12 von 12 – Dezember 2016

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Heute gibt es wieder 12 Bilder. Diesmal von einem Tag so ganz in grau mit wechselhaften Gefühlen und Aufbruchstimmung…

12 von 12 – Dezember 2016

Der Tag beginnt schon schlecht, finde ich. Das Wetter ist nass und kalt und windig und ungemütlich und eklig. Am Abend zuvor hatte ich mich bereits auf dieses Wetter eingestellt, hatte mich gefragt, was man mit dem Kleinen machen kann.

12 von 12 - Dezember 2016 - Sauwetter in Hellersdorf

Bei diesem Wetter sind in Hellersdorf nämlich sämtliche Spielplätze leer geräumt, denn bei schlechtem Wetter geht anscheinend keiner mit seinem Kind raus.

Ins Kindermuseum oder dergleichen geht es leider auch nicht. Die haben seltsamerweise entweder montags zu oder nur für angemeldete Gruppen geöffnet. Oder es wird erst für ältere Kinder empfohlen. Einfach ätzend.



Alles doof

Und vielleicht kennt ihr das ja. Wenn man einmal mies drauf ist, kann alles, was einen zuvor nicht gestört hat, plötzlich auf den Wecker gehen.

Zum Beispiel die Münzen, mit denen der Kleine so gern spielt und sie in alle Ritzen und Löcher steckt. Jetzt liegen sie gerade auf dem Boden und nerven mich.

12 von 12 - Dezember 2016 - Münzen auf dem Boden

Genau so wie das Gekrakel, das der Kleine nur allzu gern an die Wand malt. Dabei hat der Kleine einen so schönen Malort

12 von 12 - Dezember 2016 - Gekrakel an der Wand

Nach einem Streit mit meinem Mann, weil ich IMMER ALLES allein machen muss, beschließe ich, mit dem kleinen Mann zum SOS Kinderdorf zu fahren, um unter Menschen zu kommen, Kinder zu treffen. Seit wir den Kitaplatz gekündigt haben, muss ich sehen, wie der Kleine und ich Kontakt zu anderen halten.

Und natürlich kommt es so, wie es an solchen Tagen kommen muss: Das Ding hat erst am Nachmittag für Eltern und Kinder offen. Juhu!

12 von 12 - Dezember 2016 - SOS Kinderdorf

Also wieder zurück fahren. Einkaufen gehen. Der Kühlschrank ist leer.

Zwischendurch immer mal wieder mit meinem Mann über Whatsapp diskutieren, was mein Problem ist, warum ich sauer auf ihn bin. Und während ich die fetten Tüten links, und den schweren Mops rechts, und den fetten Rucksack auf dem Rücken buckel, macht es „Klick!“ und ich sage mir: Ich bin meines eigenen Glückes Schmied. Wenn ich mies drauf bin, sind nicht andere dafür zuständig, mich wieder fröhlich zu stimmen. Das kann ich nur selber.

Also was ist mein Problem? Warum bin ich heute so verdammt unzufrieden?

Mich stört es, dass ich durch die Kündigung des Kitaplatzes weiterhin zu Hause hocken und auf den Kleinen aufpassen muss. Dass ich gern mit ihm spiele und Dinge mit ihm unternehme, ist nicht das Problem. Es stört mich, dass wir allein sind. Dass ich geistig nicht gefordert werde und der Kleine keinen Kontakt zu anderen Kindern (mehr) hat. Dass es eben oft so ist, dass ich alles allein machen muss, obwohl mein Mann neben seinem Vollzeitjob auch noch hilft, wo er nur kann.

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In Hellersdorf finde ich absolut keine Gleichgesinnten. Da sind überall diese veralteten, verkrusteten, überholten, mittelalterlichen „Erziehungsmethoden“, mit denen ich einfach nicht mitgehen kann und will. Ich brauche Menschen um mich herum, die so denken wie ich oder zumindest so ähnlich.

Ich hasse dieses Bild der Kleinfamilie. Mutter, Vater, Kind. Manchmal sogar nur Mutter und Kind. Oder Vater und Kind. Klar kann man das alles allein stemmen, werden sich jetzt manche denken. Mich für verwöhnt halten. Ich bin nicht verwöhnt. Ich bin es nur Leid. In meinem Kopf stelle ich mir eine Familie groß vor. In der sich jeder hilft. Man Dinge zusammen in einer großen Gruppe macht. Voneinander lernt. Ein ständiges Miteinander. Das Bild von mir, allein mit meinem Kind, ist nicht meine Vorstellung von Leben.

Ich habe viel mit meinem Mann darüber gesprochen. Er will zwar nicht wie ich in eine Familien-WG ziehen, aber wir sind uns einig: In Hellersdorf werden wir nicht glücklich. Die Mieten sind der Hammer, sehr günstig, aber das war’s auch schon. Freunde werden wir hier nicht finden. Es wird Zeit, sich nach Wohnungen umzusehen. Umzuziehen. Dort werden wir auf Menschen treffen, die wie wir denken, wie wir sind. Man wird sich treffen. Gegenseitig einladen. Seine ganz eigene Familie gründen.

Als der Streit gegessen ist, kommt auch endlich die Sonne zum Vorschein. Ich mache dem Kleinen Stullen. Endlich ist seine Lieblingswurst wieder da. Zum Frühstück hatte er rein gar nichts gegessen. Jetzt lockert sich meine Stimmung wieder auf.

12 von 12 - Dezember 2016 - blauer Himmel in Hellersdorf

Das kaputte Spielzeug und die zerbrochenen Weihnachtsbaumanhänger werden repariert. Zusammen mit der neuen Puppe Rosi, die mein Sohn gestern von seiner Uroma geschenkt bekommen hat. Mit Rosi lassen wir auch die Münzen laut in den Behälter knallen. Jedes Mal, wenn sich Rosi von dem lauten Geräusch die Ohren zuhalten muss, lacht der Kleine aus vollem Herzen und gibt ihr noch eine Münze zum Scheppern. Ich liebe dieses Bild. Nur leider ist es nur in meinem Kopf. Musste ja auch irgendwie die Puppe Rosi halten und lenken.

Plötzlich schläft der Kleine beim Stillen in meinen Armen ein. Ich lege ihn ins Bett, kuschel mich neben ihn und schreibe für 12 von 12. Zumindest etwas. Denn dann ist der Kleine wieder wach.


SOS Kinderdorf

Während wir Mittag essen, mache ich die Snacks für unseren erneuten Ausflug zum SOS Kinderdorf fertig…

12 von 12 - Dezember 2016 - Snacks

… und packe „Fee“, „Rosi“ und „Püppi“ein. Denn die dürfen natürlich nicht fehlen, wenn wir aus dem Hause gehen.

12 von 12 - Dezember 2016 - Fee, Rosi und Püppi

Anfangs, als wir so ganz allein im SOS Kinderdorf waren, war es ganz schön einsam, aber wir hatten trotzdem Spaß – vor allem im Bällebad.

12 von 12 - Dezember 2016 - Bällebad

Bei den Puppen war er immer ganz irritiert, wenn eine Puppe keine Socken an hatte.

12 von 12 - Dezember 2016 - Puppen ohne Socken

Es waren aber leider auch nirgends Socken zu finden. Wir mummelten dann alle Puppe zusammen unter eine Decke, damit sie es schön warm haben.

Nach etwa 1 Stunde, als ich kurz davor war, mit dem Kleinen wieder aufzubrechen, kamen dann auch die anderen mit ihren Kindern.

Und was hab ich vorher über Hellersdorf gesagt? Genau das traf heute wieder zu: Mein Sohn wurde geschubst und geschlagen, ihm wurden Sachen auf den Kopf gehauen. Die Mutter reagierte entsprechend aggressiv, zerrte ihr Kind am Arm weg, steckte es in eine Ecke, sagte ihm, dass man nicht haut und dass das Kind böse ist und dass sie nach Hause fahren werden, wenn sich das Kind nicht besser verhält. Dann holte sie das Kind wieder zurück, auf dass es sich bei meinem Sohn entschuldigen sollte. Das 1. „Entschuldigung.“ vom Kleinen war aber nicht laut genug. Da musste er sich noch lauter entschuldigen…

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Klar bin ich dafür, dass man andere nicht schlägt und eingreift, wenn es dann doch passiert ist. Aber ich bin dafür, dass man das ruhig und sachlich erklärt, dass man sich in die Lage eines anderen hinein versetzt und Empathie lehrt. In meinen Augen ist es nicht nötig laut zu werden, aggressiv und grob zu reagieren, von oben herab mit dem Kind zu reden. Aber das werde ich wohl hier in Hellersdorf nicht finden. (Entschuldigung an alle Mütter in Hellersdorf, die ich bisher nicht kennenlernen durfte und gerade in einen Topf geworfen habe.)

Ab nach Hause

Als die anderen dann später ihr Abendbrot dort im SOS Kinderdorf verputzten, düsten der kleine Mann und ich nach Hause. Unterwegs sahen wir noch den Mond. In Echt sieht der aber immer viel schöner aus…

12 von 12 - Dezember 2016 - Mond

Zu Hause aßen wir dann ganz in Ruhe zu Abend. Es gab übrig gebliebene Mango und Papaya, Kürbissuppe, natürlich Stulle, und viel Gemüse, wovon der Kleine wenigstens die weichen Möhren mümmelte.

12 von 12 - Dezember 2016 - Abendbrot

Danach war noch etwas Brainstorming für das Wichtelgeschenk dran. Ein Wenn-Buch soll es werden (darüber berichte ich dann, wenn es ENDLICH fertig ist). Während Minimi mit Buntstiften zeichnete, probierte ich herum, wie ich die Seiten am besten gestalten könnte. Es liegt noch ein Haufen Arbeit vor mir. Aber Weihnachten ist ja noch ein bisschen hin…

12 von 12 - Dezember 2016 - Ideentisch

So. 23 Uhr. Der Kleine bespaßt den Papa, der schon ganz entnervt vom Wohnzimmer aus seufzt. So ist das, wenn man bereits das 4. Mal aus dem Bett gehen und wieder aufstehen muss. Jetzt bin ich wohl wieder dran. Nach Wohnungen werden wir wohl ein anderes Mal suchen. Es wird immer später.

Und was macht ihr so am Abend?


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