6 Tipps für eine lange, aber entspannte Autofahrt mit Kleinkind

Wir waren letztens für eine Woche in Blåvand (Dänemark) im Urlaub. Doch bevor wir entspannt Urlaub machen konnten, mussten wir erst einmal dort ankommen.

Wie wir die 6-stündige Autofahrt mit unserem 2-jährigen Kind überstanden haben, liest du im folgenden Beitrag.

6 Tipps für eine lange, aber entspannte Autofahrt mit Kleinkind

Lange haben wir unseren einwöchigen Urlaub in Dänemark mit der Familie herbeigesehnt. Jetzt ist er endlich gekommen!

Doch bevor wir unsere Füße in die Nordsee tauchen können, muss die lange Autofahrt überstanden werden.

Kleine Info am Rande: Oliver ist zwei Jahre alt, wird gestillt, hat keinen Schnuller und bisher noch nie so eine lange Autofahrt mitgemacht. Das längste war bis jetzt eine 2-stündige Autofahrt zur Ostsee.

Wir mussten uns also einiges einfallen lassen, um die Autofahrt so angenehm wie möglich zu gestalten, und ich möchte dir die wichtigsten Tipps natürlich nicht vorenthalten.

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Verpflegung

Am Vortag hatten wir bereits das Gröbste eingepackt. Klamotten, Klamotten und noch mehr Klamotten! Ich frage mich immer, wie man so viel Gepäck für ein Kleinkind einpacken kann. Als würden wir eine Weltreise machen! Dabei geht es doch um gerade einmal EINE Woche…

Aber ich bin bestimmt nicht die einzige, der das so geht. Wir packen wohl alle für den Fall der Fälle ein.

Am Abreisetag kam dann noch der ganze Rest, den man am Morgen braucht, dazu. Klar, dass man auch die Verpflegung für unterwegs erst jetzt macht. Auf Hasenbrote hatten wir nämlich keine Lust. Noch etwas Wasser für unterwegs und dann konnte die „Weltreise“ auch schon losgehen.

Den Kindersitz hatten wir schon ein paar Tage vorher eingebaut. Also auch hier keine Verzögerung. Wir fuhren planmäßig ab. Wahnsinn! Damit hatte ich nicht gerechnet.



VIP

Als 1. Überraschung für den kleinen Mann saß ich diesmal direkt neben ihm. Sonst sitze ich nämlich immer vorne und fahre, da ich die einzige mit Führerschein bin. Aber heute! Heute hatte mich der kleine Mann direkt neben sich. Na da kann die Reise ja nur gut gehen!

„Mama, tra.“

Doch schon nach wenigen Minuten hieß es „Mama, tra.“, was soviel wie „Mama, trag mich.“ bedeutet. Das ging natürlich nicht. Wir fuhren gerade mal… 10 Minuten? Ich hatte gedacht, dass mir für diesen Satz noch ein paar Stunden bleiben, aber denkste. Also Unterhaltungsprogramm starten!

Für unterwegs hatte ich folgende Sachen für den kleinen Mann eingepackt:

  • seine aktuellen Lieblingsbücher (Maulwurf, Kita, Tinkerbell, Yoki, Conni)
  • Aqua Doodle Travel Maltasche
  • Notizbuch und Stifte
  • Steckpuzzle
  • magnetische Bausteine
  • seine aktuellen Lieblingskuscheltiere (Nixe, Teddy, Nilpferd und Fee)
  • zwei kleine Legoautos mit Legofiguren

Da der kleine Mann am liebsten vorgelesen bekommt, packte ich also die Bücher aus und begann vorzulesen. Das ist an sich kein Problem. Doof wird es nur, wenn man sich beim Vorlesen verbiegen muss. Unser Kindersitz ist nämlich rückwärts gerichtet.

Das bedeutet zwar ein extrem hohes Maß an Sicherheit für den Fall der Fälle. Aber leider auch, dass mir beim Vorlesen sehr schnell sehr schlecht wird. Also musste ich zwischendurch immer mal wieder Pause machen. Nach vorne schauen. Hoffen, dass sich der kleine Mann auch mal selber beschäftigt.

Als mir immer noch schlecht war, der kleine Mann aber auch nicht allein spielen konnte/wollte, packte ich die Bücher beiseite und holte das nächste Spielzeug raus.

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Aqua Doodle Travel Maltasche

Die Aqua Doodle Travel Maltasche* ist ein wirklich cooles Teil, um sich während der Fahrt zu beschäftigen. Die funktioniert so, dass man Wasser in den Stift gibt und damit malt. Die Tafel verfärbt sich blau, wo gemalt wird. Trocknet das Gemalte, verschwindet es wieder. Ein Unendlichkeitsspiel sozusagen. Und alles bleibt sauber, was für manche sicherlich ein klarer Vorteil ist.

6 Tipps für eine lange, aber entspannte Autofahrt mit Kleinkind - Kind malt mit Aqua Doodle Travel Maltasche

Die Nachteile zeigen sich erst während der Fahrt. Der Stift ist ziemlich schnell alle. Wenn man allein mit Kind fährt, muss schnell nachgefüllt werden. Das bedeutet anhalten, aussteigen, Stift auffüllen, weiter fahren. Bis der Stift wieder alle ist.

Weiterer Minuspunkt: Was ist, wenn der Stift runterfällt? Für mich kein Problem, weil ich direkt neben dem kleinen Mann sitze und ihn aufheben kann. Wer allein mit Kind unterwegs ist, hat es weniger entspannend. Selbst der Umgang mit dem Gummi, der den Stift halten soll, muss ja erstmal geübt werden.

Magnetische Bausteine

Der kleine Mann will wieder raus. Nochmal ablenken, heißt es. Die neuen, eigens für die lange Autofahrt gekauften magnetischen Bausteine* werden herausgeholt. Damit spielt der kleine Mann tatsächlich eine ganze Weile.

Die Magnete halten aber so gut, dass sie auch die näher liegenden Bausteine heranziehen. Das Abziehen ist etwas mühsam. Der kleine Mann schüttelte seine Bausteine so lange, bis die unerwünschten Bausteine wegflogen.


Und da sind wir auch schon beim Nachteil für dieses an sich super coole Spielzeug: Fliegen die Bausteine einmal in die falsche Richtung, kann selbst die Person, die sich neben dem Kind befindet, die Bausteine nicht zurückholen.

So erging es auch uns. Die Dinger flogen genau neben Kindersitz und Autotür. Für mich unmöglich zu erreichen. Und so wurden es immer weniger Bausteine, mit denen wir spielen konnten. Auch wenn der kleine Mann sie nun nicht mit Absicht wegfeuerte, passierte es doch ab und zu mal aus Versehen.

Aber irgendwann war der Moment gekommen, an dem sich der kleine Mann durch nichts und niemanden beruhigen ließ. Wir mussten anhalten. Da half keine Ablenkung mehr. Von der ich sowieso kein Fan bin.

Warum nicht ablenken?

Wer meine älteren Texte gelesen hat, weiß, dass ich von Ablenkung nicht viel halte. Mein Mann und ich sind da relativ entspannt und gehen rasch auf das Bedürfnis des kleinen Mannes ein. Denn bloß, weil er abgelenkt wird, heißt es ja nicht, dass sein Bedürfnis verschwindet. Es wird eine Zeit lang hintenan gestellt. Und wächst weiter. Bis es letztendlich so groß ist, dass keine Ablenkung mehr hilft.

Zudem bringt man seinem Kind durch Ablenkungsmanöver auch völlig falsche Sachen bei. Lenken wir es mit Spielzeug ab, obwohl es eigentlich raus will, bringen wir ihm bei, falsch auf sein Bedürfnis zu reagieren. Nämlich sich mit materiellen Dingen zu beruhigen. Statt das eigentliche Problem anzugehen. Anzuhalten. Pause zu machen. Die Beine vertreten.

 

Versteh mich nicht falsch. Gegen Unterhaltung, die einem die lange Autofahrt angenehmer, erträglicher machen soll, spricht nichts. Aber irgendwann ist ein Punkt beim Kind erreicht, an dem es beispielsweise Hunger bekommt und darauf aufmerksam macht. Von diesem Bedürfnis abzulenken, damit man z.B. noch eine Stunde weiterfahren kann, halte ich persönlich nichts.

Kind hat Hunger? Dann wird gegessen. Kind muss sich die Beine vertreten, es ist schon ganz hibbelig? Anhalten, Pause machen und spielen, toben. Was auch immer das Kind gerade braucht. Davon spreche ich.

Da wir unseren Sohn also SO erziehen wollen, war ich von dieser Methode wenig begeistert. Aber warum machte ich es dann trotzdem so?

Warum ablenken?

Nun ist es aber so, dass wir in einer großen Gruppe unterwegs waren. 2 Autos, 8 Personen. Die alle schnell Urlaub machen wollten. Schnell ihr Ziel erreichen wollten.

Als man mich einige Wochen vor dem Urlaub fragte, was ich davon halte, wenn ich unser Auto zu Hause stehen lasse und man uns allesamt fährt, war ich begeistert. Aber ich sagte allen, dass sie mit mehr Pausen rechnen müssen. Wenn der kleine Mann raus will, will er raus. Sonst schreit er uns das Auto zusammen. „Ja, alles klar, verstanden, so machen wir das.“, hieß es.

Nun war es aber so, dass unser Fahrer eher von der ungeduldigen Sorte ist. Wenn wir also hielten, weil der kleine Mann getröstet und gestillt werden wollte, hörte ich schon nach wenigen Minuten „So! Und weiter geht’s!“

 

Das ist alles andere als Rücksichtnahme. Es macht mir nur Druck, mein Kind nur ja schnell ruhig zu stellen, zu beruhigen, damit es weiter gehen kann. Ich bin unter Druck, weil anscheinend alle weiter wollen (ich ja nicht, ne?), aber der kleine Mann scheinbar alles blockiert.

Was wiegt mehr? Das Bedürfnis eines Kindes oder das von 5 Erwachsenen (meinen Mann und mich mal rausgenommen)?

Dadurch, dass ich hinne machen sollte (bzw. das Gefühl vermittelt bekam), der kleine Mann aber gestillt werden wollte, hing ich dann in meiner Verzweiflung mit der Brust schräg vor ihm. Damit er während der Fahrt trinken konnte und trotzdem angeschnallt war.

Für mich war das alles andere als entspannend. Schon eher lästig, weil der kleine Mann immerzu die Seiten wechseln wollte und ich mich mal etwas, und mal total verrenken musste.

Der beste Zeitpunkt

Am besten war es, wenn der kleine Mann schlief. Vorher wurde er gestillt. Dann lehnte er sich zurück. Kuschelte sich an mein Halstuch und seine Kuscheltiere. Noch ein wenig streicheln und dann war er weg.

6 Tipps für eine lange, aber entspannte Autofahrt mit Kleinkind - Kind schläft

Zeit durchzustarten! Volle Möhre durchfahren ohne Rücksicht auf Verluste!

Denkste! Stattdessen kamen nun alle auf die Idee, Pause zu machen. Als wir ankamen, wachte der kleine Mann prompt auf! Argh! Naja. Wenigstens Zeit zum Füße vertreten.

Nach ein paar Snacks und etwas Rumgelaufe ging es weiter. Der Versuch, dass ich im anderen Auto mitfahre, damit ich mich nicht ständig verbiegen muss, um zu stillen, scheiterte kläglich. Der kleine Mann dachte, ich sei weg! Drama! Kreisch! Also alles wieder rückgängig machen…

Nachdem sich der kleine Mann beruhigen ließ, wollte er auch wieder in seinen Sitz. Und schlief dann nochmal ein, bis wir endlich ankamen!

Es war nicht die perfekte Art und Weise, wie ich sie eigentlich geplant hatte, aber so schafften wir es dann wenigstens, planmäßig anzukommen.

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Fazit

Man lernt ja bekanntlich nie aus. Und aus meinen Fehlern lerne ich immer am meisten. Was würde ich also bei der nächsten langen Autofahrt anders oder gar genauso handhaben?

1. Unterhaltung

Ganz klares Plus war das Spielzeug. Es verkürzt das Gefühl von einer endlos langen Autofahrt, wenn man sich mit etwas beschäftigen kann. Ob Bücher, Kuscheltiere, Hörbücher oder das oben genannte Spielzeug, ist egal.

Mein Tipp: Es sollte eine Mischung aus beliebtem und völlig neuem (oder lange nicht angerührtem) Spielzeug sein. Die Maltasche und die magnetischen Bausteine waren beispielsweise neues Spielzeug.

Ihr könnt aber auch gemeinsam Lieder singen, Fingerspiele spielen, das Tablet rausholen usw. Was euch eben einfällt und für das Alter eures Kindes passend ist.

2. VIP

Es KANN gut laufen, MUSS aber nicht. Ich hörte von überall, dass es die Autofahrt viel entspannter macht, wenn Mama (oder eine andere Lieblingsperson) neben dem Kind sitzt. Wie gesagt: Es KANN gut laufen. Bei uns funktionierte diese Methode nicht so gut. Nächstes Mal fahre ich wieder. Denn selbst, als ich ganz außen saß und der Papa dazwischen, gab es nur kurze Momente, in denen ich nicht gebraucht wurde.
6 Tipps für eine lange, aber entspannte Autofahrt mit Kleinkind - Papa spielt mit Kind

3. Verpflegung

Wenn du die Vorlieben deines Kinder kennst, was Snacks betrifft, dann nur her damit. Die Lieblingskekse des kleinen Mannes packten wir erst aus, als wir die Schlüssel für das Ferienhaus in der Tasche hatten und es nur noch wenige Minuten bis zum Ferienhaus waren. Vorher gab es gesunde Sachen: Gekochtes Ei (das liebt unser Sohn), Stulle, etwas Obst und gedünstetes Gemüse.

4. Trinken

Wenn du wie wir deinem Kind hauptsächlich Wasser gibst, dann versuch doch mal, es interessanter zu machen. Wir haben mal Gurkenscheiben ins Wasser getan, manchmal auch Ingwer, aber auch Zitrone. Der kleine Mann steht total da drauf. Dann ist das Leitungswasser nicht so langweilig. Und noch ein Tipp, damit nichts verschütt geht: Probier doch mal diesen Trinkbecher* aus.

5. Pausen

Das werde ich definitiv ganz anders beim nächsten Mal machen. Mein Mann und ich werden auf jeden Fall mit dem eigenen Auto anfahren und dann Pausen machen, WANN wir wollen, WIE OFT wir wollen und WIE LANGE wir wollen. Und nicht, wann die Gruppe es will. Es ist einfach zu viel Druck. Auch wenn er nicht ausgesprochen wurde, war er doch stets präsent.

6. Schlafen

Wie ich feststellen musste, ist die beste Abreisezeit vor der Schlafenszeit des kleinen Mannes. Entweder vor dem Mittagsschlaf, damit er diesen während der Autofahrt tätigt und danach besser gelaunt ist. Oder gar vor dem Nachtschlaf, damit man längere Zeit durchfahren kann.

Da wir aber in einer Gruppe fuhren und diese früh morgens losfahren wollte, mussten wir uns anpassen. Und hatten dann den Salat, dass der kleine Mann müde und infolgedessen übellaunig war und in einer Tour gestillt werden wollte.

Was hilft dir bzw. deinem Kind am besten während einer langen Autofahrt über den Berg?

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