Baby beißt beim Stillen

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Es kommt völlig unerwartet und trifft dich wie ein Schlag ins Gesicht.

Wenn das Baby beim Stillen ständig in die Brust beißt, kommt man schnell an den Rand der Verzweiflung.

Was mir geholfen hat, ohne abstillen zu müssen, teile ich dir in diesem Beitrag mit.

Baby beißt beim Stillen

Da hatten mein Baby und ich endlich die furchtbaren Stillprobleme hinter uns gelassen. Wunde oder gar blutende Brustwarzen waren kein Thema mehr. Ebenso die Angst vor dem nächsten Anlegen. Kein Zähne zusammenbeißen, kein Zehen zusammenkneifen mehr. Es war so schön. Endlich genossen wir beide das Stillen.

Und dann das! Abends, wenn es ins Bett gehen sollte, fing das mit dem Beißen an. Ich sah es in seinem Blick. Es war ganz merkwürdig. Er starrte die Brust an, machte eine komische Bewegung mit den Lippen und zog, während er den Kopf wegzog, die Brustwarze durch seinen Mund. Dabei strichen seine Zähne an meiner Brust entlang.

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Erste Reaktion

Es tat echt weh! Es tat so weh, dass ich laut „AUA!“, schrie, aber es interessierte ihn gar nicht. Ganz unschuldig guckte er meine Brust an und wollte wieder gestillt werden. Da ich das zum ersten Mal erlebt hatte, dachte ich, es wäre ein Versehen gewesen und gab ihm wieder die Brust. Und dann biss er wieder zu. Diesmal presste er seine Lippen derartig zusammen, dass meine Brustwarze eingequetscht wurde. Das war echt fies!

Anfangs sagte ich mir noch „Ruhig Blut.“ und erklärte ihm, dass es wehtut, wenn er beißt und dass er damit aufhören soll. Doch als das nichts brachte, reagierte ich irgendwann verärgert. Er sieht doch, dass ich Schmerzen habe. Und dennoch macht er es wieder und wieder. Ich war fassungslos! Beleidigt! Empört! Verletzt! Ich sagte ihm laut, klar und deutlich, dass er das Beißen lassen soll.



Und als auch das nicht fruchtete, begann ich irgendwann zu drohen. Ich sagte, ich würde abstillen. Jetzt gleich, sofort und auf der Stelle. Manchmal musste ich aus schierer Wut ganz schnell das Zimmer verlassen und sein Papa musste dann seinen Beitrag leisten. Ich wiederum nutzte die Zeit, um runterzukommen. Gar nicht so leicht, wenn einem zuvor in die Brustwarze (!!) gebissen wurde.

Und als ich wieder klar denken konnte, merkte ich, dass das gerade eben völliger Blödsinn war, den ich da von mir gegeben habe. Meine Güte, er ist noch so klein. Wie soll er begreifen, dass er mir weh tut? Er macht es doch nicht absichtlich. Und diese lächerlichen Drohungen, wie sofort abzustillen, bringen überhaupt nichts. Es muss einen anderen Grund geben.

Mögliche Gründe für’s Beißen

Ich merkte, dass ich nicht weiterkam und suchte in verschiedenen Foren und Blogs nach Ratschlägen. Ich werd‘ doch nicht die erste Mutter mit diesem Problem sein. Und siehe da: Zig Tipps sprangen mir ins Auge und wollten gelesen werden.

Baby beißt beim Stillen - Hand auf Tastatur

Gründe, aus denen das Baby zubeißt, können zum Beispiel folgende sein:

  • Langeweile, weil es gar keinen Hunger hat
  • Drang nach Aufmerksamkeit, falls die Mutti beim Stillen abgelenkt ist
  • Enttäuschung, wenn der Milchfluss nicht schnell genug einsetzt
  • Fehlspannungen im Kiefer oder aber im ganzen Körper

Dann stieß ich auf einen weiteren Grund: Das Baby hat Schmerzen, z.B. durch das Zahnen. Könnte bei uns tatsächlich zutreffen.

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Was tun, wenn das Baby beim Stillen beißt

Die meisten Mütter und Ratgeber empfehlen, das Stillen zu unterbrechen, sobald das Baby zubeißt. Und dann ordentlich schimpfen!

Ich weiß! In die Brust gebissen zu werden, ist total kacke! Es ist eins der beschissensten Gefühle, die ich kenne! Ich verstehe total, wenn du da – wie ich – kurz vorm Ausrasten bist. Oder sogar ausrastest. Auch ich bin laut geworden. Hat mein Baby nur Null interessiert.

Da kann ich ehrlich gesagt von Glück reden. Denn laut „Nein!“ oder sonstwie aufzuschreien, könnte mitunter sogar negative Folgen haben:

  1. Ursache-Wirkung-Prinzip: Dein Baby erkennt, dass auf seine Handlung (Beißen) eine Reaktion (lauter Aufschrei) folgt. Es könnte versuchen, herauszufinden, ob diese Reaktion immer auftritt. Und dann hast du ein richtiges Problem!
  2. Stillstreik: Dein Baby könnte von deinem lauten Aufschrei derart erschreckt werden, dass es nicht mehr gestillt werden möchte. Es geht in den Stillstreik. Dann hast du zwar das Problem mit dem Beißen hinter dir, dafür aber ein neues, größeres an der Backe.

Also was tun? Wie „richtig“ reagieren?

„Gewünschtestes Wunschkind“ rät, das Verhalten (nicht das Kind!) so gut es geht zu ignorieren. Ja, haha, ich weiß. Klingt irre. Aber wenn du dem Beißen keinerlei Beachtung schenkst, gibt es auch keine Reaktion, die wiederholt werden will. Es soll so wohl schneller vorbei gehen.

Nun kannst du ja schlecht dabei zusehen, wie dir die Brust zerbissen wird, und dabei gleichzeitig noch ruhig bleiben. Hier gilt es ganz klar, dich zu schützen: Steck deinen kleinen Finger in den Mundwinkel deines Kindes und löse die Brustwarze sanft (!) vom Babymund.

Weil ich davon ausging, dass es bei uns am Zahnen liegt, habe ich gedacht: Mein Baby braucht etwas zum Kauen, Knietschen, Beißen. Also: Auf, auf! Fingerzahnbürste und Beißring* geschnappt und meinem Kleinen zum Herumknatschen hingehalten. Er kaute vergnügt darauf herum, legte es nach einer Weile Herumsnatschen beiseite und wollte wieder gestillt werden. Und siehe da: Kein Beißen mehr! Vielleicht klappt das auch bei dir?

Baby sitzt, lacht und hält Beißring in der Hand

Und was, wenn es nun nicht die Zähne sind?

Versuche, die Ursache des Beißens herauszufinden. Je nachdem kannst du dann entsprechend handeln:

Ist es Langeweile? Dann (sanft!) abdocken und die Langeweile bekämpfen. Spielt was, macht einen Spaziergang, kocht, putzt… Ich bin mir sicher, in dem Alter findet dein Baby alles, was du machst, hochinteressant.

Wenn der Milchspendereflex nicht schnell genug für dein Baby einsetzt, oder es deine Aufmerksamkeit will: Sei vollkommen bei deinem Baby. Wenn dir eine Million Sachen durch den Kopf gehen, schreib sie auf, damit sie aus deinem Kopf verschwinden und du zur Ruhe kommen kannst. Hört gemeinsam ruhige Musik. Mach es dir und deinem Baby so richtig schön gemütlich und kuschlig. Leg das Handy, oder was auch immer du gerade machst, beiseite und widme dich deinem Baby.

Was noch helfen könnte, um den Milchspendereflex anzuregen: Massier deine Brust vor dem Stillen mit Stillöl, erwärme sie vorher oder trink etwas Warmes. Ich denke allerdings eher, dass hier Ruhe der Schlüssel zum Erfolg ist, aber probier dich aus.

Und wenn alles nichts hilft, kann es meiner Meinung nach nicht schaden, mal beim Osteopathen vorbeizuschauen. Vielleicht liegt tatsächlich eine Blockade vor, die behoben werden muss.

Loben und Bestrafen

Nochmal zurück zum Loben und Bestrafen, weil mir dieses Thema sehr wichtig ist.

Viele raten dazu, ihr Baby zu loben, wenn es sich „lieb“ verhält, also nicht beißt usw. Dann kriegt es eine Extraportion Küssen, Kuscheln, lieb Reden und dergleichen.

Im Umkehrschluss soll das Baby in irgendeiner Form bestraft werden, wenn es beißt. Damit es lernt, dass es etwas Falsches getan hat. Es wird geraten, dass Baby auszuschimpfen, abzulegen oder die Brust an das Baby zu drücken, damit es keine Luft mehr bekommt und von der Brust geht.

Dass es sich hier um ein Baby handelt, und nicht um ein Kind, das schon Zusammenhänge herstellen kann, vergessen da viele. Was das Baby mitbekommt: Die Milch wird ihm verweigert (aus einem Grund, den es nicht kennt), Mama guckt grimmig und ist furchtbar laut (aus irgendeinem Grund, den es auch nicht kennt), es kriegt keine Luft (!) oder es wird abgelegt. Babys sind Traglinge. Sie brauchen unseren Schutz, und den am besten in unseren Armen.

Baby auf dem Arm seiner Mutter

Wird ein Baby abgelegt, bekommt es Angst. Es kann ja nicht ahnen, dass hier keine gefährlichen Raubtiere herumstreunen, die es fressen wollen. Es weiß nicht, ob und wann es wieder den beruhigenden Duft von dir einatmen und deine Körpernähe spüren wird. Es lebt im Jetzt. Jetzt liegt es irgendwo und fühlt sich schrecklich. Es will zu dir. Dass du ihm gerade eine Lektion erteilen willst, weil es gebissen hat, weiß doch dein Baby nicht. Es ist ein Baby!

Und dein Baby ist auch kein Hund, der dressiert werden muss. Loben für „gutes“ Benehmen, Bestrafen für „schlechtes“. Was dein Baby braucht, ist Liebe. Bedingungslose. Versuch, den Grund für das Beißen herauszufinden und nicht, dein Baby mit Liebesentzug zu strafen. Versuch es. Bei mir hat es auch nicht immer geklappt und ich bin ausgeflippt. Das tut ja auch weh! Du darfst auch ruhig wütend sein. Du hast Schmerzen. Aber in meinen Augen ist es wenig hilfreich, dein Kind dafür zu bestrafen. Kümmer dich um deine schmerzende Brust und hab dein Baby trotzdem lieb.

Ich drücke dir die Daumen und hoffe, dass du das Problem rasch lösen kannst. Ich weiß genau, wie man sich in solchen Momenten fühlt. Darum wünsche ich dir, dass die Ursache schnell gefunden und behoben werden kann.

Alles Gute!

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Nachtrag: 19.07.2017 (Beißen beim Einschlafen)

Der kleine Mann ist jetzt knapp 28 Monate alt und wird IMMER NOCH gestillt! 😉 Schnuller hat er keinen; dafür braucht er aber weiterhin die Brust zum Einschlafen.

Kind schläft im Bett

Manchmal ist es so, dass er dann, bevor er sich ins Traumland verabschiedet, in die Brustwarze beißt. Und das tut höllisch weh, sag ich dir! Selbst, wenn ich vor Schmerz laut aufschreie, macht er nur mal kurz die Augen auf und schläft dann weiter (immer noch in die Brust beißend).

Ich handhabe das derzeit so: Nachdem ich also laut aufgeschrien habe und in Panik bin (im Gegensatz zum kleinen Mann), weiß ich: Jetzt muss ich schnell sein! Kleinen Finger in den Mundwinkel des kleinen Mannes klemmen und vorsichtig (!) versuchen, von der Brust zu lösen.

Manchmal geht er dann komplett ab, dreht sich um und schläft weiter. Oder er sucht dann nochmal die Brust. Aber dann beißt er zumindest nicht mehr, sondern ist wieder richtig angedockt. Das tut dann wenigstens nicht mehr weh.

Baby beißt beim Stillen
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2 Gedanken zu “Baby beißt beim Stillen

  1. Hallo Julia,
    leider haben wir auch das Beißproblem. Es sind bei uns eindeutig die Zähne: Mit 11 Monaten kamen sechs Zähne gleichzeitig und da hat mein Sohn sich gebissen. Nach einem Monat als alle sechs Zähne durch waren war der Spuk vorbei.
    Jetzt mit 14 Monaten geht es von vorne los: Drei Zähne kommen gleichzeitig. Jedoch haben wir jetzt das Problem dass er bereits nach ca 5 Sekunden beißt und gar nicht mehr tagsüber trinkt. Nur nachts klappt es noch normal.
    Jetzt zu meiner Frage: Welche Beißringe nutzt ihr? Unser Sohn versteht nicht wofür die da sind und wirft die direkt weg.
    Danke und viele Grüße
    Dani

    • Hey Daniela, wow, das sind ja eine ganze Menge Zähne, die da gerade durchbrechen! Ich drücke euch die Daumen, dass euch die Idee mit dem Beißring* helfen wird. Wenn er beißt, dann reagier am Besten so, wie ich es im Beitrag beschrieben habe: Steck deinen kleinen Finger in den Mundwinkel deines Kindes und löse so ganz sanft und behutsam deine Brust von deinem Kind. Nicht einfach wegziehen, das kann zu Verletzungen führen!
      Alles Gute euch!
      Julia

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