Kind will nicht in den Fahrradsitz

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Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Temperaturen klettern nach oben. Die Zeit ist perfekt für einen schönen Ausflug mit dem Fahrrad.

Doch das Kind will nicht in den Fahrradsitz… Was nun?

Kind will nicht in den Fahrradsitz

Ich habe mich gefragt, wann ich diesen Beitrag wohl endlich fertig geschrieben haben werden würde (ist das richtig?). Nämlich dann, wenn der kleine Mann endlich in seinen Fahrradsitz will.

Wie du siehst, ist die Zeit gekommen. Und ich hatte ehrlich gesagt schon gar nicht mehr damit gerechnet. Doch vielleicht war unsere Methode genau die richtige, damit es jetzt endlich klappt?! Deshalb erzähle ich einfach mal, wie das bei uns so ablief.

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Vorbereitungen

Ich weiß es noch ganz genau. Als wäre es erst gestern gewesen. Der kleine Mann war etwa ein Jahr alt. Es war schönstes Wetter draußen. Sommer. Schön warm. Nicht zu heiß. Ideal für einen Fahrradausflug.

Auf diesen Tag hatten mein Mann und ich uns bereits vorbereitet. Ich hatte für Oliver einen tollen Kindersitz von meinem Geburtstagsgeld gekauft. Wir ließen ihn in einem Fahrradladen auf mein Fahrrad montieren, weil das echt tricky mit meinem alten Drahtesel war. Aber es klappte zum Glück alles.

Und weil wir schon dabei waren, gleich noch einen Zweibeinständer* für sicheren Halt und einen passenden Fahrradhelm mit Licht* gekauft. Und da wir Eltern ja stets Vorbild sind, gab es für uns auch gleich noch Fahrradhelme.

Soviel zu den Vorbereitungen. Es war alles da, was man brauchte. Die Fahrt konnte losgehen. Theoretisch.

Träume sind Schäume

Und eigentlich hätten wir es uns ja denken können, dass es nicht so klappt, wie wir uns das erträumt hatten. Und in diesem Moment war ich wahrscheinlich etwas weinerlich, auf jeden Fall aber sehr verallgemeinernd, als ich dachte: Das war ja so klar! IMMER, wenn ich mich tierisch auf etwas freue, dann klappt es nicht! Das ist doch IMMER so!

Es kann auch daran liegen, dass wir Olivers Geduld überstrapazierten, denn er musste ja jetzt noch angeschnallt werden. Der Helm passte nicht durch den Gurt, also Helm wieder ab. Und dann war er endlich angeschnallt, der Helm sollte wieder auf… Und Oliver wollte nicht mehr in seinem Sitz sein. Wollte den Helm nicht mehr aufgesetzt bekommen. „Mama!“, rief er.



Einen Gang zurückschalten

Erst dachten wir noch „Alles wird gut. Er muss sich nur dran gewöhnen.“ Also schalteten wir einen Gang zurück und nahmen ihn aus dem Fahrradsitz raus. Ich setzte Oliver auf meinen Sitz und ging nun ein Stück des Weges mit ihm. Das fand er auch ganz interessant. Aber als es dann wieder in den Sitz (mit Helm) gehen sollte, wehrte er sich.

Und was soll ich sagen? Mein Mann und ich waren ganz schön angepisst. Wir hatten vor, einen schönen Fahrradausflug bei schönem Wetter zu machen. Und jetzt wurden wir so ausgebremst. Das war echt ärgerlich. Aber wir wollten unser Kind da auch nicht wie wild herumschreien lassen. Das hätte ihm nur eine schlimme Erinnerung ans Fahrradfahren beschert. Die darauffolgenden Fahrradtouren würden demnach genau so sein.

Also ließen wir es sein. Die Fahrräder wurden wieder nach unten in den Keller gehievt. Die Helme abgenommen. Und ich setzte mich später zu Hause an den Computer und recherchierte, was wir da machen könnten.

Tipps aus Foren

Im Internet stieß ich dann auf nicht allzu viele Tipps. Fakt war, dass wir nicht allein mit diesem „Problem“ waren. Fakt war auch, dass es jede/r anders handhabte.

Die einen ließen ihr Kind im Fahrradsitz. Aus und Punkt. Egal, ob es das nun wollte oder nicht.

Das widersprach allerdings meinen Prinzipien. Ich verwarf diesen „Tipp“. Denn das Fahrradfahren sollte für uns alle ein schönes Erlebnis werden und bleiben. Mein Kind weinend da hineinzuzwängen, würde zu keinem guten Ergebnis führen. Vielleicht könnte ich mit dieser Methode tatsächlich irgendwann mit ihm Fahrrad fahren und er wäre leise. Aber ich glaube, das wäre eher ein Zeichen von Resignation, Aufgeben, weil er weiß, dass er eh nicht aus dem Kindersitz kommt. Das wollte ich auf keinen Fall.

Manche waren der Meinung, dass man da behutsamer an die Sache herangehen müsse. Hier und da gab es ein paar Ratschläge, die ganz gut klangen. Man solle den Kinderhelm dort hinstellen, wo das Kind ihn immer sehen und auch benutzen könne. Sozusagen wie ein Spielzeug anbieten. Der Sinn dahinter ist, dass sich das Kind so langsam, aber sicher an den neuen Gegenstand herantasten kann. So würde der Helm als „ungefährlich“ eingestuft werden können. Und das Kind sich irgendwann daran gewöhnt haben.

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Gibt es eine schnelle Lösung?

Oliver fand es zwar ganz cool, jeden Tag mit seinem Helm spielen zu können. Vor allem, weil sein Helm hinten Lichter zum An- und Ausschalten hatte. Er setzte ihn auch ab und zu auf. Doch vom Fahrradfahren waren wir weit entfernt. Mich störte einfach, dass dieser Vorgang so lange dauern würde. „Irgendwann würde er sich dran gewöhnt haben.“ Gab es denn keine schnellere Lösung?

Natürlich gab es da wieder die Fraktion „Belohnen, Bestechen, Ablenken“, aber das widersprach unserem Erziehungsstil. Ich wollte einfach, dass er Spaß am Fahrradfahren hat. Ohne dass er dafür etwas geschenkt bekommt. Ich wollte, dass er das Fahrradfahren mitbekommt. Es einfach so toll findet wie ich! Kann doch nicht so schwer sein! Fahrradfahren macht doch so Spaß!


Dazu muss ich sagen, dass unser Sohn auch keinen Schnuller hat, der ihn hätte ablenken, beschwichtigen können. Alles in allem war es also ein Dilemma!

Für diejenigen, die das so oder in etwa so wie wir handhaben: Es gibt keine schnelle Lösung. Es gibt eine Lösung. Die dauert aber. Bei uns dauerte es vom 1. Versuch an etwa ein Jahr, bis es dann klappte. Und das war noch nicht mal geplant, sondern reiner Zufall.

Immer wieder anbieten

Der Helm war also jeden Tag im Zimmer und wurde ab und an bespielt und aufgesetzt. Soviel dazu. Ich fuhr auch mal mit dem Auto zu meinen Eltern und setzte den Kleinen auf das Fahrrad seiner Großeltern. Kutschierte ihn durch den Garten. War wirklich alles schön und gut. Aber Fahrradsitz? Nein!

Und dann kam Herbst. Dann kam Winter. Das Fahrrad stand im Keller. Der Fahrradsitz blieb unbenutzt.

altes Fahrrad voller Spinnweben

Und ich akzeptierte das. Nahm es hin. Schon vor der Schwangerschaft fuhr ich liebend gern Fahrrad. Ich fuhr morgens mit dem Rad zum Bahnhof. Stieg dann um und fuhr mit den Öffentlichen zur Arbeit. Und dann abends wieder mit dem Rad nach Hause.

Ich fand es wirklich traurig, mein Rad nicht benutzen zu können. Aber was hätte ich sonst machen können, wenn er nunmal nicht wollte? Also ließ ich es sein. Und fragte auch nicht mehr. Vielleicht löste genau das unser Problem. Es einfach mal für eine Weile sein lassen. Das Thema nicht mehr problematisieren. Und dann löste sich der Knoten von selbst.

Von heute auf morgen

Es war Samstag. Der Papa auf Arbeit. Der Morgen begann schon kacke, weil Oliver total weinerlich war. Jammerte wegen allem rum. Mein Mann war dann einfach weg und ich mit dem Kleinen beschäftigt. Was tun?

Als das Wetter auflockerte und die Sonne anfing zu scheinen, schauten wir in der Küche aus dem Fenster. Beobachteten die Busse. Und die Autos. Und die Fahrradfahrer

Nur so zum Spaß sagte ich zu meinem Kind, als wir auf die Fahrradfahrer zu sprechen kamen „Wir können ja auch raus und Fahrrad fahren“. Er entgegnete „Fahrn?“ Und ich so „Ja, wir können auch Fahrrad fahren. Du musst nur in den Sitz und deinen Helm aufsetzen.“

Oliver stieg von seinem Treppchen und meinte „Anziehn!“ und ich stand total perplex da… Wollte er jetzt tatsächlich…? Nein, er hatte es bestimmt nicht ganz verstanden. Naja, einem Spaziergang draußen in der Sonne steht ja nichts im Wege. Ist auch ganz nett.

Doch es wurde nicht falsch verstanden. Mein Kind setzte sich seinen Helm auf, ich stellte ihn noch etwas um, weil sein Kopf inzwischen etwas gewachsen war. Und dann ging es ab in den Keller. Reifen aufpumpen, weil sie ja seit einem Jahr nicht genutzt wurden. Dann Fahrrad hochhieven. Kind rein. Den Rucksack wollte er nicht abnehmen. Und ab ging die Post.

Kind will nicht in den Fahrradsitz - Kind im Kindersitz

Erste Reaktion

Es war anfangs etwas schwierig, mit dem Kindersitz loszufahren. Das Gleichgewicht zu halten. Aber es klappte dann recht schnell.

Und hinter mir auf dem Kindersitz jauchzte es vor Freude! Er war so happy! Und ich erst! Ich kam aus dem Grinsen gar nicht mehr raus! Einfach, weil wir jetzt doch endlich eine Runde mit dem Fahrrad drehen konnten. Ohne Tränen. Ohne Gekreische. Es war richtig schön.

Und so beschloss ich, bis zu meinen Eltern nach Mahlsdorf zu fahren. Die waren natürlich auch total überrascht und freuten sich. Jetzt kann die Radtour, die wir vor 2 Jahren schon geplant hatten, beginnen. Ich freue mich schon drauf (aber nicht zu doll, sonst geht das wieder in die Hose).

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Worauf du dich einstellen musst

Meine Mutter und ich fuhren dann noch mit Oliver eine Runde durch die Altstadt. Vielleicht hatten wir es uns einfach falsch vorgestellt, wie es mit Kind im Fahrradsitz sein würde. Es ist nicht so, dass man einfach mal am Stück stundenlang fahren kann.

Da hieß es zum Beispiel nach wenigen Minuten „Stopp! Fee!“ – Oliver wollte seine Fee mit im Kindersitz haben. Also anhalten, absteigen, Fee geben, weiter geht’s. Dann mussten wir anhalten, weil er Durst bekam und Wasser trinken wollte. Also wieder anhalten.

Aber das ist ok. Ich werde das Fahrradfahren genießen. Auch mit vielen Zwischenstopps. Das ist mir egal. Hauptsache, wir können endlich wieder Fahrradfahren.

Und dann war der Kleine so fasziniert von meiner Klingel, dass er die auch haben wollte. Nur konnte ich die ja nicht einfach so von meinem Fahrrad abmachen. Also habe ich mich letztendlich doch entschieden, etwas für die Fahrt unterwegs zu besorgen. Nämlich eine Fahrradklingel*. Eine ganz einfache. Wie meine. Ohne Schnickschnack. Ich werde mir noch überlegen, wie ich die genau am Kindersitz befestigen werde.

Letztendlich bin ich froh, dass es so gekommen ist und wir Fahrrad fahren können. Sogar mit Soundeffekt. Denn der kleine Mann macht Motorgeräusche nach, während wir fahren. Es werden alle mit einem lauten, herzhaften „Hallelöchen!“ begrüßt. Wenn ich so ein entspanntes Fahrradfahren eintausche gegen etwas Zeit und Geduld, dann mach ich das gerne. Besser, als mein Kind da reinzuzwängen und es weinen zu lassen. Viel besser!

Warum dein Kind eventuell nicht in den Fahrradsitz will

Wenn dein Kind noch nicht in den Fahrradsitz will, so kann ich dir zumindest sagen, dass es irgendwann doch klappen wird. Aber genau so wie ich es bei meinem Sohn nicht absehen konnte, kannst du es.

Das kann viele Ursachen haben.

Es kann deinem Kind beispielsweise schlichtweg nicht geheuer sein. Noch nicht. Das bedeutet für dich, viel Geduld mitzubringen. Den Fahrradhelm immer zugänglich machen. Manche haben das auch mit dem Fahrradsitz gemacht, den abmontiert und ihn sicher ins Zimmer gestellt. Da unsere Montage aber sehr knifflig war, fiel diese Möglichkeit bei uns weg. Aber wenn dein Kind das tagtäglich sieht und sich damit vertraut machen kann, ist das ein guter Weg, finde ich.

Zudem kommt es ja auch stets auf die Situation an. Vielleicht ist dein Kind bereits müde. Oder hungrig. Hat Durst. Gegen die letzteren Ursachen kannst du noch was unternehmen. Aber wenn ein Kind müde ist, ist es müde. Und will schlafen. Und sicherlich keine Experimente auf dem Fahrradsitz mitmachen. Wir haben die Radtour nach dem Mittagsschlaf gemacht. Danach ist der „Sturm“ immer vorbei und ich kann mit meinem Sohn ohne Probleme etwas unternehmen. Zum Beispiel Fahrrad fahren.

Vielleicht liegt es auch daran, dass etwas falsch eingestellt ist. Sitzt der Helm zu eng? Stört irgendwas? Ist der Fahrradsitz unbequem? Kann sein, dass du Glück hast und es lediglich daran liegt, dass dein Kind nicht in den Fahrradsitz will. Schau vorsichtshalber nach und überprüf, ob alles am rechten Fleck sitzt. Vielleicht ist dein Kind ja schon so alt, dass es dir sagen kann, was genau stört.

Das wichtigste bei uns war, da bin ich mir sicher, dass wir den Druck rausgenommen haben. Unser Kind will nicht in den Fahrradsitz? Na dann ist das halt so. Wir machen keinen Stress. Keine Vorwürfe. Kein schlechtes Gewissen. Das Verhalten wird keinesfalls bestraft. Anfangs hatte es uns zwar schon genervt, aber dann war es auch wieder gut. Und wie du siehst, hat es zwar eine Weile gedauert (ein Jahr, uff, Wahnsinn), aber jetzt liebt Oliver das Fahrradfahren.

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