Home Office mit Kind – Die 10 wichtigsten Tipps

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Aufgrund des Coronavirus‘ dürfen viele nicht mehr zur Arbeit. Manche haben die Chance, von zu Hause aus Home Office zu betreiben, was sich auch relativ leicht gestalten würde, wenn da nicht auch noch Kitas und Schulen geschlossen und nur für äußerste Notfälle geöffnet hätten. Home Office mit Kind – für viele eine ziemlich ungewohnte und herausfordernde Situation.

Wie du erfolgreich Home Office mit Kind betreibst, verrate ich dir im heutigen Beitrag.

Home Office mit Kind – Die 10 wichtigsten Tipps

Wenn auch du es bisher gewohnt warst, dein Kind im Kindergarten oder der Schule betreut zu wissen, um zur Arbeit gehen zu können, dann kann ich mir vorstellen, dass es für dich jetzt eine ziemliche Umstellung sein muss, wenn ihr euch beinahe 24/7 zu Hause aufhaltet und die Spiel-, Essens- und Arbeitszeiten zusammen verbringt.

Ich hoffe, dass du von meinen 10 wichtigsten Tipps für ein gelingendes Home Office mit Kind profitierst – immerhin leben mein Mann und ich schon jahrelang selbstständig und ziehen unser Kind seit knapp 5 Jahren kitafrei auf. Wie wir das so machen und welche Tipps ich dir mit auf den Weg geben mag, erfährst du jetzt.

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1. Dein Arbeitsplatz

Es ist praktisch, wenn man nur einen Laptop zum Arbeiten braucht: Man kann theoretisch von überall auf der Welt aus arbeiten und sein Geld verdienen.

In der Realität sieht das – vor allem in Zeiten von Corona – etwas anders aus.

Ich für meinen Teil kann nicht überall arbeiten. Ich arbeite am Liebsten in meinem Zimmer. Da hab ich Ruhe, da riecht es gut, da hab ich nur Dinge um mich, die mich glücklich machen und die ich schön finde. Ich hab mein Whiteboard* mit allen wichtigen To-Do’s drauf, ich hab meine Korkwand mit Karten*, die mich zum Lächeln bringen und die mich motivieren.

Korkwand mit Karten zur Motivation

Im Wohnzimmer, wo überall Sachen rumliegen, der Tisch voller Snacks steht und nebenbei der Fernseher läuft, ist arbeiten für mich überhaupt nicht möglich. Naja, schon möglich, nur dauert es einfach dreimal so lange als wenn ich allein bin und ungestört arbeiten kann.

Was ich damit sagen will: Such dir einen Platz, an dem du konzentriert arbeiten kannst und dich wohl fühlst, dann bist du auch gleich viel produktiver.

2. Mach dir einen Plan

Nicht einfach so in den Tag hineinzuleben, sondern stattdessen einen Plan zu haben, das mussten wir als Familie auch erstmal herausfinden.

Da mein Mann und ich beide selbstständig sind und unser Kind kitafrei aufwächst, können wir uns selber einteilen, wann wir was machen, arbeiten, essen, putzen, raus gehen oder was auch immer. Mag sein, dass unser Plan nicht 1:1 auf jemanden übertragbar ist, der angestellt ist und 5 Tage die Woche arbeiten muss. Vom Prinzip, dass man plant, wann man arbeitet, spielt, Pause macht, Haushalt erledigt usw. würde ich aber sagen, ist es ähnlich.

Ob es sich nun um einen Tages- oder einen Wochenplan handelt, musst du für dich selber entscheiden. Wir hatten anfangs mit einem Tagesplan begonnen, was in mir immer relativ viel Stress hervorgerufen hat, weil ich mich gern auf Dinge vorbereite. Zu wissen, wie die komplette Woche aussieht, gibt mir Halt, Orientierung und Klarheit (auch wenn ich weiß, dass sich mit Kind öfter mal was ändert).

Einen Wochenplan zu erstellen bedeutet, festzulegen, wann wer seinen Arbeitstag hat und wann es Familientage gibt, an denen wir etwas zu dritt unternehmen. Mit dem Arbeitstag steht auch gleichzeitig fest, wer fürs Essen, den Haushalt und unser Kind zuständig ist. Und damit keine/r von uns diesen Plan vergisst, haben wir auf dem Smartphone einen Kalender eingerichtet, der synchron läuft. Sobald eine/r von uns etwas reinschreibt oder löscht, wird man darüber benachrichtigt.

Screenshot Kalender Familie

Früher hatten wir uns am Tag je nach Lust und Laune mit Arbeit, Familie und Haushalt abgewechselt, aber das war uns einfach zu wischiwaschi. Für uns sind klare Abreden besser, da kommt es zu keinen Missverständnissen und Enttäuschungen oder dass man sich ungerecht behandelt sieht.

Wer seinen Arbeitstag hat, die/der hat Zeit von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Die/Der andere kümmert sich um den Rest, sprich: Essen machen, Haushalt und natürlich sich mit dem Kind beschäftigen, spielen, rausgehen. Gegessen wird gemeinsam.

So, wie es jetzt ist, war es aber auch nicht von Anfang an, das hat sich über die Jahre so eingespielt.



3. To-Do’s, Ziele und Prioritäten

Erstelle dir für jeden Tag eine To-Do-Liste mit Aufgaben, die zu erledigen sind – möglichst nach Prioritäten geordnet. Was ist am Wichtigsten? Was muss sofort erledigt werden und duldet keinerlei Aufschub? Was kommt danach und was hat Zeit?

Hilfreich fand ich auch immer, mir aufzuschreiben, wofür ich das gerade mache, also welchem Ziel es dient; das motiviert mich zusätzlich, die Aufgabe zu erledigen. Wenn ich mir z.B. etwas von meinem Mann erklären lasse, was den technischen Kram vom Blog betrifft, dann bringt es mich meinem Ziel näher, unabhängiger arbeiten zu können.

Und das Schönste überhaupt: Etwas von der To-Do-Liste zu streichen! Mach das! Es ist ein unglaublich befriedigendes Gefühl, finde ich, wenn man sieht, was man geschafft hat.

To-Do Liste auf Whiteboard

Manchmal laufen die Tage nicht so, wie sie geplant waren – das kennt wahrscheinlich jede/r. Dann ist es hilfreich sich zu fragen, was gerade am Wichtigsten ist: Die Spielsachen wegzuräumen oder mit deinem Kind eine extra Kuscheleinheit zu genießen?

4. Gleichgewicht halten

Denk daran, nicht nur den ganzen Tag durchzuackern, sondern auch Zeit für Pausen einzuräumen, damit du dich entspannen und wieder zu Kräften kommen kannst.

Welcher Rhythmus für dich am Geeignetsten ist, kannst nur du wissen. Manche empfehlen, nach 25 min. eine kleine Pause einzulegen und dann weiterzumachen.

Mama trinkt Kakao mit Kind aus Tassen

Was ich persönlich auch sehr empfehlen kann, wenn du den ganzen Tag mit deinem Kind allein bist und alles selber managen musst, ist im Wechsel den Tag zu verbringen, das bedeutet eine Sache mit deinem Kind zu machen, also meistens irgendetwas spielen, und danach etwas auf deiner To-Do-Liste zu erledigen.

Wenn dein Kind gerne Dinge mit dir spielt, die jetzt nicht so dein Ding sind, dann ist es auch hier hilfreich, im Gleichgewicht zu bleiben, d.h. ihr spielt mal was, was deinem Kind gefällt und dann etwas, was euch beiden Spaß macht.

Mein Mann und ich handhaben es zusätzlich auch so, dass nach der Arbeitszeit gewechselt wird, d.h. wenn mein Mann z.B. seinen Arbeitstag hatte und ich alles andere gemacht habe, hab ich ab 18:00 Uhr Zeit für mich. Dann kann ich entscheiden, was ich mit meiner freien Zeit nun anstellen mag. Arbeite ich selber etwas? Gehe ich ein bisschen raus? Treibe ich Sport? Dafür war mein Mann dann für den Rest des Tages für unseren Sohn zuständig, auch für das Ins-Bett-Bringen.

5. Aufgaben mit Kind und Aufgaben ohne Kind

Aufgaben, die ich wirklich allein machen will, weil ich dafür Ruhe und Konzentration brauche, packe ich in die Zeit, in der sich Oliver allein oder mit seinem Papa beschäftigt und/oder schläft.

Diejenigen unter euch, deren Kinder noch Mittagsschlaf machen, können sich hier glücklich schätzen. Da unser Sohn den Mittagsschlaf schon seit etlichen Jahren abgeschafft hat, entscheide ich immer, ob ich lieber etwas früher aufstehe (eher nicht, ich bin ein totaler Morgenmuffel) oder ob ich nachts nochmal aus dem Zimmer schleiche, um zu arbeiten (erfordert etwas Disziplin, aber es lohnt sich).

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6. Bezieh dein Kind mit ein

Ich musste mich echt dazu zwingen, Aufgaben, die ich nicht zwangsläufig allein machen muss, eben nicht in dieser so kostbaren Zeit zu machen, in der mein Sohn schläft oder beschäftigt ist. Stattdessen lade ich Oliver immer zu gemeinsamen Aufgaben ein, wie z.B. zum Einkaufen, Kochen, Aufräumen, Wäsche machen usw.

Auch wenn ich meist nur ein „Nein, danke.“ zu hören bekomme, finde ich es dennoch wichtig, es Oliver immer wieder anzubieten, immerhin macht es zusammen auch viel mehr Spaß und stärkt die Gemeinschaft.

Und ja, auch beim Arbeiten habe ich ihn mit einbezogen. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der ich anfing, am Laptop zu arbeiten, was für meinen Sohn etwas ganz Neues war. Er bat mich dann, ihn auf meinen Schoß zu setzen und auf die Tastatur drücken zu dürfen. Klar dauerte es länger, etwas zu schreiben, aber so bekam er einen ersten Geschmack von meiner Arbeit. Irgendwann fand er es dann langweilig, immer nur auf den Tasten rumzuhacken, und widmete sich wieder seinen Sachen.

Inwiefern du es zulassen möchtest, dein Kind mit in deine Arbeitswelt mitzunehmen, sei dir überlassen; ich persönlich kann mich noch gut daran erinnern, wie magisch das für mich als Kind war, meine Mutter auf Arbeit anrufen zu dürfen oder sie sogar mal mit ins Büro zu begleiten. Probier es aus.

Papa arbeitet mit Kind auf Arm am Laptop

7. Beschäftigung fürs Kind

Ganz ehrlich? Ich beneide Eltern, deren Kinder liebend gerne basteln und malen. Oliver mochte das früher mal, aber jetzt ist das sowas von langweilig für ihn, dass ich die Bastelsachen mittlerweile in den Keller geräumt habe.

Je nachdem, was dein Kind gerne macht und wie alt es schon ist, kannst du ihm jeweilige Sachen zum Spielen und zur Beschäftigung anbieten. Wenn dein Kind Bastelsachen liebt: Jackpot!

Mama am Laptop mit spielenden Kinder

Sollte es allerdings wie bei uns sein und dein Kind Mal- und Bastelsachen links liegen lassen, dann geh möglichst lange und oft mit ihm raus (zum Glück kann man auch an anderen Orten als auf dem Spielplatz spielen oder in der Schwimmhalle planschen) und sorg dafür, dass sich dein Kind zu Hause austoben kann. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei uns zu Hause darf z.B. auf dem Bett und der Couch gehüpft und getobt werden uvm. Was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, sich indoor aktiv zu betätigen, verrate ich dir in einem gesonderten Beitrag. Sobald er fertig ist, verlinke ich ihn dir hier.

Nachtrag: In meinem Beitrag „100 Indoor Aktivitäten für Kinder für zu Hause“ wirst du bestimmt fündig!

8. Unterbrechungen

Gerade, wenn es ungewohnt für dein Kind ist, dass du jetzt Ruhe zum Arbeiten brauchst oder es so jung ist, dass es die Bedeutung von „Arbeitszeit“ noch nicht begreift, kann es durchaus vorkommen, dass du nicht wie gewohnt und geplant deine Arbeit verrichten kannst, weil du ständig unterbrochen wirst oder dein Kind jetzt ständig mit dir spielen will, weil… du bist halt zu Hause, nicht wahr?

Bei uns hat das auch eine Weile gebraucht, bis Oliver verstand, dass ich jetzt arbeite und der Papa kommt, wenn er was möchte. Das ist ungewohnt und eine Umstellung, weil ich sonst immer 24/7 für ihn da war, ihn beschäftigt habe usw., aber irgendwann hatte er sich daran gewöhnt.

Das bedeutet nicht, dass ich seitdem völlig ungestört arbeiten kann. Auch ich habe mich daran gewöhnt, mehrmals unterbrochen zu werden, sei es am Laptop, wenn ich gerade einen Artikel schreiben will oder während einer Onlineschulung, dass er dann plötzlich hinter mir steht und in die Kamera winkt oder mich aus heiterem Himmel irgendwas fragt, während ich telefoniere oder gerade zuhöre.

Kind turnt im Bett neben Laptop

Für mich persönlich ist das ok, ich kann damit relativ gut umgehen. Ich sage dann zwar auch, dass er wieder rausgehen soll, weil ich mich konzentrieren möchte und Ruhe brauche, aber übel nehme ich das meinem Kind nicht – und mein Gegenüber am anderen Ende der Leitung auch nicht, im Gegenteil; bisher hatte dafür jede/r Verständnis.

Wenn du also unterbrochen wirst, während du gerade arbeiten möchtest, kommunizier klar, was du willst und brauchst, gerne auch nochmal, nachdem du fertig bist und in Ruhe mit deinem Kind reden kannst.

9. Führ die Uhr ein

„Ich telefoniere jetzt. Das dauert nur 5 Minuten. Dann können wir spielen.“ Für Oliver war es schwer nachvollziehbar, was fünf Minuten oder eine Stunde bedeutete. Ihm hat es geholfen, als wir die Uhr* einführten (zusammen mit einem Kalender*). Anhand der Uhr konnten wir ihm erklären, wann 30 Minuten vorbei sind oder was passiert, wenn der große Zeiger hier und der kleine Zeiger dort steht. Oder man stellt einfach einen Timer; sobald der klingelt, wissen du und dein Kind, dass die Zeit jetzt um ist.

Kinderuhr und Kalender

Kommt natürlich auch immer auf das Alter des Kindes an. Ein Baby wirst du damit wenig beeindrucken können. Es wird wahrscheinlich einfach glücklich sein, wenn du es in der Trage nah bei dir hast. Ein Schulkind hingegen kann damit schon eher etwas anfangen (und sich auch schon besser selber beschäftigen)

10. Halte dein Wort

Was wichtiger denn je ist: Halte dein Wort. Wie oft passiert es mir, dass mein Kind mich ruft, ich antworte „Ja, bin gleich da. Ich häng nur noch schnell die Wäsche auf.“ und dann nach der Wäsche doch noch schnell eine neue Wäsche anmache oder etwas anderes „nur noch schnell“ erledigen will… Nichts da!

Wenn du etwas sagst, dann halte es auch ein. Gib deinem Kind das Gefühl, dass es sich auf dein Wort verlassen kann und dass es darauf vertrauen kann, dass du in 5 Minuten da sein wirst, wenn du sagst, dass du in 5 Minuten da sein wirst. Ein Kind, das sich darauf verlassen kann, wird nicht alle paar Minuten in dein Zimmer kommen und dich unterbrechen mit „Bist du jetzt fertig?“.

Kind unterbricht Mutter bei Arbeit am Laptop

Fazit

Wie du siehst, gibt es viele hilfreiche Ideen und Tipps, wie man von zu Hause aus arbeiten und sich gleichzeitig um Kind und Haushalt kümmern kann. Was es dazu braucht, sind ein guter Plan, klare Kommunikation, die Zuversicht, dass sich das schon alles aufeinander einspielen wird und eine lockere Einstellung, dass sich Pläne auch mal ändern können und man während der Arbeitszeit öfter als gewohnt unterbrochen wird.

Wenn dir noch wichtige Tipps einfallen, wie du Home Office mit Kind oder gar mehreren Kindern schaffst, und es gerne mit anderen teilen möchtest, schreib sie mir unbedingt unten in die Kommentare.

Home Office mit Kind – Die 10 wichtigsten Tipps
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2 Gedanken zu “Home Office mit Kind – Die 10 wichtigsten Tipps

  1. Naja, die Tipps sind ja ganz nett, aber nicht geeignet für Homeoffice mit 2 Kindern bei denen eines schon Schularbeiten zu machen hat und der Papa ist von 7-19 Uhr außer Haus arbeiten. Da bleibt kaum etwas anderes als einfach abgehetzt zwischen Arbeit und Kindern hin- und herzuwechseln.

    • Hey Sonja, danke für deinen Kommentar. Was würdest du Menschen in dieser Situation ans Herz geben? Was wären deine Tipps? Was hat dir geholfen?
      Liebe Grüße
      Julia

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