Breifrei – alle Infos zum selbstbestimmten Essen


Spätestens wenn unser Baby 4 Monate alt ist, können wir ihm Brei zufüttern. So lautet zumindest die Empfehlung von Breigläschenherstellern. Doch was wäre, wenn wir auf Brei verzichten und unser Baby selbst aussuchen lassen, was es von einer bestimmten Auswahl an Nahrungsmitteln essen möchte? Unvorstellbar für dich? Dann schau im Beitrag welche Vorteile breifrei mit sich bringen und auf was du achten musst!


Breifrei – selbstbestimmt von der Hand zum Munde

Was ist breifrei oder baby led-weaning?

Breifrei oder baby led-weaning (kurz: BLW, zu deutsch: „babygesteuertes Abstillen“) ist die selbstbestimmte Beikosteinführung, die vom Baby selber gesteuert wird. Wo andere Babys mit dem Flugzeugspiel à la “Noch ein Häppchen für Mama und noch ein Häppchen für Papa” mit dem Löffel gefüttert werden, wird hier dem Baby selbstbestimmt überlassen, was es isst und vor allem auch wie viel es isst. Entwickelt wurde BLW von der britischen Hebamme und Stillberaterin Gill Rapley.

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Unsere Erfahrung mit breifrei

Wir haben bei beiden Jungs damit begonnen, als sie etwa 6 Monate alt waren. Ich bin damals in Facebookgruppen auf das Thema gestoßen und es fühlte sich stimmig für mich an. Also probierten wir es aus. Bei uns gab es ofengegartes Gemüse, wie Kartoffeln, Karotten, Kürbis oder im Topf gegarter Brokkoli für den Anfang. Es war eine Freude mit anzusehen, wie sie erforschten und wir haben auch einige Fotos von den verschmierten und glücklichen Gesichtern für das Fotoalbum gemacht, als lustige kleine Erinnerung sozusagen 😉



7 Vorteile von breifrei

  1. Dein Baby lernt die unterschiedlichen Eigenschaften und Konsistenzen von Nahrung kennen. Die Banane ist gelb und ganz weich, die Gürke ist grün und im Gegensatz zur Banane hart und innen ganz wässrig und das Brot ist bräunlich und fühlt sich nochmal ganz anders auf der Zunge an.
  2. Dein Baby darf, das ihm zubereitete Essen mit den Händen berühren, zermatschen, tasten, fühlen und solange experimentieren, bis sein Explorationdrang befriedigt ist.
  3. Es lernt Selbstständigkeit und Selbstvertrauen.
  4. Es lernt sein Sättigungsgefühl kennen und wird nicht überfüttert.
  5. Du musst nicht zig Gläschen nach Hause schleppen oder bezahlen. Es ist also kostengünstig und auch schnell auf den Tisch gezaubert.
  6. Die Hand-Augen-Koordination deines Babys wird gestärkt.
  7. Dein Baby isst einfach das mit, was eh auf euren Tellern gelandet wäre, halt nur mit weniger oder gar keinen Gewürzen. Der Vorteil dabei ist, dass du dein Baby nicht erst an die industriell hergestellte, geschmacklose und teilweise auch übersüßte Babynahrung heranführen musst, sondern du selber entscheiden kannst, was bei euch auf den Tisch kommt. Ob bio, vegan oder vegetarisch.

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Was musst du bei Breifrei beachten?

Im Durchschnitt sind Kinder ab einem Alter von etwa 6 Monaten für die Aufnahme von richtigem Essen bereit. Aber auch hier gilt wieder ganz individuell zu schauen. Manch ein Kind stürzt sich auf das ihm angebotene Essen und ein anderes Kind zeigt keinerlei Interesse. Ich würde trotzdem immer wieder etwas anbieten, auch wenn dein Baby dem Essen erstmal keine Aufmerksamkeit schenkt. Wenn es einfach mit bei euch am Tisch sitzt oder auf deinem Schoß und euch beim Essen beobachtet, dann wird es früher oder später auch etwas davon haben wollen – es möchte seinem Nachahmungstrieb nachgehen.


Die 6 Beikostreifezeichen

Die sogenannten Beikostreifezeichen geben dir Aufschluss darüber, ob dein Baby motorisch und kognitiv schon dazu in der Lage ist, Essen gefahrlos aufzunehmen.

Welche Voraussetzungen muss dein Baby erfüllen, damit ihr mit breifrei starten könnt?

  1. Dein Baby ist in der Lage seinen Kopf selbst aufrecht zu halten
  2. Es kann aufrecht sitzen, auch wenn dies mit einer kleinen Stütze geschieht, es beispielsweise bei dir auf dem Schoß sitzt und dadurch im Rücken etwas gehalten wird.
  3. Dein Baby zeigt Interesse am Essenstisch, wenn du etwas isst.
  4. Dein Baby kann selbstständig nach Essen greifen und dieses zum Mund führen.
  5. Es macht Kaubewegungen.
  6. Der Zungenstreckreflex ist verloren oder zumindest abgeschwächt. Dass heißt es schiebt das Essen nicht mehr aus seinem Mund heraus, sondern schluckt es herunter.

Die Obst- und Gemüsestücke sollten gut in Babys Hand passen, also gut greifbar sein. Eine halbierte Banane, ein großes Stück geviertelte und gegarte Kartoffel oder ein Stück weiches Brot kann dein Baby gut in der Hand halten, ohne dass es ihm aus den Fingern rutscht. Versuche nicht zu viele Nahrungsmittel auf einmal anzubieten, damit ihr bei allergischen Reaktionen noch nachvollziehen könnt, von welchem Nahrungsmittel sie stammt.

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Der Start mit breifrei

Suche dir einen Tag aus, wo dein Baby guter Laune, wach und satt ist! Satt? Ja, denn breifrei heißt nicht, dass von nun an die Still- oder Fläschchenmahlzeiten wegfallen, sondern breifrei findet ergänzend zu den Milchmahlzeiten statt. Das heißt also, dass du dein Baby erstmal stillst oder ihm das Fläschchen gibst und ihm dann erst Nahrungsmittel anbietest. 

Achte auch darauf, dass du selber nicht unter Stress stehst und ihr keinen baldigen Termin habt. Gib deinem Baby die Zeit zum Erforschen, ganz ohne Druck. Setz dich dazu und genieße auch etwas vom Essen. 

Biete deinem Kind erstmal nur ein bis zwei verschiedene Lebensmittel an. Gemüse aus dem Ofen solltest du vorher mit Pflanzenöl beschichten, denn in diesen Ölen sind lebensnotwendige Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren enthalten. Die sogenannten mehrfach ungesättigten Fettsäuren helfen dem Körper Vitamine besser aufzunehmen, sind gut für Herz und Kreislauf und spielen eine wichtige Rolle beim Fettstoffwechsel.



Was kannst du deinem Baby anbieten?

  • ofengegartes Gemüse, wie Kartoffeln, Kürbis, Süßkartoffel oder Karotte
  • gedämpftes Gemüse, wie Brokkoli
  • Obst, wie Banane, große Erdbeeren, handgroße Apfel- oder Birnenstücke, Mango
  • Brot, Brötchen oder Reiswaffeln
  • große Käsestücke, wie Gouda, Emmentaler oder Cheddar
  • große gekochte Nudeln, wie Cannelloni

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Kleinere Nahrungsmittel, wie etwa Erbsen, Nüsse oder Heidelbeeren kann dein Baby am Besten essen, wenn es schon einige Zeit mit breifrei vertraut ist und den Pinzettengriff beherrscht!

Was tun, wenn sich dein Baby verschluckt hat?

Dass Kinder sich verschlucken, kommt sowohl bei breifrei-Babys als auch bei der Breifütterung durch die Eltern vor. Schau dir im Video an, wie du erste Hilfe bei Verschlucken leisten kannst.

Ich für meinen Teil fand breifrei für meine zwei Jungs toll und würde es immer wieder so machen.

Was denkst du zum Thema? Hast du auch schon überlegt dein Baby breifrei aufwachsen zu lassen oder stehen dir irgendwelche Bedenken im Weg? Teile mit mir doch gerne deine Gedanken dazu in den Kommentaren!

Falls du auf der Suche nach breifrei Rezepten bist, dann ist dieses Buch wahrscheinlich etwas für dich!

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