften immer noch <strong>alte Glaubenssätze</strong> in meinem Kopf, die ich nicht wegbekomme. Beispiel Wände bemalen. Das war vor einigen Wochen total angesagt bei uns.</p>
<p><a href="https://www.milchtropfen.de/kind-bemalt-waende/" rel="noopener">Unser Sohn bemalte also unsere Wände</a> und wir waren am Durchdrehen. Er hatte einen eigenen <a href="https://www.milchtropfen.de/wir-zaubern-dirnen-malort/" rel="noopener">Malort</a> zum kreativen Entfalten. Aber nein, die weißen Wände waren attraktiver. Hier ein Strich, da ein Krikelkrakelbild, dort bisschen Knete, da mal rumkleckern &#8211; es war furchtbar.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5782" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/mein-kind-malt-gern-an-den-waenden-bemalte-wand-voller-knete.jpg" alt="Mein Kind malt gern (an den Wänden) - bemalte Wand voller Knete" width="679" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/mein-kind-malt-gern-an-den-waenden-bemalte-wand-voller-knete.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/mein-kind-malt-gern-an-den-waenden-bemalte-wand-voller-knete-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/mein-kind-malt-gern-an-den-waenden-bemalte-wand-voller-knete-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Ich befasste mich mit dem Thema. Was will er? Was braucht er? Was ist sein Bedürfnis? Was treibt ihn dazu, an den Wänden zu malen, obwohl ich &#8222;Nein.&#8220; gesagt habe? Am Ende löste ich unseren Konflikt, indem ich ihm zugestand, SEIN Zimmer, SEIN Spielzeug, so zu gestalten, wie er es wollte.</p>
<p>Ich trennte mich von &#8222;<strong>Man darf nicht</strong> an den Wänden malen&#8220;, befreite mich von meinen Ängsten und Sorgen und ließ etwas Unerzogenes zu. Unser Sohn darf an den Wänden malen. An einigen, nicht an allen, denn wir leben auch in der Wohnung und fühlen uns nicht wohl, wenn alles voller wirrer Striche ist. Das funktionierte für uns ganz gut.</p>
<p>&#8222;Unerzogen&#8220; bedeutet für mich, alte Muster zu <strong>hinterfragen</strong> und ggf. zu durchbrechen.</p>
<p>Mein Sohn bewirft mich mit Sand. Meine erste Reaktion wäre normalerweise:&#8220;Ich will nicht mit Sand beworfen werden. Hör auf, mich mit Sand zu bewerfen. Wirf lieber da hin.&#8220;</p>
<p>Aber diesmal machte ich daraus eine kleine Sandschlacht und warf etwas Sand auf seine Füße. Wir jagten uns also quietschend über den Spielplatz und bewarfen uns mit Sand. Er mir gegen die Beine, ich ihm auf die Füße. Es machte Spaß und zeigte mir, dass ich auch einfach mal über meinen Schatten springen und aus alten Mustern ausbrechen darf. Es wirkt befreiend.</p>
<div id='c5208_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<h3>15. Mein Kind ist &#8222;gut&#8220;</h3>
<p>Mein Kind ist nicht &#8222;böse&#8220;. Sein Handeln hat immer einen <strong>Grund</strong>. Es will mich nicht ärgern, sondern auf etwas aufmerksam machen.</p>
<p>In meinem Beitrag &#8222;<a href="https://www.milchtropfen.de/blogparade-missverstaendnisse-zwischen-kindern-und-erwachsenen/" rel="noopener">Missverständnisse zwischen Erwachsenen und Kindern</a>&#8220; erzählte ich von einem Ereignis zwischen meinem Vater und mir. Ich wollte eine Szene aus dem Film &#8222;Dornröschen&#8220; nachspielen und sagte zu ihm &#8222;Komm, Alter!&#8220;. Mein Vater reagierte empört und ließ mich links liegen. Und ich stand da wie ein begossener Pudel und wusste nicht, was gerade passiert war.</p>
<p>Dieses Ereignis hat mich gelehrt, meinem Kind stets Gutes zu unterstellen. Wenn es <strong>haut</strong>, ist es nicht böse. Es weiß sich vielleicht nicht anders auszudrücken. Wenn es <strong>beißt</strong>, ist es auch nicht böse. Vielleicht zahnt es gerade. So kann das auf jede Situation angewandt werden. Bevor wir unseren Kindern etwas Gemeines <strong>unterstellen</strong>, sollten wir schauen, ob wir uns nicht doch irren, und es uns etwas ganz anderes mitteilen wollte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7319" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-mit-klarem-blick.jpg" alt="Kind hält sich die Augen zu" width="680" height="428" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-mit-klarem-blick.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-mit-klarem-blick-400x252.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Natürlich erkenne ich auch, wenn mein Sohn jemanden mit <strong>Absicht</strong> zurück schubst, weil er versehentlich angerempelt wurde, als es darum ging, die Kaninchen zu füttern.</p>
<p>Da gehe ich dazwischen, schütze das andere Kind. Mein Sohn hat mir gezeigt, dass er sich nicht anders zu helfen weiß, wenn er angerempelt wird. Ich bin an der Reihe. Wie kann er sich anders schützen, sich wehren? Sollten wir mit ihm einen <strong>Verteidigungskurs</strong> besuchen, damit er lernt, sich zu wehren, statt nach dem Motto &#8222;Auge um Auge, Zahn um Zahn&#8220; zu leben?</p>
<h3>16. Ich bin Vorbild</h3>
<p>Obige Kaninchensituation hat mir auch gezeigt, dass mein Sohn (bisher) keine andere Möglichkeit kennt, sich zu wehren, sich zu schützen, zu <strong>verteidigen</strong>.</p>
<p>Wir wollen, dass er <strong>selbstbewusst</strong> ist. Dass er den Mut hat, &#8222;Nein.&#8220; zu sagen, wenn es ihm zu weit geht. Das kann er. Und wir akzeptieren sein &#8222;Nein.&#8220; und hören beispielsweise mit dem Kitzeln auf, wenn er nicht mehr mag.</p>
<p>Trotzdem ist er total schüchtern und vorsichtig. Lässt den lauten Kindern auf dem Spielplatz den Vorrang und wartet, bis frei ist. Nur da kommt schon das nächste Kind, das sich vorbei drängelt. Er hat das Nachsehen.</p>
<p>Da fiel mir auf, dass ich zwar in solchen Situation ganz klar für mich einstehen würde, persönlich aber auch eine von der <strong>schüchternen</strong> Sorte bin. Wenn ich mich wohl fühle, blühe ich auf, aber das braucht seine Zeit.</p>
<p>Vielleicht hat mein Sohn ja von mir Zurückhaltung gelernt. Er sieht mich 24/7, im Gegensatz zu seinem vor Selbstbewusstsein strotzendem Vater.</p>
<p>Wenn ich meinem Kind also Dankbarkeit zeigen will, Höflichkeit, Empathie, Selbstbewusstsein usw., dann muss ich auf mich schauen: Bin ich denn überhaupt so? Sieht mein Sohn, dass ich dankbar bin, höflich, empathisch, selbstbewusst usw.? Lebt sein Umfeld nach diesem Vorbild?</p>
<h3>17. Ich muss nicht für alles eine Lösung haben</h3>
<p>&#8222;Unerzogen&#8220; hat mir auch gezeigt, dass ich nicht für alles eine Lösung parat haben muss.</p>
<p>Wir sitzen beispielsweise drinnen, schauen aus dem Fenster. Es <strong>regnet</strong>. Mein Sohn will, dass es aufhört zu regnen. Kann ich nicht ändern. Es macht ihn traurig und er will wirklich, dass es jetzt aufhört zu regnen. Kann ich trotzdem nicht <strong>ändern</strong>.</p>
<p>Was ich tun kann, ist da zu sein. Ich kann nicht alles zu seinen Gunsten ändern. Aber ich kann ihm zeigen, dass ich immer für ihn da bin. Kann ihm sagen, dass der Regen auch was <strong>Gutes</strong> hat. Kann mit ihm draußen in den Pfützen hüpfen und ihm begreiflich machen, dass uns Regen nicht davon abhält, rauszukommen. Oder dass man an Regentagen auch ganz coole Sachen drinnen machen kann. Regen hat auch seine angenehmen Seiten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5802" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/kind-spielt-mit-autos-in-grosser-regenpfuetze.jpg" alt="Kind spielt mit Autos in großer Regenpfütze" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/kind-spielt-mit-autos-in-grosser-regenpfuetze.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/kind-spielt-mit-autos-in-grosser-regenpfuetze-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/kind-spielt-mit-autos-in-grosser-regenpfuetze-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>18. Es zeugt von Stärke, sich Hilfe zu holen</h3>
<p>Ich bin nicht immer gut gelaunt. Manchmal sind meine <strong>Reserven</strong> voll aufgetankt und es ist ein leichtes für mich, auf mein Kind einzugehen, das fordernd &#8222;Mama, komm her!&#8220; nach mir ruft, während ich Pfannkuchen für uns mache.</p>
<p>Ja, und manchmal, da lief die Nacht kacke, dann bin ich müde, dann ist der Papa schon aus dem Haus auf dem Weg zur Arbeit, die Wohnung sieht aus wie Sau, ich sehe all die Arbeit, niemand hilft mir, niemand unterstützt mich und dann kann ich es weniger leicht verkraften, für einen <strong>fordernden</strong> 2,5-Jährigen da zu sein, mit dem ich den ganzen Tag spielen soll.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7323" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mensch-haengt-schlapp-ueber-einem-baumstamm-im-wasser.jpg" alt="Mensch hängt schlapp über einem Baumstamm im Wasser" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mensch-haengt-schlapp-ueber-einem-baumstamm-im-wasser.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mensch-haengt-schlapp-ueber-einem-baumstamm-im-wasser-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Da ist es wieder an mir, für mich zu sorgen. Kann mir jemand helfen? Nein? Das ist blöd. Denn da ist nunmal auch der Junge, der nicht versteht, dass ich <strong>erschöpft</strong> bin, und nun dies und das will.</p>
<p>Ja, da bin ich auch <strong>frustriert</strong>. Ausgelaugt. Und will eigentlich nur meine Ruhe haben. Geht aber nicht. Und wenn ich es nicht schaffe, für meine Bedürfnisse zu sorgen, reagiere ich auch schnell mit <strong>Wut</strong>.</p>
<p>In &#8222;Unerzogen&#8220; bin ich auf den <a href="https://www.milchtropfen.de/out/wutkurs" target="_blank" rel="nofollow noopener">Wutkurs</a>* von Ruth gestoßen. Ich hoffe, hier noch einige Dinge lernen zu können, die mir helfen, mit meiner Wut umzugehen.</p>
<p>Denn, sich Hilfe zu holen, sollte nichts sein, wofür man sich schämen muss. Die einen machen eine <strong>Therapie</strong>, um ihre Traumata aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, die anderen holen sich Hilfe im Haushalt, die anderen tauschen sich aus, nehmen an Kursen teil, lesen passende Literatur.</p>
<p>Wir sind alle nicht perfekt und haben unser Päckchen zu tragen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns damit abfinden. Wir reflektieren unser Verhalten und wollen etwas ändern. Dafür benötigen wir manchmal <strong>Hilfe</strong> und nehmen diese auch in Anspruch.</p>

<h3>19. Ich belohne und bestrafe nicht</h3>
<p>Was ich bereits vor &#8222;Unerzogen&#8220; lebte: Ich belohne kein &#8222;gutes&#8220; Verhalten und bestrafe kein &#8222;schlechtes&#8220; Verhalten. Hier half mir das Buch <a href="http://amzn.to/2jAUuqP" target="_blank" rel="nofollow noopener">&#8222;Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung&#8220;</a>* von Alfie Kohn, die Schattenseiten des Belohnungs- und Bestrafungssystems zu verstehen.</p>
<p>Selbst bei &#8222;Unerzogen&#8220; spalten sich die Geister und viele fühlen sich unwohl, ihr Kind nicht zu loben.</p>
<p>Meiner Auffassung nach ist Belohnung und Bestrafung wie <strong>Dressur</strong>. Selbst, wenn ich mein Kind nicht bestrafe, wenn es die Vase zerdeppert, indem ich es auf die stille Treppe schicke o.ä., ist Belohnung für &#8222;gutes&#8220; Verhalten genau so schädlich.</p>
<p>Belohnung bedeutet, ich stelle mich über jemanden und gebe ihm zu verstehen, was angeblich richtig ist. Ich lobe und bestrafe, um sein <strong>Verhalten</strong> zu lenken, weil ich der Meinung bin, dass es das nicht von selbst herausfinden kann. Ich lobe mein Kind mit &#8222;Das hast du aber fein gemacht.&#8220;, wenn es den Müll in den Mülleimer schmeißt. Mein Ziel: Dieses Verhalten zu <strong>fördern</strong>. Ich zeige meinem Kind, dass es GUT ist, Müll in den Mülleimer zu schmeißen.</p>
<p>Wenn ich erzähle, dass ich meinen Sohn nicht lobe, kommen immer ganz traurige Reaktionen. Der Arme. Er wird immer um deine <strong>Anerkennung</strong> betteln und alles dafür tun, um von dir gesehen zu werden.</p>
<p>Dass ich meinen Sohn nicht lobe, bedeutet nicht, dass ich ihn <strong>ignoriere</strong>, wenn er mir etwas freudestrahlend zeigt. Ich bin trotzdem da und sehe ihn. Ich sehe, was er gemacht hat und freue mich mit ihm. Ich sitz nicht einfach nur da und schaue teilnahmslos drein.</p>
<p>Ich erkenne sehr wohl an, wenn er ins Töpfchen gepullert hat. Ich schreie aber nicht:&#8220;JA! Super! Fein hast du das gemacht! Klasse! PRIMA!&#8220; Ich sage beispielsweise:&#8220;Hey, du hast ins Töpfchen gemacht. Als wir gerade gespielt haben, warst du ganz hibbelig. Da muss deine Blase schon ganz schön voll gewesen sein. Jetzt ist sie leer und du bist entspannter. Jetzt können wir weiterspielen. Willst du das Töpfchen im Klo ausschütten?&#8220;</p>
<p>Oder ein anderes Beispiel: Mein Sohn zeigt mir, was er gemalt hat. Viele würden hier einfach antworten:&#8220;Super.&#8220; Fertig. Konversation beendet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6690" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/08/kind-malt-auf-tablet.jpg" alt="Kind malt auf Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/08/kind-malt-auf-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/08/kind-malt-auf-tablet-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/08/kind-malt-auf-tablet-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich persönlich denke nicht, dass mein Sohn von mir gerade wissen will, ob ich sein Gemaltes toll finde oder nicht. Er will <strong>Kontakt</strong>. Ich sage dann zum Beispiel:&#8220;So viele Farben! Wie hast du DAS denn gemacht?&#8220; und dann ist er schon eifrig dabei, mir zu erzählen, wie er dies und das gemalt hat. Oder WAS er genau gemalt hat.</p>
<p>Eine völlig andere <strong>Kommunikation</strong>, finde ich. Aber das ist einfach nicht für jede/n was. Ist auch ok. Da spielt dann wieder die Akzeptanz rein.</p>
<h3>20. Selbstreflexion</h3>
<p>Akzeptieren will ich persönlich nicht, dass ich autoritär erzogen wurde und das nun angeblich 1:1 <strong>übernehmen</strong> muss, weil ich es nicht anders kenne. Ich FÜHLE, wenn ich mein Kind ungerecht behandelt habe. Ich SEHE, wie verletzt er ist, wenn ich rummotze.</p>
<p>Ich persönlich gebe mich nicht damit zufrieden, so zu sein, wie ich bin und rede mich raus, weil ich daran angeblich nichts ändern kann.</p>
<p>Wenn ich abends im Bett liege und mir dieses oder jenes Ereignis ins Gedächtnis rufe, über das ich <strong>unzufrieden</strong> bin, weil ich es m.M.n. unglücklich angegangen bin, frage ich mich: Was hätte ich stattdessen tun können? Wie gehe ich diesen Konflikt beim nächsten Mal besser an? Was habe ich in dem Moment gebraucht und was mein Kind? Was könnte mir/ihm helfen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7042" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett.jpg" alt="Frau liegt entspannt auf dem Bett" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Es tut mir gut, mein Handeln zu hinterfragen. Auch mal <strong>zuzugeben</strong>: Das war echt nicht ok, was ich da gesagt habe. Wie kann ich da an mir arbeiten? Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann sagt mir das, dass ich Hilfe brauche.</p>
<h3>21. Fehler eingestehen</h3>
<p>Wenn ich mies zu meinem Kind war und wieder am Boden der Tatsachen angekommen bin, sehe ich, was ich angerichtet habe. Mein Kind ist traurig. Verkrümelt sich. Ich geh ihm hinterher, er lässt es zu. Ich <strong>entschuldige</strong> mich für mein Verhalten. Sage, dass das echt nicht in Ordnung war, dass ich so laut geworden bin. Versuche ihm begreiflich zu machen, woran es liegt.</p>
<p>So möchte ich ihm zu verstehen geben, dass auch ich als seine Mutter Fehler mache. Dass ich Gefühle habe. Bedürfnisse. Dass ich kein Roboter bin, der zu 100% <strong>funktioniert</strong>, und manchmal einfach k.o. bin. Dass ich aber auch die Kraft habe, das einzugestehen und mich dafür zu entschuldigen. Ich erwarte von ihm keine Entschuldigung, aber es ist mir <strong>wichtig</strong>, ihm zu sagen: Es tut mir ehrlich Leid. Ich habe meinen Fehler erkannt. Daran will ich arbeiten.<br />
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<h2>Was &#8222;Unerzogen&#8220; für mich NICHT ist</h2>
<p>So gehe ich nun meinen Weg und lese und lese und lese und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es gibt SO viele, die &#8222;unerzogen&#8220; leben. Und trotzdem so viele <strong>Irrtümer</strong> darüber.</p>
<p>Ich möchte dir daher kurz und knapp erklären, was &#8222;Unerzogen&#8220; für mich absolut NICHT ist:</p>
<h3>1. Selbstaufgabe, Kind darf ALLES</h3>
<p>In &#8222;Unerzogen&#8220; geht es um die Bedürfnisse aller. Babys, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Haustiere&#8230; Eben alle, die zusammen leben, eigene Bedürfnisse haben und deren Erfüllung fordern.</p>
<p>Es geht nicht darum, dass man Konflikten aus dem Weg geht, das <strong>Kind alles machen lässt, was es will</strong>, und gar nicht an sich oder andere denkt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7329" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/junge-mit-iro-lederjacke-und-jeans.jpg" alt="Junge mit Iro, Lederjacke und Jeans" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/junge-mit-iro-lederjacke-und-jeans.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/junge-mit-iro-lederjacke-und-jeans-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Es geht darum, die Bedürfnisse meines Kindes und der anderen wahrzunehmen, darauf einzugehen, aber mich selber dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Das bedeutet auch, dass mein Kind eben nicht alles darf, was es will und tun und lassen kann, was es will, denn auch wir, die mit ihm zusammenleben, haben Bedürfnisse, die zu <strong>berücksichtigen</strong> sind.</p>
<p>Auch Menschen unseres Umfelds, Nachbarn, Fremde usw., haben Bedürfnisse, die berücksichtigt werden sollten. Es ist schwierig, die Mitte zu finden. Wenn mein Kind laut in der Wohnung trampelt, weil es nunmal so läuft, und die <strong>Nachbarn</strong> unter uns sich beschweren, dann muss da irgendeine Lösung gefunden werden. Natürlich könnte ich auch rotzig sagen:&#8220;Kinder sind nunmal laut. Finden Sie sich damit ab.&#8220;, aber das wäre in meinen Augen nicht &#8222;Unerzogen&#8220;. &#8222;Unerzogen&#8220; bezieht sich nicht nur auf mein Kind.</p>
<h3>2. Richtig und Falsch</h3>
<p>&#8222;Unerzogen&#8220; bedeutet nicht zwangsläufig, dass (Langzeit-)gestillt werden MUSS. Oder dass alle im Familienbett schlafen. Es geht auch nicht um Tragetuch-, Tragegurt- oder Kinderwagen<strong>pflicht</strong>, Stoffwindeln, Wegwerfwindeln oder Windelfrei.</p>
<p>&#8222;Unerzogene&#8220; können Hausfrau/-mann, selbstständig, Azubis, ganz oben auf der Karriereleiter in Entscheidungsposition, angestellt oder was auch immer sein.</p>
<p>&#8222;Unerzogene&#8220; Kinder gehen in die <strong>Kita</strong> oder auch nicht, gehen zur <strong>Schule</strong> oder auch nicht.</p>
<p>Für mich existiert nicht DAS Bild von &#8222;Unerzogen&#8220; und &#8222;Nur so geht Unerzogen&#8220;. Es geht um die Einstellung. &#8222;Unerzogen&#8220; ist eine <strong>Haltung</strong>, kein Erziehungsstil im üblichen Sinne.</p>
<p>Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einen ersten, tieferen Einblick in &#8222;Unerzogen&#8220; geben. Was bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für dich?<br />
</p>
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		<title>Treffen sich ein Kind und ein Tablet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2017 01:31:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist das ein Witz? Kann sein. Nur weiß ich noch nicht, wie dieser enden wird. Wie er anfängt, wisst ihr jetzt. Wir haben unseren 2-jährigen Sohn auf unser Tablet losgelassen&#8230; Treffen sich ein Kind und ein Tablet Es klingt wie ein Scherz. Ist aber keiner. Das Ende ist noch nicht geschrieben. Aber den Anfang kann ... <a title="Treffen sich ein Kind und ein Tablet" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet/" aria-label="Mehr zu Treffen sich ein Kind und ein Tablet">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ist das ein Witz? Kann sein. Nur weiß ich noch nicht, wie dieser enden wird. Wie er anfängt, wisst ihr jetzt. Wir haben unseren 2-jährigen Sohn auf unser Tablet losgelassen&#8230;</p>
<p><span id="more-4619"></span><div id='c1363_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Treffen sich ein Kind und ein Tablet</h2>
<p>Es klingt wie ein Scherz. Ist aber keiner. Das Ende ist noch nicht geschrieben. Aber den Anfang kann ich euch schonmal erzählen.</p>
<p>Mein Mann und ich begeben uns auf ein fremdes Gebiet. Lassen los von „Du darfst pro Woche ein kurzes Video sehen (dessen Inhalt WIR bestimmen).“. Stattdessen heißt es nun bei uns „Du willst etwas auf dem Tablet schauen? Ok.“</p>
<h2>Seid ihr bekloppt?</h2>
<p>Früher hätte ich bei solchen Sprüchen mit dem Kopf geschüttelt. Die Eltern für verrückt erklärt. Für asozial gehalten. Weil sie ihr Kind einem Gerät mit ordentlich <strong>Suchtpotential</strong> aussetzen. Statt sich mit ihrem Kind zu beschäftigen. Es ist unverantwortlich!</p>
<p>Ja, so in etwa stelle ich mir meine Reaktion vor. Aber heute denke ich anders. Warum? Woher der plötzliche Sinneswandel?</p>
<h2>Ruth</h2>
<p>Nur einige Tage ist es her, seit ich auf Facebook einer Gruppe beitrat. Der „Unerzogen leben“-Gruppe. Auf diesem Weg lernte ich den <a href="http://unerzogenleben.com/index.php/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gleichnamigen Blog von Ruth</a> kennen. Das Thema „Unerzogen leben“ fesselte mich. Wenngleich es für mich kein völlig neues Gebiet war.<br />
Rasch musste ich jedoch feststellen, dass ich erzog. Obwohl ich es nicht wollte. Beispielsweise beim Thema „Tablet“. Mein Mann und ich waren der festen Überzeugung, unser Kind zu schützen. Vor der <strong>Sucht</strong>.</p>
<p>Der kleine Mann wollte nicht nur EIN Video sehen. Kaum war das eine zu Ende, wollte er noch eins sehen. Und noch eins. Und noch eins. Das hätte er tagelang machen können. Wir waren froh, diesem Suchtverhalten einen Riegel vorzuschieben. Zum <strong>Schutz</strong>. Davor, dass er nicht verdummt. Den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als vor dem Tablet zu sitzen. Zu glotzen. Sich berieseln zu lassen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4670" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind starrt auf Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-starrt-auf-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Denn da draußen wartete doch das <strong>Leben</strong> auf ihn! Spielplätze mit vielen Kindern! Wälder! Strände! Ohne Ende Natur! Straßen voller Menschen! Jeder anders als der andere! Trubel und Tumult, in den er sich stürzen sollte! Um am Abend gemütlich zu Hause in unseren Armen einzuschlummern. Den anstrengenden, aber gigantischen Wahnsinn zu verarbeiten, den er erlebt hatte. DAS war meine Vorstellung von Leben. Dieses Leben sollte er führen. Aber ich fand Ruth’s Blog. Las ihre Beiträge. Und verstand: Ich muss loslassen.</p>
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<h2>Ängste</h2>
<p>Ich musste meine Angst loslassen. Und sie in <strong>Vertrauen</strong> umwandeln. Vertrauen in die Fähigkeiten meines Sohnes. Darin, dass er weiß, dass das Tablet keine verbotene Frucht mehr ist, die er pausenlos kosten muss. Nichts außergewöhnliches.</p>
<p>Indem wir unserem Sohn freistellten, zu entscheiden, wann, wie oft und wie lange er das Tablet benutzen wollte. Dadurch würden wir dem Tablet seine magische Anziehungskraft nehmen. Es sollte etwas werden, was er als Beschäftigungsmöglichkeit ansehen konnte. Damit er eine Auswahl treffen kann. Nicht etwas, das es nur selten gibt und daher in jeder nur erdenklichen Sekunde inhaliert werden muss. Vielleicht sogar so weit, dass er unsere Regeln irgendwann mit Verheimlichen oder Lügen umgehen würde.</p>
<p>Das ist es nicht, was wir wollen. Was wir wollen, ist Vertrauen. So, wie es bisher immer war. Unser Sohn sagt uns die Wahrheit. Weil er weiß, dass er nicht bestraft wird. Weder durch Liebesentzug noch sonst irgendetwas. Es war nie der Fall und soll es auch nie werden. Schmerzlich genug sind die eigenen Erinnerungen.</p>

<h2>Vertrauen</h2>
<p>Die ersten Tage, nachdem wir unserem Sohn freien Zugang zum Tablet erlaubten, war hart. Anfangs gab es nichts anderes. Kaum wachte er morgens auf, hieß es „Tablet?“. &#8211; Zack! &#8211; krabbelte er aus dem Bett und holte das Tablet. Ich setzte mich neben ihn. Wir schauten gemeinsam. Frühstück? „Nein. Tablet.“ Raus gehen? Frische Luft schnappen? Wir müssen noch einkaufen gehen. „Nein. Tablet.“ Was es auch war: Zähne putzen, schlafen gehen &#8211; er wollte es nicht. Nur das Tablet nahm er wahr.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4672" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind malt und schreibt auf Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-schreibt-auf-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich hatte mich auf diese Zeit vorbereitet. Erfahrungsberichte anderer Eltern gelesen. Auch bei ihnen waren die Kinder erstmal nicht vom Tablet wegzubekommen. Als würden sie denken, die Zeit, in der sie endlich mal ans Tablet durften, sei begrenzt. Müsse ausgekostet werden. Nichts hat mehr Bedeutung. Befürchteten sie etwa, dass das Tablet verschwindet, sobald sie es aus der Hand geben? Vielleicht starrten sie deshalb ewig auf den Bildschirm. Ihre Eltern ließen sie. Und wir ließen unseren Sohn.</p>
<p>Wir vertrauten ihm. Er sollte es kennenlernen. Verstehen, dass es fortan zu seinem Leben dazugehört. Aber dass es auch andere Dinge im Leben gibt.</p>
<h2>Kikifax</h2>
<p>Vor der „Unerzogen leben“-Methode schauten wir uns <strong>Videos</strong> auf YouTube an. Feuerwehr. Polizei. Bagger. Dinge, die ihn interessierten. Aber von denen er auch etwas lernen konnte. Wir ließen ihn immer nur „echte“ Videos schauen. Kein verblödetes Zeichentrickgedöns. In denen Fahrzeuge Gesichter haben. Freudig im Kreis hüpfen. Kitschige Lieder singen.</p>
<p>Auf diesem Weg befreiten wir uns zumindest vom schlechten Gewissen, wenn wir unser Kind vor dieses gefährliche Gerät setzten. Immerhin war es <strong>lehrreich</strong>.</p>
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<p>Als der kleine Mann freien Zugang zum Tablet erhielt, änderte sich erst nichts. Wenn er ein (wie ich es nannte) „Kikifax“-Video ansehen wollte, verneinte ich. Sagte, das seien hohle Videos. Kikifax. Ohne Inhalt. Nur zur Unterhaltung. Und derart auf kindlich gemacht, dass mir die Galle hochkam.</p>
<p>Doch wer Werbung schaltet, landet oben in der Playliste. Weshalb der kleine Mann eines Tages ein Werbevideo anklickte. Von einem weiblichen Zeichentrickfeuerwehrauto. Mit Augen. Wimpern. Einer schrillen Stimme. Mit diesem Video begann die Zeit des Horrors.</p>
<h2>Angst vor Verdummung</h2>
<p>Kaum hatte ich meine Angst überwunden, tauchte sie wieder auf. Nur ausgetauscht gegen eine andere. Zuvor sorgte ich mich noch, dass unser Sohn süchtig wird. Nun befürchtete ich, dass er <strong>verdummt</strong>. Die Videos, die er ansah, waren kolossaler Schwachsinn. Die bunte Welt der quietschenden Schnuffeltierchen brach über mir zusammen.</p>
<p>Ich versuchte es mit Regulation. Wollte meinen Sohn auf vernünftige Inhalte umlenken. Er weigerte sich. Mit voller Inbrunst! Er schrie mir dermaßen die Ohren voll, dass ich schnell begriff.</p>
<p>Anfangs tat ich mich schwer damit, ihn diesen Blödsinn sehen zu lassen. Ich meine: Eine Bahn mit Psychoaugen. Alle lächeln und sind total glücklich! Jaaaaaa! Fliegende Hundehäufchen mit Kulleraugen! Sie sprechen, als hätten sie Helium eingeatmet! Schau nur! Sie tanzen über einen Regenbogen! Welche Farben kannst du erkennen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4673" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kinder drehen durch" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kinder-drehen-durch-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Begleitet wurde der Wahnsinn von einer nie enden wollenden Heididei-Musik. Ich sag euch, ich hatte es nicht leicht. Doch der kleine Mann fand es grandios. Er drückte auf Wiederholen. Immer und immer wieder. Diese gestellte perfekte Welt machte mich rasend. Und ödete mich gleichzeitig an.</p>
<h2>Was kann ich tun?</h2>
<p>Wir haben keinen Fernseher mehr. Aber DAMALS (war alles besser, nein). Ich erinnere mich, dass ich gern vor der Glotze saß. Mich berieseln ließ. Ich hatte wie immer einen beschissenen Tag auf der Arbeit verbracht. Auf dem Heimweg fuhr die Bahn nicht. Natürlich. Denn ich wollte ja nach Hause. Endlich daheim angekommen, brauchte ich meine Ruhe. Abschalten. Fernseher an. Essen. Und alle Viere von mir strecken.</p>
<p>Vielleicht ist es beim kleinen Mann nicht vergleichbar. Mag sein, dass er nicht berieselt werden will. Sondern es schlichtweg interessant findet. Und sogar etwas dabei lernt. Was immer das sein mag. Aber diese Sichtweise von damals half mir, es gut sein zu lassen. Ich akzeptierte, dass er jetzt „hohles Zeug“ sehen wollte.</p>
<p>Was ich tun konnte, tat ich. Ich setzte mich neben ihn. Wir kuschelten und machten es uns gemütlich. Ich leistete ihm <strong>Gesellschaft</strong>, statt ihn damit allein zu lassen. Hier und da warf ich was ein. Erklärte, was in den Szenen geschah. Benannte die Gefühle. Manchmal sagte ich auch einfach nichts und schwieg. Ab und zu zeigte mir mein Sohn, was er gesehen hatte. Dann unterhielten wir uns darüber.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4671" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Mutter und Kind schauen Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-mutter-und-kind-schauen-tablet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wenn meine <strong>Angst</strong> wiederkehrte, unternahm ich etwas gegen sie. Ich befürchtete, dass mein Sohn neben all dem Tabletgucken das Essen vergisst. Ich fragte ihn zwar, aber er sagte jedes Mal „Nein.“. Während er auf den Bildschirm starrte. Meine Sorge bekämpfte ich, indem ich einen leckeren Snack bereitstellte. Er aß nicht viel, aber zumindest eine Kleinigkeit.</p>
<p>Vor den Kindern mit <strong>Buckel</strong> habe ich auch Angst. Nicht direkt vor ihnen. Sondern davor, dass mein Sohn vom ewigen Gucken einen Buckel bekommt. Ich bekämpfe meine Angst, indem ich das Tablet auf Büchern staple. Oder wir legen uns hin und schauen im Liegen. Dann macht mein Sohn keinen krummen Rücken. Manchmal ist es leicht, seine Angst zu besiegen.</p>
<h2>Eigene Bedürfnisse</h2>
<p>Ein ganz wichtiger Punkt, finde ich. Der kleine Mann kann jederzeit das Tablet benutzen. Das heißt aber nicht, dass unser Leben nur noch Zuhause stattfindet. Und wir uns ausschließlich nach ihm richten müssen. Ich bin ein Mensch, der liebend gern rausgeht. Wenn wir eine besonders beschissene Nacht hinter uns haben, ist es frische Luft, die mir gut tut. Gleich nach der heißen Dusche. Und einem leckeren Frühstück.</p>
<div id='c2256_31_19' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div>
<p>In der Anfangszeit, als der kleine Mann noch „inhalierte“, war der <strong>Tagesablauf</strong> schwer zu planen. Er dachte wohl, das Tablet würde dann verschwinden. Ich versicherte ihm, das Tablet würde warten. Draußen hatten wir kein Internet. Konnten eh nichts gucken. Wenn wir wieder Zuhause sind, versprach ich weiter, können wir gern weitergucken. Er vertraute mir. Wir gingen raus. Verbrachten eine schöne Zeit an der frischen Luft. Abends kehrten wir heim. Und wie versprochen durfte er zum Tablet.</p>
<p>Wenn unsere Babysitterin da ist, darf er auch gucken. Aber wir raten ihm, seine Zeit mit ihr zu nutzen, da sie nur einmal pro Woche kommt. Das Tablet ist immer da. Sie nicht. Erst zögert er. Dann legt er das Tablet beiseite. Und spielt etwas anderes mit ihr.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4674" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind malt und klebt" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-malt-und-klebt-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<h2>Aktueller Stand der Dinge</h2>
<p>So läuft es momentan. Es ist mal so, mal so. Manchmal ist es nervig, wenn ich mir diesen hohlen Kikifax ansehen muss. Zum tausendsten und abertausendsten Mal. Aber es ist auch schön, wenn ich erkenne, dass dieser hohle Kikifax doch nicht so hohl ist. Die Babystimmen nerven mich immer noch, keine Frage. Aber immerhin geben sich die Leute Mühe. Denken sich Szenen aus. Probleme. Passende Lösungen. Zumindest betrifft das die Videos, die wir aktuell sehen. Wer weiß, was uns noch erwartet. Es geht bestimmt noch viiiiel schlimmer!</p>
<p>Wichtig fand ich wie gesagt, dass hier jedermanns <strong>Bedürfnisse</strong> geachtet werden. Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, gehen wir raus. Das hat anfangs enorm <strong>Geduld</strong> gekostet. Weil der kleine Mann unbedingt schauen wollte. Ich ließ ihn. Schaute weiter mit ihm. Wenn ich Hunger bekam, ließ ich ihn allein weitergucken. Was auch mal ganz angenehm war. Dann machte ich uns Essen. Kam zurück. Und wir guckten zusammen weiter.</p>
<p>Später äußerte ich erneut den Gedanken, nach draußen zu gehen. Je nachdem, wie dringend ich es wollte, formulierte ich die Sätze anders. Wenn ich wirklich raus musste, war es keine Frage mehr, ob wir rausgehen wollen. Ich entschied es. „Lass uns jetzt rausgehen.“ Es dauerte noch eine Weile. Ich zog mich indes an. Redete, was wir unternehmen könnten. Wohin wir gehen könnten. Und irgendwann klappte es dann und der kleine Mann klinkte sich ein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4675" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind mit Mutter unterwegs" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-mit-mutter-unterwegs-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Falsche Zielsetzung</h2>
<p>Den Kommentar eines „Unerzogen leben“-Mitglieds fand ich ganz interessant. Er antwortete auf den Beitrag einer Mutter, die ihr Kind ebenfalls selbstbestimmt Tablet schauen ließ. Anfangs saßen die Kinder vier <strong>Stunden</strong> pro Tag am Tablet. Was sich später auf etwa 15 Minuten reduzierte. Im Durchschnitt. In mir kam der Drang auf, das nachzumachen. Aber mit einem falschen Ziel. Ich wollte unseren Sohn selbstbestimmt Tablet schauen lassen. Aber nur, damit wir diese 15 Minuten erreichen.</p>
<p>Da bremste mich der Kommentar des Gruppenmitglieds. Er erwiderte, dass das nicht das Ziel sein sollte. Es könnte sich ja auch herausstellen, dass ein anderes Kind liebend gern Stunden am Tablet verbringt. DAS ist Selbstbestimmung. Diesen Kommentar nahm ich mir zum Vorbild. Ich ergänzte ihn dann nur noch durch das Kapitel „Eigene Bedürfnisse“.</p>
<h2>Das große Ganze</h2>
<p>Vielleicht wundert es euch, dass es bei uns nur wenige Tage gedauert hat, damit es bei uns „klappt“. Dass der kleine Mann das Tablet beiseite legen und etwas anderes machen kann. DAS bezeichne ich als „klappen“. Es ist nicht die Zeit, die er damit verbringt. Es ist der <strong>Umgang</strong>. Er weiß, das Tablet ist da. Immer. Es wird ihm nicht weggenommen oder dergleichen. Ich bin schon etwas erstaunt, dass er das versteht.</p>
<p>Ich kann es nur vermuten, aber vielleicht waren es die Umstände, unter denen unser Sohn aufgewachsen ist. Der kleine Mann wächst <strong>bedürfnisorientiert</strong> auf. Das bedeutet zum Beispiel, dass er weiterhin nach Bedarf gestillt wird. Wir schlafen gemeinsam im Familienbett, weil er es nicht allein kann/will (und ich mittlerweile auch nicht). Bei uns gibt es kein Lob und kein Tadel. Keine Belohnung für „gutes“ Benehmen. Keine Bestrafung und Konsequenz für „schlechtes“.</p>
<p>Außerdem geht der Papa arbeiten &#8211; zu Hause und auswärts. Ich arbeite von zu Hause und bastle an unserem Blog. Den kleinen Mann betreue ich dabei rund um die Uhr. Aber auch der Papa ist öfter zu Hause als manch anderer. Weil der kleine Mann nicht in die Kita geht, unternehmen wir viel gemeinsam. Zusammen. Als Familie. Selten spielt der kleine Mann allein. Es sei denn, er will das wirklich. Kann ich bis jetzt an einer Hand abzählen. Einmal pro Woche gönnen wir uns eine Babysitterin. Das war’s.</p>
<p>Das soll kein Dogma sein! Bloß nicht! Ich wollte nur kurz unser Leben beleuchten. Euch zeigen, wie unser Sohn aufwächst. Vielleicht hat eins dieser Dinge geholfen, damit es so ist, wie es aktuell ist. Keine Ahnung. Das nur als Randnotiz für diejenigen von euch, die ihr Kind auch selbstbestimmt mit dem Tablet umgehen lassen wollen. Und bei denen es nicht so recht „klappen“ will.</p>

<h2>Gibt es gar keine Grenzen?</h2>
<p>Zum Schluss muss ich noch hinzufügen: Wir haben uns von Anfang an für ein paar Grenzen entschieden. Wenn das bedeutet, dass das keine Selbstbestimmung mehr ist, dann hört sie für uns hier auf. Hier schützen wir unseren Sohn wieder. Zum Einen: Unser Sohn kann gern Lieder hören. Kindersendungen sehen. Dokumentationen. Filme, die für sein Alter (oder darunter) geeignet sind. Was auch immer. Wir ziehen einen Schlussstrich bei Gewaltszenen, pornografischen Inhalten und dergleichen. Ganz klar. Wir schützen ihn vor solchen Inhalten. Das liegt in unserer <strong>Verantwortung</strong>. Er weiß nicht, was es für kranke Videos im Internet gibt. Davor bewahren wir ihn.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4676" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video.jpg" alt="Treffen sich ein Kind und ein Tablet - Kind guckt YouTube Video" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/05/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet-kind-guckt-youtube-video-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Zum Anderen: <strong>Spiele</strong> sind nicht auf dem Tablet drauf. Genauso wenig wie auf unseren Smartphones. Hier war vor allem mein Mann das Zünglein an der Waage. Er ist der Computerfreak. Er kennt sich aus. Weiß, wie Spiele gemacht werden, um wirklich süchtig zu machen. Mit Zielsetzung. Belohnungssystem und dergleichen. Alles Dinge, die nicht in unseren „Erziehungsstil“ passen. Der kleine Mann soll eigene Ziele haben. Und sie nicht vorgesetzt bekommen. Belohnungen lehnen wir sowieso ab. Wenn es ein Spiel gibt, das alldem nicht entspricht, dann werden wir es uns holen. Wir sind dem Ganzen zumindest nicht völlig abgeneigt.</p>
<p>Puh! Das war eine ganze Menge, die ich loswerden musste. Hier endet mein Beitrag erst einmal. Wenn sich einschneidende Erlebnisse ereignen, werde ich einen Nachtrag schreiben. Bis dahin kann ich sagen: Ich bin froh über unsere Entscheidung.<br />
</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de/treffen-sich-ein-kind-und-ein-tablet/">Treffen sich ein Kind und ein Tablet</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.milchtropfen.de">Milchtropfen</a>.</p>
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