Milchzahn abgebrochen – Was tun?

Milchzahn abgebrochen - Frau schreit voller Panik

Ich hatte gehofft, dass ich über dieses Thema nie schreiben müsse. Weil uns ein abgebrochener oder gar ausgeschlagener Milchzahn einfach nicht passieren darf. Doch es kommt ja immer anders, als man denkt.

Aus diesem Grund berichte ich darüber, wie man sich in solchen Situationen am besten verhält.

Milchzahn abgebrochen

Dieser Moment wird mir wohl ewig im Gedächtnis bleiben. Der Tag, an dem ich beschloss, mit meinem Sohn und meiner Schwester rauszugehen. Auf den Spielplatz. Olles Wetter? Ach, ist doch egal. Gibt ja Regensachen.

So fanden wir uns auf einem kleinen Spielplatz wieder. Hier war natürlich tote Hose. Bei schlechtem Wetter verkriechen sich ja alle im Warmen. Aber wir nicht.

Der Spielplatz war kein großes Highlight. Zwei Schaukeln, eine Kletterspinne und eine Rutsche. Mehr brauchte der kleine Mann nicht. Er wollte rutschen.

Blöde Kombi

Ich kann es nur vermuten, weshalb es letztendlich kam, wie es kommen musste. Schlechtes Wetter. Es regnete. Vielleicht schneite es sogar ein bisschen. Typisch April eben. Ich zog dem kleinen Mann seine Regensachen an und los ging’s zur Rutsche.

Aber die Leiter war aus Metall. Vom Wind und Regen inzwischen eiskalt geworden. Der kleine Mann wollte seine Handschuhe. Gesagt, getan.

 

Milchzahn abgebrochen - Kind in Regenmontur auf Rutsche

Und diese Kombination aus miesem Wetter, fetter Regenmontur inklusive Handschuhe brachte das Fass zum Überlaufen. Beziehungsweise meinen Sohn beim Leiterklettern zum Ausrutschen.

Doppelt hält besser

Beim ersten Mal batschte er mit der Lippe leicht auf der Leiter auf. Das zwiebelte ganz schön. Der Schrei des kleinen Mannes wurde immer lauter, als er realisierte, dass das WIRKLICH weh getan hatte.

Also trösteten wir ihn. Ich stillte ihn. Nach kurzer Zeit hieß es „Besser. Mehr.“ Also wieder rutschen.

Und obwohl ich direkt hinter ihm stand, konnte ich das zweite Mal nicht verhindern. Er rutschte ab und wieder: Bomms. Doch diesmal steckte da mehr Wumms hinter. Dann sah ich auch schon das Blut an der Lippe. Und den fehlenden Zahnteil am Schneidezahn.


Situation abschätzen

Es war nicht schön, keine Frage. Der kleine Mann schrie abermals wie am Spieß. Erst wollte er einfach nur brüllen und sich Luft machen. Nach kurzer Zeit trank er an meiner Brust und ließ sich trösten. Meine Finger, Kleidung und Brust waren blutverschmiert. Aber die Blutung hörte schnell auf. Es war nur die Lippe. Der Zahnteil aber war weiterhin abgebrochen. Unmöglich im Sand wiederzufinden, so klein, wie er war.

Meine Schwester fragte, ob wir den Notarzt rufen sollen. Ich entschied mich dagegen, weil

  1. nur die Lippe blutete
  2. lediglich ein winzig kleiner Zahnteil abgebrochen war, und nicht etwa gleich der komplette Schneidezahn oder ein größeres Stück
  3. sich der kleine Mann trösten ließ

Diese Faktoren ließen mich zu dem Entschluss kommen, lediglich den Heimweg anzutreten. Und nicht etwa die Fahrt ins Krankenhaus.

Kaum waren wir zu Hause angekommen, verabschiedeten wir uns von meiner Schwester. Der kleine Mann war wieder wie (fast) immer. Wir erzählten dem Papa noch schnell vom Vorfall und dann aßen wir gemeinsam Abendbrot. Den Vorfall hatte der kleine Mann inzwischen vergessen.

Besuch beim Zahnarzt

Dennoch ist es vonnöten, selbst bei einem „nur“ kleinen abgebrochenen Zahnteil den Zahnarzt aufzusuchen. Immerhin kann der abgebrochene Teil scharfkantig sein, was zu Verletzungen im Mund führen kann.

Milchzahn abgebrochen - Zahnarzt

Deshalb waren der kleine Mann und ich gleich am nächsten Tag beim Zahnarzt. Der meinte, der abgebrochene Teil des Milchzahns sei so klein, da würde er nichts machen. Da wird nichts abgeschliffen. Auch nichts angeklebt, weil zu klein und zu dünn. Der Milchzahn sei auch nicht locker. Den anderen Zähnen geht es ebenfalls blendend. Wir können ganz getrost mit der üblichen Zahnpflege fortfahren. Puh! Nochmal Glück gehabt.

Hätte, wäre, könnte

Wir hätten versuchen können, das abgebrochene Minizahnteil zu finden. Im Sand. Bei Schnee, Regen und Wind. Während der kleine Mann uns vollblutet und weint. Wir hätten das fehlende Stück vielleicht gefunden. Wären damit schnurstracks in eine Zahnklinik gerast. Eventuell hätte man das abgebrochene Stück einfach ankleben können. Aber ich hab es nicht gefunden. Hab gar nicht danach gesucht. Ich habe mich in diesem Moment voll und ganz auf meinen Sohn konzentriert. Nur das war wichtig.

Als wir den kleinen Mann trösteten, dachte ich nur so „Ein Glück, dass es nur so ein kleines Stück Schneidezahn war.“ Es war wirklich nicht groß. Fiel kaum auf.

Wenn ich daran denke, dass es auch anders, schlimmer, hätte kommen können… Milchzahn komplett ausgeschlagen zum Beispiel… Das hätte ich mir nie im Leben verziehen.

Milchzahn abgebrochen - Frau schreit voller Panik

Klar sind Milchzähne nicht bleibend. Bei den bleibenden Zähnen wäre das noch schlimmer gewesen. Aber man möchte seine Kinder immer vor allem beschützen. Und dann passiert es eben doch ganz genau so, wie man es nie wollte.

Aber so zu denken, bringt rein gar nichts. Es hilft weder mir noch meinem Kind noch sonst jemandem. Es ist, wie es ist. Ich kann es nicht ändern. Mir zusätzlich noch Vorwürfe aufzuhalsen, macht es nicht ungeschehen. Der Schneidezahn ist abgebrochen.

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Die Frage, die am Ende bleibt, ist: Wie gehe ich zukünftig mit solchen Situationen um? Hier half mir die Seite kinderzahnaerzte.de ganz gut. Sie schildern in 12 Punkten, wie man sich am besten verhält. Und das nicht nur, wenn ein Zahnteil abgebrochen ist. Sondern auch, was zu unternehmen ist, um einen ausgeschlagenen Zahn zu retten.

Kauf ich mir vorsorglich eine Zahnrettungsbox?

Von der Zahnrettungsbox* habe ich bereits im Erste-Hilfe-Kurs (Kleinkinder) gehört. Ich will gar keine Diskussion starten, ob man solche Unfälle damit heraufbeschwört oder nicht. Ob man die wirklich braucht oder das alles Geldverschwendung ist. Oder sie in Notfällen nie dabei hat. Kann ich nicht vorhersehen.

In meinen Augen ist sie klein. Handlich. Passt gut in die Tasche. Okay, der Preis ist ganz schön happig. Haltbarkeit etwa 1,5 Jahre. Aber sie kann im Fall der Fälle einen Zahn (oder mehrere) vor dem Absterben retten. Deshalb haben Kitas, Zahnarztpraxen, Apotheken, Schulen, Schwimmhallen usw. so etwas immer parat. Wer die Zahnrettungsbox nicht mit sich herum schleppen will, weiß, wo sie zu finden ist.

Die Entscheidung sei euch überlassen.

Ich hoffe, dass ich euch ein paar nützliche Informationen mit auf den Weg geben konnte. Zukünftig werde ich meinen Sohn auch weiterhin nicht mit Watte umhüllen. Unfälle passieren immer und überall. Das wichtigste ist, ruhig zu reagieren und zu wissen, was der nächste Schritt ist.

Über Julia

Hallo! Ich bin Julia, 26 Jahre alt und blogge seit 2016. Ich bin Mutter eines kleinen Mannes (geb. 2015) und bastel mit Leidenschaft.
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