Blogparade: Missverständnisse zwischen Kindern und Erwachsenen

Kind und Mutter verschränken die Arme und schauen ernst
Wutkurs - Kind lässt Teddy am Boden liegen


Eine Szene mit meinem Papa, an die ich mich noch heute sehr gut erinnern kann. Die mir gezeigt hat, dass Erwachsene ihre Kinder oft einfach komplett missverstehen, weil sie hinter deren Verhalten nichts „Gutes“ sehen.

Heute möchte ich dir von jenem Ereignis erzählen und dich dazu ermutigen, mal drüber nachzudenken, ob dein Kind es wirklich so gemeint hat, wie du denkst.

Nimm teil an meiner Blogparade „Missverständnisse zwischen Kindern und Erwachsenen“.

Blogparade: Missverständnisse zwischen Kindern und Erwachsenen

Als Kind hab ich den Film „Dornröschen“ von Walt Disney geguckt.

Es ging um folgende Szene: Dornröschen geht mit den Tieren im Wald spazieren und singt. Der Prinz, der auf seinem Pferd reitet, ist auch im Wald unterwegs und hört ihre liebliche Stimme. Er will sein Pferd dorthin lenken, wo die Stimme her kommt, doch das Pferd weigert sich. Der Prinz verspricht ihm eine extra Portion Hafer und Karotten – das Pferd freut sich und ist einverstanden. Mit dem Satz „Komm, Alter!“ reißt er das Pferd herum und sie reiten geschwind Richtung singender Stimme.

Reiter auf einem Pferd

Die Szene hatte sich aus irgendeinem Grund bei mir eingeprägt.

Dann war ich wieder in der Realität. Es war Winter, draußen lag ganz viel Schnee. Wir waren bei meinen Großeltern und es ging für einen Spaziergang nach draußen. Ich durfte auf unserem Schlitten sitzen und mein Papa wollte mich ziehen. Und da schien mir der Ausruf „Komm, Alter!“ zu meinem Papa genau richtig.

Nur leider verstand mein Papa diesen Satz nicht so wie ich. Er fühlte sich beleidigt, ließ die Leine vom Schlitten los, brubbelte irgendwas und ließ mich allein zurück. Und ich saß da wie ein begossener Pudel und wusste nicht, was ich falsch gemacht hatte. Während mein Papa den anderen entrüstet erzählte, was gerade passiert war, stand ich auf und zog den Schlitten allein.

Kein Kind ist böse

Noch heute kann ich mich an dieses Ereignis erinnern. Es hat sich eingebrannt. Eben, weil es auch so traurig ist, dass mein Papa mich da total missverstanden hatte.

Heute denke ich mir: Warum geht man immer gleich vom Schlimmsten aus, wenn Kinder etwas sagen oder machen? Statt ihr Handeln zu hinterfragen, wird ihnen Böses unterstellt. Hätte mein Papa nicht einfach mal versuchen können, mir „Gutes“ zu unterstellen?

Vielleicht wäre er drauf gekommen, dass der Satz aus dem Film „Dornröschen“ stammt. Dass ich sozusagen einfach nur eine Szene nachspielen wollte. Es war ein Rollenspiel – mehr nicht. Der Satz „Komm, Alter!“ war überhaupt nicht böse gemeint.



Mein Ziel dieser Blogparade ist, zu sensibilisieren. Denn ich bin der festen Überzeugung: Kein Kind ist böse. Sein Handeln hat immer einen Sinn, einen Grund. Wir müssen uns nur die Zeit nehmen und die Mühe machen, diesen herauszufinden.

Ein paar Beispiele

Ein kleines Kind, das noch nicht sprechen kann, und andere haut, ist böse? In meinen Augen kann es sich (noch) nicht anders ausdrücken. Ich muss ihm zeigen, wie es – statt zu hauen – einem Kind mitteilt, dass es das blöd findet, wenn ihm seine Schippe weggenommen wird.

Du holst dein Kind von der Kita ab und es will sich nicht selber anziehen, obwohl es das schon kann. In deinen Augen ist es ein Zeichen von Faulheit und dass du dieser Einhalt gebieten musst. Sonst wird es noch mit 18 völlig unselbstständig sein. Nun, in meinen Augen ist dein Kind vom Kitatag einfach nur erschöpft und will mit dir kuscheln. Kraft tanken. Sich bei dir fallen lassen können, weil der Kitatag sehr anstrengend war. Es hat nichts mit Faulheit zu tun.

Kind und Mama kuscheln und lachen

An den Wänden malen ist verboten und TROTZDEM guckt dich dein Kind frech wie Bolle an und malt provokativ drauf los. „Der will mich doch provozieren! Reinste Schikane!“, mag es dir durch den Kopf schießen. Doch hast du dich mal gefragt, welches Bedürfnis tatsächlich hinter seinem Handeln stecken könnte?

Die Beispiele könnten endlos fortgesetzt werden, aber ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will: Kein Kind ist böse! Es ist dabei, zu lernen, nachzuahmen, zu spielen und dabei, dich auf etwas aufmerksam machen zu wollen.

Mach mit bei der Blogparade!

Kommt dir auch gerade so eine Szene in den Sinn, in der du als Kind total missverstanden wurdest? Oder gar eine, in der du dein Kind komplett falsch verstanden hast? Dann nimm doch an meiner Blogparade zu Missverständnissen zwischen Kindern und Erwachsenen teil und erzähl uns davon.

Hast du einen Blog?

Cool. Dann schreib deinen Beitrag zu diesem Thema wie gewohnt auf deinem Blog und verlinke deinen Text unten in den Kommentaren.

Hast du keinen Blog, willst aber dennoch etwas zum Thema beitragen?

Für den Fall, dass du keinen Blog hast, kannst du auch ganz einfach einen Gastbeitrag schreiben. Schick deinen Text an info@milchtropfen.de und du bist dabei!

Selbstverständlich kannst du auch einfach unten in den Kommentaren über das Thema erzählen.

Anregungen

Du willst loslegen, aber irgendwie kommst du nicht in den „Flow“? Für diesen Fall habe ich dir ein paar Fragen bereitgestellt, die dir womöglich weiterhelfen:

  • In welchem Moment hast du dich als Kind komplett unverstanden gefühlt? Beschreibe, was du eigentlich gemeint hast und wie es von den Erwachsenen interpretiert wurde. Wie hast du dich dabei gefühlt? Wie haben die Erwachsenen auf das Missverständnis reagiert?
  • Gab es eine Situation, in der du gemerkt hast, dass DU (d)ein Kind völlig missverstanden hast? Wie kam es dazu? Was ist passiert?
  • Konnte das Missverständnis aufgeklärt werden? Wenn ja, wie? Wenn nicht, wie hätte es deiner Meinung nach aufgeklärt werden können?
  • Warum und wie, denkst du, kommt es zu solchen Falschinterpretationen?

Ende der Blogparade

Die Blogparade geht bis zum 08.09.2017. Du hast also 4 Wochen Zeit, einen Beitrag zum Thema „Missverständnisse zwischen Kindern und Erwachsenen“ zu verfassen und mir zukommen zu lassen.

Wird es eine Zusammenfassung geben?

Ja. Nach Ende der Blogparade gibt es von mir eine Zusammenfassung von all jenen, die etwas zum Thema beigesteuert haben. Hier ein wichtiger Hinweis: Ich werte nur jene Beiträge aus, die in den Kommentaren unter meinem Blogparade-Beitrag bzw. unter meinem Facebook-Post stehen. Ich hoffe, du hast dafür Verständnis.

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Über Julia

Hallo! Ich bin Julia, 26 Jahre alt und blogge seit 2016. Ich bin Mutter eines kleinen Mannes (geb. 2015) und bastel mit Leidenschaft.
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