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	<title>Respekt &#8211; Milchtropfen</title>
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		<title>4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Oct 2018 12:36:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Schnappst du manchmal auch Sätze von den Menschen um dich herum auf und denkst dir nur &#8222;HÄ?! Das ist doch voll unlogisch.&#8220;? Heute stelle ich dir mal meine Top Vier der unlogischsten Sprüche vor, die ich von Eltern gehört habe. 4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören Als ich an diesem Beitrag gearbeitet habe, ... <a title="4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/4-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren/" aria-label="Mehr zu 4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schnappst du manchmal auch Sätze von den Menschen um dich herum auf und denkst dir nur &#8222;HÄ?! Das ist doch voll <strong>unlogisch</strong>.&#8220;?</p>
<p>Heute stelle ich dir mal meine Top Vier der unlogischsten <strong>Sprüche</strong> vor, die ich von Eltern gehört habe.</p>
<p><span id="more-10747"></span></p>
<h2>4 unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören</h2>
<p>Als ich an diesem Beitrag gearbeitet habe, hab ich mich gefragt, was ich damit bezwecken will. Was will ich mit diesem Artikel ausdrücken, fragte ich mich.</p>
<p>Es geht mir nicht darum, mich über andere lustig zu machen oder mich als bessere Mutter zu profilieren, indem ich mit dem Zeigefinger auf andere zeige.</p>
<p>Mir geht es heute einzig und allein darum, aufzuzeigen, wie unlogisch manche Eltern mit ihren Kindern reden und dass sich jede/r einzelne die folgenden Situationen mal unter <strong>Erwachsenen</strong> vorstellen sollte.</p>
<p>Mit den folgenden Beispielen sind wir auch ganz schnell beim Thema <strong>Adultismus</strong>, der Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen, die auf einem bestehenden Ungleichgewicht zwischen Erwachsenen und Kindern bzw. Jugendlichen fußt.</p>
<p>Kinder werden heute immer noch <strong>respektlos</strong> behandelt und es scheint kaum jemanden ernsthaft zu schockieren, dass Eltern so mit ihren Kindern reden.</p>
<p>Ich möchte heute einfach <strong>aufmerksam</strong> darauf machen, in welchen Sätzen sich Adultismus versteckt und, um den Beitrag nicht ganz so düster enden zu lassen, auch aufzeigen, wie man stattdessen mit dem betroffenen Kind hätte reden können.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-10777" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren.jpg" alt="Vier unlogische Sprüche, die Kinder von Erwachsenen hören | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="801" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren-287x430.jpg 287w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren-454x680.jpg 454w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/vier-unlogische-sprueche-die-kinder-von-erwachsenen-hoeren-33x50.jpg 33w" sizes="(max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<h2>1. Umgang mit Schmerz</h2>
<p>Folgende Situation spielte sich auf dem Spielplatz ab: Eine Mutter kommt mit ihrem Kind und einem Baby im Kinderwagen zum Spielplatz. Das ältere <strong>Kind</strong> ist mit seinem Laufrad unterwegs und fällt hin. Es fängt an zu <strong>weinen</strong>. Die Mutter meint daraufhin zum Kind, das noch am Boden liegt: &#8222;Wenn du selber hinfallen kannst, dann kannst du auch selber aufstehen.&#8220;.</p>
<p>Der Satz ist an und für sich schon unlogisch. Wenn ich immer so argumentieren würde, dann könnte ich auch sagen:&#8220; Wenn du dir ein Bein brichst, dann kannst du es auch reparieren.&#8220;.</p>
<p>Das Kind ist ja nicht absichtlich gestürzt. Es ist mit seinem Laufrad ausgerutscht und hingefallen. Versetze ich mich in die Lage jenes Kindes, was würde ich dann gern hören? Was täte mir in diesem Moment gut?</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10761" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-klebt-pflaster-auf-knie-vom-kind-das-mit-dem-laufrad-hingefallen-ist.jpg" alt="Mutter klebt Pflaster auf Knie vom Kind, das mit dem Laufrad hingefallen ist" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-klebt-pflaster-auf-knie-vom-kind-das-mit-dem-laufrad-hingefallen-ist.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-klebt-pflaster-auf-knie-vom-kind-das-mit-dem-laufrad-hingefallen-ist-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-klebt-pflaster-auf-knie-vom-kind-das-mit-dem-laufrad-hingefallen-ist-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Wahrscheinlich so etwas in der Art wie: &#8222;Oh je, hast du dir weh getan?&#8220;, &#8222;Bist du verletzt?&#8220;, &#8222;Ist alles in Ordnung bei dir?&#8220;, &#8222;Ups, da war der Boden echt rutschig. Warte, ich helf dir auf.&#8220;. Dazu vielleicht noch ein <strong>mitfühlender</strong> Blick, eine ausgestreckte Hand oder ein Streicheln und das Kind hätte etwas ganz anderes aus diesem Erlebnis gelernt.</p>
<p>Beispielsweise, dass Mama da ist, wenn es hingefallen ist und Schmerzen hat. Dass sie sich um es kümmert, sich um es sorgt, es liebt. Dass sie seinen <strong>Schmerz</strong> wahrnimmt und ernst nimmt.</p>
<p>Kein/e Erwachsene/r würde zu einem erwachsenen Menschen, der gerade vom Fahrrad gestürzt ist, sagen:&#8220;Wenn Sie selber hinfallen können, können Sie auch selber aufstehen.&#8220;. Das zeigt, wie <strong>unterschiedlich</strong> wir mit Kindern umgehen. Das zeigt Adultismus.</p>

<h2>2. Umgang mit Trauer</h2>
<p>Auf dem Spielplatz. Mir fällt ein Mädchen auf, das oft weint, scheinbar wegen jeder <strong>Kleinigkeit</strong>. Ihre Mama wirkt genervt. Das Mädchen entdeckt eine Blume, pflückt sie, lässt sie fallen, und will gerade wieder ansetzen zu weinen, als sie von ihrer Mutter unterbrochen wird mit folgenden Worten:&#8220;Elena (den Namen habe ich geändert), Elena, wir weinen nicht wegen einer Blume. Ok? Wir weinen nicht wegen einer Blume.&#8220;. Dabei schaut sie ihrer Tochter eindringlich in die Augen und hält ihre Hände. Das Kind weint nicht.</p>
<p>Und warum, frage ich, dürfen wir nicht wegen einer Blume weinen? Wenn sie uns doch gerade so <strong>wichtig</strong> war, dass wir sie gepflückt haben und behalten oder jemandem zeigen wollten. Diese wunderschöne und besondere Blume liegt jetzt auf dem nassen, sandigen Boden und eine ganze <strong>Welt</strong> bricht gerade für ein Mädchen zusammen. Ist das nicht tragisch? Da kann man doch richtig <strong>traurig</strong> werden und darüber <strong>weinen</strong>, oder etwa nicht?</p>
<p>Dürfen Kinder nur über Sachen weinen, die Erwachsene auch traurig finden? Wenn ein Mensch gestorben ist, ist das Grund genug, dass man weinen darf? Ist eine zu Boden gefallene Blume Grund genug, dass man weinen darf?</p>
<p>Niemand kann die Dinge so sehen, wie wir sie gerade mit unseren Augen sehen und kann sie auch nicht so fühlen, wie wir sie gerade mit unserem Herzen fühlen. Wenn also ein Kind aus tiefstem Herzen darüber bestürzt ist, dass ihm die Blume aus der Hand geglitten und zu Boden gefallen ist, und es nun das innere <strong>Bedürfnis</strong> danach verspürt, darüber zu weinen, dann ist das verdammt nochmal sein <strong>Recht</strong>.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10762" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-bewundert-loewenzahnblume.jpg" alt="Kind bewundert Löwenzahnblume" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-bewundert-loewenzahnblume.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-bewundert-loewenzahnblume-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-bewundert-loewenzahnblume-50x32.jpg 50w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Unsere Aufgabe ist es dann, zu begleiten. Und ja, ich befinde mich gerade mit meinem 3,5-jährigen Sohn in einer Phase, in der jedweder Kontakt mit anderen die reinste Achterbahnfahrt ist und ich viiiiiel <strong>begleiten</strong> muss. Ich kenne es wirklich gut, wenn irgendwann die Luft raus ist, aber wenn ich gerade keine <strong>Empathie</strong> oder Kraft übrig habe, mein Kind mit netten Worten durch seine Trauer oder was auch immer für ein unangenehmes Gefühl zu begleiten, dann kann ich immer noch <strong>Präsenz</strong> zeigen, meinen Mund halten und einfach da sein und Händchen halten (wenn mein Kind das zulässt).</p>
<p>Sicherlich hätte es dem Mädchen ganz gut getan, dass es mit seinem Schmerz gesehen wird. So etwa:&#8220;Oh nein, dir ist die Blume runtergefallen und das macht dich grad ganz traurig?&#8220;, daraufhin gibt es vielleicht ein weinendes &#8222;JAA!&#8220; als Antwort. &#8222;Stört es dich, dass die Blume jetzt voller Sand ist?&#8220;, woraufhin vielleicht noch ein schmerzlicheres &#8222;JAAAA!&#8220; kommt. &#8222;Würde es dir <strong>helfen</strong>, wenn wir die Blume unter Wasser halten und vom Sand befreien?&#8220;, was bei meinem Sohn zumindest schon ein kleines Lächeln aufblitzen lassen würde.</p>
<p>Es ist so schön, wenn eine kaputte Welt so einfach wieder repariert werden kann, manchmal ist das aber auch nicht möglich. Wenn mein Sohn zum Beispiel tief darüber <strong>bestürzt</strong> ist, dass jetzt der Mond aufgeht und die Sonne untergegangen ist. Das ist traurig und ich kann ihn auch <strong>verstehen</strong>, aber ich kann es nicht ändern. Und dann kann ich nichts weiter tun, als Verständnis zu zeigen und zu trösten bzw. zu schweigen und da zu bleiben, wenn ich nichts sagen darf.</p>
<p>Aber unsere Kinder lernen dadurch etwas ganz wichtiges: Zuwendung. Mitgefühl. Verständnis. Akzeptanz. Ihre eigenen Gefühle, die da gerade in ihnen toben und gesehen werden wollen.</p>

<h2>3. Umgang mit Autonomie</h2>
<p>Der <strong>Klassiker</strong>: &#8222;Wenn du &#8230; machst, dann &#8230;&#8220;</p>
<p>Dieses Beispiel lässt sich in jedweder Form variieren. In den vorderen Teil &#8222;Wenn du &#8230; machst&#8220;, kommt ein x-beliebiges <strong>Verhalten</strong> des Kindes, das von der/m Erwachsenen missbilligt wird. Auf das &#8222;dann &#8230;&#8220; folgen dann die kreativsten <strong>Strafandrohungen</strong>.</p>
<p>So zum Beispiel: Ein Kind, das gerade Laufrad fahren lernt, wird von seiner Mutter begleitet. Sie muss ziemlich hinterher hetzen, beschützend hält sie ihre Hände in Rückennähe ihres Kindes.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10769" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-hilft-kind-beim-fahrradfahren.jpg" alt="Mutter hilft Kind beim Fahrradfahren" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-hilft-kind-beim-fahrradfahren.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-hilft-kind-beim-fahrradfahren-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-hilft-kind-beim-fahrradfahren-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Das Kind schwenkt nach links und kommt vom ebenen Weg ab und wird von der Wiese gebremst. Es ist überrascht, scheinbar ist es selbst verwundert darüber, wo es gerade gelandet ist. Es freut sich und lacht, die Mama sagt, dass es lenken muss. Sie will das Kind wieder auf den ebenen Weg bringen, doch das Kind lenkt dagegen und freut sich. Die Mutter schaut verärgert drein und erwidert:&#8220;Wenn du so weitermachst, kannst du gleich absteigen.&#8220;</p>
<p>Ploppt bei dir auch gerade so ein &#8222;HÄ?!&#8220; auf? Bei mir schon. Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun? Wenn das Kind also nach links lenkt, dann kann es absteigen? Das ergibt doch gar keinen Sinn. Für jene Mutter ist dieser Satz sicherlich total logisch gewesen.</p>
<p>Eine <strong>logische Konsequenz</strong> ist das aber nicht, wenn das Kind nach links lenkt, dass es dann vom Laufrad absteigen soll. Diese Konsequenz hat sich die Mutter so ausgedacht. Denn eigentlich ist es keine natürliche oder logische Konsequenz, sondern schlichtweg eine Strafandrohung. Wenn du nicht so machst, wie ich es will, dann <strong>bestrafe</strong> ich dich. Leider immer noch ein Klassiker, wenn ich Eltern mit ihren Kindern reden höre.</p>

<h3>Auf der Suche nach Bedürfnissen</h3>
<p>Was aber wäre so schlimm gewesen, das Kind weiter über die Wiese fahren zu lassen? Vielleicht war die Mutter <strong>besorgt</strong>, dass es da so holprig und uneben ist und sie noch mehr aufpassen und hinterher sein muss, vielleicht sah sie schon den nächsten Sturz kommen und wollte es lieber <strong>vermeiden</strong>. Vermeiden, dass das Kind Schmerzen hat und weint, getröstet werden muss, vielleicht noch ein Wutanfall dazukommt, weil es nicht getröstet werden will.</p>
<p>Sie stellt ihr Bedürfnis nach Einfachheit und Sicherheit über das Bedürfnis ihres Kindes nach Spaß, Selbstbestimmung, Autonomie, Entdecken, Lernen uvm.</p>
<p>Und das wäre in meinen Augen auch ok gewesen, wenn es so <strong>kommuniziert</strong> worden wäre mit dem Kind. Stattdessen bekommt es aber nur eine für das Kind nicht nachvollziehbare <strong>Drohung</strong> zu hören und wird &#8222;gehorchen&#8220;, wenn es nach dem Prinzip von <strong>Belohnung</strong> und Bestrafung erzogen wird. Es hat gelernt, Dinge zu tun oder nicht zu tun, weil es dann entweder eine Belohnung bekommt oder bestraft wird. Es lernt nicht, worum es seiner Mutter in dem Moment eigentlich ging.</p>
<h3>Mögliche Kommunikation zwischen Mutter und Kind</h3>
<p>Was wäre, wenn stattdessen folgende Kommunikation zwischen Kind und Mutter abgelaufen wäre:</p>
<p>Mama:&#8220;Hups! Wo sind wir denn jetzt gelandet? Mitten auf der Wiese? Da fährt es sich aber echt holprig. Guck mal, wie viele Stöcker da rumliegen und wie viele Huckel es dort gibt. Lass uns wieder zum Gehweg zurück gehen, da fährt es sich <strong>leichter</strong>, ok?&#8220;</p>
<p>Die Mutter manövriert das Laufrad zurück zum Gehweg, doch das Kind lenkt wieder zur Wiese, beide landen wieder auf der Wiese und das Kind lacht.&#8220;</p>
<p>Mama:&#8220;Huch! Wir sind ja schon wieder auf der Wiese gelandet. Heißt das, dass du lieber auf der Wiese weiter fahren möchtest?&#8220;</p>
<p>Kind:&#8220;Jaaaaa! Auf der Wiese fahren!&#8220;</p>
<p>Mama, wenn es für sie ok ist:&#8220;Ok, aber dann halt dich gut fest, es wird jetzt nämlich etwas holprig. Und los&#8230;&#8220;</p>

<p><strong>ODER</strong></p>
<p>Mama, wenn es für sie nicht ok ist:&#8220;Ah, verstehe, du willst lieber auf der Wiese fahren, das macht dir wohl mehr Spaß, hm? Hör mal, ich sehe, dass hier überall Stöcker rumliegen und Schlaglöcher in der Wiese sind. Das <strong>erschwert</strong> uns das Laufradfahren, finde ich, weil du dann ständig über die Huckel oder in diese Löcher fährst. Ich hab da <strong>Sorge</strong>, dass du da so oft umfällst und würde uns das gern ersparen. Ich fände es <strong>angenehmer</strong>, wenn du hier auf dem Gehweg weiterfährst und ich dich dort begleite. Können wir auf den Gehweg zurückkehren und dort weiterfahren?&#8220;</p>
<p>Das sind wie gesagt alles nur ausgedachte <strong>Beispiele</strong>, wie das Gespräch zwischen Mutter und Sohn hätte statt der Strafandrohung verlaufen können. Meiner Meinung nach wird dadurch viel verständlicher, was Kind und Mutter wollen, es trägt zum gegenseitigen <strong>Verständnis</strong> bei.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10766" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an.jpg" alt="Mutter und Tochter Stirn an Stirn lächeln sich an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/mutter-und-tochter-stirn-an-stirn-laecheln-sich-an-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>4. Die Sache mit dem Vertrauen</h2>
<p>Manchen Eltern fällt es auch gar nicht auf, wenn sie etwas total Unlogisches sagen. So etwas wie &#8222;<strong>Pass auf</strong>!&#8220;.</p>
<p>Eltern sagen das, wenn sie ihr Kind darauf aufmerksam machen wollen, dass es jetzt bei dem, was es vorhat, besonders vorsichtig sein soll. Es ist gar nicht böse gemeint, wenn Eltern ihr Kind zu besonderer <strong>Vorsicht</strong> aufrufen.</p>
<p>Tatsächlich ist ein &#8222;Pass auf!&#8220; aber völlig unnötig. Kein Kind klettert auf ein Klettergerüst und ist dabei bewusst unvorsichtig oder hat vor, sich dabei zu verletzen. Natürlich unternimmt ein Kind alles in seiner Macht stehende, um eine <strong>Herausforderung</strong> zu meistern, dazu muss es nicht hören, dass es aufpassen soll.</p>
<p>Das Gegenteil tritt dann ein, wenn Kinder ständig und immerzu zu hören bekommen, dass sie auf dieses und jenes Acht geben und aufpassen und vorsichtig sein sollen: Sie beginnen, an sich selbst zu <strong>zweifeln</strong>. Dazu kommt noch die Angst ihrer Eltern und irgendwann passiert dann genau das, wovor die Eltern ihr Kind beschützen wollten: Es scheitert.</p>
<p>Was kann man also statt diesem schwammigen &#8222;Pass auf!&#8220; sagen? Wenn mein Sohn sich beispielsweise auf seinem Laufrad einer Straße nähert, dann sage ich so etwas ähnliches wie:&#8220;Ok, da vorne ist die Straße, da lassen wir dann ordentlich die Reifen quietschen (damit ist bei uns das Bremsen gemeint, das wir schon eingeführt hatten, als Oliver noch zu Fuß unterwegs war).&#8220; Es ist also kein direktes &#8222;Sei Vorsichtig!&#8220;, sondern lediglich eine kurze Erinnerung an ein kleines Spiel, das uns Spaß macht.</p>
<p>Für andere, nicht so heikle Situationen wie die obige mit der Straße können die Eltern sich auch einfach mal im <strong>Schweigen</strong> üben und das &#8222;Pass auf dich auf!&#8220;, das ihnen schon auf der Zunge liegt, herunterschlucken, oder sie <strong>ermutigen</strong> ihr Kind, indem sie ihm viel Spaß auf dem Klettergerüst wünschen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10764" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-baumelt-an-klettergeruest-und-hat-spass.jpg" alt="Kind baumelt an Klettergerüst und hat Spaß" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-baumelt-an-klettergeruest-und-hat-spass.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-baumelt-an-klettergeruest-und-hat-spass-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2018/10/kind-baumelt-an-klettergeruest-und-hat-spass-50x32.jpg 50w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Auch heute reden wir mit Kinder anders als mit Erwachsenen. Gerade in Momenten, in denen wir überfordert, genervt und gestresst sind, sagen wir Dinge zu unseren Kindern, die wir so nie zu einem <strong>Erwachsenen</strong> sagen würden.</p>
<p>Manchmal wiederholen wir einfach nur die Erziehungsmethoden, die wir selber als Kind erfahren haben, manchmal hat es sich aber auch erst allmählich im Alltag eingeschlichen, dass wir in einer bestimmten Art und Weise mit unseren Kindern <strong>reden</strong>, die wir aber nie benutzen würden, wenn wir mit unseren Freund*innen, Kolleg*innen usw. sprechen würden.</p>
<p>Das Gute: Wenn wir uns einmal darüber bewusst geworden sind, dann können wir endlich damit beginnen, uns zu ändern.</p>
<p>Damit meine ich nicht, dass wir uns einfach verbieten, in einer bestimmten Art und Weise mit anderen zu <strong>kommunizieren</strong> oder andere zu behandeln, sondern dass wir uns im ersten Moment selber verzeihen können, was bislang passiert ist. Dass wir uns bewusst damit auseinandersetzen, wie es dazu kommen konnte, weshalb wir so und nicht anders reagiert haben.</p>
<p>Wenn wir erkennen, dass wir so nicht weiter mit unseren Kindern reden wollen und uns dazu entscheiden, eine Kommunikation zu wählen, die <strong>Respekt</strong>, <strong>Wertschätzung</strong>, Akzeptanz, Zuneigung, Verständnis uvm. beinhaltet, dann haben wir das größte Hindernis schon hinter uns. Denn wir fangen endlich an, all das, was sonst für immer dagewesen und normal angesehen wurde, zu hinterfragen und einen neuen Weg einzuschlagen, das zu einem Leben führt, das uns mit anderen <strong>verbindet</strong> anstatt uns von ihnen zu trennen.</p>
<p>Was für unlogische Sprüche von Erwachsenen an Kinder kennst du noch?<br />
</p>
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		<title>Unerzogen &#8211; Was bedeutet das?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Sep 2017 04:20:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Heute möchte ich auf einen Artikel reagieren, in dem es um die unerzogene &#8222;Erziehungsmethode&#8220; geht. Denn oft wird &#8222;Unerzogen&#8220; &#8211; wie in jenem Beitrag &#8211; völlig missverstanden. Was also bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für mich? Unerzogen &#8211; Was bedeutet das? Der Grund, über &#8222;Unerzogen&#8220; zu schreiben, kam, als ich las, wie eine Bloggerin über die &#8222;unerzogene Erziehungsmethode&#8220; ... <a title="Unerzogen &#8211; Was bedeutet das?" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/unerzogen-was-bedeutet-das/" aria-label="Mehr zu Unerzogen &#8211; Was bedeutet das?">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute möchte ich auf einen Artikel reagieren, in dem es um die unerzogene &#8222;Erziehungsmethode&#8220; geht. Denn oft wird &#8222;<strong>Unerzogen</strong>&#8220; &#8211; wie in jenem Beitrag &#8211; völlig missverstanden.</p>
<p>Was also bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für mich?</p>
<p><span id="more-7224"></span></p>
<h2>Unerzogen &#8211; Was bedeutet das?</h2>
<p>Der Grund, über &#8222;Unerzogen&#8220; zu schreiben, kam, als ich las, wie eine Bloggerin über die &#8222;unerzogene Erziehungsmethode&#8220; schrieb und mich dabei wirklich rasend machte. Ich weiß nicht, wie oft ich beim Lesen mit dem Kopf schüttelte.</p>
<p>Einfach, weil sie über &#8222;Unerzogen&#8220; schrieb, ohne sich augenscheinlich vorher darüber <strong>informiert</strong> zu haben. Warum schreibt sie über etwas, das sie nicht kennt und nie ausprobiert hat?</p>
<p>Sie schreibt, dass sie mit ihrem Beitrag niemanden kränken will, aber das tut sie. Sie kränkt eine derart bedürfnisorientierte, einfühlsame, liebevolle Haltung; einfach, indem sie sich nicht vorher drüber schlau gemacht hat und nun ins Blaue hinein rät, was &#8222;Unerzogen&#8220; sein könnte.</p>
<p>Sie denkt, was viele &#8211; und auch ich &#8211; im 1. Moment denken: Unerzogen. Aha. Soll heißen: Kind darf alles machen, was es will. <strong>Laissez-faire</strong> eben. Die Eltern geben ihre Verantwortung komplett beim Kind ab.</p>
<p>Als ich damals auf diese &#8222;Erziehungsmethode&#8220; traf, verteufelte ich sie nicht. Ich wollte mehr darüber erfahren und trat in die Facebook Gruppe &#8222;Unerzogen leben&#8220; ein. Dort lernte ich eine für mich nie da gewesene Lebensweise kennen.</p>
<h2>Ein neuer Weg</h2>
<p>Ich las plötzlich nicht mehr von Eltern, die sich über den <strong>Wutanfall</strong> ihres Kindes amüsierten oder beschämende Fotos oder Videos von Kindern zeigten. Ich lernte auf einmal Eltern kennen, die sich für den Wutanfall ihres Kindes interessierten und lernen wollten, wie sie damit umgehen können. Diese Eltern suchten nicht nach einer Lösung, wie ihr Kind funktioniert. Sie suchten nach einem Weg, der beide Seiten &#8211; Kind und Eltern &#8211; mit einbezog.</p>
<p>Es ging nicht mehr darum, dass sich Eltern <strong>Tipps</strong> holen, wie sie ihr Kind in die Klamotten bekommen, die es nicht anziehen will. Hier tauschten sich Eltern aus, die ihr Kind selbst entscheiden lassen wollten. Die ihrem Kind vertrauen wollten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7321" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-legt-seine-hand-in-die-eines-erwachsenen.jpg" alt="Kind legt seine Hand in die eines Erwachsenen" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-legt-seine-hand-in-die-eines-erwachsenen.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-legt-seine-hand-in-die-eines-erwachsenen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>In den anderen Gruppen fühlte ich mich manchmal so <strong>einsam</strong>, weil es bei uns eben nicht immer so reibungslos funktionierte, wie die anderen erzählten. Mein Kind schlief nicht durch. Es wird IMMER NOCH gestillt. Will nicht in die Kita. Treibt mich manchmal an den Rand der Erschöpfung. Und ganz ehrlich? Ich wollte es auch nicht mit Gewalt dazu bringen, wie einige meinten. Sätze wie &#8222;Das Leben ist kein Ponyhof.&#8220; und dergleichen fanden bei vielen Anklang, bei mir stießen sie nur sauer auf.</p>
<p>In der &#8222;Unerzogen leben&#8220; Gruppe erfuhr ich plötzlich von einem Haufen Eltern, die genau die gleichen &#8222;Probleme&#8220; hatten wie ich. Dass sie wütend auf ihr Kind sind, dass der Partner nicht wie gewünscht mitmacht, dass das Kind haut und beißt und dies und jenes tut&#8230; Aber diese Eltern suchten nicht nach einer Lösung, wie sie jemanden in den Begriff bekommen konnten. Hier wurde hinter das <strong>Verhalten</strong> geschaut. Was können wir FÜR die- oder denjenige/n tun, damit wir alle zufrieden sind?</p>
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<p>So lernte ich mit der Zeit die &#8222;unerzogene&#8220; Haltung kennen. Oftmals stieß ich an meine Grenzen. Thema Süßigkeiten. Medienkonsum. Zähne putzen. Selbstbestimmtes Schlafengehen. Die Klassiker schlechthin. Ich wurde von <strong>Zweifeln</strong> übersät. Dann belas ich mich. Wurde wieder ruhig. So geht es manchmal bergauf, bergab bei mir. Ich bin längst nicht da, wo ich sein will, aber ich bin auf dem Weg. Und das fühlt sich mega stark an, weil es unserer Beziehung unheimlich gut tut.</p>
<h2>Was bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für mich?</h2>
<p>Es ist schwierig, Außenstehenden &#8222;Unerzogen&#8220; zu erklären, und das am Besten in einem Wort oder Satz. Eine exakte <strong>Definition</strong> von &#8222;Unerzogen&#8220; gibt es für mich nicht. Einfach, weil es so vielschichtig ist. Ich versuche trotzdem mal, dir verständlich zu machen, was &#8222;Unerzogen&#8220; für mich bedeutet:</p>
<h3>1. Auf Augenhöhe</h3>
<p>Für mich sind Oliver und ich auf Augenhöhe. Es gibt kein Oben und Unten. Keine <strong>Stufe</strong>, auf der ich höher stehe und er niedriger oder umgekehrt. Wir sind gleichwertig. Ich versuche (versuche, wohlgemerkt, denn auch ich verfalle hin und wieder in alte Muster), Oliver wie einen <strong>Erwachsenen</strong> zu behandeln. Einen kompetenten Menschen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7309" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-schaut-kind-auf-augenhoehe-an.jpg" alt="Mutter schaut Kind auf Augenhöhe an" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-schaut-kind-auf-augenhoehe-an.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-schaut-kind-auf-augenhoehe-an-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Wenn ich drohe, in Erziehungsmethoden zu verfallen, hat mir ein Spruch meines Mannes extrem geholfen:&#8220;Du bist seine beste <strong>Freundin</strong>.&#8220;</p>
<p>Klar wünsche ich mir, dass sich das irgendwann auch mal ändert und jemand anderes an diese Stelle tritt, aber momentan ist es halt so. Dann denke ich mir:&#8220;Was würde meine beste Freundin jetzt sagen? Was würde mir gut tun? Was bräuchte ich, statt dummer Belehrungen, die einfach nie hilfreich sind?&#8220;</p>
<h3>2. Keine Gewalt</h3>
<p>Das bedeutet für mich auch gleichzeitig, meinen Sohn nicht mit <strong>Gewalt</strong> &#8211; sei es seelische oder körperliche &#8211; zu etwas zu bewegen.</p>
<p>Ich nehme ihn nicht einfach hoch und schleppe ihn kreischend davon, wenn ich meine, es sei nun Zeit für uns, den Spielplatz zu verlassen. Ich <strong>manipuliere</strong> meinen Sohn nicht, damit er etwas für mich macht, indem ich z.B. sage:&#8220;Du machst mich unheimlich traurig, wenn du dein Zimmer nicht aufräumst.&#8220; oder dergleichen.</p>
<h3>3. Schutz vor Gefahr</h3>
<p>Oft kommt dann von Außenstehenden das <strong>Ampel-Argument</strong>: Dass &#8222;Unerzogen&#8220; bedeutet, sein Kind ALLES ausprobieren zu lassen. Zum Beispiel, was passiert, wenn es über eine rote Ampel oder allgemein die Straße läuft. Dass wir doch einen an der Waffel haben müssen, wenn wir unser Kind nicht von der Straße wegzerren, bloß, weil wir keine <strong>Macht</strong> ausüben wollen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7322" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-kind-in-den-armen-und-laechelt-es-an.jpg" alt="Mutter hält Kind in den Armen und lächelt es an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-kind-in-den-armen-und-laechelt-es-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mutter-haelt-kind-in-den-armen-und-laechelt-es-an-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Das bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für mich eben nicht. Natürlich <strong>schütze</strong> ich mein Kind davor, von einem Auto etc. überfahren zu werden. Bei &#8222;Unerzogen&#8220; geht es aber um viel mehr. Was treibt mein Kind dazu, über die Straße zu rennen, obwohl ich &#8222;Stop! Straße!&#8220; rufe? Was kann ich für uns tun?</p>
<h3>4. Alternativen</h3>
<p>Oftmals kann ein <strong>Konflikt</strong> auch ganz einfach gelöst werden, indem wir oder ich nach Alternativen suche(n).</p>
<p><a href="https://www.milchtropfen.de/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen/" rel="noopener">Mein Kind will sich nicht anziehen (lassen)</a>. Was kann ich dann tun? Oder will mein Kind sich anziehen (lassen), ist aber gerade in ein Spiel vertieft? Braucht es Zeit? Braucht es einen Grund zum Anziehen? Bricht mir ein Zacken aus der Krone, wenn ich meinen Sohn halbnackt rausgehen lasse und die restlichen Klamotten mitnehme?</p>
<p><strong>Alternativen</strong> zu suchen, ist für mich mit das Wichtigste in &#8222;Unerzogen&#8220;, denn oftmals gibt es einen Haufen Möglichkeiten.</p>
<p>Mein Sohn rennt einfach über die Straße, ohne zu gucken, obwohl ich mir schon den Mund fusslig rede. Ich will meinen Sohn nicht an die Hand nehmen, weil er das nicht mag. Er will eigenständig rüber laufen und das akzeptiere ich. Aber was kann ich tun?</p>
<p>Ich will ihn nicht in seiner Freiheit einschränken und an so einer komischen Handfessel oder Kinderleine festmachen. Also welche Alternativen habe ich? Sollten wir vielleicht eine Zeit lang Straßen meiden? Einfach ab in den Wald, auf&#8217;s Land o.ä., wo er einfach drauf los rasen kann? Wo keine unmittelbare Gefahr für Leib und Seele besteht?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7314" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-auf-landstrasse.jpg" alt="Kind läuft auf Landstraße" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-auf-landstrasse.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-auf-landstrasse-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich versuche also, seinem Drang, einfach loszurennen, zu entsprechen, statt ein Verbot auszusprechen. Ich suche nach Orten, die es ihm ermöglichen. Wo er sein Bedürfnis ausleben kann.</p>
<h3>5. Freie Entfaltung</h3>
<p>So handhabe ich das auch mit anderen <strong>Bedürfnissen</strong>, die mein Sohn hat.</p>
<p>In unserer Gesellschaft ist vieles oft in Schwarz und Weiß eingeteilt. Oder in diesem Fall in Rosa und Blau. Mein Sohn liebt es, Sachen zu machen, die angeblich nur den Mädchen vorbehalten sind. Das ist nicht fair. Jede/r sollte das Recht auf freie Entfaltung haben. Ob mein Sohn sich nun schminkt und die Nägel lackiert, ein Mädchen mit einem Werkzeugkoffer spielt usw., sollte völlig egal sein. Solange sie Spaß daran haben: Warum nicht?</p>
<p>Dazu zähle ich auch, dass ich Oliver nicht vorgebe, mit was er sich zu beschäftigen hat. Obwohl das ja voll gut für die Motorik ist. Oder weil das dies und jenes fördert.</p>
<p>Ich schaue meinen Sohn an. Was <strong>interessiert</strong> ihn gerade? Aha, er schleppt gerade unheimlich gern Autos ab. Dann lass ich ihn damit spielen, so oft und so lange er das will. Kaufe mit ihm passendes Zubehör ein. Bis sich ein neues Interesse bemerkbar macht. Oh, Omas Lippenstift interessiert ihn. Das war z.B. der Grund, weshalb ich ihm ein <a href="http://amzn.to/2f96Wc3" target="_blank" rel="nofollow noopener">Schminkköfferchen</a>* kaufte. Nicht, weil ich der Meinung bin, gegen diesen ganzen Genderquatsch anzukämpfen, sondern weil er mir gezeigt hat, dass er es mag.</p>

<h3>6. Ich bin nicht inkonsequent, wenn ich meine Meinung ändere</h3>
<p>Ganz klassisch. Wir stehen an der Kasse im Supermarkt und Minimi will ein Ü-Ei.</p>
<p>Als ich &#8222;Unerzogen&#8220; noch nicht kannte, war ich auf dem Trip, dass ich auf jeden Fall &#8222;Nein.&#8220; sagen muss. Weil er sonst immer eins will. Weil da Zucker drin ist und der ist ungesund. Weil andere denken könnten, dass ich weich bin und mich nicht <strong>durchsetzen</strong> kann.</p>
<p>&#8222;Unerzogen&#8220; hat mir gezeigt, dass es kein Weltuntergang ist, wenn mein Sohn mit einkauft und sich Dinge aussucht, die er mag. Wenn der <strong>Geldbeutel</strong> es zulässt, warum nicht? Wenn ich überlege, was ich alles für Zeug einpacke, weil ich es mag, ist ein Ü-Ei doch eine Lappalie.</p>
<p>Oder ein anderes Beispiel, das oft bei uns Thema ist: Losgehen oder losfahren. Auch, wenn ich zuerst der Meinung bin, dass wir JETZT los müssen, darf ich meine Meinung ändern. Ich bin nicht <strong>inkonsequent</strong>, wenn ich meinem Sohn noch Zeit gebe, sein YouTube Video zu Ende zu sehen oder unser Auto an der Tankstelle zu waschen, damit wir danach los können.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7311" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-waescht-auto-an-der-tankstelle.jpg" alt="Kind wäscht Auto an der Tankstelle" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-waescht-auto-an-der-tankstelle.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-waescht-auto-an-der-tankstelle-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Ich sehe ihn als gleichwertigen Menschen an, der <strong>mit entscheiden</strong> darf, wann wir aufbrechen. Von einem Erwachsenen würde ich mich doch auch überzeugen lassen. Warum dann nicht auch von meinem Sohn?</p>
<h3>7. Mein Sohn MUSS auch</h3>
<p>Wenn die Zeit aber knapp wird, weil ein wichtiger Termin steht, dann plane ich schon im Voraus ein, dass mein Sohn möglicherweise nicht sofort los will. <strong>Zeitdruck</strong> ist ein absoluter Stimmungskiller bei uns. Deshalb versuche ich, mich gar nicht erst von der Zeit unter Druck setzen zu lassen.</p>
<p>Und wenn&#8217;s nun trotz Zeiteinplanung brenzlig wird und wir los <strong>MÜSSEN</strong>? Dann müssen wir los.</p>
<p>Unsere kleine Familie war beispielsweise mit dem Auto geschäftlich unterwegs. Mein Mann musste einige Shops besuchen und dort die Mitarbeiter/innen trainieren. Währenddessen dümpelte ich mit Oliver in der Gegend rum. Bis wir einen Platz mit einem Berg voller <a href="http://amzn.to/2x9pZv6" target="_blank" rel="nofollow noopener">Lego Duplo</a>* Bausteine fanden.</p>
<p>Wir waren so vertieft in unser Spiel, als mein Mann plötzlich anrief. Wir müssen JETZT los. Also was kann ich tun? Mein Sohn wollte natürlich nicht sofort los. Er wollte weiterspielen. Hätte ich am Liebsten auch gemacht, aber es ging nicht. Ich erklärte es ihm. Klappte nicht. Er wollte &#8222;noch einmal&#8220; einen Baustein setzen. Ok. Danach wollte er weiterspielen. Allmählich kam ich ins Schwitzen. Mein Mann wartete im Auto und wollte los. Mein Sohn wollte weiterspielen und nicht los.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7301" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-mit-einem-berg-aus-lego-duplo-bausteinen.jpg" alt="Kind spielt mit einem Berg aus Lego Duplo Bausteinen" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-mit-einem-berg-aus-lego-duplo-bausteinen.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-spielt-mit-einem-berg-aus-lego-duplo-bausteinen-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Nach mehrmaligen Versuchen meinerseits, ihn zum Mitnehmen zu animieren, sagte ich ihm, dass wir jetzt los müssen. Ich hatte einen günstigen Moment abgepasst, in dem er gerade mit Bauen fertig war und nahm ihn hoch. Er <strong>protestierte</strong>. Weinte. Ich tröstete ihn. Es tat mir wirklich in der Seele weh, ihn einfach gegen seinen Willen mitzunehmen. Es ist keine Umgangsweise, die ich tagtäglich pflege. Aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden.</p>
<p>Ich versuche, wenn wir trotz Zeiteinplanung in so einer blöden Situation landen, meinem Sohn so oft und lange wie möglich seinen Willen zu lassen. Ich gebe ihm Möglichkeiten, &#8222;Nein.&#8220; zu sagen, so oft es halt geht. Aber irgendwann müssen wir los, weil es unumgänglich ist.</p>
<h3>8. Meine Handlungen sollten nicht von der Meinung anderer beeinflusst werden</h3>
<p>Gerade in der Lego Duplo Situation bekomme ich schnell Herzrasen. Drumherum all die Eltern mit ihren Kindern, die gerade mitbekommen, dass ich mein Kind nicht im <strong>Griff</strong> hab. Es ist SO unangenehm für mich gewesen. Ich wusste mir nicht zu helfen, kam aus der Situation nicht raus. Zwischenzeitlich dachte ich, hau ich einfach den Spruch &#8222;Dann geh ich jetzt ohne dich.&#8220; raus. Krass oder? Zu was für perfiden <strong>Methoden</strong> man plötzlich bereit ist, wenn man sich bedrängt fühlt.</p>
<p>Ein ganz schwieriges Thema, mit dem ich persönlich immer wieder auf&#8217;s Neue zu kämpfen habe: Die Angst, was andere denken könnten und meine Handlungen danach auszurichten. Kind läuft lieber nur mit Socken statt mit Schuhen die Straßen entlang. Kind will ein zweites Eis. Kind ist 2,5 Jahre alt und will jetzt, mitten auf dem Spielplatz, gestillt werden und schreit laut &#8222;Bitte, Mama, bitte!!!!&#8220;, damit sich auch wirklich jede/r zu uns umdreht. Oh mein Gott, was sollen nur die Leute von uns<strong> denken</strong>??</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7303" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-draussen-mit-socken-auf-dem-gehweg.jpg" alt="Kind läuft draußen mit Socken auf dem Gehweg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-draussen-mit-socken-auf-dem-gehweg.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-laeuft-draussen-mit-socken-auf-dem-gehweg-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich könnte dir noch hundert weitere Beispiele nennen, in denen ich so starr vor Angst war, was andere denken könnten.</p>
<p>Aktuell arbeite ich daran. Ich habe mir vorgenommen, mich nicht mehr auf die Damentoilette zu verziehen, wenn mein Sohn im Restaurant gestillt werden möchte. Nein. Das will und werde ich nicht mehr mitmachen. Ich werde für mein Recht, an öffentlichen Orten stillen zu dürfen, und für das Bedürfnis meines Sohnes, gestillt zu werden, einstehen. Auch, wenn er &#8222;schon&#8220; 2,5 Jahre alt ist. Ich habe mir vorgenommen, meine Handlungen nicht von der Meinung anderer beeinflussen zu lassen.</p>
<p>Wenn mein Sohn also wieder einen Wutanfall bekommt, dann schau ich gar nicht erst hoch, wer uns beobachten könnte. Ich <strong>konzentriere</strong> mich auf meinen Sohn und blende alles um mich herum aus. Es ist egal, wer böse guckt. Es ist egal, was für Kommentare dazwischen zischen. Es ist auch völlig gleich, was sie denken KÖNNTEN! Ich bin hier und jetzt bei meinem Sohn und nirgendwo anders.</p>
<div id='c1226_34_18' class='sam-container sam-place' data-sam='0'><div style="margin: 0px -15px 0px !important; color: #000; font-size: 8pt;" class="werbungaus"><aside id="adsinfo">Anzeige</aside><script async src="//pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script>
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<h3>9. Ich bin ich und du bist du</h3>
<p>Was ich erst vor relativ kurzer Zeit durch &#8222;Unerzogen&#8220; gelernt habe: Ich kann, will und werde niemanden <strong>ändern</strong>, die/der sich nicht ändern will.</p>
<p>Ich bin beispielsweise in einer Familie groß geworden, in der autoritär erzogen wurde. Als Oliver dann auf die Welt kam, kamen sie alle mit ihren Ratschlägen und Tipps und Ängsten und verwirrten mich total. Und dann dachte ich nur so: Ich kann mir das alles anhören und dann damit machen, was ich will. Ich kann es so machen, wie sie sagen oder auch nicht und gehe meinen eigenen Weg. Ich wollte, dass das akzeptiert wird und das wurde es auch (zumindest zum Teil).</p>
<p>Doch plötzlich fingen mein Mann und ich selber an, alle um uns herum ändern zu wollen. Weil &#8222;Unerzogen&#8220; ja so richtig und wichtig und super ist. Ich erkannte, dass &#8222;Unerzogen&#8220; nicht nur bei meinem Kind anfängt und endet. Es geht weiter und bezieht sich auf unser gesamtes <strong>Umfeld</strong>. Auf die/den Partner/in, Freunde, Bekannte, Verwandte, Nachbarn, Fremde, ja, sogar den Umgang mit Tieren, eben alle um uns herum.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5939" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie.jpg" alt="Wenn Erziehungsstile kollidieren - Großfamilie" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/07/wenn-erziehungsstile-kollidieren-grossfamilie-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich lernte, andere zu <strong>akzeptieren</strong> wie sie sind, unabhängig davon, ob ihr &#8222;<a href="https://www.milchtropfen.de/wenn-erziehungsstile-kollidieren/"  rel="noopener">Erziehungsstil</a>&#8222;, ihre Haltung und Lebensweise mit meiner übereinstimmte oder nicht.</p>
<p>Genau dasselbe gilt für unseren Sohn. Wenn ich ihn frage, ob er etwas für mich wegschmeißen kann, weil ich gerade aufräume und andere Dinge mache, und er mit &#8222;Leider nicht.&#8220; antwortet, akzeptiere ich das. Ich zwinge ihn nicht dazu. Wenn er beim Aufräumen helfen will: Gern. Wenn er mitkochen will: Da ist deine Leiter.</p>
<h3>10. Kinder sind keine Besitztümer</h3>
<p>Ich will meinem Sohn seinen freien Willen lassen. Er ist nicht irgendetwas, das ich besitze, und so behandel ich ihn auch nicht. Ich <strong>fordere</strong> nichts, was er nicht will (außer, es ist gefährlich, wir müssen jetzt wirklich los o.ä.).</p>
<p>Doch dann bin ich mit meinem Sohn auf dem Spielplatz und wir begegnen Familien, die alles andere als &#8222;unerzogen&#8220; leben. Die ihre Kinder anblaffen, ihre Ängste herunterspielen, respektlos ihnen gegenüber sind. Das zu beobachten, ist hart. Da schwirrt oft der Satz in meinem Kopf: Sind halt ihre Kinder. Ich darf mich da nicht <strong>einmischen</strong>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7316" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-haelt-sich-die-augen-zu.jpg" alt="Kind hält sich die Augen zu" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-haelt-sich-die-augen-zu.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-haelt-sich-die-augen-zu-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Kinder sind aber keine Gegenstände, die man besitzt und über die bestimmt wird. Sie sind Menschen. Sie gehören niemandem, außer sich selbst. Es ist ihr Körper. Ich darf nicht darüber entscheiden und auch sonst niemand (ausgenommen bei Gefahr).</p>
<p>Wenn einige meinen, ihrem Kind eine auf den Hinterkopf zu geben, weil es nicht hört, muss ich <strong>einschreiten</strong>. Das ist meine Pflicht. Und wenn ich auch &#8222;nur&#8220; die Polizei rufe, weil ich mich nicht traue, was zu sagen, dann habe ich mehr getan als dumm daneben zu stehen und mit dem Kopf zu schütteln.</p>
<p>Jede/r hat das <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_2.html" target="_blank" rel="noopener">Recht auf körperliche Unversehrtheit</a>. Steht sogar im Grundgesetz.</p>
<h3>11. Vertrauen in Selbstbestimmung</h3>
<p>Ich sorge also für mein Kind, damit es ihm weder seelisch noch körperlich an irgendetwas fehlt. Ich bereite ihm beispielsweise gesundes Essen zu. Aber was, wenn er das nicht essen will? Wenn er früh morgens lieber <strong>Eis</strong> essen will? Muss ich da einschreiten, damit mein Kind körperlich unversehrt bleibt?</p>
<p>Ich für meinen Teil habe gelernt, meinem Kind zu <strong>vertrauen</strong>, dass es weiß, was ihm gut tut und eben nicht. Es gibt also Eis bei uns, wenn meinem Sohn danach gelüstet. Ich stelle ihm dann noch als weiteres Angebot was Gesundes daneben. Mal nimmt er sich was davon, mal aber auch nicht. Das finde ich völlig ok.</p>
<p>Aber was, wenn er draußen nackt herumlaufen will, obwohl es doch schon recht kalt ist? Ich weise ihn darauf hin, dass es draußen windig und kühler ist und er nackig wahrscheinlich frieren wird. Manchmal entscheidet er sich dann doch für etwas <strong>Kleidung</strong>. Manchmal aber auch nicht. Ich nehme dann Kleidung mit für den Fall, dass er sich doch umentscheidet. Und weißt du was? In 2,5 Jahren wurde er 3 Mal krank, darunter zwei Erkältungen und ein gemeiner <a href="https://www.milchtropfen.de/einmal-norovirus-bitte/" rel="noopener">Norovirus</a>. Ich denke schon, dass mein Sohn weiß, was ihm gut tut.</p>
<p>Wenn es sehr spät am Abend ist und <a href="https://www.milchtropfen.de/mein-kind-will-nicht-schlafen-gehen/" rel="noopener">mein Kind immer noch nicht schlafen kann/will</a>, dann ist das auch völlig in Ordnung. Dann soll er halt schlafen gehen, wenn er bereit dazu ist. Wenn er müde ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5430" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/kind-liest-mit-papa-buch-im-bett.jpg" alt="Kind liest mit Papa Buch im Bett" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/kind-liest-mit-papa-buch-im-bett.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/kind-liest-mit-papa-buch-im-bett-300x190.jpg 300w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/kind-liest-mit-papa-buch-im-bett-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Was ich sagen will: Es ist sein Körper. Ich werde ihn nicht dazu zwingen, nur Gesundes zu essen, ich werde ihn nicht <a href="https://www.milchtropfen.de/rosenkohl-zum-essen/"  rel="noopener">zum Probieren zwingen</a>, ich werde ihn so gut es geht niemals zu etwas zwingen. Wenn er Waschmittel probieren will, sitze ich aber nicht still daneben und schaue zu, wie er gleich lernt, was mit dem Waschmittel in seinem Körper passiert. Ich hoffe, du verstehst, wo da meine <strong>Grenze</strong> liegt.</p>
<h3>12. Grenzen wahren</h3>
<p>Wo wir schonmal beim Thema Grenzen sind. Es heißt ja immer so schön &#8222;Kinder brauchen Grenzen.&#8220; und ich finde, das stimmt ganz und gar nicht. Nicht Kinder brauchen <strong>Grenzen</strong>. Kinder können sehr gut einschätzen, wenn ihnen was zu viel wird und stehen ausgezeichnet für ihre Grenzen ein.</p>
<p>Wir Eltern hingegen sollten uns da eine Scheibe abschneiden und selber auf unsere Grenzen schauen und diese <strong>wahren</strong>. Wenn ich meine eigenen Grenzen nicht wahren kann, ist mein Kind nicht dafür verantwortlich zu machen. Es hat ein Bedürfnis. Ich hab ein Bedürfnis. Aber welches wiegt mehr?</p>
<p>Wenn ich beispielsweise vorne im Auto sitze und mein Baby aus voller Kehle hinten im Autositz schreit, ich aber nach Hause will, dann frage ich mich: Welches Bedürfnis wiegt mehr? Kann ich mein Bedürfnis zurückstellen, um das meines Kindes zu stillen? Können unsere Bedürfnisse zugleich gestillt werden (&#8222;<strong>unden</strong>&#8220; sagen die Unerzogenen)?</p>
<p>Im Beispiel mit dem Auto heißt das: Ich fahre nicht 15 Minuten mit einem panisch schreienden Kind durch die Stadt, um ja nur schnell nach Hause zu kommen. Natürlich will ich nach Hause. Es ist spät. Ich bin müde. Ich will nach Hause was essen. Mein Mann ist auch schon zu Hause und er soll sich um das Baby kümmern oder dergleichen. Aber mein Baby lebt im Jetzt. 15 Minuten Schreien bedeuten für es Todesangst. Es will beruhigt werden. Kuscheln. Gestillt werden. In Mamas Gesicht sehen und wissen: In ihren Armen ist alles gut. Mehr will ein Baby nicht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4685" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/05/baby-geniesst-mamas-naehe.jpg" alt="Baby genießt Mamas Nähe" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/05/baby-geniesst-mamas-naehe.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/05/baby-geniesst-mamas-naehe-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Also halte ich an und beruhige mein Baby. Versuche es nach einer Weile wieder. Es gab auch schon Zeiten, da hab ich das Auto an Ort und Stelle stehen lassen und bin mit den Öffis nach Hause gefahren, weil es einfach nicht anders ging.</p>
<p>Natürlich hätte ich mein Baby in die Schale pressen, festschnallen und wie der geölte Blitz nach Hause fahren können, während es die ganze Stadt zusammenschreit. Aber das wollte ich nicht. Ich sah mein Bedürfnis nicht so wichtig, meinem Baby das anzutun, und stellte es zurück.</p>
<p>Hier lassen sich übrigens auch prima <strong>Alternativen</strong> finden, um diesen Konflikt zu vermeiden. Auto meiden, Öffis nehmen, Essen einpacken für unterwegs, mit dem Baby schlafen, wenn es schläft, früher los, wenn Baby noch nicht so müde ist, Unterhaltung fürs Baby einpacken und und und.</p>
<h3>13. Für die eigenen Bedürfnisse sorgen</h3>
<p>Momentan macht der kleine Mann keinen Mittagsschlaf und schläft trotzdem erst gegen 01:00 Uhr morgens ein. Das ist hart, äußerst Kräfte zehrend und macht unheimlich <strong>wütend</strong>.</p>
<p>Und diese Wut, hat mich &#8222;Unerzogen&#8220; gelehrt, will mir etwas sagen. Meine Wut will mir sagen, dass es mir nicht gut geht.</p>
<p>Im obigen Fall bedeutet meine Wut, wenn mein Kind nachts immer noch auf 180 ist und hüpfen und springen und beißen will, und ich komplett im Eimer bin, dass ich für mich sorgen muss. Ich bin 24/7 mit meinem Kind beschäftigt. Gibt es in dieser Zeit eine Möglichkeit, für mich zu sorgen? Mir <strong>Ruheinseln</strong> zu schaffen? Tankstellen? Was kann ich für mich tun, damit ich diese Zeit schaffe, ohne mein Kind nonstop anzumeckern und genervt zu reagieren?</p>
<p>Können wir eine/n Babysitter/in einstellen? Eine Reinigungskraft, die im Haushalt unterstützt? Kann sonstwer helfen? Freunde, Familie, irgendwer? Sich mit dem Kind beschäftigen oder sonstwie helfen?</p>
<p>Oder kann mir etwas genau in diesem Moment, in dem ich wütend bin, <strong>helfen</strong>? Schokolade? Lieblingsmusik? Ein Spruch, der mich wieder runterholt? Atmen? Mit meinem Kind baden, damit ich entspannen und es rumplanschen kann?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-939" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet.jpg" alt="Frau entspannt und atmet" width="679" height="431" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/07/frau-entspannt-und-atmet-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Was will mein Kind? Will es mit mir toben oder reicht es aus, wenn ich mich in den Raum lege, ruhe, und es um mich herumwirbelt?</p>
<p>Nicht mein Kind ist dafür zuständig, dass meine Bedürfnisse gestillt werden. Dafür bin ich allein <strong>verantwortlich</strong>. Ich muss mich um mich selbst kümmern. Das darf ich meinem Kind nicht aufbürden und ihm vorhalten, wenn es das nicht kann, weil es für seine eigenen Bedürfnisse einsteht.</p>
<h3>14. Ich breche aus alten Mustern aus</h3>
<p>Ich wurde erzogen und es haften immer noch <strong>alte Glaubenssätze</strong> in meinem Kopf, die ich nicht wegbekomme. Beispiel Wände bemalen. Das war vor einigen Wochen total angesagt bei uns.</p>
<p><a href="https://www.milchtropfen.de/kind-bemalt-waende/" rel="noopener">Unser Sohn bemalte also unsere Wände</a> und wir waren am Durchdrehen. Er hatte einen eigenen <a href="https://www.milchtropfen.de/wir-zaubern-dirnen-malort/" rel="noopener">Malort</a> zum kreativen Entfalten. Aber nein, die weißen Wände waren attraktiver. Hier ein Strich, da ein Krikelkrakelbild, dort bisschen Knete, da mal rumkleckern &#8211; es war furchtbar.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5782" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/mein-kind-malt-gern-an-den-waenden-bemalte-wand-voller-knete.jpg" alt="Mein Kind malt gern (an den Wänden) - bemalte Wand voller Knete" width="679" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/mein-kind-malt-gern-an-den-waenden-bemalte-wand-voller-knete.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/mein-kind-malt-gern-an-den-waenden-bemalte-wand-voller-knete-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/06/mein-kind-malt-gern-an-den-waenden-bemalte-wand-voller-knete-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Ich befasste mich mit dem Thema. Was will er? Was braucht er? Was ist sein Bedürfnis? Was treibt ihn dazu, an den Wänden zu malen, obwohl ich &#8222;Nein.&#8220; gesagt habe? Am Ende löste ich unseren Konflikt, indem ich ihm zugestand, SEIN Zimmer, SEIN Spielzeug, so zu gestalten, wie er es wollte.</p>
<p>Ich trennte mich von &#8222;<strong>Man darf nicht</strong> an den Wänden malen&#8220;, befreite mich von meinen Ängsten und Sorgen und ließ etwas Unerzogenes zu. Unser Sohn darf an den Wänden malen. An einigen, nicht an allen, denn wir leben auch in der Wohnung und fühlen uns nicht wohl, wenn alles voller wirrer Striche ist. Das funktionierte für uns ganz gut.</p>
<p>&#8222;Unerzogen&#8220; bedeutet für mich, alte Muster zu <strong>hinterfragen</strong> und ggf. zu durchbrechen.</p>
<p>Mein Sohn bewirft mich mit Sand. Meine erste Reaktion wäre normalerweise:&#8220;Ich will nicht mit Sand beworfen werden. Hör auf, mich mit Sand zu bewerfen. Wirf lieber da hin.&#8220;</p>
<p>Aber diesmal machte ich daraus eine kleine Sandschlacht und warf etwas Sand auf seine Füße. Wir jagten uns also quietschend über den Spielplatz und bewarfen uns mit Sand. Er mir gegen die Beine, ich ihm auf die Füße. Es machte Spaß und zeigte mir, dass ich auch einfach mal über meinen Schatten springen und aus alten Mustern ausbrechen darf. Es wirkt befreiend.</p>
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<h3>15. Mein Kind ist &#8222;gut&#8220;</h3>
<p>Mein Kind ist nicht &#8222;böse&#8220;. Sein Handeln hat immer einen <strong>Grund</strong>. Es will mich nicht ärgern, sondern auf etwas aufmerksam machen.</p>
<p>In meinem Beitrag &#8222;<a href="https://www.milchtropfen.de/blogparade-missverstaendnisse-zwischen-kindern-und-erwachsenen/" rel="noopener">Missverständnisse zwischen Erwachsenen und Kindern</a>&#8220; erzählte ich von einem Ereignis zwischen meinem Vater und mir. Ich wollte eine Szene aus dem Film &#8222;Dornröschen&#8220; nachspielen und sagte zu ihm &#8222;Komm, Alter!&#8220;. Mein Vater reagierte empört und ließ mich links liegen. Und ich stand da wie ein begossener Pudel und wusste nicht, was gerade passiert war.</p>
<p>Dieses Ereignis hat mich gelehrt, meinem Kind stets Gutes zu unterstellen. Wenn es <strong>haut</strong>, ist es nicht böse. Es weiß sich vielleicht nicht anders auszudrücken. Wenn es <strong>beißt</strong>, ist es auch nicht böse. Vielleicht zahnt es gerade. So kann das auf jede Situation angewandt werden. Bevor wir unseren Kindern etwas Gemeines <strong>unterstellen</strong>, sollten wir schauen, ob wir uns nicht doch irren, und es uns etwas ganz anderes mitteilen wollte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7319" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-mit-klarem-blick.jpg" alt="Kind hält sich die Augen zu" width="680" height="428" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-mit-klarem-blick.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/kind-mit-klarem-blick-400x252.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Natürlich erkenne ich auch, wenn mein Sohn jemanden mit <strong>Absicht</strong> zurück schubst, weil er versehentlich angerempelt wurde, als es darum ging, die Kaninchen zu füttern.</p>
<p>Da gehe ich dazwischen, schütze das andere Kind. Mein Sohn hat mir gezeigt, dass er sich nicht anders zu helfen weiß, wenn er angerempelt wird. Ich bin an der Reihe. Wie kann er sich anders schützen, sich wehren? Sollten wir mit ihm einen <strong>Verteidigungskurs</strong> besuchen, damit er lernt, sich zu wehren, statt nach dem Motto &#8222;Auge um Auge, Zahn um Zahn&#8220; zu leben?</p>
<h3>16. Ich bin Vorbild</h3>
<p>Obige Kaninchensituation hat mir auch gezeigt, dass mein Sohn (bisher) keine andere Möglichkeit kennt, sich zu wehren, sich zu schützen, zu <strong>verteidigen</strong>.</p>
<p>Wir wollen, dass er <strong>selbstbewusst</strong> ist. Dass er den Mut hat, &#8222;Nein.&#8220; zu sagen, wenn es ihm zu weit geht. Das kann er. Und wir akzeptieren sein &#8222;Nein.&#8220; und hören beispielsweise mit dem Kitzeln auf, wenn er nicht mehr mag.</p>
<p>Trotzdem ist er total schüchtern und vorsichtig. Lässt den lauten Kindern auf dem Spielplatz den Vorrang und wartet, bis frei ist. Nur da kommt schon das nächste Kind, das sich vorbei drängelt. Er hat das Nachsehen.</p>
<p>Da fiel mir auf, dass ich zwar in solchen Situation ganz klar für mich einstehen würde, persönlich aber auch eine von der <strong>schüchternen</strong> Sorte bin. Wenn ich mich wohl fühle, blühe ich auf, aber das braucht seine Zeit.</p>
<p>Vielleicht hat mein Sohn ja von mir Zurückhaltung gelernt. Er sieht mich 24/7, im Gegensatz zu seinem vor Selbstbewusstsein strotzendem Vater.</p>
<p>Wenn ich meinem Kind also Dankbarkeit zeigen will, Höflichkeit, Empathie, Selbstbewusstsein usw., dann muss ich auf mich schauen: Bin ich denn überhaupt so? Sieht mein Sohn, dass ich dankbar bin, höflich, empathisch, selbstbewusst usw.? Lebt sein Umfeld nach diesem Vorbild?</p>
<h3>17. Ich muss nicht für alles eine Lösung haben</h3>
<p>&#8222;Unerzogen&#8220; hat mir auch gezeigt, dass ich nicht für alles eine Lösung parat haben muss.</p>
<p>Wir sitzen beispielsweise drinnen, schauen aus dem Fenster. Es <strong>regnet</strong>. Mein Sohn will, dass es aufhört zu regnen. Kann ich nicht ändern. Es macht ihn traurig und er will wirklich, dass es jetzt aufhört zu regnen. Kann ich trotzdem nicht <strong>ändern</strong>.</p>
<p>Was ich tun kann, ist da zu sein. Ich kann nicht alles zu seinen Gunsten ändern. Aber ich kann ihm zeigen, dass ich immer für ihn da bin. Kann ihm sagen, dass der Regen auch was <strong>Gutes</strong> hat. Kann mit ihm draußen in den Pfützen hüpfen und ihm begreiflich machen, dass uns Regen nicht davon abhält, rauszukommen. Oder dass man an Regentagen auch ganz coole Sachen drinnen machen kann. Regen hat auch seine angenehmen Seiten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-5802" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/kind-spielt-mit-autos-in-grosser-regenpfuetze.jpg" alt="Kind spielt mit Autos in großer Regenpfütze" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/kind-spielt-mit-autos-in-grosser-regenpfuetze.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/kind-spielt-mit-autos-in-grosser-regenpfuetze-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2016/10/kind-spielt-mit-autos-in-grosser-regenpfuetze-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>18. Es zeugt von Stärke, sich Hilfe zu holen</h3>
<p>Ich bin nicht immer gut gelaunt. Manchmal sind meine <strong>Reserven</strong> voll aufgetankt und es ist ein leichtes für mich, auf mein Kind einzugehen, das fordernd &#8222;Mama, komm her!&#8220; nach mir ruft, während ich Pfannkuchen für uns mache.</p>
<p>Ja, und manchmal, da lief die Nacht kacke, dann bin ich müde, dann ist der Papa schon aus dem Haus auf dem Weg zur Arbeit, die Wohnung sieht aus wie Sau, ich sehe all die Arbeit, niemand hilft mir, niemand unterstützt mich und dann kann ich es weniger leicht verkraften, für einen <strong>fordernden</strong> 2,5-Jährigen da zu sein, mit dem ich den ganzen Tag spielen soll.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7323" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mensch-haengt-schlapp-ueber-einem-baumstamm-im-wasser.jpg" alt="Mensch hängt schlapp über einem Baumstamm im Wasser" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mensch-haengt-schlapp-ueber-einem-baumstamm-im-wasser.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/mensch-haengt-schlapp-ueber-einem-baumstamm-im-wasser-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Da ist es wieder an mir, für mich zu sorgen. Kann mir jemand helfen? Nein? Das ist blöd. Denn da ist nunmal auch der Junge, der nicht versteht, dass ich <strong>erschöpft</strong> bin, und nun dies und das will.</p>
<p>Ja, da bin ich auch <strong>frustriert</strong>. Ausgelaugt. Und will eigentlich nur meine Ruhe haben. Geht aber nicht. Und wenn ich es nicht schaffe, für meine Bedürfnisse zu sorgen, reagiere ich auch schnell mit <strong>Wut</strong>.</p>
<p>In &#8222;Unerzogen&#8220; bin ich auf den <a href="https://www.milchtropfen.de/out/wutkurs" target="_blank" rel="nofollow noopener">Wutkurs</a>* von Ruth gestoßen. Ich hoffe, hier noch einige Dinge lernen zu können, die mir helfen, mit meiner Wut umzugehen.</p>
<p>Denn, sich Hilfe zu holen, sollte nichts sein, wofür man sich schämen muss. Die einen machen eine <strong>Therapie</strong>, um ihre Traumata aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, die anderen holen sich Hilfe im Haushalt, die anderen tauschen sich aus, nehmen an Kursen teil, lesen passende Literatur.</p>
<p>Wir sind alle nicht perfekt und haben unser Päckchen zu tragen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns damit abfinden. Wir reflektieren unser Verhalten und wollen etwas ändern. Dafür benötigen wir manchmal <strong>Hilfe</strong> und nehmen diese auch in Anspruch.</p>

<h3>19. Ich belohne und bestrafe nicht</h3>
<p>Was ich bereits vor &#8222;Unerzogen&#8220; lebte: Ich belohne kein &#8222;gutes&#8220; Verhalten und bestrafe kein &#8222;schlechtes&#8220; Verhalten. Hier half mir das Buch <a href="http://amzn.to/2jAUuqP" target="_blank" rel="nofollow noopener">&#8222;Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung&#8220;</a>* von Alfie Kohn, die Schattenseiten des Belohnungs- und Bestrafungssystems zu verstehen.</p>
<p>Selbst bei &#8222;Unerzogen&#8220; spalten sich die Geister und viele fühlen sich unwohl, ihr Kind nicht zu loben.</p>
<p>Meiner Auffassung nach ist Belohnung und Bestrafung wie <strong>Dressur</strong>. Selbst, wenn ich mein Kind nicht bestrafe, wenn es die Vase zerdeppert, indem ich es auf die stille Treppe schicke o.ä., ist Belohnung für &#8222;gutes&#8220; Verhalten genau so schädlich.</p>
<p>Belohnung bedeutet, ich stelle mich über jemanden und gebe ihm zu verstehen, was angeblich richtig ist. Ich lobe und bestrafe, um sein <strong>Verhalten</strong> zu lenken, weil ich der Meinung bin, dass es das nicht von selbst herausfinden kann. Ich lobe mein Kind mit &#8222;Das hast du aber fein gemacht.&#8220;, wenn es den Müll in den Mülleimer schmeißt. Mein Ziel: Dieses Verhalten zu <strong>fördern</strong>. Ich zeige meinem Kind, dass es GUT ist, Müll in den Mülleimer zu schmeißen.</p>
<p>Wenn ich erzähle, dass ich meinen Sohn nicht lobe, kommen immer ganz traurige Reaktionen. Der Arme. Er wird immer um deine <strong>Anerkennung</strong> betteln und alles dafür tun, um von dir gesehen zu werden.</p>
<p>Dass ich meinen Sohn nicht lobe, bedeutet nicht, dass ich ihn <strong>ignoriere</strong>, wenn er mir etwas freudestrahlend zeigt. Ich bin trotzdem da und sehe ihn. Ich sehe, was er gemacht hat und freue mich mit ihm. Ich sitz nicht einfach nur da und schaue teilnahmslos drein.</p>
<p>Ich erkenne sehr wohl an, wenn er ins Töpfchen gepullert hat. Ich schreie aber nicht:&#8220;JA! Super! Fein hast du das gemacht! Klasse! PRIMA!&#8220; Ich sage beispielsweise:&#8220;Hey, du hast ins Töpfchen gemacht. Als wir gerade gespielt haben, warst du ganz hibbelig. Da muss deine Blase schon ganz schön voll gewesen sein. Jetzt ist sie leer und du bist entspannter. Jetzt können wir weiterspielen. Willst du das Töpfchen im Klo ausschütten?&#8220;</p>
<p>Oder ein anderes Beispiel: Mein Sohn zeigt mir, was er gemalt hat. Viele würden hier einfach antworten:&#8220;Super.&#8220; Fertig. Konversation beendet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6690" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/08/kind-malt-auf-tablet.jpg" alt="Kind malt auf Tablet" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/08/kind-malt-auf-tablet.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/08/kind-malt-auf-tablet-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/08/kind-malt-auf-tablet-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Ich persönlich denke nicht, dass mein Sohn von mir gerade wissen will, ob ich sein Gemaltes toll finde oder nicht. Er will <strong>Kontakt</strong>. Ich sage dann zum Beispiel:&#8220;So viele Farben! Wie hast du DAS denn gemacht?&#8220; und dann ist er schon eifrig dabei, mir zu erzählen, wie er dies und das gemalt hat. Oder WAS er genau gemalt hat.</p>
<p>Eine völlig andere <strong>Kommunikation</strong>, finde ich. Aber das ist einfach nicht für jede/n was. Ist auch ok. Da spielt dann wieder die Akzeptanz rein.</p>
<h3>20. Selbstreflexion</h3>
<p>Akzeptieren will ich persönlich nicht, dass ich autoritär erzogen wurde und das nun angeblich 1:1 <strong>übernehmen</strong> muss, weil ich es nicht anders kenne. Ich FÜHLE, wenn ich mein Kind ungerecht behandelt habe. Ich SEHE, wie verletzt er ist, wenn ich rummotze.</p>
<p>Ich persönlich gebe mich nicht damit zufrieden, so zu sein, wie ich bin und rede mich raus, weil ich daran angeblich nichts ändern kann.</p>
<p>Wenn ich abends im Bett liege und mir dieses oder jenes Ereignis ins Gedächtnis rufe, über das ich <strong>unzufrieden</strong> bin, weil ich es m.M.n. unglücklich angegangen bin, frage ich mich: Was hätte ich stattdessen tun können? Wie gehe ich diesen Konflikt beim nächsten Mal besser an? Was habe ich in dem Moment gebraucht und was mein Kind? Was könnte mir/ihm helfen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7042" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett.jpg" alt="Frau liegt entspannt auf dem Bett" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/frau-liegt-entspannt-auf-dem-bett-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Es tut mir gut, mein Handeln zu hinterfragen. Auch mal <strong>zuzugeben</strong>: Das war echt nicht ok, was ich da gesagt habe. Wie kann ich da an mir arbeiten? Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann sagt mir das, dass ich Hilfe brauche.</p>
<h3>21. Fehler eingestehen</h3>
<p>Wenn ich mies zu meinem Kind war und wieder am Boden der Tatsachen angekommen bin, sehe ich, was ich angerichtet habe. Mein Kind ist traurig. Verkrümelt sich. Ich geh ihm hinterher, er lässt es zu. Ich <strong>entschuldige</strong> mich für mein Verhalten. Sage, dass das echt nicht in Ordnung war, dass ich so laut geworden bin. Versuche ihm begreiflich zu machen, woran es liegt.</p>
<p>So möchte ich ihm zu verstehen geben, dass auch ich als seine Mutter Fehler mache. Dass ich Gefühle habe. Bedürfnisse. Dass ich kein Roboter bin, der zu 100% <strong>funktioniert</strong>, und manchmal einfach k.o. bin. Dass ich aber auch die Kraft habe, das einzugestehen und mich dafür zu entschuldigen. Ich erwarte von ihm keine Entschuldigung, aber es ist mir <strong>wichtig</strong>, ihm zu sagen: Es tut mir ehrlich Leid. Ich habe meinen Fehler erkannt. Daran will ich arbeiten.<br />
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<h2>Was &#8222;Unerzogen&#8220; für mich NICHT ist</h2>
<p>So gehe ich nun meinen Weg und lese und lese und lese und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es gibt SO viele, die &#8222;unerzogen&#8220; leben. Und trotzdem so viele <strong>Irrtümer</strong> darüber.</p>
<p>Ich möchte dir daher kurz und knapp erklären, was &#8222;Unerzogen&#8220; für mich absolut NICHT ist:</p>
<h3>1. Selbstaufgabe, Kind darf ALLES</h3>
<p>In &#8222;Unerzogen&#8220; geht es um die Bedürfnisse aller. Babys, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Haustiere&#8230; Eben alle, die zusammen leben, eigene Bedürfnisse haben und deren Erfüllung fordern.</p>
<p>Es geht nicht darum, dass man Konflikten aus dem Weg geht, das <strong>Kind alles machen lässt, was es will</strong>, und gar nicht an sich oder andere denkt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7329" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/junge-mit-iro-lederjacke-und-jeans.jpg" alt="Junge mit Iro, Lederjacke und Jeans" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/junge-mit-iro-lederjacke-und-jeans.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/09/junge-mit-iro-lederjacke-und-jeans-400x253.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Es geht darum, die Bedürfnisse meines Kindes und der anderen wahrzunehmen, darauf einzugehen, aber mich selber dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Das bedeutet auch, dass mein Kind eben nicht alles darf, was es will und tun und lassen kann, was es will, denn auch wir, die mit ihm zusammenleben, haben Bedürfnisse, die zu <strong>berücksichtigen</strong> sind.</p>
<p>Auch Menschen unseres Umfelds, Nachbarn, Fremde usw., haben Bedürfnisse, die berücksichtigt werden sollten. Es ist schwierig, die Mitte zu finden. Wenn mein Kind laut in der Wohnung trampelt, weil es nunmal so läuft, und die <strong>Nachbarn</strong> unter uns sich beschweren, dann muss da irgendeine Lösung gefunden werden. Natürlich könnte ich auch rotzig sagen:&#8220;Kinder sind nunmal laut. Finden Sie sich damit ab.&#8220;, aber das wäre in meinen Augen nicht &#8222;Unerzogen&#8220;. &#8222;Unerzogen&#8220; bezieht sich nicht nur auf mein Kind.</p>
<h3>2. Richtig und Falsch</h3>
<p>&#8222;Unerzogen&#8220; bedeutet nicht zwangsläufig, dass (Langzeit-)gestillt werden MUSS. Oder dass alle im Familienbett schlafen. Es geht auch nicht um Tragetuch-, Tragegurt- oder Kinderwagen<strong>pflicht</strong>, Stoffwindeln, Wegwerfwindeln oder Windelfrei.</p>
<p>&#8222;Unerzogene&#8220; können Hausfrau/-mann, selbstständig, Azubis, ganz oben auf der Karriereleiter in Entscheidungsposition, angestellt oder was auch immer sein.</p>
<p>&#8222;Unerzogene&#8220; Kinder gehen in die <strong>Kita</strong> oder auch nicht, gehen zur <strong>Schule</strong> oder auch nicht.</p>
<p>Für mich existiert nicht DAS Bild von &#8222;Unerzogen&#8220; und &#8222;Nur so geht Unerzogen&#8220;. Es geht um die Einstellung. &#8222;Unerzogen&#8220; ist eine <strong>Haltung</strong>, kein Erziehungsstil im üblichen Sinne.</p>
<p>Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einen ersten, tieferen Einblick in &#8222;Unerzogen&#8220; geben. Was bedeutet &#8222;Unerzogen&#8220; für dich?<br />
</p>
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			</item>
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		<title>Kind will sich nicht anziehen lassen</title>
		<link>https://www.milchtropfen.de/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen/</link>
					<comments>https://www.milchtropfen.de/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Will]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jan 2017 17:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinkind]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Akzeptanz]]></category>
		<category><![CDATA[anziehen]]></category>
		<category><![CDATA[kalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Körpergefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Respekt]]></category>
		<category><![CDATA[Sachen]]></category>
		<category><![CDATA[Schnee]]></category>
		<category><![CDATA[Umziehen]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir wollen raus. Frische Luft schnappen. Beine vertreten. Doch bevor es raus geht, ist da wieder das leidige Thema mit dem Anziehen. Was uns den Stress genommen hat, berichte ich dir im folgenden Beitrag. Kind will sich nicht anziehen lassen Zugegeben: Im Sommer ist Anziehen bei uns nicht so ein Ding. Ist ja schließlich warm ... <a title="Kind will sich nicht anziehen lassen" class="read-more" href="https://www.milchtropfen.de/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen/" aria-label="Mehr zu Kind will sich nicht anziehen lassen">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wollen raus. Frische Luft schnappen. Beine vertreten. Doch bevor es raus geht, ist da wieder das leidige Thema mit dem <strong>Anziehen</strong>.</p>
<p>Was uns den Stress genommen hat, berichte ich dir im folgenden Beitrag.<span id="more-2386"></span><div id='c1471_0_11' class='sam-container sam-place' data-sam='0'></div></p>
<h2>Kind will sich nicht anziehen lassen</h2>
<p>Zugegeben: Im Sommer ist Anziehen bei uns nicht so ein Ding. Ist ja schließlich warm genug draußen. Aber wenn es <strong>kälter</strong> wird&#8230; Herbst, Winter, Frühling&#8230; ja, dann gehen die <strong>Diskussionen</strong> los. Das Hin- und Hergerenne. Das ewig lange Geduldsspiel. Kennst du sicher.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="pintbild aligncenter wp-image-9451" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/Pinterest-Bild-Mit-Schrift-9-Tipps-für-stressfreies-Anziehen.jpg" alt="Kind will sich nicht anziehen lassen - 9 Tipps für stressfreies Anziehen | Mehr Infos auf www.milchtropfen.de" width="534" height="800" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/Pinterest-Bild-Mit-Schrift-9-Tipps-für-stressfreies-Anziehen.jpg 735w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/Pinterest-Bild-Mit-Schrift-9-Tipps-für-stressfreies-Anziehen-267x400.jpg 267w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/Pinterest-Bild-Mit-Schrift-9-Tipps-für-stressfreies-Anziehen-287x430.jpg 287w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /></p>
<p>Mein Mann und ich hatten ein paar <strong>Tricks</strong> auf Lager, wie wir das Anziehen vorantreiben konnten:</p>
<h3>1. ICH will!</h3>
<p>Wir tun so, als würden wir die Kindersachen <strong>selber</strong> anziehen wollen. Total begeistert natürlich. Dann will der kleine Mann auch.</p>
<p>Später klappte das nur noch, als wir bereits alle Kinderklamotten (!) angezogen hatten. Irgendwann gar nicht mehr. Der Trick wurde durchschaut.</p>
<h3>2. Kinderwagen</h3>
<p>Wenn der kleine Mann seine Schuhe nicht anziehen wollte, zog ich sie ihm später im <strong>Kinderwagen</strong> an. Ich hab keine Ahnung, warum, aber dort ließ er sie sich ohne Murren anziehen. Das betraf allerdings immer nur die Schuhe. Der Rest? Kein Rankommen.</p>
<h3>3. Kindergarderobe</h3>
<p>Dann dachten wir, er braucht einen festen Platz, wo sich angezogen wird. <strong>Struktur</strong> reinbringen und so. Also bekam er von uns eine Sitzbank mit Kleiderhaken, die noch aus meiner Kindheit stammten. Da konnte er sich hinsetzen, während wir ihn anzogen. Das machte er auch ganz gern. Ab und zu. Oftmals aber nicht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2388" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen-sitzbank.jpg" alt="Kind will sich nicht anziehen lassen - Sitzbank.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen-sitzbank.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen-sitzbank-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Dann wollte er sich im Kinderzimmer anziehen lassen. Oder auf dem Bett oder der Couch.</p>
<p>Da wurde ich dann langsam, aber allmählich lockerer. Nahm es nicht mehr so eng. Ich meine, meine Güte, ist doch egal, <strong>WO</strong> er sich anziehen lässt. Hauptsache, es klappt.</p>
<p>Aber das Problem, dass er bestimmte Sachen nicht anziehen wollte, blieb bestehen.</p>
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<h2>9 Gründe, warum Anziehen zum Problem wird und wie du sie angehen kannst</h2>
<p>Ich stöberte in meinem etwas älteren Artikel &#8222;<a href="https://www.milchtropfen.de/baby-weint-beim-an-und-ausziehen/" rel="noopener noreferrer">Baby schreit beim Anziehen</a>&#8222;. War doch damals kein Problem gewesen. Nur das, was damals noch funktionierte, klappte nun leider nicht mehr. Woran könnte es liegen? Ich hab mir dazu ein paar Gedanken gemacht und bin auf <strong>9 mögliche Gründe</strong> gestoßen:</p>
<h3>1. Ungleichgewicht</h3>
<p>Es gab womöglich schon Stress beim Aufstehen, Zähneputzen, Toilettengang, Frühstück, Aufräumen usw. Hat nach einer Weile endlich funktioniert. Jetzt &#8222;nur&#8220; noch schnell anziehen und dann raus. Doch jetzt wird auch noch das Anziehen zum Problem. Kann doch nicht wahr sein.</p>
<p>Aber dein Kind musste bis jetzt schon viel <strong>kooperieren</strong>. Früh aufstehen, Zähne putzen, auf Toilette gehen, frühstücken, aufräumen usw. Jetzt will es sich wieder seinen Dingen widmen. Spielen zum Beispiel.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6442" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kinder-sammeln-zu-silvester-sachen-vom-boden-auf.jpg" alt="Kinder sammeln zu Silvester Sachen vom Boden auf" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kinder-sammeln-zu-silvester-sachen-vom-boden-auf.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kinder-sammeln-zu-silvester-sachen-vom-boden-auf-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kinder-sammeln-zu-silvester-sachen-vom-boden-auf-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Gib deinem Kind die Möglichkeit, ein <strong>Gleichgewicht</strong> zu schaffen zwischen Dingen, die es tun musste und Dingen, die es will. Gib ihm Zeit.</p>
<p>Ja, klar, würdest du gern. Aber ihr müsst JETZT los. Das bringt mich zu Punkt 2.</p>
<h3>2. Zeitdruck</h3>
<p>Zeitdruck ist ein echter Nervenkiller. Wenn ich gestresst bin, geht alles schief, was nur schief gehen kann. Frühstück wunderschön vorbereitet, nix wird angerührt. Spielen, spielen, spielen und am Ende ist keine <strong>Zeit</strong> mehr und es wird hektisch. Ich reagiere genervter, weil ich sehe, wie sehr wir uns bereits verspätet haben. Werde ärgerlich. Und das hilft in solchen Situationen noch weniger.</p>
<p>Die einzige Möglichkeit, hier eine Lösung zu finden: Mehr Zeit einplanen. Ja, ich weiß, sagt jeder. Zeit. Du musst <strong>Geduld</strong> haben. &#8222;Ich plane doch schon Zeit ein.&#8220; Vielleicht immer noch nicht genug? Würde es euch gar helfen, die Sachen für den Morgen schon am Abend rauszusuchen? Vielleicht guckst du gleich etwas komisch, aber wie wäre das: Dein Kind zieht am Abend die Sachen für den Morgen an und schläft darin. Ich meine, was spricht dagegen? Eine Sorge weniger&#8230;</p>
<h3>3. Geduld auf Probe gestellt</h3>
<p>Da fällt mir ganz spontan ein Erlebnis aus Kindheitstagen ein: Winter. Zeit für die Schalmützen. Ich stehe also in voller Wintermontur im Flur und <strong>warte</strong> darauf, dass alle anderen fertig werden. Es ist heiß. Ich schwitze. Die Mütze kratzt. Ich werde immer aggressiver. Werde &#8222;bockig&#8220;, wie sie immer so schön sagten.</p>
<p>Aber mal ganz im Ernst. Da wird die Geduld eines Kindes ganz schön auf die Probe gestellt. Es dauert einfach alles eeeeewig lang. Kein Wunder, dass ich Anziehen hasse, wenn das immer so eine <strong>Qual</strong> ist.</p>
<p>Also warum nicht einfach das Kind zuletzt anziehen, damit es in voller Montur nicht auch noch ewig lange warten muss?</p>

<h3>4. Unbequem</h3>
<p>Das Kleidungsstück, das dein Kind anziehen soll, ist schlichtweg <strong>unbequem</strong>. Kratzende Wolle &#8211; ein Albtraum! Das Schildchen hinten im Nacken <strong>kratzt</strong> einem die Haut auf! Schrecklich!</p>
<p>Auch wenn es SO TOLL an deinem Kind aussieht. Dein Kind wird sich darin aber nicht toll fühlen. In so einer Kleidung den ganzen Tag zu verbringen, ist die Hölle. Also sortier das schöne, aber unbrauchbare Stück Stoff aus. Bastel irgendwas draus oder mach sonstwas damit. Aber gib es bloß nicht in die Kleidersammlung. Am Ende muss ein anderes Kind das Kratzteil tragen. Ich mein ja nur&#8230;</p>
<h3>5. Untauglich</h3>
<p>Genau so gut könnte es sein, dass das Kleidungsstück einfach völlig untauglich für das ist, was dein Kind vorhat. Thema <strong>Handschuhe</strong> und Klettergerüst. Bei meinen Neffen habe ich ganz oft festgestellt, dass sie die Fäustlinge nicht tragen wollten bzw. sie schnell wieder auszogen, weil sie sie am Spielen hinderten. Sie wollten klettern oder etwas festhalten, und die fetten Fäustlinge hinderten sie daran.</p>
<p>Kann auch sein, dass die Kleidung zu sehr in der Bewegung <strong>einschränkt</strong>, und dein Kind wie ein Michelin Mann durch die Gegend watschelt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6473" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-in-fetter-winterkleidung-blickt-nach-oben.jpg" alt="Kind mit roten Haaren kurzärmelig im Schnee" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-in-fetter-winterkleidung-blickt-nach-oben.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-in-fetter-winterkleidung-blickt-nach-oben-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-in-fetter-winterkleidung-blickt-nach-oben-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Bildquelle: <a href="https://www.cheapsnowgear.com/collections/kids-ski-gear" target="_blank" rel="noopener">Cheap Snow Gear</a></p>
<p>Es kann also nicht schaden, sich nach geeigneterer Kleidung umzusehen.</p>
<h3>6. Geschmack</h3>
<p>Vielleicht ist die Kleidung nicht unbequem, aber einfach&#8230; ich weiß nicht&#8230; Womöglich <strong>gefällt</strong> sie deinem Kind nicht so sehr wie dir?</p>
<p>Lass dein Kind aussuchen, was es tragen möchte. Geht gemeinsam shoppen.</p>
<p>Mein Sohn beispielsweise wollte immer seinen <strong>Schlafanzug</strong> anziehen, egal zu welchem Anlass. Na und? Bloß, weil das Teil als Schlafanzug ausgeschildert ist, heißt das doch nicht, dass man es nur zum Schlafen benutzen darf.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6443" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kinder-malen-ostereier-an.jpg" alt="Kinder malen Ostereier an" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kinder-malen-ostereier-an.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kinder-malen-ostereier-an-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kinder-malen-ostereier-an-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h3>7. Verbindung mit einem negativen Gefühl</h3>
<p>Kann es sein, dass dein Kind vom Umfeld (Familie, Freunde, Fremde, &#8230;) über dieses oder jenes Kleidungsstück <strong>bewertet</strong> wurde?</p>
<p>Vielleicht fand es jemand hässlich und hat dein Kind deswegen ausgelacht oder ihm anderweitig ein negatives Gefühl gegeben? Dadurch könnte dein Kind die Sache mit einem <strong>negativen Gefühl</strong> verbunden haben und es deshalb nicht (mehr) tragen wollen. Oder es wurde mit einem bestimmten Kleidungsstück überaus bewundert oder gelobt und möchte deshalb nichts anderes mehr tragen.</p>
<p>Frag dein Kind mal, ob es da so eine Situation gab. Warum es dieses oder jenes nicht (mehr) anziehen will.</p>
<h3>8. Unverständnis</h3>
<p>Das &#8222;Problem&#8220; hatte ich schon damals, als der kleine Mann noch ein Baby war. Wir sind JETZT im Warmen. Draußen ist es kalt. Wir müssen uns anziehen, damit wir draußen nicht frieren.</p>
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<p>Damals half es, meinem Kind die Situation <strong>begreiflich</strong> zu machen, indem ich mit ihm auf den Balkon ging (oder das Fenster aufmachte) und wir uns das Wetter ansahen. Da ließ sich mein Baby super anziehen. Half aber jetzt nicht mehr.</p>
<p>Ab und zu hilft auch <strong>Erklären</strong>. Warum wir uns anziehen müssen. Winter = kalt, Herbst = windig und dergleichen. Aber meistens lässt er sich nicht überzeugen.</p>
<p>Klar kann ich mich jetzt mit meinem Kind hinsetzen und ihn bitten, mir bei der Lösungsfindung behilflich zu sein. Bei der Bewältigung des Problems Hilfestellung zu leisten.</p>
<p>Doch der K(r)ampf ums Anziehen könnte auch einzig und allein folgenden Grund haben:</p>
<h3> 9. Körpergefühl</h3>
<p>Irgendwann hab ich ihn dann in knapper Montur nach draußen gehen lassen. Hab einfach die in meinen Augen fehlenden Kleidungsstücke mit eingepackt und los ging&#8217;s. Er wird ja schon sehen.</p>
<p>Recht schnell musste ich dann feststellen, dass der kleine Mann &#8211; so, wie er gerade gekleidet ist &#8211; genau <strong>richtig</strong> angezogen ist. Ihm ist einfach nicht kalt. Das bedeutet, dass wir ein völlig anderes <strong>Körpergefühl</strong> haben. Ein völlig unterschiedliches Verständnis von &#8222;kalt&#8220;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6472" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-mit-roten-haaren-kurzaermelig-im-schnee.jpg" alt="Kind mit roten Haaren kurzärmelig im Schnee" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-mit-roten-haaren-kurzaermelig-im-schnee.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-mit-roten-haaren-kurzaermelig-im-schnee-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-mit-roten-haaren-kurzaermelig-im-schnee-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<p>Kann die Lösung so simpel sein? Ihn einfach selber entscheiden lassen?</p>
<p>Ich muss dazu sagen, ich habe lange genug Kämpfe ausgetragen. Mal hab ich versucht, ihn in die Wintersachen zu stopfen und er hat mich angeschrien wie sonstwas. Dann hab ich es sein lassen. Doch es gibt einen tragenden Unterschied zu:</p>
<h2>Ätschi Bätschi!</h2>
<p>Wenn der Kleine in meinen Augen nicht richtig angezogen ist, er aber darauf besteht, so rauszugehen, dann lasse ich ihn. Allerdings nehme ich IMMER passende Kleidung und <strong>Wechselklamotten</strong> mit. Denn wenn er dann doch friert, dann kann ich ihm die fehlenden Sachen anziehen.</p>
<p>Nun gibt es sicherlich auch welche, die sich denken: &#8222;Äh, nein?! Ist doch seine eigene <strong>Schuld</strong>. Hätte er mal lieber auf mich gehört. Nu muss er zusehen, wie er klarkommt. Muss er halt frieren, schwitzen, was auch immer.&#8220;</p>
<p>Aber da liegt der Unterschied. Das hat nichts mit &#8222;<strong>Konsequenz</strong>&#8220; zu tun. DU bist die/der Erwachsene und kannst vorausschauend denken. Dein Kind (noch) nicht. DU kannst dein Kind aus dieser misslichen Lage befreien. Das liegt nun mal in deiner Verantwortung. Deinem Kind nicht die notwendige Kleidung zur Verfügung zu stellen und es absichtlich frieren (oder was auch immer) zu lassen, bedeutet <a href="http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gewalt/kindesmisshandlung/" target="_blank" rel="noopener">Kindesvernachlässigung</a>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6469" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-verschraenkt-arme-und-hat-muetze-ins-gesicht-gezogen.jpg" alt="Kind verschränkt Arme und hat Mütze ins Gesicht gezogen" width="679" height="429" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-verschraenkt-arme-und-hat-muetze-ins-gesicht-gezogen.jpg 679w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-verschraenkt-arme-und-hat-muetze-ins-gesicht-gezogen-400x253.jpg 400w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-verschraenkt-arme-und-hat-muetze-ins-gesicht-gezogen-30x19.jpg 30w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></p>
<p>Manche denken, ihrem Kind dadurch beizubringen, was &#8222;Konsequenzen&#8220; sind. Sie nennen es <strong>Erziehung</strong>. In meinen Augen lernt das Kind nur, dass man ihm aus dieser Notsituation hätte heraus helfen können, es aber nicht macht. Aus irgendeinem Grund, den es nicht nachvollziehen kann. Und das schmerzt dann nicht nur körperlich.</p>
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<h2>Vertrauen</h2>
<p>Was ich sagen will: Entwickle das <strong>Vertrauen</strong> in dein Kind, dass es sehr gut wissen wird, ob ihm heiß, kalt oder was auch immer ist. Oder dass es aktuell damit beschäftigt ist, das für sich herauszufinden. Dass es seine eigenen Erfahrungen machen will und auch MUSS.</p>
<p>Es ist sein Körper. Nur dein Kind wird wissen, was sich gut anfühlt. Es will keine vorgefertigten <strong>Erfahrungen</strong>, die du bereits gemacht hast. Es will sie selber machen. Das kann auch bedeuten, &#8222;Fehler&#8220; zu machen. Es ist nicht &#8222;falsch&#8220; in dem Sinne. Einfach nur eine weitere Erkenntnis, zu der dein Kind gekommen ist.</p>
<p>Das ist es doch, zu was wir unsere Kinder erziehen wollen, oder? Dass sie selbstständig denken. Sich nicht von anderen reinreden und manipulieren lassen. Dass sie imstande sind, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Auf ihr Bauchgefühl zu hören. Ihr <strong>Körpergefühl</strong> nie zu verlieren.</p>
<p>Was würde wohl passieren, wenn wir unseren Kindern jedes Mal demonstrieren: &#8222;Ich weiß besser, was du fühlst, was du brauchst.&#8220;? Zu was für Menschen wachsen unsere Kinder heran, wenn wir ihnen beibringen, dass sie nicht darauf vertrauen können, was ihnen ihr eigener (!) Körper sagt?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2387" src="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen-kind-im-schnee.jpg" alt="Kind will sich nicht anziehen lassen - Kind im Schnee.jpg" width="680" height="430" srcset="https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen-kind-im-schnee.jpg 680w, https://www.milchtropfen.de/wp-content/uploads/2017/01/kind-will-sich-nicht-anziehen-lassen-kind-im-schnee-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></p>
<h2>Dumme Sprüche</h2>
<p>Klar kann es vorkommen, dass du dafür dumme <strong>Kommentare</strong> von anderen erntest. Dass dein Kind zu &#8222;xyz&#8220; gekleidet ist. Unverantwortlich etc.</p>
<p>Ich kenne das auch von meiner Familie. Wenn wir nach Hause fahren wollen und der kleine Mann jetzt unbedingt barfuß zum Auto laufen will. Klar ist es kalt auf dem Boden. Merkt er doch. Wir können ihn darauf hinweisen, dass wir Socken und Schuhe dabei haben, die ihn wärmen und vor pieksenden Steinchen schützen. Wenn er sich entscheidet, sie anzuziehen, gut. Und wenn nicht, dann was?</p>
<p>Ich denke, viele, die sich die Sprüche nicht verkneifen können, machen sich erst einmal nur <strong>Sorgen</strong>. Dass er frieren könnte, sich erkältet, was eintritt oder was auch immer.</p>
<p>Das kannst du ihnen anrechnen. Dass sie sich um ihre Mitmenschen sorgen. Eine Welt, in der man niemandem völlig egal ist, ist doch eine gute Welt. Und dann kannst du ihnen die Angst nehmen und es ihnen erklären.</p>
<p>Sicher, manche wollen einfach nur rumpampen, aber einige wird es sicherlich interessieren. Und wiederum andere erfreuen sich einfach am Anblick eines Kindes, das Spaß hat.</p>
<p>Unabhängig davon, wie sie reagieren (könnten), solltest du immer zu deinem Kind stehen und es nicht übergehen, bloß weil du fürchtest, was sie denken oder sagen könnten. Sie kennen dich nicht. Sie kennen auch nicht dein Kind. Vielleicht wurden sie als Kinder auch übergriffig behandelt, wenn es ums Anziehen ging. Das weißt du nicht. Und genau so wenig wissen sie, wie dein Kind sich fühlt und sollten sich nicht herausnehmen, es besser zu wissen.</p>

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