Die große Wörterfabrik


„Die große Wörterfabrik“ von Agnès de Lestrade (Autor) und Valeria Docampo (Illustrationen) wird für alle ab einem Alter von 3 Jahren empfohlen. Dem kann ich mich nur anschließen. Nicht nur Kleinkinder, auch Kinder der Grundschule sowie Erwachsene sollten sich dieses Buch und dessen Bedeutung zu Gemüte führen.

Hier erfährst du, um was es in der Geschichte geht, wie ich sie finde und wo du das Kinderbuch kaufen kannst.

Die große Wörterfabrik

„Die große Wörterfabrik“* hat bereits viele Leser*innenherzen für sich gewinnen können. Ich wollte mir eine eigene Meinung bilden und habe es schnurstracks gekauft.

Mit seinen insgesamt 40 Seiten ist das Buch rasch durchgelesen, lässt einen aber noch im Nachhinein über dessen Bedeutung sinnieren.

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Um was geht es?

Im Land der großen Wörterfabrik sprechen die Menschen kaum ein Wort, denn Wörter sind hier sehr teuer. Deshalb sprechen nur die reichen Leute sehr oft und viel, weil sie es sich leisten können.

Für diejenigen, die nicht genügend Geld haben, um sich Wörter zu kaufen, bleibt nur das Stöbern im Müll, das Abwarten von Sonderangeboten oder das Fangen von umherfliegenden Wörtern in der Luft mit Schmetterlingsnetzen. Aber viel kann man mit diesen Worten nicht anfangen, denn es handelt sich entweder um Ausscheidungswörter oder Wörter, die kaum eine/r verwendet.

Aber eines Tages verfangen sich drei Wörter in Pauls Netz, der sich auch keine Wörter leisten kann. Er möchte seiner Freundin Marie, in die er verliebt ist, die Wörter „Kirsche, Staub, Stuhl“ zum Geburtstag schenken. Doch als er das vorhat, kommt sein Widersacher Oskar, dessen Eltern reich ohne Ende sind. Aus seinem Mund fallen unzählige Wörter, mit denen er Marie beeindrucken will.



Doch Paul lässt sich nicht entmutigen, und spricht mit all seiner Liebe, die er in sich finden kann, die drei Wörter für Marie aus. Kirsche. Staub. Stuhl.

Marie ist hingerissen vom Klang der Wörter. Da sie auch keine Worte hat, um sich zu bedanken, schenkt sie Paul einen Kuss.

Und Paul sagt ihr das letzte Wort, das er sich für einen ganz besonderen Moment wie diesen aufgespart hat, aber das verrate ich euch nicht! Haha!

Meine Empfehlung

Ok, werden wir mal wieder ernst und widmen uns der Frage: Wie finde ich das Buch?

Es ist süß, es ist liebevoll, es ist wunderschön und führt einem wieder einmal vor Augen, dass es nicht auf das WAS, sondern auf das WIE ankommt.

Oskar hat zwar einen Haufen Kohle bzw. seine Eltern, und er redet wie ein Wasserfall, aber das vor allem ohne Gefühl. Was nützt es, jemandem seine Liebe zu gestehen, wenn der Rest des Körpers diese Botschaft nicht ausdrücken kann? Wenn Mimik und Gestik völlig außen vor gelassen werden? Wenn man nicht mit dem Herzen spricht?

Und genau da ist Paul völlig anders. Er hat nur drei Wörter, die an sich erst einmal überhaupt keinen Sinn und auch keinen Satz ergeben. Doch indem er mit all seiner Liebe diese drei Worte ausspricht, erreicht er Marie und berührt damit ihr Herz.

Probier es mal aus und du wirst merken, wie unterschiedlich die Worte klingen, wenn man sich Zeit zum Aussprechen nimmt und mit Gefühl spricht:“Kirsche. Staub. Stuhl.“.

Illustrationen

Ich muss zugeben, dass mich die Illustrationen jetzt nicht wirklich umgehauen haben, wie so manch anderes Buch. Und Marie sieht in meinen Augen wie eine alte Lady aus, aber das ist einfach Geschmackssache.

Hauptsächlich ist „Die große Wörterfabrik“ in ihren Farbtönen eher dunkel, staubig, eintönig und dreckig gehalten.

Erst als Paul seine Worte spricht, wird das Buch zum Ende hin in seinen Farben fröhlicher und auch kraftvoller, was wohl die Botschaft der Geschichte unterstreichen soll, nehme ich an.

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Fazit

Das Buch ist ganz hübsch dargestellt, das Kinderbuch behalte ich aber vor allem wegen der Aussage, dass viele Worte nicht unbedingt etwas bewirken, jedoch die Art und Weise, wie man sie ausspricht.

Man kann jetzt natürlich noch einen obendrauf setzen und hineininterpretieren, dass das Buch auch vom Mut und Selbstbewusstsein handelt und dass man nicht aufgeben soll, obwohl der Gegenüber anscheinend bessere Karten (hier: Geld und Wörter) hat. Ich für meinen Teil begnüge mich schon mit der ersten Botschaft, und kann dir „Die große Wörterfabrik“ ohne schlechtes Gewissen empfehlen.

Wenn du die Geschichte für dich selber interpretieren willst, hol sie dir gern auf Amazon* und vielleicht entdeckst du mit deinem Kind bzw. deinen Kindern eine ganz andere Botschaft. Erzähl mir gern davon.

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Review-Zusammenfassung
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Die große Wörterfabrik
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